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	<title>African Paper &#187; Fadi Tabbal</title>
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		<title>Land: Zweiter und dritter Teil der libanesischen Charity-Compilation</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 05:29:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die auch als Label fungierenden Tunefork Studios in Beirut haben gerade zusammen mit dem Beirut Synthesizer Center einen zweiten und dritten Teil der Charity-Compilation &#8220;Land&#8221; herausgebracht, deren Erlös der Versorgung der Menschen zugute kommt, die in Folge des aktuellen Krieges &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/03/24/land-zweiter-und-dritter-teil-der-libanesischen-charity-compilation/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die auch als Label fungierenden Tunefork Studios in Beirut haben gerade zusammen mit dem Beirut Synthesizer Center einen zweiten und dritten Teil der Charity-Compilation &#8220;Land&#8221; herausgebracht, deren Erlös der Versorgung der Menschen zugute kommt, die in Folge des aktuellen Krieges heimatlos geworden sind &#8211; enthalten sind Beiträge von insgesamt achtundfünfzig Acts, die größtenteils aus den vielgestaltigen experimentellen, elektronischen, improvlastigen oder klangkünstlwerischen Musikszenen Libanons stammen. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-50554" title="land2" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land2.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-50553"></span></p>
<p>Mit Yara Asmar, Nour Sokhon, Sanam, Charbel Haber, Julia Sabra, Elyse Tabet, Postcards, Jad Atoui, Anthony Sahyoun, Snakeskin, Fadi Tabbal, Interbellum, Mayssa Jallad, Abed Kobeissy, Sary Moussa, Interbellum, The Incompetents, Yasmine Hamdan, Zeid Hamdan, Youmna Saba und Maud Zeinoun sind eine ganze Reihe an Künstlerinnen und Künstlern vertreten, die auch auf unseren Seiten schon eine Rolle gespielt haben. Internationale Acts wie Julia Holter und Mary Lattimore sind ebenfalls vertreten. <a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-50555" title="land3" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/03/land3.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a>Die Doppel-Compilation ist mit Artwork by Carla Aouad und Design von Josette &#8216;Zooz&#8217; Khalil über Bandcamp erhältlich. Der erste Teil der Reihe erschien vor anderthalb Jahren.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3603396290/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1299316612/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>SNAKESKIN: We Live In Sand</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Oct 2025 05:04:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie kann man lieben, wenn ringsum Gewalt herrscht? Die Frage wirkt einfach und vordergründig betrachtet fast etwas trivial, und doch entpuppt sie sich in den Texten von Snakeskins neuem Album wie ein kaum auflösbarer Widerspruch. Auf der einen Seite stehen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/10/11/snakeskin-we-live-in-sand/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/weliveinsand.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-47833" title="weliveinsand" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/08/weliveinsand-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wie kann man lieben, wenn ringsum Gewalt herrscht? Die Frage wirkt einfach und vordergründig betrachtet fast etwas trivial, und doch entpuppt sie sich in den Texten von Snakeskins neuem Album wie ein kaum auflösbarer Widerspruch. Auf der einen Seite stehen Zerstörung, Niedergang, Flucht und Ohnmacht, auf der anderen eine beharrliche, durchaus Kraftreserven benötigende Zärtlichkeit, die sich weigert, dasjenige verschwinden zu lassen, was die Einzelnen zusammenhält.<span id="more-47830"></span></p>
<p>Das libanesische Duo Snakeskin – Julia Sabra und Fadi Tabbal – widmet sich auf &#8220;We live in sand&#8221;, das größtenteils während einer Residenz in Bern produziert wurde, genau diesem Spannungsfeld. Entstanden im Oktober 2024, als die Eskalation des aktuellen Kriegens in der Region auch Beirut erreichte, markiert das Album den vielleicht radikalsten Punkt in ihrer bisherigen Arbeit. Schon der Auftakt &#8220;Ready&#8221; konfrontiert mit aufgewühltem, elektrifiziertem Rattern, das metallen vibriert und wie im Kontrapunkt zu der Genügsamkeit von Sabras entspannt-melancholischem Gesang steht. Bald mischen sich weitere Schichten darunter, flächige Sounds, die fast wie ein vorbeifliegendes Flugzeug wirken, ehe sich die Musik noch einmal überraschend melodisch öffnet.</p>
<p>&#8220;October sun&#8221; knüpft mit elektrifiziertem Hauchen und Summen daran an, getragen von einer monochromen Kulisse, die warm im Hintergrund liegt. Hier entfaltet sich eine Stimmung des Ausharrens, in der Sabras Stimme von verlorenen Orten und einem Himmel voller Drohnen singt. &#8220;This time there’s no escape&#8221;, heißt es und verweist auf die Unausweichlichkeit der Gegenwart, in der das Private untrennbar mit der politischen Situation verschränkt ist. Rhythmischer und beschwingter setzt &#8220;Blindsided&#8221; ein, doch unter den luftigen Takten liegt eine ambient geerdete Grundierung. Hier wird auch der zentrale Gedanke des Albums zwischen Verzweiflung und Beharren besonders eindringlich formuliert: &#8220;How to love in the face of this death&#8221;.</p>
<p>Mit &#8220;Olive groves&#8221; verändert sich die Stimmung spürbar. Feierliche Orgelklänge begleiten eine andächtige, fast schwebende Stimme, die in wenigen Worten jahrzehntelange Konflikte anruft. Auch &#8220;Black water&#8221; bleibt im Gestus reduziert, getragen von dumpfen Schlägen, folkig eingefärbten Saitenklängen und Bläsern, was der Komposition wie Musik für einen abgedunkelten Kurzfilm anmuten lässt. &#8220;The fear&#8221; dagegen klingt im Ansatz poppiger, mit klopfenden, rauschenden Texturen, hochtönendem Gesang und einem melodischen Brummen im Hintergrund &#8211; eine Eingängigkeit, die den bitteren Text umso deutlicher akzentuiert, in dem persönliche Erinnerungen an Kindheitsängste mit gegenwärtiger Bedrohung verschränkt. Ein wiederholtes Traume ist bekanntlich umso stärker in seiner Wirkung.</p>
