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	<title>African Paper &#187; Colin Potter</title>
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		<title>NURSE WITH WOUND: The Grave And Beautiful Name Of Sadness</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jan 2025 02:03:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es mag für viele (auch den Verfasser dieser Zeilen) inzwischen schwierig geworden sein, sich in dem schier unübersichtlich gewordenen Werk Nurse With Wounds und Steven Stapletons noch zurechtzufinden &#8211; Hilfe bietet noch immer die Brainwashedseite &#8211; , aber es lohnt &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/01/11/nurse-with-wound-the-grave-and-beautiful-name-of-sadness/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/GRAVEANDBEAUTIFULLPCOVER_1024x10241.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44384" title="GRAVEANDBEAUTIFULLPCOVER_1024x1024" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/GRAVEANDBEAUTIFULLPCOVER_1024x10241-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es mag für viele (auch den Verfasser dieser Zeilen) inzwischen schwierig geworden sein, sich in dem schier unübersichtlich gewordenen Werk <a href="http://africanpaper.com/tag/nurse-with-wound/">Nurse With Wounds</a> und <a href="http://africanpaper.com/tag/steven-stapleton/">Steven Stapletons </a>noch zurechtzufinden &#8211; Hilfe bietet noch immer die <a href="https://brainwashed.com/nww/music.php?site=nww">Brainwashedseite</a> &#8211; , aber es lohnt immer wieder, wie auch gerade diese Veröffentlichung von zwei Tracks aus dem Archiv beweist.<span id="more-44381"></span></p>
<p>Die Genese des (auf dem jüngst veröffentlichten Vinyl nicht vorhandenen) Ursprungstracks „The Grave And Beautiful Name Of Sadness“ ist ähnlich verwirrend, verzweigt und verwinkelt wie das Werk des Wahliren, wurde dieser lange Track doch ursprünglich von Steven Stapleton und Geoff Cox-Dorée 1984 eingespielt, ein Mix fand sich dann auf dem „Lumb&#8217;s Sister“-Album, ursprünglich als Soundtrack für Chris Wallis&#8217; gleichnamigen Film konzipiert (von dem wohl nur noch ein<a href="https://www.youtube.com/watch?v=kEgrsRjwCQU&amp;ab_channel=o0oTKio0o"> hier</a> zu sehendes Fragment erhalten ist). Schließlich erschien der lange Track 1991 auf David Tibets and Steven Stapletons Album „The Sadness Of Things“ und man konnte dann das repetitive, dunkel-dröhnende Stück in Gänze hören. Auf dieser CD fand sich der Hinweis, es sei der Soundtrack für Diana Rogersons Film „Twisting The Black Threads of My Mental Marionettes“.</p>
<p>Das Stück antizipiert vielleicht etwas das Meisterwerk „Salt Marie Celeste“ und ist musikalisch sicher näher an dem auf keiner Ambientliste fehlenden Klassiker „Soliloquy For Lilith“ als an Alben wie „Rock &#8216;n Roll Station“ oder an dem, was die Band nach ihrer Neu(er)findung als Liveband manchmal spielt. „The Grave And Beautiful Name Of Sadness“ (mit einem vielleicht doppeldeutigen „grave“ im Titel, dessen Bedeutung als Nomen sich Mercutio im Gespräch mit Romeo zu eigen macht, kurz bevor er die sich befehdenden Familien verflucht) ist ein Stück, das immer wieder den Eindruck erweckt, etwas Bedrohliches stehe kurz bevor.</p>
<p>Auf dem jetzt auf <a href="http://africanpaper.com/tag/colin-potter/">Colin Potters </a>Label ICR erschienenen Album finden sich zwei Überarbeitungen: Da ist einmal eine Version aus dem Jahr 2012, zu der <a href="http://africanpaper.com/tag/andrew-liles/">Andrew Liles</a> Gitarre und seine Mixkünste beisteuerte. Dieser lange Track klingt anfangs verrauschter, die im Original wie Sirenen klingenden an- und abschwellenden Drones stehen hier zu Beginn etwas weniger stark im Vordergrund, sind Teil einer Klangfläche &#8211; erst im letzten Teil dominieren sie diese, von Bandseite als „psychedelisch“ apostrophierte Version. Die Bearbeitung auf Seite 2 stammt aus dem Jahr 2007 und war ursprünglich konzipiert für den Soundtrack für &#8220;Katalin Varga&#8221;, den Debütlangfilm eines der wohl interessantesten zeitgenössischen britischen Regisseure: Peter Strickland hat mit seinen bisherigen fünf Spielfilmen ein ebenso eigenständiges Werk im Medium Film geschaffen wie Stapleton in der Musik. Insbesondere seine Giallohommage „Berberian Sound Studio“ und sein bislang letzter Langfilm „Flux Gourmet“ räumen dem Ton auditiv wie thematisch eine zentrale Rolle ein. Stapletons Version beginnt mit zusätzlichen Sounds, man hat den Eindruck eine Klangschale werde geschlagen, es dröhnt minimal, dann setzen die aus dem Original bekannten Sounds ein.</p>
<p>Letztlich entschied sich Strickland dazu, die Ursprungsversion zu verwenden. Welcher der drei bislang veröffentlichten Versionen man als Hörer den Vorzug gibt, ist sicher Geschmackssache, allerdings sind alle drei beeindruckende Zeugnisse davon, was Stapleton aus und mit Klang alles machen kann. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://icrdistribution.com/">ICR</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Barren: Doppellivealbum von Nurse With Wound</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2020 04:54:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem Nurse With Wound nach einigen Auftritten in den frühen 80ern über lange Jahre ein reines Studioprojekt war, hat Steven Stapleton seit seinem Auftritt im Wiener Narrenturm im Jahr 2005 NWW als Liveband neu er- und gefunden. Seitdem hat es &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/11/23/barren-doppellivealbum-von-nurse-with-wound/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem<a href="http://africanpaper.com/tag/nurse-with-wound/"> Nurse With Wound</a> nach einigen Auftritten in den frühen 80ern über lange Jahre ein reines Studioprojekt war, hat Steven Stapleton seit seinem Auftritt im Wiener Narrenturm im Jahr 2005 NWW als Liveband neu er- und gefunden. Seitdem hat es zahlreiche Auftritte gegeben, die auf Tonträgern wie<a href="http://africanpaper.com/2016/07/02/nurse-with-wound-dark-fat/"> „Dark Fat“</a> oder „Cabbalism“ und auf ultralimitierten CD-Rs dokumentiert wurden. Mit „Barren“ erscheint nun eine neue Veröffentlichung.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/BARREN+FRONT-promo+web.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23190" title="BARREN+FRONT-promo+web" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/BARREN+FRONT-promo+web.jpg" alt="" width="750" height="693" /><span id="more-23188"></span></a>Die Aufnahmen auf der ersten CD stammen aus Florenz, wo Stapleton 2012 mit Colin Potter und Paul Beauchamp auftrat, die zweite CD wurde ein Jahr später in Karlsruhe aufgenommen, als das Lineup aus Stapleton, Potter und Andrew Liles bestand. Von Bandseite heißt es, diese Veröffentlichung dokumentiere zwei ihrer „ungewöhnlichsten“ Auftritte.</p>
