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	<title>African Paper &#187; De Nova Da Capo</title>
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		<title>ELIJAH&#8217;S MANTLE: Psalms Of Persuasion</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Apr 2023 03:54:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mark Ellis hat in seinen klassischen Elijah&#8217;s Mantle-Alben der 90er eine ganze Reihe an thematischen Bezügen verarbeitet. Da waren esoterische Motive, oft gnostischen Ursprungs oder aus dem Kanon der mystischen Strömungen verschiedener Religionen, von denen oft markante Zitate mantraartig wiederholt &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/04/08/elijahs-mantle-psalms-of-persuasion/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/04/psalmsofpersuasion.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-34881" title="psalmsofpersuasion" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/04/psalmsofpersuasion-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mark Ellis hat in seinen klassischen Elijah&#8217;s Mantle-Alben der 90er eine ganze Reihe an thematischen Bezügen verarbeitet. Da waren esoterische Motive, oft gnostischen Ursprungs oder aus dem Kanon der mystischen Strömungen verschiedener Religionen, von denen oft markante Zitate mantraartig wiederholt und von wuchtiger, orchestral anmutender Musik, die zugleich einen rituellen Charakter hatte, untermalt wurden. Daneben gab es mythologische Bezüge, die sich damit<span id="more-18017"></span> verknüpfen ließen, und nicht zuletzt Zitate aus der modernen Dichtung, oft von Autoren, für die sich die Literaturgeschichte auf den verkürzten Begriff &#8220;gegenaufklärerisch&#8221; geeinigt hat.</p>
<p>Es hätte wenig Sinn, innerhalb dieser Konzepte einzelne Kategorien voneinander zu trennen, da die Inhalte mal separat, mal in Vermischung vorkommen. Eine Unterscheidung, die man durchaus vornehmen konnte, ist die zwischen eher rezitativen Arbeiten, in denen Gedichte etwa (in Kollaboration mit Ozymandias) der englischen Romantiker, der französischen Symbolisten und besonders Baudelaires in ihrer Form unverändert vorgetragen und von einer eher filigranen Musik begleitet wurden, und denjenigen Arbeiten, bei denen Texte zum Material vielseitiger Kompositionen wurden. Hier beinhalteten Stücke oft Kombinationen aus verschiedenen, inhaltlich passenden Textzitaten, diese wurden häufig gesungen, und die Musik war nicht selten eine Mischung aus repetitiv-rituellen Kollagen und einer von Streichern, Holzbläsern und anderen Instrumenten geprägten Minimal Music, die trotz des Begriffs opulent sein konnte. Michael Nymans Musik zu Filmen Peter Greenaways wäre keine schlechte Referenz.</p>
<p>&#8220;Psalms From Invocations&#8221; tendiert eher zur letztgenannten Richtung und war zugleich <a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/elijah%e2%80%99s-mantle-observations-of-an-atheist/">etwas, das es in der Folge wiederholt geben sollte, nämlich eine Art Resumee und Rückschau auf vergangene Arbeiten, von denen ausgewählte Stücke neu interpretiert und kombiniert wurden</a>. Nach thematisch stringenteren Konzeptalben wie &#8220;Sorrows of Sophia&#8221;, das sich dem Komplex weiblicher Energie widmet, oder &#8220;Betrayals and Extasies&#8221;, das die ambivalente Faszination von Rauschzuständen erkundet, erinnert die inhaltliche Ausrichtung hier eher an eine Best of. Den leitmotivischen Rahmen bildet die nur mit dezenten Geräuschen unterlegte Lesung aus T.S. Eliots &#8220;Murder in the Cathedral&#8221;, die Ellis zuvor im Vorprogramm von Dead Can Dance präsentiert hatte, und die sich hier in vier Abschnitten &#8211; meist gesprochen, an wenigen Stellen gesungen und von zirpenden Insekten und quakenden Fröschen begleitet &#8211; durch das Album zieht.</p>
<p>Ansonsten enthält das Album aber eine Menge Bombast. &#8220;Wise Words of Eve&#8221;, das zuvor auf der &#8220;Terra Serpentes&#8221;-Compilation enthalten war, ist eines der wuchtigsten Beispiele der &#8220;neoklassichen&#8221; Elijah&#8217;s Mantle, inhaltlich hätte die um einen Text des Kreuzritters Adhemar de Monteil gebaute Komposition auf &#8220;Sorrows of Sophia&#8221; gepasst. Das gleiche gilt für das anfangs noch zaghafte &#8220;Wings of Descension&#8221;. Aus Insektenzirpen und Flügelschlägen (man denke an die Schmetterlingsflügel, die als Symbol der Seele <a href="https://www.discogs.com/de/release/127569-Elijahs-Mantle-Psalms-From-Invocations/image/SW1hZ2U6NTE4NDU4MQ==">das ursprüngliche Cover</a> zieren) wird lupenreiner &#8220;religious Industrial&#8221;, wie Ellis einmal ein Tape seines Vorgängerprojektes Masque betitelte. Ellis singt einen choralartigen Text über die &#8220;earthly mother&#8221;, die natürlich an den Song &#8220;Tellus Mater&#8221; vom erwähnten Album knüpft.</p>
<p>Zwei Tracks sind direkte Neuinterpretationen früherer Stücke, so das mantraartige &#8220;Misere de Profundis&#8221; vom Debüt &#8220;Angels of Perversity&#8221;, dem hier das &#8220;Lacrimosa Dies Illa&#8221; aus Mozarts Requiem als Koda angehängt wurde &#8211; ein sich kontinuierlich steigerndes Stück von beschwörender Aura, das sich perfekt als Tanzflächenfüller für &#8220;schwarze&#8221; Clubs eignen würde und ein weiteres Mal zeigt, wie sehr Ellis&#8217; Musik über jede Genrezugehörigkeit erhaben ist. Ebenfalls neu arrangiert wurde &#8220;Gnosis&#8221; vom zweiten Album &#8220;Remedies in Heresies&#8221;, dessen damals neue Version nach dem apokryphen &#8220;Book of Ieu&#8221; benannt wurde und zu aggressiven Klavierakkorden verschiedene gnostische Begriffe wiederholt und mit einer magischen Formel abschließt. Das Titelstück kombiniert letztlich Zitate aus diversen Arbeiten der Vergangenheit mit einer technoiden Perkussion und weist so auf die nächste Stufe von Neubearbeitungen auf dem Folgealbum &#8220;Breath of Lazarus&#8221; voraus.</p>
<p>Lazarus&#8217; Atem, der seine im Johannes-Evangelium fast zombieartig beschriebene Rückkehr ins Leben ankündigt, weht auch durch &#8220;Psalms From Invocations&#8221; &#8211; altes, verschlüsseltes Wissen erfuhr ein Nachleben in Ellis Kompositionen, denen hier eine weitere Schicht hinzugefügt wurde. Und vielschichtig war die so entstandene Musik auch in rezeptionsästhetischer Hinsicht, denn zwischen ihrer Konsumierung als düsterromantischer Musik und ihrer verkopften Rezeption als vertonter Reading List einer vergleichenden Religionstudie ist sicher Platz für einiges mehr.</p>
