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	<title>African Paper &#187; Tracy Dawn Jeffery</title>
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		<title>ORCHIS: A Dream</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jan 2014 07:13:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/Orchis_A_Dream_Cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8056" title="Orchis_A_Dream_Cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/Orchis_A_Dream_Cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Geschichte des World Serpent-Vertriebes ist eine Geschichte von Licht und Schatten, in deren Verlauf so manche musikalische Wegmarke gesetzt wurde, aber auch eine Reihe an mittelmäßigen Erzeugnissen zu Ruhm gelangten. Im Schatten der großen Namen, mit denen jeder Musikinteressierte heute etwas verbindet, gediehen auch eine Reihe an unscheinbareren Geheimtipps, die musikalisch oft etwas spröder waren und sich schwerer zuordnen ließen. In diese Gruppe gehörte auch die Folkband Orchis, die mit WSD besonders verknüpft war, da Mitinhaber Alan Trench zugleich eine ihrer treibenden Kräfte war.<span id="more-8055"></span></p>
<p>An Orchis&#8217; Folk haben sich schon immer die Geister geschieden, da ihre Spielweise bisweilen improvisiert wirkt und oft ins Disharmonische kippt, was mit dem sehr klaren Gesang Tracy Jefferys, der an Stimmen aus reizvolleren Zeiten erinnert, ein interessantes Spannungsverhältnis erzeugt. Dieses Paradox lässt sich vielleicht am besten als eine Art spröde Geschmeidigkeit beschreiben, die immer stimmig wirkt und schon deshalb einen ebensolchen Reiz hat wie Orchis&#8217; Hang zum Ritual und zu einem paganen Weltverständnis. <a href="http://africanpaper.com/2012/03/03/to-fuck-up-tradition-interview-mit-dem-folkmusiker-und-verleger-alan-trench/">In unserem Interview</a> kann man sich davon überzeugen, dass das wenig mit weltfremder Fantasterei oder dem biederen Gemütskitsch einiger Kollegen zu tun hat. Jeder, der die berühmte <a href="http://www.youtube.com/watch?v=PIBmo0QyWqI">Opferszene in Pasolinis „Medea“</a> neofolkiger findet als Breitband-Fantasy à la Pete Jackson, sollte verstehen, was gemeint ist und Orchis dafür schätzen. Irgendwann nach der Jahrtausendwende wurde es ruhiger um die Band, was aber nicht heißt, dass die Mitglieder unkreativ waren – andere Projekte wie Twelve Thousand Days, Temple Music und zuletzt Howling Larsens beweisen das Gegenteil.</p>
<p>Mit „A Dream“ erscheint dann auch Orchis selbst zurück auf der Bildfläche. Ihre Handschrift ist nach wie vor die gleiche, die ihre Musik schon in den 90ern prägte, und in ihrem Fall ist das durchweg als Kompliment gemeint. Schon der einleitende Track „No Return“, der wie drei weitere Songs bereits auf der vergriffenen Chimaera-EP zu hören war, besitzt diese trügerische Schönheit nahezu aller Orchis-Werke – trügerisch deshalb, weil das erbaulich wirkende ein eher oberflächliches Phänomen ist. Dazu muss man nicht einmal das naturmystische amor fati betrachten, dass in dem mantraartigen Text anklingt, denn schon der rituelle Paukenschlag und das immer stärker anschwellende Dröhnen und Rasseln setzt Gesang und Melodie in einen Kontext, der mit Verklärung und Nostalgie nur ungenügend erfasst wäre.</p>
<p>Viele der folgenden Songs pendeln zwischen diesen Polen, ohne sich je ganz für ein Extrem zu entscheiden. Während das minimal instrumentierte „Grim King of the Ghosts“ mit spielerischem Ernst dem Experiment fröhnt, zeigen Traditionals wie „Kishmul&#8217;s Galley“ und „Fisherman&#8217;s Girl“ die Band von ihrer aufgeweckten, fast poppigen Seite. Dies allerdings ohne völlig auf die spröden Überraschungsmomente zu verzichten, die in bitter-fatalistischen Texten oder im dronigen Klang eines tastenlosen Miniatur-Harmoniums vesteckt sind. Die Ballade „Just As The Tide Was Flowing“, die bei Orchis leicht mediterran klingt, präsentiert ein Frauenbild jenseits idyllischer Weichzeichnung. Auch hier klappert und dröhnt es hinter dem fast etwas zu schönen Glockenspiel, und vielleicht ist es gerade das Unaufgeräumte in allen geheimen Ecken, das den Song als merkwürdigen Grenzgang enden lässt, bei dem die ewige Wiederkehr – „the tide flows in, the tide flows up“ &#8211; nicht mehr nur tragisch, sondern auch etwas wahnsinnig anmutet.</p>
<p>Kein wirkliches Novum, aber eine klare Akzentverschiebung findet sich im verstärkten Interesse an ambientuntermalten Textrezitationen, wofür Alans Duo Howling Larsens sicher ein gutes Experimentierfeld bietet. Neben der hörspielartig umgesetzten Passage aus Robert Herricks „The White Island“ soll vor allem ein Auszug aus der altenglischen Elegie „The Wanderer“ hervorgehoben werden. Hier holten sie sich Unterstützung von einem versierten Kenner der alten Sprache, und ebenso wie bei den ähnlich gearteten „Whaler&#8217;s Lament“ und „Gaia“ offenbart der melierte Dronesound und Tracys Harfenspiel ein Interesse am feinsinnigen Klang, der durchaus in neue Richtungen zu gehen scheint.</p>
<p>Orchis stehen nachwievor für sich selbst, und sind zugleich ein Vorzeigebeispiel dafür, dass zeitgenössische Musik mit Folkwurzeln ihren stereotypen Ruf nicht verdient, wenn man einfach mal abseits ausgetretener Pfade sucht. Ähnliches lässt sich über das vorchristliche Element ihrer Musik sagen, das von einer vitalen, erdigen Natur ist, wie sie nur selten derart ernsthaft umgesetzt wird. &#8220;A Dream&#8221; knüpft an das Niveau von Alben wie &#8220;Mandragora&#8221; und &#8220;A Thousand Winters&#8221; an und ich hoffe sehr, dass das nächste Album keine weiteren fünfzehn Jahre auf sich warten lässt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://infinitefog.ru/en/">Infinite Fog</a></strong></p>
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		<title>ORCHIS: Chimaera</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Apr 2013 06:05:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Orchis ist ein englisches Folktrio um den ex WSD-Mitbegründer Alan Trench und steht nicht nur für glasklaren weiblichen Gesang, sondern auch für ein improvisiertes Saitenspiel, das immer etwas unberechenbar wirkt und manchmal, zusammen mit den Rasseln und Trommeln, auch ordentlich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/04/20/orchis-chimaera-ep/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/orchischimaera.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6701" title="orchischimaera" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/orchischimaera-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Orchis ist ein englisches Folktrio um den ex WSD-Mitbegründer Alan Trench und steht nicht nur für glasklaren weiblichen Gesang, sondern auch für ein improvisiertes Saitenspiel, das immer etwas unberechenbar wirkt und manchmal, zusammen mit den Rasseln und Trommeln, auch ordentlich scheppert und knarzt. Wer erst durch den medialen Folkhype vor rund zehn Jahren sein Interesse an solcher Musik entdeckt hat, ist eventuell noch nicht auf die Gruppe aufmerksam geworden, denn die Zeit ihrer regelmäßigen Aktivitäten lag in den 90ern und wurde durch eine kreative Diaspora abgelöst, in der<span id="more-6700"></span> die Mitglieder sich zahlreichen anderen Projekten widmeten. Nun sind Orchis zurück, und bevor in ein paar Monaten das neue Album „A Dream“ in den Regalen steht, bietet die EP „Chimaera“ einen gelungenen Vorgeschmack. Primär für Konzerte Ende letzten Jahres angefertigt, kann man noch einige Kopien bei der Band bestellen.</p>
<p>Wer Orchis mag, tut dies in der Regel gerade, weil ihr Folk meist etwas sperriger ist. Seltsamerweise freut man sich dann aber umso mehr, wenn die Band hin und wieder zeigt, dass sie auch richtig schöne, fast poppige Folkballaden spielen kann, bei denen nicht nur der Gesang von filigraner Schönheit ist. Gerade „Chimaera“, das jüngst in einer schändlich geringen Auflage erschien, sollte jedem gefallen, der Folk eingängig und urtümlich zugleich mag, und wenn ich an der Stelle die angejazzten Pentangle, die herbe Verhuschtheit Anne Briggs&#8217; oder traditionsbewusste Zeitgenossen wie The Owl Service nenne, dann soll dies kein Vergleich sein, sondern nur vage das Territorium abstecken, in dem auch Orchis zuhause sind. „No Return“ beginnt mit fast etwas braven Zupfakkorden und einem feierlichem Paukenschlag, erst durch die elektrische Gitarre mit dem typischen Orchissound fühlt man sich an frühere Zeiten erinnert. Dass der Song nur oberflächlich zahm ist, wird nicht nur durch allerlei Dröhnen und Rasseln demonstriert, viel mehr noch durch die Doppelbödigkeit des kurzen, von Tracy Jefferys heller Stimme mantraartig wiederholten Textes, dessen pessimistischer Ton mehr und mehr in ein genügsames amor fati übergeht. Verspielt und ernst gleichermaßen evozieren wenige Worte über das Leben und die Zeit eine naturmystisch eingefärbte Stimmung, bei der ich nicht zum ersten mal an das Griechenbild eines schnauzbärtigen Philosophen denken musste. Das mag etwas over the top sein und ist eventuell der Wahlheimat einiger Mitglieder auf der Ägäis-Insel Euböa geschuldet, aber ihre ritualistisch inspirierte Folklore verströmt eine vitale Frische, die so gar nichts gemein hat mit der grauen, tristen Biedermeierlichkeit manch anderer Neofolk-Heiden. Orchis bezeichneten ihre Musik einmal als eiserne Faust im samtenen Handschuh, und nichts könnte dies mehr bestätigen als der liebliche Gesang in „Fisherman&#8217;s Daughter“, einem viktorianischen Ohrwurm über ein gefallenes Mädchen, dessen Text leicht umgeschrieben wurde und nun ohne versöhnliche Schlussgebung auskommen muss.</p>
<p>Trickreich wie ein trojanisches Pferd bildet die reizvolle Lieblichkeit der Songs stets das Einfallstor für einen subtil paganen Blick auf die Wirklichkeit, die fern jeder idyllischen Fantasy ist, aber ebenso fern von jeder resignativen Miesmacherei einen ungekünstelten, bisweilen krassen Fatalismus transportiert. „Just As The Tide Was Flowing“, eine mit mediterranen Klängen versehene englische Volksballade präsentiert ein Frauenbild, dass zu jeder betulichen Vergangenheitsverklärung quer liegen muss. Shirley Collins, die prominenteste der früheren Interpretinnen des Songs, bezeichnete die englische Folktradition einmal als die subtilste und zugleich undramatischste der Welt – auf die ungewöhnliche erotische Ballade jedenfalls trifft das zu. „Lucifer“ gibt der EP dann einen eher hörspielartigen Ausklang. Wenn Alan, der sich stets nur sporadisch zu Wort meldet, eine Passage aus Robert Herricks barockem Gedicht „The White Island“ rezitiert, knüpft dies auch an eine weitere neue Band aus dem Dunstkreis an, nämlich The Howling Larsens.</p>
<p>Auf „Chimaera“ kann man eine Band kennenlernen, die so wenig Kulturindustrie ist, dass sie in der gängigen Folk-Geschichtsschreibung höchstens beiläufig erwähnt wird – zu Unrecht! Die EP ist auf CDr im Vinyl-Look erschienen und über dagbert58@gmail.com erhältlich. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Cryptanthus</strong></p>