<p>Im Titelstück schiebt sich ein metallisches Rasseln, Brummen und Bläserartiges in den Vordergrund, ehe Feedback und Kratzen die Klangfläche zerreißen. Der Gesang ist stark verfremdet, mal kaum verständlich, mal glasklar, und entwirft Bilder von Flammen, Steinen und einer &#8220;bloodied sun&#8221;. Der Abschluss &#8220;In the pines&#8221;, als einziges Stück außerhalb der Residency entstanden, führt schließlich in tiefe Melancholie. Bedächtige Pianolinien und verfremdete Stimmen verweben sich zu einem düsteren Duett. Zwischen Erinnerungsverlust, brennender Stadt und dem Ruf der Grillen entsteht eine Schwere, die keinen Ausweg mehr anbietet.</p>
<p>Von Anfang bis Ende ist &#8220;We live in sand&#8221;, trotz seiner voerdergründigen Zugänglichkeit, ein Album ohne beschönigende Zwischentöne. Während das selbstbetitelte Debüt noch von den Nachwirkungen der Beiruter Hafenexplosion geprägt war und &#8220;They Kept Our Photographs&#8221; im Schatten des beginnenden Kriegs entstand, ist die Gewalt hier endgültig im Alltag angekommen. Karl Matar, als Interbellum selbst Musiker, erfasst dies in den Liner Notes als Zeugnis ohne Fluchtpunkt: Wo frühere Werke Hoffnungsräume offenhielten, bleibt diesmal nur der entschlossene Realismus.</p>
<p>Am Ende bleibt ein Werk, das so bedrückend wie notwendig wirkt, eine fragile, aber klare Stimme aus der Mitte der Zerstörung. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ruptured Records / Beacon Sound</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3334254828/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3334254828/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="https://snakeskinband.bandcamp.com/album/we-live-in-sand-2">We live in sand von Snakeskin</a></iframe></p>
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		<title>V.A.: The Dome Sessions</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Sep 2025 05:43:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Tripoli, im Norden des Libanon, liegt ein Ort, der zugleich Symbol für Fortschrittsutopien und für das Verharren in einem Zustand des Nichterfüllten geworden ist: der unweit des Meeres und der historischen Altstadt gelegene unvollendete Kuppelbau des Rachid Karami International &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/09/13/v-a-the-dome-sessions/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/thedomesessions.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46534" title="thedomesessions" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/thedomesessions-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In Tripoli, im Norden des Libanon, liegt ein Ort, der zugleich Symbol für Fortschrittsutopien und für das Verharren in einem Zustand des Nichterfüllten geworden ist: der unweit des Meeres und der historischen Altstadt gelegene unvollendete Kuppelbau des Rachid Karami International Fair. Entworfen 1962 von dem hierzulande durch das Berliner Hansaviertel, v.a. aber durch die repräsentativen Bauten der brasilianischen Hauptstand bekannten Oscar Niemeyer als Teil eines <span id="more-46533"></span>weitreichenden Plans zur wirtschaftlichen Dezentralisierung des Landes, blieb die imposante Halbkugel nach Beginn des Bürgerkriegs ein Torso: baulich nie vollendet, akustisch unbehandelt, funktional ungenutzt. Gerade diese Unabgeschlossenheit aber macht den &#8220;Dome&#8221; zu einem Raum, in dem das Potenzial des Ungesagten, des Zwischenraums, erfahrbar werden kann. Seine Architektur erzeugt eine unverwechselbare Akustik, in der sich Schall nicht nur ausbreitet, sondern verflüchtigt, bricht, zurückkommt.</p>
<p>&#8220;The Dome Sessions&#8221;, die neue Compilation des libanesischen Labels Ruptured Records, reagiert nicht nur auf diesen Raum, sondern setzt sich, wie auch in den Liner Notes von Wassila Abboud erörtert, mit ihm in Beziehung. Die elf Sessions, die im April 2023 vor Ort aufgenommen und später in den Tunefork Studios in Beirut abgemischt wurden, lassen sich als akustisches Protokoll einer künstlerischen Aneignung verstehen. Das kollektive Moment ist dabei zentral: Musikerinnen und Musiker aus unterschiedlichen Kontexten und Generationen begegnen sich in diesen Aufnahmen auf Augenhöhe, reagieren aufeinander, auf die Architektur, auf das Vergangene, das Gegenwärtige, das geisterhaft Verborgene. Auch auf das, was in Worten unbeschrieben bleiben muss.</p>
<p>Die erste Session – ein Stück des Trios Sandy Chamoun, Abed Kobeissy und Pascal Semerdjian – beginnt mit Vogelstimmen, wie sie immer wieder leitmotivisch durch das Album ziehen. Eine Art perkussiver Donner kündigt sich an, rätselhafte akustische Miniaturen – Rasseln, Hupen, Triller –, dann setzt Chamouns unverwechselbarer Gesang auf Arabisch ein. Die Instrumentierung ist minimalistisch, doch der Ausdruck ist enorm. Die Dramaturgie des Stücks lebt von ihrer inneren Bewegung: mit wenigen Mitteln entstehen immer neue Motive, zum Ende hin steigert sich das Stück kraftvoll, beinahe eruptiv, ohne dabei die unaufgeregte, klare Stimme Chamouns auch nur ansatzweise zu tangieren. Makram Aboul Hosn präsentiert zwei solistische Kontrabass-Stücke. Der erste Teil ist geprägt von einer durchlässigen, atmenden Dynamik, das Tempo verändert sich scheinbar mühelos, der warme, holzige Klang des Instruments bleibt stets präsent. Im zweiten Teil dann ein energischeres, beinahe rabiates Spiel mit dem Bogen, ein starker Kontrast zum ersten Teil, der schließlich wieder zurückgeführt wird: ein kreisförmiger Aufbau, ein hörbarer Kraftakt.</p>
<p>Abdo Sawma und Anthony Tawil schaffen in ihrer Session eine verdichtete Atmosphäre, die sich von leiser Perkussion zu einer hallgeladenen, beinahe monumentalen Klangfülle steigert. Es ist ein Stück, das sich Zeit nimmt und zugleich große Intensität entwickelt. Ghassan Sahhab nutzt die Qanun – eine arabische Zither – für ein Stück, das archaische Melodik mit flirrender Leichtigkeit verbindet. Die Komposition wirkt nicht wie ein statisches Gebilde, sondern wie ein Gespräch: suchend, fragend, dabei aber stets getragen von innerer Kraft. Der Wechsel zwischen tastender Offenheit und kraftvoller Harmonie verleiht dem Stück eine besondere Tiefe.</p>
