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	<title>African Paper &#187; Brannten Schnüre</title>
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		<title>ROUDI VAGOU / LÄUTEN DER SEELE: Taghelle Nacht</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Feb 2026 07:01:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den letzten Jahren hat Christian Schoppick zusammen mit Katie Rich als das Duo Brannten Schnüre, von dem zuletzt 2025 „Landschaft aus Tränen“ erschien, eine zutiefst originelle, kaum kategorisierbare Musik, die irgendwo zwischen Folk, Ambient und allerlei anderem zu situieren ist, gemacht. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/02/07/roudi-vagou-lauten-der-seele-taghelle-nacht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/02/a4248904502_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-49868" title="a4248904502_16" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/02/a4248904502_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In den letzten Jahren hat <a href="https://africanpaper.com/tag/christian-schoppick/">Christian Schoppick</a> zusammen mit Katie Rich als das Duo<a href="https://africanpaper.com/tag/brannten-schnure/"> Brannten Schnüre</a>, von dem zuletzt 2025 „Landschaft aus Tränen“ erschien, eine zutiefst originelle, kaum kategorisierbare Musik, die irgendwo zwischen Folk, Ambient und allerlei anderem zu situieren ist, gemacht. Unter dem Projektnamen <a href="https://africanpaper.com/tag/lauten-der-seele/">Läuten der Seele</a> hat Schoppick eine Reihe weitgehend instrumentale, loopbasierte Alben veröffentlicht, <span id="more-49866"></span>wobei zuletzt noch auf dem großartigen Album <a href="https://africanpaper.com/2025/12/06/lauten-der-seele-unterhaltungen-mit-larven-und-uberresten/">„Unterhaltungen mit Larven und Überresten“</a> <a href="https://africanpaper.com/tag/novy-svet/">Novy Svets </a><a href="https://africanpaper.com/tag/jota-solo/">Jota</a> Vocals beisteuerte.  Im Namen des Projekts klingt fast schon ein Manifestmachen von etwas Nichtgreifbarem an, was sich letztlich auch in der Musik widerspiegelt.</p>
<p>Auf &#8220;Taghelle Nacht&#8221; teilt er sich ein Album mit Matthias Kremsreiter, über den auf der Seite der Münchener Kammerspiele zu<a href=" https://www.muenchner-kammerspiele.de/de/wir/8607-matthias-kremsreiter "> lesen</a> ist: „geboren 1993 in der deutschen Prärie, lebt in Berlin, studierte Philosophie und ist autodidaktischer Sounddesigner. Er spielt seit seiner Jugend in verschiedensten DIY-Bands und macht seit 2018 als Solokünstler unter seinem Pseudonym alibikonkret musikalische Experimente mit konventionellen sowie unkonventionellen Instrumenten.“ Erstmalig nimmt er nun auf „Taghelle Nacht“ unter dem Namen Roudi Vagou auf. Die ersten sieben Stücke stammen von ihm und direkt hört man eine enge Verwandtschaft zu Läuten der Seele, was die Stimmung und die Herangehensweise anbelangt.</p>
<p>Auf dem Titelstück kommen verrauschte, knisternde Streichersounds zusammen, man wird an einen Ballsaal zu Beginn des 20. Jahrhunderts erinnert, es gibt Schläge auf ein Becken und Stimmen murmeln. Nach gut zwei Minuten ist dieser Ausflug in eine schemenhafte, geisterhafte Welt vorbei. „Halb So Schwer“ kombiniert eine getragene, traurige Geige mit Vogelgezwitscher. „Iss mich ganz auf“ ist durchzogen von Weinen, Schluchzen und die Aufnahme scheint zu leiern. „Grenzüberschreitung“ beginnt mit einem italienischen Sprachsample. Die neun Beiträge von Läuten der Seele beginnen mit „Komischer Anruf“, auf das Knistern des Ausgangsmaterials deutlich wird. Bei „Punkt Mitternacht“ meint man, ein Stapfen durch den Schnee zu hören, Stimmen tauchen auf, man hört ein Glockenspiel. <span style="text-decoration: underline;">Auf</span> dem 40-sekündigen Interludium „Nur für uns zwei“ hört man einen leiernden Schlagerloop („Heute ist ein Tag nur für uns zwei“). „Rathausdach“ ist ein Zusammenkommen von Fagott und etwas, das nach einem Spinett, klingt. Das entspannte „Ein Kitzeln in den Gräbern“ mischt Vogelzwitschern und Gesprächsfetzen.</p>
