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	<title>African Paper &#187; D.B.P.I.T.</title>
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		<title>NOISE CLUSTER / CRISTIANO BOCCI: To the Moon and Back</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Nov 2024 05:11:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Arianna Degni Lombardo]]></category>
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		<description><![CDATA[Noise Cluster bzw. die hinter dem Namen stehenden Flavio Derbekannte und Arianna Degni Lombardo hatten schon seit jeher ein Faible für das All, für Raumfahrt, Aliens und alles Extraterrestrische. Beim Blick auf den Titel des neuen Tapes &#8220;To the Moon &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/11/02/noise-cluster-cristiano-bocci-to-the-moon-and-back/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/tothemoonandback.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-42972" title="tothemoonandback" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/tothemoonandback-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Noise Cluster bzw. die hinter dem Namen stehenden Flavio Derbekannte und Arianna Degni Lombardo hatten schon seit jeher ein Faible für das All, für Raumfahrt, Aliens und alles Extraterrestrische. Beim Blick auf den Titel des neuen Tapes &#8220;To the Moon and Back&#8221; fühlt man sich also gleich auf vertrautem Boden. Das Tape wurde mit dem toskanischen Musiker Cristiano Bocci eingespielt, der das Gerüst aus Synthies, Glocken und postindustriellen Trompetenklängen mit <span id="more-42970"></span>elektrischem und akustischem Bass sowie zusätzlicher Elektronik ergänzt hat. Vom ersten Track an wird klar, dass hier vertraute Elemente von Noise Cluster auf neue, zum Teil unerwartete Weise erweitert wurden. Man muss das Wort Psychedelisch hier nicht groß schreiben, aber ich war doch überrascht, dass es mir einmal bei einem Noise Cluster-Album einfallen würde.</p>
<p>Der Opener &#8220;Chariot Across the Skies&#8221; startet direkt mit einer Welle aus synthetischen Klängen, die aquatische und pochende Soundelemente miteinander verweben, zwischendrin schießen flirrende, quietschige Hochtöner ins All. Besonders bemerkenswert ist der im bisherigen Noise Cluster-Kontext nicht vorgekommene elektrische Bass, der der Komposition eine raue, kernige Erdung verleiht, während Ariannas hier etherisch anmutende Stimme durch den Raum schwebt. Mit seinen unvorhersehbaren Wendungen und der Vielzahl an Klängen, die sich scheinbar in verschiedene Richtungen bewegen, bleibt der Track doch ebenso kohärent wie spannungsvoll.</p>
<p>Mit &#8220;Endymion and Selene&#8221; wird das psychedelische Element weiter vertieft. Verstärkt durch Boccis kratzenden Bass und Flavios geheimnisvolle Trompetenklänge, entstehen dichte, spacige Soundscapes als Hintergrund zu dem mythischen Stoff, der hier umgesetzt wird – Selene, die Mondgöttin, und Endymion, der ewige Schläfer. Der Track lebt von seiner dichten Atmosphäre und dem Wechselspiel zwischen Dröhnen und subtilen, fast entrückten Melodien, und bisweilen denkt man an eine in elektrifiziertes Rauschen gehüllte Kamanche oder ein vergleichbares Streichinstrument. &#8220;Eterna Sfera Celeste&#8221; überrascht mit leiernden, tremolierenden Klängen und einer theatralischen Gesangseinlage, wie man sie von Arianna alias xXeNa selten zu hören bekommt: Eine Geschichte über tanzende Schattem im Mondlicht, die der Dramatik des Settings zum Trotz anscheinend ihren Frieden finden, entfaltet sich. Die Verschmelzung von Trompete, elektronischen Effekten und einem leichten Downtempo-Rhythmus schafft ein faszinierendes Setting, in welchem die entrückten Gesänge bisweilen in teuflisches Lachen (der Madame de la Luna persönlich?) kippen und es der oder dem Einzelnen überlassen bleibt, eine beklemmende oder eine befreiende Erfahrung zu machen.</p>
<p>&#8220;Kathaireseis (Lunar Eclipse)&#8221; hält einige der intensivsten Momente des Albums parat. Elektrifizierte, summende Klänge und aquatische Geräusche verschmelzen zu einer fast überwältigenden, hypnotischen Dröhnung &#8211; und erinnern ganz nebenbei daran, das Unterwasserwelten, auf die der Mond ja auch seinen Einfluss ausübt, auch immer mal ein Thema bei Noise Cluster und ihren Vorgängerprojekten waren. Der Track steigert sich zunehmend in seiner Lautstärke und Dichte, bis er in einem kratzenden, beinahe kathartischen Finale in einem undefinierbaren Setting endet. Mit &#8220;Non Guardo la Luna&#8221; erreicht das Album allerdings seinen Höhepunkt an Theatralik. Die dramatische Stimmperformance von Gastmusikerin Astrid Inouye lässt die Hörer in eine verquere sublunare Welt eintauchen, die durchzogen ist von flirrenden, verzerrten Sounddetails, die an einen intensiven, erschöpfenden (oder kathartischen?) Alptraum erinnert. Der poetische Text, im welchem der launische Mond im Vergleich zur Fragilität menschlicher Verbundenheit noch als zuverlässig gezeichnet wird, stammt im Original von Fabio Magnasciutti und wurde von Flavio für das Stück gekürzt. Der Track hat was wahnsinniges und könnte aus einem fiktiven verschollenen Pupi Avati-Thriller kurz nach <em>La Casa dalle Finestre che Ridono</em> stammen.</p>
