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	<title>African Paper &#187; Tourette Records</title>
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		<title>Das Opium der Schönheit. Interview mit Demian von Ô Paradis</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2016 06:44:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es gibt Attribute, mit denen man sparsam umgehen sollte, wenn man über Musik spricht, und eines davon ist sicher das Wort einzigartig. Man sollte aber nicht allzu erschrocken sein, wenn es einem im Bezug auf Ô Paradis ab und an herausrutscht, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/03/26/das-opium-der-schonheit-interview-mit-demian-von-o-paradis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/demian.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-11786" title="demian" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/demian.jpg" alt="" width="262" height="170" /></a>Es gibt Attribute, mit denen man sparsam umgehen sollte, wenn man über Musik spricht, und eines davon ist sicher das Wort einzigartig. Man sollte aber nicht allzu erschrocken sein, wenn es einem im Bezug auf Ô Paradis ab und an herausrutscht, denn für einen solchen Fauxpas gäbe es Anlässe genung: Die Kunst, mit gesampleten Sounds originelle Kollagen zu zaubern, die gekrönt mit einer<span id="more-11782"></span> warmen Baritonstimme dann doch oft eingängige Songwritermusik ergeben; ein Händchen dafür, all dies mit dem erdigen Klang von Folkinstrumenten zu verbinden und ein magisches Gefühl entstehen zu lassen, das mehr ist als Romantik; ein Set an Stimmungen, das Sehnsuchtsvolles mit meditativer Entspannung zusammenbringt und so immer ein vertrautes Ô Paradis-Feeling entstehen lässt, dem der Gestaltwandel der stets in Entwicklung begriffenen Musik kaum etwas anhaben kann &#8211; all dies versteht der in der Nähe von Barcelona lebende Demian Recio mit seinen Mitstreitern auf eine Art umzusetzen, die meines Wissen kein Pendant hat. </strong></p>
<p><strong>Demian, der im Alltag Catalan spricht, aber auf Spanisch singt, betreibt sein Projekt nun seit mehr als fünfzehn Jahren, in denen es nie zu einem Stillstand kam. Auf jedem seiner Alben überwiegen bestimmte Spielweisen, Stimmungen oder der Klang bestimmter Instrumente, so wie die Orgel im Frühwerk oder die akustische Gitarre auf dem aktuellen <em><strong>„</strong></em>Llega el Amor, Asoma la Muerte&#8221;. Dazwischen fanden sich eher experimentell ausgerichtete Werke wie das feinsinnige „Cuando El Tiempo Sopla&#8221; oder das verstörend raue „La Bocca Del Infierno&#8221;, aber auch nahezu poppige Songalben wie „Pequenos Canziones De Amor&#8221; oder das reife „Naciemento&#8221; von 2014. Wie die meisten Musiker mit einem breiten stilistischen Repertoire hat Demian einen guten Sinn für kreative Dialoge, und so kam es im Laufe der Zeit zu zahlreichen Kollaborationen, Gastbeiträgen, Produzentenarbeiten und Splits. Das Tribute <a href="https://www.discogs.com/de/Various-Nada-Que-Perder-Una-Celebraci%C3%B3n-De-Paradis/release/6354150">„Nada Que Perder&#8221;</a>, auf dem fünfzehn Musiker aus verschienenen Ländern seine Songs interpretieren, ist auch dafür ein Dankesbeweis.<br />
</strong></p>
<p><strong>Viele seiner Alben haben inhaltlich einen zuminest ansatzweisen Konzeptcharakter, und doch scheint mir seine größere Stärke in großartigen Songs zu liegen. Das berührende „El Fin Del Mundo&#8221; vom „Naciemento&#8221;-Album, das entrückte „Tierra Preguntas&#8221; aus einer Kollaboration mit <strong>Nový Svět</strong>, „Las Vias Del Viento&#8221; v.a. in diversen Live-Umsetzungen und nicht zuletzt einige Stücke seines aktuellen Albums sind nur einige der unentdeckten Schätze, die wahrscheinlich weit mehr Menschen verzaubern würden, wenn die Band die verdiente Aufmerksamkeit hätte. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben, dass das irgendwann eintritt, und v.a. seinen kleinen Teil dazu beitragen. Ein Interview mit dem Musiker war also seit langem überfällig.</strong></p>
<p><a title="The Opium of Beauty. An Interview with Demian of Ô Paradis" href="http://africanpaper.com/2016/03/26/the-opium-of-beauty-an-interview-with-demian-of-o-paradis/"><strong>English Version</strong></a></p>
<p><em><strong>Da es hierzulande nur wenige Interviews mit dir gibt, würde ich gerne mit etwas allgemeinem anfangen. Was kannst du uns über deine Anfänge als Musiker berichten? Hast du vor Ô Paradis in anderen Bands gespielt?</strong></em></p>
<p>Ja, ich spielte in Perdita Durango, einer Art Post Punk-Duo, ebenfalls in einer Tex Mex-Band namens Dusminguet und in Los Sencillos, einer populären spanischen Popgruppe. Ô Paradis kam nicht nach, sondern bereits während all dieser Unternehmungen, aber dann beschloss ich irgendwann, dass ich nur Ô Paradis brauche. Mein einziges und eigenes Projekt, wo ich niemandem Rechenschaft schuldig bin.</p>
<p><em><strong>Wie ist Ô Paradis letztlich entstanden und welche neuen Dinge konntest du dort ausleben?</strong></em></p>
<p>Ô Paradis ist, was ich schon immer in anderer Musik finden wollte, aber nur selten fand. Eine nackte, aufrichtige Idee. Wie japanischer Minimalismus, aber vermischt mit englischem Folk und einem lateinischen Herzen. Ich denke immer, dass jeder einzigartig ist, wenn er nur ehrlich mit seiner Kunst ist.</p>
<p><em><strong>Welche Dinge inspirieren dich und geben dir Ideen für deine Musik? Kommen dir Ideen, wärend du Musik machst? Oder beginnst du auch manchmal mit einem ausgearbeiteten Konzept?</strong></em></p>
<p>Ich glaube, dass alles gleichzeitig passiert. Du bemerkst, dass alles, was du ließt, die Filme, die du schaust, was deine Freunde mit dir teilen, dass all dies zusammen ein Bild in deinem Geist erschafft, ein Bild von der Welt, und dabei zählt es nicht, ob es um Liebe oder den Tod geht, um Engel oder Teufel, sondern dass das Bild eine konkrete Farbe hat. All dies wird zu dem, was du glaubst, und es verändert sich ständig, denn es unterliegt dem Einfluss der Zeit, welche die Ideen erodiert wie das Wasser den Stein. Ein bestimmter moment kommt das zum Ausruck, wenn jemand den Wind oder die Wellen hört, aber es sind die Wellen, die zu dir kommen und nicht umgekehrt.</p>
<p><em><strong>In deinen Texten und dem Artwork finden sich immer wieder religiöse und spirituelle Motive ganz unterschiedlicher Herkunft. Ist das für dich ein wesentlicher Bestandteil von Ô Paradis? Welche Rolle spielt Spiritualität in deiner eigenen persönlichen Suche?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/oparadismirame.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11788" title="oparadismirame" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/oparadismirame-300x180.jpg" alt="" width="300" height="180" /></a>Ich glaube an die spirituelle Erfahrung als eine Form des Verstehens, und dass uns nur eine Empathie, die zur Liebe führt, für Spiritualität empfänglich macht. Die Liebe für einen anderen Menschen ist nur ein Abbild der Liebe für das Ganze. Gott ist Liebe, und alle Religionen in ihrer erhabensten Philosophie akzeptieren dies, und so beziehe ich mich auf sie alle. Für mich ist die basalste Form der Religion das Ritual. Natürlich ist meine Musik voll von all diesen Gedanken. Auf der anderen Seite sehe ich mich aber auch als jemand, der im Konflikt mit all diesen Dingen steht, und so inspirieren mich ebenso die Schatten, die wir werfen, wenn wir uns diesem Licht aussetzen.</p>
<p><em><strong>Du hast vor einiger Zeit das Album „Llega el Amor, Asoma la Muerte” veröffentlicht. Was kannst du uns über seine Hintergründe erzählen?<br />
</strong></em></p>
<p>Ich denke, es ist ein sehr freies Album, das stark vom meinen persönlichen und musikalichen Erfahrungen zehrt. Man findet dort Pop, Latin, Folk, Experimentelles, Wave … das Witzige ist, dass ich irgendwann anfing, mit der spanischen Gitarre zu liebäugeln, und das gibt dem Album einen etwas einheitlicheren Sound. Was das Konzept angeht, alle Geschichten in den Songs handeln davon, wie wir durch Raum und Zeit gehen, und dass überall, wo uns die Liebe begegnet, auch der Tod wartet.</p>
<p><em><strong>Ich hatte immer den Eindruck, dass Ô Paradis hauptsächlich dein Projekt ist, an dem verschiedene Gäste mitwirken. Ist das nach wie vor so, oder gibt es mittlerweile so etwas wie eine Bandstruktur?</strong></em></p>
<p>Ja, so ist es, ich machte Ô Paradis von Anfang an allein, und das ist auch heute noch so. Wenn ich Instrumente brauche, die ich selbst nicht spielen kann, dann wende ich mich an Kollaborateure. In jedem dieser Fälle kamen reichhaltigere Harmonien und Melodien zustande, und somit ein vollständigeres Werk.</p>
<p><em><strong>Kannst du etwas zu den Leuten sagen, die bei dem neuen Album mitgemacht haben?</strong></em></p>
<p>Auf dem neuen Album hatte ich die Ehre mit Aloma Ruiz Boada zu spielen, einer Violinistin, die auch bei einigen Konzerten von Current 93 dabei war, sowie J., der bei einem Stück singt. Ich liebe seinen Gesang und sein Verständnis von Musik. Es ist großartig, mit Leuten zu arbeiten, die du magst oder liebst.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/todoslossantos.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11789" title="todoslossantos" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/todoslossantos.jpg" alt="" width="845" height="479" /></a></p>
<p><em><strong>Ich spreche deine Sprache nicht, aber das bisschen, das ich verstehe, scheint sehr stark vom Zusammenhang von Liebe und Tod zu handeln, du sprichst es ja gerade schon an. Falls es da eine Art Konzept gibt, wie würdest du es umschreiben?</strong></em></p>
