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	<title>African Paper &#187; Cristiano Deison</title>
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		<title>DEISON / MINGLE: Everything Collapse(d) &#8211; Piano Versions</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 03:43:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Andrea Gastaldello]]></category>
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		<description><![CDATA[Wiederentdeckungen in der Musik sind selten bloß archivierende Akte. Im Falle von Deisons und Mingles &#8220;Everything Collapse(d) – Piano Versions&#8221; läuft die Wiederentdeckung viel eher auf die nachträgliche Rekonstruktion eines künstlerischen Zusammenhangs hinaus, der im Moment seines Entstehens noch nicht &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/04/11/deison-mingle-everything-collapsed-piano-versions/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/ecpv.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-50761" title="ecpv" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/ecpv-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wiederentdeckungen in der Musik sind selten bloß archivierende Akte. Im Falle von Deisons und Mingles &#8220;Everything Collapse(d) – Piano Versions&#8221; läuft die Wiederentdeckung viel eher auf die nachträgliche Rekonstruktion eines künstlerischen Zusammenhangs hinaus, der im Moment seines Entstehens noch nicht vollständig sichtbar war. Die Aufnahmen entstanden bereits vor gut zehn Jahren beinahe Zeitgleich zur üppigeren <span id="more-50759"></span>Version des Materials, den der Experimentalmusiker Cristiano Deison und der Komponist und Musiker Andrea Gastaldello alias Mingle dann auch als &#8220;Everything Collapse(d)&#8221; (Aagoo Records 2014) veröffentlichten. Die hier versammelten Stücke reduzieren das Ausgangsmaterial bewusst: Weg von dichter Klangschichtung, hin zu einem freigelegten melodischen Kern, der sich in der Kombination aus Klavier und subtiler Elektronik neu entfaltet. Dass diese Aufnahmen lange unveröffentlicht blieben und erst nach Gastaldellos Tod wieder ans Licht kamen, verleiht ihnen eine zusätzliche Perspektive – sie erscheinen heute weniger als bloße Variation, sondern als eigenständiger Zugang zum gemeinsamen Schaffen.</p>
<p>Klanglich eröffnet sich ein Raum, der zwar vom Klavier ausgeht, sich aber keineswegs darauf beschränkt. Glasklare, oft in sich kreisende Pianoparts stehen neben schabender, kratzender, heiserer Elektronik. Trotz des Titels handelt es sich also nicht um ein reines Pianoalbum, und auch wenn sich ein Vergleich mit der ursprünglichen Version aufdrängen könnte, entzieht sich diese Aufnahme bewusst einer solchen Gegenüberstellung, indem sie eine eigene, leichtere und durchlässigere Klanglogik etabliert. Gleich zu Beginn entfaltet sich eine entrückte, leicht hypnotische Melancholie: Tonfolgen, die eher Fragen in den Raum zeichnen als Antworten geben. In den folgenden Passagen rückt das Klavier zunächst noch stärker in den Vordergrund, seine Motive wirken geduldig, beinahe abwartend. Doch nach und nach treten elektronische Elemente hinzu – tribbelnd, schleifend, rauschend wie eine ferne Brandung, gelegentlich auch scharfkantig und irritierend, ohne das Gleichgewicht zu kippen. Das Klavier bleibt von all den Bewegungen in seiner Nähe unbeeindruckt, behauptet seine ruhige Präsenz, selbst wenn um es herum dunkle Drones oder unruhige Texturen entstehen.</p>
<p>In manchen Momenten entwickelt die Musik eine fast einlullende Qualität, die jedoch bei genauerem Hinhören von einer Vielzahl feiner Details durchzogen ist. Es sind flüchtige Szenarien, die sich andeuten und wieder abtauchen. Verspieltere Figuren blitzen auf, nur um gleich wieder in eine zurückgenommene Grundhaltung überzugehen. Diese eigentümliche Genügsamkeit und eine sensible Besinnung auf das Wesentliche, die sich auch in Titeln wie &#8220;Nessun Desiderio&#8221; spiegelt, erinnert stellenweise an minimalistische Kompositionsansätze z.B. in einigen Arbeiten von Arvo Pärt. Charakteristisch ist dabei das Wechselspiel: Immer wieder übernimmt die luftige, leicht angekratzte Elektronik das Klangbild, jedoch meist nur in Momenten, in denen das Klavier innehält. Einzelne Ideen prägen die Stücke nachhaltig, ohne sich aufzudrängen – etwa ein pulsierendes, an medizinische Geräte erinnerndes Signal, das sich gegen unregelmäßige Klangbewegungen behauptet, oder hörspielartige Passagen, in denen Vogelstimmen, Rauschen und fernes Hantieren eine szenische Qualität erzeugen.</p>
<p>Gegen Ende verdichtet sich das Zusammenspiel erneut. In „Static Inertia“ tritt das Klavier mit teils hochfliegenden, beinahe ekstatisch wirkenden Tönen in den Vordergrund, bevor die Elektronik allmählich wieder einsetzt und das Spektrum erweitert. Es ist kein dramatischer Höhepunkt, sondern eher ein Zusammenführen der zuvor etablierten Elemente. Der Ausklang wirkt entsprechend gelöst, beinahe zärtlich, als würden sich beide Klangwelten in einer ruhigen, offenen Geste verabschieden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Musik eine Bedeutung, die über den Status eines nachträglich veröffentlichten Nebenwerks hinausgeht, denn das Album fungiert als eine Form des Erinnerns, die das Vergangene nicht einfach konserviert, sondern neu hör- und deutbar macht und das Augenmerk auf das feine Austarieren von Klang und Stille, von Intuition und Konstruktion legt, die das Duo wunderbar beherrscht(e). &#8220;Everything Collapse(d)- Piano Versions&#8221; ein spätes Dokument einer künstlerischen Verbindung, das im Wiederhören seine eigentliche Gegenwart entfaltet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Final Muzik</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=314476926/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Wir versuchen, neue Türen zu neuen Möglichkeiten zu öffnen: Ein Interview mit den Betreibern von Final Muzik</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Nov 2023 03:48:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Cristiano Deison]]></category>