<p>Das düstere &#8220;Secret Moonlanding&#8221; mit seinen Doom-Industrial-Untertönen scheint eine fiktive Mondlandung in einem psychedelischen Traum oder Trip darzustellen, während &#8220;The Courtship of the Sun and the Moon&#8221; die Reise mit schwebenden Ambient-Flächen, lärmigem Rauschen und rituellem Klingeln und Bimmeln fortsetzt. Besonders faszinierend ist hier die Verbindung von postpunkartig pulsierenden Basslinien und fatalistischen Trompetenklängen, die zu einem Showdown passen würden. Der gemächlich startende Abschluss &#8220;Silver Dancer&#8221; ist düstergrollend und geheimnisvoll. Mit Inouyes diesmal alarmierenden Vocals, einer entspannten Trompete und verwehten Glockenklängen beschließt der Song die Mondreise in einer unheimlichen, giallo-artigen Stimmung, womit Bocci und Noise Cluster sich zum Abschluss fast nonchalant nochmal einige der mysteriösesten Momente des Albums aus dem Ärmel schütteln.</p>
<p>Mit alldem ist &#8220;To the Moon and Back&#8221; ein Album, das Noise Cluster in ein ähnlich ungewohntes neues Licht rückt wie seinerzeit <a title="LYKE WAKE / NOISE CLUSTER: Let the Universe Fall" href="http://africanpaper.com/2020/08/08/lyke-wake-noise-cluster-let-the-universe-fall/">die Kollaboration mit Lyke Wake</a> – so druckvoll wie eh und je, doch weitaus kosmischer, dröhnender und weniger clublastig als auf den rhythmischer ausgerichteten Alben der vergangenen Jahre, was natürlich auch dem Mitwirken von Cristiano Bocci zuzuschreiben ist. Was eine schon vor Jahren vollzogene Entwicklung v.a. auf <a title="NOISE CLUSTER: Medusa, Who Else?" href="http://africanpaper.com/2023/01/07/noise-cluster-medusa-who-else/">&#8220;Medusa, Who Else?&#8221;</a> weiterführt, ist der Stellenwert der Stimmperformances. All dies wirkt wie für einander gemacht und als passende musikalische Form zu dieser Erkundung unseres zwiespältigen Trabanten, der Mythologen, Astrologen, Astronomen und anderen Geschichtenerzähler immer wieder inspiriert und herausgefordert hat. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Grubenwehr Freiburg</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=558153962/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>MUSHROOM&#8217;S PATIENCE: Water</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Dec 2023 02:57:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Claudio Giammarino]]></category>
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		<description><![CDATA[Über die personell fluide italienische Avantgardeband Mushroom&#8217;s Patience &#8211; ich sagte das schon einmal &#8211; könnte man ein ganzes Buch schreiben, ein ausgesprochen dickes sogar, wenn man zwischen die Kapitel zu den verschiedenen Werkphasen von den frühen 80ern bis heute, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/12/09/mushrooms-patience-water/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/MP_Water_mockup.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38571" title="MP_Water_mockup" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/MP_Water_mockup-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><span style="font-weight: 300;">Über die personell fluide italienische Avantgardeband Mushroom&#8217;s Patience &#8211; ich sagte das <a title="MUSHROOM’S PATIENCE: Road To Nowhere" href="http://africanpaper.com/2013/04/22/mushrooms-patience-road-to-nowhere/">schon einmal</a> &#8211; könnte man ein ganzes Buch schreiben, ein ausgesprochen dickes sogar, wenn man zwischen die Kapitel zu den verschiedenen Werkphasen von den frühen 80ern bis heute, in denen sich der musikalische Stil immer wieder neu ausrichtete, noch die anderen Projekte von Mastermind Raffaele Cerroni wie Microloop und Bluphonic abhandeln würde.<span id="more-38569"></span></span></p>
<p>Eine ausgesprochen fruchtbare Phase in dem, was man mit herkömmlichen Begriffen als ihre Karriere bezeichnen könnte, waren die Jahre nach 2000, als Mushroom&#8217;s Patience, die bisher ein eher lokaler Geheimtipp der italienischen Hauptstadt waren, beim österreichischen Hau Ruck!-Label unterkamen und sich zur Eroberung der weiten Welt des Post Industrial und Dark Folk mit all ihren Ausprägungen aufmachten. Ein Geheimtipp sind sie nach wie vor, was auch daran liegen mag, dass ihre surreale, z.T. proglastige Mixtur aus experimentierfreudiger Klangkunst, Zutaten aus der Jazzkiste und dadaistisch gebrochenen Folkansätzen einen breiteren Horizont fordern würde, als er in diesen Kreisen üblicherweise anzutreffen ist. Vereinzelte Ausnahmen gab es unter den &#8220;Szenegängern&#8221; aber durchaus, und die wurden gemeinhin glühende Fans.</p>
<p>In dieser Zeit kam es auch zu neuen kreativen Freundschaften, die wichtigste darunter ist ziemlich sicher die mit Jürgen Weber und Frl. Tost von Novy Svet, die damals gerade den ersten Zenit ihre eigenen Bandkarriere erlebten. Die wirkten dann auch sehr maßgeblich an den in dieser Zeit veröffentlichten Longplayern mit. Die Rede ist von den drei auf CD erschienenen Alben &#8220;Roma – Wien&#8221;, The Spirit of the Mountain&#8221; und nicht zuletzt &#8220;Water&#8221;, das jüngst in einer ersten Vinyledition neu aufgelegt wurde. Sie wurden dann aufgrund ihrer Themenkomplexe, die sich textlich um die Elemente Erde, Luft und Wasser drehten, aber auch aufgrund stilistischer Brücken, als Trilogie gefasst. Der Bemerkung des Labels, dass &#8220;Water&#8221; auch knapp achtzehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch frisch und unverbraucht wirkt, kann wahrscheinlich jeder zustimmen, der nicht aufgrund persönlicher Übersättigung die Nase voll hat von schrägem, post-industriell eingefärbtem Dadafolk, hinter dessen Triphaftigkeit man immer wieder eine subtile mystische Ernsthaftigkeit erahnen kann.</p>