<p>Die Jugend impliziert in vielen Kulturen einen Sinn von Unsterblichkeit. In meinem Fall kommt eine Ahnung von Unendlichkeit hinzu. Ich betrachtete die Welt tatsächlich als eine bewegliche Masse schwingender Energie, die uns die gleiche Schwingung erfahren lässt und uns von all dem wegholt, was wir zurücklassen. Später verlor ich allerdings diesen „Glauben&#8221; an die Ordnung hinter dem Chaos. Dies schien ein chemischer Wandel in meinem Gehirn zu sein, der mich für einige Jahre ausfüllte, gepaart mit einem Bewusstsein dafür, dass der einzige wirkliche Wandel das Altern ist, und dass der Tod uns immer häufiger besucht. Gleichzeitig bekam ich jedoch auch ein viel verfeinertes Verständnis dafür, was es bedeutet, zu lieben. All dies brachte mich dazu, ein Album aufzunehmen mit dem Titel „Kommt die Liebe, folgt der Tod.” Wir sind wieder menschlich geworden und nur wir bekamen ein Bewustsein für die Begrenzungen des Sterblichen.</p>
<p><em><strong>Der Zusammenhang von Liebe und Tod hat die Menschen immer wieder fasziniert, aus Literatur und Kunst kennt man das Motiv vom Liebestod, es gibt die Umschreibung vom „Kleinen Tod&#8221; für den sexuellen Höhepunkt. Interessieren dich solche Themen? Wie denkst du gehören sie zusammen in der tragischen Existenz des Menschen?</strong></em></p>
<p>Der Orgasmus ist einer der wenigen Momente, in denen wir das Bewustsein verlieren, ich denke, dass da etwas sehr schönes zum Akt hinzu kommt, eine magische Erfahrung. Ich denke nicht, dass die Existenz tragisch ist, denn Existenz ist alles. Aber es ist klar, dass es auch nicht unsere Bestimmung ist, das Glück im unmittelbaren Vergnügen zu suchen. Wenn wir nur für den Augenblick leben, dann werden wir sehr oft sterben, nach jedem Orgasmus zum Beispiel, wie du es erwähnst. Obwohl wir wissen, dass der Tod kommen wird, denke ich, wir sollten diesen Gedanken beiseite schieben in unserem Projekt des Lebens.</p>
<p><em><strong>Ein Song wie „El Opio de tu Belleza” klingt für mich beinahe heiter, aber ich bin sicher dass es um wichtiges geht. Wie würdest du das Opium als Element der Schönheit beschreiben?</strong></em></p>
<p>Ich werde dir einen teil des Songs übersetzen:</p>
<p>Das Opium deiner Schönheit füllt den Nebel der Straßen der Vernunft.<br />
Ich gebe mein Wesen preis durch das Lächeln, das du meinem Herzen gibst.<br />
Ich verkaufe mein Leben für eine Nacht ohne Dornen.<br />
Der Tod folgt mir aufmerksam, und seine Tochter, die Vernunft, zupft am Ärmel.<br />
Am Boden wandelt die Lust, der Boden ist, was der Wind wischen wird…</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/10609455_709436972465949_2279979132994759572_n.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11790" title="10609455_709436972465949_2279979132994759572_n" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/10609455_709436972465949_2279979132994759572_n-198x300.jpg" alt="" width="198" height="300" /></a>Welcher symbolische oder geografische Osten ist es, den du in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=VlWUtmRPPxo">„Por el Este”</a> besingst?</strong></em></p>
<p>Meine Frau ist aus der Ukraine, und als wir uns aus der Ferne unterhielten, jeder in seinem eigenen Land, ging es natürlich auch um den Konflikt mit Russland. Ich fand es traurig, dass der Ostwind dieses mal nur Feuer brachte. Das inspirierte mich zu dem Lied.</p>
<p><em><strong>Im Vergleich zu früheren Aufnahmen hat das Album einen starken Fokus auf akustischen Gitarren. Ist das eine Richtung, die du auch in Zukunft weitergehen willst?</strong></em></p>
<p>Ich hab keine Ahnung von meiner Zukunft oder der von Ô Paradis. Wenn ich ein Album aufnehme, gibt es da meist ein prägendes Instrument oder eine bestimmte Intention. Veränderung motiviert mich, vielleicht hat die Band deshalb heute viel weniger Anhänger, da die Leute gerne wissen wollen, wie es weiter geht, damit sie Sachen kategorisieren können.</p>
<p><em><strong>Gesampelte und verfremdete Sounds sind immer noch typisch für Ô Paradis. Wo findest du normalerweise deine Sounds, und wie arbeitest du mit ihren? Neigst du mehr zum Improvisieren oder zum Komponieren?</strong></em></p>
<p>Ich spiele mit Sounds wie ein Kind, und ich hab Geräusche an den ungewöhnlichsten Orten aufgenommen. Das Komponieren ist schon eine eher aufwendige Arbeit, es macht nicht immer so viel Spaß, denn du musst dabei ja dem Spiel einen Sinn geben, aber es ist notwendig, wenn du mit dem fertigen Werk zufrieden sein willst. Was das Angenehme und das Schwierige angeht, ich mag letztlich beides, den Spaß beim Arbeiten, aber auch das fertige Ergebnis. Ich denke, anfangs war alles improvisierter, heute dagegen eher kompositorisch. Es ist schwierig, die Balance zu finden zwischen cool und elaboriert, zwischen emotional und zufrieden.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/llega.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11791" title="llega" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/llega.jpg" alt="" width="785" height="478" /></a></p>
<p><em><strong>Im Unterschied zu vieler „experimenteller” Musik sind deine Soundkollagen meist sehr eingängig und letztlich das Fundament von fast poppigen Songs. Manchmal ist das Klangmaterial regelrecht versteckt hinter der schönen Musik. Was macht für dich den Reiz aus, schöne Melodien und Harmonien zu erzeugen und dabei nicht auf ein herkömmliches Instrumentarium zu setzen?</strong></em></p>
<p>Man könnte sagen, dass ich versuche, eine gute Komposition mit unkonventionellen Mitteln zu erschaffen. Es kann leicht passieren, dass man sich in der Produktion verliert und eine gute Atmosphäre erzeugt, was legitim ist, aber ich schaue gerne dahinter oder davor, und dort kann ein Pop- oder Folksong sein.</p>
<p><em><strong>Kannst du was damit anfangen, wenn man deiner Musik eine „alchemistische” Eigenschaft nachsagt?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/11403386_858044630938515_638481905278679115_n.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11792" title="11403386_858044630938515_638481905278679115_n" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/11403386_858044630938515_638481905278679115_n-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Ich denke nicht, dass meine Musik diese transformative Qualität besitzt, aber das hängt natürlich von der Person ab, die es hört. Wenn jemand einen Song aufnimmt, der die Saiten der Seele einer anderen Person berührt, dann bewegt das vielleicht die Sensibilität dieser Person und eröffnet ihr neue Wege der Wahrnehmung. Wie dem auch sei, eine echte Transformation sollte für den Rest des Lebens sein, aber wenn sie so lange wie ein Song dauert, ist es ebenfalls nett.</p>
<p><em><strong>Wie groß ist das lokale oder regionale Element in deiner Musik? Ich frage das, da deutsche Hörer dich oft als iberischen, spanischen oder katalanischen Musiker bezeichnen…</strong></em></p>
<p>Ich identifiziere mich nicht mit den Leuten in meiner Umgebung. Weder mit den Spaniern, noch mit den Katalanen, noch mit den Europäern. Kulturell natürlich, und mehr noch in der Musik, habe ich Wurzeln im spanischen Pop, im englischen Folk, in deutscher und japanischer Electronica, in afrikanischen Rhythmen, im Rock und im amerikanischen Country, in südamerikanischer Melancholie, in den Landschaften Kataloniens&#8230; kurz gesagt, ich denke ich trinke aus jeder Quelle, aber ich tue es in den Stunden, wenn niemand sonst es tut.</p>
<p><em><strong>Du scheinst Kollaborationen sehr zu mögen, und wenn ich Escama Serrada, Thomas Nöla, Nový Svět oder Val Denham erwähne, ist das nur eine Auswahl an besonders wichtigen Musikern, mit denen du über die Jahre gearbeitet hast. Was macht für dich eine gute Kollaboration aus, und gibt es da eine, die du als besondere Wegmarke betrachtest?</strong></em></p>
<p>Es ist wunderschön, zu kollaborieren, wenn es passt. Ich kann sagen, dass mich fast alle Erfahrungen beim Aufnehmen mit anderen enorm bereichert haben. Die intensivste Kollaboration war die mit Nový Svět, denn ich fühle eine besondere Verbindung zu J. Außerdem halte ich die Arbeit mit Val Denham für großartig, mit der ich ein ganzes Album aufgenommen habe. Escama Serrada ist auch das Resultat einer großartigen Freundschaft, und Thomas Nöla ist eine Person, die ich bedingungslos bewundere.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/naiemento.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11787" title="naiemento" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/naiemento.jpg" alt="" width="803" height="483" /></a></p>
<p><em><strong>Arbeitest du schon wieder an neuem Material? Was steht auf dem Plan für die nächste Zeit?</strong></em></p>
<p>Ich würde gerne eine Pause machen mit Ô Paradis. Mein Leben hat einige Veränderungen erfahren, seit das letzte Album aufgenommen wurde, als ob jemand eine dieser Kugeln mit einer weihnachtlichen Landschaft umgedreht hätte. Ich lasse erst einmal den Rest des Kunstschnees fertig auf die Plastikfiguren fallen und schaue dann, wie die Szenerie aussieht. Währenddessen würde ich gerne ein Album mit den für mich vierzig besten Song von Ô Paradis herausbringen, eine Compilation, die all den Menschen gewidmet sein soll, die da waren.</p>
<p><em><strong>Vielen Dank für das Interview!</strong></em></p>
<p>Ich danke dir, mein Freund!</p>