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		<title>To Fuck Up Tradition &#8211; Interview mit dem Folkmusiker und Verleger Alan Trench</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Mar 2012 07:28:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alan Trench befasst sich seit etwa zwei Jahrzehnten mit der Vermittlung von Folk in verschiedensten Formen und Ausprägungen – sei es als jemand, der als ein Drittel von World Serpent dazu beigetragen hat, Bands, die ihre ganz eigenen Vorstellungen und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/03/03/to-fuck-up-tradition-interview-mit-dem-folkmusiker-und-verleger-alan-trench/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/interviewalantrench.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-3929" title="interviewalantrench" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/03/interviewalantrench.jpg" alt="" width="153" height="149" /></a>Alan Trench befasst sich seit etwa zwei Jahrzehnten mit der Vermittlung von Folk in verschiedensten Formen und Ausprägungen – sei es als jemand, der als ein Drittel von World Serpent dazu beigetragen hat, Bands, die ihre ganz eigenen Vorstellungen und Interpretationen von Folk hatten, eine Plattform zu bieten, sei es als jemand, der selbst in einer Reihe von Formationen musikalisch aktiv ist. Am bekanntesten dürfte seine Hauptband &#8211; die aus Trench, Amanda Prouten und <strong>Tracy Dawn Jeffery </strong>bestehenden &#8211; Orchis sein. <span id="more-3606"></span>Daneben hat er ein Album unter dem Namen Cunnan eingespielt, das – wie er sagt – „ein Orchis-Album ohne Amada war“. Mit dem ehemaligen Eyeless in Gaza-Sänger Martyn Bates spielt er als 12000 Days und mit Stephen Robinson als Temple Music. Versucht man, so etwas wie einen gemeinsamen Nenner all seiner Projekte zu finden, dann ließe sich sicher das von ihm im folgenden Interview zum Ausdruck gebrauchte Diktum von der Notwendigkeit „to fuck up tradition“ nennen. Seine Musik ist (oft) atonal, psychedelisch und sein Besingen der Alraune lässt nachtschattigere Bilder aufkommen, als das viele oftmals sehr biedere Kollegen vermögen.</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/2012/03/03/to-fuck-up-tradition-interview-with-folk-musician-and-publisher-alan-trench/"><strong>Read the English Version </strong></a></p>
<p><strong>Lass uns mit ein paar allgemeinen Sachen anfangen: Welche Instrumente spielst du, und wie bist du überhaupt zur Musik gekommen? Welche Musik war in der früheren Zeit wichtig für dich?</strong></p>
<p>Gitarre ist mein Hauptinstrument… meine Standardausrüstung… Ich spiele alle Arten von Gitarren &#8211; zwölfsaitig, elektrisch, klassisch, Baß; und andere Saiteninstrumente &#8211; Dulcimer, Balalaika, Mandoline, Ukelele, Banjolele, Bowed Psaltery… Blasinstrumente wie Flageolette und verschiedene ähnliche Arten wie Mosenos, Qena, Chanters, Blockflöte etc., die ich über die Jahre irgendwo aufgetrieben habe… Ich habe um die 50 Stück bei mir herumliegen. Ich spiele auch Synthies &#8211; ziemlich einfache alte Analoggeräte wie die Novation Bass Station, alte Sampler von Yamaha und so weiter. Ich kann Sachen wie Flötenorgel usw. spielen, aber es dauert immer eine Weile, bis ich da reinkomme&#8230; es ist nichts Natürliches für mich. Generell auch Perkussion mit Glocken, Gongs usw., aber da bin ich nicht besser als jeder andere, der noch nie zuvor so etwas in der Hand hatte… Mein erste musikalische Leidenschaft waren Slade, Sweet, überhaupt Glamzeugs &#8211; allerdings nicht Bowie; dann Deep Purple, Black Sabbath und ähnliches; dann kamen Genesis, ELP, Gentle Giant, King Crimson&#8230; Dann kam Punk, ohne dass wir das richtig bemerkten, mit The New York Dolls und The Stooges… dann Ramones, The Cramps… Ich habe mir nie viel aus britischem Punk gemacht, oder aus dem, was man heute so nennt&#8230; Die Pistols und Buzzcocks usw. waren einfach Popbands, aber ich mochte viel von dem etwas durchgeknallteren Zeug wie The Table, Desperate Bicycles, Swell Maps, Television Personalities und so weiter. Ich spielte zu der Zeit bereits in ein paar Bands, von denen ein paar ok waren, aber wir nahmen das alles nicht zu ernst&#8230; Aber es brachte mich dazu, Songs zu schreiben&#8230; einfach nur weil wir nicht gut genug waren, anständige Cover zu spielen. Es dauerte noch eine ganze Zeit, bis ich mir einen Vierspurrekorder zulegte und mehrschichtig arbeiten konnte. Damals wurden die Dinge so langsam interessant. Ich hatte in verschiedenen Studios aufgenommen, aber es war sehr traditionelles Material, punkig, poppig, und die Toningenieure und Produzenten brachten dich früher oder später dazu, zu machen, was sie wollten, anstatt dass sie taten, was du wolltest. Ich denke, mit Steve Stapleton im Studio zu arbeiten war ein wirklicher Wendepunkt… Steve ist, wie er selbst sagt, kein Musiker im engeren Sinne, aber er ist voller Musikalität und weiß genau, was recht ist und was nicht. Ich denke, es war Steve, der mich lehrte, mir selbst zu vertrauen bei der Arbeit mit Klängen&#8230; Und das ist so ziemlich das, was ich seit dem mache, auf die eine oder andere Art.</p>
<p><strong>Du bist über die Jahre in einer Reihe von Bands und Projekten gewesen, am bekannstesten sind sicher Orchis, 12000 Days und Temple Music. Haben sie für dich alle den gleiche Stellenwert, und gibt es sie alle noch immer? Es war ja mal von einem neuen Orchis-Album die Rede..</strong></p>
<p><strong></strong> <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3784" title="orchis2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis2-229x300.jpg" alt="" width="229" height="300" /></a>Nun, sie sind alle unterschiedlich, und so alle auch unterschiedlich wichtig&#8230; Temple Music ist mehr &#8220;mein&#8221; Projekt als die anderen&#8230; Steve und ich sind die einzigen dauerhaften Mitglieder, und wir sind so gut auf das, was wir wollen und mögen eingestimmt, als wären wir eine Person&#8230; Wenn immer ich etwas mache, weiß ich, dass Steve es gut findet und umgekehrt. Temple Music beinhaltet die unterschiedlichsten Aspekte, aber da wir Ideen gerne bis zu ihren Grenzen nachgehen, ist es dann oft sehr umfassend&#8230; Wenn wir also ein Projekt mit Temple Music verfolgen, schließt das oft alles andere aus, und wir machen nichts sonst mehr, bis es fertig ist&#8230; Sicherlich gibt es einzelne Tracks für Compilations, für die wir nicht so lange brauchen, was dann auch mal zwischen anderen Dingen erledigt werden kann, wie zum Beispiel Orchis-Tracks.. Es gab ein Album &#8220;Foxfire and Aconite&#8221; (auf unserer <a href="http://cunnan.bandcamp.com/">Bandcamp-Seite</a> erhältlich), das wir unter dem Namen Cunnan herausgebracht hatten, was aber faktisch ein Orchis-Album bloß ohne Amanda war. Es gab zwei Songs darauf, die ursprünglich für Orchis gedacht waren, vor allem zwei &#8211; &#8220;The Wizard of Carpathia&#8221; und &#8220;Seven Sleepers Seven Sorrows&#8221;, das Tracy sehr gerne mag. Wir haben sie auf dem WGT in Leipzig letztes Jahr gespielt, und es hat wirklich gut gepasst. Wir hatten letztes Jahr in Coventry ein Akustikset gespielt, mit dem wir sehr zufrieden waren; Amanda hat entschieden, dass sie nicht mehr gerne live spielen will, so dass Orchis nun zwei Bands sind, eine Studioband und ein Liveact. Wir hatten noch ein weiteres Orchis-Album geplant und auch ein paar Sachen aufgenommen, aber wir haben uns dann doch entschieden, sie nicht zu verwenden &#8211; manches davon kam auf &#8220;Phoenix Trees&#8221; heraus (erhältlich auf nahezu allen Download-Plattformen, oder direkt von <a href="http://www.dmmg.co.uk/seventh-hell-recordings.php">DMMG</a> ). Manches wird vielleicht noch einmal überarbeitet werden, und der zentrale Teil &#8220;A Dream&#8221; wird als EP auf &#8220;Infinite Fog&#8221; herauskommen (die &#8220;A Thousand Winters&#8221; wiederveröffentlicht haben und auch eine Neuauflage von &#8220;Mandragora&#8221; für dieses Jahr planen). J. Greco wird das für uns remixen.. Es sind fünf Tracks, und er hat den ersten &#8220;Kishmul’s Galley&#8221; bereits fertig&#8230; Orchis ist also sehr aktiv und für mich auch sehr wichtig, und das neue Album (ebenfalls auf Infinite Fog) muss eben so gut werden, wie wir es machen können. Aber da wir immer nur zwischendurch daran arbeiten können, dauert es etwas länger als geplant. Twelve Thousand Days liegt mir sehr am Herzen und Martyn ist ein wirklich enger Freund, und wir haben herausgefunden, dass wir es wirklich nur hinbekommen, wenn wir im gleichen Raum zusammen arbeiten.. Wir haben versucht, separat zu arbeiten, aber das hat nicht funktioniert&#8230; So hängt es also stark von unseren individuellen Zeitplanungen ab. Wir haben letztes Jahr in Coventry gespielt, was großartig war&#8230; Wir hatten vor kurzem zwei exzellente Aufnahmesessions, so dass wir ein neues Album schon als Rohfassung haben, und ich plane, es später im Jahr fertig zu mixen und zu arrangieren.</p>
<p><strong>Du sagtes mal in einem Interview, dass du in der Anfangszeit von Orchis nicht wirklich begeistert warst von vielen Aspekten des Folk, und dass es wichtig sei, &#8220;Tradition zu verhunzen&#8221; <strong>und die Lyrics für die heutige Zeit relevant zu machen. Ich denke, dass dieses Bewusstsein bei vielen Künstlern fehlt, die an eine Folktradition anknüpfen. Wer ist deiner Meinung nach gut darin, Folk relevant, frisch und inspirierend zu machen (neben deinen Projekten, versteht sich <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> )?</strong></strong></p>
<p><strong> </strong> Ich hab zuletzt sehr viel in dem Bereich gearbeitet, und deine Frage beinhaltet sehr viel.. Es scheint so, als ob überall auf der Welt außer in England und Amerika die &#8220;Folk-Tradition&#8221; ein Kontinuum darstellt&#8230; Bands, Musiker &#8211; mainstream oder nicht &#8211; denken nicht viel darüber nach, wie sie ihre Einflüsse verarbeiten &#8211; es ist viel unbewusster&#8230; Sieh dir eine Band wie Korplikaani an, die Finnische Polkamusik als Basis für Metal benutzt, und es ist eine vollkommen natürliche Sache. In England gibt es eine starke Trennung zwischen &#8220;traditioneller&#8221; und &#8220;moderner&#8221; Kultur; Wenn du nicht aktiv dahinter her bist, wirst du nicht viel über traditionelle englische Musik erfahren, und wenn du es versuchst, ist alles vorgeprägt und vorgeschrieben durch Langweiler wie Martin Carthy, Ewan MacColl, Pete Seeger etc; im Wesentlichen ist es so, dass wenn man es nicht so macht, wie Cecil Sharp, Percy Graininger und andere, man es gar nicht machen sollte. Der &#8220;Folk Rock&#8221; im Vereinigten Königreich hat es zumindest versucht, und es gibt viele Bands, die ich richtig gut finde: Mr Fox, Trees, Dulcimer, Pentangle, Kaleidoscope, Steeleye Span, Fairport Convention – die Folksongs für einen Rockkontext adaptiert haben &#8211; aber das hieß, dass die Lieder nur etwas beschleunigt und dass Schlagzeug und elektrische Instrumente hinzugefügt wurden. Es ist etwas ganz anderes als eine sich kontinuierlich entwickelnde Tradition. Das ist also in etwa das, was uns geblieben ist &#8211; entweder die albernen, gestelzten Wiederkäuer &#8220;der Tradition&#8221;, Leute, die &#8220;in der Tradition&#8221; schreiben, oder eher die verlegen &#8220;aufgerockten&#8221; Versionen, die anders &#8220;authentisch&#8221; sind. The Pogues sind ein fantastisches Beispiel dafür, wie es getan werden kann und sollte. Aber sie sind Teil einer kontinuierlichen irischen Tradition. The Men They Couldn&#8217;t Hang haben großartige Sachen gemacht, ich mag auch viel von der Oyster Band; Martyn Bates, Current 93 und Sol Invictus, und in einem wesentlich geringeren Maß Death In June stehen, wie ich finde, in einer genuinen &#8220;Folk Tradition&#8221;… Auch Andrew King, Sedayne, Sproatley Smith, The Hare And The Moon… all diese Leute und viele andere, verhunzen die Sachen auf sehr nette Art &#8211; aber es wäre falsch zu behaupten, dass das irgendwie mehr sei als etwas von einem sehr sehr marginalen Interesse… Ich denke schon, dass viele Leute auf irgend eine Weise etwas beisteuern, aber in England gibt es eine so massive Trennung zwischen der Musik vor 1900 und heute, viel stärker als irgendwo sonst – in Amerika in einem gewissen Maße, obwohl das eine andere Sache ist &#8211; , dass die Relevanz von Folk für meisten Engländer für immer verloren ist.</p>
