<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>African Paper &#187; Werner Herzog</title>
	<atom:link href="http://africanpaper.com/tag/werner-herzog/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://africanpaper.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Apr 2026 05:43:57 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2</generator>
		<item>
		<title>IL BALLO DELLE CASTAGNE: Soundtrack For An Unreleased Herzog Movie</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/04/18/il-ballo-delle-castagne-soundtrack-for-an-unreleased-herzog-movie/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2015/04/18/il-ballo-delle-castagne-soundtrack-for-an-unreleased-herzog-movie/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 18 Apr 2015 13:56:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Ballo Delle Castagne]]></category>
		<category><![CDATA[Diego Banchero]]></category>
		<category><![CDATA[HR!SPQR]]></category>
		<category><![CDATA[Il Ballo Delle Castagne]]></category>
		<category><![CDATA[Jo Jo]]></category>
		<category><![CDATA[Maethelyiah]]></category>
		<category><![CDATA[Marco Garegnani]]></category>
		<category><![CDATA[Popol Vuh]]></category>
		<category><![CDATA[Roberto Lucanato]]></category>
		<category><![CDATA[Vinz]]></category>
		<category><![CDATA[Vinz Aquarian]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Herzog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=10101</guid>
		<description><![CDATA[Ist es eigentlich anmaßend, sich in der Fantasie auszumalen, welche Werke ein Künstler, den man schätzt, noch geschaffen haben könnte, vorausgesetzt, er wäre noch produktiver gewesen, hätte sein Spektrum erweitert oder einen generell anderen Weg eingeschlagen? Ich denke, es ist &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/04/18/il-ballo-delle-castagne-soundtrack-for-an-unreleased-herzog-movie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/04/cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10102" title="cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/04/cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ist es eigentlich anmaßend, sich in der Fantasie auszumalen, welche Werke ein Künstler, den man schätzt, noch geschaffen haben könnte, vorausgesetzt, er wäre noch produktiver gewesen, hätte sein Spektrum erweitert oder einen generell anderen Weg eingeschlagen? Ich denke, es ist v.a. eine recht kreative Art, sich von einem fremden Werk beflügeln zu lassen, nicht unähnlich der Reaktion desjenigen, der mit einem eigenen Werk in die Fußstapfen eines Idols tritt. Vinz von Il Ballo Delle Castagne (vormals ohne Artikel und sein Folgeprojekt nach Calle Della Morte) hat im Hinblick auf Werner Herzog beide Varianten miteinander kombiniert &#8211; auf dem neuen Album seiner<span id="more-10101"></span> Psychrock-Combo finden sich sechs Kompositionen, die als Teile eines fiktives Soundtracks gedacht sind zu einem Film, den der bekannte Regisseur nie gedreht hat.</p>
<p>Ein komplett Herzog gewidmetes Album, bei dem auch der Name Popol Vuh in einem der Titel vorkommt, überrascht bei Il Ballo gar nicht mal so sehr, tauchte sowohl der Filmemacher als auch die deutsche Band, die mehrfach Musik zu seinen Filmen komponierte, bereits im Werk der Italiener auf. Popol Vuh freilich nur als Vergleichsreferenz, denn mit ihren Kompositionen zwischen Rock und sakralen Klangtexturen ist da durchaus eine gemeinsame Tradition vorhanden. Dafür war Herzog mit seiner Tibet-Doku „Rad der Zeit“ bereits ein unmittelbarer Stichwortgeber für das Konzept-Album „Kalachakra“.</p>
