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	<title>African Paper &#187; zeitkratzer records</title>
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		<title>ZEITKRATZER / SVETLANA SPAJIĆ / DRAGANA TOMIĆ / OBRAD MILIĆ: Serbian War Songs</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jul 2017 07:54:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Verbündeter der Entente war auch Serbien 1918 einer der Sieger des Ersten Weltkriegs, mit dem eine ganze Reihe an kriegerischen Auseinandersetzungen zu Ende gingen, die das kleine Königreich im frühen 20. Jahrhundert zu verkraften hatte. Dennoch erlitt nicht nur &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/07/29/zeitkratzer-svetlana-spajic-dragana-tomic-obrad-milic-serbian-war-songs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/07/serbianwarsongs.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14081" title="serbianwarsongs" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/07/serbianwarsongs-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Verbündeter der Entente war auch Serbien 1918 einer der Sieger des Ersten Weltkriegs, mit dem eine ganze Reihe an kriegerischen Auseinandersetzungen zu Ende gingen, die das kleine Königreich im frühen 20. Jahrhundert zu verkraften hatte. Dennoch erlitt nicht nur die serbische Armee in den vier Jahren enorme Verluste, auch die Bevölkerung hatte mit Hunger, Krankheiten und einer zum Teil brutalen Besatzung durch Österreich und seine Verbündeten zu kämpfen.<span id="more-14080"></span></p>
<p>Als das Berliner Haus der Kulturen der Welt 2016 einige Musikveranstaltungen zum Ersten Weltkrieg organisierte, war auch ein Abend der serbischen Erfahrung dieser Zeit gewidmet. Unter dem Titel „Serbian War Songs“ brachte das Ensemble zeitkratzer zusammen mit den Musikern Svetlana Spajić, Dragana Tomić und Obrad Milić zwölf serbische Lieder auf die Bühne, die zum Teil während des Krieges entstanden sind, in jedem Fall aber von den Ereignissen dieser Zeit berichten. Mittlerweile liegt eine sorgsam bearbeitete Aufzeichnung davon auf Platte und CD vor.</p>
<p>Die zwölf Songs auf dem Album geben eine ganze Bandbreite an Erfahrungen und Empfindungen im und zum Krieg wieder, die Auswahl beginnt mit einer Hymne auf den Attentäter des österreichischen Kronprinzen in Sarajevo, es finden sich kämpferische Soldatenlieder, doch die meisten Stücke sind Stimmen der weitgehend passiv leidenden Bevölkerung und waren oft nur in lokalen Kontexten bekannt. Svetlana Spajić, die mit Dragana Tomić den Großteil des Gesangs beisteuert, hat die meisten der Stücke in teilweise entlegenen Dörfern aufgespürt. Sie künden von Schmerz, Wut und einem trotzigen Willen zum Durchhalten.</p>
<p>Die Gründe, warum die Musiker all dies so anschaulich in Klang und Wort zu fassen vermögen, sind vielerlei. Mit der im weitesten Sinne „folkigen“ Schlagseite, die das zeitkratzer&#8217;sche Repertoire, das mit seinem perkussiven Rasseln ohnehin eine rituell-archaisch anmutende Seite hat, gekonnt mir regionalen Blas- und Streichinstrumenten und traditionellem Gesang verbindet, schafft ein kitschfreies Kolorit, das die Ereignisse wie mit einem Zoom über räumliche und zeitliche Distanzen hinweg erfahrbar macht. Auch wirken die einzelnen Stücke oft wie anekdotische Ausschnitte, scheinen – schon vom Titel her, aber auch angesichts der ratternden, schabenden, quietschenden Sounds des elektrifizierten Solistenensembles, der die Mechanik des Krieges abzubilden und gleichsam zu deuten scheint – auf bestimmte Situationen und ihre Gefühlslagen fokussiert.</p>