		<category><![CDATA[Final Muzik]]></category>
		<category><![CDATA[Gianfranco Santoro]]></category>
		<category><![CDATA[Vanessa Venerdi]]></category>

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		<description><![CDATA[Obwohl das Label Final Muzik &#8220;erst&#8221; 2004 ins Leben gerufen wurde, ist seine Programmatik tief verwurzelt in der sehr reichhaltigen italienischen Experimental- und Industrialkultur der 80er Jahre, und das nicht nur, weil es – personell – an das bereits 1986 &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/11/25/wir-versuchen-neue-turen-zu-neuen-moglichkeiten-zu-offnen-ein-interview-mit-den-betreibern-von-final-muzik/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/logo-motononna-print.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38373" title="logo motononna print" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/logo-motononna-print-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><span style="font-weight: 300;"><strong>Obwohl das Label Final Muzik &#8220;erst&#8221; 2004 ins Leben gerufen wurde, ist seine Programmatik tief verwurzelt in der sehr reichhaltigen italienischen Experimental- und Industrialkultur der 80er Jahre, und das nicht nur, weil es – personell – an das bereits 1986 gegründete Tapelabel und Fanzine Discipline anknüpft, das schon damals die Brücke zwischen einheimischer und internationaler Geräuschkunst schlug. Im neuen Jahrtausend, als die</strong> <span id="more-38398"></span><strong>Avantgarden des ausgehenden 20 Jahrhunderts bereits auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken konnten, machte sich Final Muzik mit Reissues gefragter Raritäten verdient, und so erlebten auf dem Label Werke wie <a title="I.M.B.: Reissue des Klassikers von Maurizio Bianchi" href="http://africanpaper.com/2023/11/11/i-m-b-reissue-des-klassikers-von-maurizio-bianchi/">Maurizio Bianchis &#8220;I.M.B.&#8221;</a> oder <a title="BORGHESIA: Un Chant d’Amour" href="http://africanpaper.com/2022/03/12/borghesia-un-chant-damour/">Borghesias &#8220;Un Chant d&#8217;Amour&#8221;</a> ihre Wiedergeburt. Ein anderer Schwerpunkt war die vom Design her sehr kohärent gestaltete Reihe des &#8220;Singles Club&#8221; aus den Jahren 2014-16. Bei all dem geht es den Betreibern Vanessa Venerdi, Gianfranco Santoro und Cristiano Deison immer auch um eine lebendige Vielfalt, bei der den Scheuklappen starrer Genrekonzepte eine Absage erteilt wird. So finden sich bei Final Muzik Teho Teardo und M.B. neben <a href="http://africanpaper.com/tag/twelve-thousand-days/">Martyn Bates und Alan Trench</a> oder den kanadischen Wavestars Psyche, der römische Ausnahmemusiker <a href="http://africanpaper.com/tag/lyke-wake/">Lyke Wake</a> neben Abbildungen Variete, dem Noiser Claudio Rocchetti, <a href="http://africanpaper.com/tag/flavio-rivabella/">der Trompeter und Experimentalmusiker DBPIT</a> und <a href="http://africanpaper.com/tag/deison/">Deisons eigenen Arbeiten</a>. Über all dies und einiges mehr sprachen wir kürzlich mit den Betreibern des Labels.</strong></span></p>
<p><strong><a title="We try to open new doors to new possibilities: An Interview with the founders of Final Muzik" href="http://africanpaper.com/2023/11/25/we-try-to-open-new-doors-to-new-possibilities-an-interview-with-the-founders-of-final-muzik/">English Version</a></strong></p>
<p><em><strong>Viele kleinere Labels werden von Musikern gegründet, um ihre eigene Musik oder die von Freunden zu veröffentlichen. Manchmal geht es auch darum, bestimmte Künstler zu unterstützen, die man als unterbewertet empfindet. Gab es für euch einen konkreten Impuls, Final Muzik zu gründen?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Der Impuls ist derselbe, den ich hatte, als ich Mitte der 80er Jahre ein Kassettenlabel gründete: „eine Brücke“ zu werden, um den Leuten ein paar gute Veröffentlichungen anzubieten, egal ob von einem völlig unbekannten Projekt oder von berühmten Künstlern. Leidenschaft, Begeisterung, Forscherdrang, Freiheit, Unabhängigkeit.</p>
<p>Deison – Unser Ziel ist es, Musik zu veröffentlichen, zu promoten und anzubieten, die wir gerne hören würden, oder Bands, die wir bewundern … manchmal kommt das von Freunden, manchmal haben wir uns einfach in eine Platte verliebt, die uns geschickt wurde.</p>
<p><em><strong>Wie habt ihr euch für den Namen entschieden? Veröffentlicht ihr Musik für die Endzeit oder geht es eher um eine Idee von Musik, nach der nichts weiteres mehr kommen kann?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Seltsamerweise stellt der Name Final Muzik einen neuen Ausgangspunkt dar. Nachdem wir andere Labels gegründet, Radiosendungen gemacht und Künstler für unsere Fanzines und andere Magazine rezensiert und interviewt hatten, dachten wir über einen Neuanfang nach. Es war 2004. Die Musik, die wir veröffentlichen, ist nicht „endgültig“: Im Gegenteil, wir versuchen, neue Türen zu neuen Möglichkeiten zu öffnen.</p>