<p>Wassim Tanios – möglicherweise identisch mit dem gleichnamigen Regisseur – kombiniert eine dröhnende Grundstimmung mit subtilen Holzbläser- und Elektronikklängen. Die hier wohl verwendete Nej, ein traditionelles Doppelblattinstrument, verleiht dem Stück eine melancholisch-transparente Qualität. Es ist eines der emotional eindringlichsten Stücke der Compilation. Julia Sabras Beitrag ist eines der wenigen textbasierten Stücke. Ihre klare, folkige Stimme steht zunächst allein im Raum, bevor sie vom Strumming einer schlichten, aber feierlichen Akustikgitarre begleitet wird. Die Lyrics sprechen von der Unsicherheit der Zeitlichkeit und von einer drohenden Verlorenheit – und tun dies mit einer Sanftheit, die umso eindrucksvoller ist. &#8220;Girls and boys dancing around a corpse&#8221;, heißt es an einer Stelle – eine Zeile, die hängen bleibt.</p>
<p>Farah Kaddour greift mit ihrer Buzuq auf Mittel zurück, die schon ihr vor kurzem erschienenes Album &#8220;Ghazel&#8221; mit Marwan Tohme prägten. Doch hier wirken die Sounds noch entschiedener auf den Raum bezogen: Windgeräusche, das gelegentliche Aufbrausen des Instruments, das irrlichternde Spiel mit Tonhöhen und Rhythmen erzeugen ein Stück, das nie berechenbar ist, dabei aber stets kohärent bleibt. Der klangliche Zugriff erinnert an Roland Barthes’ Idee einer Schrift ohne festes Alphabet – ein auditives Reich der Zeichen. Marc Ernest beginnt mit vertrauten Vogelstimmen, bevor eine tubaartige Klangfigur einsetzt. Die Musik changiert zwischen Struktur und Offenheit, die Melodik ist ornamentiert, ohne überladen zu wirken. Das Stück bleibt schwer zu fassen, was Teil seiner Qualität ist. Der Fayha Choir, dessen Beitrag über zwölf Minuten geht, bringt mit &#8220;Zahrat al-Mada’en&#8221; ein ursprünglich für Fairuz geschriebenes Stück in den Kuppelraum. Die liturgisch anmutende Wucht dieses Chors, verbunden mit den akustischen Eigenheiten des Ortes, macht dieses Stück zu einem der ergreifendsten des Albums.</p>
<p>Den Abschluss bilden Charbel Haber, Anthony Sahyoun, Fadi Tabbal und Marwan Tohme. Ihr Stück wirkt wie ein epilogartiges Resümee: Geräusche, Stimmen, Saitenklänge, Dröhnen und Rasseln überlagern sich, ohne je in bloße Klangfläche zu kippen. Der Sound bleibt greifbar, vielschichtig, melancholisch – bis am Ende eine versteckte Sirene erklingt, fast unmerklich, wie ein Echo auf die vielen unvollendeten Kapitel dieses Ortes.</p>
<p>&#8220;The Dome Sessions&#8221; ist ein gemeinschaftliches Projekt, das klanglich z.T. weit auseinanderliegende Positionen miteinander in Beziehung setzt, ohne sie zu glätten. Jedes der Stücke würde auch isoliert bestehen, doch im Kontext des Niemeyer-Domes, dessen sinnlicher Erfahrung sie hier einige neue Perspektiven gegeben haben, gewinnen sie zusätzliche Dimensionen. Die Compilation ist kein museales Dokument, sondern ein lebendiger Kommentar zu einem Ort, dessen Bedeutung sich weniger aus dem ergibt, was er ist, als aus dem, was aus ihm gemacht wird.</p>
<p><strong>Label: Ruptured</strong></p>
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		<title>SARY MOUSSA: Wind, Again</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Aug 2025 05:12:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es gibt Musik, die nicht nach Einheit strebt, sondern gerade aus dem Zusammenprall unterschiedlicher Elemente ihre Spannung bezieht. &#8220;Wind, Again&#8221;, das neue Album von Sary Moussa, das der hier als Sazspieler auftretende Musiker zusammen mit einigen der großen Namen der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/08/23/sary-moussa-wind-again/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/wa.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46641" title="wa" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/wa-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt Musik, die nicht nach Einheit strebt, sondern gerade aus dem Zusammenprall unterschiedlicher Elemente ihre Spannung bezieht. &#8220;Wind, Again&#8221;, das neue Album von Sary Moussa, das der hier als Sazspieler auftretende Musiker zusammen mit einigen der großen Namen der libanesischen Experimentalszene &#8211; Julia Sabra (Piano, Hammond-Orgel), Paed Conca (Klarinette), Abed Kobeissi (Buzuq), Sary Moussa (Saz), Fadi Tabbal (Gitarre) und Pascal Semerdjian (Schlagzeug) &#8211; eingespielt hat, ist <span id="more-46640"></span>ein Beispiel für ein Werk, das diese Spannungen nicht glättet, sondern hörbar macht, ohne dabei in Beliebigkeit oder reines Experimentieren abzugleiten.</p>
<p>Auf sechs Stücken bringt Moussa all diese westlichen und vorderasiatischen Instrumente in Kontakt mit elektronischer Bearbeitung und struktureller Verdichtung. Doch anstatt daraus ein harmonisierendes Patchwork zu machen, entwickelt er eine Musik, die sich durch Reibung definiert. Die eingesetzten Instrumente bleiben hörbar sie selbst, behalten ihre eigene kulturelle Schwere und begegnen sich dennoch auf Augenhöhe. Der Fokus liegt weniger auf einer Versöhnung der klanglichen Welten, sondern auf deren möglichem Nebeneinander.</p>
<p>Ein Schlüsselstück ist das eröffnende &#8220;I Will Never Write A Song About You&#8221;, das Julia Sabras melancholisches Pianospiel, Paed Concas spröde Klarinette und die Buzuq von Abed Kobeissi in ein dichtes Szenario aus Schichtungen, Rückkoppelungen und subtilen Steigerungen überführt. Moussa schreibt dazu: &#8220;Es ist, als ob wir alle unterschiedliche Geschichten erzählen und ich habe an dem Faden gezogen, der sie zusammenhält&#8221;. Dass sich dabei Elemente durchkreuzen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben – das schleifende Dröhnen, das feierlich anmutende Orgelspiel, das quietschende, fast menschlich klagende Klarinettenmotiv – ist kein Widerspruch, sondern gestalterisches Prinzip.</p>
<p>Im Zentrum steht dabei eine Form von musikalischer Überlagerung, die sich in &#8220;Everywhere at Once&#8221; besonders eindrucksvoll entfaltet. Zunächst dominiert ein tiefes Orgelbrummen, dann mischen sich Beckenrauschen, fragile Elektronik und eine Art von pseudo-organischer Klangvielfalt ein, die an ein sehr entferntes Vogelkonzert erinnern mag. Spannung und Ernsthaftigkeit greifen ineinander, besonders wenn Drummer Pascal Semerdjian für Momente mehr Druck aufbaut – fast, als stünde ein Ausbruch bevor. Doch der bleibt aus; stattdessen verschiebt sich der Fokus zurück auf die Orgel, ohne dass der dramatische Impuls verlorengeht.</p>