<p>Stimmungsmäßig scheint die Sammlung zwischen Verzweiflung und Kampfeswillen zu changieren, ein Stück wie „The Battle of Mačkov“ hätten in den 90ern einige pathetische Martial Industrial-Combos sicher auch gerne so hinbekommen. Die Stimmen der Sängerinnen sind volkstümlich derbe, auch dann, wenn sie in melancholische Klagegesänge anstimmen, das Tremolo und der z.T. repetitiv-leiernde Ausdruck entsprechen regionalen Gesangstraditionen. Zu den herausragenden Stücken zählt auch das rund fünfzehnminütige „Assassination in Sarajevo“, bei dem Obrad Milić, der den Song von seinem Vater gelernt hat, seinen durchdringenden, monotonen Gesang über summende Bläsertöne, später über immer bedrohlicheres metallenes Messerwetzen ausbreitet.</p>
<p>Ich möchte aus Respekt vor der Thematik, aber auch aufgrund meiner fehlenden Kenntnis des Serbischen kein Fazit um abgenudelte Begriffen wie „Intensität“ und „Ausdrucksstärke“ ziehen, gleichwohl die hier in eine neue Gestalt gebrachten „Serbian War Songs“ in der Hinsicht einiges bieten. Gerade wer der Sprache nicht mächtig ist und für das üppige Booklet nicht die richtige Lesebrille zur Hand hat, kann bei Empfänglichkeit der irritierenden und gleichsam spektakulären Wirkung dieser Musik den Krieg als ein Ereignis erfahren, das als etwas Fremdartiges, Unfassbares in die Lebenswirklichkeit hereinbricht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.zeitkratzer.de/releases.html">zeitkratzer Records</a> / <a href="http://www.karlrecords.net/">Karlrecords</a></strong></p>
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		<title>ZEITKRATZER: Performs Songs from the Albums Kraftwerk and Kraftwerk 2</title>
		<link>https://africanpaper.com/2017/05/20/zeitkratzer-performs-songs-from-the-albums-kraftwerk-and-kraftwerk-2/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 May 2017 03:50:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Karl Records]]></category>
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		<description><![CDATA[Dass Kraftwerk in den vergangenen Jahren vermehrt in Museen aufgetreten sind und ihre Alben, Teile ihres „Katalogs“, in Gänze aufgeführt haben, passt ganz gut, denn letztlich sind die Düsseldorfer ihre eigenen Nachlassverwalter geworden, ruht ihr Nimbus –auch wegen Ermangelung neuen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/05/20/zeitkratzer-performs-songs-from-the-albums-kraftwerk-and-kraftwerk-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/05/Zeitkratzer1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13772" title="Zeitkratzer" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/05/Zeitkratzer1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass Kraftwerk in den vergangenen Jahren vermehrt in Museen aufgetreten sind und ihre Alben, Teile ihres „Katalogs“, in Gänze aufgeführt haben, passt ganz gut, denn letztlich sind die Düsseldorfer ihre eigenen Nachlassverwalter geworden, ruht ihr Nimbus –auch wegen Ermangelung neuen Materials &#8211; auf den Arbeiten, die sie vor Jahrzehnten eingespielt haben. <span id="more-13770"></span>Zeitkratzer sind bekannt für ihre Interpretationen klassischer Avantgarde (z.B. Cage oder Stockhausen) und natürlich auch für ihre Aufnahmen von eigentlich kaum in herkömmliche Notationssysteme zu übertragende Klänge: Man denke etwa an ihre Interpretation von Lou Reeds Protoindustrialalbum <a href="http://africanpaper.com/2014/10/04/zeitkratzer-lou-reed-metal-machine-music/">„Metal Machine Music“</a> oder an ihre<a href="http://africanpaper.com/2014/12/13/zeitkratzer-whitehouse/"> Whitehouse-Bearbeitungen</a>. Die Musik Kraftwerks ist dagegen natürlich weitaus weniger atonal und dissonant, allerdings – und hier wird deutlich, dass es sich bei Zeitkratzer eben nicht um das<a href="https://www.discogs.com/de/The-Balanescu-Quartet-Possessed/master/92993"> Balanescu