<p>Der scheinbar oxymoronische Titel, der laut Label verstanden werden will als Illustration  von „vignettes that revel in the cognitive dissonance and seductive magic of moonlight at midnight.“, trifft als Beschreibung auf die numinose Musik der beiden zu, denn die insgesamt 16 Stücke lassen sich in einem seltsamen Zwielicht verorten, das Schatten wirft. Das hier mitgedachte Mondlicht erleuchtet diese seltsame Zwischenwelt mit ihren schemenhaften Entitäten aber immer wieder. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://www.quindirecords.it/">Quindi Records</a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=489527889/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>LÄUTEN DER SEELE: Unterhaltungen mit Larven und Überresten</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Dec 2025 06:46:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Wir sind die, die vorsichtig an eure Tür klopfen, und wir grüßen euch freundlich&#8221; – sagt eine klare Frauenstimme gleich zu Beginn des vor einigen Wochen unter dem Titel &#8220;Unterhaltungen mit Larven und Überresten&#8221; erschienen Albums von Läuten der Seele, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/12/06/lauten-der-seele-unterhaltungen-mit-larven-und-uberresten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/umluü.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-49271" title="umluü" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/umluü-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>&#8220;Wir sind die, die vorsichtig an eure Tür klopfen, und wir grüßen euch freundlich&#8221; – sagt eine klare Frauenstimme gleich zu Beginn des vor einigen Wochen unter dem Titel &#8220;Unterhaltungen mit Larven und Überresten&#8221; erschienen Albums von Läuten der Seele, und schon ist man mittendrin in diesem seltsamen Raum zwischen Ankunft und Abschied, zwischen Larven, die sich regen, und Überresten, die <span id="more-49270"></span>noch flüstern. Dann winken einem dieselben Stimmen am Ende aus der Ferne zu, als wären sie längst hinausgetreten und hätten nur kurz hereingeschaut.</p>
<p>Das Album, das der hinter dem Projekt stehende Christian Schoppik, bekannt auch von seinem Stammprojekt <a title="BRANNTEN SCHNÜRE: Aprilnacht" href="https://africanpaper.com/2024/09/14/brannten-schnure-aprilnacht/">Brannten Schnüre</a>, diesmal zusammen mit <a title="JOTA SOLO: Nessuno" href="https://africanpaper.com/2024/01/13/jota-solo-nessuno/">Jota Solo</a>, bekannt von <a title="NOVÝ SVĚT: DeGenerazione" href="https://africanpaper.com/2024/06/22/novy-svet-degenerazione/">Nový Svět</a> und vielen weiteren Abenteuern, aufgenommen hat, besteht aus vierzehn meist kurzen Stücken, die wohl primär aus Feldaufnahmen, Instrumentalsamples und Jotas selbst im Flüsterton markanter Stimme zusammengesetzt sind. Die Musik bewegt sich im weiten Feld zwischen kollageartigen Szenarien, bisweilen fragmentiertem Gesang und plötzlichen Brüchen, Verschiebungen, Richtungswechseln. Kinderstimmen, Vögel, Wind, summende und fiepende Sounds und Musikzitate, die von alten Platten gesamplet scheinen, reichen sich die Klinke in die Hand und lassen die Musik wie ein surreales Hörspiel anmuten, das nie richtig greifbar wird, aber dennoch – vielleicht durch eine organisch wirkende Grundstruktur &#8211; wie von Gespensterhand zusammengehalten wird.</p>
<p>Das eröffnende &#8220;Anklopfen&#8221;, passend betitelt, beginnt mit besagter Frauenstimme und kippt alsbald mittels dissonanter werdender Hintergrundgeräusche ins Unheimliche, vielleicht auch, weil das anklopfende Wir unklar bleibt. Das die zweite Seite eröffnende &#8220;Hinaustreten&#8221; nimmt den Faden später wieder auf: &#8220;Wir sind die, die schon lange zur Tür hinausgegangen sind und wir winken euch aus der Ferne zu&#8221; – nun weht Wind durch leere Schalen und Schneckenhäuser, ein Sommer wird erinnert, doch alles entpuppt sich als Traum und endet in offenen Mündern voller Sand und Erde.</p>
<p>Dazwischen und drumherum entfalten sich die eigentlichen Unterhaltungen. &#8220;Wir Zwei Allein&#8221; und &#8220;Das Alles Dass&#8221; verbinden barock anmutenden Mezzosopran, Kinderstimmen, Walzerfragmente, Akustikgitarre und allerlei hoch piepende Sounddetails mit Jotas grummelndem Wiener Hochdeutsch. &#8220;Du bist alles, was ich brauch&#8221; und &#8220;Du bist die Luft und das Immergrün&#8221;  heißt es schwebend über summenden, fiependen und tempomanipulierten Geräuschen. &#8220;Keinen Mund&#8221; stapelt exotische Flöten, brummende Dröhnung und heiteres Vogelzwitschern zu einem reizvollen Durcheinander, das Jotas Geständnis (&#8220;Ich will dich küssen&#8221;) trägt. &#8220;Schiffbruch&#8221; steigert sich ins Bedrohliche, mit fernem Klagen und allen Anzeichen wachsender Furcht.</p>
