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	<title>African Paper &#187; Trips und Träume</title>
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		<title>FORRESTA DI FERRO: Bury Me Standing</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jan 2015 07:09:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit „Seppelliscimi in Piedi“, dem ausklingenden zweiten Titelsong ihres bisher einzigen Albums, ist Forresta di Ferro ein seltsames Meisterstück gelungen – vordergründig ein simpler Italofolksong mit Akkordeon und zirkushaftem Walzertakt wirkt das Stück durch seine effektunterlegte Vokalspur, die wie aus &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/01/17/forresta-di-ferro-bury-me-standing/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/fdfbms.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9727" title="fdfbms" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/fdfbms-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit „Seppelliscimi in Piedi“, dem ausklingenden zweiten Titelsong ihres bisher einzigen Albums, ist Forresta di Ferro ein seltsames Meisterstück gelungen – vordergründig ein simpler Italofolksong mit Akkordeon und zirkushaftem Walzertakt wirkt das Stück durch seine effektunterlegte Vokalspur, die wie aus einem Telefonhörer herüberweht, ins nahezu Unwirkliche, Gespenstische entrückt. Mit seinem kämpferischen Text und der repetitiven Struktur suggerierte das Lied für mich stets die Vorstellung einer ausladenden Kamerafahrt durch ein Ruinenfeld irgendwo im Italien<span id="more-9726"></span> zum Ende des zweiten Weltkrieges. Wie eine Platte mit Sprung, die noch Stunden nach der Zerstörung auf einem unversehrt gebliebenen Grammophon rotiert, evoziert der Song eine zweifelhafte, aber auch mitreißende Leidenschaft, die nicht untergehen kann und will, auch wenn ihre Zeit längst abgelaufen ist.</p>
<p>Forresta di Ferro ist quasi das zweite Projekt von Marco Deplano, der mit Wertham dystopischen Powernoise spielt. Mit Forresta di Ferro wandte er sich um die Jahrtausendwende einem organischeren, traditionelleren und irgendwie auch freundlicheren Sound zu, wenngleich die musikalischen Resultate keineswegs optimistisch klingen. Schon der Bandname – einerseits auf die Edda, andererseits auf eine Industrieruine in Deplanos norditalienischer Heimatstadt Como referierend – lässt da keine Zweifel aufkommen. Ein Markenzeichen in der bis dato etwas abgebrochen wirkenden Bandgeschichte ist neben dem Kollaborationscharakter (John Murphy und Richad Levy waren mit an Bord) die musikalische Unverortbarkeit, die nur bei Klischeedenkern den Verlegenheitsbegriff Neofolk aufkommen lässt, während die Songs unentschieden zwischen folkigen, postpunkigen, noisigen und auf der Doppel-7&#8221; mit Novy Svet auch jazzigen Anleihen oszillieren, was Deplano und seine Combo anscheinend auch nie kitten wollten.</p>
<p>Inhaltlich befasst sich „Bury me standing“ mit den vielfältigen idelogischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderst, mit Obsession und Fanatismus politischer wie konfessioneller Art, und zeigt das ganze als vor allem tragisches Geschehen. Die Weltkriege, Jugoslawien, der Nahe Osten, rechte, linke, neokonservative und religiös motivierte Phänomene, ihr Idealismus, ihr Terror und ihr Scheitern &#8211; all das mag auf den ersten Blick etwas dick aufgetragen wirken, doch Deplano und seine Kollegen umgehen gekonnt so manchen Fallstrick: Kein Zeigefinger erhebt sich in dem Panorama, das den liner notes nach als Filmmusik „für ein imaginäres Dokudrama über Glaube, Unglück und Fanatismus“ gedacht war, keine Parteinahme für oder gegen ideologische Sackgassen wird auf dem Serviertablett gereicht, vielmehr hält die Umsetzung in den episodisch angelegten Stücken eine Balance zwischen Empathie und Bloßstellung und will eher thematisieren und anregen statt zu erklären und zu belehren.</p>
<p>Referenzen wie Evola, Jünger, Kustorica, Mishima, von Trier (von denen einige im Post-Industrial freilich längst zur zernudelten Standardfolklore mutiert sind) bilden einen allenfalls vagen Hintergrund. Eine solche Balance zeichnet auch die Musik aus, bei der chansonartige Folksongs auf beklemmende Soundscapes und heroische Hymnen an der Grenze zur Tollwut aufeinander treffen, auch die Kontrastierung von sakralen oder opernhaften Samples mit Kriegslärm und markanter Perkussion hält ihr fragiles Gleichgewicht. Ob einem Levys songorientiertere Beiträge, die einen Hauch von Fin de Siecle-Stimmung einbringen, nicht etwas zu weit entfernt vom Rest erscheinen, bleibt ähnlich wie seine jungenhafte Stimme dem Geschmack des Hörers überlassen.</p>
<p>Ein besonderer Fokus liegt auf der kodexgeleiteten Haltung von Männerbünden, Phänomenen, denen immer etwas Faszinierendes und zugleich auch rührend Lächerliches anhaftet, die Tatenokai (dt. &#8220;Schildgesellschaft&#8221;) Mishimas während des symbolischen Umsturzversuchs 1970, der in &#8220;Harmony Of Pen And Sword&#8221; ein düsteres Mahnmal gesetzt wird, ist eines der bekanntesten Beispiele. In der Hinsicht durchzieht die Themenwahl auch eine gewisse Ahistorizität. Der Bruch nach dem Ende der Ostblocks, den kulturalistische Geister wie Huntington oder sein an integraler Tradition geschultes russisches Pendant als Übergang vom Zeitalter der Ideologien zum Revival der Kulturen deuteten, spielt hier keine nennenswerte Rolle, und mit Phänomenen wie dem indischen Kriegeradel der Kshatriya-&#8221;Kaste&#8221; und den Kreuzrittern als &#8220;Militia Christi&#8221; kommt auch Vormodernes zur Sprache. Die Brücke zum Rest sowie ihre Gemeinsamkeit untereinander ist zunächst nur dem Leser einschlägiger traditionaler Literatur bekannt, was das Ain Soph-Cover mit Bassgrummeln, Drummrolls und Brüllstimme allerdings nicht davon abhält, das zweite Highlight des Albums zu sein.</p>
<p>Gut zehn Jahre nach der Ertveröffenlichung erschien das Album dieser Tage neu auf dreihundert schwarzen Scheiben. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trips-und-traume.com/">Trips + Träume</a></strong></p>
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		<title>A Powerful Channel of Catharsis. An Interview with Lili Refrain</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Oct 2013 10:14:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Let&#8217;s start in a conventional way: How was it as you started playing music, did you have a classical education, and when did you start the project that we know as „Lili Refrain“? I started playing guitar when I was &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/10/26/a-powerful-channel-of-catharsis-an-interview-with-lili-refrain/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Let&#8217;s start in a conventional way: How was it as you started playing music, did you have a classical education, and when did you start the project that we know as „Lili Refrain“?</strong></em></p>
<p>I started playing guitar when I was 14, I&#8217;ve never taken lessons but I would love to have a classical education. I’m an autodidact and I learned to play trying to emulate the guitarists that I liked more at that time. One of the first riffs I learned was Fade to Black, I loved the day when I learned it all! My solo project started in 2006 when I focused my interest on research about stratification. I started doing experiments of overlapping sound with tape, multitrack and sequencer. The desire to bring this project also in live performance made me enter in the universe of the loop in real time, and it was absolute a revolution!</p>
<p><em><strong>In your live performances you often use loop techniques, and let the music go its own way. There are recordings where you even leave stage and communicate, while the music goes on playing. On other occasions it is as if you jam with yourselves. Would you say that this has something of an ideal middle way between having control (as a solo musician) and staying flexible (as a part of something that is independent from your control)?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/lilirefrain564.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7777" title="lilirefrain564" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/lilirefrain564-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>The loop technique allows me to create innumerable orchestrations of myself leaving me free to control everything or improvise on sound layering that I create in real time. Certainly this use of loops requires a great form of control, especially rhythmic. Just change an accent or wrong a time and the song becomes something else. I really like to leave interact this kind of rigor with the absolute unpredictability of events although my control component is also present during the radical improvisations. This freedom and flexibility is the reason why I don’t use any backing tracks created previously.</p>
