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	<title>African Paper &#187; Final Muzik</title>
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		<title>DEISON / MINGLE: Everything Collapse(d) &#8211; Piano Versions</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 03:43:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Andrea Gastaldello]]></category>
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		<description><![CDATA[Wiederentdeckungen in der Musik sind selten bloß archivierende Akte. Im Falle von Deisons und Mingles &#8220;Everything Collapse(d) – Piano Versions&#8221; läuft die Wiederentdeckung viel eher auf die nachträgliche Rekonstruktion eines künstlerischen Zusammenhangs hinaus, der im Moment seines Entstehens noch nicht &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2026/04/11/deison-mingle-everything-collapsed-piano-versions/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/ecpv.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-50761" title="ecpv" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2026/04/ecpv-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wiederentdeckungen in der Musik sind selten bloß archivierende Akte. Im Falle von Deisons und Mingles &#8220;Everything Collapse(d) – Piano Versions&#8221; läuft die Wiederentdeckung viel eher auf die nachträgliche Rekonstruktion eines künstlerischen Zusammenhangs hinaus, der im Moment seines Entstehens noch nicht vollständig sichtbar war. Die Aufnahmen entstanden bereits vor gut zehn Jahren beinahe Zeitgleich zur üppigeren <span id="more-50759"></span>Version des Materials, den der Experimentalmusiker Cristiano Deison und der Komponist und Musiker Andrea Gastaldello alias Mingle dann auch als &#8220;Everything Collapse(d)&#8221; (Aagoo Records 2014) veröffentlichten. Die hier versammelten Stücke reduzieren das Ausgangsmaterial bewusst: Weg von dichter Klangschichtung, hin zu einem freigelegten melodischen Kern, der sich in der Kombination aus Klavier und subtiler Elektronik neu entfaltet. Dass diese Aufnahmen lange unveröffentlicht blieben und erst nach Gastaldellos Tod wieder ans Licht kamen, verleiht ihnen eine zusätzliche Perspektive – sie erscheinen heute weniger als bloße Variation, sondern als eigenständiger Zugang zum gemeinsamen Schaffen.</p>
<p>Klanglich eröffnet sich ein Raum, der zwar vom Klavier ausgeht, sich aber keineswegs darauf beschränkt. Glasklare, oft in sich kreisende Pianoparts stehen neben schabender, kratzender, heiserer Elektronik. Trotz des Titels handelt es sich also nicht um ein reines Pianoalbum, und auch wenn sich ein Vergleich mit der ursprünglichen Version aufdrängen könnte, entzieht sich diese Aufnahme bewusst einer solchen Gegenüberstellung, indem sie eine eigene, leichtere und durchlässigere Klanglogik etabliert. Gleich zu Beginn entfaltet sich eine entrückte, leicht hypnotische Melancholie: Tonfolgen, die eher Fragen in den Raum zeichnen als Antworten geben. In den folgenden Passagen rückt das Klavier zunächst noch stärker in den Vordergrund, seine Motive wirken geduldig, beinahe abwartend. Doch nach und nach treten elektronische Elemente hinzu – tribbelnd, schleifend, rauschend wie eine ferne Brandung, gelegentlich auch scharfkantig und irritierend, ohne das Gleichgewicht zu kippen. Das Klavier bleibt von all den Bewegungen in seiner Nähe unbeeindruckt, behauptet seine ruhige Präsenz, selbst wenn um es herum dunkle Drones oder unruhige Texturen entstehen.</p>
<p>In manchen Momenten entwickelt die Musik eine fast einlullende Qualität, die jedoch bei genauerem Hinhören von einer Vielzahl feiner Details durchzogen ist. Es sind flüchtige Szenarien, die sich andeuten und wieder abtauchen. Verspieltere Figuren blitzen auf, nur um gleich wieder in eine zurückgenommene Grundhaltung überzugehen. Diese eigentümliche Genügsamkeit und eine sensible Besinnung auf das Wesentliche, die sich auch in Titeln wie &#8220;Nessun Desiderio&#8221; spiegelt, erinnert stellenweise an minimalistische Kompositionsansätze z.B. in einigen Arbeiten von Arvo Pärt. Charakteristisch ist dabei das Wechselspiel: Immer wieder übernimmt die luftige, leicht angekratzte Elektronik das Klangbild, jedoch meist nur in Momenten, in denen das Klavier innehält. Einzelne Ideen prägen die Stücke nachhaltig, ohne sich aufzudrängen – etwa ein pulsierendes, an medizinische Geräte erinnerndes Signal, das sich gegen unregelmäßige Klangbewegungen behauptet, oder hörspielartige Passagen, in denen Vogelstimmen, Rauschen und fernes Hantieren eine szenische Qualität erzeugen.</p>
<p>Gegen Ende verdichtet sich das Zusammenspiel erneut. In „Static Inertia“ tritt das Klavier mit teils hochfliegenden, beinahe ekstatisch wirkenden Tönen in den Vordergrund, bevor die Elektronik allmählich wieder einsetzt und das Spektrum erweitert. Es ist kein dramatischer Höhepunkt, sondern eher ein Zusammenführen der zuvor etablierten Elemente. Der Ausklang wirkt entsprechend gelöst, beinahe zärtlich, als würden sich beide Klangwelten in einer ruhigen, offenen Geste verabschieden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Musik eine Bedeutung, die über den Status eines nachträglich veröffentlichten Nebenwerks hinausgeht, denn das Album fungiert als eine Form des Erinnerns, die das Vergangene nicht einfach konserviert, sondern neu hör- und deutbar macht und das Augenmerk auf das feine Austarieren von Klang und Stille, von Intuition und Konstruktion legt, die das Duo wunderbar beherrscht(e). &#8220;Everything Collapse(d)- Piano Versions&#8221; ein spätes Dokument einer künstlerischen Verbindung, das im Wiederhören seine eigentliche Gegenwart entfaltet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Final Muzik</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=314476926/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TWELVE THOUSAND DAYS: They Have All Gone Into The World Of Light</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Sep 2024 04:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
		<category><![CDATA[Final Muzik]]></category>
		<category><![CDATA[Henry Vaughan]]></category>
		<category><![CDATA[Martyn Bates]]></category>
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		<description><![CDATA[Die englische Dark Folk-Band Twelve Thousand Days – unsere Leser wissen längst, dass sich dahinter die Musiker Alan Trench und Martyn Bates verstecken – ist ein scheinbar nie versiegender Quell an neuen musikalischen Ideen, und Gerüchten zufolge soll es stets &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/09/07/twelve-thousand-days-they-have-all-gone-into-the-world-of-light/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/08/theyhaveall.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-42292" title="theyhaveall" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/08/theyhaveall-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die englische Dark Folk-Band Twelve Thousand Days – unsere Leser wissen längst, dass sich dahinter die Musiker Alan Trench und Martyn Bates verstecken – ist ein scheinbar nie versiegender Quell an neuen musikalischen Ideen, und Gerüchten zufolge soll es stets einen beachtlichen Fundus an schon angefangenen und zum Teil noch fragmentarisch gebliebenen Songs geben, die darauf warten irgendwann – wenn sich beispielsweise wie von <span id="more-42289"></span>Zauberhand ein leitmotivisches musikalisches oder lyrisches Thema abzuzeichnen beginnt – Teil eines kohärenten Albums zu werden.</p>