<p>&#8220;Komplette Fragmente&#8221; setzt dem Thema Vergänglichkeit, das sich wie ein roter Faden (nicht nur) durch diesen Track zieht, eine leise Pointe voran: &#8220;Alles wie immer&#8221; – die ständige Veränderung wird zur einzigen Konstante, Gitarren, Violinen und vielleicht Klarinetten hüllen die Zeilen &#8220;das Leben ist vergangen als hätte ich nie gelebt&#8221; in eine anrührende Hülle. &#8220;Letzte Lichter&#8221; lenkt die versteckte Kamera, anfangs noch unter Kratzen und Rauschen, auf die dunkel werdende Nachbarschaft vor dem Fenster, während &#8220;Grüne Fassaden&#8221; hektisches Geraschel und Zeitraffereffekte in eine besinnliche Melodie münden lässt und Stadtflucht beschwört: Hamburg, Berlin, Betonwüsten hinter einer vital scheinenden Fassade – wir ziehen davon. Das zwischen Fremdscham und ehrlicher Trauer changierende &#8220;Schein und Haben&#8221;, das mich vielleicht durch Zufall an Nový Světs &#8220;Got it!&#8221; von der &#8220;Fin.Finito.Infinito&#8221;-Reissue denken ließ, schunkelt gebrochen zwischen Streichern, Möwenschreien und Glockenspiel.</p>
<p>Im kurzen, schwindelerregenden &#8220;Sal&#8221; krächzt und keift sich Jota, wie man ihn von früher her kennt, auf Spanisch die verwundete Seele aus dem Leib, &#8220;Augen Auf!&#8221; kontrastiert heitere Kinderstimmen mit melancholischem Brummen und Sätzen wie &#8220;die Felle, sie schwimmen dir davon&#8221;. &#8220;Ondas&#8221; tastet sich mit fragmentierter Stimme, klimpernden Geräuschen und einer gedämpften Trompete voran, die sich in eine Duduk oder Nej zu verwandeln scheint. Das chorartige &#8220;Ein Englisches Lied&#8221; bäumt sich noch einmal (melo)dramatisch auf und setzt, begleitet von einem strömenden Akkordeon und motorischen Brummen den Schlusspunkt.</p>
<p>Margot Benetti beschreibt das Album in den Liner Notes als eine Art Live-Übertragung aus einem Riss in einer Mauer – aus jenen schmalen Spalten, in denen eine andere, höchst feinsinnig fabrizierte Wirklichkeit steckt. Die Musik fühlt sich tatsächlich so an: als würde man in winzige, verborgene Zwischenbereiche hineinhören, in denen sich etwas regt, das längst vergangen oder noch nicht ganz entstanden ist. Überreste eben und Larven.</p>
<p>&#8220;Unterhaltungen mit Larven und Überresten&#8221; ist vom leisen Anklopfen ein intensives, trotz seiner anrührend-organischen Klanggestalt oft beunruhigendes Werk, das aus Fragmenten eine eigene, geschlossene Welt baut. Wer die früheren Läuten der Seele-Veröffentlichungen kennt, findet hier durch Jota Solos Stimme eine neue Direktheit und eine andere Art emotionaler Tiefe, ohne dass der typisch &#8220;angefolkte&#8221; Schleier aus Stimmungen, Geräuschen und instrumentellen Details verloren geht.</p>
<p><strong>Label: World of Echo</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2768115246/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Zwei neue Veröffentlichungen auf Quirlschlängle</title>
		<link>https://africanpaper.com/2025/06/14/zwei-neue-veroffentlichungen-auf-quirlschlangle/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Jun 2025 03:51:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das kleine Label Quirlschlängle, das Christian Schoppik und Katie Rich von Brannten Schnüre betreiben, hat jüngst zwei hochkarätige Alben herausgebracht: Da ist einmal die Splitveröffentlichung von Militia Aurora &#38; Jota Solo, die den Titel „Lebensglut“ trägt. Beide Musiker vertonen auf &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/06/14/zwei-neue-veroffentlichungen-auf-quirlschlangle/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das kleine Label <a href="http://africanpaper.com/tag/quirlschlangle/">Quirlschlängle</a>, das Christian Schoppik und Katie Rich von<a href="http://africanpaper.com/tag/brannten-schnure/"> Brannten Schnüre</a> betreiben, hat jüngst zwei hochkarätige Alben herausgebracht: Da ist einmal die Splitveröffentlichung von Militia Aurora &amp;<a href="http://africanpaper.com/tag/jota-solo/"> Jota Solo</a>, die den Titel „Lebensglut“ trägt. Beide Musiker vertonen auf dem Album Texte von Trakl, George, Julius Sturm und Karl Wolfskehl. Der zweite Tonträger ist von Brannten Schnüre und trägt den letztlich in mehrerlei Hinsicht passenden Titel „Landschaft aus Tränen&#8221;, ist er doch sowohl der Abschluss einer mit „Erinnerungen an Gesichter“ begonnenen und „Das Glück vermeiden“ fortgesetzten Trilogie als auch das Ende der Arbeit der beiden unter diesem Bandnamen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/coversplit.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46674" title="coversplit" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/coversplit.jpg" alt="" width="500" height="500" /></a><span id="more-46672"></span>„The Austrian split album Lebensglut (English: Life’s Glow) explores the work of four poets in very different ways: Karl Wolfskehl, Stefan George, and Georg Trakl, all active in the early 20th century. The selection is rounded out by Julius Sturm, who had been active a century earlier and can be regarded as an early pioneer of Symbolist expression.</p>