<p><strong><a href="http://oparadis.es">Offizielle Webseite von Ô Paradis</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://www.facebook.com/oparadis.official/">Ô Paradis @ Facebook</a></strong></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/_1nxl-f_9ec" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/Yl8xgB95G80" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>The Opium of Beauty. An Interview with Demian of Ô Paradis</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2016 06:43:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[As there are only a few interviews with you in German, I would start with something common. What can you tell us about your first creative endeavors as a musician? Did you play in bands before Ô Paradis? Yes, I &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/03/26/the-opium-of-beauty-an-interview-with-demian-of-o-paradis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>As there are only a few interviews with you in German, I would start with something common. What can you tell us about your first creative endeavors as a musician? Did you play in bands before Ô Paradis?</strong></em></p>
<p>Yes, I was playing with Perdita Durango, a project which was kind of a post-punk duo, with Dusminguet, a band of Tex-Mex style and with Los Sencillos, a quite famous Spanish pop band. Ô Paradis didn&#8217;t come after, but during all these approaches, yet at some point I decided I just needed Ô Paradis. My one and only project where I don’t need to answer to anyone.</p>
<p><em><strong>What was your impulse to form Ô Paradis, and what do you regard as new, compared to the things you did before?</strong></em></p>
<p>Ô Paradis is what I tried to find in other music but rarely found. A naked, sincere idea. Like Japanese minimalism, but mixed with English folk and Latin heart. I always thought that if you are honest with your art, then you&#8217;l be unique, because everybody is just different.</p>
<p><em><strong>Which are the things that inspire you or give you ideas for creating new music? Do you get your ideas while playing? Or do you rather tend to start with the concepts or subjects you sing about?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/oparadismirame-300x1801.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-11892" title="oparadismirame-300x180" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/oparadismirame-300x1801.jpg" alt="" width="300" height="180" /></a>I believe that everything happens at the same time. You realize that everything you read, the movies you watch, what your friends share with you, everything is gestating an image in your mind, a picture of the world. It doesn&#8217;t matter if its about love or death, about angels or devils, this image has a concrete color. All this turns into what one believes, and it changes constantly, cause it obeys time, which erodes any idea like the water does to the stones. The very moment is expressed through someone when a person hears the wind or watch the waves come, but it is the waves that come to you, and not the other way around.</p>
<p><em><strong>Your lyrics and imagery are full of religious or spiritual motifs from various sources. Do you see this as an integral part of Ô Paradis? What role do spiritual or esoteric subjects play in your personal quest?</strong></em></p>
<p>I believe that spiritual experience is born of understanding, therefore only from empathy that leads to love can comel flashes of spirituality. Love for another person is just a human replica of love for the whole. God is love, and all religions in their most sublime philosophy accept this, so I like to peck them all. For me, the most primitive aspect of religion is ritual. Of course, my music is full of all these thoughts. On the other hand I also consider myself a person in conflict with this/his life, so its also the shadows that inspire me, the shadows we project, when we&#8217;re exposed to this light.</p>
<p><em><strong>You just have released a new album named “Llega el Amor, Asoma la Muerte”. What can you tell us about its background and development? Which particular elements does it show compared to previous works?</strong></em></p>
<p>I think it’s a very free album, that drinks so much of my personal as well as my musical experiences. We can find pop, Latin, folk, experimental, wave … the funny thing is that I started flirting with the Spanish guitar, and this has given a more uniform sound to the work. As to the concept, all stories end from the point of view in which we believe that we walk through time and space, so when love comes, death always hovers.</p>
<p><em><strong>In the past I had the impression that Ô Paradis is mainly your project with changing contributors. Is this still the case or is there a band structure nowadays?</strong></em></p>
<p>You are right, from the beginning I worked alone in Ô Paradis, and this remains until today. When I need instruments that I can&#8217;t play, I call collaborators. In any case I have been enriched harmonies and melodies to enjoy a more complete work.</p>
<p><em><strong>Can you introduce the people who joined you in creating the new album?</strong></em></p>
<p>On the new album I had the honor of having Aloma Ruiz Boada on the violin, who had joined Current 93 in some concerts, and J. voice in a song, I love his vocal art and the way he understands music. Its a pleasure to work with people you like or you love.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/todoslossantos1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11893" title="todoslossantos" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/todoslossantos1.jpg" alt="" width="845" height="479" /></a></p>
<p><em><strong>I don’t speak your language, but as far as I get some meaning, the new album deals with the connections between love and death, you have already mentioned this subject. As far as there is a (clear or vague) concept, what is the main idea behind it?</strong></em></p>
<p>In many cultures, youth implies a sense of immortality. In my case, an intuition of infinity is added. In earlier years, I really perceived the world as a shifting mass of vibrating energy, which brings us to experiences the same vibration, and moves us away from what we were leaving behind. Later on I lost this “faith” in the order behind the chaos. This was a chemical change in my brain, I guess, subject to fulfilling past years go, and awareness that the only thing that changes is our aging, and that death will visit us more often every time. At the same time I developed a more refined understanding of what it means to love. All this led me to record an album whose title is “Comes love, pokes death.” We have become humans again and only we become aware of the limitations of mortality.</p>
<p><em><strong>The context of love and death fascinated humans for ages, be it literary motifs like “love-death” or an idiom like “the little death” for the sexual climax. What fascinates you in this connection? How do you think do they belong together in the tragic existence of man?</strong></em></p>
<p>When we have an orgasm, it is one of the few times that we lose consciousness, I personally think this is a lovely thing added to the act, a magical experience. I do not think existence is tragic, cause existence is everything, but what is obvious is our mission that is not to be happy from immediate pleasures. If we think just in the moment, we will die very often, after every orgasm as you mention for example. Although we know that death will come, I think we should set aside this thought of our vital project.</p>
<p><em><strong>A song like “El Opio de tu Belleza” sounds quite uplifting in my ears, yet I’m sure the lyrics are rather sincere. How would you describe the “opiate” element in beauty itself?</strong></em></p>
<p>I will try to translate a part the song to you:</p>
<p>The opium of your beauty filled the fog of the streets of reason.<br />
I abandom my nature by a smile that you sell to the heart.<br />
I trade with my life for a night without thorns.<br />
Death follows me closely with curiosity, and her daughter, the truth, pulls her sleeve.<br />
On the ground walks pleasure, the floor is what the wind came to sweep …</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/10609455_709436972465949_2279979132994759572_n-198x3001.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-11894" title="10609455_709436972465949_2279979132994759572_n-198x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/10609455_709436972465949_2279979132994759572_n-198x3001.jpg" alt="" width="198" height="300" /></a>Which symbolic or geographic east is it that you evoke in “Por el Este”?</strong></em></p>
<p>My wife is Ukrainian, and as we spoke to each other from the distance, each of us in our own country, of course we tried the conflict with Russia. To me it was sad that the eastern wind just brought fire this time. This inspired the song.</p>
<p><em><strong>The album has a strong focus on acoustic guitars compared to most of your previous works. Is this a direction where you will go more often in the future?</strong></em></p>
<p>I have no idea about my future and the future of Ô Paradis. Usually, whenever I record an album, there is a predominant instrument or a specific will. Change motivates me a lot, maybe that’s why the band has far fewer followers now, I think people need to know where things will go, so they can label them.</p>
<p><em><strong>Still, sampled and treated sounds are sort of a trademark of Ô Paradis. Where do you normally find your sounds and in which way do you (technically) work with them? Are you more an improvisor or a composer?</strong></em></p>