Quartet </a>handelt (das in Cosey Fanni Tuttis Autobiographie „Art Sex Music“ gar nicht gut wegkommt) – beschäftigen sie sich doch auf dem Album mit den ersten beiden Kraftwerkalben, das die Düsseldorfer ebenso wie das dritte Album nie auf CD veröffentlicht und kanonisiert haben. &#8220;Kraftwerk&#8221; und &#8220;Kraftwerk 2&#8243; sind im weitesten Sinne „experimenteller“ und improvisatorischer als das elektronische Restwerk, das der Band einen Platz im Popolymp gesichert hat und sie sicherlich zu einer der einflussreichsten Bands aller Zeiten hat werden lassen.</p>
<p><span style="font-weight: 300;">Interessant ist, dass Zeitkrater sich für dieses Albumprojekt (vielleicht augenzwinkernd) tatsächlich als <a href="https://www.thewire.co.uk/news/45536/modern-composition-supergroup-zeitkratzer-take-on-kraftwerk-for-latest-reworking-project">„Coverband“ </a>bezeichnen – einer Kategorisierung, der sie bislang vehement widersprochen haben. </span><span style="font-weight: 300;"> D</span><span style="font-weight: 300;">a Kraftwerk ihr Frühwerk wie erwähnt etwas stiefmütterlich behandeln, verspürten Zeitkratzer die „historische Notwendigkeit“, diese Musik mehr Menschen zugänglich zu machen. Getreu dem Motto: ”[O]ur job was to play it as close to the original as possible”.</span></p>
<p><span style="font-weight: 300;">Das vergangenes Jahr live während des Festival<em> Les Musiques</em> in Frankreich aufgenommene Album beginnt mit „Ruckzuck“, das mit seinen fast schon asiatisch anmutenden Tonfolgen und dem Schlagzeug eine recht beschwingte Nummer ist, die wirklich sehr nahe am Original ist. „Spule 4“ startet leicht dissonant(er) mit dem Knirschen und Knarzen des Geigenbogens. Das ist </span><span style="font-weight: 300;">teils kaum hörbare, unter der Oberfläche brodelnde Geräuschmusik. Daran knüpft „Strom“ mit seinen dissonanten Bläsern an. „Atem“ ist vielleicht mein Favorit: Wie hier der Titel durch  das Harmonium illustriert wird und dabei jedes Knistern hörbar gemacht gemacht, ist schon beeindruckend. Das siebzehnminütige „Klingklang“ knüpft dann mit seinen melodischen Bassspuren eher wieder an den Anfang an und die Flöten verleihen dem Stück passagenweise einen fast schon pastoralen Charakter. Megaherz“ mit seinem dunklem Dröhnen und dissonanten Streichern lässt das Album dann aber weniger positiv ausklingen. Diese Musik klingt frisch und kein bisschen museal. (MG)</span></p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.zeitkratzer.de">zeitkratzer records</a> (CD), <a href="http://www.karlrecords.net">Karlrecords</a> (Vinyl)</strong></p>
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		<title>ZEITKRATZER: Whitehouse</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/12/13/zeitkratzer-whitehouse/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Dec 2014 06:15:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Reinhold Friedl]]></category>
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		<description><![CDATA[Als Zeitkratzer vor einigen Jahren erstmals ihre Interpretationen von Whitehousematerial unter dem Titel „Whitehouse Electronics“ veröffentlichten, da konzentrierte man sich auf Stücke aus der Spätphase der Band und verglichen mit früh(er)em Output enthielten diese Stücke in einen etwas größerem Maße &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/12/13/zeitkratzer-whitehouse/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/12/ZeitkratzerR-6270747-1416685466-2666.jpeg.