<p>Wolfskehl and George were not only close collaborators, but also key figures in a literary scene that could be described as neo-Romantic, stylistically close to Jugendstil. Their poetry was marked by formal Symbolism, aiming for a kind of elevated, almost sacred use of language. Georg Trakl, a unique figure of his time, also wrote in a Symbolist style, but served as a link between Symbolism and Expressionism, which sought to confront the chaos of the era with raw emotional force. His admirer Ernst Jünger once wrote: “His poetry resembles the turning of a dream kaleidoscope that, behind frosted glass in the shimmer of moonlight, repeats few but genuine stones in monotonous patterns”- a beautiful image for the hypnotic quality of Trakl’s verses.</p>
<p>While only one poem by each of the other poets is set to music, there are two by Trakl, a clear sign of how deeply his work resonates with the overall atmosphere of Lebensglut. The title itself is well chosen, as it speaks of intense inner fire, and also of a dangerous kind of ecstasy, close to life weariness and a fascination with decay.</p>
<p>Jota Solo and Militia Aurora bring their own unique voices and approaches. Each interpreted three poems in their own way, using their characteristic styles and vocal expressions. The two Trakl settings, however, were created together as a joint effort.</p>
<p>That both musicians, like Trakl, come from Austria, just a coincidence? Or does a shared cultural background help them grasp and express this fragile, haunted mood with such precision?</p>
<p>The artist behind Militia Aurora released music as one half of Glasberg, while the one behind Jota Solo had released music as part of Nový Svět. Both of these widely respected projects follow an approach that could be described as characteristically Austrian. Their music is built from striking sample based collages in a post industrial style, enriched with folkloristic elements. One might recall The Moon Lay Hidden Beneath a Cloud in this context. Glasberg drew on themes from Brothers Grimm and the Nibelungenlied, while Nový Svět distilled the essence of various artistic sources into a vivid and surreal kind of magical realism.</p>
<p>Now, two experienced artists are at work, and the ambivalent energy of Lebensglut is shaped with steady, confident hands. Militia Aurora moves in slow motion across blood soaked battlefields, where the gasps of the dying and the fading echoes of war drums still linger. In contrast, Jota Solo’s bittersweet synthesizers release strange scents, somewhere between sweet decay and intoxicating lilac.</p>
<p>All in all, a work that moves between healing and unease, between excitement and pulling back, between burning bright and slowly dying down.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/coverschnüre.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46676" title="coverschnüre" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/coverschnüre.jpg" alt="" width="500" height="501" /></a></p>
<p>&#8220;If you will, the albums <em>Brannten Schnüre </em>released in three-year intervals form a kind of trilogy of psychological processing. With <em>Landschaft aus Tränen</em>, this cycle finds its conclusion. But what kind of conclusion is it?</p>
<p>In 2019’s <em>Erinnerungen an Gesichter</em>, memories were still veiled in a soft glow, gently idealised and wrapped in nostalgia. By 2022, with <em>Das Glück vermeiden</em>, the tone had shifted. The words turned more bitter, more resigned, searching for language to grasp a personal fate that had grown heavier.</p>
<p><em>Brannten Schnüre</em> have long cultivated an unmistakable initial sound. Their music is built from collaged fragments, creating a blurred, homely atmosphere – abstract, yet strangely close to something familiar. Listeners often reached for the term folk, though it never quite fit. Dark folk or weird folk were frequently mentioned, yet both labels felt completely inappropriate. They were never really weird, and rarely dark. If anything, there was always a sense of gentle clarity in their work and a kind of subtle healing quality beneath the surface. They also seemed to keep a deliberate distance from the aesthetics and codes of such genres and their surrounding scenes.</p>