<p><em><strong>Wie habt ihr die Experimental- und Untergrundkultur in Italien in der Anfangszeit erlebt? Geht es euch auch darum, eine Tradition fortsetzen, die in eurem Land in den frühen 80er Jahren begann?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Ich habe im August 1986 mit der Veröffentlichung eines Fanzines (Discipline) begonnen; ein paar Monate später gründete ich ein gleichnamiges Kassettenlabel. Ich war vollständig in die italienische Industrial- und Experimentalmusikszene eingetaucht. Es hat mich seit den frühen 80ern stark beeinflusst: Künstler wie Giancarlo und Massimo Toniutti, das TRAX-Kollektiv, F.A.R., M.B., Lyke Wake, Mauro Teho Teardo, T.A.C., Sigillum S und Tasaday (um nur einige zu nennen) waren und sind immer noch sehr wichtig für mich. Es war ein sehr reiches und produktives Jahrzehnt mit einer beeindruckenden Anzahl von Kassettenlabels, Fanzines und Bands. Ich weiß nicht, ob wir mit Final Muzik eine Tradition fortsetzen, aber wir haben sicherlich viele Projekte veröffentlicht (z. B. eine CDr-EP-Reihe, die der italienischen Szene gewidmet ist, sowie viele CD-Alben), die in gewisser Weise immer noch mit der italienischen Szene und dem Geist dieser Jahre verbunden sind.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3689400479/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Wie arbeitet ihr für das Label zusammen?</strong></em></p>
<p>Deison – Nun, Gianfranco ist sicherlich die treibende Kraft des Labels, der zusammen mit Vanessa alles verwaltet. Ich kümmere mich mehr um den technischen Teil, was die Website, die Grafik, das Design und die musikalisch-audiotechnische Betreuung einiger Auswahlmöglichkeiten des Labels betrifft; Für unsere Reissue-Serie recherchiere ich oft nach alten, obskuren 80er-Jahre-Bands, die uns oft zu unerwarteten Projekten führten.</p>
<p>Gianfranco – Cristiano und Vanessa sind mein Rückgrat.</p>
<p><em><strong>Haben ihr euch von Anfang an als internationales Label betrachtet?</strong></em></p>
<p>Vanessa – Ja. Was auch immer  in unseren Ohren wertvoll klingt, egal woher es kommt, kann darauf abzielen, auf Final Muzik veröffentlicht zu werden. Bisher hat das Label Werke von Bands und Solokünstlern aus England, Deutschland, Österreich, Slowenien, Kanada, den USA und &#8230; auch Italien produziert. Ihr Label-Portfolio umfasst ein breites Spektrum an Musikstilen, wobei es gewisse Schwerpunkte gibt.</p>
<p><em><strong>Ist das, was ihr veröffentlichet (auch in Bezug auf die Genres), größtenteils Gegenstand spontaner Entscheidungen?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Als wir (viel) jünger waren, wurden wir stark von der New-Wave-/Post-Punk-Bewegung und der Industrial-Szene beeinflusst. Diese Wurzeln bewahren wir auch heute noch, wir sind aber immer offen für Neues. Aus diesem Grund umfasst der Katalog von Final Muzik ein breites Spektrum an Musik. Wir können sowohl ein experimentelles Musikalbum als auch ein Post-Punk- oder Neofolk-Album veröffentlichen. Spontane Entscheidungen passieren, aber sie haben in gewisser Weise immer Wurzeln in unserer Vergangenheit. Und einen Bezug zu unserer Gegenwart.</p>
<p>Vanessa – Was die große Auswahl an Musikstilen im Katalog von Final Muzik betrifft, haben wir sogar Metal in Betracht gezogen! Ich war mir nicht sicher, also kühlte ich meine Begeisterung ab &#8230; für den Moment &#8230;<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-20231.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38417" title="Final Muzik 2023" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-20231.jpg" alt="" width="4032" height="3024" /></a></p>
<p><em><strong>Was würdet ihr jemandem sagen, der sich vielleicht nicht so gut mit Musik abseits des Mainstreams auskennt und fragt, was all eure Veröffentlichungen bzw. Künstler gemeinsam haben?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Ich weiß, es ist schwer zu sagen, dass die von uns veröffentlichte CD von Giancarlo Toniutti etwas mit der Musik von Cyclic Amp gemeinsam hat. Aber viele Kunden und Freunde sagten mir, sie hätten eine Verbindung zwischen vielen Alben gefunden, die sie auf unserem Label entdeckt hatten (also Alben, die sich sehr voneinander unterschieden). Das liegt vielleicht daran, dass es echte, interessante und gute Veröffentlichungen sind, wer weiß &#8230; Vielleicht funktioniert das „zur Brücke werden“-Ding.</p>
<p><em><strong>Meiner Meinung nach haben auch kleine Labels mit limitierten Auflagen, die schnell vergriffen sind, immer eine Art Archivierungsfunktion, da sie Werke – mit Hilfe von Magazinen, Datenbanken wie Discogs etc. – erinnerbar machen. Geht es euch auch darum, bestimmte Musik vor dem Vergessen zu bewahren?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Ich stimme zu: Unabhängige Labels haben eine wichtige Archivierungsfunktion. Ohne ihre wertvolle Arbeit könnten wir heute viele unbekannte Künstler nicht entdecken. „Bestimmte Musik vor dem Vergessen retten“ klingt etwas dramatisch, ist aber richtig. In der Vergangenheit wurden viele hervorragende Alben auf kaum erhältlichen Kassetten veröffentlicht oder sogar nie veröffentlicht. Die Neuveröffentlichung dieses Materials heute hat sowohl eine Archivierungsfunktion als auch eine Möglichkeit, ihnen endlich Gerechtigkeit zu verschaffen. Aus diesem Grund haben wir unsere Final Muzik Eighties-Reihe gestartet.</p>
<p><em><strong>Wenn ihr auf euren Katalog zurückblickt: Gibt es Veröffentlichungen, auf die ihtr besonders stolz seid? Gibt es so etwas wie eine Lieblingsplatte oder eine, die in euren Augen mehr Aufmerksamkeit verdient?</strong></em></p>
<p>Deison – Ich bin sehr glücklich und stolz auf unsere Neuauflagen (FM Eighties-Serie), weil wir einige kleine und verborgene Meisterwerke, die oft vergessen werden, neu aufgelegt und ans Licht gebracht haben.</p>
<p>Vanessa – Ich persönlich bin besonders stolz auf die Neuauflage von „The Influence“ von Psyche, dem düsteren elektronischen Album einer Band, die ich liebe, aus dem Jahr 1989. Es war ihr Sänger Darrin Huss, der Final Muzik kontaktierte und diese Neuauflage im Jahr 2011 vorschlug: Das hätten wir nie erwartet, es hat uns erstaunt und geehrt zurückgelassen. Ich fühle mich immer noch so, wenn ich diese CD in der Hand halte oder anhöre. Manchmal passiert das Unmögliche.</p>