<p>Der fiktive Film scheint der Musik und den Titeln nach an einem Schauplatz zu spielen <a href="https://perfect-seo.de/index.html">puttygen download</a> , der bei dem Regisseur bislang keine Rolle spielte, nämlich der Nahe und Mittlere Osten, oder genauer der Raum vom Heiligen Land bis hinüber nach Indien, wie Titel namens „Pianto di Cristo su Gerusalemme“ und „Profumi D&#8217;Oriente“ und die betörenden Sitarklänge in einigen Stücken nahelegen. Da gerade die nach dem indischen Subkontinent klingenden Details eher in der zweiten Hälfte vorkommen, mag man vielleicht auf eine Doku über den u.a. im Islam gegpflegten Mythos eines ungekreuzigten und im hohen Alter im Kaschmir gestorbenen Jesus von Nazareth kommen – und dass das „nur“ Spekulation ist, sollte bei einem solchen Konzept nicht einschüchtern.</p>
<p>Musikalisch gibt sich die Band so athmosphäisch wie eh und je, wobei die rockigen Elemente, die v.a. in den ersten Alben eine dominante Rolle spielten, eine ganze Spur heruntergefahren werden zugunsten eines eher „klassischen“ Klangbildes, bei dem neben der erwähnten Sitar vor allem ein Cembalo und akustische Saiteninstrumente hervorstechen. Man mag da freilich an die Dark Folk-Wurzeln einiger Bandmitglieder denken. „In the Garden of Popol Vuh“, das mit seinen verwucherten, floralen Klangornamenten an einen Irrgarten denken lässt, könnte auf den ersten Eindruck beinahe ein verlorener Song der deutschen Band sein, doch der Sopran der Sängerin gibt dem Stück eine ganz eigene, leicht renaissancehafte Note, erinnert an frühe Opern und zugleich an deren Nachhall in „neoklassischer“ Musik unserer Tage.</p>
<p>Das darauffolgende „Lentus in Umbra“ ist über weite Strecken statischer, bewegt sich wenn eher tastend voran und lebt von vielen Brüchen und von sensibel eingesetzten spacigen Sounds. In den folgenden Stücken ist der vorderasiatische Raum dann allgegenwärtig, vermischen Sakrales und dezente Rockelemente mit den Klängen eines geheimnisvollen Orients, die v.a. dann ihre richtige Wirkung erzielen, wenn man sich keine allzu schöngeistigen Bilder dazu imaginiert. Die feierlichen Spoken Words machen, wenn man des Italienischen nicht mächtig ist, einmal mehr gespannt auf die dahinterliegende Geschichte. Durch solche Motive entsteht ein fesselndes Narrativ, bei dem sich die imaginierten Bilder schnell im Rhythmus der Musik zu bewegen beginnen – sei es in Form gut abgestimmter Schnitte oder durch die Choreografie der Akteure.</p>
<p>Ganz nebenbei sollte man ergänzen, dass Il Ballo Delle Castagne und erst recht die beteiligten Musiker lange vor den Zeiten von Bandcamp und Soundcloud eine Musik gespielt haben, die man heute gerne mit dem recht weit gefassten Schlagwort <a href="http://africanpaper.com/tag/italian-occult-psychedelia/">Italian Occult Psychedelia</a> umschreibt, ob diverse hippe Gazetten dies nun wahrnehmen oder auch nicht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: HR SPQR</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2015/04/18/il-ballo-delle-castagne-soundtrack-for-an-unreleased-herzog-movie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>MUSHROOM&#8217;S PATIENCE: Road To Nowhere</title>
		<link>https://africanpaper.com/2013/04/22/mushrooms-patience-road-to-nowhere/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2013/04/22/mushrooms-patience-road-to-nowhere/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 18:36:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Ballo Delle Castagne]]></category>
		<category><![CDATA[Collapsing New People]]></category>
		<category><![CDATA[Cormac McCarthy]]></category>
		<category><![CDATA[David Bowie]]></category>
		<category><![CDATA[Dither Craf]]></category>
		<category><![CDATA[Echo Eerie]]></category>
		<category><![CDATA[Egida Aurea]]></category>
		<category><![CDATA[Euski]]></category>
		<category><![CDATA[HR!SPQR]]></category>
		<category><![CDATA[Klanggalerie]]></category>
		<category><![CDATA[Mushroom's Patience]]></category>
		<category><![CDATA[Raffaele Cerroni]]></category>
		<category><![CDATA[Roma Amor]]></category>