<p>Vor einigen Monaten unterzog Ellis das Material der &#8220;Psalms&#8221; einer weiteren Überarbeitung und brachte das Album quasi als Rework unter dem Titel &#8220;Psalms Of Persuasion&#8221; neu auf 100 CDrs und zum Download heraus. Abgesehen von drei kurzen Voice Over-Interludien und dem Verzicht sowohl auf &#8220;Gnosis/Book of Ieu&#8221; und die &#8220;Murder in the Cathedral&#8221;-Stücke betrifft die Überarbeitung v.a. neue Arrangements für Stimme und Orchestralsounds sowie ein klareres, detailfokussierteres Klangbild. So beginnt &#8220;Wise Words of Eve&#8221; mit einem etwas raueren, aber auch weniger dumpfen Intro, bei dem das liturgische Sample deutlicher zu erkennen ist, später meint man fast einen Frauenchor zu hören, der im Original nicht vorkam. Bei &#8220;Wings of Descension&#8221; geht verhuschtes Flüstern dem Rauschen und Flügelschlagen des Auftakts voran. &#8220;Misere de Profundis&#8221; beginnt stürmischer, endzeitlicher mit einer Soundmixtur, die wohl aus Ellis&#8217; Stimme und verfremdeten Streichern gebaut wurde. Das frühere Titelstück &#8220;Psalms from Invocations&#8221; erfährt hier mit dem Zusatz &#8220;Religious Industrial&#8221; ein ähnliches Update zum klanglich noch mehr den Gegebenheiten seiner Zeit verpflichteten Original.</p>
<p>Man könnte jetzt monieren, dass die Veränderungen nur wenig mehr als alten Wein in neuen Schläuchen zu bieten haben und sich von Ellis Obsession, frühere Arbeiten immer wieder neu zu arrangieren, langsam etwas genervt zeigen &#8211; von einigen der überarbeiteten Tracks gab es bereits Versionen auf der als Compilation konzipierten <a title="ELIJAH’S MANTLE: Observations of an Atheist" href="http://africanpaper.com/2011/09/01/elijah%e2%80%99s-mantle-observations-of-an-atheist/">&#8220;Observations of an Atheist&#8221;</a>. Das geschähe dann freilich aus der Warte derer, die diese oder die Originale bereits besitzen und im Grunde kein Rerelease benötigen. Bedenkt man aber, wie lange &#8220;Psalms From Invocations&#8221; vergriffen war und wie sehr der neue Sound unseren heute doch verwöhnteren Ohren entgegenkommt, sieht man die Sahe vielleicht versöhnlicher, und wer weiß, vielleicht bringt das Work in Progress Elijah&#8217;s Mantle ja irgendwann nochmal ganz unerhörtes zutage. Eine Frage bleibt trotz alledem unbeantwortet: Wie würde ein wirklich neues Elijah&#8217;s Mantle-Album klingen, dass die typischen musikalischen Motive und inhaltlichen Theman in einem komplett neuen Stoff umsetzt und zugleich im bandtypischen Rahmen erweitert? Wir werden es vielleicht nie erfahren. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: De Nova Da Capo</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=434475110/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Music for Bowls and other Voices: Neues Album von Mark St.John Ellis</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Mar 2023 06:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im April soll Mark St. John Ellis&#8217; Soloalbum „Music For Bowls And Other Voices“ erscheinen. „Mark St.John Ellis started work on this album in 2018 exploring sounds with bowls, samples and his own bass voice as a drone creating harmonics &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/03/20/music-for-bowls-and-other-voices-neues-album-von-mark-st-john-ellis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im April soll Mark St. John Ellis&#8217; Soloalbum „Music For Bowls And Other Voices“ erscheinen. „Mark St.John Ellis started work on this album in 2018 exploring sounds with bowls, samples and his own bass voice as a drone creating harmonics through the technique of nose and throat singing which was double tracked to create additional sonics. This work became pleasurably side tracked by the Arts Council of Ireland funded soundscape project, The Empty Vessel with the voice of Catríona O’Leary which was in ten parts. <a href="http://africanpaper.com/2021/07/06/the-empty-vessel-part-two-neues-album-von-mark-st-john-ellis-zusammen-mit-lisa-gerrard/">The four part version followed with the voice of Lisa Gerrard </a>which became the film video collaboration with Michael O’Reilly. Whilst Music for bowls and other Voices is a solo album, the working process with the creative technician and producer Martin Quinn of JAM Studios in Kells Ireland played an integral part.“</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/d0197317-1ba6-77a4-3ed2-7071fb7e28b2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34611" title="d0197317-1ba6-77a4-3ed2-7071fb7e28b2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/d0197317-1ba6-77a4-3ed2-7071fb7e28b2.jpg" alt="" width="972" height="949" /></a><span id="more-34607"></span>Neben der reinen CD-Veröffentlichung gibt es ein Set, dem drei Drucke mit dem Artwork beiliegen.</p>
<p>Zuletzt hatte Ellis unter den Titeln <a href="http://africanpaper.com/2022/06/20/paradisiac-uberarbeitete-stucke-von-elijahs-mantle/">„Paradisiac“</a> und „Psalms of Persuasion“ zwei alte <a href="http://africanpaper.com/tag/elijahs-mantle/">Elijah&#8217;s Mantle</a>-Alben (das Debüt &#8220;Angels of Perversity&#8221; und &#8220;Psalms From Invocations&#8221;) überarbeitet.</p>
<p>@ <a href="https://www.elijahsmantlemusic.com/index.php/albums/music-bowls-and-other-voices-mark-stjohn-ellis/">Elijah&#8217;s Mantle</a><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/3C71bjqwaIY" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>Paradisiac: Überarbeitete Stücke von Elijah&#8217;s Mantle</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2022 04:22:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nur kurz nach dem Release der überarbeiteten und instrumentell ergänzten Neufassung von &#8220;Psalms From Invocations&#8221; unter dem Titel &#8220;Psalms of Persuasion&#8221; kündigt Mark St. John Ellis eine Fortsetzung seines wahrsheinlich groß angelegten Neubearbeitungsprogramms des Elijah&#8217;s Mantle-Materials an. Die unter dem &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/06/20/paradisiac-uberarbeitete-stucke-von-elijahs-mantle/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur kurz nach dem Release der überarbeiteten und instrumentell ergänzten Neufassung von &#8220;Psalms From Invocations&#8221; unter dem Titel &#8220;Psalms of Persuasion&#8221; kündigt Mark St. John Ellis eine Fortsetzung seines wahrsheinlich groß angelegten Neubearbeitungsprogramms des Elijah&#8217;s Mantle-Materials an. Die unter dem Titel &#8220;Paradisiac&#8221; geplante Veröffentlichung enthält vier neu arrangierte Stücke vom Debütalbum &#8220;Angels of Perversity&#8221;, das &#8211; aufgenommen in den Dead Can Dance-eigenen Studios Quivvy Church und produziertvon Brendan Perry &#8211; 1993 bei De Nova Da Capo /WSD erschienen ist. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/06/elijahsmantleparaisiac.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-30233" title="elijahsmantleparaisiac" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/06/elijahsmantleparaisiac.jpg" alt="" width="843" height="843" /></a><span id="more-30232"></span></p>