<p><strong>Seit den frühen Tagen von Orchis verknüpfst du folkinspirierte Musik mit einem Interesse am Spirituellen und Okkulten. Wie hattest du damals bemerkt, wie sehr diese Dinge mit einander zusammen hängen, und was kannst du uns über deine ersten Begegnungen damit erzählen?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3786" title="orchis3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis3-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Wir alle drei waren immer unabhängig von einander an verschiedenen Aspekten des Okkulten und Spirituellen interessiert… Tracy und Amanda in einer sehr viel &#8220;formaleren&#8221; Weise als ich – ich bin kein großer Freund von Organisationen…  Musik, die du machst, sollte und muss deine Interessen und Tätigkeiten reflektieren; und &#8220;Folk&#8221; war ein Teil des Lebens &#8211; Lieder über die Jahreszeiten, für bestimmte Anlässe, für Hoffnung und Trauer, zur Erinnerung, für Hass und für Liebe &#8211; ein integraler Teil von deinem Leben und von allem was du bist. Das erste, woran ich mich speziell erinnere, waren die Bücher von T Lobsang Rampa; ein grandioser Hochstabler, wie sich herausstellte, ich las sie in etwa zu der Zeit, als ich auch &#8220;The Alexandria Quartet&#8221; von Lawrence Durrell las, das mich dazu brachte, eine bestimmte Form des Gnostizismus und alles, was daraus entstanden ist, zu erforschen&#8230; Zu der Zeit stieß ich auch auf Idries Shah, und es schien offenkundig, dass all diese verschiedenen Schulen des Denkens über das Gleiche sprachen. Die Sufis lehren, dass überall, wo ein Bedürfnis ist, auch ein Lehrer auftaucht &#8211; aber wichtig ist, dass die Lehrer und ihre Lehren nur für die Leute aus ihrer Zeit wichtig sind. Fossile Gedanken helfen niemandem, und bewirken einzig die Expansion von Organisationen, die nur wiederum ihre eigene fortgesetzte Expansion fördern. Sklavisch irgend einer Doktrin zu folgen ist witzlos, kontraproduktiv und unter Umständen sogar schädlich. Persönlich habe ich ein gewisses Verständnis erreicht, und jede Musik, die ich mache wird einen Aspekt dieses Verständnisses reflektieren; und so sollte es auch sein.</p>
<p><strong>Es heißt, dass Songs von Orchis in Ritualen verwendet wurden. Was kannst du uns darüber erzählen?</strong></p>
<p>Wie gesagt weisen alle Songs, die wir je mit Orchis augenommen haben, dahin&#8230; Und so wie alle Musik, die ich mache, mein eigenes Verständnis reflektiert, ist bei Musik, die mit anderen aufgenommen wurde, auch deren eigenes Verständnis und ihre Intention enthalten, und wir alle unterstützen diese spezielle Absicht auf unsere eigene Art. Rituale haben die Funktion, zu fokussieren, und jeder hat seine eigene bevorzugte Methode, diejenige, die am besten passt. Unsere rituellen Sessions standen eher unter dem Diktat &#8220;traditioneller&#8221; Erwägungen &#8211; die richtigen Stunden, Tage, Materialien &#8211; für den speziellen Vorsatz. Einige sind für unsere eigenen Absichten entstanden und wurden nicht aufgezeichnet, einige wurden auch aufgenommen. Das erste war &#8220;Waiting For The Moon&#8221; auf &#8220;The Dancing Sun&#8221;, und eines der ‘besten’ war &#8220;Anadiomene&#8221; auf &#8220;Mandragora&#8221;.  Die Sessions, aus denen &#8220;Jennet&#8221; (das war ein Zauber zur Formwandlung, ebenso wie &#8220;The Wizard of Carpathia&#8221;) und &#8220;He Walks In Winter&#8221; hervorgingen, waren besonders bemerkenswert, da wir gerade Sonnenwende bzw. Tagundnachtgleiche hatten. Und &#8220;Blood Of Bone&#8221; war großartig. Es ist aufgenommen worden, um einen &#8220;cone of power&#8221; zu beschwören &#8211; wir haben das auch Allerheiligen 2010 um Mitternacht in den Fell Foot Woods [im Lakedistrict, M.G.] aufgeführt und das war fantastisch.</p>
<p><strong>Da du dich in deinen Werken mit vielen Aspekten des Heidnischen befasst hast, würden wir gerne wissen, wie du über die wichtigsten Entwicklungen zeitgenössischen Heidentums denkst. Wie beurteilst du die Herausforderung, die ein eher globaler Lifestyle (der das Bewusstsein von jedem irgendwie prägen muss, der nicht völlig wie ein Eremit lebt&#8230;) für eine Spiritualität mit eher lokaler Ausrichtung darstellt? Denkst du, dass dies auch Formen neurotischer Abwehrmechanismen in bestimmten Gruppen hervorruft?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic4.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3787" title="templemusic4" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic4-300x222.jpg" alt="" width="300" height="222" /></a>Es ist traurig, aber das meiste davon ist kompletter Blödsinn. Wie du schon sagst, wenn du nicht komplett aus der Welt sein willst, prägen bestimmte Aspekte davon dein Leben; aber das meiste im Heidentum definiert sich anscheinend nur durch das, was es nicht ist, statt zu sagen, was es ist, und den meisten scheint es recht zu sein, irgendeinen heidnischen Aspekt &#8211; womit sie anscheinend alles meinen, was nicht christlich, islamisch oder jüdisch geprägt ist &#8211; oh, außer der Kabbala natürlich &#8211; herauszupicken. Für gewöhnlich die leichtesten Eigenschaften des ganzen, oder die angenehmsten und selbstbezogensten. American Express, Visa, Access etc haben sich sicher einen vielversprechenden Trick durch die Lappen gehen lassen, als sie die Druidenkarte übersehen haben, mit der man Obsidiandolche, Weihrauchessenzen, Opferlämmer und Mistelzweige bestellen kann. Eine der essenziellen Sufi-Lehren sagt, dass man in der Welt, aber nicht VON ihr sein soll, was für meine Begriffe bedeutet, dass du die moderne Welt schon annehmen sollst, aber ohne zuzulassen, dass sie die Essenz deiner Person in Mitleidenschaft zieht; dass du konstant arbeiten sollst, damit sich die Essenz deiner Person entwickelt und du ein Verständnis der Welt und von unserem Platz in ihr bekommst. Wir sind hier für eine kurze Zeit und dann sehr lange tot; es gibt kein Zurück zu irgendeinem vermeintlichen Goldenen Zeitalter – das meistens weit weg von allem Goldenen war für die große Mehrheit aller, die darin lebten; und es scheint mir erwiesen, dass der Kern aller &#8220;religiösen&#8221; Lehren der gleiche ist, lediglich verpackt in Begriffe, die für eine bestimmte Zeit relevant sind. Es ist also verschwendete Zeit, irgendeiner alten Vorschrift für spirituelles Wachstum oder Glück oder wie du es auch nennen willst zu folgen – auch wenn du deinen eigenen Weg erst einmal finden musst, bevor du ihn gehst, wird es dein Weg sein. So gesehen ist es auch absolut berechtigt, die eklektische Methode für diesen Zweck zu nutzen – also die vielleicht am wenigsten genießbaren Aspekte aus verschiedenen Lehren, die nichtsdestotrotz wahr sind, und aus ihnen eine funktionierende Philosophie zu synthetisieren. Ich würde vermuten, dass 90%+ aller heidnischen Adaptionen genau das nicht sind. Persönlich denke ich, dass jeder Ort im Raum seinen eigenen Charakter hat, eine Manifestation des genus loci, der irgendwie mit allen Punkten von Raum und Zeit verknüpft ist… Wir haben also diverse Gott-Aspekte an verschiedenen Orten, und in einigen Fällen wird aus einer persönlichen Offenbarung eine Bewegung. Alle junge Bewegungen verteidigen sehr eifersüchtig ihr Revier und sind daher anfällig für &#8220;neurotische Abwehrmechanismen&#8221;…</p>
<p><strong>In einem früheren Interview hast du gesagt, dass Martyn Bates Orchis zuerst gehasst hat, aber dann dem seltsamen Charme der Musik erlegen ist. Denkst du, dass Orchis eine Musik spielt, die Zeit erfordert? Was sind die extremsten Reaktionen, die ihr jemals bekommen habt?</strong></p>
<p><strong></strong> Musik ist eine persönliche Sache, und was für den einen viel bedeutet, mag für den anderen gar nichts sein; als Hörer begegnest du einem Stück Musik mit all deinem eigenen Wissen und deinen Assoziationen. Es gibt zwei Arten von Musik: &#8220;Kunst&#8221; und &#8220;Unterhaltung&#8221;’ – und je mehr allgemeines Wissen und je mehr gewöhnliche Assoziationen sie transportiert, umso mehr wird sie Unterhaltung und umso weniger ist sie Kunst. Kommunikation ist die Basis der Musik… Als arrivierte klassische Musik befolgt sie spezielle Regeln, die auf einer breiten und über lange Zeit bestehenden Übereinstimmung basieren, um Gefühle, Eindrücke etc. zu kommunizieren. Als Pop/Rock-Musik ist sie komplett Unterhaltung, Showbiz, Musikbiz usw. und hat keinen tatsächlichen Wert neben den Assoziationen, die du ihr als Hörer entgegen bringst. Sie drückt Knöpfe, und du antwortest. Je typischer sie ist, d.h. je weniger sie zu sagen hat, desto erforlgreicher ist sie. Ich finde das übrigens nicht schlimm, ich mag wirklich eine Menge Musik!  – es ist bloß, was es ist. Die Art Musik, die wir machen, oder zu der wir gezählt werden, versucht etwas sehr Persönliches zu vermitteln, mit keinen Assoziationen für die Hörer; oder zumindest mit sehr wenigen. Sie ist erfolgreich, wenn sie uns gelungen erscheint, nicht wenn anderen das &#8220;gefällt&#8221;, und das macht sie zwangsläufig etwas schwieriger…Wir sind nicht absichtlich schwierig und beschränkt, wenn wir etwas aus &#8220;falschen&#8221; Noten machen oder mit kaum verständlichen Texten oder misstönenden Instrumenten arbeiten &#8211; das ist etwas, das wir schließlich leicht ändern könnten, und das würde es für andere gelungener machen&#8230;aber weniger gelungen für uns. Aber das hat seine eigene Logik und wenn man es sich genau anhört, dann wird es das tun, was es machen soll. Westliche Ohren wurden beispielsweise unempfänglich für Vierteltonmusik &#8211; indische, japanische, chinesische, griechische, türkische, arabische &#8211; aus der ganzen restlichen Welt, letzten Endes &#8211; aufgrund der Vorherrschaft klasischer und später populärer Traditionen &#8211; aber es klingt heutzutage nicht mehr derart fremd&#8230; Ich schätze, dass wir die extremsten Rückmeldungen bei Temple Music bekamen &#8211; hauptsächlich, weil wir damit die meisten Konzerte gespielt hatten, und Plattenkritiken sind ja meistens nicht so extrem. Wir hatten ein Konzert, bei der eine Frau schreiend weglief; der Rest der Zuschauer war wie gebannt und die Veranstalter versuchten &#8211; vergeblich &#8211; uns den Strom abzudrehen (dummerweise überließen sie uns den Sound)&#8230; Ein anderes Mal dachte ich, wir werden alle sterben, denn das Publikum war voller Gerüstbauer; die Leute an der Bar insistierten, dass der Strom abgeschaltet wird, wenn sie nicht gehen, aber zum Schluss kamen einige der Gerüstbauer zu uns und sagten, das sei das beste, das sie gesehen hatten seit Tangerine Dream… Es gibt tatsächlich viele solcher TM-Geschichten, auch wenn es in der letzten Zeit etwas ruhiger greworden ist…</p>
<p><strong>Wie hattest du Martyn eigentlich kennen gelernt, und welche Ideen resultierten in der neuen Gruppe 12000 Days?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/twelvethousanddays.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3788" title="twelvethousanddays" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/twelvethousanddays-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>Eyeless in Gaza kontaktierten World Serpent wegen des Vertriebes der &#8220;Streets I Ran&#8221;-EP, und Marty und ich verstanden uns gleich sehr gut. Wie du sagst, hasste Martyn Orchis zuerst (ich hatte ihm ein Exemplar der &#8220;Dancing Sun&#8221; gegeben), aber als er dank des merkwürdigen Charmes dann doch Zugang dazu gefunden hatte, machte er den Vorschlag, bei ein paar Sachen zu singen&#8230; Ich glaube, es war der Song &#8220;Burning Incense&#8221; &#8211; aber das war sicher einer der ersten, die wir aufgenommen hatten &#8211; wie auch immer, er hatte Lust, aber als Tracy und proben hörte, sagte sie, dass das einen komplett eigenen Charakter hätte, und dass wir was von Orchis unabhängiges machen sollten&#8230; So ging es alles auf sie zurück. Martyn und ich waren uns einig, warum ein großer Teil des modernen &#8220;Folk&#8221; beschissen ist, aber er kennt sich da auch viel mehr aus als ich, deshalb ist er auch viel mehr noch daran interessiert, den Kanon neu zu interpretieren&#8230; Aber ansonsten ergänzen wir uns sehr. Mit Twelve Thousand Days versuchen wir, die äußerste Altertümlichkeit des Landes auszudrücken&#8230; Das Herz des Landes&#8230; auf eine sehr englische Art&#8230; Zu unserem eigenen Wohl, wirklich..</p>
<p><strong>Wenn du 12000 Days hörst und deine Herangehesweise mit der von Martyn und Mick Harris in der “Murder Ballads”-Trilogie vergleichst, würdest du sagen, dass es mehr Unterschiede als Ähnlichkeiten gibt, und dass beide Projekte versuch(t)en, ein originelles Idiom für eine alte Form zu finden?</strong></p>
<p>Nun ja, &#8220;Murder Ballads&#8221; hatte eine ganz markante Intention, und mit Mick auch einen ebenso markanten Sound, wohingegen Martyn und ich nie ganz sicher waren, was genau passieren wollte; Was mich aber immer wieder überrascht, ist dass wir bei allem was wir machen doch immer sehr markant klingen&#8230; Doch ja, ich würde schon sagen, dass dem generell so ist&#8230; Wir nehmen uns nicht vor, Folksongs als solche neu zu interpretieren, mehr Folkideen, wohingegen Mick und Martyn die Absicht von Songs bloßlegen&#8230; Ich denke also schon, dass es mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten gibt, aber wir suchen auf jeden Fall nach neuen Wegen, um alte Formen auszudrücken.</p>