		<category><![CDATA[Vinz]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Herzog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=6796</guid>
		<description><![CDATA[Zu den interessantesten Büchern, die vermutlich nie geschrieben werden, zählt die Biografie der Band Mushroom&#8217;s Patience, bzw. dessen, was in den 80ern einmal als experimentelle Progband ins Leben gerufen wurde und sich mit den Jahren als ein offenes Kollektiv um &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/04/22/mushrooms-patience-road-to-nowhere/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/mushpatroadtonowhere.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6797" title="mushpatroadtonowhere" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/mushpatroadtonowhere.jpg" alt="" width="164" height="150" /></a>Zu den interessantesten Büchern, die vermutlich nie geschrieben werden, zählt die Biografie der Band Mushroom&#8217;s Patience, bzw. dessen, was in den 80ern einmal als experimentelle Progband ins Leben gerufen wurde und sich mit den Jahren als ein offenes Kollektiv um Raffaele Cerroni, pardon: Dither Craf, entpuppen sollte. Es wäre ein Buch, dessen Kapitel hier und da abrupt enden. Einmontierte Nebenstränge würden je nach Gusto für Abwechslung oder Verwirrung sorgen, ebenso die wechselhafte Stimmung – mal heiter, oft dunkel, meist aber entspannt und nahezu immer kauzig verdreht. In einem surreal überzeichneten Italien, das den urbanen Schauplatz bildet, tauchen illustre<span id="more-6796"></span> Gestalten auf und verschwinden, reale wie Mercydesign, halb mythische wie Nový Svět. Literarische Figuren wie Sisyphos, der Dulder, und Oblomow, der Verweigerer, wären nie direkt genannt und doch stets geisterhaft präsent.</p>
<p>Eine besondere Zäsur müsste das Kapitel zum Jahr mit der Unglückszahl markieren, denn dort ereignet sich etwas, woran manche trotz Ankündigungen und einer Vielzahl an Arbeiten außer der Reihe nicht mehr geglaubt haben: Craf hat mit Mushroom&#8217;s Patience ein reguläres Album herausgebracht, auf richtiger CD und eingespielt mit einer mehrköpfigen Band. Mushroom&#8217;s Patience 2013 beinhaltet Beiträge von Musikern, deren sonstige Heimat u.a. Roma Amor und Ballo Delle Castagne ist, und so sehr die einzelnen Beiträge – v.a. stimmlich – viele der Songs prägen, „Road to Nowhere“ ist Mushroom&#8217;s Patience vom ersten bis zum letzten Ton.</p>
<p>Das Leben als Reise ins Ungewisse, ziemlich oft wurde dieses Motiv schon in Liedern und Geschichten verwurstet, doch selten mit so viel erdigem Charme, wie ihn Cerroni ausstrahlt, der neben seinem On Way-Ticket nur eine zerlesene Paperback-Ausgabe von Cormac McCarthys Endzeit-Roman „The Road“ in der Tasche hat. Auf einer solchen Reise ist alles nur Vorstufe zur nächsten Vorstufe, und der an Bowie angelehnte Titel des Openers „Station to Station“ unterstreicht dies noch einmal besonders. Sein tremolierender Klang markiert den Hintergrund für gespenstische Dialoge, die im Flüsterton beginnen und irgendwann als Plausch über Schnaps und verschollene Frauenzimmer erkennbar sind. Die Worte stammen aus Herzogs Film „Stroszek“, eine weitere tragikomische Wegmarke des Albums, dessen Haltung irgendwo zwischen verhaltener, doch unverwüstlicher Aufbruchstimmung und abgeklärter, melancholischer Selbstironie pendelt.</p>
<p>Ähnlich wie jüngere Soloarbeiten des John Fahey- und Jack Rose-Fans hat das Album eine leichte „Americana“-Schlagseite. Eine lässige Slideguitar zählt zu den kleinen roten Fäden und gipfelt für Momente sogar in echten Country &amp; Western-Kitsch. Der ist so perfekt geraten, dass man ihn vermutlich für bare Münze nehmen würde, käme er nicht in einem absurden Weihnachtslied vor, zusammen mit infantilem Geschrammel und einem lärmigen Klimpern und Knarzen im Hintergrund. Seltsame Geräusche gibt es zuhauf, und viele Songs enden mit dem rustikalen Klappern und Pusten einer Dampflok. Verhalten noisig geht es auch in dem Sauflied zu Ehren eines „Tracktor Train Orchestra“ zu, das <a title="ROMA AMOR: Occhi Neri" href="http://africanpaper.com/2012/03/31/roma-amor-occhi-neri/">Roma Amor-Chanteuse Euski</a> mit Banjo-Begleitung anstimmt, doch anders als in ihren eigenen Songs ganz ohne liebliche Melodien als Gegenpart.</p>