<p><em><strong>Refering to the previous question: Which idea of an artist do you prefer – the artist as the creator and author of his work, or the artist as a kind of channel, through which beauty and energy flow?</strong></em></p>
<p>All living beings are channels through which energy flows, in my opinion the artist is one who cannot help but hold these energies, working with them through his personal feelings to sublimate them in something different such as music, poetry, paint, dance or theatre&#8230;and redefine reality sharing all this with the others. Rather than a creator is a bridge<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>between the invisible and visible, between something very quiet and something screaming&#8230;<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>is a re-creator</p>
<p><em><strong>If you had to decide whether you exclusively use your voice or your guitar, which one would you choose?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/lilirefrain.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7778" title="lilirefrain" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/lilirefrain-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>This question upsets me sincerely! Before &#8220;9&#8243; I replied without delay that I could never do without my guitar, <span style="font-family: Symbol,serif;"></span>it has always been the instrument through which I expressed and it was crucial for my new album that as been a work emotionally very important and very intense for me. Now that “9” is out, I think I&#8217;m also ready for an instrument like voice. I recently discovered this universe and I’m madly in love with it! The voice is an instrument much more intimate and unpredictable, I believe it takes great courage to use it seriously, but of course, I plan to do it.</p>
<p><em><strong>Have you used your voice always like that? Was there something that made you stop “conventional” singing or was it something gradual?</strong></em></p>
<p>If for “conventional” singing you mean the use of words, I can tell you that I never felt the need to entrust my voice to the use of verbs at the moment.<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>I prefer to trust instinct, belly, and let my voice free to express itself in all its possibilities, from screams to whispers, from the lyrical drama to the irony of certain falsetto <span style="font-family: Symbol,serif;"></span>just like children when they are caught by strong emotions&#8230; Certainly having listened some compositions of G. Ligeti like his “<em>Aventures</em>” and “<em>Nouvelles Aventures</em>” was very important and was a real enlightenment to me <span style="font-family: Symbol,serif;"></span>in this direction .</p>
<p><em><strong>Maybe it&#8217;s already a music journalism cliché to talk about „voice used like an instrument“, but it&#8217;s obvious that you have a strong focus on the onomatopoetical use of language and on echolalia. Do you think that the most important and profound expressions are made by the sound/form of words rather than by semantics?</strong></em></p>
<p>Oh! “Onomatopoetical” is a fantastic word!!!! More than a matter of importance is a matter of choice I think. For me music is a language closely related to emotion rather than semantic and of course, I like the sound of certain syllables, I like to use the roughness of some phonemes or the sensitivity of certain vowels. For me is not important if they have a semantic meaning, what interests me is the strength of their gestures.<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>I think the sound of laughter has no need of the word &#8220;laughter&#8221; to be better understood&#8230;</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/lilipraline.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-7779" title="lilipraline" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/lilipraline.jpg" alt="" width="242" height="243" /></a>As I played your video of „Nature Boy“ to a friend who only knew the classical versions of the song, he first thought you intended to negotiate the original, but later revised his impression. What was the reason for interpreting this song and what is your opinion to the romantic philosophy that is carried in it?</strong></em></p>
<p><em>Nature Boy</em> is a song that always has a strong impact on me although I always listened the instrumental versions and I didn’t know the lyrics&#8230;<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>What I like about this song is its evocative nature. I decided to use it also with its text as a perfect interlude between the two parts of my live that represent the invocation of emotion and technique, “<em>Ipnotica</em>” and “<em>Imitatio</em>”. Regarding the message of this song I absolutely agree that the only thing that really matters is “<em>just to love and be loved in return</em>”!</p>
<p><em><strong>I experience your music as way powerful, but with a strong undertone of desperate rage, which makes it even more energetic. Do you believe in a cathartic function of music?</strong></em></p>
<p>Of Course! Music has always been a powerful channel of catharsis, for me is the best way to express every personally feeling that I live, from happiness to despair.</p>
<p>“<em><strong>Polyphylla Fullo” seems to present a very painful experience (at least your singing seems to indicate that). Can you say a few words about that song?</strong></em></p>
<p>“Polyphylla Fullo” is a song which I am very attached. Is part of my first CDr and is the song with which I like to introduce my live performance<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>complete with explanatory panel. Is a song<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>dedicated to one of my favourite insects. The Polyphylla Fullo is one of the few Coleoptera that live in trees instead of on earth and eating pine needles instead of dung.<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>Is a kind of outsider who prefer a better life, probably more difficult to live. For what is pleasant to sit outside the group, this is always a rather painful&#8230;</p>
<p><em><strong>One of the most energetic pieces is the „Nine Guitar Symphony“. It&#8217;s already from 2006, has it been on your debut CDr? Do you plan to re-release these works?</strong></em></p>
<p>I am extremely pleased that you ask me about this track because this is the pieces from which all my solo project is started! It<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>is a superposition of nine classical guitars and was one of my first experiments with overlapping sound. I recorded it at home, using a multitrack tape, without making any use of loop or any post-production.<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>When I felt the need to present my solo project also in live form, I bought a new electric guitar that I immediately called “9” that, thanks to this song, represented to me the symbol of multiplicity.<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>I didn’t know that after two albums will born! I’d like to re-release it, also during a live performance, but I need of nine different guitarists!</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/lilirefrainbig-200x300.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7780" title="lilirefrainbig-200x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/lilirefrainbig-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>Why did you dedicate your album to the nine muses?</strong></em></p>
<p>As I said before “9” is the name of my guitar and is mainly to it that my album is dedicated.<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>Nevertheless the number “9” has a very wide symbology, including the number of the Muses. The first part of my album contains an “Invocation” and surely the first song, “<em>INCIPIT</em>- <em>number 9</em>”, want to make a propitiatory tribute to them.</p>
<p><em><strong>The album contains nine songs, whose titles all consist of a word with the initial „I“, which is the ninth letter of the alphabet. Does this also refer to an interest in the sound of language?</strong></em></p>
<p>Not exactly.<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>This album is principally an initiatory journey through three stages. Each stage contains three other phases.<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>The choice to coincide the number of tracks and the initial letters of its titles to the number “9” is totally aesthetic.</p>
<p><em><strong>Numerology and the three parts „Invocazione“, „Iniziatione“ and „Incantesimo“ suggest also a occult interest. Is there any reference to this?</strong></em></p>