<p><strong><a href="https://www.nursewithwound.co.uk/shop/barren-2cd">@ Nurse With Wound</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://icrdistribution.com/products/nurse-with-wound-barren-2cd">@ ICR</a></strong></p>
<p><strong><a href="https://www.andrewliles.com/discography/barren/">@ Andrew Liles</a></strong></p>
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		<title>Nurse With Wound am 28. April in der Berliner Sophienkirche</title>
		<link>https://africanpaper.com/2017/03/02/nurse-with-wound-am-28-april-in-der-berliner-sophienkirche/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Mar 2017 14:34:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nurse With Wound waren mit ihrem wandlungsreichen Stil zwischen Krautkrock, Ambient, Musique Concrète und einer gehörigen Portion Surrealismus und Dada immer ein Thema in Berlin, auch wenn es hier seit einem Jahrzehnt kein reguläres Konzert mehr von ihnen gab. Darbietungen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/03/02/nurse-with-wound-am-28-april-in-der-berliner-sophienkirche/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nurse With Wound waren mit ihrem wandlungsreichen Stil zwischen Krautkrock, Ambient, Musique Concrète und einer gehörigen Portion Surrealismus und Dada immer ein Thema in Berlin, auch wenn es hier seit einem Jahrzehnt kein reguläres Konzert mehr von ihnen gab. Darbietungen außer der Reihe allerdings gab es immer wieder: Zusammen mit Blind Cave Salamander spielte die Band um Stephen Stapleton eine neue Version des Klassikers &#8220;Soliloquy for Lilith&#8221; in der Volksbühne, Stapleton und Andrew Liles traten zusammen mit David Tibet beim Schlagstrom Festival auf, Stapleton solo gab dort eines seiner die Nacht ausfüllenden Schlafkonzerte. Nicht zuletzt nahm Liles mit seinen visuellen Arbeiten an einer Ausstellung im Rahmen des Epicurean Escapism Festivals teil. Am 28. April wird die Band erstmals seit langem in Berlin auftreten, Ort der Veranstaltung ist die Sophienkirche in Mitte, die sich durch die Konzertreihe &#8220;Neue Musik&#8221; jüngst auch einen Namen bei Freunden ungewöhnlicher Musik gemacht hat. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/nwwsopheinkirche.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-13440" title="nwwsopheinkirche" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/nwwsopheinkirche.jpg" alt="" width="960" height="355" /></a><span id="more-13439"></span></p>
<p>&#8220;On April 28th, avant-garde music legends Nurse With Wound – Steven Stapleton, Colin Potter, and Andrew Liles, with James Hill as special guest – will play their first Berlin show since 2007 in the magnificent Sophienkirche.</p>
<p>Nurse With Wound have worked at the cutting-edge of meditative drone and ambient music for forty years. Their unique vision, in fluenced as much by Dada and Surrealism as by krautrock, cabaret and pop, has been fervently carried through a vast catalogue of releases, and they continue to break visual and sonic horizons. Nurse with Wound’s live performances consolidate all aspects of their practice into an ever-evolving experience, which is kept in flux by featuring an array of different guest musicians. Each live performance acts as a rehearsal for the next: no two shows are ever the same.&#8221;</p>
<p>Sophienkirche<br />
Große Hamburger Straße 29<br />
10115 Berlin</p>
<p><strong><a href="https://www.facebook.com/events/1255519204538488">Event @ Facebook </a></strong></p>
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		<title>FOVEA HEX: The Salt Garden I</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Aug 2016 05:43:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Brian Eno, der an verschiedenen Aufnahmen von Fovea Hex mitwirkte, die Songs der irischen Band als die außergewöhnlichsten bezeichnete, die er seit Jahren zu hören bekam, sollte das vielleicht nicht nur ein Lob der Qualität dieser Musik sein, denn &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/08/06/fovea-hex-the-salt-garden-i/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/08/foveahexthesaltgarden.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12546" title="foveahexthesaltgarden" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/08/foveahexthesaltgarden-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Brian Eno, der an verschiedenen Aufnahmen von Fovea Hex mitwirkte, die Songs der irischen Band als die außergewöhnlichsten bezeichnete, die er seit Jahren zu hören bekam, sollte das vielleicht nicht nur ein Lob der Qualität dieser Musik sein, denn diese ist in mehrerer Hinsicht untypisch und lässt sich kaum in ein beschreibendes Korsett zwängen. Fovea Hex ist wie eine kleine Enzyklpädie. Ihre Musik, die Begriffe wie<span id="more-12545"></span> Ambient, Folk oder experimentelle Musik überflüssig erscheinen lässt, ist erdverhaftet und zugleich entrückt, ist ebenso traumwandlerisch wie meditativ. Die meisten der getragenen Stücke haben starke Songqualitäten und sind doch von der verschwimmenden Struktur abstrakter Kompositionen. Und was in dieser Musik emotional passiert, lässt sich besser empfinden als rational erfassen.</p>
<p>Clodagh Simmonds, die die Band vor gut zehn Jahren ins Leben rief, hat immer wieder unterschiedliche Musik gespielt und auch längere kreative Pausen eingelegt, so dass man bei den ersten Erzeugnissen, den drei EPs der „Neither Speak Nor Remain Silent“-Reihe, nicht einmal einschätzen konnte, ob das Projekt nun als feste Band Bestand haben sollte. Genau das passierte aber, und seitdem sind Musiker wie Laura Sheeran, Michael Begg, Cora Venus Lunny, Colin Potter und Kate Ellis immer mehr zu einer festen Formation zusammengewachsen.</p>