<p><strong>Du sagtes einmal, dass es bei 12000 Days feststeht, dass Martyn normalerweise singt. Könntest du dir auch vorstellen, selbst einen Großteil des Gesangs beizusteuern, oder denkst du, es würde sich dann in etwas komplett anderes verwandeln?</strong></p>
<p><strong></strong> <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusicalantrench.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3789" title="templemusicalantrench" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusicalantrench-300x234.jpg" alt="" width="300" height="234" /></a>Ich singe einfach noch nicht gut genug für die 12000 Days-Sachen. &#8220;Meine&#8221; Songs werden anfangs als Demo mit meinem Gesang aufgenommen, aber sie klingen immer ein bisschen schrottig&#8230; Und sobald Martyn erst mal mit Singen angefangen hat, klingen meine Vocals noch schlimmer&#8230; Ich war auf einer kleinen Solotour in Europa unterwegs, letztes Jahr, und da habe ich auch etwas gesungen&#8230; Etwas, das ich extra geschrieben hatte namens &#8220;Drift&#8221; und eine extrem abstrakte und verräumlichte Version von Syd Barretts &#8220;Dominoes&#8221;, beide Stücke waren rund fünfzehn Minuten lang, und ich überlege, ob ich nicht doch ein bisschen mehr singen sollte&#8230; Für Temple Music war ein Song namens &#8220;Children of the Sun&#8221; vorgemerkt, den wir ein paarmal aufgeführt hatten, und der der Titelsong des neuen TM-Albums ist, auf dem nur songorientierte Stücke sein werden. Ich mag es sehr, aber Steve denkt, dass wir so viele talentiertere Sänger kennen und ich doch einfach die Klappe halten soll. &#8220;Children of the Sun&#8221; wird als Vinyl via Anticlock in den USA erscheinen&#8230; Wir haben eine andere Version (eine Kunst-Edition-CDR) auf den Konzerten zusammen mit Language Of Light im Oktober 2011 verkauft, und Anticlock haben vielleicht noch ein paar Kopien; ich denke, sie benutzen die als Promos. Es sind fünf Stücke – &#8220;Mirrors&#8221;, &#8220;Children Of The Sun&#8221;,  &#8220;Ism&#8221;, &#8220;Death Went Fishing&#8221; (welches die freie Übersetzung eines griechischen Rembetika-Stückes ist), &#8220;Momentum&#8221; und &#8220;Warlord of The Royal Crocodiles&#8221;  (ein alter Tyrannosaurus Rex-Song). So sieht es also aus, wenn ich ein paar Songs mehr singe&#8230; die Verwandlung in etwas anderes&#8230; Wir haben auch versucht, ‘No Return’ als ein Twelve Thousand Days-Stück mit Martyn und mir als Sänger einzuspielen, aber ich fand nie, dass es passte, und schließlich haben Orchis es als ersten Track des neuen Albums aufgenommen. <strong></strong></p>
<p><strong>Temple Music erscheint im Aufbau wesentlich abstrakter als die anderen Bands. Wie sehr unterscheidet sich deine Herangehensweise beim Komponieren, Improvisieren und Schreiben der jeweiligen Musik?</strong></p>
<p>Ich schreibe meist alle &#8220;Songs&#8221; oder &#8220;Kompositionen&#8221;, und der Vorgang ist tatsächlich sehr untershiedlich. Die &#8220;Songs&#8221; sind fast immer für 12000 Days, Orchis oder Cunnan (das Cunnan-Album &#8220;Foxfire and Aconite&#8221; und letztlich vierte Orchis-Album, von dem ich sprach), während die &#8220;Kompositionen&#8221; fast immer für Temple Music sind. Bei den Songs habe ich meistens ein bestimmtes Ziel im Hinterkopf und ich beginne mit den Lyrics. .. Sie müssen als erstes vollständig sein. Sprache ist sehr wichtig; und die tatsächliche Bedeutung muss nicht notwendigerweise an der Oberfläche der Worte transportiert werden; und ich habe die Bedeutung gerne erkennbar auf einer Vielzahl an Ebenen. Wenn ich erst mal mit der Musik begonnen habe, wird schnell klar, um was für eine Art Song es sich im großen und ganzen handelt. Da ich die Musik nicht mit einer bestimmten Stimme im Hinterkopf schreibe, funktionieren einige Songs mir bestimmten Stimmen und mit anderen wiederum nicht. Die Songstrukturen bei Orchis stehen unmittelbar fest, und verändern sich meistens nicht mehr sehr, wohingegen Twelve Thousand Days-Songs fließender sind, wo die Struktur bloß eine grob skizzierte Idee ist; Martyn und ich arbeiten stets zusammen daran. Die Grundstruktur gebe ich mit Gitarre oder Dulcimer vor, und oft hängt es von dem benutzten Instrument ab, wie der endgültige Song klingen wird. Temple Music verwendet im großen und ganzen keine Sprache, und versucht, Bedeutung durch Klänge ohne Gesang zu vermittel. Temple Music-Stücke sind sehr auf Zeit und Ort bezogen, und versuchen, die Seele eines Ortes herauf zu beschwören.. So kann ich es am besten ausdrücken. Manchmal ist es ein realer Ort, so wie bei der &#8220;The Green Man&#8221;-Reihe, die wir an dem bestimmten Ort aufgenommen hatten, manchmal, wie in &#8220;Soon You Will All Die&#8230;&#8221; ist es eher ein theoretischer Ort. Wir finden den richtigen musikalischen Modus dieses Ortes, und erarbeiten individuelle Parts, die wir verwenden wollen; und dann zeichnen wir einen narrativen Bogen, dem wir alle folgen. So sind die Stücke aufgebaut, allerdings eher lose, auch wenn die individuellen Parts der losen Struktur stark formalisiert sind.</p>
<p><strong>Kannst du uns etwas über die griechische Musik erzählen, von der Temple Music beeinflusst ist, und welche Aspekte sind in eure eigenen Kompositionen eingeflossen?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3790" title="templemusic3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic3-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Amanda betrieb in London eine okkulte Lesegruppe namens &#8220;Talking Stick&#8221;, woraus Bücher und Magazine dieses Namens hervorgegangen sind, und Tracy schrieb einen Artikel für einen der Bände über altgriechische Tonaten, nachdenen die modernen Tonarten benannt sind &#8211; äolisch, lydisch, dorisch u.s.w. Jede dieser alten Tonarten war auf einen bestimmten Gott oder Gottesaspekt bezogen, und hatte eine Funktion in bestimmten zeremoniellen Praktiken&#8230; Obwohl wir nicht genau wissen, was diese antiken Tonarten waren. Es sind nur ein paar wenige Stücke niedergeschrieben worden, und sie können nur eine relative Vorstellung von den Melodien vermitteln, da wir die tatsächlichen Noten nicht kennen. Die alten Intrumente allerdings können reproduziert werden und sind es auch, so haben wir eine einigermaßen gute Vorstellung von der Musik, die damals gemacht werden konnte. Ich war vor allem an ihrem spezifischen Charakter interessiert – dass bestimmte Modi und Instrumente für bestimmte Dinge benutzt worden sind; aber ich hatte nicht vor zu versuchen, etwas zu reproduzieren, das zwei bis dreitausend Jahre alt ist&#8230; Es ist vor allem dies, mit Temple Music – ganz sicher für Konzerte, und vor allem auch für die Green Man-Reihe – wir versuchen, wenn ihr so wollt, Aspekte eines bestimmten Gottes dieser Zeit und dieses Ortes mit unseren spezifischen Instrumenten und Spielweisen zu evozieren.</p>
<p><strong>Anscheinend mögt ihr es, mit Temple Music die Aspekte des Verfalls und der Unvollkommenheit des Lebens zu erforschen. Das Video zu „Rotting from the inside“ und sein sarkastischer Diskurs über (u.a. Geschlechts-)Krankheiten ist vielleicht eines der driektesten beispiele. Fasziniert dich die Desillusionierung idealistischer Vorstellungen vom Menschen?</strong></p>
<p>Wir schrieben &#8220;Rotting From The Inside&#8221;, nachdem Priapus 23 von Akoustik Timbre Frequency uns gefragte hatte, ob wir einen Track zu &#8220;Dark Ambient, Vol II&#8221; beisteuern wollten. Bei meiner Mutter wurde gerade Krebs im Endstadium diagnostiziert, und ich hatte geplant, etwas über gesellschaftlichen Zerfall zu schreiben&#8230; Nur ein winziges Thema, ich weiß&#8230; Darüber, dass Dinge an der Oberfläche fein wirken, aber in Wirklichkeit sind sie innerlich schon am verfallen. Es scheint mir so, als wollten wir der Realität, so wie sie ist, generell nicht gern ins Auge sehen, oder die Konsequenzen von Handlungen u.s.w. Wir sind lieber Optimisten als Pessimisten. Wir mögen die Realismus und die Wirklichkeit nicht und laufen davor weg. Hehre moralische Ideale, und welcher Sprachrahmen auch zu deren Beschreibung gebraucht wird, halten nur so lange, wie eine bestimmte Person da ist, die sie vertritt und entsprechend handelt. Sobald die Person nicht mehr länger präsent ist, wird die Idee, das Ideal oder was auch immer von Nachfolgern oder Schülern korrumpiert; es ist schlicht die menschliche Natur. Es ist ein politisches und soziales ebenso wie ein religiöses Ding, und rührt essentiell von diesem Unvermögen, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen, wie immer sie auch verkleidet sein mag. Es passt nicht zum status quo, den tatsächlichen Mächten, den Leuten in der Schlatzentrale &#8211; welches paranoide Konstrukt man auch nimmt, um auszudrücken, dass sich Leute/Organisationen anders verhalten.</p>
<p><strong>In eurem Album „Soon you will all die and your lives will have been as nothing“ formen Musik, Worte und Artwork eine rätselhafte Erzählung, und das titelgebende Staement ist äußerst drastisch. Wer sind die abgebildeten Personen auf dem Cover? Sind das deen Statements, und falls ja, was ist ihr Grund, die Lebenden so sehr zu entzaubern?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3791" title="templemusic2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic2-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a>Das schließt tatsächlich prima an die letzte Frage an&#8230; Wir sind wirklich stolz auf &#8220;Soon You Will All Die&#8230;&#8221; und ich denke, es ist ein wirklich erfolgreiches Album, ein exaktes und pointiertes Werk. Es gibt kein großartiges Nachleben im Himmel oder sonstwo; wenn du tot bist bist du tot, und alles, was du getan und erreicht hast in deinem Leben wird mit der Zeit verloren und vergessen sein&#8230; Ob es sich länger oder kürzer hinzeieht, irgendwann ist es so. ich weiß nicht, wer die Person auf dem Cover ist, aber ich weiß, dass sie am Leben war und jetzt tot ist; und dass ich nichts über sie weiß&#8230; Ich fand das Bild in einem Trödelladen, zusammen mit den anderen auf der Rückseite der Hülle&#8230; Ich schaute sie an, und der Titel kam zu mir. Steve und ich entschieden zuerst, dass es ein Stück für eine Single sein sollte, und es sollte die letzte Stunde im Leben von jemandem vergegenwärtigen, und die Person ist die Frau auf dem Cover. Die Stücke oder Songs sind ihre innere Erzählung während ihrer letzten Stunde&#8230; Die Erinnerungen, die weitere Erinnerungen auslösen, bis der letzte Augenblick kommt&#8230; Was sich düster anhört, unangenehm&#8230; Aber ich wollte dem Ganzen auch etwas von einem friedvollen Einvernehmen geben. Ich finde, das letzte Stück ist schon sehr erhebend…</p>
<p><strong>Du verbrachtest oder verbringst viel Zeit an einem Ort in Griechenland, und wenn ich es recht erinnere, wurde dort auch schon was aufgenommen. Wie hattest du diesen Ort entdeckt, und was kannst du uns über seine Stimmungen erzählen?</strong></p>
<p>Ich habe ein Haus im Süden der Insel Euböa, in den Bergen. Es ist ein altes Steinhaus in einem kleinen Dorf, sehr ländlich und etwa eine Stunde Fußweg vom Meer entfernt. Wir werden morgens wach von Klang der Eselhufe von der Straße, und wir haben unsere eigenen Orangen-, Zitronen- und Maulbeerbäume. Ich saß tagelang unter den Bäumen, und schaute den Insekten zu; nachts erstrecken sich die Sterne endlos und Iltisse kämpfen in den Straßen. Es ist der schönste Ort, den ich kenne, aber es ist auch nicht das bekannte Girechenland aus den Reiseführern. Es ist extrem arm, und das Leben der Leute dort ist sehr hart; junge Leute wollen nicht in dem Dorf bleiben und in zermürbender Armut leben &#8211; und wer kann es ihnen verübeln? – und so stirbt diese ganze Lebensweise aus. Ich war fast zwanzig Jahre lang auf der Suche nach einem &#8220;richtigen&#8221; Ort in Griechenland, und ich wollte gerade aufgeben – ich wollte nicht auf einer dieser Touristeninseln sein, oder zu nah bei Athen… obwohl Euböa die drittgrößte griechische Mittelmeerinsel ist, kennen nur wenige Leute sie, und so gibt es dort keinen Tourismus&#8230; Aber es gibt alles dort, was man zum Leben braucht…</p>