<p>Gianfranco – Ja, Psyche! Ich wäre fast vom Stuhl gefallen, als ich die Nachricht las, in der Darrin die Neuauflage von „The Influence“ vorschlug. Ich bin auch sehr stolz auf die Veröffentlichungen von Borghesia, Abbildungen Varieté, Mortification To The Flesh und Cyclic Amp; Damals war die Zusammenarbeit mit Teho Teardo, Maurizio Bianchi, Andrea Bellucci und Giancarlo Toniutti – und Lee Ranaldos Text Of Light auf unserem Label – etwas Besonderes. Und natürlich alles, was wir mit Twelve Thousand Days gemacht haben.<br />
<iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1470334404/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Zu den Klassikern eures Labels gehören Twelve Thousand Days, von denen ihr vier Alben veröffentlicht habt. Manche würden vielleicht sagen, dass sie in einem viel breiteren Kontext funktionieren könnten, uns gefällt es aber durchaus, dass sie als eine Art Geheimtipp für Schatzsucher existieren, die mit den Nischen seltsamer Klänge vertraut sind. Wie kam es zu eurer Zusammenarbeit mit Alan Trench und Martyn Bates?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Alles begann mit einem weiteren Sturz vom Stuhl! Ich meine, Alan hat mir geschrieben und gefragt, ob wir daran interessiert wären, ihr viertes Album <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: Insect Silence" href="http://africanpaper.com/2018/08/25/twelve-thousand-days-insect-silence/">„Insect Silence“</a> zu veröffentlichen, das 2018 herauskam. Ich war sehr glücklich und begeistert von diesem Vorschlag. Das waren wir alle. Weißt du, Martyn ist einer meiner Lieblingssänger aller Zeiten. Ich bin 56 und habe Eyeless In Gaza entdeckt, als ich 16 war: Die Chance, mit ihm ein Album zu veröffentlichen, war ein wahrgewordener Traum, Punkt. Das gleiche gilt für Alan: Ich kannte Orchis und seine Arbeit als Gründer von World Serpent Distribution, das über viele Jahr eine Quelle fantastischer Musik war. Ich kannte (und liebe) <a title="The Devil In The Grain: Digitales Rerelease des zweiten Twelve Thousand Days-Albums" href="http://africanpaper.com/2022/11/05/the-devil-in-the-grain-digitales-rerelease-des-zweiten-twelve-thousand-days-albums/">ihre ersten drei Alben als Twelve Thousand Days</a>, daher war meine sofortige Antwort auf ihren Vorschlag ein großes „Ja!“. Wir haben drei weitere Alben von ihnen veröffentlicht, auf die wir sehr stolz sind: <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: Field’s End" href="http://africanpaper.com/2020/11/07/twelve-thousand-days-fields-end/">„Field&#8217;s End“</a>, <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: The Birds Sing As Bells" href="http://africanpaper.com/2022/01/15/twelve-thousand-days-the-birds-sing-as-bells/">„The Birds Sing As Bells“ </a>und „<a title="TWELVE THOUSAND DAYS: The Boatman On The Downs" href="http://africanpaper.com/2023/04/01/twelve-thousand-days-the-boatman-on-the-downs/">The Boatman On The Downs“</a>. Ihre Musik ist wunderschön, geheimnisvoll, dunkel und befreiend zugleich und sie sind zwei echte Gentlemen.</p>
<p><em><strong>Der Großteil der Musik, die ihr im Laufe der Jahre veröffentlicht habt, ist auf CD erschienen. Wenn man sich die klanglichen Möglichkeiten und die Kompaktheit anschaut und dann erkennt, dass es sich immer noch um ein physisches Artefakt handelt, spricht meiner Meinung nach noch viel für die CD. Irgendwie sind CDs sogar einigermaßen bodenständig, wenn man das ganzen Vintage-Hipster-Getue betrachtet, der jetzt schon seit Jahrzehnten um hübsche Vinyls und Kassetten gemacht wird. Was ist eurer Meinung nach das größte Argument für dieses Medium?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Grundsätzlich liebe ich dieses Format. Ich wollte nie über die technischen Aspekte der nervigen „CDs versus Vinyl“-Diskussion diskutieren. Ich mag CDs, besonders für bestimmte Musikgenres (wer möchte schon ein Ambient-Album mit dem weiteren Hintergrundgeräusch von Vinyl hören?): Der CD-Sound ist gut und man kann ein gutes, anständiges Artwork machen; Der Versand ist sowohl für Hersteller als auch für Käufer einfacher und kostengünstiger. Versteht mich mich nicht falsch: Ich liebe auch Vinyl, aber es wird immer teurer. Bei unserem Versandhandel konnten wir in den letzten Jahren einen Anstieg der Verkäufe von CDs verzeichnen. Labels sollten immer darüber nachdenken, ihre Produkte über ein physisches Format zu verbreiten, das auch für Menschen ohne regelmäßiges Einkommen (Jugendliche, Studenten etc.) erschwinglich ist. CDs eignen sich hierfür hervorragend.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-Ghosts-11.2023.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38418" title="Final Muzik Ghosts 11.2023" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-Ghosts-11.2023.jpg" alt="" width="1476" height="1037" /></a></p>
<p>Vanessa – ich bin und war schon immer eine Vinylliebhaberin. Allerdings bin ich der verrückten Mode des farbigem Vinyls (bespritzt, marmoriert, geräuchert, gespalten … nach Belieben) ein wenig überdrüssig geworden. Farbiges Vinyl klingt wahrscheinlich gut, sieht aber nicht immer so gut aus.</p>
<p><em><strong>Was denkt ihr über die Zukunft der Musikproduktion und der verwendeten Formate?</strong></em></p>
<p>Vanessa – Jeder hat sein Lieblingsformat und der Streit darüber, welches das beste ist, kann endlos sein. Das Interessante an der großen Auswahl an Formaten, die dem Hörer heutzutage zur Verfügung stehen, ist eher ihr Nebeneinander als ihre Exklusivität. Hipster-Vinyl-Fans verzichten nicht darauf, Musik zu streamen (vielleicht hinter verschlossenen Türen); Junge „Digital Natives“ suchen oft nach LPs, die dreißig oder vierzig Jahre alt sind. Zu unserem Erstaunen haben wir das vor dreißig oder vierzig Jahren sicherlich nicht getan. Während die Fünfzigjährigen ihre LPs und 12-Zoll-Sammlung in den 90er Jahren verkauft haben, um auf die handlicheren (und damals modischeren) CDs umzusteigen, versuchen sie nun, sie wieder zusammenzukriegen. Ich glaube, dass die Zukunft der Musikproduktion in ihrer Vielfalt liegt.</p>