<p>Mit einem echten Kracher startet die Sammlung an dreizehn lediglich durchnummerierten Tracks, einen Stück, das mit gebrochenem Rhythmen, seltsam bimmelnden Glöckchen und spontan auftretenden Klopf- und Klirrgeräuschen tatsächlich etwas Poppiges offenbart und an eine durch einen massiven Kater gefilterte Version eines ausrangierten Marc and the Mambas-Tracks erinnert. Es gibt die Richtung des Albums auch quasi in a nutshell vor, gleichwohl nur hier die Stimme Meister Cerronis halbversteckt zwischen den Säulen der restlichen Sounds zu hören ist.</p>
<p>Über weite Strecken des restlichen Albums steht Jürgen Weber am Mikro und lässt sein Markenzeichen &#8211; seine tiefe, verrauchte, immer leicht phlegmatisch wirkende Stimme &#8211; auf deutsch, englisch und spanisch durchs Wasser und seine vielfältigen Symbolwelten gleiten, und auch wenn die volle Bedeutung der Texte nicht immer verständlich ist, klingt doch vieles nach einer unverblümten Offenlegung existenziellen Leidens in einer sad world. Bei den musikalischen Motiven wechseln sich Samples aquatischen Rauschens mit Dröhnung, rumpelndem Hantieren und Klavierparts ab, die die Niños De La Bola in Erinnerung rufen, während die smoothe Trompete keines Geringeren als Flavio Rivabella die pulsierende Szenerie so gut es geht befriedet. Immer wieder gibt es Momente, in denen die akustischen Elemente der Musik, meist die Gitarre, manchmal mit Unterstützung entspannter Orgelparts, so schöngeistig und stimmungsvoll wie für Mushroom&#8217;s Patience möglich geraten, doch trötende Bläser, dadaistisches Quietschen und nicht zuletzt die unnachahmliche Monotonie mancher Gesangspassagen sorgen immer wieder dafür, dass das Idyll nicht ohne Störung bleibt.</p>
<p>Dem gegenüber stehen unverblümt sperrige Passagen von monumentalem Lärm und tosenden Winden, die den zum Flüstern verdonnerten Gesang umtoben, von apokalyptischen Pauken über einem Harmonium-Teppich im Nicostyle, von geloootem Gelächter, von flitzenden Takten, die eine zwitschernde Trompete und etwas, das verdächtig nach einem Gitarrensolo klingt, durch die Szenerie tragen. In diesen Momenten ist vielleicht Frl. Tost zu hören und ziemlich sicher Clau D.E.D.I., der laut Credits für Noises und Rituals zuständig war.</p>
<p>Allen, die &#8220;Water&#8221; seinerzeit verpasst haben sollten und allen Neueinsteigern in den Mushpar-Kosmos sei die neue Vinyl-Edition dieses kaum gealterten Albums mit Nachdruck ans Herz gelegt. Ganz nebenbei eignet es sich auch als Teaser für &#8220;La Nueva Normalidad&#8221;, das lange angekündigte erste Studioalbum nach &#8220;Antimodernismo&#8221; (2019), von dem gerade <a href="https://www.youtube.com/watch?v=OgzfnbM7L84">ein neuer Song</a> vorliegt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.enfant-terrible.nl/releases/mushrooms-patience-water/">Vrystaete / Enfant Terrible</a></strong></p>
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		<title>NOISE CLUSTER / STIGMATE: Extreme Sleepwalking</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jan 2022 05:36:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die beiden Projekte, die sich auf dem vorliegenden Tape zusammen dem Phänomen des Schlafwandelns widmen, sind schon länger in der elektronischen Musik Italiens aktiv und lernten sich doch erst vor kurzem kennen. Sowohl die Römer Flavio Derbekannte und Arianna Degni &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/01/29/noise-cluster-stigmate-extreme-sleepwalking/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/extremesleepwalking.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-28480" title="extremesleepwalking" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/extremesleepwalking-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die beiden Projekte, die sich auf dem vorliegenden Tape zusammen dem Phänomen des Schlafwandelns widmen, sind schon länger in der elektronischen Musik Italiens aktiv und lernten sich doch erst vor kurzem kennen. Sowohl die Römer Flavio Derbekannte und Arianna Degni Lombardo (Noise Cluster) als auch der Sardinier Nicola Locci (Stigmate) sind Hörer und gelegentlich Mitwirkende einer bekannten Radiosendung für experimentellen Lärm (Elettrodo auf Radio Onda Rossa) und wurden<span id="more-28479"></span> so aufeinander aufmerksam.</p>
<p>Trotz ihrer unterschiedlichen Arbeitsweise &#8211; Noise Cluster kombinieren gerne Digitales mit akustischen Sounds wie denen der Trompete, Stigmate ist leidenschaftlicher Bastler an analogem Gerät &#8211; entdeckten sie schnell die Gemeinsamkeiten, die für eine spontane Kollaboration sprechen. Diese hat mit dem auf 50 Tapes und digital erhältlichen &#8220;Extreme Sleepwalking&#8221; nun ihr erstes Resultat herausgebracht, und dieses klingt in der Tat so, als wären die drei schon immer eine feste Band gewesen.</p>
<p>Schlafwandel wird gerne metaphorisch für einen apathischen Zustand verwendet, und eine solche Bedeutung klingt durchaus an, wenn das Label in Anspielung an die immer noch aktuelle Pandemie von &#8220;the nightmares, bad dreams, and gloomy and depressive feelings this particular historical moment has brought about&#8221; spricht. Die Musik selbst &#8211; und das von dieser inspirierte Artwork von Fablian Blobel &#8211; hat allerdings einiges von echten heftigen Alpträumen &#8211; schon gleich zu Beginn, wenn Schreie und andere angstinflößende Elemente über einem schmissigen, kratzigen Loop aus den Boxen dringen.</p>