<p>Unter dem Titel „The Salt Garden“ erscheint nun eine weitere Trilogie an kleinen Veröffentlichungen, und schon der erste Teil ist ungemein dicht und gehaltvoll. Mit ihrer kraftvollen Stimme, bei der man vielleicht an Shirley Collins denken mag, lässt Simmonds in „The Golden Sun Rises Upon The World Again“ ein tatsächlich diesem Titel entsprechendes Gefühl zum Leben erwachen, kleine Effekte auf Stimme und Instrumentalspuren tragen dazu bei, v.a. aber ein Sinn für triumphale Steigerung und eindringliche Verse, die das Auf- und Ausbrechen aus vertrauten Strukturen feiern &#8211; Drone wäre ein zu ordinäres Wort für solche Musik und ungefähr so angebracht wie gelegentliche Nico-Vergleiche, die der verhaltenen Euphorie dieser Musik kaum gerecht werden. Das dunklere und spannungsgeladenere „No Bright Avenue“ führt das Motiv des Aufbrechens weiter. In dramatischen Bildern und von Sheeran am Mikro begleitet singt Simmonds von Wegen, die man gehen muss, um das Leben, aber auch seinen Herkunftsort überhaupt kennen zu können: „Go blazing &#8211; go flaming!“ Und dennoch mutet das ganze zugleich gefasst und wundersam eingehegt an.</p>
<p>„The Undone Mother“, das eine vage Bilder einer verdrängten, wiedergängerischen Figur zeichnet, hält die musikalisch reduziertesten Momente bereit, doch hier Simmonds und Begg, die den Song allein bestreiten, geben sich Fovea Hex hier weitaus verspielter und elektronischer. Satte Streicher sind dann wieder im rein instrumentalen „Solance“ zu hören. Bei dem Oliver Sacks gewidmeten Stück wirkt Eno wieder mit, und das wellenförmige Auf- und Ab und Sheerans tieftraurige Singende Säge gegen der EP einen berührenden Abschluss.</p>
<p>Die EP erscheint als 10&#8221; und CD und wie schon bei der ersten Reihe gibt es auch hier wieder eine Bonus-Scheibe mit einer ausladenden Remixversion eines ausgewählten Tracks, im vorliegenden Fall vergreift sich Steve Wilson (Bass Communion, Porcupine Tree) gut zwanzig Minuten lang an „Solace“.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.diestadtmusik.de/">Die Stadt</a> / <a href="http://stevenwilsonhq.com/sw/headphonedust/">Headphone Dust</a></strong></p>
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		<title>NURSE WITH WOUND: Dark Fat</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jul 2016 04:52:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gegründet wurden Nurse With Wound vor nun beinahe 40 Jahren als Band, doch das Gefüge des Trios brach bald auseinander, und in den folgenden Dekaden stand der Name erst einmal für Steven Stapleton, der von nun an manchmal im Alleingang, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/07/02/nurse-with-wound-dark-fat/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/nwwdarkfat.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12328" title="nwwdarkfat" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/06/nwwdarkfat-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Gegründet wurden Nurse With Wound vor nun beinahe 40 Jahren als Band, doch das Gefüge des Trios brach bald auseinander, und in den folgenden Dekaden stand der Name erst einmal für Steven Stapleton, der von nun an manchmal im Alleingang, meist aber mit einem harten Kern an weiteren Musikern seinen klanglichen (und, was in seinem Werk nicht bloß Beiwerk ist: visuellen) Ideen nachging. Seit etwa zehn Jahren nun gibt es bei Nurse With Wound wieder so etwas wie eine Bandstruktur, denn nicht nur Stapletons alter Freund Colin Potter, sondern auch die im letzten Jahrzehnt dazugestoßenen Andrew Liles und Matt Waldron sind nun<span id="more-12327"></span> ein fester Teil der Besetzung und prägen den Sound des Projektes entscheidend mit. Mit „Dark Fat“ haben sie diese Phase nun auf beeindruckende Weise dokumentiert.</p>
<p>Die Doppel-LP ist allerdings weder eine Best of, noch ein Konzertmitschnitt oder eine Sammlung von exotischen Versionen einzelner Stücke, sondern etwas, das ein bisschen was von all dem und mehr beinhaltet &#8211; „Dark Fat“ ist eine opulente Bricolage aus unzähligen Mitschnitten, die Waldron über Jahre hinweg bei Konzerten und im Studio, beim Komponieren und Improvisieren, beim Plaudern und Probehören aufgezeichnet hat. Schön ist, dass das Endprodukt &#8211; im Unterschied etwa zu Current 93s „The Great in the Small“, das einer verwandten Idee entsprang und mehr ein akustisches Suchbild darstellte &#8211; durchaus als eigenständiges Album durchgehen kann. Auf diesem sind dann auch zahlreiche Gastmusiker zu hören, u.a. reichen sich Stephen O&#8217;Malley, David Tibet und Attila Csihar das Mikro in die Hand, und selbst jemand wie der in den letzten Jahren wenig zu hörende Andrew MacKenzie ist zu hören – alle natürlich ohne nachträglichen Einfluss auf die finale Gestalt als weiteres Soundmaterial mit verwurstet.</p>
<p>Da die einzelnen Versatzstücke meist im provisorischen Stadium aufgezeichnet wurden und auf Konzerten von NWW ohnehin nicht einfach Album-Tracks runtergespielt werden, ist auch für den Kenner nicht alles bekannt und das Bekannte längst nicht einfach zu erkennen. Was jedoch durchweg erkennbar ist, ist die typische Handschrift der beteiligten Musiker, allem voran natürlich Stapleton, dessen von grotesker Komik durchdrungene Ideen der Grund sind, warum Nurse With Wound nie einfach eine weitere experimentelle Band waren, sondern große Entertainer, und so hat auch „Dark Fat“ diesen typischen dunklen Sound, in dem drahtiges Rasseln, Tierstimmen und lasziv hauchende Frauen durcheinander gemengt werden, und der von Effekten lebt, die schwer zu beschreiben und doch leicht als Nurse With Wound-Sound zu erkennen sind.</p>
<p>Schon die ersten zehn Minuten sind ein Panorama der bekannten und doch stets in Veränderung begriffenen NWW-Parallelwelt. Auf ein Bett aus molligem Rauschen und durcheinander schwimmender Klangdecken räkelt sich eine ebenso verführerisch wie wahnsinnig klingende Lynn Jackson, die man vom „Huffin&#8217; Rag Blues“-Album her kennt, ein jazziges Xylophon sorgt für stilvolle Gemütlichkeit, doch ständig erwartet man, das die Sängerin, die von Haus aus eher dem Folk zugeneigt ist, sich in die Lady in the Radiator oder in eine surreale Vampir-Lady aus einem Jean Rollin-Film verwandelt. Und natürlich erweist sich die softe Traumsequenz schon bald als Trugbild, entpuppt sich als wirrer, albtraumartiger Strudel aus altbackenen Rocksoli, röhrenden Feedbacks, verzerrten Stimmen und hektischen Beats.</p>
<p>In der Folge reiht sich allerhand Typisches an Überraschendes: Ein ins Tenorsaxophon schmetternder Eberhard Kranemann trifft auf eine NWW-typische Bricollage aus drahtigem Blechrasseln und tremolierenden Ambientsounds. Mandolinen, Klarinetten und diverse exotische Instrumente haben ihre Momente, an Triphop erinnernde Downtempo-Rhythmen werden von soghaftem Lärm absorbiert, eine nymphomanische Diana Rogerson krakeelt wie seit ihrem Album mit Andrew Liles nicht mehr, und die aggressiv fauchenden Raubtiere oder die wie Bären knurrenden Maschinen stammen sicher ebenfalls aus dem Hause Monster-Liles. Beinahe ein Bonus ist „Rock&#8217;n Rolla 1959“, eine von Jac Berrocals Textvortrag dominierte Variation des berühmten „Rock&#8217;n'Roll Station“, dessen Motive mit etwas mehr Wiedererkennungswert noch einmal für den Ausklang Verwendung finden.</p>