<p>With the sounds I play like a kid, and I’ve taken noises at the most unlikely places. The composition is a more laborious task, not always great fun, because it imposes to make sense to the game, but its necessary if you want to feel more satisfied when the work is finished. Between comfortable and hard I choose both, to enjoy when working, but also to hear the final result and give it almost over. I guess at first were more improvisational and now we&#8217;re more compositional. It is difficult to find the balance between cool and sophisticated, between emotional and content.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/llega1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11895" title="llega" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/llega1.jpg" alt="" width="785" height="478" /></a></p>
<p><em><strong>In contrast to many other “experimental” musicians your sound collages are never difficult to listen too, but integrated in often poplike song structures. Sometimes the various sound material is almost hidden beneath the beauty of the music. What is the appeal for you to create lovely melodies and harmonies not only by keyboard or the usual rock instruments?</strong></em></p>
<p>You can say I try to create a good composition without using conventional means. It’s easy to get lost in the production and create a good atmosphere, which is completely legitimate, but I&#8217;m more focused on what&#8217;s behind or in front it, and this might be a pop or folk song.</p>
<p><em><strong>Is it ok for you if one attests your music an “alchemical” quality for this?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/11403386_858044630938515_638481905278679115_n-300x2251.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-11896" title="11403386_858044630938515_638481905278679115_n-300x225" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/11403386_858044630938515_638481905278679115_n-300x2251.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>I do not think my music has that transformative quality, but this depends on the listener. If someone records a song, and it touches the strings of the soul of another person, then it can perhaps stir the sensitivity of the person and open new ways for him or her to perceive. In any case, a real transformation should be for the rest of a life, but if lasts as long as a song, it is also nice.</p>
<p><em><strong>How big is the local or regional aspect in your music? I ask this because German listeners often call you the Iberian, Spanish, Catalan musician…</strong></em></p>
<p>I do not identify with the people around me. Neither the Spanish nor the Catalans, nor with Europeans. Of course culturally, and more specifically in music, I have roots in Spanish pop, English folk, German and Japanese electronics, African rhythms, rock and American country, South American melancholy, the landscapes of Catalonia … in short, I think I drink from any source, but I try to do it in hours when no one else is doing it.</p>
<p><em><strong>Seems you like collaborations a lot, and when I quote Escama Serrada, Thomas Nöla, Nový Svět or Val Denham, they are just a small number of musicians you have worked with over the years. What makes a collaboration a good one, and is there on project or album that you regard a a special milestone?</strong></em></p>
<p>To collaborate is beautiful, to tell the truth. In my case, almost any the experiences I’ve had in recording with others have enriched me enormously. The most intense collaboration was with Nový Svět, because I feel a special connection with J. I Also enjoyed working with Val Denham, with whom I recorded a great album, as I think. To work with Escama Serrada I also consider as the result of a great friendship, and Thomas Nöla is a person I admire unconditionally.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/naiemento1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11897" title="naiemento" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/naiemento1.jpg" alt="" width="803" height="483" /></a></p>
<p><em><strong>I’m sure you are working on new stuff again. What’s on your plan for the next months?</strong></em></p>
<p>I would like to take a break from Ô Paradis. My life has undergone many changes since the last recording, as if someone had moved a Christmas ball, those that have a snowy landscape. I’ll let the false snow rest again over the plastic figurines and see how the scene will look like. While this happens, I would like to release an album with the forty best songs from Ô Paradis, in my criteria, and launch a compilation dedicated to the people who were there.</p>
<p><em><strong>Thank you very much for the interview!</strong></em></p>
<p>Thanks to you my friend!</p>
<p><strong><a href="http://oparadis.es">Website of Ô Paradis<br />
</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://www.facebook.com/oparadis.official/">Ô Paradis @ Facebook</a></strong></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/_1nxl-f_9ec" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/Yl8xgB95G80" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/mTi9HKlCYTY" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>ANDREW LILES: Animal Magick</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/02/13/andrew-liles-animal-magick/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2016 09:16:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Andrew Liles]]></category>
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		<category><![CDATA[Nurse With Wound]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach den rund zwanzig Jahren, die Andrew Liles nun die Welt mit musikalischen und visuellen Monstrositäten bereichert, kann man durchaus ein Resümee zu der Richtung wagen, die sein bisheriges Werk genommen hat. Liles ist über die Jahre bunter, schriller und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/02/13/andrew-liles-animal-magick/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/02/ANIMALLILES.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11599" title="ANIMALLILES" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/02/ANIMALLILES-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Nach den rund zwanzig Jahren, die Andrew Liles nun die Welt mit musikalischen und visuellen Monstrositäten bereichert, kann man durchaus ein Resümee zu der Richtung wagen, die sein bisheriges Werk genommen hat. Liles ist über die Jahre bunter, schriller und extrovertierter geworden, der Spaß an immer wieder neuen Facetten des Bizarren ist offensichtlicher, und nichts ist ihm heute fremder als das bisweilen trockene und vornehme Image der allgemein als experimentell bezeichneten Musik.<span id="more-11598"></span></p>
<p>Besonders seit der Monster-Reihe, bei der er Elemente des Surrealen mit Comic Art zu einem ganz eigenen audiovisuellen Kosmos zusammenführt, ist Liles regelrecht aufgeblüht. In einem kleinen <a href="http://www.andrewliles.com/10-questions/david-tibet/">Interview, das er selbst mit Freund und Kollege David Tibet führte</a>, sagte dieser, sein größtes Ziel sei die totale Zerstörung des Andrew Liles &#8211; ein schwieriges Unterfangen gewiss, erscheint dieser doch längst wie eine Hydra, die ständig neue seltsame Häupter sprießen lässt.</p>
<p>Wenn das Wort auch nicht ausdrücklich fällt, steht „Animal Magick&#8221; dieser Reihe zumindest nah, und schon die Covergestaltung, die viktorianische Tierbuchillustrationen, pseudookkulten Mumbojumbo und Liles&#8217;sche Eigenkreationen zusammenführt, lässt daran keinen Zweifel. Dem entspricht dann auch die Musik, bei der Hexenmeister Liles &#8211; auf der Basis alter Trickfilmsamples, gekonnt kollagierter Klassik-, Cabaret- und Tangosamples und natürlich exquisitem Gegrunze, Gebelle und Gequake aller Art &#8211; demonstriert, dass ihm keine Idee zu flach zum Vergolden ist:</p>
<p>Skurrile Walzer spielen auf zum Totentanz der knarrenden Affenskelette, flankiert, natürlich, vom hämischen Kichern unserer nächsten Verwandten, über die man nicht zu laut lachen sollte, denn sie sind in allen möglichen und unmöglichen magischen Praktiken geschult. Auf die Elefantiasis einer behäbigen Big Band, an der auch Baby Dee ihren Spaß hätte, folgt ein Köter, der (nicht ganz ohne Hilfe von Liles&#8217; elektroakustischer Trickkiste) „Freude, schöner Götterfunken&#8221; gauzt, und wenn eine Schweinerotte einem Bariton die Schau stiehlt, denkt mancher vielleicht an Thomas Bernhards unseligen Theatermacher, dem die Schweine eines neben dem Dorftheater gelegenen Stalles sein geliebtes Stück &#8220;Das Rad der Geschichte&#8221; zergrunzt haben.</p>
<p>„All pigs must die!&#8221; würden da manch wild gewordene Carnivoren brüllen, aber keine Chance! Diese Schweine sind die Macht, und im Laufe der CD wird immer deutlicher, dass das hier vorgeführte Bestiarium längst kein Zoo mehr ist, sondern die Schaltzentrale der Welt, und niemand kann behaupten, dass Liles uns mit dieser Feier eines animalisch-apokalyptischen Furors nicht gewarnt hätte. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.touretterecords.com/">Tourette</a></strong></p>
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		<title>NOVÝ SVĚT / GERMAN ARMY: Split 7&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2016 07:22:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[German Army]]></category>
		<category><![CDATA[Nový Svet]]></category>