<p>Stücke wie &#8220;White Dust&#8221; oder &#8220;Violence&#8221; zeigen, wie viel sich in Wiederholung und Oberflächenstruktur verbergen kann: Ruppiges Saitengeratter, kaum zur Ruhe kommende rhythmische Impulse und sich langsam verwischende Linien schaffen einen Eindruck von Bewegung ohne offensichtliche Richtung. Gerade in &#8220;Violence&#8221;, das auf den ersten Blick fast statisch wirkt, entpuppt sich mit der Zeit eine komplexe, hypnotische Dynamik, eine leise, aber stetige Unruhe. Der vielleicht persönlichste Moment findet sich in &#8220;Everything Inside a Circle&#8221;. Moussa kombiniert darin Piano, verfremdete Stimmen und generative Elektronik zu einer Mischung, die, wie es berichtet, eine Kindheitserinnerung an das Musikhören mit der Mutter reflektiert. Die Nähe zum Vertrauten bleibt angedeutet, das Emotionale ist eingebettet in Strukturen, die sich jeder eindeutigen Zuschreibung entziehen.</p>
<p>Zum Abschluss bündelt &#8220;A Storm, A Gift&#8221; noch einmal viele der klanglichen Strategien des Albums: vibrierende Dröhnung, aufgescheuchte, fast stimmhafte Klänge, perkussive Splitter und eine Orgel, die diesmal nicht abfedert, sondern das Geschehen mit Nachdruck trägt. Auch hier: kein eruptiver Schluss, sondern ein Nachbeben, ein umso intensiveres letztes Aufflackern. &#8220;Wind, Again&#8221; ist ein aufwühlendes Album, das sich jeder Form von eindeutiger Lesbarkeit entzieht. Es arbeitet mit Brüchen und Ambivalenzen, mit Erinnerungen, die nicht benannt, sondern klanglich angedeutet werden. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Other People</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=470913527/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Sametou Sawtan: Album und Tour von Sanam</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jun 2025 04:22:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die libanesische Band Sanam kündigt für den 19. September ihr zweites Album mit dem Titel &#8220;Sametou Sawtan&#8221; an, das bei Constellation erscheinen wird. Der Albumtitel bedeutet „Ich hörte eine Stimme“ – eine Formulierung, die offenlässt, ob man es mit etwas &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/06/02/sametou-sawtan-album-und-tour-von-sanam/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die libanesische Band Sanam kündigt für den 19. September ihr zweites Album mit dem Titel &#8220;Sametou Sawtan&#8221; an, das bei Constellation erscheinen wird. Der Albumtitel bedeutet „Ich hörte eine Stimme“ – eine Formulierung, die offenlässt, ob man es mit etwas Unheimlichem oder Erleuchtendem zu tun hat. Diese Spannung durchzieht laut abel auch das neue Werk der sechsköpfigen Combo aus Beirut, das sich mit Fragen von Distanz, Verlust und Erinnerung auseinandersetzt. In einer Zeit zunehmender Migration aus dem Libanon verarbeitet die Band ein Lebensgefühl, das zugleich von Verankerung und Entfremdung geprägt ist. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_single.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46381" title="images.disco_single" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_single.jpg" alt="" width="1100" height="1100" /></a><span id="more-46380"></span></p>
<p>Wie Sängerin Sandy Chamoun sagt: &#8220;Das Album ist nicht buchstäblich davon inspiriert, dass alle gehen – aber von der Vorstellung, dass etwas dich verlässt&#8221;. Nach ihrem vielbeachteten Debüt <a title="SANAM: Aykathani Malakon" href="http://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/">&#8220;Aykathani Malakon&#8221; (2023)</a> zeigt sich Sanam auf &#8220;Sametou Sawtan&#8221; noch konsequenter in ihrer stilistischen Hybridität. Elemente aus Psychedelic, Krautrock, freier Improvisation, Jazz, arabischer Dichtung und elektronischer Musik werden mit traditionellen Liedformen aus Ägypten und dem weiteren Nahen Osten verflochten zu einer Musik, die gleichsam geschichtsbewusst und gegenwärtig wirkt. Die Aufnahmen entstanden zwischen Paris und dem libanenischen Byblos, produziert von Radwan Ghazi Moumneh.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46382" title="images.disco" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_.jpg" alt="" width="1100" height="734" /></a></p>
<p>Mit der Vorabsingle &#8220;Harik&#8221; gibt die Band nun einen ersten Einblick. Das Stück basiert auf einem Text Chamouns und bildet den Ausgangspunkt für das Album. Der Song beginnt mit eruptiven Drums, verzerrter Elektronik und einer Stimme, die atemlos durch das Klangbild schneidet und abwechselnd dazu einen geerdeten, kraftvollen Gesang fast liturgisch anmutender Prägung beisteurt. Chamoun, die <a title="SANDY CHAMOUN: Fata17" href="http://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/">solo bereits ein Noisealbum </a>veröffentlicht und im vergangenen Jahr <a title="SANDY CHAMOUN / ANTHONY SAHYOUN / JAD ATOUI: Ghadr" href="http://africanpaper.com/2024/12/07/sandy-chamoun-anthony-sahyoun-jad-atoui-ghadr/">eine opulente Trio-Veröffentlichung </a>mit dem weiteren Sanam-Mitglied Anthony Sahyoun sowie Jad Atoui produziert hat, beschreibt den Text als ein Feuer, das ohne Treibstoff brennt – eine Empfindung, die sich durch viele Stücke des Albums zieht, auch wenn sie nie eindeutig negativ konnotiert ist. &#8220;Es ist eine Falle, aber sie kann auch magisch sein&#8221;, sagt Chamoun. Diese doppelbödige Intensität steht laut Constellation exemplarisch für den Gesamtcharakter von &#8220;Sametou Sawtan&#8221; <span style="font-weight: 300;">Thematisch greift das Album auf Texte aus verschiedenen historischen und kulturellen Kontexten zurück: So findet sich auf dem Album ein Gedicht des libanesischen Autors Paul Shaoul, während andere Texte auf den persischen Mathematiker und Dichter Omar Khayyam zurückgehen. Chamoun betont den gegenwärtigen Bezug solcher Quellen: &#8220;Wenn man Omar liest, fühlt man eine Verbindung zum Jetzt. Das Gefühl, dass es keinen klaren Weg gibt&#8221;. Eigene Texte bilden eine weitere Säule des Albums. </span><span style="font-weight: 300;">Vorgestellt werden soll das Album bei einer ausgedehnten Konzerttour im Juni und Juli durch Kanada und insgesamt sieben europäische Länder mit Stationen u.a. beim Roskilde Festival, Musica Mondo, Rudolstadt, Everyseeker oder Suoni Per Il Popolo. Zwei besondere Konzerte finden zudem im Hotel2Tango-Studio in Montréal statt, dem Sitz ihres neuen Labels.</span></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_tour.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46385" title="images.disco_tour" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/images.disco_tour.jpg" alt="" width="1100" height="1376" /></a></p>