<p>Of course. The symbolism and alchemy that revolve around number “9”<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>are too strong to be not considered.<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>But numerology is a discourse rather complex to be addressed in a few lines without being banal&#8230;. We could talk about that in the tarot the ninth major arcane is the Hermit,<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>who has the awareness of light and shadow. It is the number associated with the months of human creation and in some literature is associated with the Devil according to the hypothesis that Jesus Christ has died after nine hours of agony&#8230;<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>Mainly I focused my attention on the numerical symbolism related to initiation. This album is an autobiography and a personal reflection about emotional and contrapuntal possibilities of overlapping sound. The division into three parts consisting each of three pieces is more a metaphor about the route I have undertaken with my music until now<span style="font-family: Symbol,serif;"></span></p>
<p><em><strong>Your music sometimes shows traces of several Americana styles (also a title like “Desertsnake ballad” goes in that direction). Are there any influences from American artists? Do artists like Jarboe mean something to you?</strong></em></p>
<p>I didn’t know Jarboe before your question! She reminded me a bit &#8216;Diamanda Galas that is an artist that I really adore! I listen to a lot of music and the list of American artists is as long as that for Europeans. Rock was born in America, who was not affected? In Europe was born what is called “classical music” and I really adore composers such as Gesualdo, Bach, Beethoven, Stravinsky&#8230; when I think of my main influences I can talk to you about the <em>Third Movement</em><em> </em>of the Vivaldi’s <em>Summer</em> played by an heavy metal band with many deleay!</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/Lili+Refrain.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7781" title="Lili+Refrain" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/Lili+Refrain-203x300.jpg" alt="" width="203" height="300" /></a>Your music was once described as “Espers jamming with a post-me(n)tal attitude, but with the Southern Lord blackened mood”. How comfortable do you feel with such a description?</strong></em></p>
<p>Ahahahah!!!<span style="font-family: Symbol,serif;"></span>Often people who try to describe something not definable in a genre can create very funny chimeras! I like to use the term SHIPPINGHEAD to define my music, a border land where nightmares and sweet dreams are interwoven, switching between redundancy, minimalism, lyricism and of course, my background comes from metal and I don’t keep it hidden!</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p><a href="http://lilirefrain.blogspot.de/">Lili Refrain @ Blogspot</a></p>
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		<title>AIN SOPH: Ars Regia (LP Re-Release + Buch)</title>
		<link>https://africanpaper.com/2013/06/29/ain-soph-ars-regia-lp-re-release-buch/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Jun 2013 05:27:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist nicht leicht, etwas Allgemeines über Ain Soph zu sagen. Die Interessen und Ausdrucksweisen der römischen Band haben sich in den knapp drei Jahrzehnten seit ihrer Gründung zum Teil extrem gewandelt. Das gleiche lässt sich über die Stimmung ihrer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/06/29/ain-soph-ars-regia-lp-re-release-buch/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/ainsopharsregia.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7285" title="ainsopharsregia" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/06/ainsopharsregia-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es ist nicht leicht, etwas Allgemeines über Ain Soph zu sagen. Die Interessen und Ausdrucksweisen der römischen Band haben sich in den knapp drei Jahrzehnten seit ihrer Gründung zum Teil extrem gewandelt. Das gleiche lässt sich über die Stimmung ihrer Musik sagen, ähnliches über die Haltung des von einigen Umbesetzungen geprägten Kollektivs, die immer deutlich präsent ist, auch dann, wenn sie vordergründig vage und ungreifbar bleibt. Vergleicht man bestimmte Referenzen im Bandkosmos untereinander oder mit den Interessen der einzelnen Musiker in ihren anderen Aktivitäten<span id="more-5820"></span>, so lässt sich auch ein Fan sicher nicht von allem gleichermaßen anstecken, schätzt vielleicht auch nicht jeden Sampler, auf dem die Band vertreten war. Doch nur ein unbefugter Zaungast würde dahinter Beliebigkeit vermuten, aus Unempfänglichkeit gegenüber dem gleichbleibend starken Moment des Auratischen, das sich wie ein dunkelroter Faden durch das Oeuvre der Italiener zieht und auf kaum greifbare Weise Traditionales und Rock&#8217;n'Roll, Sakralität und urbanen Lifestyle zusammenhält. Dieses Moment ästhetisch oder inhaltlich zu definieren erscheint mir als hoffnungsloses Unterfangen und soll hier erst gar nicht versucht werden.</p>
<p>Ein besonderer Bruch stellte bekanntlich ihre zu Beginn der 90er vollzogene Hinwendung zum Songwriting dar, die sich mit dem Wandel Current 93s vergleichen lässt und eine inhaltliche Verschiebung von esoterischen zu weltlicheren Themen nach sich zog. Bei genauerem Hinsehen hat es allerdings viel häufigere Brüche gegeben, und die gerade über Trips und Träume als LP wiederveröffentlichte „Ars Regia“ markierte Mitte der 80er den Abschluss der rein rituellen Tape-Releases, auf die mit „Kshatriya“ und anderen Veröffentlichungen eine ebenso produktive Übergangszeit folgte, in der Ain Soph zwar noch keine reinen Songalben aufnahmen, aber schon wesentlich extravertierter klangen. Als Mitte der 90er auf dem Höhepunkt ihrer folkigen Phase Mastermind Crucifige aus persönlichen Gründen die Band verließ, ereignete sich ein weiterer Bruch, der Sound wandelte sich in Richtung Rock, die Lebenszeichen erfolgten in weit größeren Abständen und die verbleibenden Mitglieder widmeten sich verstärkt anderen Projekten. Doch nun zurück zum finsteren Frühwerk.</p>
<p>Es ist fraglich, ob man heute noch ein der Alchemie und verschiedenen mystisch/okkulten Traditionen verpflichtetes Album wie „Ars Regia“, dass die königliche Kunst schon im Namen trägt, herausbringen könnte, ohne dass es überkommen wirken oder auf Witch House-Spielereien hinauslaufen würde – in den 80ern, in denen man noch Zeit und Mühen investieren musste, um sich überhaupt einen Einblick in diese Themenwelt zu verschaffen und lange bevor selbsternannte Klassikfans das sakral Düstere für sich entdeckt und trivialisiert hatten, war ein Tape voll ungreifbarer, hintergründiger Dunkelheit wie dieses in all seiner klanglichen Reduziertheit radikal innovativ. Ist man im richtigen Modus für solche Musik, erkennt man in den einfachen Klängen eine große Opulenz. Verwehte Stimmen, die an Choräle erinnern, repetitive, verwischte Bläser- und Streicherklänge und nicht zuletzt gemurmelte Beschwörungsformeln erschaffen zusammen mit den anspielungsreichen Titeln eine Szenerie, in der trotz der beängstigenden Atmosphäre eine starke Erhabenheit erfahrbar wird. Auch wenn eine der Spoken Word-Passagen zeitweise in diabolisches Grunzen übergeht, bleibt die Stimmung doch ausgesprochen dezent und letztlich viel geheimnisvoller als jede plakative Effektversessenheit. Bezeichnenderweise entpuppten sich die Musiker nach dem Verlassen ihrer dunklen Nische auch nicht als Hochglanzgrufties, sondern als virile Psych Rocker mit Sinn für kräftige Farben und anarchischen Humor.</p>
<p>Dass die Musik &#8211; auch und gerade, wenn man sie lange nicht gehört hat &#8211; noch immer zu wirken weiß, spricht für ihren Ausnahmecharakter. Gehalt, Tiefe, Echtheit und all die abgegriffenen Wörter, die man kaum noch verwenden mag, sind doch angebrachter, als wenn man das Album auf Schnöseldeutsch als ein Stück Erinnerungskultur feiern würde, als bloses Dokument einer Zeit, als musikalische Regionen entdeckt wurden, die heute weitgehend ausgelaugt sind. Denn dafür steht es viel zu sehr für sich. Die Neuauflage erscheint in 200er Auflage, zusammen mit einer 52seitigen Sammlung zum Teil unveröffentlicher Essays, und findet hoffentlich nicht nur Gehör bei denen, die es bereits kennen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trips-und-traume.com/news.html">Trips und Träume</a></strong></p>
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		<title>MACELLERIA MOBILE DI MEZZANOTTE: Black Lake Confidence</title>