<p>In erster Linie ist „Dark Fat“ tatsächlich ein veritables Album geworden, dessen Bricolage-Charakter natürlich keinen Unterschied zu ähnlich gearteten NWW-Platten von „Sylvie &amp; Babs“ bis „Huffin&#8217; Rag Blues“ darstellt, und wenn mir nichts Spektakuläres entgangen ist, dann ist das Album das beste seit den Zusammenarbeiten mit dem verstorbenen Graham Bowers. Als Zusammenfassung einer Phase der Bandgeschichte bringt es sehr viel Typisches unter einen Hut, allem voran auch wieder den schalkhaften Touch des Bizarren, der stets mit fingerschnippender Beiläufigkeit auf den Plan tritt, ganz ohne grelle Leuchtschilder, die mit einem Stöhnen oder einem Schweinegrunzen zuviel den Esprit nur entwertet hätten. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Dirter/United Jnana</strong></p>
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		<title>Geräuschwelten Festival 2016 in Münster mit Fovea Hex, BJNilsen, Lucretia Dalt, Simon Wetham u.a.</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2016 05:27:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lucrecia Dalt]]></category>
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		<category><![CDATA[Simon Wetham]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 7. und 8. Mai findet in der Münsteraner Location Black Box/cuba-cultur zum dritten mal das vom Label aufabwegen kuratierte Geräuschwelten Festival statt. Zu den Acts zählen u.a. Fovea Hex, diesmal bestehend aus Clodagh Simonds und Michael Begg mit Colin &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/04/09/gerauschwelten-festival-2016-in-munster-mit-fovea-hex-bjnilsen-lucretia-dalt-simon-wetham-u-a/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. und 8. Mai findet in der Münsteraner Location Black Box/cuba-cultur zum dritten mal das vom Label aufabwegen kuratierte Geräuschwelten Festival statt. Zu den Acts zählen u.a. Fovea Hex, diesmal bestehend aus Clodagh Simonds und Michael Begg mit Colin Potter am Mischpult. Im Foyet kann man Simon Wethams Klanginstallation &#8220;sweep&#8221; hören und sehen, Wetham wird das festival zudem am 06.05. mit einem Konzert eröffnen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/geräuschwelten.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11978" title="geräuschwelten" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/geräuschwelten.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-11977"></span></p>
<p>07.05.2015, ab 20.00h<br />
Konzerte von:<br />
Fovea Hex (IRE/UK)<br />
Lucrecia Dalt (CO)<br />
Hitoshi Kojo (JP)</p>
<p>08.05.2016, ab 18.00h (!)<br />
Konzerte von:<br />
TAGC (The Anti Group) (UK)<br />
BJNilsen (S)<br />
Roel Meelkop (NL)<br />
Kallabris (D)</p>
<p>Eintritt für die Konzertabende: pro Abend 15,00 EUR, oder 2-Tages-Ticket:<br />
25,00 EUR</p>
<p>Alle Konzerte finden statt in der:<br />
Black Box/cuba-cultur, Achtermannstr. 12, 48143 Münster</p>
<p>Tickets an der Abendkasse oder im Vorverkauf unter www.aufabwegen.de</p>
<p>Klanginstallation „sweep“ von Simon Whetham (UK) Cuba-Cultur-Foyer,<br />
Achtermannstr. 12, 48143 Münster Eröffnung mit Konzert von Simon Whetham:<br />
06.05.2016, 19 Uhr<br />
Öffnungszeiten: 07.-29.05.2016, 10-21 Uhr</p>
<p>INFORMATIONEN:<br />
Zum dritten Mal findet das Festival „Geräuschwelten“ in Münster statt. Das<br />
Festival widmet sich den verschiedensten Spielarten der experimentellen<br />
elektronischen Musik, wobei das Element des Geräuschhaften im Mittelpunkt<br />
steht. Die Künstlerinnen und Künstler verstehen sich als Soundmanipulateure,<br />
die gefundene Alltagsklänge in ihre Stücke integrieren – egal, ob sie<br />
songhafte Stücke, freie Geräuschimprovisationen oder beatlastige Tracks<br />
produzoeren. „Geräuschwelten“ wirft ein Schlaglicht auf eine internationale<br />
Szene, die sich irgendwo zwischen musique concrete, Brian Eno und Industrial<br />
Music. Die auftretenden internationalen Musikerinnen und Musiker<br />
emanzipieren das Geräusch von Zweckzusammenhängen und präsentieren eine<br />
eigene Geräuschästhetik. Zudem gibt es im Cuba-Cultur-Foyer eine<br />
geräuschhaften Klanginstallation zu erfahren.</p>
<p>Das „Geräuschwelten“ Festival wird vom Kölner Label aufabwegen veranstaltet<br />
und in Kooperation mit dem cuba cultur und dem Kulturradio WDR 3 produziert.<br />
Der Westdeutsche Rundfunk schneidet alle Konzerte live mit und sendet<br />
Ausschnitte und Künstlerinterviews in einer zweistündigen Sendung auf WDR3<br />
am 24.09.2016 von 22.00h bis 24.00h.</p>
<p>Weitere Informationen/Tickets/Infoline &amp; Bildmaterial aufabwegen/Till Kniola<br />
Tel.: 0221-2720055, Mobil: 0177-8251684<br />
E-Mail: zipo@aufabwegen.com<br />
www.aufabwegen.de</p>
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		<title>COLIN POTTER: Rank Sonata</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/11/10/colin-potter-rank-sonata/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2015 07:19:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Colin Potter]]></category>
		<category><![CDATA[Current 93]]></category>
		<category><![CDATA[Hallow Ground]]></category>
		<category><![CDATA[IC Records]]></category>
		<category><![CDATA[Monos]]></category>
		<category><![CDATA[Nurse With Wound]]></category>
		<category><![CDATA[Ora]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem größeren Rahmen ist Colin Potter in jüngerer Zeit wohl v.a. als Teil der Nurse With Wound-Besetzung und als gelegentlicher Mitmusiker bei Current 93 in Erscheinung getreten, und viele Neueinsteiger wissen wohl nur wenig über die Bedeutung des Mannes &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/11/10/colin-potter-rank-sonata/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/potterranksonata.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11215" title="potterranksonata" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/11/potterranksonata-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In einem größeren Rahmen ist Colin Potter in jüngerer Zeit wohl v.a. als Teil der Nurse With Wound-Besetzung und als gelegentlicher Mitmusiker bei Current 93 in Erscheinung getreten, und viele Neueinsteiger wissen wohl nur wenig über die Bedeutung des Mannes in mittlerweile vier Dekaden experimenteller Musik. Da wäre neben weniger bekannten Formationen wie Monos und Ora natürlich sein eigenes Werk, mit dem er in steter Frequenz die Grenzgebiete zwischen Drone, Field Recordings und diverser Electronica auslotet. Mit<span id="more-11214"></span> Weggefährten wie Darren Tate, Phil Mouldycliff, Andrew Chalk und Jonathan Coleclough gehört er zu einer Reihe englischer Experimentalmusiker, die sich über die Jahre nie verhipstern ließen und doch mehr sind als Kritikerlieblinge. Da wäre außerdem sein verdientes ICR-Label, auf dem nicht nur eigene Releases erscheinen.</p>
