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	<title>African Paper &#187; The Body</title>
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		<title>THE BODY: I&#8217;ve Seen All I Need To See</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2021 06:01:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Chip King]]></category>
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		<description><![CDATA[Das aus Lee Buford and Chip King bestehende Duo hat in den vergangenen 20 Jahren auf einer ganzen Reihe von eigenständigen Alben und zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit Uniform, Thou oder Krieg) und Seitenprojekten (z.B. Sightless Pit mit Lingua Ignota) eine &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/02/20/the-body-ive-seen-all-i-need-to-see/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/a0754428179_161.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-24322" title="a0754428179_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/02/a0754428179_161-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das aus Lee Buford and Chip King bestehende Duo hat in den vergangenen 20 Jahren auf einer ganzen Reihe von eigenständigen Alben und zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit <a href="http://africanpaper.com/2019/09/28/uniform-the-body-everything-that-dies-someday-comes-back/">Uniform</a>, Thou oder Krieg) und Seitenprojekten (z.B. Sightless Pit mit Lingua Ignota) eine massive, wuchtige Musik mit Doom- und Sludgeeinflüssen gespielt, aber auch von Anfang an immer verschiedenste Instrumente in das Klangbild integriert. <span id="more-24319"></span>Waren einige der letzten Veröffentlichungen stark von elektronischen Elementen und Samples durchzogen, so sind diese schon 2019 entstandenen Aufnahmen eine (etwas) stärkere Runterbrechung auf die Basis (Schlagzeug, Gitarre, Gesang), ähnlich, wie The Body bei ihren Auftritten auf ihren letzten Touren klangen.</p>
<p>Geht man die Titel ihrer Veröffentlichungen der letzten Jahre durch, sieht man ein Panorama des Leid(en)s („All The Waters Of The Earth Turn To Blood“, „I Have Fought Against It, But I Can&#8217;t Any Longer“, „No One Deserves Happiness“, „O God who avenges, shine forth. Rise up, Judge of the Earth; pay back to the proud what they deserve.“) und auch auf dem neuen Album, dessen Titel einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0J2KE9dWslk">Stück von Adam Faucett</a> entnommen ist, entfaltet das Duo ein Tableau des Schmerzes.</p>
<p>Das Album beginnt mit „A Lament“, auf dem Douglas Dunns Gedicht <a href="https://www.poemhunter.com/poem/the-kaleidoscope/">„The Kaleidoscope“</a> rezitiert wird. Es geht um den Verlust von Dunns Frau: „Grief wrongs us so“, heißt es da, während die ultraverzerrte Gitarre den Eindruck erweckt, die Lautsprecher seien beschädigt, vereinzeltes Röcheln setzt ein, dann gibt es kurze Unterbrechungen und man hat auch noch den Eindruck, die Tonspur löse sich auf. Wuchtiges Schlagzeug leitet „Tied Up And Locked In“ ein,  dann setzen das verzerrte Brutzeln der Gitarre und das für The Body so typische Heulen ein (Schreien kann man es nicht nennen), das irgendwann zu einem Auskotzen wird, das inmitten dieser brachial-verzerrten Soundwand tönt. Egal ob die schleppenden Beats von „Eschatological Imperative“, das auf Rhtyhmus weitgehend verzichtende „A Pain Of Knowing“, die Noiseorgie &#8220;They Are Coming&#8221; oder die Spoken Words auf &#8220;The Handle/The Blade&#8221;, alle Stücke sind von solch einer brachialen Wucht und Wut, dass man am Ende erschöpft niedersinkt (ähnlich wie bei den musikalisch ganz anders ausgerichteten Portal). Sicher nicht die schlechteste Musik zur Zeit. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://thrilljockey.com/index">Thrill Jockey</a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2610158038/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>UNIFORM / THE BODY: Everything That Dies Someday Comes Back</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Sep 2019 05:42:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lingua Ignota]]></category>