<p><em><strong>Gibt es einen Künstler, mit dem ihr gerne zusammenarbeiten würdet, obwohl ihr es für höchst unwahrscheinlich haltet, dass es jemals passieren könnte?</strong></em></p>
<p>Deison – Es könnten viele sein &#8230; auch wenn es uns überraschenderweise gelungen wäre, Platten von Borghesia oder Cyclic Amp zu produzieren, Bands, die wir in unserer Jugend gehört haben und bei denen wir nie gedacht hätten, dass wir einmal eng mit ihren zusammenarbeiten und etwas Neues und Originelles hier auf Final Muzik schaffen könnten.</p>
<p>Vanessa – Evi Vine. Ob es wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist, verrate ich euchen in unserem nächsten Interview. <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Gianfranco – Marc Almond.</p>
<p><em><strong>Stehen bereits Neuerscheinungen auf dem Plan?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Eine neue CD von Twelve Thousand Days wird im Januar/Februar 2024 erhältlich sein. Der Titel des Albums lautet „They Have All Gone Into The World Of Light“. Wir ziehen immer wieder Neuerscheinungen in Betracht, daher können Bands und Künstler sich gerne an uns wenden.<br />
Vielen Dank.</p>
<p><strong>Final Muzik @ <a href="https://finalmuzik.bandcamp.com">Bandcamp</a> | <a href="http://www.discogs.com/seller/Final-Muzik/profile ">Discogs</a> | <a href="http://www.facebook.com/finalmuzik ">Facebook</a></strong></p>
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		<title>We try to open new doors to new possibilities: An Interview with the founders of Final Muzik</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Nov 2023 03:47:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Although the record label and mailorder Final Muzik was &#8220;only&#8221; launched in 2004, its program is deeply rooted in the very rich Italian experimental and industrial culture of the 80s, and not only because it is &#8211; in terms of &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/11/25/we-try-to-open-new-doors-to-new-possibilities-an-interview-with-the-founders-of-final-muzik/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/logo-motononna-print.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38373" title="logo motononna print" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/logo-motononna-print-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><strong>Although the record label and mailorder Final Muzik was &#8220;only&#8221; launched in 2004, its program is deeply rooted in the very rich Italian experimental and industrial culture of the 80s, and not only because it is &#8211; in terms of parts of the personnel &#8211; reminiscent of the tape label and fanzine Discipline, which was founded in 1986 and already back then built a bridge between local and international sound art. In the new millennium, when the</strong> <span id="more-38370"></span><strong>avant-gardes of the late 20th century could already look back on an eventful history, Final Muzik among many other things made a name for itself with reissues of sought-after rarities, and so the label gave works such as <a title="I.M.B.: Reissue des Klassikers von Maurizio Bianchi" href="http://africanpaper.com/2023/11/11/i-m-b-reissue-des-klassikers-von-maurizio-bianchi/">Maurizio Bianchi&#8217;s &#8220;I.M.B.&#8221;</a> or <a title="BORGHESIA: Un Chant d’Amour" href="http://africanpaper.com/2022/03/12/borghesia-un-chant-damour/">Borghesia&#8217;s &#8220;Un Chant d&#8217;Amour&#8221;</a> their rebirth. Another focus was the “Singles Club” series from 2014-16, which was very coherent in it&#8217;s design. However, the operators Vanessa Venerdi, Gianfranco Santoro and Cristiano Deison are always concerned with a lively diversity that rejects the blinders of rigid genre concepts. At Final Muzik you will find Teho Teardo and M.B. alongside <a href="http://africanpaper.com/tag/twelve-thousand-days/">Martyn Bates and Alan Trench</a> or the Canadian wave stars Psyche, the exceptional Roman musician <a href="http://africanpaper.com/tag/lyke-wake/">Lyke Wake </a>alongside Slovenia&#8217;s <a title="ABBILDUNGEN VARIETÉ: s/t" href="http://africanpaper.com/2023/04/29/abbildungen-variete-st/">Abbildungen Varieté</a>, the noisemaker Claudio Rocchetti, experimental trumpeter and sound artist <a href="http://africanpaper.com/tag/flavio-rivabella/">DBPIT</a> and, not at least, <a href="http://africanpaper.com/tag/deison/">Deison&#8217;s own work</a>. We recently spoke to the label&#8217;s operators about all of this and much more.</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_231121_142044_553.sdocx--></p>
<p>German Version</p>
<p><em><strong>Many smaller labels are formed by musicians as a vehicle for releasing their own music or that of friends. But sometimes it&#8217;s also about supporting certain artists that you find undervalued. Did you have a specific impulse to found Final Muzik?</strong></em></p>
<p><span style="font-weight: 300;">Gianfranco &#8211; The impulse is the same I had when I started a cassette-label in the mid-80s: becoming “a bridge” to offer people some good releases, it doesn&#8217;t matter if from a totally unknown project or from famous artists. Passion, enthusiasm, research, freedom/independence.</span></p>
<p>Deison &#8211; Our aim is to release, promote and offer music that we would like to listen to, or bands that we admire…sometimes this comes from friends other times we just fell in love with a record that was sent to us.</p>