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		<pubDate>Sat, 18 May 2013 06:53:49 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Adriano Vincenti]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Band mit dem Kürzel MMM nennt ihren Stil Swing Noir und wird erwartungsgemäß gerne mit dem Film Noir in Verbindung gebracht. Zurecht, in gewisser Weise, haftet ihren dunklen, angejazzten Soundscapes doch das Schattenhafte, Abgeklärte an, dass konstitutiv ist für &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/05/18/macelleria-mobile-di-mezzanotte-black-lake-confidence/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/MMMblacklake.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6985" title="MMMblacklake" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/MMMblacklake.jpg" alt="" width="150" height="149" /></a>Die Band mit dem Kürzel MMM nennt ihren Stil Swing Noir und wird erwartungsgemäß gerne mit dem Film Noir in Verbindung gebracht. Zurecht, in gewisser Weise, haftet ihren dunklen, angejazzten Soundscapes doch das Schattenhafte, Abgeklärte an, dass konstitutiv ist für die schwarze Serie und ihre lonerhaften Antihelden. Und doch beinhaltet die Musik etwas, das mit den bewegten Bildern der 40er und 50er Jahre nur bedingt vereinbar ist, ein entgrenzter, splatterhaft-animalischer Ton, der schon im Clive Barker entlehnten Bandnamen anklingt und die vornehme Abgewetztheit dieser Filme immer nur als<span id="more-6984"></span> zitathaftes Echo offenbart. Ob Philip Marlowe wohl den Sprechgesang gemocht hätte, der bisweilen an grindiges Growlen erinnert? Ich schätze, er hätte es halbstark gefunden, falls er dieses Wort schon kannte. Die eigentliche Stimmung der Macelleria entspricht einer Idee von Noir, die bereits durch die schrille Drastik des Giallo gegangen ist, und ich denke dabei v.a. an Fulci, den großen Nihilisten dieser Ära. Natürlich kann man sich auch auf einen Schreiber wie James Ellroy einigen.</p>
<p>Wie die meisten Doom Jazzer kommt Adriano Vincenti, die treibende Kraft der Band, nicht vom Jazz, sondern hat seine Wurzeln in einer subkulturellen Musik, die ohne Punk und Industrial nicht denkbar wäre. Gerade letzteres hört man vielen Aufnahmen auch an, da sie stark von Sampling, von kollagenhafter Reisbrett-Konstruktion geprägt waren. “Black Lake Confidence” stellt eine Veränderung dar, da MMM mittlerweile zu einer Band im klassischen Sinne avanciert sind und folglich ein gewisser Livesound dominiert. Statt Post-Industrial mit Swing-Zitaten nun ein grooviger, ambienter Cooljazz mit sorgsam dosierten Noiseeffekten. Trotz allem hat auch das sechste Album der Band einen stark hörspielhaften Zug, wohingegen Songs im eigentlichen Sinne nur kurz anklingen, wie eine reizvolle Idee, die letztlich keiner Ausführung mehr bedarf.</p>
<p>Die Geschichten, die hier kollagenartig überblendet werden, drehen sich um Mordfälle, die im allgemeinen Bewusstsein längst zu modernen Mythen herangereift sind, ähnlich den Orten, an denen sie sich ereigneten. Es sind Geschichten von unterschiedlicher Irrealität: Die Ermordung eines US-Präsidenten während einer Parade in Dallas, eine der großen westlichen Politmythen, wurde primär von den Realitätsproduzenten TV und Radio verklärt, die auch hier den sprachlichen Teil via Sample bestreiten. Die fiktive Dorfschönheit Laura Palmer würde wie alle Soap-Charaktere im allgemeinen Bewusstsein längst das Eigenleben einer realen Person führen, wäre es nicht ausgerechnet ihr früher Tod gewesen, um den David Lynch seinen Twin Peaks-Stoff gebaut hatte. MMM huldigen dieser Folklore mit einem Cover von „Just You And I“, dessen Sentimentalität fast verschämt hinter den düsteren Klangwelten hervorlugt. Wilma Montesi, ein hierzulande vergessenes Model, sitzt zwischen all diesen Stühlen, denn in ihrem Mord trafen die Stränge der Alltagsrealität und der semirealen Halbwelt des Showbiz zusammen.</p>
<p>Die musikalische Seite könnte auch einen echten Film untermalen und ist ebenso heterogen wie der assoziativ verwobene Stoff. An vielen Stellen gebiert sie sich als leichter, in der Luft schwebender Ambient, bei dem Saxophon und trippige Beats für Lounge-Kolorit sorgen und pathetische Engelschöre das Irreale unterstreichen. Hat man sich erst richtig auf die Musik eingelassen, erscheint sie auf einmal tonnenschwer. Alles ist im Fluss, bisweilen sorgt stimmungsvolles Gitarrenpicking für regelrechtes Shoegazerfeeling, aber Vincenti lässt es dabei nicht bewenden. Passagen, die nach echter Jazzkapelle klingen, unterbrechen das Idyll, abgelöst von Lala-50s, von monotonen Rhythmen, von rührseligen Klavierpassagen, von hartem, fast noisigem Saxophon u.s.w.</p>
<p>Man ahnt es schon, Längen weisen die gut vierzig Minuten von „Black Lake Confidence“ kaum auf, was neben der konzeptuellen Geschlossenheit auch die größte Stärke des Albums ist.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trips-und-traume.com/news.html">Trips und Träume</a></strong></p>
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		<title>HENRYSPENCER: Saturn</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Mar 2013 06:46:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/saturnhenryspencer.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6321" title="saturnhenryspencer" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/saturnhenryspencer-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Saturn, der äußerste Himmelskörper unseres Sonnensystems, der noch mit bloßem Auge zu sehen ist, besitzt in vielen Kulturen eine mythisch aufgeladene Symbolik. Im antiken Mythos ist er eine Verkörperung von Kronos, einem Vegetationsgott, der aufgrund des ähnlichen Namens häufig mit Chronos, dem Gott der Zeit verwechselt wird. Ihm zu Ehren veranstalteten die Römer jährlich die Saturnalien, einen sinnenfrohen Karneval, bei dem Ordnung und Hierarchie Kopf standen. Wie viele vitale Göttergestalten aus vorchristlicher Zeit erfuhren seine lebensfrohen Eigenschaften später<span id="more-6320"></span> eine Inversion ins Negative. Saturn symbolisiert fortan Vergänglichkeit, Sorge, Melancholie und Missgeschick. Aus dem Ährenmesser, seinem Attribute als Erntegott, wurde die todbringende Sense.</p>
<p>Mir ist nicht bekannt, inwiefern sich der kanadische Programmierer Henry Spencer, der sich privat mit dem Weltraum befasst und einer der bekanntesten Populärwissenschaftler in dem Metier ist, auch mit dem mythologischen Hintergrund des Gestirns befasst hat. Nach ihm jedenfalls hat der Franzose Valentin Féron vor ein paar Jahren sein Bandprojekt in etwas eigenwilliger Schreibweise benannt, und sein neues Album „Saturn“ stimmt Töne an, die stark an die Umsetzung eines Sagenstoffes erinnern – mit all den heroischen, aber auch entrückten Momenten, die man dabei erwarten mag. Richtig monumentale Fantasy liefert nur der wuchtige opening track, dessen postrockiges Saitenspiel mit der Zeit in kraftvolle, doomig angehauchte Metaleruptionen nach Art von Omega Massiv übergehen, während die monolithische Reinheit der Aufnahme einen guten Eindruck von der edlen und doch niemals glatten Klanggestaltung liefert, die sich durch alle Passagen des Longplayers zieht. An der Stelle muss man gleich den prominentesten Gast erwähnen, nämlich Old Lady Driver James Plotkin, der hier das finale Mastering übernahm und das Werk in eine Linie mit Earth, Isis, Nadja und Anemone Tube stellt.</p>
<p>Hat man die massive Wand aus kantigen Riffs und eruptivem Schlagwerk erst durchdrungen, registriert man schnell, dass Féron das Reich des Saturn mit sehr viel Sinn für stimmungsvolle Details ausgestaltet hat. Das etwas abgenutzte Wort „Klanglandschaft“ erfährt hier eine seltene Relevanz, denn die einzelnen Instrumentalstücke, allesamt Abschnitte eines zusammenhängenden Narrativs, entfalten durch Stereoeffekte und Stimmungsbilder eine stark räumliche Wirkung. Da er – nicht übertrieben, aber deutlich – mit bekannten Stilmitteln hantiert, sollten den imaginierten Bildern kaum Grenzen gesetzt sein. Dunkle, weiträumige Ambientflächen könnten das Panorama einer nächtlichen, menschenleeren Küstenlandschaft untermalen; wunderschön harmonisch, auch noch in Begleitung eines rituellen Pulsierens, bis zur Eruption plötzlicher Soundgewitter, bei denen sich all die unterschwellig spürbare Energie entlädt. Wer die Zusammenarbeit zwischen Locrian und Christoph Heemann schätzt, der wird auch hier schätzenswerte Momente finden.</p>
<p>Weiträumige Passagen lassen einen für Momente alle anfänglichen Metalassoziationen vergessen, und lassen doch kaum den Gesamteindruck des Disparaten entstehen. Fingerübungen auf dem E-Piano wie der Score zu einer altbackenen Naturdoku werden recht abrupt von einer anheimelnden Zupfgitarre unterbrochen: Die Wüste lebt, spätestens, wenn ein Harmonica-Spieler auf den Plan tritt. Doch die traumartige, surreale Klanggestaltung wirkt allzu irdischen Assoziationen entgegen, und als Cineast denkt man an manchen Stellen vielleicht eher an Lynchs „Dune“ als an den Gasplaneten mit dem Ring. Erfreulich ist zudem, dass die Musik bei all den durchaus kitschanfälligen Motiven ohne allen klanglichen Zuckerguss auskommt.</p>
<p>Mythos und Astronomie, Antike und Raumfahrt, „Space“ als Metapher für die Auslotung neuer Bewusstseinszustände: all dies lässt sich beim Eintauchen in Férons klangmalerisches Epos assoziieren, und meine Empfehlung richtet sich somit an eine große Bandbreite an Hörern. Vom Denovali Fest bis zum Dream Magazine wüsste Féron zu überzeugen, und ich frage mich ernsthaft, warum das Ganze in unseren Breiten noch so unbekannt ist. Die bei Trips + Träume erschienene Vinyl-Version erscheint in 200er Auflage.</p>
