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	<title>African Paper &#187; Warner</title>
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		<title>MARC ALMOND: I&#8217;m Not Anyone</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Oct 2024 06:12:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Marc Almond]]></category>
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		<description><![CDATA[Marc Almonds neues Album &#8220;I&#8217;m Not Anyone&#8221; knüpft an seine lange Tradition an, Songs mit einer ganz persönlichen Note neu zu interpretieren, ohne dabei ihre grundsätzlichen Charakteristika allzu stark zu verändern. Schon immer hat Almond mit seinen Coverversionen auch weniger &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/10/19/marc-almond-im-not-anyone/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/marcalmondimnotanyone.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-42939" title="marcalmondimnotanyone" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/marcalmondimnotanyone-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Marc Almonds neues Album &#8220;I&#8217;m Not Anyone&#8221; knüpft an seine lange Tradition an, Songs mit einer ganz persönlichen Note neu zu interpretieren, ohne dabei ihre grundsätzlichen Charakteristika allzu stark zu verändern. Schon immer hat Almond mit seinen Coverversionen auch weniger bekannte Stücke ins Rampenlicht geholt und ihnen damit im besten Fall neues Leben eingehaucht. Diese Fähigkeit beweist er erneut auf <span id="more-42938"></span>seinem ersten Coveralbum seit <a title="MARC ALMOND: Shadows and Reflections" href="http://africanpaper.com/2018/02/24/marc-almond-shadows-and-reflections/">&#8220;Shadows And Reflections&#8221; (2017)</a>, das bereits im Sommer herauskam. Dabei bleibt er auch seinen breitgefächerten musikalischen Interessen treu, die von französischen Chansons über populäre russische Musik bis hin zu Northern Soul und überhaupt verschiedener Musik der 60er Jahre reicht (wozu auch immer wiederd <a title="MARC ALMOND WITH MICHAEL CASHMORE: Gabriel &amp; The Lunatic Lover" href="http://africanpaper.com/2011/08/31/marc-almond-with-michael-cashmore-gabriel-the-lunatic-lover/">Gedichtvertonungen von Stenbock</a> über <a title="OTHON: Digital Angel" href="http://africanpaper.com/2011/08/31/othon-digital-angel/">Crowley</a> bis zu <a title="MARC ALMOND &amp; MICHAEL CASHMORE: Feasting With Panthers" href="http://africanpaper.com/2011/09/04/marc-almond-michael-cashmore-feasting-with-panthers/">Jean Cocteau und Jeremy Read</a> kommen).</p>
<p>Der Albumtitel &#8220;I&#8217;m Not Anyone&#8221; greift den Hit Paul Ankas auf, dessen Interpretation gewissermaßen das Zentrum des Albums markiert: Der Song ist eine kraftvolle, mit viel Emotion vorgebrachte Hymne an Individualität und Freiheit, unterlegt von opulenten orchestralen Arrangements. „Ich bin nicht irgendwer“, verkündet Almond, während Streicher und Bläser eine filmische Atmosphäre schaffen, und erinnert daran, sich nicht mit dem bloßen Dahinleben abzufinden – ein zentrales Motiv, das sich durch viele seiner Interpretationen zieht, man denke z.B. an das Aznavour-Cover &#8220;I Have Lived&#8221;.</p>
<p>Almonds anscheinend niemals alternde Stimme bleibt so wandelbar wie eh und je, ob bei epischen Stücken wie dem bluesig eingefärbten &#8220;I&#8217;m The Light&#8221; (im Original von den Doom-Pionieren Blue Cheer), dessen lyrisches Ich den angesprochenen anderen zu sanften Gitarren zum Bleiben überredet, oder bei dem fast folkig startenden und schnell zu einem eingängigen Popsong mutierenden &#8220;Reflections Of My Life&#8221; von der heute eher vergessenen Popgruppe Marmalade, das mit einem Hauch von Wehmut an vergangene Tage erinnert. Mit Backgroundchor, anrührenden Streichern und dem einen oder anderen soliden Gitarrensolo strotzt der Song vor Ideen und demonstriert ein weiteres Mal Almonds Liebe zu den Kleinodien aus der popkulturellen