<p>Mit Tracks wie &#8220;Misere de Profundis&#8221; und dem technoideren &#8220;Sanctus&#8221; präsentierte das Album seinerzeit den typischen Trademark-Sound des Projektes zwischen sakralen Gesängen, Elektronica und Minimal Music, die über die Jahre immer wieder den Begriff Religious Industrial in Erinnerung rief, den Ellis einmal für sein Vorgängerprojekt Theatre of Mask geprägt hatte. Die Suche nach der passendsten klanglichen und atmosphärischen Gestalt und den angemessendsten Arrangements seiner Kompositionen scheint eine zentrale Rolle in der Diskografie von Elijah&#8217;s Mantle zu spielen, gab es doch spätestens ab der Spätphase seines Schaffens immer wieder überarbeitete Versionen und Neuzusammensetzungen einzelnen Materials (man vgl. das auch entsprechend betitelte &#8220;Breath of Lazarus&#8221; und die Compilation <a title="ELIJAH’S MANTLE: Observations of an Atheist" href="http://africanpaper.com/2011/09/01/elijah%e2%80%99s-mantle-observations-of-an-atheist/">&#8220;Observations of an Atheist&#8221;</a>) und zuletzt ganzer Alben. &#8220;Paradisiac&#8221; erscheint in Ellis&#8217; eigenem Label mit neuem Artwork von seinem visuellen Projekt nagDesign.</p>
<p><a href="https://www.elijahsmantlemusic.com/"><strong>@ Elijah&#8217;s Mantle</strong></a></p>
<p><a title="ELIJAH’S MANTLE – Interview" href="http://africanpaper.com/2011/09/01/elijahs-mantle-interview/"><strong>Interview @ African Paper</strong></a></p>
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		<title>The Empty Vessel Part Two: Neues Album von Mark St. John Ellis zusammen mit Lisa Gerrard</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/07/06/the-empty-vessel-part-two-neues-album-von-mark-st-john-ellis-zusammen-mit-lisa-gerrard/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2021 02:36:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit etwa drei Jahren arbeitet Mark St. John Ellis an einem neuen Projekt, das für Klangschalen, Samples, Loops und Stimme(n) konzipiert ist. Auf dem kürzlich erschienenen ersten Teil arbeitete Ellis zusammen mit der Sängerin Caitriona O&#8217;Leary, die auf frühe und &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/07/06/the-empty-vessel-part-two-neues-album-von-mark-st-john-ellis-zusammen-mit-lisa-gerrard/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit etwa drei Jahren arbeitet <a href="http://africanpaper.com/tag/mark-st-john-ellis/">Mark St. John Ellis</a> an einem neuen Projekt, das für Klangschalen, Samples, Loops und Stimme(n) konzipiert ist. Auf dem kürzlich erschienenen ersten Teil arbeitete Ellis zusammen mit der Sängerin Caitriona O&#8217;Leary, die auf frühe und traditionelle Musik spezialisiert ist. Die aus zehn Teilen bestehende Komposition wurde 2020 erstmalig in der Chapel Royal des Dublin Castle einem Publikum vorgestellt. Jetzt ist gerade eine zweite Version von &#8220;The Empty Vessel&#8221; entstanden und veröffentlicht worden, auf der Ellis von Lisa Gerrard unterstützt wird.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/07/4dfd55cc-c0b1-41b3-af91-8b2d9f3579c0.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-26103" title="4dfd55cc-c0b1-41b3-af91-8b2d9f3579c0" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/07/4dfd55cc-c0b1-41b3-af91-8b2d9f3579c0-1024x1024.jpg" alt="" width="584" height="584" /></a></p>
<p><span id="more-26091"></span></p>
<p>Die beiden kennen sich schon lange. 1993 hatte Brendan Perry das erste Album von Ellis&#8217; Projekt Elijah&#8217;s Mantle produziert, Ellis tourte 1995 mit Lisa Gerrard und sie steuerte zwei Tracks zu der Mark Ellis&#8217; De Nova Da Capo-Labelcompilation „These Wings Without Feathers“ bei.</p>
<p>Anlässlich der vor einigen Jahren veröffentlichten Zusammenstellung<a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/elijah%e2%80%99s-mantle-observations-of-an-atheist/"> „Observations of an Atheist“</a>, die einen Überblick über die Entwicklung von Elijah&#8217;s Mantle gab, hieß es hier: „Der ursprünglich aus der Theaterszene stammende Ellis, der vorher schon ein Projekt namens Masque hatte, kombinierte auf dem Debüt wie auch auf den beiden folgenden Alben elektronische Klänge, die sicher von Minimal Music inspiriert waren, mit repetetivem, rituell anmutenden (Bariton-)Gesang voll(er) Pathos (zu dem sich auf späteren Veröffentlichungen auch noch Falsett- und Countertenor-Stimmen gesellen sollten) […] Mark St. John Ellis zitierte kanonische christliche Texte ebenso wie häretische, gnostische Quellen, Dekadenzliteratur, C.G. Jung“.</p>
<p>Nach dem Ende von Elijah&#8217;s Mantle wurde es still um Ellis, bis er vor einigen Jahren zwei Alben unter dem Projektnamen N-A-G (Noise with a Groove) veröffentlichte, die &#8211; wie der Titel schon andeutet &#8211; rhythmischer ausfielen. Die beiden &#8220;The Empty Vessel&#8221;-Alben sind die ersten Veröffentlichungen, die Ellis unter seinem eigenen Namen herausbringt.</p>
<p><strong><a href="http://www.elijahsmantlemusic.com/index.php/albums/empty-vessel-lisa-gerrard/">@ De Nova Da Capo</a></strong></p>
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		<title>ELIJAH&#8217;S MANTLE &#8211; Interview</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/09/01/elijahs-mantle-interview/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 08:20:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Um ELIJAH’S MANTLE, das Musikprojekt des in Irland lebenden Komponisten, Schauspielers und Kurators Mark St. John Ellis, ist es in den letzten Jahren eher ruhig geworden. Anfang der 90er aus dem Performance-Project THEATRE OF MASQUE hervorgegangen, wendete sich Ellis einer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/elijahs-mantle-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/ellis.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1037" title="ellis" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/ellis.