<p>With <em>Landschaft aus Tränen</em>, however, something changes. This time, they<em> </em>edge closer to a more recognisable genre language, perhaps echoing the acoustic introspection that emerged in mid-1980s post-punk England, when some artists moved toward a sound that was more organic and yearning. Katie and Christian take that impulse and transform it entirely into their own. The chords of the campfire guitar drift off in shoegazy tones, while a sampled girl sobs and groans rather than raising her arms in a dubious gesture of solemn devotion toward the sun.</p>
<p>Still, the album seems to openly acknowledge late-80s/early-90s <em>Current 93</em>, both in sound and spirit. On <em>Streitlust</em>, they even tread unmistakable paths of Martial Industrial. Yet thematically, they remain far removed. The lyrics deal with biographical detours, with tears that never found their way out, tears that have since hardened into stone.</p>
<p>This is where the brooding and self-questioning of the earlier albums come to rest. Not in resolution, perhaps, but in the quiet acceptance of a profound sadness – a sadness that has always been the fragile, glowing core of <em>Brannten Schnüre</em>’s music.</p>
<p>It is no secret that this album is not only the final part of a trilogy, but also the final chapter of <em>Brannten Schnüre</em> itself. The project has come to an end. And yet, we are not left empty-handed. A new collaboration between Katie and Christian is already on the horizon. The folk-inflected paths of <em>Landschaft aus Tränen</em> offer a glimpse of where that path might lead.&#8221;</p>
<p>Bestellen kann die beiden Alben direkt beim Label: quirlschlaengle@web.de</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>BRANNTEN SCHNÜRE: Aprilnacht</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Sep 2024 04:41:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dem Album &#8220;Aprilnacht&#8221;, das vor einigen Wochen von Aguirre Records neu aufgelegt wurde, machte das von dem Würzburger Christian Schoppik gegründte Projekt Brannten Schnüre vor zehn Jahren erstmals auf Albumlänge von sich reden. Wie man lesen kann, war das &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/09/14/brannten-schnure-aprilnacht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/08/aprilnacht.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-42199" title="aprilnacht" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/08/aprilnacht-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit dem Album &#8220;Aprilnacht&#8221;, das vor einigen Wochen von Aguirre Records neu aufgelegt wurde, machte das von dem Würzburger Christian Schoppik gegründte Projekt Brannten Schnüre vor zehn Jahren erstmals auf Albumlänge von sich reden. Wie man lesen kann, war das damals als Tape erschienener Album stark beeinflusst und inspiriert von den Texten des deutschen Philosophen und Schriftstellers Friedrich Alfred Schmidt Noerr, der zahlreiche Werke über <span id="more-42197"></span>Mystik, aber auch über mythologische Themen verfasst hat. Was Schoppik wohl besonders inspirierte, war Noerrs Versuch, mythologische Elemente, die er im Zusammenhang des Konflikts zwischen christlicher und vorchristlicher Zeit untersuchte, auf eine Weise zu bewahren, die nichts elegisches, nostalgisches in sich trägt. All dies floss in die üppig mit Gitarren, Streichern, Akkordeon, Klarinetten, Hörnern, Glockenspielen und einigem mehr instrumentierten Ode an.den Frühling und dessen Stimmung ein, als die &#8220;Aprilnacht&#8221; gedacht war.</p>
<p>Was schon zu Beginn im eröffnenden Stück &#8220;Goldne Abendsonne, Wie Bist Du Schön&#8221; auffällt ist der Reichtum sowohl an atmosphärischen Nuancen als auch an klanglichen Ideen. Das cinematisch anmutende Szenario von dreieinhalb Minuten, das mit spannend tremolieren Violinen oder ähnlichem beginnt, gestaltet sich, nachdem immer mehr helle Dröhnung hinzukommt, als sehr emotional aufgeladen und von einer durchaus physischen Substantialität. In der aufgewühlten Stimmung macht sich bald ein Eindruck von etwas trunkenem bemerkbar, als wäre die ganze Szenerie, die viele wahrscheinlich als surreal beschreiben würden, wie ein Kleidungsstück auf links gedreht. Aus dem klanglichen Substrat schält sich irgendwann ein kehliger Stimmeinsatz heraus, der zu einem fast jaulenden Weinen anschwellt. So, zwischen Tarzanschrei und Gebetsruf, kann man die Abendsonne erleben.</p>