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		<description><![CDATA[Von dieser im vergangenen Herbst erschienenen Split 7&#8221; sind wahrscheinlich nur noch wenige Exemplare zu ergattern, aber da mich das gute Stück nun nach einer postalischen Irrfahrt doch noch erreicht hat, soll es den Lesern unserer Seite, die sicher zum &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/02/06/novy-svet-german-army-split-7/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/02/novysvetgermanarmy.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11594" title="novysvetgermanarmy" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/02/novysvetgermanarmy-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Von dieser im vergangenen Herbst erschienenen Split 7&#8221; sind wahrscheinlich nur noch wenige Exemplare zu ergattern, aber da mich das gute Stück nun nach einer postalischen Irrfahrt doch noch erreicht hat, soll es den Lesern unserer Seite, die sicher zum Großteil mit dem undefinierbaren Kosmos Nový Světs und der von Noise und Exotica angereicherten Elektronik German Armys vertraut sind, nicht vorenthalten werden. <span id="more-11593"></span></p>
<p>Auch wenn Nový Svět in den Jahren seit dem zaghaften Comeback eher zurückgezogen agieren, hat das Interesse an Split-Releases kaum nachgelassen, und nach Susa24 und Spettro Family ist mit den ungemein emsigen German Army erneut ein jüngeres Projekt mit an Bord, dessen Zuhause recht weit von der Community entfernt ist, in der die Musik der Wiener anfangs rezipiert wurde. Doch da Nový Svět ohnehin immer viel zu wechselhaft und unberechenbar waren, um irgendwo hinzu gehören, passt es mit GA ganz gut, zumal denen aufgrund der <a href="http://africanpaper.com/tag/german-army/">skurrilen und aus zahlreichen Anspielungen bestehenden Narrative ihrer Alben</a> eine ähnlich ungreifbare Aura anhaftet.</p>
<p>Es ist fast bedauerlich, dass die Nový Svět vorbehaltene Seite nur ein Stück enthält, denn „Oneofakind“ zählt zusammen mit <a href="https://soundcloud.com/57005_trill-dub-drag-scru">den jüngsten Veröffentlichungen auf Soundcloud</a> zu den Glanzlichtern der letzten Jahre. Zu einem wundgeschliffenen Pianoloop und einem leicht hinkenden und deshalb um so groovigeren Beat lässt Jürgen Weber, einmal mehr in englischen Lyrics, eine slice of life-artige Geschichte von Abhängigkeit und von der Einsamkeit des Zurückgelassenen nach dem Tod des einzigen Seelengefährten aufblitzen. Originell und zugleich verstörend ist dabei, dass dieses Szenario nicht vom Blickwinkel des Trauernden, sondern des Sterbenden aus entworfen wird, und die refrainartig wiederholte Zeile „If I die, I die“ wirkt in ihrer lakonischen Trockenheit noch lange nach, weiß zu verstören auf eine Art, wie es die Songs von Michael Gira vermögen, und übertönt sogar die Effekte der rückwärts abgespielten Gesangspassagen am Ende des Stückes.</p>
<p>Desolat und von gleichsam ungekünstelter Einfachheit, am Ende aber doch nicht ganz ohne eine gewisse heimelige Nostalgie &#8211; vielleicht sind es diese Attribute, die die Beiträge beider Projekte am ehesten verbinden, und die so kongenial vom Artwork zusammengehalten werden. Darüber hinaus geht German Army in eine gänzlich andere Richtung. Rasseln und handdrums, die leicht an das exotische feeling älterer Veröffentlichungen anknüpfen, gehen schnell über in den verwehten Sound analoger Elektronik, die v.a. im zweiten Stück über Melodie und Dynamik etwas beinahe Monumentales bekommt. Die schaurig schummerigen Vocals, die im dritten Stück als ein heruntergepitchtes Grummeln wiederkehren, welches wiederum auch eine kurze Entsprechung auf der Nový Svět-Seite hat, sind kaum zu verstehen, aber Titel wie „Bondage Commune“ und „Crooning Ignorance“ lassen Abseitiges vermuten.</p>
<p>Tolle, wenngleich dem Medium entsprechend sehr kurze Veröffentlichung, die im jeweils unfangreichen Werk beider Projekte ein besonderes Mosaiksteinchen darstellt. Bei der VÖ-Frequenz German Armys muss man wohl nicht lange auf ein neues Lebenszeichen warten, und bei Nový Svět, die vor kurzem<a href="http://www.discogs.com/Nov%C3%BD-Sv%C4%9Bt-Mono/release/7682874"> ein Tape-Album</a> herausgebracht haben, stehen die Zeichen derzeit auch wieder ganz gut. Recht bald wohl gibt es sogar wieder Neues auf Nekofutschata. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.touretterecords.com">Tourette</a></strong></p>
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		<title>TWILIGHT CIRCUS MEETS EDWARD KA-SPEL: 800 Saints In A Day</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Sep 2015 05:12:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Ryan Moore vom Twilight Circus Dub Sound System mit Edward Ka-Spel ins Studio geht, dann ist dies die Wiederaufnahme einer alten Verbindung, denn Moore spielte bekanntlich fast zwei jahrzehntelang Schlagzeug und Bass bei den Legendary Pink Dots. Mit etwas &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/09/26/twilight-circus-meets-edward-ka-spel-800-saints-in-a-day/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/twilightkaspelsaints.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10582" title="twilightkaspelsaints" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/twilightkaspelsaints-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn Ryan Moore vom Twilight Circus Dub Sound System mit Edward Ka-Spel ins Studio geht, dann ist dies die Wiederaufnahme einer alten Verbindung, denn Moore spielte bekanntlich fast zwei jahrzehntelang Schlagzeug und Bass bei den Legendary Pink Dots. Mit etwas Fantasie also ist ein Album wie &#8220;800 Saints A Day&#8221; auch ein Beispiel dafür, wie die Pink Dots heute klingen könnten, wenn Moore nach seiner Hinwendung zum Dub in der Band geblieben und seine Einflüsse eingebracht hätte.<span id="more-10581"></span></p>
<p>Es kam bekanntlich anders und Moore ging ab Mitte der 90er seinen ganz eigenen Weg und fand seine eigene Handschrift als Dub-Producer, ohne seine Wurzeln als Kind der Punk&#8217;n'Wave-Generation je leugnen zu müssen. Auch &#8220;800 Saints In A Day&#8221; ist letztlich ein lupenreines Twilight Circus-Album geworden, auf dem Ka-Spel mehr eine &#8211; wenn auch wichtige &#8211; Gastrolle spielt.</p>
<p>Mit der Midtempo-Nummer &#8220;Lunar Moth&#8221; beginnt das Album gleich hitverdächtig, auch wenn die Reise sich irgendwann in der Erdatmosphäre in verspieltem Computernosie verliert. &#8220;Next stop&#8217;s the moon&#8221;, hallt es aus den Boxen, Ka-Spel scheint in seinem Element zu sein, und wer den Psychedeliker in den letzten Jahren eher als verträumten Zeitgenossen erlebt hat, mag sich über den fast schon aggressiv eindringlichen Stimmbeitrag wundern. So szenisch die (in der Mehrheit instrumentalen) Stücke auch angelegt sind, so ist doch ein eher warmer und für Dub fast ungewohnt dichter Sound verbindend, Stimmen und andere Samples wirbeln durcheinander, Bongos, die von Ethnoskitsch zu Polyrhythmen switchen, sorgen für Exotik.</p>
<p>Der Übergang zwischen dem chaotischen &#8220;Germ Patrol&#8221; zum klanglich hervorragend gestalteten &#8220;Church of Cheese &#8217;75&#8243; könnte nicht kontrastreicher kaum sein, letzteres bildet dann auch den Höhepunkt des Albums: Filmreife Synthieflächen sorgen für 60s/70s-Kolorit, sehr plastisch gestaltete Synthiebeats geben dem Song eine ganz eigene Markanz.</p>
<p>Als die Aufnahmen nach mermaligem Hin- und Herschicken zwischen Nijmwegen und London fertig waren, sprach Papst Franziskus gerade 800 Personen der Kirchengeschichte während einer einzigen Messe heilig. So hatte das Album dann auch seinen Titel. (A.Kaudaht)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.touretterecords.com">Tourette</a></strong></p>
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		<title>JOHN DUNCAN / MASAMI AKITA: The Black Album</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Aug 2015 04:39:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[John Duncan]]></category>
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		<category><![CDATA[Merzbow]]></category>
		<category><![CDATA[Tourette Records]]></category>

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		<description><![CDATA[John Duncan, der früher für seine spektakulären Performances berüchtigt war und heute mit eklatant kurzen Konzerten mehr und mehr seine Fans vergrault, umreißt den Grundcharakter seiner Kollaboration mit Masami Akita als etwas, das man tatsächlich von den wenigen kursierenden Merzbow-Interviews &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/08/15/john-duncan-masami-akita-the-black-album/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/duncanakitablackalbum.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10627" title="duncanakitablackalbum" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/duncanakitablackalbum-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>John Duncan, der früher für seine spektakulären Performances berüchtigt war und heute mit eklatant kurzen Konzerten mehr und mehr seine Fans vergrault, umreißt den Grundcharakter seiner Kollaboration mit Masami Akita als etwas, das man tatsächlich von den wenigen kursierenden Merzbow-Interviews her kennt: “Masami’s and my conversations look like heroin addicts talking: A phrase. A five minute silence. Another phrase. A five minute silence. A question.“ u.s.w. „The Black Album shows what’s going on in our heads.” Es war wohl eine für Soundart-Kollaborationen nicht untypische<span id="more-10626"></span> Mailart-Geschichte, die bei den beiden immer mal ins Stocken geriet.</p>