Schatzkammer. Ein besonderer Höhepunkt ist das exaltierte &#8220;Gone With The Wind (Is My Love)&#8221;, das mit aufrüttelnden Synthies beginnt und in einen soullastigen Uptempo-Track mit lauten Gitarren übergeht. Die Geschichte einer Liebe, die sich als vergeblich erweist, wird von Almond mit einer eindringlichen Dramatik dargeboten, die Molltöne mit Uptempo verbindet und textlich an seine besten Brel-Coverversionen erinnert, der bittersüß gefärbte Wunsch nach Rückkehr der verlorenen Person ist ein oft wiederkehrendes, geradezu archetypisches Motiv Thema bei Almond. Besonders interessant ist auch das Fans zwangsläufig an einen Vers aus &#8220;If You Go Away&#8221; erinnernde &#8220;I Talk To The Wind&#8221;, bei dem Ian Anderson von Jethro Tull mit seiner Querflöte zu Klavierbegleitung dem King Crimson-Klassiker eine neue, kammermusikalische Note verleiht. In Kombination mit Almonds Stimme entsteht ein lange nachhallender Earcatcher.</p>
<p>Eine Überraschung bietet das bossa-nova-artige &#8220;Elusive Butterfly&#8221;, ein Song, der einen mit seinen nostalgischen Backing-Vocals und seinem ganz eigenen Groove sofort in einen Tanzclub der 60er versetzt, der &#8211; dafür ist das ganze Szenario zu wehmütig &#8211; nicht wirklich an die Coppa Cabana passen würde, aber dank seines filmischen Kolorit allemal an die Côte d’Azur. Der Text erinnert an die zärtlichen Worte eines geisterhaften Liebhabers, der die geliebte Person als schmetterlingshafter Wiedergänger heimsucht. Die größte emotionale Tiefe erreicht das Album aber in den eher düsteren Stücken. &#8220;Smokey Day&#8221;, ein Duett mit Bryan Chambers und im Original von dem hierzulande eher wenig bekannten Sänger Colin Blunstone, zieht alle Pathosregister und baut eine musikalische Spannung auf, die von tiefen, pulsierenden Celloriffs und dramatischen, in lichte Höhen schießenden Violinen untermalt wird. Ebenso beeindruckend ist &#8220;Trouble Of The World&#8221;, eine Coverversion von Mahalia Jackson, die mit dunklen Klavierakkorden und einem summenden Backgroundchor die letzten Dinge und das Loslassen in Szene setzt. Diese berührende Interpretation könnte genauso gut aus dem Repertoire von Anohni stammen und gehört zweifellos zu den Höhepunkten des Albums.</p>
<p>Auch &#8220;Chain Lightning&#8221; sticht als eines der stärksten Stücke heraus. Der Song, im Original Ende der 70er von &#8220;American Pie&#8221;-Sänger Don McLean III herausgebracht, entfaltet sich langsam, beginnt mit monotonem Gitarrenstrumming und explodiert dann förmlich in einem orchestralen Blitz, der die Einsamkeit einer in Schwarz getauchten Welt ohne Sound in Liebe verwandelt. Der gospelhafte Chor im Hintergrund verleiht dem Stück eine schwülheiße Americana-Atmosphäre, die wie eine Zeitreise in frühere Epochen des Country  und Blues anmutet, und vielleicht ist das Stück so kurz vor dem Ende des Albums tatsächlich sein eigentlicher Höhepunkt. Der Abschluss des Albums, &#8220;Lonely Looking Sky&#8221;, eine Neil-Diamond-Coverversion, zieht mit seiner berührenden Melodie einen wehmütig versöhnlichen Schlussstrich unter dieses beeindruckende Werk.</p>
<p>&#8220;I&#8217;m Not Anyone&#8221; bietet die Möglichkeit, großartige emotionale Songs kennenzulernen, die von Almonds exquisitem Geschmack und von seinem Gespür für musikalische und textliche Tiefe getragen werden. Dabei beeindruckt es umso mehr, dass er die Stücke bewusst nicht allzu sehr verändert und ihnen keinen forcierten eigenen Stempel aufdrückt. Vielmehr lässt er den Songs ihren Raum, sich zu entfalten und zu strahlen.</p>
<p><strong>Label: BMG / Warner</strong></p>