<p>Konzertdaten:</p>
<p>14.06 Halifax (CA) Everyseeker<br />
18.06 Calgary (CA) Sled Island<br />
21.06 Montréal (CA) Suoni Per Il Popolo<br />
23.06 Montréal (CA) Hotel2Tango<br />
24.06 Montréal (CA) Hotel2Tango<br />
27.06 Amersfoort (NL) Musica Mundo Festival<br />
28.06 Roveredo (CH) Grin Festival<br />
30.06 Ljubliana (SL) Channel Zero<br />
01.07 Zagreb (HR) Mochvara<br />
02.07 Hamburg (DE) MS Stubnitz<br />
03.07 Roskilde (DK) Roskilde Festival<br />
04.07 Rudolstadt (DE) Rudolstadt Festival<br />
05.07 Rudolstadt (DE) Rudolstadt Festival<br />
07.07 Prag (CZ) Vila Štvanice (via Heartnoize)<br />
09.07 Biel (CH) Pod’Ring Festival</p>
<p>Bandportrait: Mohamad Abdouni</p>
<p><a href="https://lnk.to/cst18"><strong>Alle Links zur Single hier</strong> </a></p>
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		<title>Ripe: Neue LP der Postcards</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Mar 2025 06:47:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am 28. März erscheint &#8220;Ripe&#8221;, das fünfte Studioalbum der libanesischen Band Postcards, bei den Labels Ruptured und T3 Records. Das Trio aus Beirut, bestehend aus Sängerin und Gitarristin Julia Sabra, Schlagzeuger Pascal Semerdjian sowie Gitarrist und Bassist Marwan Tohme, hat &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/03/08/ripe-neue-lp-der-postcards/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 28. März erscheint &#8220;Ripe&#8221;, das fünfte Studioalbum der libanesischen Band Postcards, bei den Labels Ruptured und T3 Records. Das Trio aus Beirut, bestehend aus Sängerin und Gitarristin Julia Sabra, Schlagzeuger Pascal Semerdjian sowie Gitarrist und Bassist Marwan Tohme, hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2012 als fester Bestandteil der alternativen Musikszene weit über die Landesgrenzen hinaus etabliert. &#8220;Ripe&#8221; markiert eine Weiterentwicklung des charakteristischen Sounds der Band, indem es rohe Intensität mit atmosphärischen Klängen verbindet. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/03/ripe.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-45317" title="ripe" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/03/ripe.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-45316"></span></p>
<p>Die Aufnahmen fanden live in einem Haus in den libanesischen Bergen statt, was der Musik eine besondere Energie verleiht. Unter der Produktion des langjährigen Freundes und Kollegen Fadi Tabbal entstand ein Album, das die Balance zwischen rauer Intensität und üppigen Klanglandschaften hält. Der schon vorab veröffentlichte Song &#8220;Dust Bunnies&#8221;, der bereits mit PJ Harveys dunkleren Momenten verglichen wurde, bietet einen Vorgeschmack auf die düstere und treibende Atmosphäre des Albums, seine Lyrics zeichnen ein eindringliches Bild von Zerstörung und Verfall, durchzogen von einem Gefühl der Unausweichlichkeit. Generell spiegeln die Texte vielfach die Herausforderungen des Lebens im Libanon wider und thematisieren Wut, Trauer und Resilienz.<br />
<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/03/Postcards-by-Nessim-Stevenson.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-45318" title="Postcards by Nessim Stevenson" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/03/Postcards-by-Nessim-Stevenson.jpg" alt="" width="1200" height="931" /></a><br />
Mit &#8220;Ripe&#8221; präsentieren sich Postcards von ihrer bisher kraftvollsten und entschlossensten Seite und bieten ein intensives Hörerlebnis. Das Album &#8220;und unsere Welt mögen am Rand des Zerfalls stehen&#8221;, wie es in den Liner Notes von Karl Mattar heißt, &#8220;doch die Band ist gefestigt, tief verwurzelt – ihre Musik streckt sich weiter nach oben&#8221;. Das Album erscheint als LP, CD und zum Download.</p>
<p>Foto: Nessim Stevenson</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=513149923/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>FADI TABBAL: I Recognize You From My Scetches</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Feb 2025 05:08:53 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Fadi Tabbal, Musiker, Produzent und eine zentrale Figur der libanesischen Experimental- und Alternativszene, legt mit &#8220;I recognize you from my sketches&#8221; ein Album vor, das gleichermaßen introspektiv wie klanglich facettenreich ist. In zehn rein instrumental gehaltenen Stücken, die Samples zahlreicher &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/02/08/fadi-tabbal-i-recognize-you-from-my-scetches/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/D_IRFYMS_Cover_1400.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44374" title="D_IRFYMS_Cover_1400" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/01/D_IRFYMS_Cover_1400-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Fadi Tabbal, Musiker, Produzent und eine zentrale Figur der libanesischen Experimental- und Alternativszene, legt mit &#8220;I recognize you from my sketches&#8221; ein Album vor, das gleichermaßen introspektiv wie klanglich facettenreich ist. In zehn rein instrumental gehaltenen Stücken, die Samples zahlreicher befreudeter Acts enthalten, verhandelt er Themen wie Identität, Erinnerung und die innere Kluft zwischen Wunsch und Realität. Die Arrangements, geprägt von Gitarren, Tape-Loops und Synthies, bewegen sich <span id="more-44373"></span>zwischen melancholischen Soundscapes und dezenten rhythmischen Akzenten.</p>
<p>Bereits das Eröffnungsstück &#8220;(keep beating)&#8221; fällt durch seine klangliche Fülle und Dichte auf. Trotz des Titels fehlt jegliches offensichtliche Pulsieren, stattdessen entfalten sich Tremolos und ein unterschwelliges Rauschen, begleitet von einer melancholischen Grundstimmung. Das surreale, fast orchestrale Ambiente wird durch subtile unterschwellige Bewegungen im Untergrund kontrastiert. Auch &#8220;Absence or death&#8221; operiert mit minimalen, aber wirkungsvollen Mitteln: Eine wiederkehrende akustische Gitarrenfigur entwickelt sich langsam zu einer vielschichtigen Interaktion mit zurückhaltenden Klangelementen.</p>