<p><strong>In England bist du nach einer langen Zeit in London zurück nach Lincolnshire gezogen. Geschah das aus praktischen Gründen, oder war auch die Atmosphäre beider Orte ein ausschlaggebender Punkt?</strong></p>
<p>Der Hauptgrund war, dass meine Tochter ins schulpflichtige Alter kam und wir nicht wollten, dass sie irgendwo dort, wo wir in London lebten, zur Schule ging&#8230;und London hat sich in der Zeit, in der ich da war, sehr stark verändert. Es hat keinen Spaß mehr gemacht; und ich hatte nie vor so lange zu bleiben, wie ich dann geblieben bin&#8230;Wir haben zuerst etwas in der Nähe von London gesucht und sind dann zu dem Schluss gekommen, dass man verdammt weit weg von London sein muss, um weg von London zu sein. Meine Eltern lebten immer noch in Lincolnshire und wir fuhren häufig hin und insofern haben wir uns gedacht: &#8220;Warum nicht?&#8221; Ich denke, dass die Orte, an denen man aufwächst, immer für einen etwas Besonderes sind. In Lincolnshire gibt es den größten Himmel und es ist voller seltsamer und geheimer Ecken; Sumpfland, Hügellandschaften, uralte Ruinen, prähistorische Gräber, römische Straßen, Seehundkolonien, Gehölze, mehr alte Kirchen als irgendwo sonst in England. Hier geschehen seltsame Dinge. Der heidnische Teil liegt lediglich unter der Oberfläche..</p>
<p><strong>Du hast drei Stücke zu dem “John Barleycorn reborn: rebirth“-Sampler beigetragen. Wie denkst du über deine Rolle dabei, und fidnest du, dass es eine gemeinsame Basis für alle Teilnehmenden gibt?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3792" title="templemusic1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic1-300x219.jpg" alt="" width="300" height="219" /></a>Das Ganze wurde von Mark von Woven Wheat Whispers zusammengetragen, der eine Art Vision eines New Wyrd Folk hatte… aber es war seine Vision, nicht die von sonst irgend jemandem auf der Compilation. Ich fand es interessant, dass die ganze Leute daran interessiert waren &#8211; und sind &#8211; mehr oder weniger die selben Bereiche auf so unterschiedliche Art zu bearbeiten… Aber gerade weil sie alle sehr individuell sind, sind sie froh darüber, einfach selbst an den Sachen weiterzumachen. Ich finde das einfach großartig… Es gibt keine &#8220;Szene&#8221;, und ich denke auch nicht, dass so etwas möglich wäre, denn obwohl es Leute mit den gleichen Interessen zusammenbringt, ist deren Musik ja extrem unterschiedlich. Die gemeinsame Basis wäre sozusagen, dass wir alle ein Haufen halb-besessener Einzelgänger sind, die ihr eigenes Ding machen…</p>
<p><strong>&#8220;The Wicker Man&#8221; ist für viele Künstler sehr wichtig. Ich will jetzt nicht fragen, was du über das Remake mit Nicolas Cage denkst, aber was hälst du davon, dass jetzt eine Art Sequel (&#8220;The Wicker Tree&#8221;) nach vielen Verzögerungen herauskommt?</strong></p>
<p>Haha! Ja, es ist unfassbar schlecht! R Loftiss erzählte mir erst gestern von &#8220;The Wicker Tree&#8221; und sagte, das man sich das schon ansehen kann, aber mehr als das weiß ich auch nicht. Ich denke nicht, dass &#8220;The Wicker Man&#8221; über jede Kritik erhaben ist oder so, und objektiv betrachtet ist es kein derart großartiger Film. Ich werde den neuen Film für sich selbst beurteilen! <strong></strong></p>
<p><strong>Soweit ich weiß, bist du nicht direkt in die Band Hausfrauen Experiment involviert, aber da ich ihre Musik und ihren ironischen Witz sehr schätze, würde ich gerne wissen, wie es mit ihren Plänen weitergeht?</strong></p>
<p>Aha! Tatsächlich sind Steve und ich die Masterminds hinter den Hausfrauen; er ist Mr. Muscle und ich bin Mr. Sheen. Es war Lisas Idee – sie sagte so etwas wie &#8220;we’re all Hausfraus now&#8221;, und wir dachten, dass es ganz amüsant wäre, ein Projekt nur mit Pophits und Retro-Synthies zu machen… Alle fünf von uns suchten sich Songs aus, und es stellte sich heraus, dass die Stimmen von Vyolette, Tracy und Lisa wunderbar zusammen passten, und los ging&#8217;s. Wir haben ein Album fertig, es heißt &#8220;The End Of The World&#8221;, und wir müssen uns noch überlegen, wie wir das auf die Bühne bringen, bevor wir weiter machen… Wir haben Pläne für eine experimentelle Show weiter hinten im Jahr, um zu schauen, wie es läuft… Vyolette hat gerade Zwillinge bekommen, was das ganze ein bisschen in die Länge zieht; aber ich denke… warten wir es ab! &#8220;The End Of The World&#8221; steht ins Haus! Die Hausfrauen mahen unglaublich viel Spaß und hatten bislang schon fantastische Reaktionen…Die nächste Sache, die das Licht der Welt erblicken wird, ist etwas für Fruits De Mer, von dem ich mir sicher bin, dass es keiner erwartet. Wir sind auch gefragt worden, ob wir eine XTC-Session machen wollen, nachdem unsere Herbstsession so gut lief, aber ich fürchte, dass die Zeit in dem Fall gegen uns spielt.</p>
<p><strong>Vor einiger Zeit sagtes du mal, World Serpent sei ursprünglich ein eher idealistisches Projekt gewesen, aber die letzten vier Jahre waren wohl nicht so gut. Magst du etwas dazu sagen?</strong></p>
<p><strong></strong> <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3793" title="orchis1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis1-226x300.jpg" alt="" width="226" height="300" /></a>Nun, Leute verändern sich, und das was sie wollen verändert sich. Ich persönlich wollte schon Ewigkeiten früher aussteigen; was mich anbelangte, hatte ich alles bewiesen, was ich nur beweisen wollte. Alle waren älter und verfolgten so oder so unser eigenen Ziele. Als ich mit der Firma anfing, fühlte ich mich auf gewisse Weise für das Wohlergehen der Künstler und aller daran Beteilgten zuständig &#8211; aber nur bis zu einem gewissen Grad. Es muss auch auf Gegenseitigkei beruhen und in den letzten Jahren gab es davon sehr wenig. Und ja, WSD war idealistisch – sehr sogar – und ich möchte es auch gerne so in Erinnerung behalten. Wir haben die Leute auf eine Menge Musik aufmerksam gemacht und ein Klima geschaffen, in dem es für Bands dieser Art möglich war, finanziell durchzukommen, und das kann nicht schlecht sein. Einer der Gründe, weshalb ich so lange blieb, was der alberne Prozess, den Doug Pearce führen wollte, und wenn es seine Absicht war, die Firma zu ruinieren, dann ist es eher amüsant, dass er genau das Gegenteil bewirkt hat! Erst recht, da ich immer noch glaube, dass er behauptet, er hätte den Prozess, der nie stattfand, gewonnen. Stattdessen hat er dadurch, dass er in einem außergerichtlichen Vergleich sein Eigentum wiederbekam, das bekommen, was ihm sowieso zustand &#8211; aber zwei Jahre später. WSD hatte schon alles, was wir ihm schuldeten in einen Gerichtsfond eingezahlt, und da hätte er jederzeit Zugriff drauf gehabt! Dennoch, wie ich schon gesagt habe, wiegen die guten Zeiten die schlechten bei weitem auf.</p>
<p><strong>Denkst du, dass es im heutigen ökonomischen und technologischen Klima noch möglich wäre, so etwas wie World Serpent auzubauen?</strong></p>
<p>Ich glaube nicht wirklich, also nein. Wirtschaftlich gesehen ist der Ertrag für jedes Projekt zu gering. Bei WSD waren wir nur zu dritt und das ist wahrscheinlich das Minimum, was man mit so einer Art Modell hinbekommt. Es ist ziemlich viel Arbeit einen Veröffentlichungsplan aufrechtzuerhalten, Bestände am Laufen zu halten, für Vertrieb zu sorgen etc. Ich denke, dass heutzutage die meisten Genrelabels Hobbylabels sind. Sie können finanziell für sich nicht bestehen. Das hängt perverserweise zum Teil mit der billigen Verfügbarkeit und Filesharing zusammen &#8211; je leichter es ist, etwas zu finden und je mehr davon da ist, desto weniger kaufen die Leute. Ich glaube auch, dass die Leute vergessen, wie schier unmöglich es zur guten alten Zeit von vor etwa zehn Jahren (ha ha) war, etwas zu finden und wie wenig Informationen verfügbar waren. Am wichtigtsten ist, dass alle Bands, die mit WSD in den Anfangsjahren zu tun hatten, einen Ethos teilten; und es handelte sich nicht um Musik oder Satanismus oder gar so etwas wie Nazismus &#8211; es war, dass die Musik, die sie gemacht haben, ihr wahres Selbst widerspiegelte. Letztens hat mir jemand genau die gleiche Frage gestellt, und ich hatte das gleiche geantwortet &#8211; nichtsdestotrotz spreche ich gerade über den Plan, etwas mit einem ähnlichen Ethos aufzubauen, das allerdings auf einer komplett anderen Grundlage aufbauen würde…</p>
<p><strong>Danke für das Interview und alles Gute für deine Pläne im neuen Jahr.</strong></p>
<p>Mein Dank geht an euch!</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p><a href="http://soundcloud.com/user8148691">Cryptanthus @ Soundcloud</a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/12000days">Twelve Thousand Days</a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/orchistheband">Orchis</a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/templemusick">Temple Music</a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/cunnan">Cunnan</a></p>
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		<title>To Fuck Up Tradition &#8211; Interview with Folk Musician and Publisher Alan Trench</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Mar 2012 07:24:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Let&#8217;s start with some more general things: Which instruments do you play, and how has your interest in music developed? What sort of music was important for you in earlier years? Guitar is my main instrument… my default setting… so &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/03/03/to-fuck-up-tradition-interview-with-folk-musician-and-publisher-alan-trench/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Let&#8217;s start with some more general things: Which instruments do you play, and how has your interest in music developed? What sort of music was important for you in earlier years?</strong></p>
<p>Guitar is my main instrument… my default setting… so I play all types of guitar – 12 string, electric, classical, bass; and other stringed things – dulcimers, balalaika, mandolin, ukelele, banjolele, bowed psaltery… wind instruments; flageolets and various similar types such as mosenos, qena, chanters, recorders etc. that I’ve picked up over the years… I’ve got around 50 or so.  I also play synths – quite simple old analogue ones like the Novation Bass Station, old sampling Yamahas and so on.  I can play things like flute organs etc, but it takes me a while to get started… it’s not a natural thing for me. General percussion stuff with bells, gongs etc; but no better than anyone who’s never picked one up in their life would…</p>
<p>My first interest in music was Slade, Sweet, glam stuff – though not Bowie; then Deep Purple, Black Sabbath and suchlike; then Yes, Genesis, ELP, Gentle Giant, King Crimson… then punk came along, although we didn’t know it, with The New York Dolls and The Stooges… then Ramones, The Cramps… I was never that bothered about UK punk, or, I suppose, what is now thought of as punk… The Pistols, Buzzcocks etc were just pop bands, but I liked a lot of the odder stuff like The Table, Desperate Bicycles, Swell Maps, Television Personalities and so on.  I was already playing in bands by then… a couple were ok, but we weren’t that serious about it… but it got me writing songs… simply because we weren’t good enough to do decent covers.  It was only much later when I got a 4-track recorder and could layer things that things got interesting… I’d recorded in studios, but it was very traditional stuff, punky/poppy, and the engineers/producers pretty much got you to do what they wanted rather than what you wanted.  I think being with Steve Stapleton in the studio was a real turning point… Steve isn’t a musician as such, or so he says… but he is full of musicality, and knows precisely what is right and what isn’t.  I think Steve showed me how to trust myself when it came to organizing sound… and that’s pretty much what I’ve been doing ever since, one way or another.</p>