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		<title>JÓHANN JÓHANNSSON: Prisoners O.S.T.</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Feb 2014 06:49:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Denis Villeneuve]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/02/johannssonprisoners.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8260" title="johannssonprisoners" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/02/johannssonprisoners-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Einen Soundtrack zu besprechen, ohne den Film gesehen zu haben, ist eine ähnliche Aufgabe wie die Beurteilung eines Remixes in Unkenntnis der Originalmusik – sie ist eben bedingt sinnvoll, und das am ehesten dann, wenn das „sekundäre“ Werk auch ohne den ursprünglichen Zusammenhang funktioniert. Auf Jóhann Jóhannssons Musik zu Denis Villeneuves Thriller „Prisoners“ trifft dies m.E. zu, weshalb Spekulationen anhand von Trailern und Filmkritiken auch nicht zur Diskussion stehen sollen.<span id="more-8259"></span></p>
<p>Es gibt – nicht nur im Ambientbereich, aber besonders dort – eine Reihe an Musikern, deren Aufnahmen derart erzählerische und zugleich visuelle Assoziationen hervorrufen, dass sie für die Komposition von Filmmusik entweder ein besonderes Händchen haben, oder eben besonders ungeeignet sind. Der Isländer Jóhannsson, der nach eigenen Aussagen jeden Klang visuell imaginiert und als Welle im Raum begreift, zählt zur ersten Kategorie, denn das wohl wichtigste Kriterium dafür, die Subtilität, ist bei ihm eine hohe Kunst. Jóhannsson versteht es, zentrale Motive so feinfühlig an den richtigen Stellen zu wiederholen, dass sich die repetitive Struktur erst mit der Zeit bemerkbar macht. Entwirft er poetische, bisweilen besinnlich anmutende Klanglandschaften, dann erweckt die Abwesenheit sentimentaler Schwere nie den Eindruck eines angestrengten Verzichts. Spannungsmomente, die auch in seinen rein musikalischen Arbeiten reichlich vorkommen, zielen nie auf den reißerischen Effekt ab, Düsteres bleibt sorgsam dosiert.</p>
<p>Gerade die Aussöhnung des Gegensatzes von Spannung und Meditation ist eine der Stärken der vorliegenden Kompositionen, bei denen dezente Stimmungen und intensive Höhepunkte freilich ihre Momente haben. An einzelnen Abschnitten, die auf Platte unter Titeln wie „I can&#8217;t find them“ und „Surveillance Video“ rangieren, lässt sich erkennen, wie er verschiedene Stimmungkomponenten an unterschiedliche Instrumente und deren Zusammenspiel delegiert: Meist sind es Streicher, die Ruhe und Besinnung einbringen, Holzbläser wiederum versehen einzelne Passagen mit einem Eindruck von Stabilität. Je dunkler es grummelt, je unberechenbarer mit feinen Sounds gespielt wird, desto mehr Elektronik ist im Spiel. Diese ist Teil einer präzisen nachträglichen Studioarbeit, bei der Jóhannsson zusammen mit Musikern wie Hildur Gudnadottir, Thomas Bloch (u.a. Daft Punk, Radiohead) und Erik Skodvin (Svarte Greiner) die Orchesteraufnahmen ergänzt.</p>
<p>Mit Jóhannssons „Prisoners“ begibt man sich in eine Welt subtiler Stimmungsnuancen, in der nur gelegentlich die psychischen Verstrickungen an die Oberfläche dringen, die gut verpackt den Kern auch der musikalischen Narration ausmachen. Zwangsläufig ist dies eine andere Geschichte als die des Films, bei dem man – sollte man erst durch die Musik neugierig geworden sein &#8211; auf den Effekt gefasst sein sollte, der sich bei vielen Romanverfilmungen einstellt.</p>
<p>A. Kaudaht</p>
<p><strong>Label: NTOV/Watertower Music</strong></p>
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		<title>THE BLACK ANGELS: Phosphene Dream</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 09:56:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Psych Rock]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein interessantes Phänomen sind sie – THE BLACK ANGELS, die sich vor drei Alben im Texanischen Austin zusammengeschlossen und nach einem Song von THE VELVET UNDERGROUND benannt haben: “The Black Angel’s Death Song”, jenes hypnotisierende Stück Monotonie vom 67er Bananenalbum, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/the-black-angels-phosphene-dream/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/phosphenedream.