<p><em><strong>How did you find the name for your label? Do you release music for the end times or do you release music that in itself is final and can&#8217;t be followed-up?</strong></em></p>
<p>Gianfranco &#8211; Strangely, the name Final Muzik represents a new starting point. After other labels we founded, radio braodcasts, reviewing and interviewing artists for our fanzines and other magazines, we thought about a new beginning. It was 2004. The music we release isn&#8217;t “final”: on the contrary, we try to open new doors to new possibilities.</p>
<p><em><strong>How was your view of the experimental and underground culture in Italy in the early days? Do you feel that you continue (in) a tradition that started in your country in the early 80s?</strong></em></p>
<p>Gianfranco &#8211; I started publishing a fanzine (Discipline) in August 1986; a few months later I founded a cassette-label with the same name. I was fully immersed into the Italian industrial/experimental music scene. I have been deeply influenced by it since the early 80s: artists like Giancarlo and Massimo Toniutti, the TRAX collective, F.A.R., M.B., Lyke Wake, Mauro Teho Teardo, T.A.C., Sigillum S and Tasaday (just to name a few) were and are still very important to me. It was a very rich and prolific decade, with an impressive number of cassette-labels, fanzines and bands. I don&#8217;t know whether we continue a tradition with Final Muzik, but we have certainly released many projects (i.e.: a CDr EP series dedicated to the Italian scene, plus many CD albums) that, in some ways, are still linked to the spirit of those years.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3689400479/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>How do you work together for the label? Is there some kind of division of responsibilities, or do you cooperate more in a spontaneous way?</strong></em></p>
<p>Deison &#8211; Well, Gianfranco is certainly the main driving force of the label, the one who manages everything, together with Vanessa. I deal more with the technical part, regarding the web-site, graphics, design and the musical-audio supervision of some choices of the label; I often research old, obscure 80s bands for our reissue series, that often took us to unexpected projects.</p>
<p>Gianfranco – Cristiano and Vanessa are my backbone.</p>
<p><em><strong>Did you see yourself as an international label from the start?</strong></em></p>
<p>Vanessa – Yes. Whatever sounds valuable to our ears, wherever it comes from, can aim to be released on Final Muzik. So far, the label has produced works by bands and solo artists from England, Germany, Austria, Slovenia, Canada, U.S.A., and&#8230;Italy too.</p>
<p><em><strong>You have a wide range of music styles in your label portfolio, although there are certain notable focal points. Is what you release (in terms of genres) mostly subject to spontaneous decisions?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – When we were (much) younger we have been deeply influenced by the new wave/post punk movement and by the industrial scene. We still keep these roots today, although we are always open to anything new. For this reason, Final Muzik’s catalogue encompasses a wide range of music. We can release an experimental music album as well as a post-punk or a neofolk one. Spontanueous decisions happen, but they are always rooted to our past, in some ways. And to our present.</p>
<p>Vanessa – About the wide range of music styles in Final Muzik’s catalogue, we have even considered metal! I was unsure so I cooled down the enthusiasms…for the moment&#8230;<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-2023.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38416" title="Final Muzik 2023" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-2023.jpg" alt="" width="4032" height="3024" /></a></p>
<p><em><strong>What would you say to somebody who may not be so well-versed in music beyond the mainstream and who asks you what all of your releases/artists have in common?</strong></em></p>
<p>Gianfranco &#8211; I know it&#8217;s difficult to say that the Giancarlo Toniutti&#8217;s CD we released has something in common with Cyclic Amp&#8217;s music. but many customers and friends told me they found a link between many albums they discovered on our label (I mean, albums that are very different from each other). That‘s maybe because they are genuine, interesting and good releases, who knows&#8230;Maybe that “becoming a bridge”-thing is working.</p>
<p><em><strong>In my opinion, even small labels with limited editions that sell out quickly always have something of an archiving function, since they make works &#8211; with the help of magazines, databases like discogs etc. &#8211; memorable. Do you also want to save certain music from oblivion?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – I agree: independent labels have an important archiving function. Without their precious work, we could not discover many unknown artists today. “Saving certain music from oblivion” sounds a bit dramatic, but it&#8217;s correct. In the past, many excellent albums have been released on impossible-to-find tapes or have even never been published. Re-releasing this stuff today has both an archiving function and is a way to finally give them justice. That&#8217;s why we started our Final Muzik Eighties series.</p>
<p><em><strong>When you look back at your catalogue, are there any releases you&#8217;re particularly proud of? Is there anything like a favourite record or one that in your eyes deserves more attention?</strong></em></p>
<p>Deison – I am very happy and proud of our reissues (FM Eighties series) because we have re-proposed and brought to light some small and hidden masterpieces, often forgotten.</p>