<p><strong>You&#8217;ve been in a number of bands and music projects over time, mostly known Orchis, 12000 Days and Temple Music. Do they all have the same importance to you as groups, and do they all still exist? There was some talk about a new Orchis album some time ago..</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3784" title="orchis2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis2-229x300.jpg" alt="" width="229" height="300" /></a>Well they’re all different, and so, all differently important… Temple Music is more ‘my’ project than the others… Steve and I are the only permanent members, and we are so attuned to what we want and like that we might as well be the same person… so anything I do I know Steve will be happy with, and vice versa.  Temple Music has aspects of everything else involved in it, but because we’re interested in extending ideas to their limit it tends to be quite immersive… so if we’re doing a Temple Music project it is pretty much to the exclusion of all else, and I won’t be doing anything else until it’s finished… obviously, there are single tracks for compilations that don’t take that long, and can be fitted in with other things… such as Orchis tracks… There was an album called ‘Foxfire And Aconite’ (available from our <a href="http://cunnan.bandcamp.com/)">Bandcamp</a> page) under the name of Cunnan that was in effect an Orchis album, but without Amanda, which had songs on it destined for Orchis; two in particular –‘The Wizard of Carpathia’ and ‘Seven Sleepers Seven Sorrows’ Tracy is very fond of; we performed them live at the WGT in Leipzig in 2011 and they worked really well.  We did an acoustic set in Coventry last year as well, which we were really happy with; Amanda has decided she doesn’t want to do live stuff so Orchis is now two bands… the studio band and the live one.  We only ever intended to make one more Orchis album, and there have been quite a few things recorded for it that we ended up deciding not to use – some of them appeared on ‘Phoenix Trees’ (available from pretty much all digital download stores, or direct from <a href="http://www.dmmg.co.uk/seventh-hell-recordings.php">DMMG</a> ), some may be re-worked, and the central part of the recordings,  ‘A Dream’ will come out as an ep on Infinite Fog (who reissued ‘A Thousand Winters’, and are planning to reissue ‘Mandragora’ this year).  J Greco is remixing it for us… there are 5 tracks, and he’s done the first one ‘Kishmul’s Galley’…. So, Orchis remains very active and very important to me, and the new album (also on Infinite Fog) needs to be as good as we can make it… but because we can only work on it intermittently it’s taking a lot longer than we planned.</p>
<p>Twelve Thousand Days is very close to my heart, and Martyn is a very dear and close friend; and we have discovered that we can only really make it work when we are in the same room together… we tried recording separately, but it just didn’t happen… so it is very dependent on our individual schedules.  We also performed in Coventry last year, which was great… we have had two excellent recording sessions recently, so we have a new album done in the raw, and I plan to finish mixing and sequencing some time later in the year.</p>
<p><strong>You once said in an interview that when you started with Orchis you were not that enthusiastic about a lot of aspects of folk music and you mentioned that it was quite necessary to ”fuck up tradition“ and make the lyrics relevant for today. I think that is something that is missing in the work of a lot of artists who try to connect to a folk tradition. Who do you feel is quite successful in making folk relevant, fresh and inspiring today (apart from your projects, of course <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> )?</strong></p>
<p>I’ve been doing a lot of work in this area recently, and your question has a lot of ramifications… It seems that everywhere else in the world, other than England &amp; America, the ‘folk tradition’ is a continuum… bands, musicians &#8211; mainstream and otherwise – think nothing of using their influences – it is much more unconscious… so you’ll get a band like Korplikaani using Finnish polka music as a basis for metal, and it’s a completely natural thing.  In England there is a huge disconnection between ‘traditional’ culture and ‘modern’ culture; unless you actively seek it out you will have no knowledge whatsoever of traditional English music, and if you do seek it out everything is prescribed and proscribed by bores like Martin Carthy, Ewan MacColl, Pete Seeger etc; essentially, if you don’t do it the way it was recorded by Cecil Sharp, Percy Grainger et al, then you shouldn’t do it at all.  ‘Folk Rock’ in the UK did at least make a stab at this, and there are a lot of bands I really like – Mr Fox, Trees, Dulcimer, Pentangle, Kaleidoscope, Steeleye Span, Fairport Convention – who adapted folk songs for the rock idiom – but this meant that the songs were just sped up a bit and drums &amp; electric instrumentation added.  It’s a very different thing from a continuing and evolving tradition.  So that’s kind of what we’re left with – either the stilted and stultifying renderers of ‘the tradition’, people who write ‘in the tradition’, or rather self conscious ‘rocked up’ versions that are otherwise ‘authentic’.  The Pogues are a fantastic example of how it can, and should be done; but they are part of a continuing Irish tradition. The Men They Couldn’t Hang have done some great stuff, and I like a lot of The Oyster Band; Martyn Bates, Current 93 and Sol Invictus, and to a much lesser extent Death In June, are, I think, in the genuine ‘folk tradition’… also Andrew King, Sedayne, Sproatley Smith, The Hare And The Moon… all of these, and many others, are fucking things up nicely – but it would be wrong to say that it’s anything more than of a very minor minority interest… I think there are plenty of people who are contributing in different ways, but in England there is such a massive disconnection between the music of pre-1900 and now, far more than anywhere else – America to a degree, although that is a different case – that the relevance of folk music to most English people is gone forever.</p>
<p><strong>Since the early days of Orchis, you combine folk inspired music with an interest in the spitirual and the occult. How did you find out, how much these things are connected to each other and what can you tell us about your first encounter with these things?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3786" title="orchis3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis3-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>All three of us have always been independently interested in different aspects of the occult/spiritual realm… Tracy and Amanda in a much more ‘formal’ way than me – I’m not a great joiner of organisations…  Music you create should and must reflect your interests and pre-occupations; and music as a part of life was what ‘folk’ music was – songs for the seasons, for occasions, for hope, for mourning, for remembering, for hating, for loving – an integral part of your life and who you are.  The first thing I specifically remember coming across were the books of T Lobsang Rampa; a terrific fraud, as it turned out, and which I read around about the same time as The Alexandria Quartet by Lawrence Durrell,  which led me to investigating a particular form of Gnosticism and all things leading from it… at the same time I came across Idries Shah, and it seemed apparent that all these different schools of thought were talking about the same thing.  The Sufi teaching is that where there is a need, a teacher arises – but, importantly, that teacher and those teachings are only relevant to the people taught at the time they are taught it.  Fossilized thought helps no-one, and simply causes the rise of organisations that only further their own continued rise.  So slavishly following any doctrine is pointless, counter-productive and probably harmful.  And yet, all such doctrines have arisen from the same principles.  Personally, I have reached an understanding, and any music I do will reflect some aspect of that understanding; and that is how it should be.</p>
<p><strong>It&#8217;s said that songs by Orchis have been used in rituals. What can you tell us about these sessions?</strong></p>
<p>All the songs ever recorded by Orchis have a point to them, as I mentioned earlier&#8230; and whilst, as I said, any music I do reflects my own understanding, if music is made with others for some specific purpose then obviously they bring their own understanding and intent to that music, and we would all support that specific intent in our own ways. Rituals are used to focus, and everybody has their own preferred method; the one that is right for them.  Our ritual sessions have mainly been dictated by ‘traditional’ considerations – the correct hours, days, materials – for the purpose in hand.  So some of these are for our own purposes, and not recorded; some are recorded.   The first one was ‘Waiting For The Moon’ on ‘The Dancing Sun’, and one of the ‘best’ was ‘Anadiomene’ on ‘Mandragora’.  The sessions which produced ‘Jennet’ (which was a shape-changing charm, as was ‘The Wizard Of Carpathia’) and ‘He Walks In Winter’ were particularly memorable, being solstice and equinox, and ‘Blood Of Bone’ was terrific… it was engineered to enable the raising of a Cone of Power – we also performed it at midnight on All Hallow’s Eve at Fell Foot Woods in 2010, which was incredible.</p>
<p><strong>As you have dealt with numbers of pagan aspects in many of your works, we would like to know how you think about the main developments of contemporary paganism. How would you estimate the challenge, that a more global lifestyle (who shapes the consciousness of anyone who&#8217;s not a hermit at least to a certain degree&#8230;) means to a spirituality of a more local orientation? Do you think that this also forms neurotic defense mechanisms in some groups?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic4.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3787" title="templemusic4" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic4-300x222.jpg" alt="" width="300" height="222" /></a>Sadly, most of it is utter drivel. As you say, unless you want to bow out of the world entirely, aspects of it have to affect your life; but most of the Pagan World seems to exist by saying what it is not, rather than what it is, and picking and choosing whatever aspects of Paganism – by which they seem to mean anything non-christian, Islamic or jewish – oh, except the Qabbala of course – suits them.  Usually the easiest aspects, or the most pleasant, or the most self-justifying.  American Express, Visa, Access etc have certainly missed a trick by not issuing a Druid card which could be used to buy obsidian daggers, essential incenses and sacrificial lambs, collecting Mistletoe Points as you go. One of the essential Sufi teachings is to be IN the world but not OF it, which means to me that of course you have to take on what the modern world is, but that it should not affect the essential you; that you should work constantly so that the essential you can develop and achieve understanding of the world and our place in it.  We are here for a short time, and are a long time dead; and there is no going back to any perceived Golden Time – most of which were very far from golden for the vast majority of the people living it; and it seems evident to me that the kernel of all ‘religious’ teaching is essentially the same, although couched in terms necessary for the understanding of those teachings at the time and in the place they are taught.  So it is a waste of time trying to follow some ancient prescription for spiritual growth or happiness, or whatever you want to call it – although you must find your own path before you can follow it, it will be your path.  So it is entirely valid to use the pick and mix method for this purpose – that is, to take perhaps the less palatable aspects of various teachings, that are, nevertheless, true; and synthesise from them a working philosophy.  I’d estimate that 90%+ of pagan borrowings are not this.  Personally, I think that every locus in space and time has it’s own character, a manifestation of some genius loci that is somehow connected to all points of space and time… so we have different god-aspects at different places; and some of these do de-evolve away from being a personal ‘revelation’ to being a movement.  All young movements are jealous of their territory, and subject to ‘neurotic dense mechanisms’…</p>