<p>Gleichwohl man das ganze Album als eine Art Einheit betrachten und hören kann (und sollte), gibt es in den einzelnen Stücken ganz unterschiedliche Schwerpunkte. In einigen Tracks nimmt das Aufgewühlte, Spannungsgeladene einen sehr großen Raum ein. Trotz der stabilen dunklen Geerdetheit ist bei dem mehrschichtig aufgebauten Titelstück ein von hellem Pfeifen eingeleitetes sirrendes Saitenspiel am dominantesten zu erleben. Auf ganz andere Weise kehrt diese Aufgewühltheit in der tremolierend schwankenden Klanglandschaft von &#8220;Mutter Maria Zwischen den Himmeln&#8221; wieder, wo ein strömendes Akkordeon durch alle möglichen Stockungen und Rückwärtspassagen hinweg dröhnt, bis ein untergründiges Flüstern wie der Klang freigelegter Nerven einen liturgisch anmutenden Schluss einleitet. Dramatisch dröhnende Momente und eine trippelnde Perkussion setzen das Fundament für einen jaulenden Klagegesang der &#8220;Nie kann ohne Worte deinen Glanz ich sehen&#8221; ähnlich aufwühlend geraten lässt.</p>
<p>Wenn &#8220;Requiem für eine Ringelnatter&#8221; die Dramatik am meisten auf die Spitze treibt, kommt in das hörspielhafte Szenario mit seinem berührenden Kinderreimen über die Klänge eines martialischen Schlachtenlärms ein dionysisches Moment hinzu,, dass dem Nachruf für einen schlängelndes Wesen eine ungewöhnliche Note verleiht, die nur diese selbst vielleicht adäquat verstehen kann (ein weiterer Nachruf gilt später einem Schwalbennest und kommt mit seinem ornamentalen Flötenspiel und dem bewusst dilettantischen Gesang ausgesprochen berührend daher). Andere Stücke setzen noch mehr auf das sinnliche Moment, so die beiden Teile des folkigen &#8220;Urin deiner Blüten&#8221;: überall summt und brummt es, und was anfangs noch als bedrohlich wahrgenommen werden könnte, weiß sich schnell als beruhigende Kulisse aus warmen Klängen für das Murmeln und AMSR-taugliche Flüstern der wenigen, mantraartig wiederholten Worte. Nicht nur hier ist übrigens auch eine weibliche Stimme zu hören, gleichwohl Katie Rich, die später zu Brannten Schnüre stoßen woll, noch nicht in den Credits genannt wird.</p>
<p>Nach dem Aufgehen der Morgensonne über einem lichtdurchfluteten Gestrüpp aus chaotisch anmutendem Saitenspiel gehören die letzten Minuten der Besinnlichkeit, die ein entrücktes, imrpovisierten Gitarrenpicking zu erzeugen weiß &#8211; und so endet ein Album, das wahrscheinlich für viele, die Folksongs und experimentelle Klangkunst als getrennte Welten betrachten und erst recht für alljene, die für die hohe Kunst des fragmentverliebten Provisoriums kein Ohr haben, eine Herausforderung darstellt. Für alle freilich, die sich auf die inneren Gesetztmäßigkeiten einer solchen Musik einlassen, könnte es eine Wunderkammer sein, in der man immer neue Schätze findet.</p>
<p><strong>Label: Aguirre Records</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4013419305/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Gespensterland: Anthologie mit Brannten Schnüre, Baldruin, Kirschstein, Freundliche Kreisel und Balint Brösel</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Aug 2023 05:09:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eines der interessantesten, kreativsten und natürlich geheimnisvollsten musikalischen Biotope aus dem deutschsprachigen Raum, der im fränkischen Würzburg um Personen wie den auch als bildender Künstler aktiven Johannes Schebler, Christian Schoppik und Katie Rich gewachsene und mittlerweile in diverse Himmelsrichtungen diffundierte &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/08/14/gespensterland-anthologie-mit-brannten-schnure-baldruin-kirschstein-freundliche-kreisel-und-balint-brosel/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eines der interessantesten, kreativsten und natürlich geheimnisvollsten musikalischen Biotope aus dem deutschsprachigen Raum, der im fränkischen Würzburg um Personen wie den auch als bildender Künstler aktiven Johannes Schebler, Christian Schoppik und Katie Rich gewachsene und mittlerweile in diverse Himmelsrichtungen diffundierte Freundeskreis, wird nun von einem größeren Label &#8211; den Hamburgern von Bureau B &#8211; vorgestellt und auf einer Compilation gewürdigt. Die nach einem Song von Schoppik und Schebler benannte Anthologie &#8220;Gespensterland&#8221; enthält fünfzehn Stücke der eng miteinander verbandelten und sich partiell überschneidenden Projekte Brannten Schnüre, Baldruin, Kirschstein, Freundliche Kreisel und Balint Brösel und bietet in einer beachtlichen Variationsbreite schlafliedartige Folkongs, cinematisch anmutende Krautreferenzen, fantastisch-märchenhafte Sujets, ungewöhnliche Arrangements auf z.T. alten Instrumenten, retrograde Elektronik, subtile <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/gespensterland.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-36968" title="gespensterland" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/08/gespensterland.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-36967"></span></p>