<p>Potter ist in vielen seiner Arbeiten nicht nur dem Experiment, sondern ebenso sehr dem Wohlklang verpflichtet, und auf seinem neuesten Werk vereint er einmal mehr beides. „Rank Sonata“, die Stinksonate, lässt verträumte, ambiente Texturen auf Atonales treffen, wenn beides nicht gerade zu einer untrennbaren Einheit verknüpft wird.</p>
<p>Mit wohligen Drones, die nach Harmonium klingen, beginnt der ironisch „A Wider Pale of Shale“ betitelte Opener, der nicht nur mit seinen knapp zwanzig Minuten heraussticht, sondern auch mit seiner durchgehenden Entspanntheit, die sich trotz klanglicher Verfremdungen, trotz digitalem Gefrickel und v.a. trotz verschiedener, nie aufeinander abgestimmter Rhythmen bis zum Ende durchhält. Da wäre das wellenförmige Auf und Ab der sanften Dröhnung selbst, rhythmisches Knacken und nicht zuletzt ein stabiler technoider Takt. Stets bleibt das Stück in Bewegung, permanent kommen neue Details ins Spiel, und immer neigt man dazu, sich auf die neu entstehenden Oberflächen zu Konzentrieren, bis einem schlagartig bewusst wird, was sich darunter alles tummelt.</p>
<p>Snareartiges Rasseln und ein lauter Strudel, der am Ende behagliche Xylophon-Klänge absorbiert, scheinen schon anzukündigen, dass es bei der Harmonie nicht bleibt, und ab dem folgenden „You“ geht die Reise auch erst mal in unhehaglichere Regionen. Eigenwillig gebrochener Dubsound löst das technoide Ambiente ab und verschafft sich mit einigen atonalen Ipunkten seine eigene Markanz. „Knit Where?“ basiert stärker auf kollagierten Geräuschen und entpuppt sich als dunkles Labyrinth. Das Abschließende „Beyond the Pail“ knüpft mit seinem straighten Takt wieder an den Opener an, ist aber dunkler und undurchsichtiger gestaltet, selbst seine Sounds sind verschwommener und weniger plastisch.</p>
<p>Am Ende lässt einen die „Rank Sonata“ etwas ratlos zurück, denn trotz des schön gestalteten Klangbildes und der Kurzweil vermag man schwer zu sagen, in welche Richtung die Reise insgesamt eigentlich geht. Eine Slideshow von Potters neuesten klanglichen Errungenschaften? Ich würde es eher eine zeitlich nur lose zusammenhängende Episodenfolge nennen, mit der die unterschiedlichesten Gefühlszustände mehr angeschnitten als ausgelotet werden &#8211; und zwischendrin blitzt immer mal fast unmerklich der Schriftzug &#8220;Dada was there&#8221; auf. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://hallowground.bigcartel.com">Hallow Ground</a>/<a href="http://www.a-musik.com/label/hallow-ground.html">A-Musik</a></strong></p>
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		<title>SUNN O))) MEETS NURSE WITH WOUND: The Iron Soul of Nothing</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 06:32:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Peter Stahl]]></category>
		<category><![CDATA[Scream]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen O’Malley]]></category>
		<category><![CDATA[Steven Stapleton]]></category>
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		<description><![CDATA[Stephen O&#8217;Malley und Greg Anderson, denen man nachsagt, ein recht gegensätzliches Duo zu sein, sind mit ihrem Projekt Sunn O))) nicht vom Himmel gefallen. Sie stehen in diversen Musiktraditionen, und innovativ waren sie vor allem als Missing Link, der Bereiche &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/02/18/sunn-o-meets-nurse-with-wound-the-iron-soul-of-nothing/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/theironsoulofnothing.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3780" title="theironsoulofnothing" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/theironsoulofnothing-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Stephen O&#8217;Malley und Greg Anderson, denen man nachsagt, ein recht gegensätzliches Duo zu sein, sind mit ihrem Projekt Sunn O))) nicht vom Himmel gefallen. Sie stehen in diversen Musiktraditionen, und innovativ waren sie vor allem als Missing Link, der Bereiche zusammenführt, die sich mehrfach sehr nah kamen und sich doch niemals völlig berührten. Bewegten sich Drone- und Minimalmusik in der Nachfolge von Young oder Palestine entgegen mancher Behauptungen nie vollends aus dem sogenannten E-Bereich heraus, hat sich (Doom-)Metal der Abstraktion und der völligen Auflösung<span id="more-3779"></span> von Rockstrukturen bisher nur angenähert. Sunn O))) müssen in dem Kontext zwangsläufig als Meister der Reduktion gelten, im Aufbau der Stücke, aber auch in den rudimentären Rockismen ihrer Musik, die freilich durch Klangvolumen, technische Protzerei und halb karnevalesken Budenzauber kompensiert werden.</p>
<p>In Kollaborationen fühlten sie sich ebenso zu experimentierfreudigen Metalkollegen wie Malefic (Xasthur) und Attila Csihar (Tormentor, Mayhem, Void ov Voices) hingezogen wie zu Künstlern abstrakterer Art wie John Wiese und Merzbow. Daraus entstanden Gemeinschaftsarbeiten, bei denen die Beteiligten stets zu einer temporären Einheit verschmolzen sind, was den Kompositionen meist zugute kam. Bestes Beispiel die „Altar“, bei der Sunn O))) und die japanischen Boris einen Stil hervorbrachten, der kaum synthetisiert wirkte, sondern eher wie die Handschrift einer neuen Band. Nurse With Wound in der Inkarnation von Steven Stapleton und Colin Potter zählten sicher zu den prominentesten und profiliertesten Aufbereitern, als sie sich vor dreieinhalb Jahren das damals schon ältere (vom „GrimRobe“-Demo-Release abgesehene) Quasi-Debüt &#8220;ØØVOID&#8221; vornahmen und einer subtilen wie radikalen Revision unterzogen, die unter dem Titel „The Iron Soul of Nothing“ als Bonus-CD einer japanischen Neuauflage erschien. Auch bei den darauf enthaltenen Stücken hat man es nicht mit einer klaren Rollenverteilung von Gastgebern und Gästen zu tun, und der Begriff des Remixens muss hier sehr weit gefasst werden, denn was die Briten machen gleicht eher einer kompletten Neuinterpretation, frei nach dem auf den Masterbändern enthaltenen Basismaterial. Nicht durchgängig ist in den einzelnen Tracks (ursprünglich drei, doch einer wurde später geteilt) noch der direkte Bezug zu einem bestimmten Sunn-Stück zu erkennen, konsequenterweise sind auch die Titel jeweils neu und nehmen nur in einem Fall Bezug auf das Original. Natürlich polarisierte das Experiment und wurde von einigen Fans als vernachlässigbare Spielerei abgetan – vorschnelle Reaktionen, die auf die restringierten Codes der Urteilenden zurückfallen. Dreieinhalb Jahre später trägt Ideologic und Edition Mego endlich der Eigenständigkeit Rechnung und bringt das Album erstmals separat in einer Vinyledition heraus.</p>