<p>Auf &#8220;Extreme Sleepwalking&#8221; herrschen die Mächte des Grauens, und das kehrt auch der straighte Takt des Openers &#8220;Mindbender&#8221; nicht unter den Teppich, vielmehr hat man den Eindruck, dass die schleifenden und prasselnden Industrialsounds erst auf ihren endgültigen Ausbruch warten. In &#8220;Sleep (Mutation)&#8221; erzeugen schrille Sounds eine futuristische (oder paläontologische) Klanglandschaft, die droht, in Elektroclash umzukippen, was aber &#8211; auch dank elektrifizierter Noiselawinen und Flavios wie meist recht smoothen Trompete &#8211; nicht passiert. &#8220;Moving Target&#8221; startet spannungsvoll pulsierend, doch die vielen Soundideen und Melodiefragmente führen all das noch mal in eine andere Richtung. Die hier spürbare Nervosität kehrt später in &#8220;Dim Light&#8221; wieder, das eher an die grellen Scheinwerfer schweren Kriegsgerätes erinnert.</p>
<p>Alle Tracks offenbaren einen komplett eigenen Charakter und bleiben in ihrem Verlauf selten unverändert: Die beiden mit Knacken und Knistern beginnenden Teile von &#8220;Death Vision&#8221;, die irgendwann zu einem monumentalen Inferno an brachialem Pauken und Ariannas gehauchter Stimme anwachsen, finden später ihre (nur scheinbar friedliche) Erdung, bis sich der kratzige Kreis wieder schließt &#8211; diese Stücke, bei denen riesige Metallandroiden durch die Landschaft marschieren, würden in großen Hallen funktionieren und müssten, im Unterschied zu etwas subtileren, zurückgenommeneren Stücken wie &#8220;Where Am I?&#8221; oder &#8220;The Fall&#8221;, nicht einmal durch ihren ausgeklügelten Detailreichtum überzeugen.</p>
<p>Der &#8220;Brain Damage&#8221; im abschließend so betitelten Track entpuppt sich als starker Sog, der einen mit Pauken und (buchstäblichen) Trompeten in eine traumhafte Parallelwelt zieht, die an die pathologischen Visionen am Ende von Hoffmanns <em>Der Goldene Topf</em> denken lässt. Dies gelingt wohl v.a. deshalb, weil der Track ein wirklich kraftvolles und mitreißendes Album abschließt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Grubenwehr Freiburg</strong></p>
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		<title>DER BEKANNTE POSTINDUSTRIELLE TROMPETER: IsolaCtion</title>
		<link>https://africanpaper.com/2020/05/16/der-bekannte-postindustrielle-trompeter-isolaction/</link>
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		<pubDate>Sat, 16 May 2020 05:17:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liest man den Namen DBPIT, dann kommen nostalgische Gefühle auf, vorausgesetzt man gehört zu den Glücklichen, die in den Jahren um die Jahrtausendwende eine verschrobene römische Szene verfolgt haben, in der neben bekannten Namen wie Ain Soph und Circus Joy &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/05/16/der-bekannte-postindustrielle-trompeter-isolaction/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/05/isolaCtionDBPIT.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-21106" title="isolaCtionDBPIT" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/05/isolaCtionDBPIT-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Liest man den Namen DBPIT, dann kommen nostalgische Gefühle auf, vorausgesetzt man gehört zu den Glücklichen, die in den Jahren um die Jahrtausendwende eine verschrobene römische Szene verfolgt haben, in der neben bekannten Namen wie Ain Soph und Circus Joy auch Geheimtipps wie The Sentinels, Mushroom&#8217;s Patience, Malato und eben DBPIT oder D.B.P.I.T. ihr Unwesen getrieben haben &#8211; verrückte Rocker, Mods und Dandies mit ganz unterschiedlichen musikalichen Ideen, deren gemeinsame<span id="more-21104"></span>r Nenner mit herkömmlichen Begriffen wie Industrial, Psychedelic, Ambient, Surfrock, Dark Folk, Ritual, Electronica und was es sonst noch gibt kaum erfasst werden kann.</p>
<p>Das kryptische Kürzel steht für Der bekannte postindustrielle Trompeter, was ein paar Jahre lang der Nom de Guerre von Zahnarzt, Trompeter und Producer Flavio Rivabella war, später mit dem Projekt seiner Frau XXENA fusionierte und letztlich in das aktuelle Duo Noise Clvster mündete. Seine Musik steht für den vielleicht technoidesten Zweig dieser gewachsenen Community. Die aktuelle Quarantäne-Situation gab Rivabella den Anstoß, ein paar alte und sehr alte Aufnahmen seines ursprünglichen Projektes, die aufgrund ihres fragmentarischen Charakters nie den Weg auf einen Tonträger fanden, gründlich zu überarbeiten und digital zu veröffentlichen.</p>
<p>Die gründliche Überarbeitung kommt in dem Fall auch einer Annäherung an Rivabellas aktuellere Arbeiten gleich, zumindest trifft dies auf den opener &#8220;Funky Slum&#8221; zu. Groovy und treibend, aber nie zu statisch und voll plötzlicher Wendungen offenbart das Stück die spielerische Lust eines Hobbyisten, der vielen älteren Arten der elektronichen Musik zugeneigt ist und dessen Herangehensweise immer dem Experiment und der Exzentrik Raum gibt. Nach dem ausgesprochen clubtauglichen Auftakt geht es mit barocken Sounds weiter, die aus einem Giallo-Score gefallen sein könnten, was von den creepy gehauchten Vocals von XxeNa noch untermauert wird &#8211; &#8220;From my Window&#8221; ist das kollaborativste Stück des Albums, denn selbst Mario F.O.B. Rosati von Circus Joy dreht hier an dem einen oder anderen Knopf.</p>