		<category><![CDATA[Sacred Bones]]></category>
		<category><![CDATA[Sacred Bones Records]]></category>
		<category><![CDATA[The Body]]></category>
		<category><![CDATA[Uniform]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Anfang der 00er Jahre spielen The Body, die in den letzten Jahren häufig mit Lingua Ignota aufgetreten sind und aufgenommen haben, eine Form von harter Musik, die sich einfachen Kategorisierungen entzieht. Uniform, mit denen The Body jetzt nach &#8220;Mental &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/09/28/uniform-the-body-everything-that-dies-someday-comes-back/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/09/The-Bodya1452803260_161.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18944" title="The Bodya1452803260_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/09/The-Bodya1452803260_161-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Seit Anfang der 00er Jahre spielen The Body, die in den letzten Jahren häufig mit Lingua Ignota aufgetreten sind und aufgenommen haben, eine Form von harter Musik, die sich einfachen Kategorisierungen entzieht. Uniform, mit denen The Body jetzt nach &#8220;Mental Wounds Not Healing&#8221; aus dem letzten Jahr zum zweiten Mal ein gemeinsames Album aufnehmen, haben sich auf ihren bisherigen Veröffentlichungen an dem orientiert, was seit etlichen Jahren etwas unglücklich als Industrial Metal bezeichnet wird.<span id="more-18942"></span></p>
<p>„Gallows in Heaven“ fängt mit Rauschen und Gebrutzel an, das an Whitehouses „Told“ erinnert, bevor sich ein stampfender Rhythmus einstellt und man kurzfristig glaubt, es werde Throbbing Gristles „Discipline“ gecovert. Was auffällt, ist der sicher beabsichtige Kontrast – von Labelseite wird der Begriff<a href="https://uniformthebody.bandcamp.com/album/everything-that-dies-someday-comes-back"> „antagonistic“</a> genannt &#8211; der aggressiven Vocals von Uniform-Frontmann Michael Berdan und dem/den irrsinnigen Schreien von Chip King von The Body, dessen Beiträge scheinbar nicht jeder Rezensent<a href="https://www.heavyblogisheavy.com/2019/08/13/uniform-the-body-everything-that-dies-someday-comes-back/"> goutiert</a>.  Man stelle sich vor, Stephen O&#8217;Malley und Greg Anderson hätten damals bei den Aufnahmen zu „Black One“ Malefic nicht einen Text über die Blutgräfin Elisabeth Bathory zum Singen/Kreischen vorgelegt, sondern hätten ihn gebeten, mit seiner Stimme einen Staubsauger zu imitieren. Das mag etwas irritieren, aber in seiner monotonen und monomanischen Konsequenz und Konsistenz ist das schon beeindruckend und ist vielleicht auch ein Antidot gegen ein manchmal zu generisches Klangbild, denn Referenzen sind schnell zur Hand. Manches erinnert an Controlled Bleeding zu Zeiten von &#8220;Penetration&#8221; respektive &#8220;Trudge&#8221;, manchmal kommt Godflesh in den Sinn. Allerdings finden sich fast schon so etwas wie Popnummern (&#8220;Vacancy&#8221;), schleppende Hip Hop-Beats durchziehen &#8220;Day Of Atonement&#8221;, weibliche Co-Vocals und Orgeleinsatz machen &#8220;Patron Saint Of Regret&#8221; in Passagen zu einem sakralen Popstück und „Waiting For The End Of The World“ ist eine dröhnende Klangfläche mit seltsamen Samples. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://www.sacredbonesrecords.com/">Sacred Bones</a></p>
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		<title>LINGUA IGNOTA: Caligula</title>
		<link>https://africanpaper.com/2019/07/27/lingua-ignota-caligula/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Jul 2019 05:40:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Full Of Hell]]></category>
		<category><![CDATA[Kristin Hayter]]></category>