<p>Mushroom&#8217;s Patience gehörten nie wirklich in die bei uns gerne als Italofolk verklärte Ecke, sehr wohl aber einige der neuen Bandmitglieder, was mit ein Grund sein dürfte, dass sich auf „Road to Nowhere“ einiges von der rotweintrunkenen Schwermut dieser Musik findet. Die kann ergriffen ausfallen wie bei Vinz&#8217; (Ballo Delle Castanie) Rezitation in „King&#8217;s Return“, dessen wunderschöne Gitarrenmelodie mich außerdem an John Renbourn und Renaissance-Musik erinnert. Andere Stücke klingen moderner und geraten zu schrägem Psych Folk mit futuristischen Momenten (sehr schön &#8220;Water #5&#8243; mit Neuzugang Echo Eerie von Collapsing New People) oder blauen Elefanten auf der Analytikercouch – ich könnte mir schlimmere Träume vorstellen als jene, die der Patient in „Memoria Sonica“ zum Besten gibt.</p>
<p>Crafs Werk ist nie etwas für Hörer gewesen, die es griffig und homogen brauchen, und dem typischen Industrial-Konsumenten waren seine Arbeiten nach dem letzten Comeback ohnehin zu frei und windschief, vermutlich hielten es einige für Hippiegeschrammel – Urteile, die auf die Urteilenden zurückfallen, und ich finde nach wie vor, dass Freunde von NWW und Hafler Trio an einigen Alben der mittleren Phase ihre Freude hätten. Momentan dominieren akustische, angefolkte Klänge den Cerroni-Kosmos, doch die Handschrift des Römers ist stets zu erkennen. Schön, dass das immer noch so ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.klanggalerie.com/">Klanggalerie</a>/<a href="http://www.spqrlabel.com/Html/News.html">SPQR</a></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2013/04/22/mushrooms-patience-road-to-nowhere/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>BALLO DELLE CASTAGNE: Kalachakra</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/12/17/ballo-delle-castagne-kalachakra/</link>
		<comments>https://africanpaper.com/2011/12/17/ballo-delle-castagne-kalachakra/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 06:52:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Ballo Delle Castagne]]></category>
		<category><![CDATA[Calle Della Morte]]></category>
		<category><![CDATA[Eloy]]></category>
		<category><![CDATA[Italian Occult Psychedelia]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Kinski]]></category>
		<category><![CDATA[Psych Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Recondita Stirpe]]></category>
		<category><![CDATA[The Green Man]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Herzog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://africanpaper.com/?p=2912</guid>
		<description><![CDATA[Ballo Delle Castagne traten erstmals vor drei Jahren als Supergroup in Erscheinung, in der Mitglieder diverser italienischer Folkbands zeigten, dass sie auch laute und rauschhafte Musik machen können. Psychedelic hat in den letzten Jahren so mancher Folkkapelle aus der kreativen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/12/17/ballo-delle-castagne-kalachakra/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/ballodelle.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2913" title="ballodelle" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/09/ballodelle-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ballo Delle Castagne traten erstmals vor drei Jahren als Supergroup in Erscheinung, in der Mitglieder diverser italienischer Folkbands zeigten, dass sie auch laute und rauschhafte Musik machen können. Psychedelic hat in den letzten Jahren so mancher Folkkapelle aus der kreativen Sackgasse geholfen, aber das besondere an den vier Italienern unter dem Zeichen der Kastanienkugel ist der punkige Drive, den sie der Musik dabei verpassten.<span id="more-2912"></span></p>