<p>Einige Tracks haben dieses Clubfeeling, das in eine große, industrielle Halle passen würde und auf den klassischen Aufnahmen des Trompeters allenfalls marginal vorhanden war &#8211; so die hallastig treibenden und stampfenden &#8220;Magic Moth&#8221; und &#8220;Live it up&#8221; oder die überarbeitete Version des Noise Clvster-Stücks &#8220;Witchfinder General&#8221;, die in düsteren Techno-Szenarien den Opfern der frauenfeidlichen Seite von Religionen Tribut zollt. In &#8220;Bekytanz Drei&#8221; eine, bislang unbekannten Sequel zweier Tracks aus den Zweitausendern, mischt sich dieses Weiträumige mit dem in eisiges Rauchen gepackten Markenzeichen der alten Tage, nämlich Rivabellas ambienten Trompetenparts.</p>
<p>Vollends nostalgisch darf man zuguterletzt bei &#8220;Jules the Gentle Pilot&#8221; werden, das mit wirren Samples, verrückten (Tier?)Stimmen und natürlich der Trompete das so gerne mit Nurse With Wound vergleichene Feeling aufleben lässt, das den frühesten Aufnahmen Rivabellas ihr besonderes Gepräge gab. Einem Revival des DBPIT-Projektes parallel zu Noise Clvster wäre ich somit in jedem Fall zugeneigt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Spettro Records / Dischi Gatto Alieno</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3606311866/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>V.A.: Alien Wedding</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Jun 2013 01:22:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Aus Alien Symbiosis wurde Alien Wedding: Arianna Degni, besser bekannt unter dem Namen XxeNa, und der allseits bekannte postindustrielle Trompeter Flavio Rivabella gaben sich nach einigen Jahren am 1. Dezember 2012 das Ja-Wort. Zur Hochzeitsfeier zählte auch eine Reihe von &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/06/08/v-a-alien-wedding/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/alienwedding.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7091" title="alienwedding" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/alienwedding-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Aus Alien Symbiosis wurde Alien Wedding: Arianna Degni, besser bekannt unter dem Namen XxeNa, und der allseits bekannte postindustrielle Trompeter Flavio Rivabella gaben sich nach einigen Jahren am 1. Dezember 2012 das Ja-Wort. Zur Hochzeitsfeier zählte auch eine Reihe von Auftritten. Mittschnitte davon sind seit kurzem als Download erhältlich, zu hören gibt es vier Stücke jeweils in der Länge von zirka zwanzig Minuten. Der episodische Aufbau der improvisiert wirkenden Kurzauftritte ist eines der verbindenden Elemente.<span id="more-7088"></span></p>
<p>Den Einstand gibt das Hochzeitspaar selbst, unterstützt von Mario F.O.B. von den Noiserockern Circus Joy. Während man die Gäste noch plaudern hört, ist schon Flavios Trompete zu hören, hier und da rasselt und scheppert es, Party, Soundcheck und Konzert gehen langsam ineinander über. Erst nach und nach entfaltet sich die Struktur des Stücks, die klaren Bläsereinsätze interagieren mit einem schmissigen Beat, der die Handschrift XxeNas erahnen lässt, bis Noisechaos und aggressives Shouting das Set abschließen. Auch Massimo Croces Beitrag ist ausgesprochen lang. Der Song versprüht mit seinen Glöckchen und dem hintergründigen Rauschen eine rituelle Atmosphäre, die dem feierlichen Anlass angemessen ist. Bald jedoch wird es futuristischer, die Stimmung bedrohlicher, perkussive und bohrende Geräusche dominieren das Klangbild. Erwartungsgemäß ist es Spectre, der den Rock&#8217;n'Roll einbringt, doch er tut dies auf ungewohnte Art. Verhalten rhythmisches Pulsieren bildet das Fundament für eine ungewöhnliche balladeske Musik, die sich jedoch als Intro erweist, ebenso wie die daran anschließenden Chorsamples, die an seine bekannteste Band erinnern. Erst mit dem punkigen Psychrock der letzten Minuten scheint das Stück bei sich selbst angekommen zu sein. Den Abschluss bieten Paolo Taballione und Massimo Amato alias MonoDrone, der seinem Namen hier alle Ehre macht. Südasiatische Klänge leiten eine epidsodische Musik ein, in der pathetische Orgeldrones, entrückte Stimmeinsätze und rockige Passagen wie in einer Slideshow aufeinander folgen – das ganze ist ausgesprochen gut ausgearbeitet, und ich würde es gerne auf auf einer Studioaufnahme hören.</p>
<p>Einige der vertretenen Musiker wurden auf diesen Seiten schon näher vorgestellt, und es wird in Zukunft sicher noch mehr aus dieser Ecke berichtet werden. Bliebt an der Stelle nur ein Glückwunsch und der Verweis auf den Download beim Label.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://archive.org/details/oz071a">Ozky E-Sound</a></strong></p>
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		<title>DBPIT &amp; XXENA: The Return Of Mr. Mallory (Box-Set)</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 07:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/04/mallory1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4370" title="mallory" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/04/mallory1.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mr. Mallory aus Pennsylvania war der typische amerikanische Everyman, er hätte ebenso gut Robert Smith oder John Taylor heißen können, und auch mit einem komplizierteren Namen wäre sein solides Leben sicher nicht besonders spannend gewesen. Deshalb vermisst man auch die fehlenden Informationen darüber, ob er nun Sympath oder Unsympath, zufrieden oder grummelig war nicht sonderlich. Interessant wurde sein Leben erst in dem Moment, als ein Unfall in einem benachbarten Atomkraftwerk eine heftige Zäsur in sein tägliches Einerlei schlug. Mallory verlor seinen linken Arm und erhielt dafür sechs rechte Hände sowie einige übersinnliche Fähigkeiten, über die er sich gewiss ganz gut mit Superman hätte unterhalten können.<span id="more-4367"></span></p>