<p>A. Kaudaht</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.bookmakerrecords.com/">Bookmaker Records</a>/<a href="http://www.trips-und-traume.com/news.html">Trips + Träume</a></strong></p>
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		<title>CONTAGIOUS ORGASM &amp; TZII: Blind Shadows</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Sep 2012 05:19:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hiroshi Hashimoto und der Mann, der sich Tzii nennt, sind zwei unstete Geister, die sich ungern zu lange an einem Ort aufhalten. Der Japaner, besser bekannt als Contagious Orgasm, durchkreuzt seit einem Vierteljahrhundert die weitläufige Landkarte elektronischer Musik, und das &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/09/08/contagious-orgasm-tzii-blind-shadows/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/08/contorgtziiblishad.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4915" title="contorgtziiblishad" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/08/contorgtziiblishad-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Hiroshi Hashimoto und der Mann, der sich Tzii nennt, sind zwei unstete Geister, die sich ungern zu lange an einem Ort aufhalten. Der Japaner, besser bekannt als Contagious Orgasm, durchkreuzt seit einem Vierteljahrhundert die weitläufige Landkarte elektronischer Musik, und das beschränkt sich keineswegs auf die dunklen und krachigen Gefilde, mit denen man ihn meist assoziiert. Neben der Stilpalette von Ambient bis Rhythm Noise war stets Raum für Trippiges und für Ausflüge in diejenige Tanzmusik, die man einst mit dem Attribut „intelligent“ versah, neben<span id="more-4914"></span> Zusammenarbeiten mit Govt Alpha, Bad Sector und Telepherique konnte der Künstler sich auch auf den Dialog mit akustisch arbeitenden Musikern einlassen. Beim belgischen Kollegen Tzii äußert sich die Wandlungsfähigkeit mehr in der Medienwahl als im Hashimoto vergleichbaren Stilspektrum, der obskure Künstler ist als Regisseur, Filmkomponist, DJ und Liveact aktiv, spielte auf fünf Kontinenten, und traf dabei irgendwann auch auf Contagious Orgasm. Man kam ins Gespräch, und das an zwei entfernten Ecken des Erdballs entstandene Resultat trägt den griffigen Titel „Blind Shadows“.</p>
<p>Das bisherige Werk der beiden ist mir nur auszugsweise bekannt, weswegen ich mir auch jede Mutmaßug darüber spare, welche Sounds und Effekte nun von wem stammen könnten – es wäre aber eine große Herausforderung, und schon zu Beginn kann man bei entsprechender Neigung eine Obsession für Details entwickeln. „Desertet Paradise“ heißt das Stück und macht bewusst, wie fremd einem eigentlich die Frage ist, was aus dem biblischen Paradies geworden ist, nachdem der Mensch voll ungezogener Freiheitsliebe und Erkenntnissuche ein Teil der Geschichte und der sterblichen Natur wurde. Man könnte sagen, das Paradies ohne die Krone der Schöpfung ist kein beschaulicher oder gar berechenbarer Ort, im Gegenteil, denn erdige Bassklänge, pathetische Rockdrums und allerlei Kakophonien kämpfen hier im Minutentakt um die Vorherrschaft: Die tiefen Tasten eines Klaviers in unruhiger Bearbeitung an der Grenze des Klimperns, Jazzanklänge und jede Menge Stoff aus alten Stummfilmen. Electronica scheint zunächst fern, und Noise offenbart sich nur in gelegentlichen Hochfrequenztönen, die sich als subtile Ohrenfeinde entpuppen.</p>
<p>Doch die eigenen Ursprünge holen die beiden flugs ein, denn im Verlauf wird es bedeutend lärmiger: Durcheinandergewirbelte Stimmfetzen, chaotisch montierte Feldaufnahmen, Powernoise-Gebrülle, verzerrtes Rauschen und Summen, dazu Rhythmen unterschiedlichster Art, die – wie im Fall von „Panic Room“ (man schätzt offenbar griffige Titel, die ebenso griffige Bandnamen für Newcomer-Acts hergeben würden) – technoide Hektik verbreiten, die man mögen muss, ich persönlich ziehe das formlose Noisechaos in „Storm Rest“ vor. Die andere Seite bilden Bläserklänge asiatischen (?) Ursprungs, unruhige Ambientflächen und das subtile, hypnotische Gewummer in „Twinning Hearts“, das alsbald in Trance übergeht.</p>
<p>Der Spontaneität und Aufgeschlossenheit beider Musiker entsprechend hat das Album einen Panoramacharakter, der einige Überraschungen in petto hat, wenngleich eine derartige Vielseitigkeit fast zwangsläufig mit sich bringt, dass nicht jedem alles zusagt. Wer sich beeilt, kann noch eines der fünfzig limitierten weißen Waxscheiben bekommen, ansonsten gibt es ebenso exquisites Vinyl in diversen Farben.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trips-und-traume.com">Trips und Träume</a></strong></p>
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		<title>BLOOMING LATIGO: Esfínteres y Faquires</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jun 2012 06:15:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Reiz, Gruppen mit komplett auf Bandcamp hörbaren Alben mit einer ausführlichen Review zu würdigen, hält sich in Grenzen. Nicht einmal aufgrund des eventuell als ramschig empfundenen Charakteres dieser Plattform (jeder der will hat in fünf Minuten ein Release), denn &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/06/02/blooming-latigo-esfinteres-y-faquires/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/05/bloominglatigo.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4511" title="bloominglatigo" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/05/bloominglatigo-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Reiz, Gruppen mit komplett auf Bandcamp hörbaren Alben mit einer ausführlichen Review zu würdigen, hält sich in Grenzen. Nicht einmal aufgrund des eventuell als ramschig empfundenen Charakteres dieser Plattform (jeder der will hat in fünf Minuten ein Release), denn wie bei etlichen anderen Medien besteht auch hier immer noch die Möglichkeit zur Perlenfischerei. Es ist mehr so, dass sich die journalistische Instanz auf eine reine Hinweisfunktion beschränken kann, da jedwede beschreibende Vermittlung unnötig ist. Böse gesagt <span id="more-4509"></span>verkommt die Vermittlungsfunktion dann zur bloßen Zurschaustellung des eigenen exquisiten Kanons und zum banalen Dienst an Künstlern und Labels, die sich somit auf ein vorhandenes Medienecho beziehen dürfen. Der neugierige Hörer, eigentlich Adressat journalistischer Arbeit, darf den sprachlichen Zwischenschritt getrost überspringen. Ausnahmen gibt es natürlich auch hier immer wieder, und &#8220;Esfínteres y Faquires&#8221;, der Vollzeit-Erstling der aus Sevillia stammenden Blooming Låtigo, liefert gleich mehrere Gründe dazu.</p>
<p>Da wäre zunächst die schön gestaltete LP, welche die Kastilier gerade via Trips und Träume herausbrachten, und die man als das eigentliche Release betrachten sollte &#8211; nicht nur, aber durchaus auch wegen des grandiosen Artworks von Drummer Gonzalo Santana Hidalgo, das einen grimmigen Mandrill im Diego Rivera-Stil zeigt, der gar nicht so ohne weiteres verraten will, was für einer Geschichte er entsprungen ist – einer mexikanischen Verfilmung von O&#8217;Neills „Hairy Ape“, einem folkloristischen Mysterienspiel oder einem Popart-Streifen nach Lowbrow-Art. Richtig wirken mag er vor allem in der entsprechende Größe. Da wäre jedoch vor allem die Gefahr, dass dieses in vielerlei Hinsicht quer liegende Album zu unrecht untergehen und im deutschsprachigen Raum vollends unerwähnt bleiben könnte. Das Werk mit dem etwas eigenwilligen Titel (bei Interesse gängige Übersetzungsdienste konsultieren) ist nicht nur aufgrund von Aufmachung und Sprachbarriere von einem Exotismus durchdrungen, der für die einen seinen Reiz hat, für viele jedoch auch ein Garant ist, durch die Gedächtnisraster zu fallen. Das Album stilistisch irgendwo einzuordnen ist witzlos, denn &#8220;Esfínteres y Faquires&#8221; bietet eine stimmige Brikolage aus Stilen, die für sich durchgehend verweigert werden – und dies in einer Konsequenz, die ich beim spontanen Überlegen nur von Gruppen wie Kinit Her kenne. Sollte man von Noiserock sprechen, subtil dekonstruiert durch den Geist eines sleazigen Experimentalismus? Oder von den ungleich kaputten Geschwistern Crust Punk und Black Metal, der zersetzenden Wirkung krautiger Folklore ausgesetzt und von ambienten Strukturen immer mal wieder für Momente besänftigt? Auch noch das universell verwendbare Wort „psychedelisch“ in den Raum stellen? Kollegen taten das bereits, und es stimmt durchaus &#8211; irgendwie und dann doch wieder nicht, und das ist im Fall der Blühenden Peitsche durchaus gut so.</p>