<p>Schon die ersten Minuten von „Dysnytaxis (&#8230;A Chance Meeting With Somnus)“ tragen eine deutlich erkennbare Handschrift aus Coloorta und rufen O&#8217;Malleys favorisierte NWW-Platte, „Soliloquy for Lilith“, in Erinnerung. Es beginnt zunächst eher zaghaft, beinahe schlaftrunken, bis ein leichtes Zittern unter der Oberfläche in melodische Strukturen überleitet und der Sound deutlich an Opulenz gewinnt – eine mit Basssounds und Streicherzitaten angereicherte Dichte, die sich in ihrer Gestalt sehr stark von der grobkörnigen, rauen Klanggestalt unterscheidet, die man von Sunn O))) gewohnt ist. Man kommt auch nicht so schnell in Versuchung, das Klischee des „Monolithischen“ zu bemühen, auch wenn man könnte. Etwas Flatterhaftes, beinahe Leichtes schwingt mit, das für NWW typisch ist, und dem ursprünglichen Material eine paradoxe Note verleiht. „Ra at Dawn (Rapture, At Last)“ bezieht sich auf „Ra at Dusk“ und ist zunächst nur eine Hälfte der ursprünglichen Überarbeitung, die wie ein riesiges Metal-Intro wirkt, das erst gar nicht vor hat, zum Punkt zu kommen: Ein monumentaler Downer, dessen dröhnender Flächensound dezent im Hintergrund bleibt und gerade dadurch eine bedrohliche Spannung aufrecht erhält. Dass es gelegentlich rauscht und pfeift wie der Atem eines monströsen Tieres, ist dem nicht gerade abträglich. Etwas statischer und reduzierter entfaltet das wellenförmige Auf- und Abebben jedoch nie die orchestrale Wucht von Werken wie dem nur scheinbar spartanischen „Salt Marie Celeste“.</p>
<p>Ich schließe mich einigen Kollegen an, wenn ich „Ashes on the Trees (The Sudden Ebb Of A Diatribe)“ als musikalischen Höhepunkt bezeichne, der nicht nur wegen des von NWW demonstrativ in den Vordergrund gemischten Vokalbeitrags von Peter Stahl die größte Opulenz beansprucht. Dank Pedaleinsatz, berstendem Glas und bedrohlicher Kratzgeräusche drängt sich allerhand Noise zwischen das langsame Pulsieren der Drums und der merkwürdigen Tuba-Klänge. Stahl, ursprünglich von der HC/Punk-Band Scream und zeitweise Andersons Kollege bei Goatsnake, erzeugt mit seinem Vortrag des hermetischen Textes eine bedrückende und zugleich zauberhafte Stimmung, zeitweise kamen mir sogar die weniger ruhigen Momente von Jhonn Balance im Spätwerk Coils in Erinnerung. „Ra At Dawn Part II (Numbed By Her Light)“ steigert den ersten Teil noch in Infernalik und bildet einen großartigen Abspann voller wabernder Bässe und schleifender Sounds, die laut The Wire an eine mit dem Maschinengewehr demolierte Küche denken lassen.</p>
<p>Ich könnte mir vorstellen, dass die separate Veröffentlichung von „Iron Soul“ eher noch bei NWW-Fans Beachtung finden wird – zum einen weil sie im Umfeld der Amerikaner wohl schon eher als Bonus bekannt ist, doch auch weil Neuinterpretationen für NWW-Hörer noch weit weniger als Projekte außer der Reihe aufgenommen, sondern als integraler Bestandteil der Bandaktivität gewürdigt werden. Gerade hierzulande haftet Nurse dank einer stereotypen „tag“-Mentalität immer noch eine vereinseitigende Post Industrial-Assoziation an, und schon deshalb wünsche ich Stapleton und Kollegen, durch diese gelungene Arbeit ihren Hörerkreis zu erweitern. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ideologic/Edition Mego</strong></p>
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		<title>MARC ALMOND &amp; MICHAEL CASHMORE: Feasting With Panthers</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/09/04/marc-almond-michael-cashmore-feasting-with-panthers/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 10:17:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Cherry Red Records]]></category>
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		<category><![CDATA[Marc Almond]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Festmahl mit Raubtieren &#8211; eine ebenso reizvolle wie bedrohliche Situation, bei der es zwangsläufig vom Wesen des einzelnen abhängen muss, welche der beiden Empfindungen als stärker wahrgenommen wird. Im spätviktorianischen England, als dekadente Ausschweifungen vor der Fassade bürgerlicher Prüderie &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/04/marc-almond-michael-cashmore-feasting-with-panthers/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/feastingpanthers.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-370" title="feastingpanthers" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/feastingpanthers-150x142.jpg" alt="" width="150" height="142" /></a>Ein Festmahl mit Raubtieren &#8211; eine ebenso reizvolle wie bedrohliche Situation, bei der es zwangsläufig vom Wesen des einzelnen abhängen muss, welche der beiden Empfindungen als stärker wahrgenommen wird. Im spätviktorianischen England, als dekadente Ausschweifungen vor der Fassade bürgerlicher Prüderie gerade einen rebellischen Geist versprühten, bezeichnete man mit dieser Wendung eine konkrete Situation. Es ging um die Neigung reiferer Herren, sich die Gunst weniger betuchter Jünglinge zu erwerben. Und um das Risiko, dadurch Opfer eines Skandals zu werden.<span id="more-369"></span></p>
<p>Schließlich konnten die Eskapaden schneller ans Licht der Öffentlichkeit kommen, als dem Gentleman lieb war. Und oft war es gerade die Angst und der Nervenkitzel, die dabei als besonders erregend empfunden wurden. Oscar Wilde, dem eine ähnliche Situation bekanntermaßen einmal zum Verhängnis werden sollte, betonte gerne, wie belanglos ihm der herablassende Spott seiner konservativen Zeitgenossen war, und gebrauchte die Formulierung &#8220;Feasting with Panthers&#8221; an einer Schlüsselstelle seines Werks. Poptheoretiker weisen gelegentlich darauf hin, wie sehr in den vielzähligen Folgeerscheinungen des Punk etwas von der ästhetizistischen Dandykultur des späten 19. Jahrhundert neu zum Leben erwacht ist. Die filigrane Weiblichkeit des Jugendstils, der androgyne Charme des versnobten Flaneurs; in Absinth getränkte Schmerzlust und ein Befinden zwischen ausschweifender Regression und dem Bewusstsein einer drohenden Endzeit. Wenn es in den letzten dreißig Jahren musikalische (Gegen)-Kulturen gab, in denen dieser Geist des Dandys erneut zu spüren war, dann in dem weiten Feld zwischen New Romantic, Wave und endzeitlich dunkler Folklore. Ein Sänger, dessen Wurzeln unter anderem in jenen Genres zu finden sind, hat sich immer wieder mit den Mythen der Dekadenz und ihren Spuren im 20. Jahrhunderts befasst: Marc Almond. Er nahm ein Album mit dem Titel &#8220;Absinth&#8221; auf, vertonte dabei unter anderem Baudelaire und Rimbaud. Spuren der Decadence finden sich zuhauf in seinen eigenen Texten, für eine gewisse Zeit liebäugelte er gar mit dem Satanismus.</p>