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Um ELIJAH’S MANTLE, das Musikprojekt des in Irland lebenden Komponisten, Schauspielers und Kurators Mark St. John Ellis, ist es in den letzten Jahren eher ruhig geworden. Anfang der 90er aus dem Performance-Project THEATRE OF MASQUE hervorgegangen, wendete sich Ellis einer bisher einzigartigen Ausprägung vokallastiger Minimal Music zu, widmete sich ausgewählten literarischen und theologischen Themen und arbeitete in unterschiedlicher Weise mit Künstlern wie Brendan Perry, Lisa Gerrard (beide DEAD CAN DANCE), Klaus Vormehr (COEX) und Christophe Terrettaz (OZYMANDIAS). <span id="more-1036"></span>Nach längerer Pause erschien Anfang des Jahres die Sammlung „Observations of an Atheist“, die überwiegend Neubearbeitungen früherer Stücke enthält und als Filmsoundtrack verwendet wurde. </strong><strong>Eine Möglichkeit, sich ELIJAH’S MANTLE anzunähern, besteht über den Weg der Sprache. Dies würde zumindest der großen Bedeutung Rechnung tragen, die lyrischen Texten in seinem (einfach ausgedrückt „neo-klassischen“) Werk zukommt. In den Jahren bis 2002 entstanden nicht nur ganze Alben mit Texten von Charles Baudelaire („Legacy of Corruption“), anderer französischer Symbolisten („Poets and Visionaries“) und englischer Romantiker („The Soul of Romanticism“ zusammen mit Terretaz). Auch seine weiteren Veröffentlichungen, die eher von thematisch-inhaltlichen Schwerpunkten zusammengehalten wurden, griffen extensiv auf Zitate zurück. Auf eine solche Arbeitsweise spielt schon der Bandname an, der sich auf eine signifikante Stelle aus dem Ersten Buch der Könige bezieht: Als der Prophet Elija in einer Windhose die irdische Welt verlässt, fällt dessen Mantel, der unter anderem die Fähigkeit besitzt, Wasser zu trennen, damit sein Träger trockenen Fußes „über den Jordan gehen“ kann, seinem Schüler Elischa zu, der fortan dessen Rolle als Prophet des Volkes Israel weiterführt. Zusammen mit der Namensähnlichkeit der beiden Seher steht der Mantel symbolisch für das Weitergeben bzw. die Übernahme einer visionären Kraft, die somit am Leben erhalten wird. Der Zusammenhang mag profaner sein – Ellis jedenfalls hat das Übernehmen und Weitergeben zu einem der zentralen musikalischen und textlichen Wesenszüge seines Projektes erklärt. Dies betrifft nicht nur den erwähnte Rückgriff auf bestimmte Texte, sondern auch die immanente Struktur seines eigenen Werks. Gab es anfangs nur ein vages inneres Referenzsystem (beispielsweise Textstellen des einen Albums, die zum Titel des folgenden wurden), so entschied Ellis irgendwann, nur noch vorhandenes Material immer wieder anderen Neubearbeitungen und Kombinatoriken zu unterziehen. Man kann dies als Reduktionismus betrachten und kritisch bewerten und das bis heute nicht erschienene Album bedauern, das Ellis im Interview erwähnen wird. Man kann es aber auch als Versuch werten, aufzuzeigen, wie groß die Möglichkeiten sind, die sich aus dem immer wieder neuen Zusammensetzen vorhandener Strukturen ergeben können. Wie gut das im Einzelnen gelingt, sollte jeder Hörer für sich entscheiden. Das folgende Interview widmet sich dementsprechend vor allem werkgeschichtlichen Fragen. </strong></p>
<p lang="en-GB"><em><strong>Gibt es Elijah’s Mantle noch als aktives Musikprojekt, und wenn ja, was ist für die Zukunft geplant? </strong></em></p>
<p lang="en-GB">Elijah’s Mantle wird es weiter als Musikprojekt geben, aber was den Output betrifft, habe ich etwas anderes vor als bisher. ‘Breath of Lazarus’ war ein Wendepunkt in meiner kreativen Arbeitsweise. Ich war mit der Zeit immer stärker daran interessiert, schon existierende Klänge zu bearbeiten, statt mit dem Schreiben und Komponieren weiterzumachen. In der Zeit, als ich keine neuen Sachen mehr veröffentlicht habe, habe ich Sounds in die visuellen Ausstellungsprojekte integriert, an denen ich als Kurator arbeitete. Dieser Prozess leitet sich von dem gleichen kreativen “Cut and Paste”-Prinzip ab, das bereits der CD “Breath of Lazarus” zugrunde lag. Der gleichen Methode werde ich wohl auch bei künftigen Veröffentlichungen nachgehen.</p>
<p lang="en-GB"><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijahimage-1-300x211.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1810" title="Elijahimage-1-300x211" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijahimage-1-300x211.jpg" alt="" width="300" height="211" /></a>Dein Vorgängerprojekt MASQUE hatte ein starkes Multimedia- und Performance-Moment, und du hattest ja zuvor auch Schauspiel studiert. Wie stark denkst du ist das Projekt durch deine akademische Ausbildung geprägt?</em></strong></p>
<p lang="en-GB">MASQUE resultierte direkt aus meinem Schauspielstudium. Als ich an der LAMDA <strong>(“The London Academy of Music and Art”, Anm. d. Red)</strong> studierte, hatte ich die Gelegenheit, die Rolle des Gethin Price in Trevor Griffiths’ “Comedians” zu verkörpern. Dies hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf meine grundsätzliche Haltung gegenüber Performance. In dem Stück vollzieht jeder Akteur einen komischen Akt, Gethin jedoch vollzieht eine Kunstperformance. Auch die Tatsache, dass ich meine Haare abrasieren musste, gab mir eine Vorstellung von der totalen Hingabe an die Aufführung. Wegen dieser Erfahrung entwickelte ich auch mein Interesse für die Schriften Antonin Artauds und seiner Theorien eines totalen Theaters, das er “Theater der Grausamkeit” nannte. Das Kernstück des Projektes war Musik und konnte somit nur erlebt werden, indem man die im Eigenlabel herausgebrachten Kassetten hört, aber die totale Erfahrung fand bei einer Live-Auführung statt, oder wenn man es sich auf Film ansah.</p>
<p lang="en-GB"><em><strong>Da ich diese frühen Aufnahmen nicht kenne, kann ich nur vermuten, dass das Konzept des “Maskentheaters” in einem ritualistischen und archetypischen Zusammenhang stand. Was kannst du uns darüber berichten?</strong></em></p>
<p lang="en-GB">Ich bin nicht sicher, ob ich die Frage verstehe. Die frühe MASQUE-Musik war recht typisch für die damalige Zeit. Wie der Journalist Push vom “Melody Maker” es beschrieb – “the dirt once found in the grooves of 4AD…” – Gitarrenfeedback zusammen mit einer starken Bassspur und einem repetitiven Sequencer, angeschlossen an einen industriell klingenden Drumcomputer. Es war nicht so ritualistisch wie die Stücke, die ich dann irgendwann nur für Performances und Film schrieb ( “Misere de Profundis” beispielsweise entstand als ein Stück für eine Performance). Das MASQUE-Projekt begann schief zu gehen, als ich versuchte, es in eine intellektuelle Richtung zu forcieren. Mit seinem rauen Klang bei Auftritten in Londoner Underground-Rockclubs hatte es eine Energie, die dem Theater, das ich erschaffen wollte, sehr nah kam. Als ich mich entschied, auf Theaterbühnen zu spielen und dabei zuvor gemachte Aufnahmen zu integrieren und die Besetzung zu vergrößern, demonstrierte ich sogleich, dass die Ambitionen des Projektes nicht erfüllt werden konnten. Daraus resultierte die Entscheidung, mich nur noch auf Musik zu konzentrieren, da ich mit Performance so weit gegangen war, wie ich konnte.</p>
<p lang="en-GB"><strong><em>Du hattest einmal ein Tape ”Religious Industrial“ betitelt. Auf der einen Seite mag dies schlicht eine Art musikalischen Crossover bezeichnen – krachige Sounds kombiniert mit Zitaten sakraler Musik. Ich frage mich, ob der Titel auch über die Einflüsse industrieller Mechanismen auf spirituelle Prozesse anspielt.</em></strong></p>