<p>Als unaufmerksamer Hörer könnte man auf die Idee kommen, einer Band beim Stimmen ihrer Instrumente zuzuhören. Den maschinenartigen Funk Metal-Sound, der das Album unterschwellig zusammenhält, registriert man eventuell erst nach einer Weile, und zusammen mit dem anfallartigen Keifgesang, der Song für Song seine unverständlichen Verwünschungen in den Raum schleudert, verlangt er dem Hörer einiges ab. Dank einem rauen Bassspiel, aber vor allem aufgrund der Entscheidung, gleich zwei Schlagzeuge zu verwenden, ist die derangierte Musik aber vor allem eines: kraftvoll. Sollte ich mir ein Vergleichsmoment zu der entgrenzten Energiegeladenheit einfallen lassen, dann würde mir wohl am ehesten die Römischen Zu einfallen, deren &#8220;Carboniferus&#8221;-Werk ebenfalls auf TuT erschienen ist, und mit denen die Spanier bereits zusammen aufgetreten sind. Zwischen den ekstatischen Schreien und den ultraverzerrten Basslinien gibt es immer wieder Momente, in denen der Sänger einen elegischen Ton anstimmt. In all dem Chaos ist also auch Raum für eine gewisse Robert Smith-Melancholie, und ganz nebenbei registriert man dann auch, dass die Lyrics zum Großteil auf Englisch verfasst sind.</p>
<p>Unter den Neuzugängen der ersten Jahreshälfte gebührt Blooming Låtigo auf jeden Fall ein Platz, und ich hoffe sehr, dass dieses Album nur der Auftakt ist. Die LP ist auf dreihundert Einheiten limitiert, die ersten hundert Stück erscheinen auf knallblauem Vinyl. Freunde der CD können mit etwas Glück noch eine der zum Jahresbeginn erschienenen Kopien beim spanischen Label Féretro Records bekommen.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trips-und-traume.com">Trips und Träume</a></strong></p>
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		<title>A Powerful Channel of Catharsis. Interview mit der Musikerin Lili Refrain</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/08/31/lili-refrain-interview/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:35:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Rede vom Verschmelzen des Künstlers mit seinem Werk muss nicht zwangsläufig ein Gemeinplatz sein. Die junge römische Musikerin Lili Refrain jedenfalls, die unlängst ein Album namens “9” aufnahm und ihrer Gitarre widmete, behandelt ihr Instrumentarium beinahe wie ein lebendes &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/lili-refrain-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilirefraintop.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1207" title="lilirefraintop" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilirefraintop.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Rede vom Verschmelzen des Künstlers mit seinem Werk muss nicht zwangsläufig ein Gemeinplatz sein. Die junge römische Musikerin Lili Refrain jedenfalls, die unlängst ein Album namens “9” aufnahm und ihrer Gitarre widmete, behandelt ihr Instrumentarium beinahe wie ein lebendes Wesen, sich selbst benennt sie auf der anderen Seite nach einem musikalischen Begriff. Immer scheint die Musik selbst Thema ihrer Arbeiten zu sein, klingt sie doch in einigen ihrer Songtitel ebenso an wie in häufigen zitathaften Rückgriffen auf bekannte und weniger bekannte Stationen der Musikgeschichte. <span id="more-1206"></span>Im Interview erweist sie sich darüber hinaus als ausgesprochen reflektierte Gesprächspartnerin, was die Machart und die mögliche Wirkung ihrer Werke betrifft. Selbstredend muss der Hörer nicht firm sein in den Theorien des Performativen oder der alchemistischen Konnotation von Zahlen, um von Lilis Musik berührt zu sein. Dass ihre Aufnahmen schwer zu kategorisieren sind, kommt unter anderem im folgenden Interview zur Sprache – Verortungen in den Überschneidungsbereichen zwischen psychedelisch angehauchtem Folk, klassischem Rock und experimenteller Musik sind aber dennoch legitim, wenn man denn Begriffe dieser Art nicht allzu eng fasst. Bemerkenswert ist die für eine Einzelkünstlerin überraschende Energie, die sie mehr oder weniger allein mit ihrer akustisch wie verstärkt gespielten Gitarre und ihrer Stimme hervorbringt. An einigen Stellen mag man geneigt sein zu vergessen, dass man es nicht mit einer mehrköpfigen Band zu tun hat. Dies wird vor allem auch bei den Aufnahmen einiger Live-Performances deutlich, die im Netz zu finden sind, und die auf zukünftige Auftritte auch in unseren Breiten hoffen lassen.</strong></p>
<p><a title="A Powerful Channel of Catharsis. An Interview with Lili Refrain" href="http://africanpaper.com/2013/10/26/a-powerful-channel-of-catharsis-an-interview-with-lili-refrain/"><strong>Read the English version </strong></a></p>
<p><em><strong>Lass uns ganz altbacken beginnen: Wann hattest du mit der Musik begonnen, hattest du eine klassische Ausbildung genossen und wann ging es los mit dem Projekt, das wir als “Lili Refrain” kennen?</strong></em></p>
<p>Ich fing mit dem Gitarrespielen an, als ich vierzehn war. Ich hatte nie Unterricht, aber ich hätte gerne eine klassische Ausbildung erhalten. Ich bin reine Autodidaktin und ich begann damit, die Gitarristen nachzuspielen, die ich damals am meisten mochte. Eines der ersten Riffs, die ich drauf hatte, war aus „Fade to Black“ von METALLICA, ich liebte den Tag, als ich das alles gelernt hatte. Mein Soloprojekt begann 2006, als sich mein Interesse mehr darauf richtete, das Anordnen von Klangschichten zu erkunden. Ich begann mit überlagerten Sounds zu experimentieren, mit Tape, Mehrspurrekorder und Sequenzer. Das Verlangen, das auch auf der Bühne umzusetzen war mein Eintritt in die Welt der Loops in Echtzeit, es war für mich absolut eine Revolution!</p>
<p><em><strong>Wenn du bei Konzerten Looptechniken benutzt, lässt du der Musik oft ihren ganz eigenen freien Lauf, und manchmal wirkt es wie eine Art Jammen mit dir selbst. Denkst du es gibt einen idealen Mittelweg zwischen der Kontrolle, die man als Solokünstler über die Performance hat und der Flexibilität, wenn man eher Teil von etwas Größerem ist?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilirefrain564.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1208" title="lilirefrain564" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilirefrain564-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Die Looptechniken erlauben mir zahlreiche Orchestrierungen meiner selbst, sie lassen mir die Freiheit, alles zu kontrolieren oder mit Soundschichten in Echtzeit zu improvisieren. Auf jeden Fall erfordert der Gebrauch von Loops eine großes Maß an Kontrolle, vor allem was den Rhythmus betrifft. Ändere den Akzent ein bisschen oder schätze die Zeit falsch ein, und schon wird der Song zu etwas ganz anderem. Ich mag es, die darin enthaltene Rogorosität mit der absoluten Unvorhersehbarkeit der Ereignisse interagieren zu lassen, wenngleich die Kontrollkomponente auch während radikaler Improvisationen präsent ist. Diese Freiheit und Flexibilität ist der Grund, weshalb ich niemals fertige Aufnahmen in die Konzerte integriere.</p>
<p><em><strong>Im Bezug auf die vorherige Frage: Welche Vorstellung vom Künstler ist dir näher – die vom Künstler als Schöpfer eines Werks oder die vom Künstler als einer Art Kanal, durch den Schönheit und Energie fließen?</strong></em></p>
<p>Alle Lebewesen sind Kanäle, durch die Energie fließt, der Künstler ist meines Erachtens jemand, der nicht anders kann, als diese Energie festzuhalten, und durch seine eigenen Gefühle mit ihr zu arbeiten und sie zu etwas anderes zu sublimieren, etwas wie Musik, Poesie, Malerei, Tanz oder Theater.. und die Wirklichkeit neu zu erfinden, indem er all dies mit anderen teilt. Eher als einen Schöpfer würde ich ihn als eine Brücke bezeichnen zwischen dem Unsichtbaren und dem Sichtbaren, zwischen etwas sehr Leisem und dem Schrei – er ist ein Wieder-Schöpfer!</p>
<p><em><strong>Wenn du zu entscheiden hättest, dich entweder auf deine Stimme oder auf die Gitarre zu konzentrieren, was würdest du wählen?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilirefrain.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1209" title="lilirefrain" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilirefrain-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Diese Frage bringt mich zur Zeit ernsthaft durcheinander! Vor “9″ antwortete ich ohne zu zögern dass ich niemals ohne meine Gitarre Musik machen könnte, sie war seit jeher das Instrument, durch das ich mich am besten ausdrücken konnte. Sie war wesentlich für mein neues Album, das ein sehr wichtiges und intensives Werk für mich ist. Jetzt, wo “9” draußen ist, denke ich, dass ich nun auch bereit bin für ein Instrument wie die Stimme. Ich habe dieses Universum erst vor kurzem entdeckt und mich wahnsinnig verliebt in die Möglichkeiten, die damit verbunden sind. Die Stimme ist ein sehr viel intimeres und vor allem ein unberechenbares Instrument, ich denke, dass es sehr viel Mut erfordert, sie ernsthaft einzusetzen. Ich habe aber in jedem Fall vor, das zu tun.</p>
<p><em><strong>Hast du deine Stimme schon immer auf diese Weise gebraucht? Gab es etwas, dass dich davon abbrachte, auf “konventionelle” Art zu singen, oder war es eher etwas graduelles?</strong></em></p>