<p>Genauso lief es auch beim aktuellen Album &#8220;They Have All Gone Into This World Of Light&#8221; ab: Im Laufe der Zeit sammelten sich immer mehr Songs an, teils aus eigener Feder, aber auch neu arrangierte Songs anderer oder Traditionals, die um Themen von Tod und Vergänglichkeit kreisten und einen gewissen Memento Mori-Charakter aufwiesen. Als die beiden dann noch auf das Werk des aus Wales stammenden Metaphysical Poet Henry Vaughan stießen, dem dann auch der Albumtitel entlehnt wurde, zeichnete sich immer mehr die Struktur des nun vorliegenden Albums ab.</p>
<p>Eine nocturnale Dunkelheit, irgendwo im weitläufig labyrinthischen Grenzbereich psychedelischen Ambients und apokalyptisch eingefärbter Folkmusik, zeichnet sich gleich im ersten Stück &#8220;The Werwolf&#8221; ab, einem viel zu unbekannten Folksong der frühen 70er aus der Feder des amerikanischen Sängers Michael Hurley und zugleich der einzige Song, bei dem Alan Trenchs ungehobelte Stimme im Zentrum steht. Im Vergleich zum fast anheimelnden Original, einem dunkelbesinnlichen Walzer mit Gitarren und Violine, tendiert die 12000 Days-Version in eine nur leicht aber dennoch merklich abstrahiertere Richtung. Die Gitarren, deren metallischer Klang stellenweise fast an den Banjo erinnert, lässt Reminiszenzen an spanische und nordafrikanische Gitarren anklingen, wie man sie z.B. von Richard Bishop her kennt, und verselbstständigen sich immer wieder zu schwungvollen melodischen Ornamenten, während im Hintergrund die Violine zusammen mit einem kratzigen Sturm ein spannungsvolles Sirren erklingen lässt. &#8220;The Bitter Withy&#8221;, ein gnostisch angehauchtes englisches Traditional vermutlich aus dem 15 Jahrhundert, erzählt eine dramatische Geschichte aus dem Leben des kindlichen Jesus, wie sie im Kindheitsevangelium des Thomas überliefert ist, von dem auch der berühmte &#8220;Cherry Tree Carol&#8221; inspiriert war. Bates charakteristische Stimme, die weit ausladende Figuren auf die imaginäre Leinwand zeichnet, tritt zusammen mit einer traumverlorenen Querflöte in einen markanten Kontrast mit dem fast trocken klingenden, krautigen Klang eines Hackbretts.</p>
<p>Dieses spröde Moment, das normalerweise eher ein Markenzeichen von Trenchs anderem, vielleicht spontanerem Projekt Tempel Music ist, findet sich hier in einigen der Stücke wieder, so in &#8220;I&#8217;m not the stranger&#8221;, das – nicht primär wegen des Zusammenspiels von elektrischen und  akustischen Gitarren – viel von einem aufs Wesentliche reduzierten Rocksong hat mit einem bluesig angehauchten Takt, der mit Bates&#8217; impressionistischer Stimmarbeit wunderbare Kontraste eingeht. Auch genannt werden kann hier &#8220;My golden bird the sun&#8221;, dessen akustisches Fingerspiel auch ein bisschen spröde wirkt, und gerade von dem fast schon noisig elektrifizierten Auftakt, der als stabile Grundlage während des Stücks bestehen bleibt, noch unterstützt wird. Vor diesem Hintergrund und der kratzigen E-Gitarre, die sich gelegentlich zu Wort meldet, wirkt Bates sanfte Stimme hier fast etwas aufgescheucht.</p>
<p>Ganz anders, viel offener emotional, gestalten sich Songs wie das sanfte T.Rex-Cover &#8220;Evenings of Damask&#8221;, aus dessen Sixtiessound ein a capella eingeleitetes, bimmelnd rituelles Interludium wird, oder das auf die Sagenwelt Lincolnshires verweisende &#8220;Five and six and seven&#8221;, zu dessen Folksound mit Gitarre und Akkordeon noch eine erdende Orgel hinzukommt. Ein Höhepunkt an melancholischer Wehmut ist der auf den besagten Dichter zurückgehende Titeltrack, der sich aus einem gebündelten Ambientstrahl erhebt, in dessen himmelhohe Töne bald Dunkles hineinbricht.</p>
<p>In den finalen Minuten des Albums, in der wieder rockig angehauchten Grummeligkeit von &#8220;Your beauty&#8221; und mehr noch in dem heiteren &#8220;The Green Wood&#8221;, kommt wieder mehr Bewegung ins Bild. Das Album endet mit griechischen Instrumenten und einer rasseligen Feier der Welt des Pan, wie um zu demonstrieren, dass das Sterben nicht das einzige ist, auf das man vorbereitet sein sollte. Übrigens haben die Spatzen von den Dächern gepfiffen, dass &#8220;They Have All Gone Into This World Of Light&#8221; bereits den Embryo eines neuen Temple Music-Albums oder zumindest eines Teils davon enthält. Mehr dazu natürlich, wenn alles spruchreif ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Final Muzik</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_240825_181433_224.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3475248584/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>GIANLUCA BECUZZI: We Can Be Everywhere [2014-2023]</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Dec 2023 07:47:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit den frühen 80ern ist der aus der Toskana stammende Gianluca Becuzzi ein musikalischer Workaholic, und vielen hierzulande ist er vermutlich am ehesten durch sein frühes New Wave- und Postpunk-Projekt Limbo bekannt, mit dem er bis ins neue Jahrtausend hinein &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/12/23/gianluca-becuzzi-we-can-be-everywhere-2014-2023/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/fotor_1679770552869.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-34715" title="fotor_1679770552869" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/fotor_1679770552869-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Seit den frühen 80ern ist der aus der Toskana stammende Gianluca Becuzzi ein musikalischer Workaholic, und vielen hierzulande ist er vermutlich am ehesten durch sein frühes New Wave- und Postpunk-Projekt Limbo bekannt, mit dem er bis ins neue Jahrtausend hinein zahlreiche Alben herausbrachte. Die Zeit um die Jahrtausendwende markierte auch eine Schwerpunktverschiebung von den zwar bisweilen experimentell eingefärbten, aber vom Hauptfokus her dennoch eher songorientierten Arbeiten hin zu <span id="more-34713"></span>abstrakteren Klangwelten, die er mit Projekten wie Kinetix, seinen Arbeiten mit dem Dröhner Fabio Orsi und nicht zuletzt auch solo herausbrachte. &#8220;We Can Be Everywhere&#8221;, das vor zehn Jahren bei Final Muzik auf CDr erschienen ist, stellte damals eine besondere Wegmarke im Rahmen seiner Soloarbeiten dar, wobei solo in dem Fall nicht heißt, dass Becuzzi das Album im Alleingang produziert hätte. Drei besondere Acts unterstützten ihn dabei in den meisten der Aufnahmen. Das eröffnende &#8220;From this Poem of Void&#8221; entstand in Zusammenarbeit mit Raimondo Gaviano alias Swart1. Hier brechen in unregelmäßigen Abständen prasselnde Noise-Kaskaden in eine Welt der Stille und scheinen andere kleinteilige Geräusche zum lauter werden zu ermutigen. Erst nach