<p lang="en-GB">Deine Frage gibt dem Titel mehr Bedeutug. Deine erste Interpretation trifft zu – “krachige Sounds kombiniert mit sakralen Texten”. Aber der Titel spielt ebenso mit der Bedeutung des Wortes “Industrial” im Zusammenhang mit “hartem Arbeiten”. Diese Kassette war der Beginn der Idee, aus der ELIJAH’S MANTLE entstand. Der Titel “Religious Industrial” wurde später für ein zwanzig minütiges Stück für einen Film verwendet, den ich im Videoformat auf World Serpent veröffentlichte. Später wurde der Film digital neubearbeitet für drei Monitore als Installation unter dem Titel “Observations of an Atheist” und wurde diesen Januar in der Dubliner Galerie gezeigt, mit der ich zusammenarbeite.</p>
<p lang="en-GB"><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijahimage-2-235x300.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1811" title="Elijahimage-2-235x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijahimage-2-235x300.jpg" alt="" width="235" height="300" /></a></em><em>Einige der Tracktitel bei MASQUE lassen vermuten, dass einiges von dem Material später bei ELIJAH’S MANTLE wieder benutzt wurde. Trifft das zu?</em></strong><strong><em> </em></strong></p>
<p lang="en-GB">Wie ich eben schon sagte, pflege ich Sachen zu recyclen und als Zitate neu zusammen zu fügen. Es gab einen Übergang in der Spätphase von MASQUE zu ELIJAH’S MANTLE, gerade was die Texte betrifft. Die Texte bekamen weniger die Qualität von Songlyrics, wie ich sie in MASQUE benutzte, und wurden zur Quelle einer weiteren Klangfolge innerhalb der Musik. Das Absingen ist die direkteste Möglichkeit, diese Repetition entstehen zu lassen.</p>
<p lang="en-GB"><strong><em>Hatte dein Vertrag mit WSD einen besonderen Einfluss darauf, dass du dich in der Folge mehr auf das medium Musik konzentriertest</em>? </strong></p>
<p lang="en-GB">Als ich meinen Film “Religious Industrial” in einem Londoner Kino uraufführte, machte ich auch die Gründung meines Labels “De Nova Da Capo” bekannt, sowie den Namen des Projektes ELIJAH’S MANTLE, unter dem die Arbeiten künftig erscheinen sollten. Ich lud die Betreiber von WSD auf Empfehlung eines Freundes hin ein. Während eines Gesprächs mit Alan Trench, einem der WSD-Inhaber, erfuhr ich erst, dass sie ein Musikvertrieb waren und kein Filmlabel. Ich schickte ihnen das “Religious Industrial”-Tape, und sie boten mit einen Vertrag an. WSD veröffentlichte später auch den Film. Ich verließ aber London kurz darauf, um in Irland zu leben, als das erste Album produziert und aufgenommen wurde. Nachdem Performance nicht mehr länger ein notweniger Teil des Konzeptes war, drangen Multimedia-Ideen in die textliche und visuelle Seite des Projektes ein. Ich arbeitete einige Jahre mit dem Fotograf Daniel Faoro an dem Film, außerdem arbeiteten wir an einigen Ideen, die von der Musik inspiriert waren und einerseits in einem Kurzfilm endeten, andererseits in Bildern. Ich sehe die Alben als eine Abfolge der verschiedenen Medien.</p>
<p lang="en-GB"><em><strong>In “Sorrows of Sophia” geht es unter anderem um verschiedene Konzepte des Weiblichen. Was war der Grund, sich hauptsächlich mit einer männlichen Sicht auf das Weibliche zu befassen?</strong></em></p>
<p lang="en-GB">‘Sorrows of Sophia’ bezeichnet den Kummer der Weisheit. Weisheit war in dem Fall das Weiblich-Göttliche, das Weibliche und das innere Weibliche. Das Quellenmaterial rangiert von antiken Texten über Quellen aus dem 11. Jahrhundert bis hin zu Schriften heutigen Datums. “The Woman’s Encyclopedia of Myths and Secrets” von Barbara G. Walker war eine sehr einflussreiche Informationsquelle dazu. Ähnlich wie viele Arbeiten über die ich schrieb, erkundete dieses Album ein Glaubenssystem und eine Gesellschaft, welche dem relativ jungen System des westlichen Christentums vorausgegangen sind. Die Gnostiker glaubten, dass Maria Magdalena nicht nur eine Jüngerin Jesu war, sondern sogar eine bevorzugte Stellung inne hatte. Paulus, der Begründer der christlichen Kirche beschrieb sie dagegen als Prostituierte. Gnostiker priesen die Schlange im Garten Eden dafür, dass sie der Menschheit Wissen brachte. Die Schlange musste fortan im Hauptstrom des Christentums das Böse symbolisieren. Gnostische Literatur wurde von der christlichen Kirche unterdrückt. Hinsichtlich des Weiblich-Göttlichen ein Zitat von Merlin Stone: “At the dawn of religion God was a woman”. Das Stück “Tellus Mater” auf dem Album deklamiert die Namen von vierundsechzig Göttinen, und es gibt mehr. Die obigen Beispiele rühren an dem Thema archaischer und alternativer Glaubenssysteme in der Geschichte und an deren großem Verlust, sei er nun spiritueller oder akademischer Art, der von der Dominanz der christlichen Organisation verursacht wurde. Es gab in meiner Arbeit keine einseitige Tendenz hin zu einer männlichen Sicht auf das weibliche. Es war nicht wichtig, von welchem Geschlecht das Quellenmaterial kam, dessen Inhalt dann gewissermaßen im Gegensatz zum Autorennamen stand.</p>
<p lang="en-GB"><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijahimage3-300x239.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1812" title="Elijahimage3-300x239" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijahimage3-300x239.jpg" alt="" width="300" height="239" /></a>Auf dem Album scheint es einen starken Fokus zu geben auf (z.B. Gnostischen, Jungschen) Konzepten, die eher den Unterschied der Geschlechter betonen. Auf eine gewisse Weise steht dies im Gegensatz zu Teilen des akademischen Geschlechterdiskurses. Wie ist deine Sicht dazu?</em></strong></p>
<p lang="en-GB">Ich will die Diskussion über Gender-Unterschiede gerne vermeiden, da ich nicht weiß, auf welche Debatten ihr euch im Speziellen bezieht. “Sorrows of Sophia” befasste sich mit dem Weiblichen und dem inneren Weiblichen. Das im wörtlichen Sinn Jungsche Stück auf dem Album, “Animus Anima”, bezieht sich textlich auf das Männliche im Weiblichen und das Weibliche im Männlichen. Zusätzlich zur Semantik der Worte ergeben sie in Wiederholung eine Art Choral. Der Track “Hermaphroditus” behandelt die Verschmelzung der Geschlechter und ein Symbol für die vereinten Gegensätze. Der Gesang beginnt mit den Worten “I am total, I am man, I am woman” und geht dann durch eine Reihe von Gegensätzen, beispielsweise “I am hate, I am love, beauty, grotesque, joy, sadness, wrong, right, etc.” Das Stück “Our Lady of the Flowers”, das von dem Sänger Conor O’Reilly geschrieben wurde, der auch den Countertenor-Part singt, basiert auf dem Gedicht “Beautiful Drags” von Jean Paul Martinon. Der Bassgesang und der Countertenor verkörpern das Gewissen und den Charakter der gleichen Person während einer Diskussion. Die Person ist eine Drag Queen. Der Track existiert zur Erinnerung daran, dass Männer jahrhundertelang Frauenkleider getragen haben, ob als Priester oder als Drag Queens. Ein anders Referenzbuch, das ich verwendete, war “Idols of Perversity” von Bram Dijkstra, der über den männlichen Blick der Kunst des 19. Jahrhunders auf das weibliche schreibt. Ein Kritiker nannte es “eine verdiente Studie zur ‘Ikonographie der Misogynie’”. Das Stück “Medusa” repräsentiert eine solche weibliche Imago, aber es ist nicht allgemein bekannt, dass ein weibliches Gesicht umgeben von Schlangenhaaren auch ein archaisches, weithin anerkanntes Symbol göttlicher Weisheit war, gleich dem “wise blood”, der Menstruation, die den Frauen ihre Macht gab. Die alte griechische Welt verehrte vor allem Frauen und Schlangen.</p>