<p>Es war David Tibet, der ihn vor einigen Jahren mit dem Werk des aus Litauen stammenden Dekadenzdichters Eric Count Stenbock bekannt machte, einer schillernden Figur, die die Themen der eigenen Poesie auch im Alltag auslebte und somit die Grenze zwischen Kunst und Lebenskunst verwischte. Alkohol und Opium, okkulte Obsessionen, homoerotische Abenteuer. Eine Holzpuppe, an deren Beseeltheit er glaubte, als ständiger Begleiter. Ein frühes Ende nach einem rauschhaften und zugleich lichtscheuen Dasein. All dies sind Aspekte seines Werks und Eckpunkte einer Biografie, die wie geschaffen schien, einmal das Interesse Almonds zu wecken. Vor zwei Jahren erschien dann eine kleine EP namens &#8220;Gabriel and the Lunatic Lover&#8221;, in der zwei merkwürdige Liebesgedichte Stenbocks vertont wurden, seltsam meditative Akustiksongs, in denen es um wahnhaftes Begehren und kleine „orale“ Paradiese ging. Almond nahm das kleine Juwel mit prominenter Unterstützung auf &#8211; mit auf dem Cover stand der in Friedrichshain lebende Michael Cashmore, Gitarrist und Schöpfer impressionistischer Klänge, dessen einst tragende Rolle bei Current 93 längst legendär ist.</p>
<p>Bei der EP sollte es nicht bleiben, und schon kurz darauf sprachen beide von der Idee eines ganzen Albums, auf dem dekadente Gedichte von Paul Verlain, Jean Genet, Jeremy Reed und anderen in Kunstlieder verwandelt werden sollten. In einem Zeitraum von über zwei Jahren widmeten sich Almond und Cashmore nun räumlich getrennt ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Lyrik &#8211; während der Sänger in London die Texte einsang, feilte der Komponist in Berlin am musikalischen Rahmen. Immer wieder schickten sie sich die Zwischenergebnisse zu, und am Ende ist dieses Album dabei heraus gekommen, bei dem man sich wundert, wie stimmig es trotz der räumlichen Distanz doch ausgefallen ist. Obwohl es bei &#8220;Feasting With Panthers&#8221; keineswegs um musikalische Perfektion geht, fällt die Stimmigkeit nicht nur von Gesang und Begleitung, sondern auch der einzelnen Instrumente untereinander auf. Cashmore hat nicht nur die komplette Musik komponiert, er hat auch alle Parts selbst eingespielt. Ja &#8211; gewissermaßen ist das Puzzlearbeit, Reisbrettmusik, aber das Tolle daran ist, dass man es dem Endresultat kaum anhört.</p>
<p>In Genets &#8220;The Thief and the Night&#8221; vermag Cashmore ein kleines Trio zu ersetzen, liefert Piano, Drums und einen dunklen Dronesound ab, als perfekte kammermusikalische Grundierung für Almonds manierierten Gesang. Das Piano klingt hell, fast wie auf Cashmores Kollaboration mit Antony Hegarty, und doch bekommt es durch Almonds leidenschaftliche Schwermut eine andere Farbe, wirkt kraftvoll trotz aller Schwärze. Wenn in der Mitte des Songs das Schlagzeug einsetzt, scheint es dies untermauern zu wollen. Setzt die Schwermut hier an einigen Stellen recht plötzlich ein, so ist die Gitarrenballade, die aus Stenbocks &#8220;Sonnet XI&#8221; entstanden ist, durchgehend lieblich. Jahre der Sehnsucht, ein endlich in Erfüllung gehender Wunsch, das sind die Themen, die der Marc Almond-Fan zur Genüge kennt. Und wer dessen ganz eigene Melodramatik liebt, der weiß längst, dass der Sänger ihr eine Tiefe zu verleihen versteht, die über peinlichen Kitsch erhaben ist. Das fängt auch die euphorisierte Traurigkeit in Paul Verlains „Crimes of Love“ auf, bei der Almond Versen wie „the countyside blooms with roses, the night is a diamond“ seine Stimme leiht &#8211; typische Zeilen des vielleicht romantischsten der französischen Dekadenzdichter. Aus dem provokanten Paradiesvogel der Soft Cell-, Mambas- und Willing Sinners-Zeit ist jedenfalls längst ein lebenserfahrener, freundlicher Ironiker geworden, selbstverständlich jung wie eh und je &#8211; &#8220;the eternal boy&#8221;.</p>
<p>Aber nicht nur die bekannte Stimme prägt das Pantherfest, auch die Musik hat ihre ganz eigene Qualität. Wenn immer ich Kompositionen von Cashmore höre, bekomme ich den Eindruck eines Menschen, der sich sehr für feine Muster interessiert, kollagenhafte Muster, die trotz ihrer Schlichtheit eine Vielzahl winziger Details enthalten und am Ende den Eindruck einer gewissen Symmetrie erwecken &#8211; einer faszinierenden Symmetrie, weil sie nur an der Oberfläche existiert und ihre Vielgestaltigkeit gar nicht zu leugnen sucht. Das offenkundigste Zeugnis dafür sind Cashmores selbstgestaltete Cover einiger Solo-Alben. Sie scheint von einem vordergründig introvertierten, im Kern aber aufgeschlossenen Charakter zu zeugen, von einem Menschen, der sich hinter dem glamouröseren Sänger Almond keineswegs verstecken muss. Gerade mit diesem Gespür und der Leidenschaft für Details hat der Komponist auch dieser CD ihren Stempel aufgedruckt. Schon die Anordnung der Songs zeugt von einem Sinn für sensible Strukturen, was manchen sicher nur unbewusst auffällt, anderen vielleicht pedantisch erscheinen mag. Letztlich schafft sie aber eine Kohärenz, die einigen der hitverdächtigeren Alben von Almond fehlt. Colin Potter (u.a. Nurse With Wound) war es dann, der als Produzent für den finalen Feinschliff sorgte.</p>
<p>Es wäre sicher übertrieben, die Stücke in Songtypen einzuordnen – romantische Kunstlieder, die sich mit Songs von Antony oder Rufus Wainwright messen können, sind sie alle. Doch die unterschiedlichen Komponenten treten von Song zu Song verschieden stark hervor. So gibt es rockige Momente wie in Reeds „Boy Cesar“ oder dem finalen Titelsong aus der Feder eines Rob Zander. Dann schlicht Wohlklingendes, wie das schon bekannte „Gabriel“ Stenbocks oder „The Patron Saint of Lipstick“ (Reed), dessen Umsetzung an Bill Fay denken lässt, den beide schätzen. Entspannte Singer Songwriter-Balladen sind „Hotel de France and Poetry“ (Cocteau) und „The Sleeper in the Valley“ (Rimbaud), bei dem Almond ein weiteres mal eine seiner Lieblingsfiguren, den Beautiful Loser besingt. Sie wechseln sich ab mit emotional aufwühlenden Chansons wie „The Song of the Unweapt Tear“ und „El Desdichado“ (beide nach Jean Cocteau). Diese Komponenten bilden die größeren Eckpunkte einer Klanglandschaft, in der jeder Ton an der richtigen Stelle ist, und ein einzelner Klang bisweilen wie ein bitterer Tropfen Wermut einen ganzen Song verwandelt und verzaubert.</p>