einiger Zeit wird das Ganze durch ein hintergründiges Brummen eingehegt, dennoch ist der Track atmosphärisch eher Doom-Industrial als Ambient. Einige der Klänge hier sind so gut versteckt, dass man sie leicht überhören könnte, so die hechelnden Frauenstimmen, die sich &#8211; wenn sie denn keine Fata Morgana sind &#8211; ganz tief unter der Oberfläche abhetzen. Der gleichen Zusammenarbeit entstammt &#8220;The Screaming Torso&#8221;, das gleich mit einer infernalischen Feedback-Lawine beginnt. Gefühlt hundert Details fliegen so schnell durch den Raum, dass das Resultat schon wie ein homogener Fluss wirkt, wenn man nicht innerlich das Tempo herunterschraubt &#8211; bis raues Kratzen die Illusion durchbricht. Nach einer kurzen, aber intensiven Klangwelt voll frunkensprühender Glöckchen führt die Reise durch zwei beklemmende Tracks, die zusammen mit dem neapolitanischen Duo Retina.it entstanden sind. Stetig pulsierendes Pauken, das sich zunächst im Hintergrund hält und dann von einer wuchtigen Dröhnwelle nach vorne gedrückt wird, darüber Stimmen, vermutlich von einer Lautsprecherdurchsage, abstrakte Sound-Mixturen, aus denen immer wieder Glocken an die Oberfläche dringen, dunkles Gemurmel, zirpende Insekten: Alles wird dichter mit der Zeit und offenbart eine große Vielschichtigkeit, und am Ende kulminiert alles in einer prasselnden Lärmsalve. Nach einem weiteren solo eingespielten Interludium beginnt der zusammen mit dem Klangkünstler Deison produzierte Schlussteil, der das experimentierfreudigste Material des Albums bereithält: Das Stück &#8220;Headless shadows&#8221; beginnt mit zum Teil rückwärts eingespieltem Material, das aber nur notdürftig die hypnotische Perkussion und die verquere Melodik dahinter verdeckt. Das lange &#8220;All the ghosts of my life&#8221; schließt das ursprüngliche Album noch um einiges subtiler ab, denn hier meint man eine nur leicht elektrifizierte Naturszenerie mit heranbrandendem Wasser und Vogelstimmen zu hören. Doch irgendwann bricht auch hier noch einmal die Dunkelheit in Form schriller Hochtöner, dunklem Grollen und mysteriösem metallenden Hantieren ein. Was passiert hier? Lässt hier jemand ein Geisterschiff vom Anker gehen?</p>
<p>Als Überraschung hat sich Becuzzi das mittlerweile fast ein Jahrzehnt alte Material erneut vorgenommen und ausgehend von einigen Samples daraus im Alleingang vier eigenständige Kompositionen gebaut, die vier Tracks mit den Titeln &#8220;We&#8221;, &#8220;Can&#8221;, &#8220;Be&#8221; und &#8220;Everywhere&#8221; umfasst. Doch was sich zum Auftakt noch wie ein Rework anmuten mag, entpuppt sich als eine weitgehend eingeständiges Bonusalbum, das mit dem ursprünglichen Longplayer nur durch Referenzen verbunden ist. Das Erkennungszeichen dieser Kompositionen ist ihr schleppender und bleischwerer Doomcharakter, dessen Infernalik nicht nur sägenden Gitarrenwänden, höllischen Twangs, wahrwitzigem Gemurmel und schleppenden Takten zu verdanken ist, sondern auch knarrenden Türen, krächzenden Flüstervocals, einzelnen Freekout-Ansätzen, trügerischen Glöckchen, gezielt eingesetzten lichten Momenten und einigem mehr. Becuzzis Repertoir ist offenkundig breit gefächert.</p>
<p>Die Reissue erschien bereits vor einem Dreivierteljahr und einigen der CDs sind noch erhältlich. Selbstredend empfehlen wir sie. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Final Muzik</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=90651768/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Wir versuchen, neue Türen zu neuen Möglichkeiten zu öffnen: Ein Interview mit den Betreibern von Final Muzik</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Nov 2023 03:48:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Cristiano Deison]]></category>
		<category><![CDATA[Final Muzik]]></category>
		<category><![CDATA[Gianfranco Santoro]]></category>
		<category><![CDATA[Vanessa Venerdi]]></category>

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		<description><![CDATA[Obwohl das Label Final Muzik &#8220;erst&#8221; 2004 ins Leben gerufen wurde, ist seine Programmatik tief verwurzelt in der sehr reichhaltigen italienischen Experimental- und Industrialkultur der 80er Jahre, und das nicht nur, weil es – personell – an das bereits 1986 &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/11/25/wir-versuchen-neue-turen-zu-neuen-moglichkeiten-zu-offnen-ein-interview-mit-den-betreibern-von-final-muzik/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/logo-motononna-print.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38373" title="logo motononna print" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/logo-motononna-print-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><span style="font-weight: 300;"><strong>Obwohl das Label Final Muzik &#8220;erst&#8221; 2004 ins Leben gerufen wurde, ist seine Programmatik tief verwurzelt in der sehr reichhaltigen italienischen Experimental- und Industrialkultur der 80er Jahre, und das nicht nur, weil es – personell – an das bereits 1986 gegründete Tapelabel und Fanzine Discipline anknüpft, das schon damals die Brücke zwischen einheimischer und internationaler Geräuschkunst schlug. Im neuen Jahrtausend, als die</strong> <span id="more-38398"></span><strong>Avantgarden des ausgehenden 20 Jahrhunderts bereits auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken konnten, machte sich Final Muzik mit Reissues gefragter Raritäten verdient, und so erlebten auf dem Label Werke wie <a title="I.M.B.: Reissue des Klassikers von Maurizio Bianchi" href="http://africanpaper.com/2023/11/11/i-m-b-reissue-des-klassikers-von-maurizio-bianchi/">Maurizio Bianchis &#8220;I.M.B.&#8221;</a> oder <a title="BORGHESIA: Un Chant d’Amour" href="http://africanpaper.com/2022/03/12/borghesia-un-chant-damour/">Borghesias &#8220;Un Chant d&#8217;Amour&#8221;</a> ihre Wiedergeburt. Ein anderer Schwerpunkt war die vom Design her sehr kohärent gestaltete Reihe des &#8220;Singles Club&#8221; aus den Jahren 2014-16. Bei all dem geht es den Betreibern Vanessa Venerdi, Gianfranco Santoro und Cristiano Deison immer auch um eine lebendige Vielfalt, bei der den Scheuklappen starrer Genrekonzepte eine Absage erteilt wird. So finden sich bei Final Muzik Teho Teardo und M.B. neben <a href="http://africanpaper.com/tag/twelve-thousand-days/">Martyn Bates und Alan Trench</a> oder den kanadischen Wavestars Psyche, der römische Ausnahmemusiker <a href="http://africanpaper.com/tag/lyke-wake/">Lyke Wake</a> neben Abbildungen Variete, dem Noiser Claudio Rocchetti, <a href="http://africanpaper.com/tag/flavio-rivabella/">der Trompeter und Experimentalmusiker DBPIT</a> und <a href="http://africanpaper.com/tag/deison/">Deisons eigenen Arbeiten</a>. Über all dies und einiges mehr sprachen wir kürzlich mit den Betreibern des Labels.</strong></span></p>
<p><strong><a title="We try to open new doors to new possibilities: An Interview with the founders of Final Muzik" href="http://africanpaper.com/2023/11/25/we-try-to-open-new-doors-to-new-possibilities-an-interview-with-the-founders-of-final-muzik/">English Version</a></strong></p>