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		<description><![CDATA[Kristin Hayter ist mit ihrem nach Hildegard von Bingen benannten Projekt innerhalb kurzer Zeit relativ erfolgreich geworden: Wurde „All Bitches Die“ ursprünglich im Selbstverlag veröffentlicht, fand das Album ein Jahr später bei Profound Lore eine Heimat und der Nachfolger „Caligula“ &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/07/27/lingua-ignota-caligula/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/Lingua.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18346" title="Lingua" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/Lingua-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Kristin Hayter ist mit ihrem nach Hildegard von Bingen benannten Projekt innerhalb kurzer Zeit relativ erfolgreich geworden: Wurde <a href="http://africanpaper.com/2018/07/21/lingua-ignota-all-bitches-die/">„All Bitches Die“ </a>ursprünglich im Selbstverlag veröffentlicht, fand das Album ein Jahr später bei Profound Lore eine Heimat und der Nachfolger „Caligula“ hat inzwischen einiges an medialer Resonanz gefunden – sowohl in alternativen Publikationen (<a href="https://thequietus.com/articles/26824-lingua-ignota-caligula-review">Lead Review bei The Quietus)</a> als auch in der <a href="https://www.theguardian.com/music/2019/jul/19/lingua-ignota-caligula-review-profound-lore-kristin-hayter">Mainstreampresse</a>.<span id="more-18344"></span></p>
<p>Vielleicht lässt sich ein Teil des Erfolgs mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichungen und dem Sujet ihrer Arbeiten erklären, passt ihre Thematisierung von Gewalt und Missbrauch (u.a. durch einen Musiker aus der Noise-Szene in Providence) gut in die #Me too-Debatte(n) &#8211; gleichzeitig sprengt Hayter einen Diskurs, in dem Frauen allzu oft (ausschließlich) Opfer sind, passive Erdulderinnen männlicher Aggression. Denn ihre von Zorn, Rache(phantasien) und religiöser Bildlichkeit durchzogenen Texte situieren sie näher an Künstlerinnen wie Diamanda Galás oder (Film-)Figuren wie <a href="https://www.imdb.com/title/tt0077713/videoplayer/vi3817865497?ref_=tt_ov_vi">Jennifer Hill</a>. So <a href="http://africanpaper.com/2018/07/21/lingua-ignota-all-bitches-die/">hieß</a> es auch bzgl. von „All Bitches Die“ auf diesen Seiten: „Im Zeitalter von #Me Too ließe sich Hayter sicher eher im Lager derjenigen situieren, die „weibliche Potenz“ fordern. Hayter selbst sagt: &#8216;The music is about reclaiming power that has been stolen.&#8217;&#8221;</p>
<p>Nach der<a href="http://africanpaper.com/2019/07/20/lingua-ignota-the-rita-commissioned/"> Split mit The Rita</a>, auf der sie Scott Walker und Dolly Parton coverte, folgt nun mit „Caligula“ ein Album, das thematisch wie musikalisch an „All Bitches Die“ anknüpft. Diesmal gibt es Gastbeiträge von The Rita, The Body (mit denen sie schon vielfach getourt ist), Full Of Hell und Uniform. Der Opener „Faithful Servant Friend Of Christ“, auf dem traurige Geigen mit Hayters sakralem Gesang verbunden werden, klingt textlich noch ungebrochen. Ein erster Höhepunkt ist „Do Not Doubt Me Traitor“, das mit von Klavier begleitetem Klagegesang beginnt: „If you sleep down in hell / I have chains to bind you“. Perkussion setzt ein und dann (ver-)wandelt sich der Gesang, wird zum markerschütternden Schreien, das in seiner Selbstoffenbarung wirklich beeindruckend ist: „How do I break you before you break me“. Am Ende dann singt sie: „I am the cuntkiller“. „Butcher of the World“ wird von Purcells „Funeral Music for Queen Mary“ durchzogen, Musik, die Kubrick in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=o40w2ph7rZM">„A Clockwork Orange“</a> einsetzte und die auch Current 93s <a href="https://www.discogs.com/de/93-Current-93-Sickness-Of-Snakes-Nightmare-Culture/release/104001">„Killy Kill Killy (A Fire Sermon)“</a> einleitete. Hayters schreit, brüllt, klagt: „I am the fucking deathdealer / I am the butcher of the world“, bevor das Stück sich ändert und einen getragenen Charakter bekommt und die Forderung fällt: „May there be no kindness“. „May Failure Be Your Noose“ ist eine Klavierballade, in die Dissonanzen einbrechen. „If The Poison Won&#8217;t Take You My Dogs Will“ changiert zwischen Noisekaskaden und Klavierpassagen. Das von Orgel eingeleitetete „Day of Tears And Mourning“ ist mit Einsatz von Schlagzeug und Gitarre eine wahre schleppende Doomnummer, während das von einem dezenten Klavier begleitete „Sorrow! Sorrow! Sorrow!