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9675" title="ZeitkratzerR-6270747-1416685466-2666.jpeg" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/12/ZeitkratzerR-6270747-1416685466-2666.jpeg-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Zeitkratzer vor einigen Jahren erstmals ihre Interpretationen von Whitehousematerial unter dem Titel <a href="http://www.discogs.com/zeitkratzer-WHITEHOUSE-Electronics/release/2503410">„Whitehouse Electronics“</a> veröffentlichten, da konzentrierte man sich auf Stücke aus der Spätphase der Band und verglichen mit früh(er)em Output enthielten diese Stücke in einen etwas größerem Maße konventionelle Strukturen &#8211; wenn man die teils vertrackten Rhythmen, die schon teilweise das Nachfolgeprojekt Cut Hands ankündigten, mit solch einem Attribut belegen will (insofern zeugte <a href="http://www.ox-fanzine.de/web/rev/74830/reviews.207.html">diese Rezension</a> von ziemlicher Unkenntnis).<span id="more-9673"></span></p>
<p>Auf dem neuen Album werden nun Stücke aus sehr unterschiedlichen Schaffensperioden der Band interpretiert. „Daddo“, von „Mummy and Daddy“ (dem Album, das die Spätphase der Band wenn schon nicht einläutete, dann doch ankündigte), war ursprünglich ein verhalltes, von Hochtönen durchzogenes Monster, auf dem die Mischung aus runtergepitchten Vocals und entmenschlichten Schreien das Stück zu wahrlich<em> uneasy listening</em> machten. Auf dem live auf dem „Musique Action“-Festival in Nancy aufgenommenen Album tritt Bennett als Gast auf, rezitiert den Text (scheinbar) zurückhaltender, konventioneller, während die Geigen unruhig fiepen und sich das Stück im Verlauf der 12 Minuten zu einem extrem unangenehmen Track verdichtet (was die Blasinstrumente ab der Hälfte des Stücks machen, ist furchteinflößend). Reinhold Friedl schreibt in den Linernotes von den verzerrten Stimmen als „versteckte[m] Thema“ dieses Albums, wobei sie die Verzerrung dadurch erreicht hätten, Stimme(n) durch eine Posaune und andere Blasinstrumente zu jagen.</p>
<p>Das über 30 Jahre alte „Foreplay“ war ursprüpnglich auf dem „Ultrasadism“-Tape zu finden und wurde später mit auf die Wiederveröffentlichung von „Total Sex“ gepackt, stammt also aus einer Phase der Band, als man zum White Noise aus dem Wasp Synthesizer, fiesen Hochtönen und Wassergeblubber irrsinnig kreischte (auf der „special edition&#8221; von „Great White Death“ wurde eine Rezension abgedruckt, in der die Musik als „40 minutes of a baboon playing with an amplified generator“ beschrieben wurde) und auch Zeitkratzer nähern sich dem an. Wie das mit rein akustischem Instrumentarium gelingt, ist kaum zu glauben. Zeitkratzers Interpretation von „Incest“ ist ebenfalls nah am Ausgangsmaterial (aus dem Jahr 1981) : Die Geigen erzeugen Hochtöne, die dem Original in nichts nachstehen, dazu dann unmenschliche Schreie, Stöhnen. Hier kommt der Einsatz der Stimme vielleicht Bennetts Art des Vortragens am nächsten. Seine Vocals waren für mich (zumindest bis Mitte der 80er) immer ein Changieren zwischen Souveränität (die die sloganhaften Texte zumnidest vorzutäuschen schienen) und einem absoluten Kontrollverlust. „The White Whip“ und „Fanatics“ &#8211; beide von „Twice is not Enough“ &#8211; weisen musikalische Parallelen auf: Auf beiden dröhnt dunkel eine Posaune (?), durch die Stücke einen entfernt rituellen Charakter bekommen. Auf „Fanatics“ kommt noch schleppende Perkussion hinzu, irgendwo erklingt ein Klavier. Verglichen mit den anderen drei Stücken sind das fast schon Momente der Kontemplation. (J.M.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.karlrecords.net/">Karlrecords</a> (Vinyl),<a href="http://www.zeitkratzer.de/">  Zeitkratzer Records</a> (CD)</strong></p>
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		<title>ZEITKRATZER + KEIJI HAINO: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Nov 2014 08:16:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Keiji Haino]]></category>