<p>&#8220;Feasting With Panthers&#8221; braucht seine Zeit, es bietet weniger Kurzweil als das letztjährige „Varieté“. Ist man bereit, sich auf die Musik und die Texte einzulassen, so entfaltet sich ihre Schönheit nach und nach und wächst mit jedem Hören. In Almonds Diskografie wird es vielleicht einen Platz einnehmen wie einst &#8220;Jacques&#8221; oder &#8220;Absinth&#8221; – als Ausdruck eins introvertierteren, dunkleren Almond, den man weniger auf Hitalben wie &#8220;Tenement Symphony&#8221; und &#8220;The Stars We Are&#8221; fand. Eine Neuerung ist die ausdrückliche Hervorhebung eines einzelnen Weggefährten, und dies zurecht. Michael Cashmore hat mit diesem Album den Beweis erbracht, dass er weit mehr ist als eine graue Eminenz. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.cherryred.co.uk/">Cherry Red Records</a></strong></p>
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		<title>FOVEA HEX: Here Is Where We Used To Sing</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Sep 2011 09:11:26 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Fovea Hex]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Foveahereis.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-412" title="Foveahereis" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Foveahereis.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„Down down to the valley to dream of the faraway“</p>
<p>Als zwischen 2005 und 2007 die drei Mini-Alben „Bloom“, „Huge“ und „Allure“ veröffentlicht wurden, die die „Neither Speak Nor Remain Silent“-Trilogie konstituierten und später in einer Box zusammengefasst wurden, ging ein Rauschen durch den Blätterwald: Clodagh Simonds, in den 60ern Vokalistin bei MELLOW CANDLE und später kurzzeitig Gastsängerin bei u.a. THIN LIZZY und Mike Oldfield<span id="more-411"></span>, spielte mit Hilfe einer Reihe von Musikern (u.a. Brian Eno, Andrew McKenzie, Roger Doyle, Colin Potter, Robert Fripp), deren größter gemeinsamer Nenner die Lust am Experiment, am (Durch-)Brechen von Konventionen war und mit der jungen Laura Sheeran – die jüngst ihr herausragendes Solodebüt veröffentlichte – als zweiter Sängerin, Musik ein, die –wie ich damals in einer Rezension schrieb – an der Schnittstelle von Ambient und Folk residierte, wobei diese Beschreibung aber letztlich zu kurz griff, da FOVEA HEX einen ganz eigenen, von ihnen selbst erschaffenen Kosmos bevölkern.</p>
<p>Rückblickend war es vielleicht keine so große Überraschung, dass David Lynch FOVEA HEX einlud, in Paris anlässlich einer großen Retrospektive seines Werks aufzutreten, denn schließlich haftete der Musik FOVEA HEX’ auch immer etwas Somnambules an, ließ sich ihre Musik in einer seltsamen Zwischenwelt verorten, in der die Ratio nur eine untergeordnete Rolle spielte.</p>
<p>Nach den drei EPs erschien noch eine 7″ zusammen mit Andrew Liles (von der „Every Evening“ in überarbeiteter Form auf „Here is…“ zu finden ist) sowie vor einigen Monaten unter dem Titel “Hail Hope” zwei Tracks zum Download, „Home is Where We Used to Sing“ ist also – betrachtet man die drei EPs als Teil eines Ganzen – erst der zweite Longplayer. Dabei fällt auf, wie sehr „This is Where We Used to Sing“ von Simonds’ Klavier(spiel) bestimmt wird. Das macht schon der erste Song „Far From Here“ deutlich. Ihre Stimme steht im Zentrum, begleitet von dezentem Pianospiel und etwas Keyboard. Dem Stück „Play Another“ geben die Streicher (Cello und Geige) etwas Getragenes, machen es zu Trauermusik („Oh the winter’s here again, it’s here again“). Auf „Falling Things (Where Does a Girl Begin?)“ übernimmt Laura Sheeran die Leadvocals. Auch kommt immer wieder (wie bei „Every Evening“) ein Harmonium zum Einsatz. Auf „Hymn to Sulphur“ vereinen sich Simonds’und Sheerans Stimmen und von Streichern begleitet singen sie: „I was born red gold to this glaze of flame – we burn and we burn all day“. Simonds’ Stimme kann  auch nur von einem Cello begleitet bestehen, wie bei „Jewelled Eyes“. Es gibt aber auch immer wieder Instrumentalstücke, wie zum Beispiel „Brisance, My Baby“, auf dem Simonds in den Credits neben dem Klavier mit „Ghosts of Things“ aufgeführt ist und das passt zu diesen sphärischen, irgendwo in einer Nebelwelt angesiedelten Klängen. Auch „Love For Uncertain“ und „Celandine“ sind geisterhaft-fragile, von Klavier durchzogene Klangflächen: Landschaften aus Feuer und Eis. Auch wenn manches aus dem Äther zu dringen scheint, so würde man es nicht schaffen, FOVEA HEX in eine Reihe mit den jüngst so abwertend bezeichneten „Folkelfen“ zu stellen, denn sowohl Simonds als auch Sheeran besitzen trotz aller hypnagogischen, traumhaften Momente eine Selbstbewusstheit, verlieren sich nie im Unterholz und inmitten aller getragenen Momente gibt es auch immer die Gewissheit des Gelingens: „For when I call for somebody, somebody brings me my cup of joy“ heißt es auf der Hymne an den Schwefel.</p>
<p>Mixte Andrew McKenzie bei der Ursprungstrilogie die Tracks auf einer jeweils beiliegenden Bonus-CD zu faszinierenden Klanglandschaften, so erschaffen hier Michael Begg, Colin Potter und William Basinski aus verschiedenen Sequenzen des Ausgangsmaterials Neues, dabei sind die drei keine Demiurgen, sondern echte Schöpfer: Michael Beggs „Fall Calling“ erzeugt aus Streichersequenzen Drones und kreiert echte Herbstmusik. Colin Potters „Cup of Joy“ rückt vielleicht etwas überraschend die Stimmen ins Zentrum, macht noch einmal die enorme gesangliche Leistung deutlich, während Willima Basinksis passend „Glaze“ betitelte Stück den Hörer in eine Ballardsche Kristallwelt versetzt. Das hat nichts mit den reduziert-kristalinen Klängen der Menschenferne zu tun, die das Spätwerk von Asmus Tietchens ausmachen, vielmehr meint man, jemand spiele in einem Schneesturm eine Orgel. Das ist – ebenso wie das eigentliche Album – metaphysische Musik im Sinne eines Nicht(be)greifenkönnens.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.janetrecords.com/">Janet Records</a></strong></p>
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