<p><strong>You said in an earlier interview that Martyn Bates hated Orchis at the first encounter, but then later became intriegued by it&#8217;s peculiar charm. Do you think that Orchis play a sort of music that requires time? What are the most extreme reactions you had ever received?</strong></p>
<p>Music is a personal thing; what means a lot to one person can mean nothing to another; as a listener you bring to a piece of music all your own knowledge and associations.  There are two parts to music: ‘art’ and ‘entertainment’ – and the more common knowledge and associations they contain, the more they become entertainment and the less they become art. Communication is at the basis of music… with successful classical music it is following particular rules based on a broad and longstanding cultural agreement to achieve communication of emotions, impressions etc.  In pop/rock type music, this is entirely entertainment, showbiz, music biz, whatever and has no actual value beyond what associations you bring to it as a listener.  It presses buttons, and you respond.  The more general it is, i.e. the less it has to say, the more successful it is.  I’m not knocking it, by the way, I like a huge amount of music!  – it just is what it is.  The kind of music we do, and the kind of music we are bracketed in with, is trying to communicate something very personal, with no associations for the listeners; or very few.  It is successful if we feel it is successful, not if others ‘like’ it, and that necessarily makes it difficult to listen to… we are not being deliberately obscure or obtuse if we create something with ‘wrong’ notes or buried lyrics or jarring instrumentation – it’s something we could easily change, after all, which would make it more successful  for others… but less successful for us.  But it has it’s own logic, and if you listen to it properly, then it will do what it is supposed to.  Western ears, for instance, became unattuned to quartertone type music – Indian, Japanese, Chinese, Greek, Turkish, Arabic – the rest of the world, in fact – due to the prevalence of the Classical and later Pop traditions – but it doesn’t sound too alien these days…<br />
I suppose the most extreme reactions really have been with Temple Music – mostly because that’s the majority of the live shows I’ve played, and record review stuff isn’t usually extreme.  We had one show where a woman ran out screaming; the rest of the audience were mesmerized and the organisers tried – and failed – to turn us off (they’d foolishly let us set up the sound ourselves)… at another I thought we were going to die as it was full of scaffolders; the bar staff insisted that the plug was pulled or they would walk out, and afterwards some of the scaffolders came up and said it was the best thing they’d seen since Tangerine Dream… actually there are plenty of TM stories like that, though we’ve calmed down a bit these days…</p>
<p><strong>How did you and Martyn meet, and which were the ideas that resulted in the new group 12000 Days?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/twelvethousanddays.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3788" title="twelvethousanddays" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/twelvethousanddays-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>Eyeless In Gaza got in contact with World Serpent about distribution of the ‘Streets I Ran’ ep, and Martyn and I hit it off… as you said, he originally hated Orchis (I’d given him a copy of The Dancing Sun), but once it had wormed it’s way inside him with it’s peculiar charm he suggested singing on some Orchis stuff … I think it might have been the song ‘Burning Incense’ – but that was certainly one of the first we recorded – anyway, he agreed, but when Tracy heard us rehearsing it she said it had completely its’ own character, and that we should do something different to Orchis… so it is really down to her.  Martyn and I agree on why a great deal of modern ’folk’ music is shit, but he is far more steeped in it than me, so he is more interested in re-interpreting the canon than I am… but other than that, we are complementary.  With Twelve Thousand Days we are trying to express the extreme antiquity of the Land… the Heart of the Land… in a very English way… for our own benefit, really…</p>
<p><strong>When listening to 12000 Days and comparing your approach to that of what Martyn and Mick Harris did on the “Murder Ballads”-trilogy would you say that there are more similarities than differences and that both projects strive(d) to find an original idiom for an old form?</strong></p>
<p>Well, Murder Ballads had a very distinct intention, and with Mick, a very distinct sound, whereas with Martyn and I we’re never quite sure what is going to happen; the surprising thing to me is that whatever we do we sound very distinctive… but yes, I would think that is in general true…  we don’t set out to reinterpret folk songs as such, more folk ideas, I think, whereas Mick and Martyn are laying bare the intent of the songs… so, I think that there are more differences than similarities, but we are both certainly trying to find a new way of expressing old forms…</p>
<p><strong>You mentioned that in 12000 Days it is clear that Martyn normally does the vocals. Could you imagine you doing the majority of the singing or would that then morph into something completely different?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusicalantrench.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3789" title="templemusicalantrench" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusicalantrench-300x234.jpg" alt="" width="300" height="234" /></a>I just don’t sing well enough to do 12000 Days stuff… ‘my’ songs are initially demoed with me singing them, but they always sound a bit rubbish… and once Martyn has done a vocal they make mine sound even worse…  I did a small solo tour acoss Europe last year which I did some vocals on… something I wrote especially called ‘Drift’ and an extremely abstract and spaced version of Syd Barrett’s ‘Dominoes’, each of which was around 15 minutes long, which made me think maybe I should do more vocals… there was already a song earmarked for Temple Music called ‘Children Of The Sun’ which we’d performed live a few times, and which became the title song of the new TM album, which are all song based tracks.  I really like it, but Steve thinks that as we have access to several far more talented vocalists I should shut the fuck up.  ‘Children Of The Sun’ is coming out on vinyl via Anticlock in the USA… we did a version (an Art Edition CDR) to sell at the shows we did with Language Of Light in October 2011, and Anticlock may have a couple of copies left; I think they are using them as promos.  There are 5 tracks – ‘Mirrors, ‘Children Of The Sun’  ‘Ism’ ‘Death Went Fishing’ (which is a free translation of a Greek Rembetika song), ‘Momentum’ and ‘Warlord of The Royal Crocodiles’  (an old Tyrannosaurus Rex song). So  this is what it sounds like if I sing more songs… morphing into something different… we also did try recording ‘No Return’ as a Twelve Thousand Days piece with both Martyn and I singing, but I never really felt it worked, and eventually Orchis recorded it as the first track of the new album.</p>
<p><strong>Temple Music seems much more abstract in structure than the bands mentioned above. How different is your approach to composing, improvising and writing music in the context of the several groups?</strong></p>
<p>I tend to write either ‘songs’ or ‘compositions’, and the process is actually quite different… the ‘songs’ are almost always for 12000 Days, Orchis or Cunnan (the Cunnan album, ‘Foxfire And Aconite’, is in effect the 4th Orchis album, as I mentioned earlier), whilst the ‘compositions’ are almost always for Temple Music.  With the songs, I have a very specific aim in mind, and it starts with the lyrics… they have to be completely right first.  Language is very important; and actual meaning is not necessarily conveyed by the surface meaning of the words; and I want the meaning to be apparent on a variety of levels.  Once I start on the music, it soon tells me what type of song it is, to a large extent… whilst I don’t write the music with a specific voice in mind, some songs work with some voices and not with others.  Orchis song structures are fixed immediately, and don’t often change that much, whilst Twelve Thousand Days are far more fluid, with the structure just an idea roughly sketched; Martyn and I work on that aspect together.  The basic structure I map out using guitar or dulcimer, and take it from there… to a large extent, it does depend what instrument I use as to how the final song turns out.  Temple Music, on the whole, uses no language, and tries to convey meaning using non-vocal sounds alone. Temple Music pieces are very specific to time and place, and we are trying to … raise the soul of that place… is the best way I can put it.  Sometimes it is an actual place, as with ‘The Green Man’ series, where we will record in the location, sometimes, as in ‘Soon You Will All Die…’ it’s a more theoretical place.  We will identify the correct musical mode for that place, and work out individual parts we intend to use; and then map out a narrative arc that we will all follow.  So the pieces are structured, but loosely so, although the individual parts of that loose structure are quite formalized.</p>
<p><strong>Can you tell us a bit about the Greek music, that Temple Music is influenced by and which aspects of it flowed into your own compositions?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3790" title="templemusic3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic3-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Amanda used to run an occult meeting/lecture group in London called Talking Stick which eventually became magazines and books of the same name, and Tracy wrote an article for one of the volumes on ancient Greek modes, which is what the modern modes are named after – Aolian, Lydian, Dorian and so on.  Each of these ancient modes was specific to a particular god, or aspect of a god, and was used in specific ceremonial practice… although we don’t know exactly what those ancient modes were.  There were a few pieces written down, but not many, and they can only give a relative guide to the tunes since we don’t know the actual notes they refer to… however, the ancient instruments can, and have, been reproduced, so we have a reasonable idea of the sort of music that could have been created.  I was particularly interested in the specificity of it – that certain modes and instruments were used for certain things; but I wasn’t interested in trying to reproduce something from 2 or 3 thousand years ago… it is more that, with Temple music – certainly for live shows, and very much with the Green Man series – we try to, if you like, raise aspects of the particular god of that time and that place using our own particular instruments and modes.</p>
<p><strong>It seems that with Temple Music you like to discover aspects of decay and of the imperfection of life. The video to „Rotting from the inside“ and it&#8217;s sarcastic discourse about (e.g. genital) diseases might be one of the most direct examples. Is the destruction of idealist ideas on humanity something that fascinates you?</strong></p>