“ musikalisch wie textlich (fast) auch in einer der zahllosen Kirchen der USA gesungen werden könnte und durch ein bizarres Lars Ulrich-Sample fast ein Moment des<em> comic reliefs</em> darstellt, etwas, das bei „Spite Alone Holds Me Aloft“ kaum gelingen könnte, klingt der Gesang Hayters doch von einem Moment zum nächsten wie der einer<a href="https://www.youtube.com/watch?v=bSxuXQCEC7M"> Besessenen</a>. Mit dem Aufruf “Kill Them All“ klingt das Stück aus. Das nicht gerade subtil betitelte „Fucking Deathdealer“ ist ein rein akustisches (Stimme und Psalterium) Stück. Mit „I am the beast“ klingt das Album mit brutaler Wucht und Wut aus und wenn es dort heißt „All I know is / violence“, dann glaubt man das nach diesen knapp 70 Minuten sofort.</p>
<p>Natürlich ist auch Heyter nicht aus dem Nichts enstanden. Vielleicht hat sie in Rhode Island einmal einen Auftritt von <a href="https://bonedustprov.bandcamp.com/album/fruit-of-the-ash">Bonedust </a>erlebt, sie selbst hat die einzelnen Stücke des Albums<a href="https://www.loudersound.com/features/lingua-ignotas-track-by-track-guide-to-new-album-caligula"> an anderer Stelle</a> detailliert seziert, aber insgesamt ist &#8220;Caligula&#8221; ein durchgängig beeindruckendes Werk aus <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qNDWBWFrpjM">&#8220;sound and fury&#8221;</a>. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.profoundlorerecords.com/">Profound Lore</a></strong></p>
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		<title>LINGUA IGNOTA: All Bitches Die</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jul 2018 04:59:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kristin Hayter]]></category>
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		<description><![CDATA[Ursprünglich 2017 als zweites Album in Eigenregie des nach einer von Hildegard von Bingen erfundenen Schrift benannten Projekts von Kristin Hayter veröffentlicht, kommt nun auf Profound Lore eine leicht erweiterte Version des in einem „shed in the woods“aufgenommenen Albums heraus. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/07/21/lingua-ignota-all-bitches-die/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/Lingua-Ignota.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15971" title="Lingua Ignota" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/07/Lingua-Ignota-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ursprünglich 2017 als zweites Album in Eigenregie des nach einer von Hildegard von Bingen erfundenen Schrift benannten Projekts von Kristin Hayter veröffentlicht, kommt nun auf Profound Lore eine leicht erweiterte Version des in einem <a href="https://www.discogs.com/de/Lingua-Ignota-All-Bitches-Die/release/12169689">„shed in the woods“</a>aufgenommenen Albums heraus.<span id="more-15969"></span> Hayter selbst bezeichnet &#8220;All Bitches Die&#8221; als &#8220;retribution&#8221; und jede Zeile der von biblischer Metaphorik durchzogenen Texte illustriert das: Das Projekt Lingua Ignota knüpft an eine <a href="https://kristinhayter.com/2017/01/04/burn-everything/">Uniarbeit</a> Hayters an und soll <a href="https://linguaignota.bandcamp.com/album/all-bitches-die-2">„misogynist content as biblically vitriolic anthems for survivors of domestic violence and sexual assault“</a> rekontextualisieren.</p>