<p><em><strong>Viele kleinere Labels werden von Musikern gegründet, um ihre eigene Musik oder die von Freunden zu veröffentlichen. Manchmal geht es auch darum, bestimmte Künstler zu unterstützen, die man als unterbewertet empfindet. Gab es für euch einen konkreten Impuls, Final Muzik zu gründen?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Der Impuls ist derselbe, den ich hatte, als ich Mitte der 80er Jahre ein Kassettenlabel gründete: „eine Brücke“ zu werden, um den Leuten ein paar gute Veröffentlichungen anzubieten, egal ob von einem völlig unbekannten Projekt oder von berühmten Künstlern. Leidenschaft, Begeisterung, Forscherdrang, Freiheit, Unabhängigkeit.</p>
<p>Deison – Unser Ziel ist es, Musik zu veröffentlichen, zu promoten und anzubieten, die wir gerne hören würden, oder Bands, die wir bewundern … manchmal kommt das von Freunden, manchmal haben wir uns einfach in eine Platte verliebt, die uns geschickt wurde.</p>
<p><em><strong>Wie habt ihr euch für den Namen entschieden? Veröffentlicht ihr Musik für die Endzeit oder geht es eher um eine Idee von Musik, nach der nichts weiteres mehr kommen kann?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Seltsamerweise stellt der Name Final Muzik einen neuen Ausgangspunkt dar. Nachdem wir andere Labels gegründet, Radiosendungen gemacht und Künstler für unsere Fanzines und andere Magazine rezensiert und interviewt hatten, dachten wir über einen Neuanfang nach. Es war 2004. Die Musik, die wir veröffentlichen, ist nicht „endgültig“: Im Gegenteil, wir versuchen, neue Türen zu neuen Möglichkeiten zu öffnen.</p>
<p><em><strong>Wie habt ihr die Experimental- und Untergrundkultur in Italien in der Anfangszeit erlebt? Geht es euch auch darum, eine Tradition fortsetzen, die in eurem Land in den frühen 80er Jahren begann?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Ich habe im August 1986 mit der Veröffentlichung eines Fanzines (Discipline) begonnen; ein paar Monate später gründete ich ein gleichnamiges Kassettenlabel. Ich war vollständig in die italienische Industrial- und Experimentalmusikszene eingetaucht. Es hat mich seit den frühen 80ern stark beeinflusst: Künstler wie Giancarlo und Massimo Toniutti, das TRAX-Kollektiv, F.A.R., M.B., Lyke Wake, Mauro Teho Teardo, T.A.C., Sigillum S und Tasaday (um nur einige zu nennen) waren und sind immer noch sehr wichtig für mich. Es war ein sehr reiches und produktives Jahrzehnt mit einer beeindruckenden Anzahl von Kassettenlabels, Fanzines und Bands. Ich weiß nicht, ob wir mit Final Muzik eine Tradition fortsetzen, aber wir haben sicherlich viele Projekte veröffentlicht (z. B. eine CDr-EP-Reihe, die der italienischen Szene gewidmet ist, sowie viele CD-Alben), die in gewisser Weise immer noch mit der italienischen Szene und dem Geist dieser Jahre verbunden sind.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3689400479/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Wie arbeitet ihr für das Label zusammen?</strong></em></p>
<p>Deison – Nun, Gianfranco ist sicherlich die treibende Kraft des Labels, der zusammen mit Vanessa alles verwaltet. Ich kümmere mich mehr um den technischen Teil, was die Website, die Grafik, das Design und die musikalisch-audiotechnische Betreuung einiger Auswahlmöglichkeiten des Labels betrifft; Für unsere Reissue-Serie recherchiere ich oft nach alten, obskuren 80er-Jahre-Bands, die uns oft zu unerwarteten Projekten führten.</p>
<p>Gianfranco – Cristiano und Vanessa sind mein Rückgrat.</p>
<p><em><strong>Haben ihr euch von Anfang an als internationales Label betrachtet?</strong></em></p>
<p>Vanessa – Ja. Was auch immer  in unseren Ohren wertvoll klingt, egal woher es kommt, kann darauf abzielen, auf Final Muzik veröffentlicht zu werden. Bisher hat das Label Werke von Bands und Solokünstlern aus England, Deutschland, Österreich, Slowenien, Kanada, den USA und &#8230; auch Italien produziert. Ihr Label-Portfolio umfasst ein breites Spektrum an Musikstilen, wobei es gewisse Schwerpunkte gibt.</p>
<p><em><strong>Ist das, was ihr veröffentlichet (auch in Bezug auf die Genres), größtenteils Gegenstand spontaner Entscheidungen?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Als wir (viel) jünger waren, wurden wir stark von der New-Wave-/Post-Punk-Bewegung und der Industrial-Szene beeinflusst. Diese Wurzeln bewahren wir auch heute noch, wir sind aber immer offen für Neues. Aus diesem Grund umfasst der Katalog von Final Muzik ein breites Spektrum an Musik. Wir können sowohl ein experimentelles Musikalbum als auch ein Post-Punk- oder Neofolk-Album veröffentlichen. Spontane Entscheidungen passieren, aber sie haben in gewisser Weise immer Wurzeln in unserer Vergangenheit. Und einen Bezug zu unserer Gegenwart.</p>
<p>Vanessa – Was die große Auswahl an Musikstilen im Katalog von Final Muzik betrifft, haben wir sogar Metal in Betracht gezogen! Ich war mir nicht sicher, also kühlte ich meine Begeisterung ab &#8230; für den Moment &#8230;<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-20231.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38417" title="Final Muzik 2023" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-20231.jpg" alt="" width="4032" height="3024" /></a></p>
<p><em><strong>Was würdet ihr jemandem sagen, der sich vielleicht nicht so gut mit Musik abseits des Mainstreams auskennt und fragt, was all eure Veröffentlichungen bzw. Künstler gemeinsam haben?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Ich weiß, es ist schwer zu sagen, dass die von uns veröffentlichte CD von Giancarlo Toniutti etwas mit der Musik von Cyclic Amp gemeinsam hat. Aber viele Kunden und Freunde sagten mir, sie hätten eine Verbindung zwischen vielen Alben gefunden, die sie auf unserem Label entdeckt hatten (also Alben, die sich sehr voneinander unterschieden). Das liegt vielleicht daran, dass es echte, interessante und gute Veröffentlichungen sind, wer weiß &#8230; Vielleicht funktioniert das „zur Brücke werden“-Ding.</p>
<p><em><strong>Meiner Meinung nach haben auch kleine Labels mit limitierten Auflagen, die schnell vergriffen sind, immer eine Art Archivierungsfunktion, da sie Werke – mit Hilfe von Magazinen, Datenbanken wie Discogs etc. – erinnerbar machen. Geht es euch auch darum, bestimmte Musik vor dem Vergessen zu bewahren?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Ich stimme zu: Unabhängige Labels haben eine wichtige Archivierungsfunktion. Ohne ihre wertvolle Arbeit könnten wir heute viele unbekannte Künstler nicht entdecken. „Bestimmte Musik vor dem Vergessen retten“ klingt etwas dramatisch, ist aber richtig. In der Vergangenheit wurden viele hervorragende Alben auf kaum erhältlichen Kassetten veröffentlicht oder sogar nie veröffentlicht. Die Neuveröffentlichung dieses Materials heute hat sowohl eine Archivierungsfunktion als auch eine Möglichkeit, ihnen endlich Gerechtigkeit zu verschaffen. Aus diesem Grund haben wir unsere Final Muzik Eighties-Reihe gestartet.</p>
<p><em><strong>Wenn ihr auf euren Katalog zurückblickt: Gibt es Veröffentlichungen, auf die ihtr besonders stolz seid? Gibt es so etwas wie eine Lieblingsplatte oder eine, die in euren Augen mehr Aufmerksamkeit verdient?</strong></em></p>