<p>Dröhnung, liebliche Schrägheit und einiges mehr, wobei all diese Komponenten sich an vielen Stellen überlappen und interessante Synthesen eingehen. Durchgehend fällt eine Liebe zum (auch verbal) Altbackenen auf, das stets liebenswürdig daherkommt und durch seine experimentelle Verwurstung immer mal die Frage aufkommen lässt, on hinter all dem vielleicht ein dadaistischer Schalk seine Späße treibt. Das vom Label verwendete Bild des Pilzgeflechtes ist sehr treffend bei der Beschreibung des Biotops, zu dem auch das hier nicht vertretene Projekt Läuten der Seele gehört, und das nicht nur hinsichtlich der Verwobenheit der beteiligten Künstler in verschiedenen Projekten, sondern auch was interne und externe Referenzen angeht &#8211; da wären Referenzen an Klassiker der populären und unterschlagenen Musik wie das von Simon and Garfunkle her bekannte Traditional &#8220;Scarborough Fair&#8221; oder an den Hit &#8220;Disco&#8221; der nordeutschen Kassettenuntergrund-Combo Sugalo aus den frühen 80ern. Da wären ferner Kollaborationen, gemeinsame Veröffentlichungen und andere Zusammentreffen, die mehr als ein Jahrzehnt lang mit internationalen Projekten wie Uton, Niedowiezanie, Novy Svet oder Mushroom&#8217;s Patience stattfanden und die interessante Wegweiser zum Kern der Ästhetik(en) dieser Projekte darstellen.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2675451836/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>Über all diese stilistischen und referenziellen Aspekte hinaus ist in der Musik deutlich zu spüren, dass sie von einem Kreis verwandter Köpfe stammt, die auf ihre leise exzentrische Art ein ebenso interessantes Gruppenphänomen hervorbringen wie der vom Label genannte Great Complotto aus dem norditalienischen Pordedone, die katalanische Nueva Guardia, die Genialen Dilettanten, die italienische Occult Psychedelia und wie sie alle heißen. &#8220;Gespensterland&#8221; erscheint am 18. August als LP, CD und zum Download.</p>
<p><a href="https://shop.tapeterecords.com/va-gespensterland-3909"><strong>@ Bureau B</strong> </a></p>
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		<title>NOVÝ SVÊT: Desde Infiernos De Flores (Redux)</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2022 01:16:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Brannten Schnüre]]></category>
		<category><![CDATA[Frl. Tost]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Weber]]></category>
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		<description><![CDATA[Unter all den Gruppen, die irgendwie dem weiteren Umfeld des Postindustrials entsprungen sind, nimmt/nahm das aus Jürgen Weber und Frl. Tost bestehende österreichische Duo Nový Svět eine Sonder- und Ausnahmestellung ein: Zu sehr überschritt man enge Genregrenzen, zu sehr bediente &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/10/08/novy-svet-desde-infiernos-de-flores-redux/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/R-24489764-1662976071-6672.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-31535" title="R-24489764-1662976071-6672" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/R-24489764-1662976071-6672-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Unter all den Gruppen, die irgendwie dem weiteren Umfeld des Postindustrials entsprungen sind, nimmt/nahm das aus Jürgen Weber und Frl. Tost bestehende österreichische Duo <a href="http://africanpaper.com/tag/novy-svet/">Nový Svět </a>eine Sonder- und Ausnahmestellung ein: Zu sehr überschritt man enge Genregrenzen, zu sehr bediente man sich aus einer schier unüberschaubaren Menge verschiedenster Musiken, um daraus für jede Veröffentlichung eine ganz eigene wie eigenwillige Mischung zu erschaffen –<span id="more-31532"></span> sowohl auf den Vollzeitalben als auch auf den vielen kleinformatigen Arbeiten: Da entstand eine wilde Mischung aus Folk, Industrial, Ambient und vielem mehr. In irgendinem Interview wurde einmal, sicherlich durchaus selbstironisch, von <a href="https://www.evolver.at/musik/Novy_Svet_Flies_Dream_Reality/">„Combat Folk“</a> gesprochen. Über die Motivation<a href="http://stigmatamag.narod.ru/novy.htm"> sagte</a> Jürgen Weber einmal: „NOVY SVET is a very personal mission.“</p>