<p>Hier scheint sich viel im Halbverborgenen zu ereignen, das mit den offensichtlicheren, vordergründigeren Ereignissen nicht kongruent ist und zugleich mit diesem eine interessante Interaktion eingeht. An Stellen wie dieser muss man Tabbals befreundete Musikerinnen und Musiker &#8211; <a title="JULIA SABRA: Natural History Museum" href="http://africanpaper.com/2024/11/02/julia-sabra-natural-history-museum/">Julia Sabra</a>, <a title="CHARBEL HABER: The Delightful Sights And Sounds Of A Decaying Nation" href="http://africanpaper.com/2020/09/12/charbel-haber-the-delightful-sights-and-sounds-of-a-decaying-nation/">Charbel Haber</a>, <a title="JAD ATOUI / JAWAD NAWFAL / SHARIF SEHNAOUI: Modern Individual" href="http://africanpaper.com/2024/06/15/jad-atoui-jawad-nawfal-sharif-sehnaoui-modern-individual/">Sharif Sehnaoui</a>, <a title="ELYSE TABET / PASCAL SEMERDJIAN / YARA ASMAR: Low Toms Bright Bells and Darkest Spells" href="http://africanpaper.com/2023/01/07/elyse-tabet-pascal-semerdjian-yara-asmar-low-toms-bright-bells-and-darkest-spells/">Pascal Semerdjian</a>, <a title="SANDY CHAMOUN / ANTHONY SAHYOUN / JAD ATOUI: Ghadr" href="http://africanpaper.com/2024/12/07/sandy-chamoun-anthony-sahyoun-jad-atoui-ghadr/">Anthony Sahyoun</a>, Marwan Tohme und Ghassan Sahhab &#8211; erwähnen: Personen, die im Leben und Werk des Künstlers immer wieder eine wichtige Rolle gespielt haben und deren Samples und Zitate unter der Oberfläche auch den Sound des vorliegenden Albums prägen, was sehr zu der persönlichen Thematik passt, denn jede Biografie, jede persönliche Erinnerung wäre nicht was sie ist ohne das Wirken anderer. Die Halbdurchsichtigkeit der Sounds jedenfalls erzeugt so eine Spannung, die sich nie vollständig auflöst und auch die Frage offenlässt, ob wirklich nur die Abwesenheit das Leben schützt.</p>
<p>Eine besondere spannungsgeladene Wegmarke des Albums ist &#8220;Oh heart, are you burning&#8221;, das durch metallische Percussion und knarrende, verzerrte Dröhnungen eine bedrohliche Atmosphäre schafft. Die Dynamik steigert sich kontinuierlich, und die Klangwelt wird gegen Ende von obertonreichen Elementen dominiert, die eine beeindruckende Intensität erreichen. &#8220;You were right&#8221; hingegen wirkt unmittelbarer, direkter, kontrastierender: Hier treffen metallene Geräusche und der eine oder andere Goldregen auf einem Saiteninstrument auf dröhnendes, qualmwolkenartiges Rauschen, das sich zu einem intensiven Spannungsbogen verdichtet. Die Unvorhersehbarkeit des Stücks macht es besonders packend.</p>
<p>Im vergleichsweise sanften &#8220;(keep pumping)&#8221; überrascht Tabbal mit einer darkjazzartigen Gitarrenlinie, die in eine gelassen melancholische Stimmung eingebettet ist. Der Titel wirkt dabei wie ein Imperativ, der eine innere Konstantheit trotz aller Herausforderungen betont, und wieder kommt in diesem Stück kein wirkliches rhythmisches Pulsieren vor. Mit &#8220;(keep thumping)&#8221; schließt sich weiter hinten &#8211; nach &#8220;When We Swam Together&#8221;, das wie eine starke Komposition für ein Bläserorchester anmutet &#8211; dann ein Stück an, das rhythmisch geprägt ist – jedoch nicht durch klassische Beats, sondern durch perkussive Anschläge auf Saiten, die mit hohen, dröhnenden Klängen kombiniert werden.</p>
<p>Das finale Stück &#8220;I am all that is left&#8221; bietet einen ergreifenden Abschluss, indem es einmal mehr orchestrale Elemente aufgreift und in einem beeindruckenden Klangbild zusammenführt. Insgesamt überzeugt &#8220;I recognize you from my sketches&#8221; durch seinen minimalistischen Ansatz, der dennoch tief in emotionale und klangliche Schichten vordringt. Der Künstler selbst betont den stark persönlich eingefärbten Schwerpunkt des Albums: &#8220;I’ve struggled with mental health issues for most of my life, always affected by loneliness, missed opportunities, the violence of the city, and the cruelty of some of its inhabitants. I found solace only through composing music. I recognize you from my sketches is an album of ten instrumental pieces, a breakup album between who we want to be and who we turned out to be&#8221;.</p>
<p>In jedem Fall schafft es Fadi Tabbal, all diese persönliche Themen subtil und gleichsam markant in seinen Kompositionen zu verarbeiten, und beweist damit ganz nebenbei einmal mehr, warum er zu den innovativsten Künstlern der Region zählt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Ruptured</strong></p>
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		<title>ELYSE TABET: Seaside</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Feb 2024 07:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fast ein bisschen klammheimlich im Eigenvertrieb erschien vor ein paar Wochen eine kleine EP der libanesischen Klangkünstlerin und Producerin Elyse Tabet, vormals Litter, deren Kollaborationen mit Jawad Nawfal sowie mit Yara Asmar und Pascal Semerdjian immer noch aktuell sind. &#8220;Seaside&#8221; &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/02/10/elyse-tabet-seaside/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/seaside1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-39447" title="seaside" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/seaside1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Fast ein bisschen klammheimlich im Eigenvertrieb erschien vor ein paar Wochen eine kleine EP der libanesischen Klangkünstlerin und Producerin Elyse Tabet, vormals Litter, deren <a href="https://vv-va.bandcamp.com/album/outpost">Kollaborationen mit Jawad Nawfal</a> sowie mit <a title="ELYSE TABET / PASCAL SEMERDJIAN / YARA ASMAR: Low Toms Bright Bells and Darkest Spells" href="http://africanpaper.com/2023/01/07/elyse-tabet-pascal-semerdjian-yara-asmar-low-toms-bright-bells-and-darkest-spells/">Yara Asmar und Pascal Semerdjian</a> immer noch aktuell sind. &#8220;Seaside&#8221; enthält eine gute Handvoll kompakter, aber umso eindringlicherer Kompositionen, wohl primär auf <span id="more-39446"></span>der Basis modularer Synthese und gesampleter Sounds, deren verhuschter Hypnotik man sich nur schwer entziehen kann.</p>