<p>Deison – Ich bin sehr glücklich und stolz auf unsere Neuauflagen (FM Eighties-Serie), weil wir einige kleine und verborgene Meisterwerke, die oft vergessen werden, neu aufgelegt und ans Licht gebracht haben.</p>
<p>Vanessa – Ich persönlich bin besonders stolz auf die Neuauflage von „The Influence“ von Psyche, dem düsteren elektronischen Album einer Band, die ich liebe, aus dem Jahr 1989. Es war ihr Sänger Darrin Huss, der Final Muzik kontaktierte und diese Neuauflage im Jahr 2011 vorschlug: Das hätten wir nie erwartet, es hat uns erstaunt und geehrt zurückgelassen. Ich fühle mich immer noch so, wenn ich diese CD in der Hand halte oder anhöre. Manchmal passiert das Unmögliche.</p>
<p>Gianfranco – Ja, Psyche! Ich wäre fast vom Stuhl gefallen, als ich die Nachricht las, in der Darrin die Neuauflage von „The Influence“ vorschlug. Ich bin auch sehr stolz auf die Veröffentlichungen von Borghesia, Abbildungen Varieté, Mortification To The Flesh und Cyclic Amp; Damals war die Zusammenarbeit mit Teho Teardo, Maurizio Bianchi, Andrea Bellucci und Giancarlo Toniutti – und Lee Ranaldos Text Of Light auf unserem Label – etwas Besonderes. Und natürlich alles, was wir mit Twelve Thousand Days gemacht haben.<br />
<iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1470334404/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Zu den Klassikern eures Labels gehören Twelve Thousand Days, von denen ihr vier Alben veröffentlicht habt. Manche würden vielleicht sagen, dass sie in einem viel breiteren Kontext funktionieren könnten, uns gefällt es aber durchaus, dass sie als eine Art Geheimtipp für Schatzsucher existieren, die mit den Nischen seltsamer Klänge vertraut sind. Wie kam es zu eurer Zusammenarbeit mit Alan Trench und Martyn Bates?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Alles begann mit einem weiteren Sturz vom Stuhl! Ich meine, Alan hat mir geschrieben und gefragt, ob wir daran interessiert wären, ihr viertes Album <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: Insect Silence" href="http://africanpaper.com/2018/08/25/twelve-thousand-days-insect-silence/">„Insect Silence“</a> zu veröffentlichen, das 2018 herauskam. Ich war sehr glücklich und begeistert von diesem Vorschlag. Das waren wir alle. Weißt du, Martyn ist einer meiner Lieblingssänger aller Zeiten. Ich bin 56 und habe Eyeless In Gaza entdeckt, als ich 16 war: Die Chance, mit ihm ein Album zu veröffentlichen, war ein wahrgewordener Traum, Punkt. Das gleiche gilt für Alan: Ich kannte Orchis und seine Arbeit als Gründer von World Serpent Distribution, das über viele Jahr eine Quelle fantastischer Musik war. Ich kannte (und liebe) <a title="The Devil In The Grain: Digitales Rerelease des zweiten Twelve Thousand Days-Albums" href="http://africanpaper.com/2022/11/05/the-devil-in-the-grain-digitales-rerelease-des-zweiten-twelve-thousand-days-albums/">ihre ersten drei Alben als Twelve Thousand Days</a>, daher war meine sofortige Antwort auf ihren Vorschlag ein großes „Ja!“. Wir haben drei weitere Alben von ihnen veröffentlicht, auf die wir sehr stolz sind: <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: Field’s End" href="http://africanpaper.com/2020/11/07/twelve-thousand-days-fields-end/">„Field&#8217;s End“</a>, <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: The Birds Sing As Bells" href="http://africanpaper.com/2022/01/15/twelve-thousand-days-the-birds-sing-as-bells/">„The Birds Sing As Bells“ </a>und „<a title="TWELVE THOUSAND DAYS: The Boatman On The Downs" href="http://africanpaper.com/2023/04/01/twelve-thousand-days-the-boatman-on-the-downs/">The Boatman On The Downs“</a>. Ihre Musik ist wunderschön, geheimnisvoll, dunkel und befreiend zugleich und sie sind zwei echte Gentlemen.</p>
<p><em><strong>Der Großteil der Musik, die ihr im Laufe der Jahre veröffentlicht habt, ist auf CD erschienen. Wenn man sich die klanglichen Möglichkeiten und die Kompaktheit anschaut und dann erkennt, dass es sich immer noch um ein physisches Artefakt handelt, spricht meiner Meinung nach noch viel für die CD. Irgendwie sind CDs sogar einigermaßen bodenständig, wenn man das ganzen Vintage-Hipster-Getue betrachtet, der jetzt schon seit Jahrzehnten um hübsche Vinyls und Kassetten gemacht wird. Was ist eurer Meinung nach das größte Argument für dieses Medium?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Grundsätzlich liebe ich dieses Format. Ich wollte nie über die technischen Aspekte der nervigen „CDs versus Vinyl“-Diskussion diskutieren. Ich mag CDs, besonders für bestimmte Musikgenres (wer möchte schon ein Ambient-Album mit dem weiteren Hintergrundgeräusch von Vinyl hören?): Der CD-Sound ist gut und man kann ein gutes, anständiges Artwork machen; Der Versand ist sowohl für Hersteller als auch für Käufer einfacher und kostengünstiger. Versteht mich mich nicht falsch: Ich liebe auch Vinyl, aber es wird immer teurer. Bei unserem Versandhandel konnten wir in den letzten Jahren einen Anstieg der Verkäufe von CDs verzeichnen. Labels sollten immer darüber nachdenken, ihre Produkte über ein physisches Format zu verbreiten, das auch für Menschen ohne regelmäßiges Einkommen (Jugendliche, Studenten etc.) erschwinglich ist. CDs eignen sich hierfür hervorragend.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-Ghosts-11.2023.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38418" title="Final Muzik Ghosts 11.2023" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-Ghosts-11.2023.jpg" alt="" width="1476" height="1037" /></a></p>
<p>Vanessa – ich bin und war schon immer eine Vinylliebhaberin. Allerdings bin ich der verrückten Mode des farbigem Vinyls (bespritzt, marmoriert, geräuchert, gespalten … nach Belieben) ein wenig überdrüssig geworden. Farbiges Vinyl klingt wahrscheinlich gut, sieht aber nicht immer so gut aus.</p>
<p><em><strong>Was denkt ihr über die Zukunft der Musikproduktion und der verwendeten Formate?</strong></em></p>
<p>Vanessa – Jeder hat sein Lieblingsformat und der Streit darüber, welches das beste ist, kann endlos sein. Das Interessante an der großen Auswahl an Formaten, die dem Hörer heutzutage zur Verfügung stehen, ist eher ihr Nebeneinander als ihre Exklusivität. Hipster-Vinyl-Fans verzichten nicht darauf, Musik zu streamen (vielleicht hinter verschlossenen Türen); Junge „Digital Natives“ suchen oft nach LPs, die dreißig oder vierzig Jahre alt sind. Zu unserem Erstaunen haben wir das vor dreißig oder vierzig Jahren sicherlich nicht getan. Während die Fünfzigjährigen ihre LPs und 12-Zoll-Sammlung in den 90er Jahren verkauft haben, um auf die handlicheren (und damals modischeren) CDs umzusteigen, versuchen sie nun, sie wieder zusammenzukriegen. Ich glaube, dass die Zukunft der Musikproduktion in ihrer Vielfalt liegt.</p>
<p><em><strong>Gibt es einen Künstler, mit dem ihr gerne zusammenarbeiten würdet, obwohl ihr es für höchst unwahrscheinlich haltet, dass es jemals passieren könnte?</strong></em></p>