<p>We wrote Rotting From The Inside after Priapus 23 of Akoustik Timbre Frequency asked us to do a track for Dark Ambient vol II.  My mother had just been diagnosed with terminal cancer, and I had been planning to do something about the decay of society… just a tiny subject I know…  that whilst things can appear to be fine on the surface they are actually already rotting from the inside.  It seems to me that in general we don’t really want to confront reality as it is, or the consequences of actions undertaken and so on… we would prefer to be optimists rather than pessimists.  We don’t like realism and reality and flee from them.  High moral ideals, or whatever language framework one uses to describe them, last only as long as the particular person promoting them is around to do so.  As soon as that person is no longer present, the idea, or ideal, or whatever it is, is corrupted by followers or disciples; it’s simply human nature.  This is a political and societal as well as a religious thing, and stems essentially from this failure to confront reality, however it is dressed up. It doesn’t suit the status quo, the powers that be, the people in charge – whatever paranoid construct you care to name that people/organisations behave differently.</p>
<p><strong>In your album „Soon you will all die and your lives will have been as nothing“, music, words and artwork form some sort of mysterious narration, and the eponymous statement is way drastical. Who are the portrayed persons on the cover? Are they the transmitters of the words and if yes, what do you think is there reason to disenchant the quick so very much?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3791" title="templemusic2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic2-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a>This actually follows on pretty neatly from the last question… we are really proud of ‘Soon You Will All Die…’ and I think it is a completely successful album; a really exact and pointed work.  There is no great afterlife in the sky or anywhere else; when you’re dead you’re dead, and everything you have done and achieved in you life will be lost and forgotten over time… whether that is longer or shorter, eventually it is true.  I don’t know who the person on the cover was, but I do know that they were alive and are now dead; and that I know nothing about them… I found the picture in a junk shop, along with the others that are on the back of the sleeve… and a pressed flower that is also on the back of the sleeve… I was looking at them, and the title came to me.  Steve and I determined that it would be a single piece, and it represents the last hour of someone’s life, and that person is the woman on the cover.  The pieces, or songs, are her internal narration of that last hour… the memories that trigger other memories until the last moments arrive… which sounds grim, unpleasant… but I wanted to make it more a peaceful acceptance… I find the finished piece to be quite uplifting…</p>
<p><strong>You spend (or spent) some time in a place in Greece and, if I remember it well, did a number of recordings there. How did you discover this place, and what can you tell us about this spot and it&#8217;s atmosphere?</strong></p>
<p>I have a house on the southern part of the island of Evia, in the mountains.  It’s an old stone house in a small village, very rural and about an hour’s walk from the sea.  We get woken in the mornings by the sound of donkey hooves on the road outside, and we have our own orange, lemon and mulberry trees.  I’ve sat for whole days under the trees watching the insects; at night the stars go on forever and polecats wrestle in the street.  It’s the most beautiful place I know; but it isn’t the Greece of the travel brochures.  It’s extremely poor, and the lives of people there are very hard; young people don’t want to stay in the village in grinding poverty – and who can blame them? – so the whole way of life is dying out.  I’d been looking for a place that was ‘right’ in Greece for the last 20 years or so, and had just about given up – I didn’t want to be on one of the tourist islands, or too near Athens… although Evia is something like the third biggest Mediterranean island very few people have heard of it, so there’s no tourism… but it does have everything you need to live…</p>
<p><strong>In England, you moved back to Lincolnshire after a longer time in London. Have you moved for practical reasons, or were the atmospheres of both places also a decisive factor for the change?</strong></p>
<p>The main reason was because my daughter was coming up to school age, and we didn’t want her to go to any near where we lived in London… and London had changed a great deal over the time I was there.  It wasn’t fun any more; and I’d never intended to stay there for as long as I did… We looked around near London for quite some time and then decided that you had to be an awful long way from London to actually be away from it.  My parents still lived up in Lincolnshire, and we came back quite a bit… so we just thought ‘why not?’…  I think the places where you grow up are always special to you.  Lincolnshire has the most enormous sky, and it is full of strange and secretive corners; marshland, rolling hills, ancient ruins, prehistoric graves, Roman roads, seal colonies, wooded groves, more old churches than anywhere else in England… odd things happen here.  The pagan past is just beneath the surface…</p>
<p><strong>You have also contributed with three projects to the “John Barleycorn reborn: rebirth“-sampler. How do you feel about your role in this and do you think it would be possible to find a kind of common ground for all of the participants?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3792" title="templemusic1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/templemusic1-300x219.jpg" alt="" width="300" height="219" /></a>The whole thing was originally put together by Mark from Woven Wheat Whispers, who had some sort of vision of New Wyrd Folk… but it was his vision, not that of anyone on the compilation.  What I found interesting was that there were – and are – all these people interested in, and working on, roughly the same areas in so many different ways… but, because they are all very individual, they are quite happy to just get on with things themselves.  I think that’s just great… there’s no ‘scene’, and I don’t think there could be, because though it pulls together people of the same interests their music is extremely disparate.  So the common ground would be that we are all a bunch of semi-obsessed loners doing our own thing…</p>
<p><strong>&#8220;The Wicker Man&#8221; played an important role for a number of artists. I&#8217;m not going to ask you what you think about the remake with Nicolas Cage but how do you feel that a kind of sequel (&#8220;The Wicker Tree&#8221;) is just about to be released after many delays?</strong></p>
<p>Haha! Yes, it’s unbelievably terrible!  R Loftiss mentioned The Wicker Tree to me the other day, and said it looked ok, but more than that I don’t know.  I don’t think The Wicker Man is sacrosanct, or anything, and objectively it is not that great a film – good ideas, good set pieces, but not a great film… I’ll judge the new film on its’ merits!</p>
<p><strong>As far as we know you are not directly involved in the group Hausfrauen Experiment, but as we admire their music and their ironic approach to things, we would like to know how it is going on with their plans?</strong></p>
<p>Aha! In fact, Steve and I are the masterminds behind the Hausfraus; he is Mr. Muscle and I am Mr. Sheen.  It was Lisa’s idea – she said something like ‘we’re all Hausfraus now’, and we thought it would be amusing to start a project to do only pop hits using only retro synths… so all five of us picked songs, and it so turned out that Vyolette, Tracy and Lisa’s voices worked incredibly well together, and off we went.  We have an album finished, called ‘The End Of The World’, and we have been working on how to play it live before we go any further… we plan on trying an experimental show later this year to see how it goes… Vyolette has just had twins, so that has slowed things down; but, I guess… wait and see! The ‘End Of The World’ is coming! The Hausfrauen is tremendous fun to do, and has had a fantastic reaction… the next thing to see the light of day will be something for Fruits De Mer that I’m certain no-one will expect… we’ve also been asked to do an XTC session after out Fall session turned out so well, but, I think time is against us on that one.</p>
<p><strong>Some time ago you stated that World Serpent was originally a rather idealistic endeavour but that the last four years weren&#8217;t that great. Would you like to say a few words about that?</strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3793" title="orchis1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/orchis1-226x300.jpg" alt="" width="226" height="300" /></a>Well, people change, and what they want changes.  Personally, I wanted to leave for ages before I actually did; as far as I was concerned I’d proved any point that I’d wanted to make.  Everyone was older and had their own personal agendas to pursue in any case… As I’d started the company I felt responsible in some measure for the welfare of the artistes, and indeed everyone involved, but only up to a point; it needs reciprocation, and for the last four years or so that I was there, there was very little of that.  And yes; WSD was idealistic – very much so – and I would much prefer to remember it that way.  We brought a lot of music to people’s attention, and created a climate where it was possible for bands in that genre to be financially viable, and that can’t be a bad thing.  One of the reasons I stayed as long as I did was because of the ridiculous court case that Doug Pearce tried to bring, so if his intention was to try and sink the company it’s rather amusing that it had the exact opposite effect!  And even more so that I believe he still claims to have won a court case that never took place, rather than that, by receiving his own property in settlement of an aborted legal action, he simply received what he was anyway due &#8211; but two years late – WSD had already paid anything he was owed into a court fund, which he could’ve taken at any time!  Still, like I said, the good far outweighs the bad.</p>
<p><strong>Do you think it would be possible to start something like World Serpent today in the current economical/technological climate?</strong></p>
<p>I don’t really think so, no. Economically, the revenue per project is really too low now… there were only 3 of us at WSD, and that’s probably the minimum you could manage with that sort of model; there is an awful lot to do to maintain a release schedule, keep stock moving, maintain distribution etc.  I think most genre labels now are hobby labels; they can’t exist financially on their own.  This is partly because of cheap availability and file sharing, perversely – the easier it is to find things and the more there is of it, the less people buy.  Also, I think people forget just how impossible it was to find things in the old days of about ten years back, haha, and how little info there was available. Most importantly, all the bands involved with WSD in the initial years shared an ethos; and it wasn’t music, or satanism, or nazism either – it is that the music they produced reflected their True Selves.  Having said all that, I was recently asked this exact question, and, having given the same answer, am now in talks to set up something with a similar ethos, but run on completely different grounds…</p>
<p><strong>Thanks for the interview and all the best for this year&#8217;s plans.</strong></p>
<p>Thanks to you!</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p><a href="http://soundcloud.com/user8148691">Cryptanthus @ Soundcloud</a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/12000days">Twelve Thousand Days</a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/orchistheband">Orchis</a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/templemusick">Temple Music</a></p>
<p><a href="http://www.myspace.com/cunnan">Cunnan</a></p>
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