<p>Wenn ihr mit “konventionelle Art zu singen“ den Gebrauch von Wörtern meint, so kann ich sagen, dass ich bisher noch nie meiner Stimme den Gebrauch von Sprache anvertraut hatte. Ich ziehe es vor, dem Instinkt bzw. dem Bauch zu vertrauen und meiner Stimme freien Lauf zu lassen in all ihren Möglichkeiten – vom Schreien bis zum Flüstern, vom lyrischen Drama bis zum ironischen Klang eines gewissen Falsetts, das man von Kindern her kennt, die von starken Gefühlen übermannt werden.. Auf jeden Fall war es eine wichtige Erfahrung, bestimmte Kompositionen von G. Ligeti zu hören. Seine “Aventures” und “Nouvelles Aventures” haben meinen Horizont sehr in diese Richtung erweitert.</p>
<p><em><strong>Dir scheint stattdessen die “onomatopoetische” Seite der Sprache sehr wichtig zu sein. Denkst du, dass der Klang bzw. die Form von Wörtern mehr ausdrückt als ihre Semantik?</strong></em></p>
<p>Oh ja, “onomatopoetisch” ist ein fantastisches Wort!!!! Mehr als eine Sache der Wichtigkeit ist dies aber, wie ich denke, eine Frage der persönlichen Neigung. Für mich ist Musik eine Sprache, die sehr nah an den Gefühlen ist, viel mehr als die Semantik <strong>(die Onomatopoesie ist ein Stilmittel, bei dem außersprachliche Klänge lautmalerisch nachempfunden werden; das können Ausrufen wie “päng!” sein, aber auch ein Wort wie “meckern” erinnert klanglich schon leicht an das Gemecker einer Ziege – Anm.d.Red) </strong>. Und ja, ich mag den Klang bestimmter Silben, ich mag den Gebrauch von Rauheit bestimmter Phoneme oder die Sinnlichkeit bestimmter Vokale. Für mich ist es nicht wichtig, ob sie eine spezielle Bedeutung haben, was mich interessiert ist die Kraft ihrer Gesten. Ich denke, der Klang des Lachen braucht das Wort “Lachen” nicht, um besser verstanden zu werden…</p>
<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilipraline.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1271" title="lilipraline" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilipraline.jpg" alt="" width="242" height="243" /></a><em>Zu deinen Liveshows zählt auch eine experimentelle Version des Klassikers “Nature Boy”, den viele in den Interpretationen von Nat King Cole und David Bowie kennen. Als ich es kürzlich einem Freund vorspielte, dachte er zunächst, du wolltest den Song durch den Kakao ziehen, revidierte aber hinterher seinen Eindruck. Was war der Anlass zu dieser Neuinterpretation, und wie denkst du über die in dem Song anklingende Philosophie?</em></strong></p>
<p>“Nature Boy” ist ein Lied, das schon immer eine große Wirkung auf mich hatte, und das obwohl ich früher nur die Instrumentalversion kannte und nichts über den Text wusste. Was ich an dem Lied schätze ist seine evokative Natur. Ich hatte mich entschieden, es in meine Performances einzubauen, weil es anscheinend ein perfektes Zwischenspiel ist zwischen dem Heraufbeschwören von Emotion und Kunstfertigkeit – “Ipnotica” und “Imitatio”. Was die Botschaft des Liedes betrifft, so stimme ich absolut überein, dass sie das einzige anspricht, das wirklich von Bedeutung ist: “just to love and be loved in return”!</p>
<p><em><strong>Deine Musik ist sehr kraftvoll, hat aber auch einen verzweifelten Unterton, der die Energie noch zu verstärken scheint. Glaubst du an die kathartische Funktion von Musik?</strong></em></p>
<p>Ganz sicher! Musik war seit jeher ein starker Kanal der Katharsis, für mich ist sie der beste Weg, jedes persönliche Gefühl auszudrücken, von Freude bis zu Verzweiflung.</p>
<p><em><strong>“Polyphylla Fullo” scheint auf eine sehr schmerzvolle Erfahrung zu referieren (zumindest erweckt dein Gesang diesen Eindruck). Kannst du ein paar Worte zu diesem Lied sagen?</strong></em></p>
<p>“Polyphylla Fullo” <strong>(was eine Art Blatthornkäfer bezeichnet, die in Deutschland Walker oder Türkischer Maikäfer genannt wird – Anm.d.Red.)</strong> ist ein Song, der mir sehr nah ist. Es ist auf meiner ersten CDr enthalten und ist der Song, mit dem ich meine Liveshows einleite. Es ist einem meiner Lieblingsinsekten gewidmet – Polyphylla Fullo ist einer der wenigen Käfer, die auf Bäumen und nicht auf der Erde leben und sich von Kiefernnadeln ernähren anstatt von Dung. Das Tier ist ein Außenseiter, der ein besseres Leben vorzieht, auch wenn es vielleicht schwieriger zu führen ist. Es ist immer ziemlich schmerzhaft, außen vor zu sein für etwas, dass man will und das einem wichtig ist..</p>
<p><em><strong>Eines deiner kraftvollsten Stücke heißt „Nine Guitar Symphony“ und stammt aus dem Jahr 2006. War das auch auf deiner Cdr, und planst du diese Arbeiten nochmals zu veröffentlichen?</strong></em></p>
<p>Ich bin sehr froh, dass ihr mich nach diesem Lied fragt, denn mit genau diesem Stück hatte ich mein Soloprojekt gestartet! Es ist eine Kollagen von neun klassischen Gitarrenspuren und war mein erstes Experiment mit überlappenden Sounds. Ich hatte es zuhause mit einem Mehrspur-Rekorder aufgenommen ohne die Hilfe von Loops und ohne irgendwelche Post-Produktion. Als ich den Drang verspürte, meine Solosachen auch Live darzubieten, kaufte ich mir eine neue E-Gitarre und nannte sie sofort “9”, weil die Zahl dank dieses Songs für mich ein Symbol der Vielfalt war. Ich würde es gerne neu veröffentlichen, auch im Rahmen von Performances, aber ich brauche dafür neun unterschiedliche Gitarristen!</p>
<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilirefrainbig-200x300.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1211" title="lilirefrainbig-200x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilirefrainbig-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><em>Bezieht sich die Zahl auch auf die neun Musen der antiken Mythologie?</em></strong></p>
<p>Wie gesagt ist “9” der Name meiner Gitarre, und ihr ist mein Album hauptsächlich gewidmet. Dennoch hat die Zahl “9” eine sehr weite Symbolbedeutung, die auch die Zahl der Musen einschließt. Der erste Teil meines Albums enthält eine “Beschwörung”, und der erste Song, “INCIPIT- number 9”, soll eine Ehrerbietung an sie darstellen.</p>
<p><em><strong>Alle neun Songs deines Albums beginnen mit einem „I“, dem neunten Buchstaben des Alphabets. Ging es dabei auch um den Klang?</strong></em></p>
<p>Nicht wirklich. Das Album ist im Prinzip eine Initiationsreise durch drei Stadien. Jedes Stadium enthält wiederum drei Phasen. Die Entscheidung, die Anzahl der Songs und die Initialen ihrer Titel in der Zahl “9” zusammen fallen zu lassen, war rein ästhetisch motiviert.</p>
<p><em><strong>Die numerologische Komponente und die drei „Invocazione“, „Iniziatione“ and „Incantesimo“ benannten Teile implizieren ein okkultes Interesse. Gibt es da einen Bezug?</strong></em></p>
<p>Definitiv. Die Symbolik und Alchemie rund um die Zahl “9” sind zu stark um sie nicht zu registrieren. Doch Numerologie ist ein zu komplexer Diskurs, um ihn in wenigen Zeilen abzuhandeln ohne dabei banal zu werden… Wir könnten darüber reden, dass im Tarot das neunte große Arkanum der Eremit ist, der über Licht und Schatten weiß. Es ist die Zahl, die mit den Monaten der menschlichen Schöpfung assoziiert ist, und in mancher Literatur wird sie auch mit dem Teufel in Verbindung gebracht, bezogen auf die Hypothese, dass Jesus Christus nach neun Stunden der Agonie starb… Ich konzentrierte mich primär auf den symbolischen Bezug zur Initiation. Das Album ist autobiografisch, und primär eine persönliche Reflexion über die emotionalen Möglichkeiten überlappender Sounds. Die Einteilung in drei Teile, die wiederum aus drei Stücken bestehen, ist mehr eine Metapher über den Weg, den ich mit meiner Musik bis jetzt gegangen bin.</p>
<p><em><strong>Deine Musik klingt manchmal sehr amerikanisch (auch ein Titel wie “Desertsnake ballad” erweckt diesen Eindruck). Gibt es Einflüsse von amerikanischen Künstlern? Bedeuten dir Musiker wie Jarboe etwas?</strong></em></p>
<p>Ich wusste nichts über Jarboe vor dieser Frage! Sie erinnert mich ein bisschen an Diamanda Galás, eine Künstlerin, die ich sehr verehre! Ich höre eine Menge Musik und die Liste der amerikanischen Künstler, die ich mag, ist so lang wie die der Europäer. Rock wurde in Amerika geboren, doch wer wurde nicht davon infiziert? In Europe wurde geboren, was man gemeinhin “Klassische Musik” nennt, und ich verehre Komponisten wie Gesualdo, Bach, Beethoven, Stravinsky… Wenn ich über meine wichtigsten Einflüsse nachdenke, dann muss ich den dritten Satz von Vivaldis „Sommer“ nennen – aber gespielt von einer Heavy Metal-Band mit viel Delay!</p>
<p><em><strong>Dein Label beschreibt deine Musik als “Espers jamming with a post-me(n)tal attitude, but with the Southern Lord blackened mood”. Wie gut kommst du mit solchen Beschreibungen klar?</strong></em></p>
<p>Ahahahah!!! Wenn Leute etwas beschreiben müssen, das nicht hundertprozentig in ein bestimmtes Genre passt, erschaffen sie oft witzige Chimären! Ich benutze gerne den Ausdruck SHIPPINGHEAD, um meine Musik zu charakterisieren, ein Grenzland, in dem Alpträume und süße Träume ineinander verwoben sind, wo sich Wiederholung, Minimalismus und das Lyrische begegnen. Und mein Hintergrund kommt vom Metal, und ich habe nicht vor, das zu verstecken!</p>
<p><em><strong>Was muss man sich unter “Shippinghead” vorstellen?</strong></em></p>