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-379" title="phosphenedream" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/phosphenedream.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ein interessantes Phänomen sind sie – THE BLACK ANGELS, die sich vor drei Alben im Texanischen Austin zusammengeschlossen und nach einem Song von THE VELVET UNDERGROUND benannt haben: “The Black Angel’s Death Song”, jenes hypnotisierende Stück Monotonie vom 67er Bananenalbum, das auf noch gewagtere Experimente vorausweisen sollte. In diese Zeit zeigen auch sämtliche stilistische Wegweiser des Quintetts, das die BEATLES zu seinen Hauptinspirationen zählt, aber allem Anschein nach noch viel mehr von Gruppen wie THE DOORS und den 13TH FLOOR ELEVATORS gelernt hat.<span id="more-377"></span></p>
<p>Eine Besprechung mit Namedropping anzufangen gilt als unfair – nicht bei den Black Angels, deren Musik für psychedelischen Rock ungefähr das ist, was die Filme Brian de Palmas für das klassische Unterhaltungskino der abseitigeren Art sind: der große finale Kommentar, die nerdige Pastiche voller halbironischer Zitate und doch zugleich eine leidenschaftlich vorgebrachte Hommage an bessere Zeiten. Somit sind sie (trotz Schlagzeugerin) auch ein bisschen das Gegenteil der Velvets, die ja bekanntlich spätestens seit Punk und Wave als ihrer Zeit weit voraus galten. Aber das macht nichts. Auf ihrem aktuellen großen Wurf „Phosphene Dream“ sind die Black Angels vor allem rasant und groovig. „Bad Vibrations“ ist zweifellos gleich schon der Hit des Albums und beschwört die kraftvolle Seite der wiederbelebten Referenzära herauf. Diverse Rhythmuswechsel und der retro-proto-punkige Sound sind das Gegenteil von langweilig, und erst recht von Friede, Freude, Händchenhalten und jeglicher Blumenkinderattitüde aus dem Bilderbuch für Nostalgiker. Die bösen Vibes tragen vielmehr dem finsteren Bandnamen Rechnung und erschaffen eine hartgesottene Atmosphäre schäbiger Backsteinfassaden, zwischen denen sich hippiesk übersteigerte Noir-Szenen abspielen – irgendwie „music for gangsters and lovers“, wenn nicht ein gewisser BAIN WOLFKIND dieses Label schon für sich reserviert hätte. Fliegen einem am Ende die Hi-Hats nur so um die Ohren, dann ist das natürlich vor allem große Show, ebenso konsumgerecht aufgearbeitet wie die Sogwirkung in der recht poppigen Rhythm and Blues-Nummer „Sunday Afternoon“ und im entrückt monotonen „Yellow Elevator #2“. Oder dem Titelstück, das mit seiner zittrigen Elektronik und dem abgehobenen Klaviergezirre erneut ein Hohelied auf frühere Zeiten anstimmt. Bei all dem betonen die Black Angels aber vor allem die Rock’n Roll-Seite des Psych Rock, hinter der experimentierfreudige Klangbasteleien zurückstecken müssen, ohne freilich vollends ins Hintertreffen zu geraten. Setzen beim Titelsong erst einmal die ausladenden Rhythmusornamente ein, dann könnte man es glatt für ein überarbeitetes Dokument von damals halten, denn streckenweise demonstriert nur die Soundgestaltung, dass es sich eigentlich um Retro-Psychedelia handelt.</p>
<p>Ich spare mir tiefer gehende Ausführungen über das spacige Covermotiv und die Frage, was die Texaner sich denn wohl „eingeworfen“ haben (wäre auch voll 90er), und schließe lieber wieder mit Namedropping – 2010 ist ein verdammt guter Jahrgang für Psych Rock unterschiedlichster Art. THE DEAD WHEATER und die vor Kreativität überschäumenden BLACK MOUNTAIN lassen sich jeweils auf ihre Weise von BLACK SABBATH, JEFFERSON AIRPLANE und LED ZEPPELIN inspirieren, SABBATH ASSEMBLY formieren sich zu Ehren von Process und nehmen ein Album voll mitreißender religiöser Hymnen auf, und GRAILS dröhnen auf Vinyl was das Zeug hält. SEVEN THAT SPELLS spannen ihre Fans seit längerem auf die Folter, und ELECTRIC WIZARD lassen uns dem November entgegen fiebern. Jede dieser Bands verdient ein eigenes Kapitel im Psych Rock-Jahr 10, dem die Black Angels ganz maßgeblich ihren Stempel verpasst haben (U.S.)</p>
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