<p lang="en-GB"><em><strong>In dem Zusammenhang muss ich an die Autorin Camille Paglia denken, deren Schriften zur Geschlechtertheorie ebenfall stark von Jung inspiriert sind. Paglias akademische Reputation leidet etwas unter ihrer oft als “reaktionär” missverstandenen Verknüpfung von Feminismus mit Aspekten, die als “typisch weiblich” gelten, anstatt sexuelle Unterschiede zu nivellieren. Bist du mit ihren oftmals sehr polemischen Schriften vertraut?</strong></em></p>
<p lang="en-GB">Ich habe Camille Paglia und Simone de Beauvoir gelesen. Was ich bei Paglia mochte, war ihr Infragestellen typisch feministischer Attitüde. Dass die Feministin nicht einer bestimmten, typenhaften Vorstellung in den Köpfen der Leute entsprechen muss. So muss die Feministin ihre Weiblichkeit nicht verstecken, und sich die Beine zu rasieren muss nicht heißen, dass sie ihre Ideale über Bord wirft. Feminismus befasst sich schlicht mit den Rechten der Frau auf der Grundlage einer Gleichwertigkeit der Geschlechter, und sollte wenig damit zu tun haben, irgend einem Typ zu entsprechen. Die ganze Debatte ist kontrovers – wenn ich sage, dass ich es schätze, wenn Frauen ihre Weiblichkeit durch Kleidung demonstrieren, dann laufe ich Gefahr, als sexistisch bezeichnet zu werden. Paglias Polemiken sind berechtigt.</p>
<p lang="en-GB"><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijahimage-4-215x300.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1813" title="Elijahimage-4-215x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijahimage-4-215x300.jpg" alt="" width="215" height="300" /></a>Ich </em></strong><em><strong>habe den Eindruck, dass dein Gebrauch des Heretischen (sei es im Zusammenhang mit der gnostischen Tradition oder mit den Werken “dekadenter” Autoren) zumindest teilweise eine emanzipatorische Haltung offenbart. Würdest du zustimmen? </strong></em></p>
<p lang="en-GB">Emanzipatorisch für mich oder für den Hörer? Die Heretik ist auch eine Gegenmeinung zu dem, was normalerweise akzeptiert oder behauptet wird, und eine solche Diskussion muss immer kontrovers sein. Absolute Überzeugungen sind gefährlich, und ich würde diese Aussage zu den Hauptinspirationen meiner Werke zählen. Eine Alternative ist immer gegen die Norm gerichtet, und zu jeder These gibt es eine Antithese. Es gab gefährliche Elemente im gnostischen Denken wie in der Dekadenz, ebenso gibt es in beiden Bereichen auch konstruktive Elemente. Ich habe bereits Beispiele des Gnostischen genannt. Man kann ein wichtiges Moment der dekadenten Philosophie mit einem Zitat aus dem Essay “The Evolution of an Idea” untermauern, der im “Dedalus Book of Decadence” enthalten ist – “Der wahre Décadent glaubt, dass der Glaube an irgendeine Art von Fortschritt fehl am Platz ist; es wird keine bessere Welt geben, die man noch durch eine weitere Revolution erschaffen könnte.” Grundsätzlich, wenn es dort eine emanzipatorische Geste gibt, dann die der Redefreiheit. Wie ich es im Booklet zu “Remedies in Heresies” erwähnte, ist der einzige Unterschied zwischen dem heutigen Heretiker zu dem der Vergangenheit, dass der letztgenannte für seine Überzeugungen auf dem Scheiterhaufen endete. Andererseits ist diese Aussage, auch wenn sie einen bestimmten Punkt sehr auschaulich macht, inkorrekt angesichts der Verbrechen, die auch heute noch von der Menschheit an der Menschheit begangen werden.</p>
<p lang="en-GB"><em><strong>Du hattest eine Reihe von Alben der Dichtung gewidmet, die allgemein als symbolistisch, ästhetizistisch oder dekadent bezeichnet wird. In “Betrayals and Extasies” beschäftigst du dich unter anderem mit der dionysischen, transgressiven Seite dieser Literatur. Woher rührt deine Faszination für diese Autoren, und worin denkst du liegt ihre spezielle Bedeutung für unsere zeitgenössische Kultur?</strong></em></p>
<p lang="en-GB">“Betrayals and Ecstasies” ist das einfachste aller Alben, es handelt von der Liebe. Betrogene Liebe, verdorbene Liebe und Liebe in Ekstase. Die Reihenfolge der Beschreibungen ist da willkürlich. Das Interesse am Betrug in Angelegenheiten des Herzens ist weit verbreitet und die “dekadenten” Autoren sind nur eine Gruppe, die sich anscheinend sehr stark mit diesem Thema beschäftigt hat. Es ist interessant zu wissen, dass die “dekadente” Bewegung aus der “naturalistischen” Bewegung entsprungen ist und nicht umgekehrt. Huysmanns war ein Schüler von Zola. Der Dekadente sieht die Welt wie sie ist (verfasst von den Naturalisten), und versucht das Leben darin so erträglich wie möglich zu machen. Wie bei allen Menschen in einer Gruppe gibt es dort solche, die über Reife, Erfahrung und Verantwortunggefühl verfügen, und solche ohne. Der Décadent ist nicht einfach jemand mit einer “dionysischen” Haltung zum Leben. Die Verbindung zur zeitgenössischen Kultur? Sehr wenige Veränderungen hinsichtlich der Emotionen und der Liebesangelegenheiten.</p>
<p lang="en-GB"><em><strong>Wir bezogen uns beispielsweise auf Songs wie “Portals of Opium” oder “History of Decay”, deren Titel die Inhalte recht ausdrücklich auf den Punkt bringen. Deshalb ist uns der Themenschwerpunkt “Liebe” wohl nicht als erstes in den Sinn gekommen… Nach “Betrayals and Ecstasies”, bei dem bereits ein großer Schwerpunkt auf der Sprache lag, hast du Alben wie “Poets and Visionaries”, “The Soul of Romanticism” und “Legacy of Corruption” aufgenommen, bei denen die Worte in gesprochener Form vorgetragen statt gesungen wurden. Kamst du damals zu der Überzeugung, dass dies ein passenderer Umgang mit Dichtung war? </strong></em></p>