<p>Vanessa – Personally, I am particularly proud of the reissue of “The Influence” by Psyche, the 1989 dark electronic album by a band I love. It was their singer Darrin Huss contacting Final Muzik and proposing this reissue in 2011: it was something we would have never expected, it left us amazed and honoured. I still feel this way when I hold or listen to this CD. The impossible happens, sometimes.</p>
<p>Gianfranco – Yes, Psyche! I almost fell from the chair when I read the message in which Darrin proposed the reissue of “The Influence”. I&#8217;m also very proud of Borghesia, Abbildungen Varieté, Mortification To The Flesh and Cyclic Amp&#8217;s releases; then, working with Teho Teardo, Maurizio Bianchi, Andrea Bellucci and Giancarlo Toniutti &#8211; and having Lee Ranaldo&#8217;s Text Of Light on our label &#8211; was something special. And obviously, everything we did with Twelve Thousand Days.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1470334404/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Among the staples of your label is Twelve Thousand Days, of whom you released four albums. Some might say that they could operate in a much broader context, but I personally love that they exist as kind of a secret tip for the treasure hunters who are familiar with the niches of strange sounds. How did your cooperation with Alan Trench and Martyn Bates start?</strong></em></p>
<p>Gianfranco &#8211; It all started with another fall from the chair! I mean, Alan wrote to me asking whether we were interested in releasing their fourth album, “Insect Silence”, which came out in 2018. I was very happy and enthusiast about this proposal. We all were. You know, Martyn is one of my all time favourite singers. I&#8217;m 56 and I discovered Eyeless In Gaza when I was 16: having the chance to release an album with him was a dream come true, period. Same for Alan: I knew Orchis and his work as a founder of World Serpent Distribution, which has been a source of fantastic music for years. I knew (and love) <a title="The Devil In The Grain: Digitales Rerelease des zweiten Twelve Thousand Days-Albums" href="http://africanpaper.com/2022/11/05/the-devil-in-the-grain-digitales-rerelease-des-zweiten-twelve-thousand-days-albums/">their first three albums as Twelve Thousand Days</a>, so my instant answer to their proposal was a big “Yes!”. We released three further albums by them, which we are very proud of: <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: Field’s End" href="http://africanpaper.com/2020/11/07/twelve-thousand-days-fields-end/">“Field&#8217;s End”</a>, <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: The Birds Sing As Bells" href="http://africanpaper.com/2022/01/15/twelve-thousand-days-the-birds-sing-as-bells/">“The Birds Sing As Bells”</a> and <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: The Boatman On The Downs" href="http://africanpaper.com/2023/04/01/twelve-thousand-days-the-boatman-on-the-downs/">“The Boatman On The Downs”</a>. Their music is beautiful, mysterious, obscure and liberating at the same time and they are two gentlemen.</p>
<p><em><strong>Most of the music you&#8217;ve released over the years has come out on CD. If you look at the tonal possibilities and the compactness and then realize that it is still a physical artefact, there is still a lot to be said for the CD in my opinion. Somehow, CDs are even kind of down to earth in regards of all the vintage hipster fuss that was made about pretty vinyls and tapes for decades now. What do you think is the biggest argument for this medium?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Basically, I love this format. I never wanted to debate about the technical aspects of the annoying “CDs versus vinyl” discussion. I like CDs, especially for certain music genres (who wants to listen to an ambient album with the further background noise of vinyl?): the CD sound is good and you can do a good, decent artwork; it&#8217;s easier to ship and cheaper for both producers and buyers. Don&#8217;t get me wrong: I also love vinyl, but it&#8217;s becoming tremendously expensive. With our mail order we noticed an increase of sales of CDs in the last years.<br />
Labels should always think about spreading their products by way of a physical format that is also affordable to people who have no regular income (the young ones, students, etc.). CDs are perfect for this.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-Ghosts-11.20231.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38419" title="Final Muzik Ghosts 11.2023" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-Ghosts-11.20231.jpg" alt="" width="1476" height="1037" /></a></p>
<p>Vanessa – I am &#8211; and have always been &#8211; a vinyl lover. That said, I am a bit tired of the raging fashion of coloured vinyl (splattered, marbled, smoked, split…ad libitum). Coloured vinyl probably sounds good but it doesn’t always look as good.</p>
<p><em><strong>What do you think about the future of music production and the formats used?</strong></em></p>
<p>Vanessa – Everybody has his or her favourite format and the argument on which is the best one can be endless. The interesting thing about the wide choice of formats the listener has nowadays is their juxtaposition rather than their exclusiveness. Hipster vinyl fans don’t forgo streaming music (behind closed doors, maybe); young “digital natives” often look for LPs that are thirty or forty years old, to our amazement as this is something we certainly did not do thirty or forty years ago, while the fiftysomethings who sold their LPs and 12”s collection in the 90s to switch to the handier (and then more fashionable) CDs now try to reassemble it. I believe that the future of music production lies in its diversity.</p>