<p>Das Basismaterial der drei Stücke stammt wohl durchweg von Duncan, der im vorigen Jahr zahlreiche Aufnahmen im nuklearen Forschungslabor im italienischen Gran Sasso gemacht hatte. Man könnte spitzfindig sein und die Langsamkeit, mit der sich die gegenseitige Bearbeitung und die Korrespondenz zwischen Japan und Duncans Wahlheimat Italien in dem Track, der die komplette erste Seite ausfüllt, gespiegelt sehen, denn das Stück braucht eine ganze Zeit, um sich von seiner eigenen Statik zu lösen. Die ersten Minuten sind geprägt von digitalem Glitch-Gefrickel, bei dem sich nur im Kleinen etwas tut, wenn leichte Perkussionsansätze, sinusartige Geräusche und schrille Hochfrequenzen kurz an der Oberfläche erscheinen, um in Sekundenschnelle wieder abzutauchen. Doch selbst wenn sich nach einiger Zeit technoide Rhythmen andeuten, ist von Dynamik und klanglicher Entgrenzung keine Spur auszumachen. Erst gegen Ende bricht für kurze Zeit das entlastende Chaos in das ansonsten recht ohrenfreundlich gestaltete Stück ein. Dass die beiden ihr Gespür für Klangdesign auch kurzweilig einbringen können, beweisen sie v.a. auf dem ersten Track der zweiten Seite, denn der bietet geschliffenen digitalen Harsh Noise mit allem, was dazu gehört: Rauschen, Prasseln und ein kontinuierlicher Fluss, der sich auch durch vorübergehende Tempowechsel und hektische Brüche nicht aus der Richtung bringen lässt. Nach diesem kurzen, aber intensiven Sturm bildet das ambiente Drone gegen Ende einen geerdeten Gegenpart.</p>
<p>Die Zusammenarbeit erschien auf grasgrünem Vinyl in einem im Schrotsalvenstil ganz individuell traktierten schwarzen Cover. (A. Kaudaht)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.touretterecords.com">Tourette</a></strong></p>
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		<title>GX JUPITTER-LARSEN / THE NEW BLOCKADERS: Live At The Schimpfluch Carnival</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Aug 2015 05:31:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als die 1987 in Zürich gegründete Gruppe Schimpfluch nach 25 Jahren im Bristoler Arnolfini-Zentrum ihre große Restrospektive feierte, nahmen an den zahlreichen Performances und Workshops nicht nur langjährige Mitglieder des Kollektivs (Runzelstirn &#38; Gurgelstøck, Sudden Infant, G*Park, Dave Phillips) teil. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/08/01/gx-jupitter-larsen-the-new-blockaders-live-at-the-schimpfluch-carnival/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/gxjupitterlarsenthenewblockaderssmegma.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10647" title="gxjupitterlarsenthenewblockaderssmegma" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/gxjupitterlarsenthenewblockaderssmegma-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als die 1987 in Zürich gegründete Gruppe Schimpfluch nach 25 Jahren im Bristoler Arnolfini-Zentrum ihre große Restrospektive feierte, nahmen an den zahlreichen Performances und Workshops nicht nur langjährige Mitglieder des Kollektivs (Runzelstirn &amp; Gurgelstøck, Sudden Infant, G*Park, Dave Phillips) teil. Auch eine große Zahl an Künstlern, die im Laufe der Jahre mit der Gruppe oder einzelnen Mitgliedern kooperiert hatten, beteiligten sich an dem mehrtägigen Festival. Die Liste dieser Kollaborateure ist lang, und neben Vagina Dentata Organ, Junko von Hijokaidan und Rashad Becker<span id="more-10646"></span> (um nur ein paar der Bekanntesten zu nennen), kam es auch zu einem gemeinsamen Auftritt von GX Jupitter-Larsen (The Haters) und den New Blockaders.</p>
<p>Obwohl der Riese aus Hollywood und die mittlerweile zu dritt auftretenden Blockaders erst in jüngeren Jahren ein paar gemeinsame Arbeiten zu verbuchen haben, wirken sie auf dem Konzertmitschnitt wie eine eingespielte Combo, die Rollen in dem rund siebzehnminütigen Jam scheinen klar verteilt.</p>
<p>In Anzügen und Sturmhauben bearbeiteten die Blockaders mehr oder weniger alles, was auf ihren Pulten Platz fand und sich mit Kontaktmikros verkabeln ließ, und auch wenn die die berüchtigten Destruktionsrituale, denen die Rupenus-Brüder einen Großteil ihres Rufs verdankten, eher der Vergangenheit angehören, war die Darbietung keineswegs ereignisarm. Seinem Namen entsprechend thronte Gottvater Jupitter auf der Empore und kümmerte sich (einäugig wie sein germanisches Pendant) um die kreischenden Feedback-Distortions, wenn er nicht gerade das Geländer mit weiteren Klangerzeugern traktierte. Konsequent eine Einheit bildend zogen die vier Teilnehmer alle Register des Rauschens, Brummens und Detonierens; Marmor, Stein und Eisen bricht, eine Splittlawine prasselt auf den Rezipienten nieder, und an keiner Stelle der siebzehn Minuten Entgrenzung vermisst man eine klar erkennbare Richtung im Sinne einer Spannungskurve.</p>
<p>Der Track auf Seite 2 ist als Bonus zu betrachten, denn auf &#8220;These Things Happen&#8221;, das mit Trillepfeiffen, Bläsereinsatz und gröhlenden Zuschauern eine organischere Form des Noise darbietet, gesellt sich Ace Farren Ford von Smegma dazu. Die ersten 50 Exemplare inklusive Bonus Split 7&#8221; sind restlos vergriffen, von den restlichen 250 Scheiben sollten noch einige zu bekommen sein. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.touretterecords.com">Tourette</a></strong></p>
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		<title>DOC WÖR MIRRAN feat. CONRAD SCHNITZLER: Rojo</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/07/25/doc-wor-mirran-feat-conrad-schnitzler-rojo/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jul 2015 06:47:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein eigenwilliges Kollektiv, das sich seit Jahrzehnten um einen nimmermüden Bandleader schart und dadaistische Soundkollagen irgendwo zwischen Industrial, freier Improvisation und Musique Concrete mit Art brut-Illustrationen und merkwürdigen Songtiteln kombiniert &#8211; die Rede ist nicht von Nurse With Wound, sondern &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/07/25/doc-wor-mirran-feat-conrad-schnitzler-rojo/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/dwmschnitzlerrojo.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10586" title="dwmschnitzlerrojo" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/dwmschnitzlerrojo-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ein eigenwilliges Kollektiv, das sich seit Jahrzehnten um einen nimmermüden Bandleader schart und dadaistische Soundkollagen irgendwo zwischen Industrial, freier Improvisation und Musique Concrete mit Art brut-Illustrationen und merkwürdigen Songtiteln kombiniert &#8211; die Rede ist nicht von Nurse With Wound, sondern von der deutschen Formation Doc Wör Mirran um den in Fürth lebenden Joseph B. Raimond. In der Vergangenheit beteiligten sich Größen wie Frans de Waard (Kapotte Muziek, Beequeen) und Asmus Tietchens an ihrer Musik, und gerade erscheint eine<span id="more-10585"></span> Reihe an Aufnahmen, an denen der vor drei Jahren verstorbene Conrad Schnitzler (Kluster, Tangerine Dream) mitwirkte.</p>
<p>Ich bin nur auszugsweise mit dem enormen Werk der fränkischen Multimedia-Combo in Berührung gekommen und kann daher Schnitzlers Anteil an der Stilausrichtung von &#8220;Rojo&#8221; kaum beurteilen und versuche daher, mich dem Werk so unbefangen wie einem Debüt zu nähern, wohl wissend, dass es hier um die Arbeit honoriger Menschen geht. Hintergrund der Veröffentlichung ist jedenfalls, dass Raimond und Schnitzler in den Jahren vor dem Tod des älteren Kollegen in einem regen Kontakt waren, Raimond einige Soloalben Schnitzlers auf seinem Label Marginal Talent herausbrachte. Schnitzler ließ ihm auch ein Menge an unfertigem oder zumindest unveröffentlichtem Material zukommen, mit dem die Band nach eigener Vorstellung verfahren sollte. Irgendwann begann die Arbeit daran, und das Resultat ist vielleicht Schnitzlers interessanteste posthume Kollaboration.</p>
<p>Lässt man die ersten beiden der zehn unbetitelten Tracks auf sich wirken, könnte einem &#8220;Rojo&#8221; noch etwas unentschieden erscheinen, denn die Stücke sind in der Machart und Stilausrichtung recht unterschiedlich geraten &#8211; da wäre einmal das warme, nur gelegentlich durfch Hochfrequentes durchbrochene Dröhnen, das den Hörer zum regressiven Schwimmen durch vibrierende ambiente Klangflächen einläd. Was darauf folgt, ist ein nur auf den ersten Blick heillos wirkendes Chaos, dessen raumklangliche Gestaltung sich jedoch schnell offenbaren sollte. Diverse Metallteile wirbeln durcheinander, allerlei Quietschen und scheinbar willkürlich gezupfte Saiten sorgen für zusätzliche Dissonanzen, ein Kind zetert Unverständliches, bis dass ein Sound, der wie die Mischung einer Kuckucksuhr und Bernard Hermans Untermalung der Duschszene in &#8220;Psycho&#8221; klingt, das Chaos beendet.</p>
<p>Mit der Zeit wird immer deutlicher, dass die episodische Abfolge von traumwandlerisch gleitenden Passagen und kakophoner Unruhe ihre eigene Logik aufweise, zumal die beiden Komponenten sich mit der Zeit immer mehr durchdringen. Dabei hält die Musik fast schon ein Übermaß an Assoziationen bereit: Jazz, der sich meist in nur angedeuteten Bass- und Bläsermotiven ausdrückt, orientalisch anmutende Melodien eines Tenorsaxophons, metallische Detonationen und raue Synthies aller Art und nicht zuletzt Reminiszenzen an eine dreißig Jahre Alte elektronische Avantgarde, die zeigt, dass Retromusik auch ohne hippes Posertum funtionieren kann.</p>
<p>&#8220;Rojo&#8221; ist die erste Veröffentlichung aus einer Reihe an Kollaborationen mit Schnitzler und die bislang einzige auf einem physischen Tonträger, weiteres wird in digitaler Form folgen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.touretterecords.com">Tourette</a></strong></p>
