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	<title>African Paper &#187; Sven Fritz</title>
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		<title>HUI: Zerbricht Fels</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2026 04:10:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Hui, namentlich Johannes Schebler und Sven Fritz, hatten bereits vor gut einem halben Jahr mit einer ersten EP eindrücklich demonstriert, wie begeistert und ideenreich sich die beiden zwischen verspielter Elektronik, kleinteiliger Tüftelei und einem vermeintlichen (und vielleicht bisweilen auch tatsächlichen) &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/09/12/hui-zerbricht-fels/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/08/huizerbrichtfels.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-52012" title="huizerbrichtfels" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/08/huizerbrichtfels-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Hui, namentlich Johannes Schebler und Sven Fritz, hatten bereits vor gut einem halben Jahr mit einer ersten EP eindrücklich demonstriert, wie begeistert und ideenreich sich die beiden zwischen verspielter Elektronik, kleinteiliger Tüftelei und einem vermeintlichen (und vielleicht bisweilen auch tatsächlichen) Chaos bewegen. Schebler, bekannt von seinen Projekten Baldruin, Gryke Püye, Yayoba und Freundliche Kreisel, und Fritz alias Ervin Omsk, Mitglied von Like A Stuntman und zudem als visueller Künstler tätig, fanden <span id="more-52011"></span>2023 eher zufällig zueinander – inzwischen ist daraus eine bemerkenswert eigenständige musikalische Partnerschaft geworden. Mit &#8220;Zerbricht Fels&#8221; übertragen sie ihre Leidenschaft nun auf Albumlänge.</p>
<p>Schon der Einstieg mit &#8220;Soziales Gerippe&#8221; zeigt, dass Hui ihre Freude am Überbordenden, die man auf der EP erleben durfte, keineswegs aufgegeben haben: Hektisches Klappern und Klingeln, metallenes Rasseln, pfeifende und an Schreibmaschinen oder alte Kassengeräte erinnernde Geräusche wirbeln im Zeitraffer durcheinander, dazwischen tauchen Stimmen auf. &#8220;Gesammelte Häßlichkeiten&#8221; setzt beinahe nahtlos an, bringt aquatische Gluckergeräusche, gepitchte Stimmen, Quietschen und Reiben ins Spiel und lässt nebenbei sogar klassische, melodische Momente aufscheinen. Hässlich? Eher nicht, vielmehr wunderschön verschroben.</p>
<p>Überhaupt ist das Soundmaterial selbst auf &#8220;Zerbricht Fels&#8221; ungemein deutlich präsent: Metall, Blech, Glas, Gummi, Wasser, mechanisches Rattern und allerlei schwer identifizierbare Geräuschkörper werden nicht einfach zu einem Klangteppich verarbeitet, sondern behalten ihren haptisch anmutenden Charakter. Mehrere Schichten kleinteiliger Bestandteile sind ständig gleichzeitig in Bewegung; was eben noch wie ein nebensächliches Detail wirkt, kann im nächsten Moment die Szene bestimmen. Stockende Passagen treffen auf hektische Abläufe, verfremdete Stimmen summen, brummen und quieken, während spannungserzeugende Geräusche wie aus einem alten Film plötzlich eine ganz andere Atmosphäre heraufbeschwören.</p>
<p>Dabei besitzt Hui einen ausgeprägten Sinn fürs Komische. Das Wort Slapstick drängt sich geradezu auf, wenn Klappern, Quietschen und Rattern wie in einem Svankmajer&#8217;esken Feilm durcheinander wirbeln. An anderer Stelle lassen verfremdete aquatische Geräusche an Nurse With Wound denken, während manche monströsen Klanggestalten Erinnerungen an <a title="ANDREW LILES: Animal Magick" href="https://africanpaper.com/2016/02/13/andrew-liles-animal-magick/">Andrew Liles’ &#8220;Animal Magick&#8221;</a> wecken. Aber vielleicht sagt das mehr über die Hörvergangenheit des Rezensenten aus? Dann wiederum kippt das Geschehen in kleine tänzelnde Episoden, die wie ein Marionettentheater für seltsame koboldartige Wesen wirken. Etwas ausgesprochen Cinematisches wohnt diesen Stücken inne: Hui erzählen keine konkreten Geschichten, erzeugen aber ständig neue Szenen und Schauplätze.</p>
<p>Gerade darin liegt die besondere Qualität dieses Albums. Zwischen Leftfield-Elektronik, elektroakustischer Musik, Ambient und Sounddesign entsteht kein weiterer Genremix, sondern eine eigene, eigentümlich lebendige Welt, die nie zu ruhen scheint. Das Spielerische wirkt dabei nie beliebig, die sorgfältige Gestaltung niemals steril. Präzision und Übermut, Ordnung und Zerfall, Komik und eine unterschwellige Bedrohlichkeit stehen unmittelbar nebeneinander.</p>