<p><em><strong>Is there any artist with whom you would love to work but you feel it is highly unlikely that that will ever happen?</strong></em></p>
<p>Deison –There could be many &#8230; even if, surprisingly, we managed to produce records by Borghesia or Cyclic Amp, bands we used to listen to when we were younger and with whom we never thought we could work close together, creating something original and new with them on Final Muzik.</p>
<p>Vanessa – Evi Vine. Whether it is likely or unlikely, I’ll tell you in our next interview.</p>
<p>Gianfranco – Marc Almond.</p>
<p><em><strong>Are there already new releases on your schedule? Any plans you&#8217;ve already made?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – A new Twelve Thousand Days‘ CD will be available in January/February 2024. The title of the album is “They Have All Gone Into The World Of Light”.<br />
We always consider new releases, so, band and artists → feel free to contact us.<br />
Thank You very much.</p>
<p><strong>Final Muzik @ <a href="https://finalmuzik.bandcamp.com">Bandcamp</a> | <a href="https://www.discogs.com/seller/Final-Muzik/profile">Discogs</a> | <a href="http://www.facebook.com/finalmuzik">Facebook</a></strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_231117_073600_878.sdocx--></p>
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		<title>DEISON &amp; UGGERI: In the Other House</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jul 2015 07:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Cristiano Deison]]></category>
		<category><![CDATA[Matteo Uggeri]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Topos des Spukhauses findet sich in den meisten Medien &#8211; oder wie es bezogen auf den Film Georg Seeßlen und Fernand Jung formulieren: „Vom verdammten Haus zu erzählen scheint dem Kino von Anfang an aufgetragen.“ In der Literatur hat &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/07/11/deison-uggeri-in-the-other-house/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/R-6991219-1431174852-9621.png.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10537" title="R-6991219-1431174852-9621.png" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/07/R-6991219-1431174852-9621.png-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Topos des Spukhauses findet sich in den meisten Medien &#8211; oder wie es bezogen auf den Film Georg Seeßlen und Fernand Jung formulieren: „Vom verdammten Haus zu erzählen scheint dem Kino von Anfang an aufgetragen.“ In der Literatur hat Mark Z. Danielewski mit <em>House of Leaves</em> vielleicht einen postmodernen Endpunkt gesetzt und in der Musik war es der Ambient, der die Beschallung von Räumen teils im Titel trug (vgl. Brian Eno) und dessen uneheliches Kind das Attribut „Dark“ verwendete, um finsterste, nicht immer ganz klischeefreie Evokationen von unheilvollen Orten zu erzeugen.<span id="more-10534"></span></p>
<p>Cristiano Deison und Matteo Uggeri, beide seit Jahren vertraut mit verschiedensten Spielarten randständiger (Geräusch-) Musik, setzen sich mit der Thematik des seltsamen Hauses auseinander: In der Pressemitteilung ist zwar von „dark invisible presences“ im titelgebenden Haus die Rede, allerdings wird dann schnell klargemacht, dass es sich bei „In the Other House “nicht um den Soundtrack zu einem Horrorfilm handelt.</p>
<p>Die Titel der einzelnen Stücke verweisen auf Räume, auf einen Gang durch das Haus: „Fessure (Attic &amp; Stairs)“ dröhnt unheilschwanger, es pocht behutsam, Geigen tönen in der Ferne, ein Bass wird dezent gezupft. Bei all dem ist der Klang transparent, wobei die Grenzen zwischen elektronischen und akustischen Klangquellen fortwährend verschwimmen. „So Detached (Dining Room and Terrace)“ kombiniert Feldaufnahmen von einer einsam läutenden Glocke, fallendem Regen und knarrenden Türen. „Micro Drama (Kitchen)“ wird von Drones dominiert, ist wesentlich kälter als die beiden vorherigen Stücke: Man hört vereinzelte melancholische Pianotupfer, dann plötzlich atonale Einbrüche. „Stasis (Bathroom)“ beginnt mit einem Knistern, das an Wassertropfen erinnert. Man meint, eine verfremdete Trompete zu hören, die am Rande der Dissonanz spielt. Auf „Worried Stagnation (Bedroom)“ hört man Schritte, dann setzen dunkle Drones ein, in die immer wieder kaum zu lokalisierende Geräusche einbrechen: Wasser fließt, schließlich entfernen sich die Schritte. „Prelude, Largo (Stairs and Cellar)“ beendet das Album: Auch hier scheinen bearbeitete Trompetenklänge die Basis zu sein.</p>
<p>„In the other house“ ist ein Album angesiedelt irgendwo zwischen Elektroakustik und (Dark) Ambient, das in seiner Geschmackssicherheit und Reduziertheit weit entfernt ist von dem überladenen Bombast, der manche Alben prägt, die sich am Erzeugen einer unheimlicher Atmosphäre versuchen. Musikalisch also durchaus manchmal gar nicht so weit von einem so hervorragenden Album, wie dem auf Type veröffentlichten „Knive“ von Svarte Greiner entfernt. Ein Horrorfilm wird hier tatsächlich nicht vertont, viel eher hat man als Hörer fortwährend ein Gefühl das nicht ganz unähnlich dem ist, als wenn man Richard Oelzes wohl bekanntestes Gemälde<a href=" http://artdaily.com/Fotos/galerias/376/Oelze_Expectation-2.jpg"> „Die Erwartung“</a> betrachtet. Tolle Platte. (M.G.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.finalmuzik.com/">Final Muzik</a><a href="http://www.oldbicyclerecords.blogspot.it/">/Old Bicycle Records</a>/<a href="http://oak-editions.com/">Oak Editions</a>/<a href="http://www.deison.net/loudlabel.html">Loud</a>/<a href="http://www.greysparkle.com/">Grey Sparkle</a></strong></p>
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