<p>Deison – Es könnten viele sein &#8230; auch wenn es uns überraschenderweise gelungen wäre, Platten von Borghesia oder Cyclic Amp zu produzieren, Bands, die wir in unserer Jugend gehört haben und bei denen wir nie gedacht hätten, dass wir einmal eng mit ihren zusammenarbeiten und etwas Neues und Originelles hier auf Final Muzik schaffen könnten.</p>
<p>Vanessa – Evi Vine. Ob es wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist, verrate ich euchen in unserem nächsten Interview. <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Gianfranco – Marc Almond.</p>
<p><em><strong>Stehen bereits Neuerscheinungen auf dem Plan?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Eine neue CD von Twelve Thousand Days wird im Januar/Februar 2024 erhältlich sein. Der Titel des Albums lautet „They Have All Gone Into The World Of Light“. Wir ziehen immer wieder Neuerscheinungen in Betracht, daher können Bands und Künstler sich gerne an uns wenden.<br />
Vielen Dank.</p>
<p><strong>Final Muzik @ <a href="https://finalmuzik.bandcamp.com">Bandcamp</a> | <a href="http://www.discogs.com/seller/Final-Muzik/profile ">Discogs</a> | <a href="http://www.facebook.com/finalmuzik ">Facebook</a></strong></p>
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		<title>We try to open new doors to new possibilities: An Interview with the founders of Final Muzik</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Nov 2023 03:47:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Cristiano Deison]]></category>
		<category><![CDATA[Final Muzik]]></category>
		<category><![CDATA[Gianfranco Santoro]]></category>
		<category><![CDATA[Vanessa Venerdi]]></category>

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		<description><![CDATA[Although the record label and mailorder Final Muzik was &#8220;only&#8221; launched in 2004, its program is deeply rooted in the very rich Italian experimental and industrial culture of the 80s, and not only because it is &#8211; in terms of &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/11/25/we-try-to-open-new-doors-to-new-possibilities-an-interview-with-the-founders-of-final-muzik/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/logo-motononna-print.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38373" title="logo motononna print" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/logo-motononna-print-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><strong>Although the record label and mailorder Final Muzik was &#8220;only&#8221; launched in 2004, its program is deeply rooted in the very rich Italian experimental and industrial culture of the 80s, and not only because it is &#8211; in terms of parts of the personnel &#8211; reminiscent of the tape label and fanzine Discipline, which was founded in 1986 and already back then built a bridge between local and international sound art. In the new millennium, when the</strong> <span id="more-38370"></span><strong>avant-gardes of the late 20th century could already look back on an eventful history, Final Muzik among many other things made a name for itself with reissues of sought-after rarities, and so the label gave works such as <a title="I.M.B.: Reissue des Klassikers von Maurizio Bianchi" href="http://africanpaper.com/2023/11/11/i-m-b-reissue-des-klassikers-von-maurizio-bianchi/">Maurizio Bianchi&#8217;s &#8220;I.M.B.&#8221;</a> or <a title="BORGHESIA: Un Chant d’Amour" href="http://africanpaper.com/2022/03/12/borghesia-un-chant-damour/">Borghesia&#8217;s &#8220;Un Chant d&#8217;Amour&#8221;</a> their rebirth. Another focus was the “Singles Club” series from 2014-16, which was very coherent in it&#8217;s design. However, the operators Vanessa Venerdi, Gianfranco Santoro and Cristiano Deison are always concerned with a lively diversity that rejects the blinders of rigid genre concepts. At Final Muzik you will find Teho Teardo and M.B. alongside <a href="http://africanpaper.com/tag/twelve-thousand-days/">Martyn Bates and Alan Trench</a> or the Canadian wave stars Psyche, the exceptional Roman musician <a href="http://africanpaper.com/tag/lyke-wake/">Lyke Wake </a>alongside Slovenia&#8217;s <a title="ABBILDUNGEN VARIETÉ: s/t" href="http://africanpaper.com/2023/04/29/abbildungen-variete-st/">Abbildungen Varieté</a>, the noisemaker Claudio Rocchetti, experimental trumpeter and sound artist <a href="http://africanpaper.com/tag/flavio-rivabella/">DBPIT</a> and, not at least, <a href="http://africanpaper.com/tag/deison/">Deison&#8217;s own work</a>. We recently spoke to the label&#8217;s operators about all of this and much more.</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_231121_142044_553.sdocx--></p>
<p>German Version</p>
<p><em><strong>Many smaller labels are formed by musicians as a vehicle for releasing their own music or that of friends. But sometimes it&#8217;s also about supporting certain artists that you find undervalued. Did you have a specific impulse to found Final Muzik?</strong></em></p>
<p><span style="font-weight: 300;">Gianfranco &#8211; The impulse is the same I had when I started a cassette-label in the mid-80s: becoming “a bridge” to offer people some good releases, it doesn&#8217;t matter if from a totally unknown project or from famous artists. Passion, enthusiasm, research, freedom/independence.</span></p>
<p>Deison &#8211; Our aim is to release, promote and offer music that we would like to listen to, or bands that we admire…sometimes this comes from friends other times we just fell in love with a record that was sent to us.</p>
<p><em><strong>How did you find the name for your label? Do you release music for the end times or do you release music that in itself is final and can&#8217;t be followed-up?</strong></em></p>
<p>Gianfranco &#8211; Strangely, the name Final Muzik represents a new starting point. After other labels we founded, radio braodcasts, reviewing and interviewing artists for our fanzines and other magazines, we thought about a new beginning. It was 2004. The music we release isn&#8217;t “final”: on the contrary, we try to open new doors to new possibilities.</p>
<p><em><strong>How was your view of the experimental and underground culture in Italy in the early days? Do you feel that you continue (in) a tradition that started in your country in the early 80s?</strong></em></p>
<p>Gianfranco &#8211; I started publishing a fanzine (Discipline) in August 1986; a few months later I founded a cassette-label with the same name. I was fully immersed into the Italian industrial/experimental music scene. I have been deeply influenced by it since the early 80s: artists like Giancarlo and Massimo Toniutti, the TRAX collective, F.A.R., M.B., Lyke Wake, Mauro Teho Teardo, T.A.C., Sigillum S and Tasaday (just to name a few) were and are still very important to me. It was a very rich and prolific decade, with an impressive number of cassette-labels, fanzines and bands. I don&#8217;t know whether we continue a tradition with Final Muzik, but we have certainly released many projects (i.e.: a CDr EP series dedicated to the Italian scene, plus many CD albums) that, in some ways, are still linked to the spirit of those years.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3689400479/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>How do you work together for the label? Is there some kind of division of responsibilities, or do you cooperate more in a spontaneous way?</strong></em></p>