<p>Gegen Ende scheint das Werk dann gänzlich abzuheben: In &#8220;Levitation&#8221; kreist eine leicht eiernde Dröhnung, während sich die Klangfülle langsam verdichtet und intensiviert. Ob hier gerade jemand den Boden unter den Füßen verliert oder tatsächlich schwebt, bleibt offen. Vielleicht ist genau das die passende Schlussfolgerung für ein Album, das seine Hörer ständig aus einer Klangszene in die nächste stolpern lässt und dabei erstaunlich souverän die Kontrolle über sein eigenes Chaos behält.</p>
<p><strong>Label: Jollies</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1834293393/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>HUI: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Nov 2025 03:43:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Baldruin]]></category>
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		<category><![CDATA[Nonlocal Research]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Debüt-EP des Duos Hui zeigt zwei Musiker, die aus den Erfahrungen in verschiedenen Projekten schöpfen können und hier ihre gemeinsame Vorliebe für das Jonglieren mit verspielter Elektronik bündeln. Johannes Schebler ist in Projekten wie Baldruin und Bands wie Gryke &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/11/29/hui-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/hui.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-49190" title="hui" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/11/hui-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Debüt-EP des Duos Hui zeigt zwei Musiker, die aus den Erfahrungen in verschiedenen Projekten schöpfen können und hier ihre gemeinsame Vorliebe für das Jonglieren mit verspielter Elektronik bündeln. Johannes Schebler ist in Projekten wie Baldruin und Bands wie Gryke Püye, Yayoba und Freundliche Kreisel aktiv, Sven Fritz arbeitet unter dem Namen Ervin Omsk, ist Mitglied von Like A Stuntman und zudem als <span id="more-49188"></span>visueller Künstler und Gestalter tätig. Zusammen entwickeln sie ein Format, das bewusst zwischen Kontrolle und Übermut pendelt.</p>
<p>Die Stücke wirken verspielt, geprägt von Synthies, kleinteiligen Geräuschen und kurzen Rumpel- und Pfeifmomenten in sorgsam polierter Beschaffenheit, die dem ganzen den launigen Charm kindlichen Spielzeugs verleiht. Vieles klingt zunächst wie heilloses Durcheinander, mit hohen Tönen, Hupen, Rasseln und einzelnen Stimmfragmenten, doch in der fortlaufenden Sprunghaftigkeit zeigt sich ein konstantes Grundmuster. Manche Passagen erinnern an das Justieren am Radiosender, an kurze Aufwallungen, die fast abreißen und flugs Raum für Neues schaffen. An anderer Stelle entsteht ein spannungsvoller Verlauf, in dem Rollendes, Klingelndes und ein tiefes Brummen aufscheinen, bisweilen wieder durchdrungen von (der Illusion von?) Stimmen. &#8220;Gedanken einer Sprungfeder&#8221;, &#8220;Vierte Wand&#8221;, &#8220;Festplatten Fail&#8221;, &#8220;Knoten und Kanten&#8221; und &#8220;Unerhörtes Haupt&#8221; lauten die Titel der Stets unter den Dreiminutengrenze angesiedelten Tracks &#8211; sprachliche Marker, die vielleicht nicht immer ganz offensichtlich mit den jeweiligen Inhalten korresponieren, diese aber mit zusätzlichen Assoziationen bereichern.</p>
<p>Ein anderer Moment der EP verbindet Durcheinander aus eng gesetzten Miniaturen mit flächigen Momenten. Unter der Oberfläche bleibt vieles in Bewegung, bis plötzlich ein heiteres, klassisches Motiv auftaucht, dessen fließende Struktur von rumpelnden und kratzenden Sounds begleitet wird. Auch hier tauchen helle Pieptöne auf, und bisweilen klingelt etwas wie ein obskurer Automat, und immer wieder wirken einzelne Elemente wie in Zeitraffer abgespielt. Gelegentlich schimmern rezitierende Stimmen und orchestrale Andeutungen durch, während sich eingängige, eindringliche Melodien um das dichte Material legen und kurz erahnen lassen, wie diese Motive in einem geordneteren Rahmen wirken würden. Zweifelsohne könnte dies nie den charmanten Reiz von Huis Umsetzung erreichen.</p>
<p>Vielleicht liegt die große Stärke von Hui tatsächlich in etwas, das manchen Künstlern und Musikern etwas vorschnell attestiert wird, so dass man es gar nicht mehr so gerne aus der Kiste holt, nämlich die Versöhnung von Diametralem &#8211; Struktur und Unordnung, Reduktion und Komplexität, formale Präzision und die Freude am Überbordenden, spielerische Offenheit und klare Gestaltungslust: Alles dies liegt recht nah beeinander in er Welt von Schebler und Fritz, und man sollte gespannt sein, wie sich ihre Kunst auf Albumlänge macht. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=673569317/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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