<p>Wenn man die klassisch ausgebildete Hayter singen und schreien hört, dann muss man vielleicht unweigerlich an eine griechischstämmige Amerikanerin denken, die einmal &#8220;wilde Frauen mit Steakmessern&#8221;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=mIVWqn1AvAc"> besang</a>. Musikalisch gibt es sicher Unterschiede, aber über den hier evozierten Zorn und die Rachefantasien gibt es sicher eine Reihe von Anknüpfungspunkten – so sampelt Hayter auf zwei Stücken die amerikanische Serienkillerin Aileen Wuornos, der Diamanda Galas einmal e<a href="http://exclaim.ca/music/article/diamanda_galas-diva_of_dispossessed">in Stück und mehrere Konzerte widmete</a>. Im Zeitalter von #Me Too ließe sich Hayter sicher eher im Lager derjenigen situieren, die  <a href="https://www.deutschlandfunk.de/feminismus-nach-metoo-freiheit-ist-eine-harte-aufgabe.911.de.html?dram:article_id=422108">„weibliche Potenz“</a> fordern. Hayter selbst<a href="http://thequietus.com/articles/23861-lingua-ignota-kristin-hayter-interviewed"> sagt</a>: „The music is about reclaiming power that has been stolen.“ Camille Paglia <a href="https://www.goodreads.com/author/quotes/10733.Camille_Paglia">schrieb</a> einmal: &#8220;Yes, we are indeed formed by traumas that happen to us. But then you must take charge, you must take over, you are responsible.&#8221;</p>
<p>Der Opener „Woe To All (On The Day Of My Wrath)“ beginnt mit wuchtigen perkussiven Schlägen, dazu schreit Hayter markerschütternd und nähert sich mit ihrem Gesang dem Black Metal an. Nach fünf Minuten ändert das Stück jedoch die musikalische Ausrichtung und es setzen zaghafte Klavierpassagen ein, zu denen Hayter singt. Aus einer persönlichen Vendetta wird ein apokalyptisches Szenario: „The teeth of seven thousand men adorn my silver crown […] Every mountain shall crumble […] woe to all who inhabit the earth”. Das Stück endet in einer Kaskade aus Glöckchen und atonalen Bläsern (?). „God Gave Me No Name (No Thing Can Hide From My Flame)“ besteht aus sakralem Gesang, Orgelspiel und dissonanten Verzerrungen im Hintergrund : “Shoot to kill/No sickness spreads like mine will”. Auf dem Titelstück singt Hayter primär vom Klavier begleitet und &#8220;All Bitches Die (Bitches All Die Here)&#8221; weist textlich und von der Art des Vortrags Blueseinflüsse auf: “Sinner you’d better get ready/Hallelujiah/For the time is coming that the sinner must die“. “For I Am The Light (And Mine Is The Only Way Now)” beginnt mit einem Sprachsample und knüpft dann mit dem wütenden Gesang und den verzerrten Orgel- und Klavierpassagen an den Anfang des Albums an. Das ist ein beeindruckendes sakrales Stück (von <a href="https://noisey.vice.com/en_ca/article/kzqzwn/lingua-ignotas-liturgical-noise-is-a-celebration-of-obliteration">&#8220;liturgical noise&#8221;</a> spricht die Kollegin von Vice): „I repay evil with evil&#8221;. Es folgt die Anrufung eines strafenden Gottes: “Frigid Father/I beg of you from a throat raw with curses/By your almighty grace intercede for me/Console me with blood”. Mit „Holy is the Name (Of My Ruthless Axe)“, fast schon eine Klavierballade, wird das Album auf getragene, fast todtraurige Weise beendet, wobei die Wut sich weiterhin textlich manifestiert: &#8220;All my rapists lay beside me/All my rapists still and grey&#8221;.</p>
<p>Das ist nicht nur auf Tonträger, sondern auch live durchaus<a href="http://www.yardhawk.net/everybodytalking/wp-content/uploads/2018/07/thebody-32.jpg"> beeindruckend</a>, auch wenn man auf ihrer aktuellen Tour mit The Body den Eindruck hatte, dass (nicht nur) Männer ihren Auftritt, auf dem die Grenze zwischen Künstlerin und Publikum partiell <a href="http://www.yardhawk.net/everybodytalking/wp-content/uploads/2018/07/thebody-30.jpg">niedergerissen</a> wurde, zu sehr selbstgefällig als transgressives Spektakel goutierten und weniger als eine authentische und teilweise im positivsten Sinne irritierende Artikulation von „Lärm und Wut“. (JM)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.profoundlorerecords.com/">Profound Lore</a></strong></p>
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