<p>Deison &#8211; Well, Gianfranco is certainly the main driving force of the label, the one who manages everything, together with Vanessa. I deal more with the technical part, regarding the web-site, graphics, design and the musical-audio supervision of some choices of the label; I often research old, obscure 80s bands for our reissue series, that often took us to unexpected projects.</p>
<p>Gianfranco – Cristiano and Vanessa are my backbone.</p>
<p><em><strong>Did you see yourself as an international label from the start?</strong></em></p>
<p>Vanessa – Yes. Whatever sounds valuable to our ears, wherever it comes from, can aim to be released on Final Muzik. So far, the label has produced works by bands and solo artists from England, Germany, Austria, Slovenia, Canada, U.S.A., and&#8230;Italy too.</p>
<p><em><strong>You have a wide range of music styles in your label portfolio, although there are certain notable focal points. Is what you release (in terms of genres) mostly subject to spontaneous decisions?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – When we were (much) younger we have been deeply influenced by the new wave/post punk movement and by the industrial scene. We still keep these roots today, although we are always open to anything new. For this reason, Final Muzik’s catalogue encompasses a wide range of music. We can release an experimental music album as well as a post-punk or a neofolk one. Spontanueous decisions happen, but they are always rooted to our past, in some ways. And to our present.</p>
<p>Vanessa – About the wide range of music styles in Final Muzik’s catalogue, we have even considered metal! I was unsure so I cooled down the enthusiasms…for the moment&#8230;<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-2023.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38416" title="Final Muzik 2023" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-2023.jpg" alt="" width="4032" height="3024" /></a></p>
<p><em><strong>What would you say to somebody who may not be so well-versed in music beyond the mainstream and who asks you what all of your releases/artists have in common?</strong></em></p>
<p>Gianfranco &#8211; I know it&#8217;s difficult to say that the Giancarlo Toniutti&#8217;s CD we released has something in common with Cyclic Amp&#8217;s music. but many customers and friends told me they found a link between many albums they discovered on our label (I mean, albums that are very different from each other). That‘s maybe because they are genuine, interesting and good releases, who knows&#8230;Maybe that “becoming a bridge”-thing is working.</p>
<p><em><strong>In my opinion, even small labels with limited editions that sell out quickly always have something of an archiving function, since they make works &#8211; with the help of magazines, databases like discogs etc. &#8211; memorable. Do you also want to save certain music from oblivion?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – I agree: independent labels have an important archiving function. Without their precious work, we could not discover many unknown artists today. “Saving certain music from oblivion” sounds a bit dramatic, but it&#8217;s correct. In the past, many excellent albums have been released on impossible-to-find tapes or have even never been published. Re-releasing this stuff today has both an archiving function and is a way to finally give them justice. That&#8217;s why we started our Final Muzik Eighties series.</p>
<p><em><strong>When you look back at your catalogue, are there any releases you&#8217;re particularly proud of? Is there anything like a favourite record or one that in your eyes deserves more attention?</strong></em></p>
<p>Deison – I am very happy and proud of our reissues (FM Eighties series) because we have re-proposed and brought to light some small and hidden masterpieces, often forgotten.</p>
<p>Vanessa – Personally, I am particularly proud of the reissue of “The Influence” by Psyche, the 1989 dark electronic album by a band I love. It was their singer Darrin Huss contacting Final Muzik and proposing this reissue in 2011: it was something we would have never expected, it left us amazed and honoured. I still feel this way when I hold or listen to this CD. The impossible happens, sometimes.</p>
<p>Gianfranco – Yes, Psyche! I almost fell from the chair when I read the message in which Darrin proposed the reissue of “The Influence”. I&#8217;m also very proud of Borghesia, Abbildungen Varieté, Mortification To The Flesh and Cyclic Amp&#8217;s releases; then, working with Teho Teardo, Maurizio Bianchi, Andrea Bellucci and Giancarlo Toniutti &#8211; and having Lee Ranaldo&#8217;s Text Of Light on our label &#8211; was something special. And obviously, everything we did with Twelve Thousand Days.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1470334404/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Among the staples of your label is Twelve Thousand Days, of whom you released four albums. Some might say that they could operate in a much broader context, but I personally love that they exist as kind of a secret tip for the treasure hunters who are familiar with the niches of strange sounds. How did your cooperation with Alan Trench and Martyn Bates start?</strong></em></p>
<p>Gianfranco &#8211; It all started with another fall from the chair! I mean, Alan wrote to me asking whether we were interested in releasing their fourth album, “Insect Silence”, which came out in 2018. I was very happy and enthusiast about this proposal. We all were. You know, Martyn is one of my all time favourite singers. I&#8217;m 56 and I discovered Eyeless In Gaza when I was 16: having the chance to release an album with him was a dream come true, period. Same for Alan: I knew Orchis and his work as a founder of World Serpent Distribution, which has been a source of fantastic music for years. I knew (and love) <a title="The Devil In The Grain: Digitales Rerelease des zweiten Twelve Thousand Days-Albums" href="http://africanpaper.com/2022/11/05/the-devil-in-the-grain-digitales-rerelease-des-zweiten-twelve-thousand-days-albums/">their first three albums as Twelve Thousand Days</a>, so my instant answer to their proposal was a big “Yes!”. We released three further albums by them, which we are very proud of: <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: Field’s End" href="http://africanpaper.com/2020/11/07/twelve-thousand-days-fields-end/">“Field&#8217;s End”</a>, <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: The Birds Sing As Bells" href="http://africanpaper.com/2022/01/15/twelve-thousand-days-the-birds-sing-as-bells/">“The Birds Sing As Bells”</a> and <a title="TWELVE THOUSAND DAYS: The Boatman On The Downs" href="http://africanpaper.com/2023/04/01/twelve-thousand-days-the-boatman-on-the-downs/">“The Boatman On The Downs”</a>. Their music is beautiful, mysterious, obscure and liberating at the same time and they are two gentlemen.</p>