<p>Verrauscht und mit einem Sound, der an abgeklärt-melancholische Dark Jazz-Bläser erinnert, startet der Opener &#8220;4 AM&#8221; und wirft die Hörerinnen und Hörer in ein frühmorgendliches Szenario, das an eine Fahrt durch desolate Industrielandschaften vor Sonnenaufgang erinnert &#8211; und dabei eher an eine durchwachten Nacht als an eine von Aufbruchstimmung und Tatendrang durchdrungene Morgenstunde. Eine gewisse Offenheit und die trotz bohrender Dröhnung ausbleibende Beklemmung wirken dem entgenen, und diverse Instrumentenzitate und Sounds, die an gespenstische Stimmen erinnern, wecken eine Menge Neugier.</p>
<p>Der Titel des folgenden &#8220;Riding in your car at night down by the seaside no street lights&#8221; lässt eine Vorstellung der ablaufenden Geschichte entstehen: Tremolierendes Zischen wie von artifiziellen Beckenanschlägen und propellernde Sounds lassen die Vorstellung einer einsamen Fahrt entstehen, die, vielleicht bewirkt durch die umgebende Dunkelheit, durch monotone Landschaften führt. Die Monotonie verflüchtigt sich bald, doch die gefühlte Schwermut steigert sich noch durch nostalische, an Jahrmarktsinstrumente erinnernde Orgelsounds.</p>
<p>Spannender, aufwallender, konfrontativer gestaltet sich &#8220;Other cars in sight&#8221;, eine kurze aber intensive Empfindung von Lichtfülle und Intensität entsteht, deren fließender Charakter sich völlig in der vermeintlichen Statik der tastenden Synthies von &#8220;Come Down&#8221; auflöst, bevor auch hier eine beinahe monumentale Dröhung, flankirt von den gelösten Drums von Maya Abignadis (Flugen) die ganze Szene emporhebt. Auf einer solchen Plattform fühlt man sich noch auf dem viel zu kurzen Ambientstück &#8220;Prequel&#8221;, aus dem so mancher Epigone der elektronischen Avantgarde heute ein halbes Album gemacht hätte.</p>
<p>Ob die finalen zweieinhalb Minuten des hypnotisch-entrückten &#8220;Sequel &#8211; live to tell&#8221; dem Ankommen oder dem sich entgültigen Verlieren gelten, sollte offenbleiben &#8211; auch angesichts der goldenen Flocken, die in Nadine Makarems Gedicht, das hier von der Autorin selbst eingesprochen wird, über dem Staub tanzen, während Organisches und Meschinelles immer mehr zu einer rostigen Einheit geraten. (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3703497341/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Wishah: Youmna Saba mit neuem Album auf Touch</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/09/08/wishah-youmna-saba-mit-neuem-album-auf-touch/</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Sep 2023 04:56:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ankündigung: Touch bringen am 6. Oktober das neue und mittlerweile dritte Album der heute in Paris lebenden libanesischen Musikerin, Komponistin und Musikwissenschaftlerin Youmna Saba heraus. Das in fünf Schritte gegliederte &#8220;Wishah&#8221;, das im Arabischen &#8220;Schleier&#8221; bedeutet, knüpft an Sabas vorausgegangene &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/09/08/wishah-youmna-saba-mit-neuem-album-auf-touch/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ankündigung: Touch bringen am 6. Oktober das neue und mittlerweile dritte Album der heute in Paris lebenden libanesischen Musikerin, Komponistin und Musikwissenschaftlerin Youmna Saba heraus. Das in fünf Schritte gegliederte &#8220;Wishah&#8221;, das im Arabischen &#8220;Schleier&#8221; bedeutet, knüpft an Sabas vorausgegangene Alben <a href="https://youmnasaba.bandcamp.com/album/njoum">&#8220;Njoum&#8221;</a> (2014) und <a href="https://youmnasaba.bandcamp.com/album/arbeen-40">&#8220;Arb’een (40)&#8221;</a> (2017) und an die kürzlich digital erschienene Single <a href="https://youmnasaba.bandcamp.com/track/ritha">&#8220;Ritha&#8221;</a> an und erweitert zugleich deren &#8211; in jeweils unterschiedlicher Gewichtung &#8211; auf Oud, Elektronik und Vocals basierende Ansätze. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/09/wishah.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-37371" title="wishah" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/09/wishah.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-37368"></span></p>
<p>Die neuen Aufnahmen lenken einen besonderen Fokus aus die klanglichen Eigenschaften gesungener arabischer Phoneme, auch und v.a. im Zusammenhang der Gestaltung synthetisierter elektronischer Sounds. Basierend auf ihrem Forschungsprojekt Taïma’ erweiterte sie zudem den Klangbereich der Oud und kombinierte deren Sound nahtlos mit synthetisierter Elektronik. Im Begleittext heißt es: &#8220;It [...] amplifies subtle, often overlooked sounds generated during playing, such as resonances and fingerboard friction&#8221;. Zum Aufbau des Werks heißt es: &#8220;The composition is organised into five distinct stages, each contributing to a process of gradual revelation. As the tracks unfold, they strip away layers of constructed emotions and perceptions that have been intricately woven over time, to expose a space that no longer exists. Wishah is a farewell to home&#8221;. Das Album erscheint als CD und zum Download. <!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230907_094624_966.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2722940630/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>SANAM: Aykathani Malakon</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Aug 2023 05:45:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Sahyoun]]></category>
		<category><![CDATA[Antonio El Hajj Moussa]]></category>
		<category><![CDATA[Beirut]]></category>
		<category><![CDATA[Fadi Tabbal]]></category>
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		<category><![CDATA[Mais Um Discos]]></category>
		<category><![CDATA[Marwan Tohme]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Semerdjian]]></category>
		<category><![CDATA[Radwan Ghazi Moumneh]]></category>
		<category><![CDATA[Sanam]]></category>