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		<description><![CDATA[Auch wenn man es nicht immer hört, die Hauptperson dieser Zusammenarbeit ist Keiji Haino mit seiner bis zur Verausgabung beanspruchten Stimme. Was bei der gemeinsamen Performance mit dem Zeitkratzer-Ensemble passiert, ist schwer zu beantworten: Übt die Stimme des japanischen Vokalisten Gewalt &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/11/29/zeitkratzer-keiji-haino-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/zkkh.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9525" title="zkkh" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/zkkh-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wenn man es nicht immer hört, die Hauptperson dieser Zusammenarbeit ist Keiji Haino mit seiner bis zur Verausgabung beanspruchten Stimme. Was bei der gemeinsamen Performance mit dem Zeitkratzer-Ensemble passiert, ist schwer zu beantworten: Übt die Stimme des japanischen Vokalisten Gewalt aus, oder wird ihr selbst Gewalt angetan? Im Unterschied zu einigen anderen Veröffentlichungen interpretierte das Ensemble um Reinhold Friedl beim Auftritt in der Bochumer Jahrhunderthalle kein schon bestehendes Werk des Künstlers neu, vielmehr nehmen Friedl und seine Musiker eher allgemein<span id="more-9524"></span> auf den Stil des Japaners bezug und lassen ihn mit dem eigenen Beitrag verschmilzen. Man ist also recht nah an einer Kollaboration im herkömmlichen Sinne.</p>
<p>Besonders gelungen ist dabei der Versuch, aus Hainos Stimmarbeit und dem Instrumentenspiel immer wieder eine sonore Einheit entstehen zu lassen. &#8220;Einheit&#8221; aber in Anführungsstrichen, denn die vom Ensemble entworfene Szenerie ist voll von klanglichen Details, die nicht immer so leicht ort- und identifizierbar sind wie die markanten Drum-, Streicher- und Bläsereinsätze. Zahlreiche der meist warmen Klänge lassen ihr Quellen zumindest für Laien im Dunkeln und erscheinen als abstraktes Brummen und Leiern im Raum.</p>
<p>Diese Klänge lassen zumindest oberflächlich betrachtet einen Irrgarten entstehen, in dem vieles nach einer verborgenen, vielleicht spontanen Logik verknüpft ist, und in der die Stimme das einzige repetitive ist. In regelmäßigen Abständen verschindet sie vollends im Lärm der Instrumente und lebt dort als entmenschlichtes Jaulen und Keuchen fort. Doch diese Symbiose wird immer wieder durch Momente des Loslassend und Auftauchens unterbrochen, in denen die Stimme sich in unerwarteter Deutlichkeit exponiert, als subtiler Falsett etwa in &#8220;Roses&#8221; oder als an einen hysterischen Diktator erinnerde Furie in &#8220;Birdy&#8221;, wo sie mit dem onomatopoetischen Zwitschern der Blasinstrumente nicht stärker kontrastieren könnte.</p>
<p>Gerade diese Momente sind es, die die Illusion des Organischen, die das Album und die Performance über weite Strecken bindet, noch deutlicher wirken lassen.</p>
<p><strong>Label: zeitkratzer records/Karlrecords</strong></p>
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		<title>ZEITKRATZER: Lou Reed Metal Machine Music</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Oct 2014 05:35:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt Alben, die solch einen Aura umgibt, dass der eigentliche Gehalt nur noch eine untergeordnete Rolle spielt und Lou Reeds Protoindustrialalbum „Metal Machine Music“ ist da sicher ein gutes Beispiel für. Dabei gehen die (Be-)Wertungen weit auseinander. Auf der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/10/04/zeitkratzer-lou-reed-metal-machine-music/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/Za1618256681_2.