<p>Aber die Existenz Nový Světs war trotz der Fülle an Aufnahmen geprägt von Enden, von (scheinbarem) Ableben. In Interviews <a href="http://stigmatamag.narod.ru/novy.htm">sprach</a> Jürgen Weber immer mal wieder davon, er wisse nicht, ob es noch weitere Alben geben würde und dann hielt man den vorzeitigen Schwanengesang „Fin Finito Infinito“ in den Händen, dann gab es 2008 das völlig elektronische „Todas Las Últimas Cosas“, das das Ende einleiten sollte – das dann aber zumindest durch Veröffentlichungen von Archivmaterial doch noch verzögert wurde: Drei Jahre danach erschien mit <a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/novy-svet-%e2%80%a6into-your-skies/">„Into Your Skies“</a> ein komplett auf Englisch gesungenes und primär mit Akustikgitarre eingespieltes Album, zwischen 2012 und 2014 gab es drei Tapes mit Ambient-Arbeiten und schließlich 2015 ein mit schlicht<a href="https://www.youtube.com/watch?v=U605ZEJQ6XU&amp;ab_channel=Tryphon"> „Mono“</a> betiteltes Tape. Es erschienen als weitere Lebenszeichen schienbar neue Aufnahmen auf drei Split 7&#8221;s (mit <a href="http://africanpaper.com/2014/04/12/novy-svet-spettro-family-split/">Spettro Family</a>, <a href="http://africanpaper.com/2016/02/06/novy-svet-german-army-split-7/">German Army</a> und Susa24 &#8211; wobei letzteres Projekt wohl eines der vielen Pseudonyme war, unter denen Jürgen Weber in all denen Jahren agierte). Auf dem Soundcloudaccount Webers findet sich jetzt eine Liveaufnahme vom 05.05.22, über die es <a href="https://soundcloud.com/jotasolo/25452-complete">heißt</a>: &#8220;the band split up the same night&#8221;.</p>
<p>Dabei hat das jetzt veröffentlichte Album „Desde Infiernos De Flores“ (natürlich) eine für Nový Svět so typische Geschichte hinter sich: Zwischen 2004 und 2005 erschienen auf dem Band-Minilabel Nekofutschata mit „Là-Bas(s) Communion“ ‎ und „Siderant &#8211; A Beat Monkey Meditation“ ‎zwei Maxis, die die ersten zwei Teile einer Trilogie darstellen sollten, und Material enthielten, das zum Teil auf dem Album „Desde Infiernos De Flores“ erscheinen sollte, das dann allerdings (bis jetzt) nicht veröffentlicht wurde.</p>
<p>Jetzt erscheint es doch auf dem Label Quirlschlängle des deutschen Duos Brannten Schnüre (das sicher durchaus von Nový Svět beeinflusst worden ist). Als Bandname fungieren lediglich die Initialien der Band, als Albumtitel die Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter des urspünglichen Titels – ergänzt mit dem in Klammern gesetzten „(Redux)“. Dieses Redux lässt sich auf vielerlei Weise lesen: etwa bezogen auf die minimalistische Präsentation (Tracktitel oder weitere Informationen sucht man vergeblich) oder aber auf die auf diesem Album enthaltene Musik, die zurückhaltender, <em>reduzierter</em> als viele andere Aufnahmen Nový Světs sind. Man vergleiche diese Aufnahmen etwa mit dem erupriven, von Drogen geprägten „Chappaqua“ (insbesondere „Stardust“), dem recht rabiaten 9/11-Album „Nuevo Babylon“ oder frühen Songs wie „Puro Rumore / Puro Amore“. Auf &#8220;Desde Infiernos De Flores&#8221; singt, spricht Jürgen Weber, zum Teil aber fast nur noch flüsternd. Das Album beginnt kaum wahrnehmbar mit Brummen, einem Kratzen und Schaben, Fliegensummen, ein paar Beats, einem Sprachloop. Auf 19 Tracks, die zum Teil von oben genannten Maxis bekannt sind, hört man ab und zu etwas Perkussion, das Scratchen von Platten, da erklingt plötzlich ein Loop von einem Sample, das auch schon Ministry verwendeten („I discovered Jesus was the devil“), man hört Feldaufnahmen von zirpenden Grillen und zwitschernden Vögeln, ab und zu etwas Bass oder die Trompete Flavio Rivabellas, man vernimmt das in Nový Svět Aufnahmen so häufig zu findende „corazón“, ergänzt durch Begriffe wie „sangre“ „tortura“ oder „amor“. Hier wird wieder einmal ein Netz aus Liebe und Schmerz gesponnen.</p>
<p>Dass dieses Album der Hölle der Nichtveröffentlichung entrissen worden ist, ist mehr als erfreulich, denn dieses Album zeigt, wie es gelingen kann, eine seltsam-autarke Musik zu kreieren, die kaum fassbar ist. Vielleicht ist dieses verspätet veröffentlichte Album das atmosphärisch dichteste der Bandgeschichte. Limitiert auf 350 Exemplare. Wer noch tiefer in den Kosmos der Band eintauchen möchte, der kann auf oben erwähnter Soundcloudseite noch weiteres <a href="https://soundcloud.com/jotasolo/ns_fantasmas-ep">unveröffentlichtes Material</a> erkunden. (MG)</p>
<p>Label: Quirlschlängle</p>
<p>&nbsp;</p>
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