		<category><![CDATA[Sandy Chamoun]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu den reichhaltigsten Platten, die in diesem Jahr das Licht der Welt erblicht haben, zählt fraglos &#8220;Aykathani Malakon&#8221; der libanesischen Band Sanam, die so etwas wie eine Supergroup ist, da ihre Mitglieder alle in anderen Bands oder solo aktiv sind &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/08/05/sanam-aykathani-malakon/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/sanam.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36388" title="sanam" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/sanam-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Zu den reichhaltigsten Platten, die in diesem Jahr das Licht der Welt erblicht haben, zählt fraglos &#8220;Aykathani Malakon&#8221; der libanesischen Band Sanam, die so etwas wie eine Supergroup ist, da ihre Mitglieder alle in anderen Bands oder solo aktiv sind und in ihrem Land keineswegs unbekannt. Mindestens im Falle der Sängerin <a title="SANDY CHAMOUN: Fata17" href="http://africanpaper.com/2023/01/14/sandy-chamoun-fata17/">Sandy Chamoun</a>, des Drummer <a title="ELYSE TABET / PASCAL SEMERDJIAN / YARA ASMAR: Low Toms Bright Bells and Darkest Spells" href="http://africanpaper.com/2023/01/07/elyse-tabet-pascal-semerdjian-yara-asmar-low-toms-bright-bells-and-darkest-spells/">Pascal Semerdjian</a> und des primär für die Elektronik zuständigen <a href="http://africanpaper.com/tag/anthony-sahyoun/">Anthony Sahyoun</a> sollte das auch bei unseren Lesern gelten, und auch die <span id="more-36386"></span>Namen Antonio El Hajj Moussa (Bass, Elektronik), Farah Kaddour (Buzuq) und Marwan Tohme (Guitars, Elektronik) sowie der des Studiomannes <a href="http://africanpaper.com/tag/jerusalem-in-my-heart/">Radwan Ghazi Moumneh</a> sind hier schon vereizelt gefallen.</p>
<p>Die Idee zu ihrer furiosen Mixtur aus improvisiert anmutendem und immer mal noisigen Rock, arabischsprachiger Poesie und Ansätzen regionaler Populärmusik ging auf einen Aufenthalt des Norddeutschen Hans-Joachim Irmler (Faust) zurück, der für das Irtijal Festival vor zwei Jahren nach Beirut reiste und eine Band für einen Workshop und Auftritt zusammentrommelte. Die Vorbereitungen dazu waren auch die Geburtsstunde des vorliegenden Debütalbums, das einige Monate später in einem abgelegenen Ort in den libanesischen Bergen live in einem kleinen Studio aufgenommen wurde. Dass man unter Umständen &#8211; soviel sei gleich zu Beginn vorweg genommen &#8211; ohne die entsprechenden Sprachkenntnisse die Texte nur in ihrer sinnlich-atmosphärischen Dimension wahrnimmt, tut dem ästhetischen Wert des Albums keinen Abbruch.</p>
<p>Der Titel &#8220;Aykathani Malakon (An Angel Woke Me)&#8221;, der in arabischen Lettern &#8220;ص​ن​م &#8211; أ​ي​ق​ظ​ن​ي م​ل​ا​ك&#8221; lautet, entstammt einem Gedicht des libanesischen Lyrikers Bassem Hajjar, welches gleich im Opener vertont wird. Dieser startet mit einer aufgeweckten Saitenmelodie, die gut zum Titel passen will, doch schon bald bringen die restlichen Instrumente eine Zerfleddertheit ins Bild, die an eine apokalyptisch tobende Karusellfahrt erinnert und vor deren Kulisse Chamouns Gesang, der recht bald auftaktlos einsetzt und in seinem leicht erschöpften Tonfall an ihr ungleich noisigeres Soloprojekt anknüpft, ungemein stoisch wirkt. Auch im weiteren Verlauf entpuppt sich der theatralische Kontrast zwischen Understatement und musikalischer Eruptivität als ein starkes Stilmittel, und auf gewisse Weise findet sich dies auch im Zusammenspiel von aufgeweckt tanzbaren Rhythmen und einem desolat detonierenden Glockenloop im folgenden &#8220;Bell&#8221;. Was hier anfangs wie eine straighte Fahrt durch eine instrumentale Klanglandschaft anmutet, offenbart mit der Zeit immer neue Ideen: Geheimnissvolle Ornamente auf der Bouzouk, kratzige E-Gitarren, die an diverse Schnittstellen von Krautrok und Wave erinnern und letztlich wieder Chamouns Gesang, der irgendwann einsetzt. Das Video mit dem Tänzer Eid Hemaoui einer in Tripoli ansässigen Sufi-Gruppe gibt all dem eine weitere Note.</p>
<p>&#8220;Ayouha Al-Taiin Fi Al-Mawt (He Who Stabs Death)&#8221; ist ganz um einen von der Sängerin diesmal nur rezitierten Text des Dichters Paul Chaoul herum gebaut: Schon im noch ganz ohne Instrumente beginnenden Auftakt klingt ihre Stimme entschlossen und kämpferisch, was durch einen leicht nervösen Unterton noch untermauert wird. Setzen die Instrumente &#8211; zischelnde Becken, Gitarren und einiges mehr &#8211; ein, bleibt diese Haltung noch lange bestehen, erst mit der Zeit, wenn sich auch die musikalische Kulisse immer mehr in Tempo und Fülle steigert, überschlagen sich auch die stimmlichen Ereignisse, eine spannungsvolle Aufgeregtheit verbreitet sich und man wartet nur noch auf den erlösenden Ausbruch, der sich dann recht subtil ereignet, bevor das Stück wieder in reine, wenngleich nun atemlose Rezitation mündet. Das auf einer Arbeit des ägyptischen Komponisten Sayyid Darwish basierende &#8220;Ya Nass (O People)&#8221;, in dessen vergleichsweise ambienter Struktur die Bouzouk besonders zur Geltung kommt, wirkt trotz rauer Momente vergleichweise kontemplativ.</p>
<p>Man könnte zu jedem Song viel schreiben, denn in jedem der Stücke offenbart das Album weitere Charakterzüge ihrer Mixtur aus Tradition und Innovation, aus Reginalem und Globalem &#8211; Züge, die sich oft interessanten (und niemals banal-plakativen) Kontrasten verdanken, durch die die durchaus auch im herkömmlichen Sinne reizvollen Melodien und Harmonien stets vor der Falle des nur-Schönen bewahrt werden. Im weniger textlastigen, aber keineswegs gesangsfreien &#8220;Shajar Al-Touti (The Mulberry Trees)&#8221; entfaltet sich ein von der Klangquelle her schwer ortbarer Goldregen vor einem rauen Hintergrund, in &#8220;Oulo La Emmo (Tell His Mother)&#8221; mit seinen kämferischen Trommelwirlbeln hält sich über drei Minuten das Gefühl einer (Un-)Ruhe vor dem (eigentlichen) Sturm, der rockige Takt, der sich die ganze Zeit über herauszukristallisieren scheint, bleibt aber im Hintergrund, entfaltet sich erst im schwindelerregenden Instrumentalstück &#8220;94&#8243;.</p>
<p>In den abschließenden Minuten macht sich mehr als zuvor eine angenehme Sanftheit bemerkbar, die atmosphärisch eher an Akzeptanz als an so etwas wie ein glückliches Emde erinnern mag. An ein solches mag man auch bei einem Titel wie &#8220;Mouathibatti (My Torturer)&#8221; nicht als erstes denken. In diesem Stück entfalten Stimme, bedächtige Drums und Saiten mit ihren fantasievollen Glissandi eine (trügerische?) Smoothness, die von einem Lachen quittiert wird, bevor der ganze Reigen im ambienten &#8220;Rings&#8221; seinen Schluss findet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Mais Um Discos</strong></p>
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