<p>Man ahnt es, die fiktive Story, die sein geistiger Vater Flavio Rivabella in kryptischen Andeutungen auf dem Album „The Outstanding Story Of Mr. Mallory“ erzählt, ist eine Art Superhelden-Comic in Musikform, voller SciFi-Nostalgie und jungenhaftem Retro-Charme. Mit den schrillen Fieldrecordings, die mal laut und lärmend, mal zurückgenommen und psychedelisch daherkamen, hätte der Stoff nur schwerlich ein adäquatere Umsetzung finden können. Allerdings hat die Superheldenstory einen gewaltigen Haken, denn unser Held ist von Geburt an Linkshänder und konnte mit seinen sechs rechten Händen herzlich wenig anfangen, und so brachten ihm auch die restlichen Superkräfte mehr Scherereien als alles andere. Kurz gesagt: Die außergewöhnliche Geschichte Mallorys hätte auch Beckett oder Ionesco gefallen, und wie es kommen musste stirbt unser Antiheld einen Tod, der frei nach Salinger eher phony als tragisch ist. Eine erneute Mutation, und zwar zu einem Sinnbild sinnloser Fähigkeiten, wird posthum nachgereicht.</p>
<p>Es gibt die Floskel, dass jeder eine zweite Chance verdient hat, und so hat Mallory nun die Gelegenheit, seinem merkwürdigen Leben eine neue Signifikanz zu geben. Mutiert ist nämlich in der Zwischenzeit auch Flavios Projekt DBPIT (Der bekannte postindustrielle Trompeter), denn aus dem Soloprojekt ist vor einigen Jahren ein Duo namens DBPIT &amp; XxeNa geworden, das nun – bestehend aus Flavio und seiner Partnerin Arianna – Soundart mit Action Painting verbindet. In bester Jam-Manier geben entweder die verzerrten Soundkollagen oder die smoothe Trompete den Ton an, auf den die Künstlerin mit spontanen Zeichnungen reagiert oder eben umgekehrt. Im Kontext des aktuellen Projektes wurde nun die Geschichte Mallorys neu aufgerollt in Form eines Sequel-Albums, dass dann gleich als äußerst chic gestaltete Metall-Box mit 3&#8221;-CD, DVD und Booklet erschienen ist. Mallory ist also von den Toten zurück, und fünfzig treue Fans dürfen die Reinkarnation nun in Ton und Bild genießen.</p>
<p>Dank der visuellen Umsetzung durch XxeNa wirkt Mallory noch cartoonhafter als in seinem ersten Leben, noch geschärfter wirkt aber auch sein Blick auf eine Welt, deren Absurdität ihm schon lange bewusst geworden ist. Recht linear inszeniert der erste Track seine Wiedergeburt, mit dem Klang verzerrter Schreie und durch die Luft geschleuderter Späne wirkt sie jedoch (trotz Ariannas entrückter Vocals) kaum organisch, und der Alienembryo, der kurz darauf von Metallperkussion begleitet durch den Raum schwebt, scheint den Eindruck von Transhumanismus zu bestätigen. Passend zur seltsamen Geschichte will sich auch die Musik nicht entscheiden, ob sie eher Ambient oder doch lieber Noise sein will, was dem Klangspektrum aber durchaus zugute kommt. Dass Mallory nicht von dieser Welt ist bekräftigen auch die eingeblendeten Titelseiten internationaler Zeitungen, die sich in Schlagzeilen über seine Wiederkunft überbieten: Die Welt, La Republica, El Pais, The Sun (die auch Crowley erwähnt). Flavios smoothe Trompete wirkt dabei stets als relaxter, aber auch abgeklärt-fatalistischer Kommentar.</p>
<p>„Ratrace“ ist ein gelungenes Stück audiovisueller Plakativität, es zeigt die Welt als das Chaos, das unser Protagonist erlebt, der die Realität nicht in gewohnheitsmäßiger Betriebsblindheit aufzufassen und als natürlich abzuhaken in der Lage ist. So kritisch das gemeint ist, ist es doch die altbekannte Teenage-Angst, die hier auf originelle, fast präpubertäre Art inszeniert wird. Verkehrschaos, Hororfilmszenen, stylische Heels, Frauencatchen auf der einen Seite, undefinierbare Maschienen- und Vokal-Sounds auf der anderen. „Life is no Videogame“ resümiert eine Stimme auf dem Off, natürlich ironisch, wobei auf der gängigen Spielkonsole in der Tat kein Raum für so viel Irritation ist, wie sie Flavio und Arianna hier in Szene setzen.</p>
<p>„Vampires“ und „There Is No Superhero“ sind die aussagefreudigsten Stücke des Albums, sie resümieren Mallorys Sicht fast überdeutlich. „They Suck You Dry And Let You Die“ klagt er allgegenwärtige Ausbeutung und Abzocke an und schaltet Großes, Chaotisches und Gewöhnliches parallel. Murnaus Nosferatu wirkt nicht befremdender als der Papst oder als ein Mädchen mit Hund, vorausgesetzt man sieht sie durch die Augen eines komplett Fremden. Kein Superman, auch kein Batman und kein Spiderman rettet diese Welt, die so hilflos ist wie ein mit wirren Plastiksounds malträtiertes Baby. In diesem Stadium erfährt Mallory endgültig die Trostlosigkeit einer Welt, die er nur mit bitterer Ironie kommentieren kann. Beispielsweise durch Tarotkarten, in denen der Mensch als Molotowcocktail, die Straße als Unfall, die Gesundheit als Zigarette und die Hölle als Flagge symbolisiert wird. Als Ausweg bleibt die Flucht in den eskapistischen Nichtort im Song „Escape to outer Space“, bei dem Flavios Sohn Pusio einen Gastauftritt als Keyboarder hat &#8211; ein außerirdisches Atlantis, in das Mallory wie einst E.T.A Hoffmans Held im „Goldenen Topf“ entrückt wird. Ein Happy End? Kunstvoll bearbeitete Planetenimpressionen lassen es so scheinen, doch gegengeschnittene Vernichtungsszenarien und eine Totenklage aus Flavios Trompete sprechen eine andere Sprache.</p>