<p lang="en-GB">Zu “Poets and Visionaries” kam es nach und wegen einer Tour zusammen mit Lisa Gerrard. Sie lud mich ein, ihre Konzerte zu “The Mirror Pool” mit Spoken Words zu eröffnen. Ich war seit zehn Jahren nicht mehr auf einer Bühne gewesen und durch diese Erfahrung schloss sich der Kreis. Was offensichtlich zusammen kam, war die vergangene Erfahrung mit dem Textvortrag und die gegenwärtige Erfahrung durch meine Arbeit als Komponist.</p>
<p lang="en-GB">Ich hörte ein Demo von OZYMANDIAS, als ich im Büro von WSD war und wollte es auf meinem Label De Nova Da Capo herausbringen. Die Gelegenheit ergab sich zwar nicht, aber Christophe und ich schrieben uns und entschieden uns für ein gemeinsames Album. Wir trafen uns nie, das Album war das Ergebnis einer rein digitalen Beziehung. Christophe war zum Teil sehr interessiert an den “Romantikern” und brachte mir die Gedichte näher.</p>
<p lang="en-GB"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijahimage-5-300x224.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1814" title="Elijahimage-5-300x224" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijahimage-5-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a>“Legacy of Corruption” ist komplett eine Sammlung von Gedichten Charles Baudelaires, und ich bin nach wie vor begeistert von seinem Schreiben und dem herausfordernden Image, welches seine Persönlichkeit noch heute hat. Er war charismatisch und voll starker Emotionen. Er war in einem hohen Maße talentiert und fühlte dennoch das Bedürfnis mit seinem selbstreflektierten Image zu provozieren (unter anderem färbte er sich im Zuge dessen die Haare grün). Seine stärksten Provokationen jedoch finden sich in seinem Werk. Er forderte die moralische Heuchelei der damaligen Gesellschaft heraus, ein Beispiel dafür findet sich in “My Heart Laid Bare” aus seinen “Intimate Journals” – “All the bourgeois fools who incessantly utter the words immoral, immorality, morality in art, and other silly things, remind me of Louise Villedieu, a five franc prostitute who, when accompanying me one day to the Louvre – where she had never been – started blushing and covering her face, and pulling all the time at my sleeve, she asked before the immortal statues and paintings, how people could put such obscenities on public display.”</p>
<p lang="en-GB">Auf  “Betrayals and Ecstasies” schlüpfte ich in die Rolle eines Erzählers. Ich benutzte die Texte als Lyrics, um in einer persönlichen Weise die Emotionen zu transportieren, was durch die Melodik vor allem untermauert wurde. Ich würde sagen, dass Dichtung in gesprochener Form am besten klingt. Der Schwerpunkt liegt dann auf den Worten, was vielleicht herausfordender ist. Es ist sicher schwieriger aufzunehmen.</p>
<p lang="en-GB"><em><strong>Auf ”Psalms from Invocation“ und ”Breath of Lazarus“ finden sich überarbeitete Fassungen älteren Materials, das sich in anderer Form auf vorherigen Alben findet. Danach hattest du dein Projekt beendet. Hattest du damals das Gefühl, alles gesagt zu haben, das du sagen wolltest? Wie stark beeinflusste der Konkurs von World Serpent deinen Entschluss, Elijah’s Mantle zu beenden? </strong></em></p>
<p lang="en-GB">“Psalms from Invocations” ist die Zusammenführung verstreuter Stücke. Zwei davon sind auf Compilations von WSD und De Nova Da Capo erschienen. Zwei weitere wurden  wegen der Beteiligung des Countertenors Bruno Breathnach überarbeitet. Die T.S Eliot-Auszüge aus “Murder in the Cathedral” benutzte ich, um das Album zusammen zu kitten. Es nimmt die Idee von “Observations of an Atheist” um zwölf Jahre vorweg.</p>
<p lang="en-GB">“Breath of Lazarus” (mit Bezug auf Auferstehung, Wiederbelebung nach Nichtgebrauch und Inaktivität, Restauration aus einer Mode heraus oder zum Zweck der Erinnerung) war ein durch WSD angeregtes Projekt. Ursprünglich sollte es auf Vinyl erscheinen, und WSD baten mich um Remixe. Da ich mittlerweile neueres Studio-Equipment hatte,  war dies nicht ohne weiteres möglich oder auch erstrebenswert, aber da ich Vinyl und Remix als Anforderung hatte, benutzte ich das Gefühl von beidem, indem ich den Sound einer alten Schallplatte mit Elementen eines Dance-Remixes kombinierte. Wie gesagt war dies ein Wendepunkt innerhalb meiner kreativen Arbeit. Ich hatte ein neues Album geschrieben, in welchem Spoken Words und Gesang vorkamen, aber es wäre eine Wiederholung von etwas Vergangenem gewesen, und so etwas ist dann der Punkt, an dem Ermüdungserscheinungen eines Projektes deutlich werden. Ich arbeitete vier Jahre lang an einer Akademie in Dublin und begann meine Arbeit als Kurator in der Kunstszene. Im Zuge dessen begann mein verstärktes Interesse für die Werke anderer, und ich bekam eine neue und sehr anregende Ausbildung, was die visuellen Künste betraf. WSD wollten noch eine Retrospektive zum Jubiläum unserer zehnjährigen Zusammenarbeit herausbringen, beendeten allerdings vorher ihre Arbeit. Für Elijah’s Mantle stellte dies allerdings kein kreatives Problem dar, da ich bis letztes Jahr immer wieder bei Gelegenheit ins Studio ging, um diese Retrospektive zu überarbeiten bis zu dem Punkt, an dem ich zufrieden war.</p>
<p lang="en-GB"><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/ellis2-207x300.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1815" title="ellis2-207x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/ellis2-207x300.jpg" alt="" width="207" height="300" /></a>Von Anfang an schien es bei dir eine Verknüpfung verschiedener Medien (Theater, Performance, Tanz, Musik) zu geben. “Observations of an Atheist” ist eine Art Filmsoundtrack. Wie wichtig ist das Transzendieren der Beschränkungen von Medien und Genres für dich</em>?</strong></p>
<p lang="en-GB">Ich habe die Begrenzungen der Medien nie wirklich überschritten. Ich kam sehr oft nur bis zu einem bestimmten Punkt und scheiterte. Ich bin durch viele Kapitel meines Interesses an Kunst gegangen. Alben aufzunehmen hatte für mich nie nur mit Musik zu tun, aber das rührt vielleicht auch daher, dass ich eigentlich kein Musiker bin. Ich bin eine kreative Person, die unterschiedliche Medien benutzt, um Gegenstände zu erforschen. Der Anstoß mag durch den Verstand oder durch das Gefühl erfolgen, während des Erforschens nehme ich die Rolle eines Art Directors an, der die Bilder, Grafiken, Texte, Layouts und Sounds bearbeitet. “Observations of an Atheist” ist die vollendete Retrospektive, die ich, wie ich sagen muss, glücklicherweise 2003 noch nicht veröffentlicht hatte. Als ich den Sampler “These Wings Without Feathers” zusammenstellte, wurde gesagt, dass er nicht wie eine Compilation klänge, sondern wie ein Ganzes. Ich habe das Gefühl, dass das auch bei “Observations…” so ist, und vielleicht gibt ihm diese Ganzheit auch die Qualität eines Soundtracks. Ich muss betonen, dass ein Grund für das Erstellen der Elijah’s Mantle-Website außer dem Paypal-Link die Möglichkeit war, klarzustellen, dass die Arbeiten auf “Observations…” außer “Our Lady of the Flowers” neu aufgenommen wurden und/oder neu abgemischt und zuvor unveröffentlicht waren, deshalb also exklusiv auf dieser CD erhältlich sind.</p>