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		<title>Ô PARADIS &amp; ESCAMA SERRADA:  La Corte Del Rey Pescador/La Reina Está Mala</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Dec 2013 09:52:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit rund zehn Jahren macht das katalanische Einmannprojekt Ô Paradis nun von sich reden. Stilistisch nur schwer einzuordnen begeistern Demian Recio und seine wechselnden Mitstreiter einen immer noch überschaubaren, dafür aber umso enthusiastischeren Hörerkreis mit ihrer eigenwilligen psychedelischen Popmusik zwischen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/12/23/o-paradis-escama-serrada-la-corte-del-rey-pescadorla-reina-esta-mala/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="LEFT"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/oparadisescamaserrada2cds.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-8022" title="oparadisescamaserrada2cds" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/oparadisescamaserrada2cds.jpg" alt="" width="301" height="150" /></a>Seit rund zehn Jahren macht das katalanische Einmannprojekt Ô Paradis nun von sich reden. Stilistisch nur schwer einzuordnen begeistern Demian Recio und seine wechselnden Mitstreiter einen immer noch überschaubaren, dafür aber umso enthusiastischeren Hörerkreis mit ihrer eigenwilligen psychedelischen Popmusik zwischen Electronica, iberischer Folklore und sorgsam arrangierten Sampling-Montagen. Dabei ist die Musik nicht nur beeindruckend in ihrem Facettenreichtum, sondern auch bewegend schön, was nicht zuletzt auf Demians warmen Baritongesang zurückzuführen ist, der mit einem Gespür für berührende Melodien eine ganze<span id="more-8021"></span> Stimmungspalette zu evozieren vermag: Mal wehmütig und verträumt, mal sinnlich und dekadent, aber auch beschwingt, euphorisch und abenteuerlustig geht es in der Welt dieses Ausnahmeprojektes zu. Veränderungen im Klangbild gab es über die Jahre vor allem im Kleinen. So rückten z.B. die anfangs charakteristischen Orgeln und Pauken mehr und mehr in den Hintergrund und wichen einem leichteren, weniger breiten Sound. Kontrastreiche Brüche gab es allerdings auch, man vergleiche nur die raue Abgründigkeit von „La Boca Del Infierno“ (2005) mit dem vielleicht besten und eingängigsten Album der Band, welches eigentlich gar keines ist, nämlich der zweiten Seite ihrer Raritäten-Sammlung „Las Nubes Que Mueren“ (2006), auf der sich einige der großartigsten Songs der Gruppe finden. Beide erschienen beim italienischen Punch-Label und markierten nach den beiden Zusammenarbeiten mit Nový Svet einen weiteren Höhepunkt in der Bandkarriere.</p>
<p align="LEFT">Nach dieser Phase, der noch das vielleicht ausgereifteste Album „Cuando El Tiempo Sopla“ (2007) zuzurechnen ist, wurde es zunächst etwas ruhiger um die Band – nicht, dass Demian unproduktiv gewesen wäre, nur erfolgte sein Labelwechsel auf die andere Seite des Atlantik fast ein wenig unbemerkt, weshalb das letzten Sommer beim Texanischen Tourette-Label erschienene Album „Pequeñas Canziones De Amor“ hierzulande fast ein bisschen untergegangen ist. Gerade im Vergleich mit „La Boca Del Infierno“ fällt hier der überwiegend melodische Charakter auf, sowie eine klangliche Klarheit, die sich eher auf das Wesen der besagten Compilation zu besinnen scheint. Nur an einer Stelle der „Kleinen Lieder von der Liebe“ bricht die noisige Schroffheit mit überraschender Plötzlichkeit wieder herein und kontrastiert mit der hellen kindlichen Stimme von Rosa Solé (Circe). Auch hier finden sich wieder lupenreine Hits – das im Duett mit der deutschen Sängerin Conny vorgetragene Bob Dylan-Cover „It Aint Me, Babe“ sticht hervor, und vor allem „Mejor Que La Muerte“ vermag ebenso starke Glücksgefühle zu wecken wie seinerzeit „Medio Angel“. Und beim Hören erwische ich mich nicht zum ersten Mal bei der Frage, warum Ô Paradis nicht noch viel berühmter sind, wohl wissend, dass Starruhm vermutlich das Letzte ist, das Demian anstrebt.</p>
<p align="LEFT">Ebenfalls aus dem Hause Tourette erreicht mich dieser Tage ein neues Lebenszeichen der Band sowie das Debüt eines weiteren viel versprechenden Projektes aus der Region um Barcelona. Es handelt sich dabei um zwei Minialben, die sich schon auf den ersten Blick als verschwistert offenbaren. Doch schon nach einem kurzen Höreindruck wird klar, dass man es bei diesen Zwillingen keinesfalls mit eineiigen zu tun hat. Durch ein schlichtes Bändchen zusammen gehalten demonstrieren die beiden Scheiben ihre Zusammengehörigkeit zunächst durch das stilvoll figurative Artwork von Demians Vater <a href="http://www.recio.cat/">Ricard Recio</a>, dessen Motive einigen von zwei späten Nový Svět-Veröffentlichungen her bekannt sein dürften. Im Falle von Ô Paradis’ „La Corte Del Rey Pescador“ betitelter EP zeigt das Cover den Torso einer wächsernen Christusfigur samt Dornenkrone und Wundmalen. Sie liegt scheinbar leblos auf einem bunten Teppich aus zerfließenden psychedelischen Mustern. Neben ihr findet sich ein umgestürztes Weinglas, dessen Inhalt statt zu fließen eher zu entströmen scheint – was nebenbei verdeutlicht, dass das Beinahe-Stilleben die Figur und das Objekt unmittelbar nach dem Augenblick des Fallens zeigt. Der Anblick evoziert somit eine Atmosphäre der Melancholie und der Dramatik und weckt im Zusammenspiel mit dem Titel Vorstellungen einer märchenhaften Erzählung – ein Eindruck der angesichts mancher Songtitel – „La Verdad De Los Peces“ („Die Wahrheit Der Fische“), „El Paradiso Perdido“ („Das Verlorene Paradies“), „El Final De Un Reino“ („Das Ende Eines Königreiches“) – auch für denjenigen bestehen bleibt, der nur Bruchstücke des Katalanischen versteht.</p>
<p align="LEFT">Hat man die Schwelle der sprachlich-optischen Präsentation erst einmal überschritten und taucht in die Musik ein, dann dürfte man angesichts des beschriebenen Ersteindrucks kaum enttäuscht sein, denn die diesmal gut zwanzigminütige Reise durch Demians Klanguniversum erfüllt sehr gut, was der äußere Rahmen verspricht. Dabei werden durchaus vertraute Ô Paradis-Motive verwendet: „El Anhelo“ („Die Sehnsucht“) eröffnet den Reigen mit Vogelgezwitscher und einer kleinen Welt aus gesampleten Piano- und Gesangspassagen aus vergangener Zeit. Ein jazziger Basslauf, der so erdig klingt wie die meisten Ingredienzien von Demians Musik, leitet über in „La Verdad De Los Peces“, den ersten richtigen Song mit Ohrwurmqualitäten. Geprägt ist diese Nummer von einem zunächst gebrochen zuckenden, später etwas geradliniger werdenden Beat, der Assoziationen zu typischen Triphop-Sounds der 90er weckt. In der Vergangenheit führten solche Rhythmen bisweilen schon zu entsprechenden Verlegenheitsrubrizierungen. Das Lied vom Verlorenen Paradis zeigt die Band dann mit E-Piano und Akkordeon von ihrer wehmütigsten Seite, während monotones Glockenläuten und hintergründiges Dröhnen, welches sich wie ein Gemisch aus Motoren und Frauenstimmen anhört, auch hier jeglichem Eindruck des „nur“ Schönen oder gar Süßlichen entgegenwirkt und dem Ganzen einen verzweifelten Beiklang verleiht – der besungene Ort ist eben nicht nur paradiesisch, sondern auch verloren, und spätestens hier verfestigt sich die Vermutung, dass es sich um eine Geschichte vom Untergang handeln muss. „Solo Un Desierto“ („Nur eine Wüste“) führt diese Richtung fort und ist so ein weiterer Song vom Himmel, der auf der Erde entstand, wie Demian das Spannungsverhältnis der Ô Paradis-Stimmung einmal treffend in Worte fasste.</p>
<p align="LEFT">Erst das noisige „El Final De Un Reino“, wohl derjenige Akt, der sich mit der unumkehrbaren Zerstörung befasst, bildet einen musikalischen Bruch und legt den Sampling-Charakter, der Ô Paradis generell auszeichnet, gnadenlos offen. Mit Schleifgeräuschen leitet er über in das treibende „El Trono De La Razon“ („Der Thron Der Vernunft“), welches mit hämischem Gelächter, entmenschlichten Schreien und nonchalanter Gesangslinie zur ironisch-fatalistischen Feier der Entzauberung anstimmt: Ô Paradis von seiner dramatischsten Seite, aber auch von seiner am wenigsten „schöngeistigen“ – am Ende befallen Insektenschwärme einen Kadaver. Die kurze Koda „Mi Dios“ („Mein Gott“) ist fast ein Hidden Track und bringt nach einer kurzen Pause die Geschichte zu einem zwiespältigen Abschluss: Das in dem atonalen Geräuschwall destruierte Eden scheint eben nicht völlig verloren, scheint in einer verschwommenen Erinnerung weiter zu leben. Und doch klingt es, als geben die monotonen Glocken den Klang wundgescheuerter Nervenenden wieder, und Demians manipulierte Stimme mutet hier an wie eine Telefonnachricht aus einer entfernten Welt. „Möge Gott uns auf diesem Irrweg begleiten“, so in etwa lautet das Motto der Aufnahme, wohl bezogen auf ein Leben in einer allzu profanen Realität. Insgesamt ist diese kurze wie intensive Rite de Passage um Begehren, Verlust und Weiterleben sicher eine noch tiefergehende Beschäftigung wert und mag die unterschiedlichsten Reflexionen rechtfertigen – musikalische, theologische, auch psychoanalytische mitunter. Doch unverkopft, wie die Musik ist, möchte ich sie in erster Linie als Erlebnis empfehlen.</p>