<p>Eine Stärke des Albums besteht darin, dass Sounddesign, Bildwelt und die cartoonhafte Leichtigkeit der Zusammenführung derart liebevoll und unterhaltsam gestaltet sind, dass sie auch die Rezipienten ansprechen sollten, denen die Story etwas zu programmatisch erscheinen mag. Wer sich darauf einlassen will, wird mit einer originellen, absurden Sci Fi-Welt belohnt, die sich hören und sehen lassen kann. Bei einer Auflage von fünfzig Exemplaren sollte die Erstauflage jedoch nicht mehr lange zu haben sein. Nachfragen unter dbpit.xxena@gmail.com</p>
<p><strong>Label: Misty Circle/Ozky e-Sound/GattoAlieno</strong></p>
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		<title>UR / D.B.P.I.T.: Defenestration</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 08:08:59 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/11/defenestration.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3179" title="defenestration" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/11/defenestration-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Flavio Rivabella alias D.B.P.I.T. integriert sein Trompetenspiel und seine Field Recordings gerne in größere Kontexte, sei es in Form einer Band oder im Rahmen audiovisueller Arbeiten wie aktuell mit seiner Partnerin xXeNa. Diesen Sommer bahnte sich eine Zusammenarbeit mit dem aus Genua stammenden Trio Ur an – das Resultat lautet „Defenestration“ und vermittelt einen interessanten Eindruck von dem, was man (vielleicht etwas prätentiös) mit postindustrieller Archaik umschreiben könnte.<span id="more-3178"></span></p>
<p>Ur (nicht zu verwechseln mit der amerikanischen Band Underground Resistance) gründeten sich vor circa sechs Jahren, um gemeinsam ihrem Interesse an frei improvisierter Musik nachzugehen, und auch wenn ihre Alben primär an Ritual Industrial denken lassen, ist eine Nähe zu Psychedelic und Krautrock nicht zu überhören: Die auf den ersten Eindruck chaotisch wirkenden Perkussionseinlagen fügen sich nach Momenten der Entgrenzung immer wieder in repetitive Muster, die dem Hörer einen Weg durch eine Klangwelt bahnen, die von vielen unberechenbaren Details bevölkert ist. Die Details, das können eine Vielzahl referenziell unsicherer Klänge sein: Wasserrauschen, das sich zunächst wie das leise Gezwitscher von Singvögeln anhört, geheimnisvolles Murmeln, das Rasseln von Metallschellen. Oder nicht zuletzt ein dumpfes Brummen, das sich wie ein roter Faden durch die Musik ziehen wird. Assoziationen zu ganz frühen Current 93 sind zulässig, aber auch zur Opferszene aus Pasolinis „Medea“ mit ihrer großartigen Musik. Im weiteren Verlauf wird die Musik immer „technischer“ und perkussiver, bietet in subtiler Form das, was bei Gruppen wie den Tambours du Bronx oder den Landsleuten von Terroritmo demonstrativer im Vordergrund steht. Aber unabhängig von Sound und Gangart bleibt sie durchgehend schwierig und fordert Konzentration. „Defenestration“ bedeutet im übrigens „Fenstersturz“ und ist als Unmutsäußerung oder als Werfen eines Fehdehandschuhs mehrfach aus der Geschichte bekannt – der symbolische Akt, mit dem man eine unliebsame Machtinstanz buchstäblich hinauswirft. Wer oder was hier aus dem Fenster stürzt bleibt offen, auch wenn das jüngere italienische Tagesgeschehen sicher Stoff für Assoziationen bietet.</p>
<p>Rivabellas postindustrielle Trompete tritt meist recht dezent in Erscheinung, bleibt bei manchen Stücken lediglich im Hintergrund und bildet einen entspannten Gegenpart zu der oft undefinierbaren Stimmung der restlichen Sounds, die zu hypnotisch sind für reines Unbehagen, zu geheimnisvoll für eine banale Schöngeisterei der dunklen Art. Die Melodien sind kaum besonders komplex, aber zugleich eine wichtige Ergänzung zu den Geräuschen, von denen auch Rivabella einige beigesteuert hat. An einigen Stellen klingt seine Trompete wie aus einem Radio, das irgendwo am Rande der Szenerie spielt, in der die Geräusche real sind – ein seltsames Zitat aus einem loungigen Folksong und ebenso ein nonchalanter Kommentar, der zu all dem Chaos mit einer einfachen Melodie das finale Wort abgibt. Bisweilen wird sie als reine Soundquelle integriert – primär bei „Deep Sleep Dub“, in dem sie helle Streifen in das dunkle, perkussive Chaos zeichnet: ein abstraktes, expressionistisches Farbenspiel à la Jackson Pollock auf einer Leinwand, auf die Ur eine Szene voll dunkler, undefinierbarer Bewegungen projizieren.</p>
<p>Sollte man einen Wermutstropfen suchen, dann findet er sich noch am ehesten in der Tatsache, dass Ritualsounds und Postindustrial bereits drei Dekaden Musikgeschichte zu verbuchen haben, und dass selbst eine originelle Musik nicht mehr die revolutionierende Wirkung erzielen kann, die noch bis in die 90er möglich war. Dieses Bedauern ist aber im Grunde als Kompliment an das gemeinsame Projekt der Italiener zu verstehen, die mit „Defenestration“ den Score für ein gelungenes postapokalyptiches Szenario geschaffen haben.</p>
<p><strong>Label: Triadic Records</strong></p>