<p lang="en-GB"><em><strong>Mit Bezug zum Titel deines letzten Albums, denkst du, dass es im aktuellen politischen Klima notwendig ist, sich mit einem klaren Statement als Atheist zu positionieren (ich denke da an die Kampagne mit den Antheisten-Bussen, die – trotz ihrer eher lauwarmen Slogans – heftig kritisiert wurde)? </strong></em></p>
<p lang="en-GB">Ich kenne diese Kampagne gar nicht und kann sie deshalb nicht kommentieren. Da das Album Texte vom Sakralen bis zum Profanen beinhaltet, ist der Titel wörtlich gemeint. Es ist die Beobachtung eines Atheisten, der die Welt des Heiligen und Profanen ohne Kritik und Aggression betrachtet aufgrund der Überzeugung, dass Gott (eine abstrakte Idee) im Unterschied zur menschlichen Schöpfung nicht existiert. Um Baudelaires “Intimate Journals” zu zitieren: ” God is the only being who, in order to rule, does not need even to exist.” Aus einem atheistischen Blickwinkel ist für die Menschen wichtig, was in diesem Leben passiert, auf diesem Planeten, wo wir die Verantwortung haben. Vom Atheismus her sehe ich eine Verknüpfung zum Humanismus, und ich möchte aus einem Lexikonartikel zum Humanismus zitieren: “1. an outlook or system of thought concerned with human rather than divine or supernatural matters, 2. a belief or outlook emphasizing common human needs and seeking solely rational ways of solving human problems and concerned with mankind as responsible and progressive intellectual beings.”</p>
<p lang="en-GB">(M.G. &amp; U.S., Bildmaterial von John Haynes, Daniel Faoro, Steven McLaughlin)</p>
<p lang="en-GB"><a href="http://www.myspace.com/elijahsmantleellis">myspace.com/elijahsmantleellis</a></p>
<p lang="en-GB"><a href="http://elijahsmantlemusic.com/">elijahsmantlemusic.com</a></p>
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		<title>ELIJAH’S MANTLE: Observations of an Atheist</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 08:16:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[1993 erschien auf dem eigenen kleinen Label De Nova Da Capo und von World Serpent vertrieben das Debüt „Angels of Perversity“ des Projekts von Mark St. John Ellis, auf das damals einige vielleicht primär wegen der Beteiligung Brendan Perrys (Dead &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/elijah%e2%80%99s-mantle-observations-of-an-atheist/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijas-Mantle-e1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-549" title="Elijas-Mantle-e1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Elijas-Mantle-e1.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>1993 erschien auf dem eigenen kleinen Label De Nova Da Capo und von World Serpent vertrieben das Debüt „Angels of Perversity“ des Projekts von Mark St. John Ellis, auf das damals einige vielleicht primär wegen der Beteiligung Brendan Perrys (Dead Can Dance) aufmerksam wurden. Der ursprünglich aus der Theaterszene stammende Ellis, der vorher schon ein Projekt namens Masque hatte, kombinierte auf dem Debüt wie auch auf den beiden folgenden Alben elektronische Klänge<span id="more-548"></span>, die sicher von Minimal Music inspiriert waren, mit repetetivem, rituell anmutenden (Bariton-)Gesang voll(er) Pathos (zu dem sich auf späteren Veröffentlichungen auch noch Falsett- und Countertenor-Stimmen gesellen sollten) – es ist sicher kein Zufall, dass ein frühes Tape von Masque den Titel „Religeous Industrial“ trug, der fast schon als Genrebezeichnung für die frühen Alben dienen kann.  Mark St. John Ellis zitierte kanonische christliche Texte ebenso wie häretische, gnostische Quellen, Dekadenzliteratur, C.G. Jung um einem als misogyn empfundenen Christentum und einem zu stark in binären Strukturen stehenden Denken eine Alternative entgegenzusetzen (sozusagen „Remedies in Heresies“, um den Titel des zweiten Albums zu zitieren). Ein Höhepunkt dieser Phase war das dritte Album „Sorrows of Sophia“.  Auf der vierten Veröffentlichung „Betrayals and Ecstasies“ vertonte Ellis Texte von Ernest Dowson, Rimbaud, de Gourmont und Corbeau. Diese stärkere Fokussierung auf das Wort wurde noch einmal auf „Poets and Visionaries“ gesteigert, da dort die Gedichte, die diesmal von Baudelaire, Malarmé, Verlaine und Rimbaud stammten, nicht mehr gesungen sondern (nur) rezitiert wurden. Das dann folgende „Psalms from Invocations“ versammelte Neubearbeitungen früher Stücke, während sich das mit dem sich komplett für die Musik verantwortlich zeigenden schweizer Pianisten Ozymandias eingespielte (und dadurch musikalisch aus dem Rahmen fallende) „The Soul of Romanticism“ (Vertonung von Texten englischer Romantiker: Coleridge, Byron, Shelley, Keats, Wordsworth) ebenso wie „Legacy of Corruption (Lyrik von Baudelaire) wieder auf das gesprochene Wort konzentrierten. Auf dem letzten, 2002 veröffentlichten (und adäquat betitelten) Album „Breath of Lazarus“  wurde Material der ersten Alben zu vier langen unbetitelten Tracks collagiert. Dabei mag die Tatsache, dass dem Digipack kein Booklet mehr beigefügt war, sowohl den finanziellen Schwierigkeiten World Serpents als auch der geringeren konzeptionellen Dichte geschuldet gewesen sein. Danach hörte man nichts mehr, googelte man Ellis, stellte man fest, dass er inzwischen als Kurator in Dublin arbeitete.</p>
<p>Warum diese Rezension eines neuen Albums erst einmal die bisherige Geschichte des Projekts abhandelt, erklärt sich damit, dass es sich bei „Observations of an Atheist“ leider nicht um ein neues Album, sondern lediglich um eine anlässlich der Neuaufführung eines alten Films Ellis’ veröffentlichte Zusammenstellung alter (teils minimal bearbeiteter) Tracks handelt, wobei der Schwerpunkt ganz klar auf dem rituell-repetetiven Aspekt liegt, von den rezitativen  Stücken findet sich lediglich „The Litanies of Satan“. Das heißt, dass diejenigen, die die alten Alben besitzen, (leider) nicht viel Neues erwartet, dass aber all die, die Elijah’s Mantle damals verpasst haben, eine Möglichkeit bekommen, ein Projekt kennen zu lernen, in dem Pathos nicht zu Kitsch gerinnt und Beschäftigung mit verfemten Autoren, unorthodoxen Gedanken und Mystik nicht zwangsläufig reaktionär sein muss, sondern natürlich emanzipatorischen Charakter haben kann– insofern ist der die Sammlung zierende Titel „Obervations of an Atheist“ durchaus konsequent und in einer Zeit, in der Religion sich durch verschiedene Tore wieder in unsere Gesellschaft schleicht, keinesfalls anachronistisch.</p>
<p>M.G.</p>
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