<p>Die Kombination solcher oft als gegensätzlich verstandenen Stilelemente hätte kräftig daneben gehen können, aber bei Ballo Delle Castagne hat es funktioniert. Hätte man es nun wie geplant bei dem einmaligen Projekt belassen, würde Freunden kräftiger Punk Psychedelia in Zukunft einiges entgehen. Doch auch von der wahrscheinlich dummsten Rezension, für die sich das FoxyDigitalis-Magazin nicht zu schade war, ließ sich das Quartett nicht verunsichern, und flugs wurde mit weiteren Aufnahmen nachgelegt. Zuerst mit einer 10&#8221; namens „108“, vor einiger Zeit dann mit einem zweiten CD-Longplayer, der das Stil- und Soundrepertoire der Band merklich, aber auch nicht zu stark erweitert.</p>
<p>„Kalachakra“ knüpft stilistisch und konzeptuell an „108“ an, zusammen bilden die beiden Tonträger den Auftakt einer Trilogie, die alsbald mit einem weiteren Album ihren Abschluss nehmen soll. Mein Italienisch ist katastrophal, aber einigen Wortfetzen und etwas zuverlässigeren Informationen zufolge soll es in den Texten vor allem um eine Reise von Europa nach Asien gehen – eine Reise, die für eine spirituelle Expedition steht, aber auch einfach symbolisch für das Entdecken neuer Glaubenssysteme. Der Titel des Albums bedeutet im Sanskrit „Rad der Zeit“ und verweist neben dem zyklischen Aspekt sowohl auf eine Gottheit als auch auf Meditationspraktiken des tibetanischen Buddhismus.</p>
<p>Musikalisch preschen die vier Italiener gleich zu Beginn in die Mitte des Geschehens vor, schwere Orgeln, kräftiges Schlagwerk und feierlicher Gesang geben die Richtung des ersten (noch europäisch geprägten) Stückes „Passioni Diaboliche“ vor. Mit der Zeit werden die Gitarrenriffs kantiger, und Sänger Vinz wird von der beeindruckenden Stimme der Gastsängerin Carolina Ceccinato begleitet, und bei den Textfetzen, bei denen es um Seelen und Wiederkehr geht, scheint Aufbruch ein zentrales Thema zu sein. Vinz&#8217; Stimmarbeit bekommt gelegentlich etwas sakrales, was neben seinem Vortragsstil auch am Italienischen liegen könnte – an einigen Stellen erinnert er fast an Spectre, der auch dann so feierlich klingt, wenn er einfach nur einen guten Rocksong intoniert.</p>
<p>Mit Wave, wie anderenorts behauptet, hat die Musik auf „Kalachakra“ wenig bis nichts zu tun, und auch Folkelemente finden sich nur minimal – wenn, dann höchstens in Zitaten indischer Folklore, die entweder als Sitharspiel oder in Form typischer Melodiefolgen in die psychedelische Mischung aus repetitiver Gitarrenarbeit und verspielter Elektronik eingebaut wird. Unweigerlich denkt man an Gruppen wie Can und Popul Vuh, stellenweise kommen einem auch frühe Black Sabbath in den Sinn. Die starken Postpunk-Elemente des vorigen Albums fügen sich noch besser ins Gesamtbild ein, sind stellenweise nah am Hardrock. Ein Gegenpol sind die unheimlichen Traumwelten von &#8220;La foresta dei suicidi&#8221;, das die Stimmung eines verwunschenen Waldes am Fuße des Mount Fuji einfängt.</p>
<p>Das Album scheint voller Referenzen zu sein, auf einen Song der deutschen Band Eloy wird ebenso Bezug genommen wie auf eine themennahe Dokumentation von Werner Herzog, dessen einstige Muse Kinski an einer Stelle auch zu hören ist. Vielleicht steht „Kalachakra“ in noch reichhaltigeren Querverbindungen, die man erst erkennt, wenn man die entsprechenden sprachlichen und thematischen Voraussetzungen mitbringt. Doch es spricht für das Album, dass es auch so zu überzeugen weiß. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: HR S.P.Q.R. / Black Widow Records</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://africanpaper.com/2011/12/17/ballo-delle-castagne-kalachakra/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