<p>Das ist nicht so leicht zu erklären, aber ich versuche es: Alles begann damit, dass so viele Leute fragten, was für eine Art Musik ich mache, und ich nie richtig wusste, was ich antworten sollte. Eines Tages, während einer exzessiven Loopbeschallung in meiner Wohnung, sagte ein sizilianischer Freund, der gerade zu Besuch war und schon ganz erschöpft war von dieser ganzen Redundanz “ich weiß, was für eine Art Musik du machst: Du spielst SCIPPA TESTA!”. Es war ein Witz, aber für mich war es eine Offenbarung. In Sizilien ist es eine Art geflügeltes Wort, das verwendet wird, wenn eine Person sehr betrunken ist und seine mentalen Funktionen nicht mehr unter Kontrolle hat. Wörtlich heißt es einfach “abgeschnittener Kopf”. Musik, und vor allem exzessive Wiederholung kann zu ähnlich veränderten Bewusstseinszuständen führen wie Drogen. Denk nur an die Kraft von Mantras zum Bespiel. Mit Loops ist es das gleiche, man könnte meine Musik ja als ein etwas komplexeres Mantra bezeichnen.<br />
Zum Konzept von “SHIPPINGHEAD”: Es ist nur ein Wortspiel, dass auf der Assonanz zwischen “SCIPPA” und “SHIPPING” basiert, und auf der Gemeinsamkeit zwischen “kopflos” und “schiffbrüchig”. Vielleicht kann man meine Musik ja so sehen – “like a ship which helps to SHIP your HEAD away and leaves you shipwrecked in your soul…”</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
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		<title>LILI REFRAIN: 9</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[LILI REFRAIN ist eine junge römische Gitarristin und Sängerin, die bisher vor allem im eigenen Land von sich reden machte. Vor rund zwei Jahren erschien ein schlicht „Lili Refrain“ betiteltes Debütalbum auf CDr, das die Künstlerin wohl ohne weitere Unterstützung &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/lili-refrain-9/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilirefrain9.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1204" title="lilirefrain9" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/lilirefrain9-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>LILI REFRAIN ist eine junge römische Gitarristin und Sängerin, die bisher vor allem im eigenen Land von sich reden machte. Vor rund zwei Jahren erschien ein schlicht „Lili Refrain“ betiteltes Debütalbum auf CDr, das die Künstlerin wohl ohne weitere Unterstützung aufnahm, und das erwartungsgemäß in unseren Breiten kaum beachtet wurde. <span id="more-1203"></span></p>
<p>Auch an mir ging die Scheibe bislang vorbei, wobei mich die Informationen, die ich später bei ihrem Label bekam, schon neugierig machten – dort ist von Lilis ersten Stimmexperimenten im Rahmen sakraler Musik die Rede, von energiegeladener psychedelischer Gitarrenarbeit, von hypnotischen Loops und pastoralen Ruhephasen. Von Einflüssen, die von GYÖRGY LIGETI bis zu 70er-Jahre Rock und Metal reichen. Zu guter Letzt wird ihre Musik noch, zugegebenermaßen etwas schematisierend, als Drone-Metal-Variante vom Folksound der ESPERS beworben. Das ist natürlich alles in allem eine hohe Messlatte für ihre erste reguläre CD, die nach der Zahl der Musen schlicht „9“ betitelt ist und vor wenigen Wochen beim Label <em><span style="font-size: xx-small;">TRIPS UND TRÄUME</span></em> in Koproduktion mit <em><span style="font-size: xx-small;">THREE LEGGED CAT</span></em> erschien. Dabei handelt es sich erneut um eine Soloarbeit, Lili wartet diesmal mit „Guitars, Voices, Bow on Steel &amp; Bass“ auf und bringt ein Werk zustande, das, um es vorweg zu nehmen, ungemein kraftvoll ausgefallen ist und wie die ausgereifte Arbeit einer routinierten Band wirkt.</p>
<p>Die Platte ist in drei Abschnitte mit je drei Song gegliedert, die das ganze in einen ritualistischen Kontext setzen oder zumindest einen derartigen Eindruck erwecken – der erste Abschnitt ist mit „Invocazione“ (Beschwörung) überschrieben. Der Opener „Incipit (Number 9)“ beginnt wie alle Stücke des Albums mit dem Buchstaben „I“, dem neunten Laut des Alphabets, und bietet ein  erwartungsvoll stimmendes Ambient-Intro. Schon kurz nach dem Auftakt ergreift eine zurückhaltende Stimme das Wort, doch den Großteil des akustischen Raumes nimmt eine hypnotisch wirkende Klangfläche ein, die, gleichwohl elektronisch bearbeitet, weit mehr ist als alles, was ein abgewirtschafteter Begriff wie „Dark Ambient“ suggerieren mag. Im weiteren Verlauf ergänzt Lili das Klangbild durch deutlicher zu erkennenden Gesang, der klassisch anmutet – was für den Unkundigen zunächst für Italienisch gehalten werden mag, entpuppt ich als Schall und Wahn, als verhalten ekstatische Feier der Lautmalerei. Schon bei diesem Intro basiert alles auf musikalischen Prinzipien wie Loop, Variation und Steigerung, was im Verlauf beibehalten wird. Auch kleine Rockzitate klingen bereits an. Der zweite Song, „Ipnotica (Desertsnake Ballad)“, beginnt zunächst recht zaghaft mit dezentem aber eindringlichem Finger Picking beinahe im MICHAEL CASHMORE-Stil (und der Vergleich ist nicht willkürlich gewählt). Stufenweise verwandelt der Song sich aber in den nächsten Minuten in ein Stück ekstatisch aufpeitschenden Desert Folks, der durch die lautmalerischen Vocals, die auf der ganzen CD nur selten in Textvortrag herkömmlicher Art übergehen, an Kraft und Entrücktheit noch gewinnt. Der Titel dieses frühen Höhepunktes ist hier Programm, denn der Song ist in der Tat hypnotisch und beschwört eine fesselnde Geisterstadtatmosphäre herauf, die natürlich auch irgendwie italienisch ist, wenn man an den Italo-Western denkt. Auch andere Stücke beginnen zunächst sparsam und repetitiv. „Imitatio“ erinnert mit einer sich einprägenden Skala an Tönen an die so genannte Minimal Music. Gitarren kommen hinzu, zunächst Soli mit einschmeichelnden Melodien, dann wird das Spiel verzerrter, krachiger, alles mündet in Rock, der jedoch völlig neu kontextualisiert erscheint. Nachdem der Song sich erst einmal richtig aufgebaut hat, ist er ein großartiges Beispiel an Fülle und Intensität.</p>
<p>Der zweite Teil trägt den Titel „Iniziazione“ und beginnt mit dem Stück „Insultura (On Trembling Earth)“, welches dann endgültig die rockige Seite von Lilis Kunst repräsentiert. Es gibt recht bald BLACK SABBATH-artige Stoner-Riffs, allerdings wartet der Hörer unter Umständen vergebens auf Drumeinsatz oder bekannte Strukturen wie das gängige Schema von Strophen und Refrain. Doch bei dem keinesfalls improvisiert wirkenden Fragmentcharakter des Songs hat man nicht im Mindesten das Gefühl, das etwas fehlen würde, im Gegenteil wird auch hier wieder Fülle geboten, denn dem Titel entsprechend zittert die Erde wirklich wie unter einer Naturgewalt, die sich nur langsam wieder beruhigt und einige kleine Nachbeben nach sich zieht. Ich möchte jetzt nicht auf alle Stücke des Albums eingehen, obwohl hier eine große Vielfalt vorliegt, mit der man sich ausgiebig befassen könnte. Es wiederholen sich folkige Improvisationsfeuer auf der akustischen Gitarre, Stücke, die an slawische Volkstänze erinnern, oder Passagen, die von opernhaften Echolalien geprägt sind und (als vielleicht am ehesten italienische Parts) Assoziationen zu Arien bei Monteverdi und Cavalli wecken. Dabei ist die Struktur nicht nur von Wiederholung und Variation geprägt, sondern auch von sprunghaften Brüchen, bei denen ein Stück schon mal komplett seine Richtung wechseln kann und entweder in ein hörspielartiges Sample, in ein rhythmisches Gewitter (Man vergleiche auch den entsprechenden Untertitel „Compulsive Techno Massacre“.) oder in das kunstvoll eingewobene Kinderlied „Fra. Martino“ (Bruder Jakob) mündet, bei dem Lilis verfremdete Stimme ganz kurz wie ein  Kinderchor erklingt.</p>
<p>Was nach dem Ende des „Incantesimo“ betitelten dritten Teiles bleibt, ist der Eindruck eines sehr kraftvollen Albums, bei dem Kategorien wie die schon angeführten Begriffe Psychedelic, Stonerrock und Minimal Music zu kurz greifen, obwohl die Musik ihrer durchaus würdig ist. Denn sagen wir&#8217;s ehrlich – seit Jahren schmückt sich jede zweite Akustikcombo, die ein bisschen mehr macht als biederes Akkordeschrammeln, mit dem Begriffsfetisch „Psychedelic“, und selbst da, wo es dann ein bisschen dröhnender zugeht, wird einem meist Entspannungsmusik geboten. Das ist hier keineswegs der Fall, Refrains Songs treten in alle Ärsche und sind so vielgestaltig wie ein spontanes Jam zwischen DIAMANDA GALÁS, ERNESTO TOMASINI, SIX ORGANS OF ADMITTANCE und ELECTRIC WIZARD, irgendwo in der Wüste von New Mexico. Ich geb&#8217;s zu, ich konnte nicht widerstehen, eine italienische Review durch den Babelfish zu jagen. Zwischen dem informativen Kauderwelsch um Südliche Herren und Postfelsen, das ich erwartungsgemäß ausgespuckt bekam, fand sich auch dieser in seiner Einfachheit rührende Satz, der viel mehr sagt als alle Verquastheiten über Semiotik, die man hier anschließen könnte: „Sie ist ein Gitarrenspieler, und sie lässt gern die Gitarre erklingen!“ Hoffen wir, dass das so bleibt. (U.S.)</p>
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