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9391" title="Za1618256681_2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/Za1618256681_2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt Alben, die solch einen Aura umgibt, dass der eigentliche Gehalt nur noch eine untergeordnete Rolle spielt und Lou Reeds Protoindustrialalbum „Metal Machine Music“ ist da sicher ein gutes Beispiel für. Dabei gehen die (Be-)Wertungen weit auseinander. Auf der<a href="http://www.loureed.com/inmemoriam"> Lou Reed-Gedächtnisseite </a>schreibt John Zorn: „Let&#8217;s not forget that Lou Reed was the man who made Metal Machine Music.“ Coil nannten damals, als sie ihr vielleicht krachigstes Album „Constant Shallowness Leads to Evil“ veröffentlichten, „Metal Machine Music“ als Referenzpunkt.<span id="more-9390"></span></p>
<p>Dabei stellte sich auch schon immer die Frage: Ist das vielleicht lediglich ein Fuck you! an die Adresse der Plattenfirma (gewesen)? Oder wie es noch jüngst im <a href="http://www.special-interests.net/forum/index.php?topic=4770.0">Special Interests-Forum hieß</a>: „Lou Reed&#8217;s Metal Machine Music &#8211; genius work or complete trash?&#8221; Dabei hat Reed sicher zumindest partiell zu dieser Ambivalenz beigetragen, sagte er doch vor einigen Jahrzehnten über das Album: „No one I know has listened to it all the way through including myself. It is not meant to be“ &#8211; damit natürlich mit dem Nimbus der Unhörbarkeit, des Unerhörten spielend. Als es dann Jahre später um die zeitkratzer-Interpretationen ging, wählte er <a href="http://pitchfork.com/features/interviews/6690-lou-reed/">in einem Interview</a> durchaus andere Worte: „The truth is that I really, really, really loved it. I was in a position where I could have it come out. I just didn&#8217;t want it to come out and have the audience think it was more rock songs. […] I honestly thought &#8216;Boy, people who like guitar feedback are gonna go crazy for this. Count me among them. If you like loud guitars, here we are.&#8217;“</p>
<p>Im Booklet schreibt zeikratzers Reinhold Friedl: „When I first came to know Metal Machine Music I was blown away.“ Und nachdem er über die Genese des Projekts dieses Album aus Gitarrenfeedback in Noten zu fassen, berichtet hat, schreibt er, dass er beim erneuten Spielen des Albums auf dem „worldtronic“-Festival in Berlin im Jahre 2013 zu der Einsicht gekommen sei, dass „Metal Machine Music“ so etwas wie „worldtronics“ geworden, Reed eben nicht nur Rock &#8216;n&#8217; Roll, sondern ein echter Komponist gewesen sei.</p>
<p>Ursprünglich wurden zeitkratzers Interpretationen vor einigen Jahren in einer <a href="http://www.discogs.com/Zeitkratzer-And-Lou-Reed-Metal-Machine-Music/release/1119902">CD/DVD-Kombi</a> veröffentlicht, auf der aktuellen Veröffentlichung bekommt man nun erstmals die gesamten Aufnahmen zu hören: Analog zu Reeds Originalalbum vier Stücke von jeweils 16 Minuten. Die von zeitkratzer in neunköpfiger Besetzung (Klarinetten, Trompete, Posaune, Klavier, Streichgitarre, Perkussion, Geige, Bassgeige, Kontrabass) eingespielten Aufnahmen, sind (im besten Wortsinne) hörbarer als Reeds Album. Wie da plötzlich inmitten der dichten Klänge Blasinstrumente zu hören, zu erkennen sind, wie unter dem Dröhnen eine Unruhe herrscht, Geigen hochfrequent tönen, dann wieder plötzlich ein Klavier auftaucht, das ist eine ziemlich intensve Hörerfahrung. Ob die Tatsache, dass zeitkratzers Version den Hörer doch eher zum Verweilen auffordert als Reeds Album, nun ein Rückschritt oder letztlich vielleicht doch radikaler ist, sei dahingestellt. (M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://www.zeitkratzer.de/">zeitkratzer records</a>/<a href="http://www.karlrecords.net/">Karlrecords</a></p>
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