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		<title>BARDOSENETICCUBE, D.B.P.I.T., XXENA &amp; PUSIO: Split</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:19:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Musik zum Downloaden ist längst kein großes Ding mehr, sondern eher selbstverständlich. Während längst andere Säue durch die Dörfer getrieben werden, hat sich das Veröffentlichen im Netz seinen Platz an der Seite altbewährter Vertriebskanäle gesichert. Freilich trauert man gelegentlich den &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/bardoseneticcube-d-b-p-i-t-xeena-pusio-split/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/bardoflavio.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-205" title="bardoflavio" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/bardoflavio.jpg" alt="" width="104" height="148" /></a>Musik zum Downloaden ist längst kein großes Ding mehr, sondern eher selbstverständlich. Während längst andere Säue durch die Dörfer getrieben werden, hat sich das Veröffentlichen im Netz seinen Platz an der Seite altbewährter Vertriebskanäle gesichert. Freilich trauert man gelegentlich den Zeiten hinterher, als es das alles noch nicht gab, und ist doch ohne Argwohn und spart sich den Ärger über den vermeintlichen Werteverfall postmaterieller Art. Stattdessen ist die Wertschätzung für prä-digitale Tonträger seit Jahren wieder im Wachsen, auch außerhalb der klassischen Nerdkultur wird wieder verstärkt Vinyl gekauft. Zeit, auch dem Medium Kassette mal wieder eine Referenz zu erweisen.<span id="more-203"></span></p>
<p>In einigen Genres hat die gute alte MC ihr Revival ja weniger nötig, aber auch im Postindustrial scheint es in Sachen Tapereleases wieder reger zuzugehen. Vor kurzem erschien auf dem japanischen Deserted Factory-Label ein Split-Tape, das unabhängig vom Medium aus der Masse dessen herausragt, was derzeit den Standard des Ambient und Noise ausmacht. Auf der ersten Seite, der sogenannten „bardoside“, tobt sich der russische Klangbastler Igor Potsukaylo alias BARDOSENETICCUBE aus. Das Austoben passiert vor allem anhand einer Vielzahl an diversen Klangaspekten, die Igors raue und von allerlei Störeffekten durchzogene Version des Ambient einmal mehr ausmacht, wobei sich in puncto Genrereferenzen ein gewisser Drang back to the roots bemerkbar macht. Songfragmente, rhythmische und zum Teil rockige Versatzstücke, die sich in den letzten Jahren vermehrt auf den Erzeugnissen des Petersburgers fanden, sind auf den drei Stücken stark reduziert oder völlig außen vor gelassen, zugunsten einer eher flächigen, dronigen Gestalt, wie man sie etwas entrückter von seiner „Rain in June“-7” (Drone Records) her kennt. Flächig meint hier keineswegs statisch, vielmehr ein unrhythmisches Durcheinanderfließen rauschender und grollender Klangschichten, die meist in Wellenform auf den Hörer zubrausen, einige Höhepunkte intensiver klanglicher Zusammenballung zulassen und in ihren gelungensten Momenten energisch nach vorn preschen. Aufwühlendes Geprassel einer Eislawine gleich, jede Menge Fieldrecordings und helle Soundgeflimmer machen die bardoside zu einem beeindruckenden klanglichen Panorama. Letztlich ist das ja doch nur Dark Ambient, könnte man sagen – meinetwegen, aber dann einer der intensiveren Art.</p>
<p>Die zweite Seite entstammt einer römischen Werkstatt und trägt den Titel „alienside“, was schon auf das Markenzeichen ihrer Erzeuger, eine „gatto alieno“ genannten Weltraumkatze verweist: Die drei Tracks sind quasi Familienerzeugnisse aus dem inner circle von Flavio Rivabella alias DER BEKANNTE POST-INDUSTRIELLE TROMPETER, an denen mit unterschiedlichen Zuständigkeitsschwerpunkten seine Partnerin XEENA und sein Sohn PUSIO beteiligt sind. Das erste “sin-phony 0? betitelte Stück bestreitet der seiner Trompete derzeit doch etwas untreue Flavio zusammen mit Rivabella jr, der eine klassische Musikausbildung genossen hat und sich erst nach und nach in die Bereiche einarbeitet, in denen sich sein Vater seit Jahrzehnten bewegt – erste gemeinsame Unternehmung war letztes Jahr die Neuinterpretation eines bekannten JOY DIVISION-Songs. Wellenförmige Synthieschichten bieten hier die gelungenen Hauptanknüpfungspunkte zu dem russischen Kollegen, wobei die Gestaltung noch ein gutes Stück heterogener ausfällt. Jede Menge Sounds, bei denen man wie schon bei Flavios „s.u.t.u.b.“ lange über ihre Ursprünge rätseln könnte, sind in Cutup-Manier montiert und prägen zusammen mit einer spacigen Orgel und eben so spacigen Retro-Keyboards das Bild: Schreie, das Geräusch von gegen eine Metallwand fliegenden Spänen, eventuell doch eine gesamplete Trompete? Das zweite Stück “sin-phony 00?, eingespielt mit Flavios Partnerin, die erst seit kurzem ihr ursprünglichen Gebiet, die angewandte Kunst, durch das Medium Sound erweitert, geht in Sachen Dröhnung über den Vorgänger hinaus und zeigt sich zugleich schwebender in der Struktur. “Sin-phony 000?, an dem alle drei beteiligt sind, kombiniert die Stärken der beiden Vorgänger und hält die intensivsten Momente bereit.</p>
<p>Beim ersten Hördurchgang könnte man die insgesamt sechs Aufnahmen fast für die Musik einer einzigen Band halten. Mit der Zeit kristallisieren sich aber trotz markanter Parallelen auffällige Schwerpunkte der einzelnen Musiker heraus, so dass man schlicht von Passgenauigkeit sprechen muss. Gerade auch im Fall von xXeNa und Pusio darf man auf weiteres gespannt sein. (U.S.)</p>
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