<p align="LEFT">Empfehlenswert ist auch der Zwilling dieser kleinen Kostbarkeit. Escama Serrada, auf deutsch so viel wie „Gezahnte Schuppe“, ist das junge Projekt eines gewissen Sergio Méndez, der „La Corte Del Rey Pescador“ mit einigen Samples bereichert hat und dessen wiederum von Demian gemasterte EP „La Reina Está Mala“ („Die Königin Ist Krank“) den zweiten Teil der kleinen Reihe darstellt. Statt von einem Zwilling könnte man auch von einem Wechselbalg sprechen, denn die Geschichte von der kranken Königin gebärdet sich weitaus abstrakter als das Gegenstück und entpuppt sich schon nach wenigen Minuten als ausgesprochen turbulente Sampling-Orgie. Dem Titel und dem Artwork nach scheint es sich zunächst um ein weibliches Pendant zu handeln – letzteres zeigt die (diesmal untere) Körperhälfte einer liegenden Frauengestalt, umgeben von blauem Dunst. Jedoch heißt das nicht, dass sich auf „La Reina Está Mala“ offenkundige Motive finden, die dem Klischee nach dezidiert weiblich konnotiert wären – es sei denn, man ginge so weit, das ständige Im-Fluss-Sein der Struktur, die permanente Veränderung des Klangbildes von einer Metamorphose zur nächsten derart zu deuten.</p>
<p align="LEFT">Doch von vorn: Das erste der sieben unbetitelten Stücke beginnt zunächst recht brav mit einer wohl gesampleten Westcoast-Ballade – allerdings hält die beschauliche Atmosphäre nur einen kurzen Moment an und die vertraut anmutende Musik wird alsbald von einem metallischen Loop und einer martialischen Snaredrum übertönt. Unweigerlich denke ich dabei an eine Stelle in Current 93s „Dawn“, auf der Barry McGuire die Mamas And The Papas mit einer Schleifmaschine ermordet. Doch der rastlose Méndez verweilt auch hier nur kurz und weiter geht die ereignisreiche Fahrt durch zusammengewürfelte Klangfragmente unterschiedlichen Ursprungs: Ausschnitte aus Radio und Fernsehen, vielleicht einer Werbesendung entnommen, der Schall von Hörnern, enervierendes Pfeifen und ebenso anstrengendes Säuglingsgeschrei. Dazu Tierstimmen, verzerrte Sprachsamples, Gluckern, Dröhnen und Rauschen in unterschiedlicher Lautstärke und Intensität. Mahlend, stampfend, pochend ist diesen Klängen primär der dissonante und groteske Charakter gemeinsam. Mit Musique concrète ist das bereits verglichen worden – ein Aspekt, den Escama Serrada genau genommen mit Ô Paradis teilt, wenn auch in äußerst verschiedenen Graden der Offensichtlichkeit und mit komplett anderer ästhetischer Zielsetzung.</p>
<p align="LEFT">Heraus stechen eine kurze tanzbare Synthipopeinlage, die an Gruppen wie Dead Or Alive erinnert, der kurze Auftakt zu einer Rockballade und zwei in Méndez Muttersprache gesungene Passagen, welche die Brücke zu Ô Paradis noch am deutlichsten schlagen, vorausgesetzt sie gleiten nicht mal eben in heißeres Krächzen und Schreien ab. Alles in allem kann man „La Reina Está Mala“ als eine von allerlei plötzlichen Brüchen und Wendungen durchsetzte Irrfahrt betrachten, deren narrativer Verlauf immer wieder an die im Motto Ô Paradis’ anklingende Odyssee erinnert. Mir persönlich hat sie beinahe ein bisschen zu viel von surrealem Tour de Force-Ritt und ich vermute, dass die ganzen Ereignisse auf Albumlänge eine noch subtilere Wirkung entfalten könnten. Vielleicht werden wir genau das ja in näherer Zukunft erfahren, wobei ich mir bei dem Projekt ebenso gut einen komplett andersartigen Nachfolger vorstellen könnte. Wie dem auch sei, ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung, denn aller Reizüberflutung zum Trotz schafft es Méndez, den Spannungsbogen dieser komprimierten Kollage konsequent zu halten und präsentiert so einen gelungenen und kurzweiligen Einstand.</p>
<p align="LEFT"><strong>Label: Tourette</strong></p>
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		<title>ALMAGEST!: Messier Objects</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Oct 2013 00:17:03 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Gruppe Almagest! wurde erst im letzten Jahr gegründet, doch man muss nicht einmal besonders italophil sein, um dem Lineup zu entnehmen, dass es sich um eine Allstar-Combo aus gestandenen Musikern handelt. Im Zentrum des Geschehens steht Sänger und Performer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/10/19/almagest-messiers-objects/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/almagestmessierobjects.jpeg"><img class="alignleft size-full wp-image-7681" title="almagestmessierobjects" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/almagestmessierobjects.jpeg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Gruppe Almagest! wurde erst im letzten Jahr gegründet, doch man muss nicht einmal besonders italophil sein, um dem Lineup zu entnehmen, dass es sich um eine Allstar-Combo aus gestandenen Musikern handelt. Im Zentrum des Geschehens steht Sänger und Performer Ernesto Tomasini, der – vermutlich eher aufgrund als trotz seines Charismas – nie ein Soloalbum herausgebracht hat, sondern die Zusammenarbeit mit ebenso markanten Musikern bevorzugt. Hinlänglich bekannt sind zudem die Turiner Fabrizio Palumbo und Paul Beauchamp, deren Stammbands Larsen und Blind Cave Salamander ebenfalls von dynamischen Konstellationen zehren. Ebenfalls kein unbekannter ist der Mailänder Evor Ameisi, dessen Soloprojekt Northgate<span id="more-7680"></span> nur einen Teil seiner Aktivitäten abdeckt. Alle vier Virtuosen (die noch von zwei Studiomusikern an der Elektronk unterstützt werden) haben bereits zusammen gearbeitet, vor allem die „Canes Venaciti“-Kollaboration zwischen Palumbo und Tomasini kann als Vorläufer von Almagest! betrachtet werden.</p>
<p>Das Albumdebüt „Messier Objects“, benannt nach einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Messier-Katalog">vom Astronomen Charles Messier zusammengestellten Katalog an Himmelskörpern</a>, ist ein merkwürdiger, aber keinesfalls reizloser Hybrid aus poppigen, melodramatischen Songsansätzen und gewagten Klangexperimenten, bei denen Musical-Pathos, dröhnende Klangflächen und deftiger Bluesrock keine Gegensätze darstellen. Dass alle Beteiligten in unterschiedlichen Kontexten aktiv sind, mag seinen Teil zu dem beeindruckenden Stilhybriden beitragen, mehr noch allerdings scheint mir der Spaß am Zerlegen von Songstrukturen der Hauptgrund für das irgendwie dann doch harmonische Durcheinander zu sein. Der Titel des Openers „Dolci Momenti“ ist dabei nicht einmal ironisch zu verstehen, denn trotz des schrägen Bläsereinsatzes ist der Auftakt ein schönes Variete-Stück, der sirenenhafte Gesang zeichnet Tomasini einmal mehr als großartigen Falsettsänger aus. Die Reminiszenzen an Kleinkunst, bei Tomasini ohnehin nichts seltenes, kommen mehrfach zum Zug, vielleicht am Gelungensten im balladesken, ja fast hippiesken „Under Here“, dessen trauriger Text in der ergriffenen Stimmung paradoxerweise etwas Erhebendes bekommt.</p>
<p>Dass es auf „Messier Objects“ u.a. um die Dekonstruktion von Popstrukturen geht, wird am deutlichsten in zwei Coverversionen, die zudem zeigen, dass das Zerlegen und Neu-Zusammensetzen von bekanntem Material zu ganz unterschiedlichen Resultaten führen kann. Die Interpretation von Duran Durans „The Chauffeur“ verleiht dem Song vor allem etwas Überreales. Von der Klangfülle her wirkt der Song gewollt unfertig, und auch kompositorisch meint man Züge eines verfremdend Provisorischen zu erkennen. Wenn sich die klanglichen Leerräume mit Palumbos psychedelischem Orgelspiel und den stets nur ein Stück überdreht wirkenden Falsettpassagen Tomasinis füllen, entsteht der Eindruck, dass durch Reduktion und gleichzeitige Überzeichnung das Wesentliche des Songs herausgekitzelt wird, dass man beim stylishen Original eher zu überhören neigt &#8211; man müste auch ein trauriger Geselle sein, wenn man angesichts des <a href="http://vimeo.com/9976137">Videos</a> dazu über Strukturen nachdenkt. Ein einlullendes Interludium, das nur mit Walzertakt noch beschaulicher ausfallen könnte, leitet sogleich über in den drogengeschwängerten Jefferson Airplane-Hit „White Rabbit“. Ich will hier keine Intention unterstellen, doch meines Erachtens dokumentiert die Version vor allem die bedauerliche Obsoletheit eines einst mutigen (gegen)kulturellen Entdeckergeistes: Der Trip wirkt mittelmäßig, die Phrasen scheinen verbraucht und die Transgression – die die Welt zwar prägte, doch längst nicht in dem Maße, wie sie es sich erträumte – ist zu einer Altherrensache herabgekommen. Dies ist keineswegs als Kritik gemeint, denn gerade auch angesichts <a href="http://www.youtube.com/watch?v=89OT7R3KQoA">eines früheren „Breaking the Law“-Covers</a> halte ich diese Musiker für berufen, sich auf originelle Weise an der klassischen Ära des Rock mit all ihrer Größe und Banalität abzuarbeiten. Ein Bad Trip ganz anderer Art verschafft einem – nomen est omen – „Night Mares“, bei dem Beauchamps singende Säge des schönsten Blues zersägt, bis das ganze zu einem geschwätzigen Hörspiel verkommt, aus dem man mit Händel geweckt wird.</p>
<p>Mir ist nicht bekannt, ob Almagest! weiterhin in Erscheinung treten wird, oder ob es doch bei dem temporären Projekt bleiben wird. Nicht nur aus Geschmacksgründen würde ich mich über eine Fortführung freuen, denn dafür gäbe es durchaus Relevanzkriterien. Das stichhaltigste ist wohl, dass sich alle vier Musiker unverkennbar einbringen, „Messier Objects“ jedoch kaum wie irgendeines ihrer anderen Projekte klingt. Gerade von Tomasini wird gelegentlich behauptet, dass es sich bei der Intensität seines Gesangs fast erübrige, ob ihm Othon Mataragas&#8217; Klavierspiel oder beispielsweise die Soundart Andrew Liles&#8217; zur Seite steht. Bei manchen Stücken mag man das so sehen können, vergleicht man aber das zerfledderte Klangbild Amalgest!s mit der elaborierten Klanggestalt von Othon und Tomasinis „Impermanence“, dann werden die Unterschiede überdeutlich. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://touretterecords.com/">Tourette</a></strong></p>
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