<p><em><strong>Most of the music you&#8217;ve released over the years has come out on CD. If you look at the tonal possibilities and the compactness and then realize that it is still a physical artefact, there is still a lot to be said for the CD in my opinion. Somehow, CDs are even kind of down to earth in regards of all the vintage hipster fuss that was made about pretty vinyls and tapes for decades now. What do you think is the biggest argument for this medium?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – Basically, I love this format. I never wanted to debate about the technical aspects of the annoying “CDs versus vinyl” discussion. I like CDs, especially for certain music genres (who wants to listen to an ambient album with the further background noise of vinyl?): the CD sound is good and you can do a good, decent artwork; it&#8217;s easier to ship and cheaper for both producers and buyers. Don&#8217;t get me wrong: I also love vinyl, but it&#8217;s becoming tremendously expensive. With our mail order we noticed an increase of sales of CDs in the last years.<br />
Labels should always think about spreading their products by way of a physical format that is also affordable to people who have no regular income (the young ones, students, etc.). CDs are perfect for this.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-Ghosts-11.20231.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-38419" title="Final Muzik Ghosts 11.2023" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/Final-Muzik-Ghosts-11.20231.jpg" alt="" width="1476" height="1037" /></a></p>
<p>Vanessa – I am &#8211; and have always been &#8211; a vinyl lover. That said, I am a bit tired of the raging fashion of coloured vinyl (splattered, marbled, smoked, split…ad libitum). Coloured vinyl probably sounds good but it doesn’t always look as good.</p>
<p><em><strong>What do you think about the future of music production and the formats used?</strong></em></p>
<p>Vanessa – Everybody has his or her favourite format and the argument on which is the best one can be endless. The interesting thing about the wide choice of formats the listener has nowadays is their juxtaposition rather than their exclusiveness. Hipster vinyl fans don’t forgo streaming music (behind closed doors, maybe); young “digital natives” often look for LPs that are thirty or forty years old, to our amazement as this is something we certainly did not do thirty or forty years ago, while the fiftysomethings who sold their LPs and 12”s collection in the 90s to switch to the handier (and then more fashionable) CDs now try to reassemble it. I believe that the future of music production lies in its diversity.</p>
<p><em><strong>Is there any artist with whom you would love to work but you feel it is highly unlikely that that will ever happen?</strong></em></p>
<p>Deison –There could be many &#8230; even if, surprisingly, we managed to produce records by Borghesia or Cyclic Amp, bands we used to listen to when we were younger and with whom we never thought we could work close together, creating something original and new with them on Final Muzik.</p>
<p>Vanessa – Evi Vine. Whether it is likely or unlikely, I’ll tell you in our next interview.</p>
<p>Gianfranco – Marc Almond.</p>
<p><em><strong>Are there already new releases on your schedule? Any plans you&#8217;ve already made?</strong></em></p>
<p>Gianfranco – A new Twelve Thousand Days‘ CD will be available in January/February 2024. The title of the album is “They Have All Gone Into The World Of Light”.<br />
We always consider new releases, so, band and artists → feel free to contact us.<br />
Thank You very much.</p>
<p><strong>Final Muzik @ <a href="https://finalmuzik.bandcamp.com">Bandcamp</a> | <a href="https://www.discogs.com/seller/Final-Muzik/profile">Discogs</a> | <a href="http://www.facebook.com/finalmuzik">Facebook</a></strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_231117_073600_878.sdocx--></p>
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		<title>ABBILDUNGEN VARIETÉ: s/t</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Apr 2023 04:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Abbildungen Varieté]]></category>
		<category><![CDATA[Final Muzik]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu den Gruppen aus den Ländern jenseits des eisernen Vorhangs, die in unseren Breiten gerne mit dem Stempel &#8220;obskur&#8221; versehen wurden, zählte auch das in den frühen 80ern im slowenischen Maribor gegründete Kollektiv mit dem irgendwie perfekt in die Zeit &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/04/29/abbildungen-variete-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 300;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/fotor_16796764236201.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-34675" title="fotor_1679676423620" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/fotor_16796764236201-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Zu den Gruppen aus den Ländern jenseits des eisernen Vorhangs, die in unseren Breiten gerne mit dem Stempel &#8220;obskur&#8221; versehen wurden, zählte auch das in den frühen 80ern im slowenischen Maribor gegründete Kollektiv mit dem irgendwie perfekt in die Zeit passenden Namen Abbildungen Varieté. Die Band um den Multimediakünstler Igor Zupe, der später auch mit Visuals für seine Landsleute Laibach von sich reden machte, brachte 1983 ein selbstbetiteltes Tape heraus, das überwiegend <span id="more-34671"></span>Live-Aufnahmen enthielt und damals &#8211; für alle, die es zu hören bekamen &#8211; Standards setzte mit einem Sound, der wie eine überraschend stimmige Mixtur aus postindustrieller Dystopie, martialischer Apokalypse und rituellem Mystizismus klingt. Final Muzik haben das Album nun auf CD in ihrer Eighties-Reihe herausgebracht und mit einem Bonustrack ergänzt.</span></p>
<p>Das Album startet mit dem Titel &#8220;Babilon&#8221; ein langer verrauschter Ritual Track, der an tantrische Mönchsgesänge vom Dach der Welt erinnert, wie sie schon Pasolini für einige Szenen seiner Medea-Verfilmung zweckentfremdet hatte. Während dieses Stück neben diesen vermutlich gesampelten Klängen nur minimale Soundmanipulation und dezentes Rasseln und Metallklirren einsetzt, geht es bei den folgenden Stücken wesentlich dramatischer zur Sache. &#8220;Republikanski Mars&#8221; überrascht mit furiosen Pauken und orchestrale Wucht, die einen wie eine unerbittliche Brandung überrollt. Abbildungen Variete setzen bei diesen eisig-metallischen Klängen auf eine wellenförmig auf- und abebbende Struktur, und integrieren allerlei heterogen wirkende Elemente, die oft nur bedingt verortbar sind wie z.B (russische?) Chöre. Wie um den martialischen Charakter dieser Klanglandschaft zu untermalen erklingt gegen Ende eine zackige Deklamation.</p>
<p>Bei Ihrem Interesse an vielfältigem Material, wissen Abbildungen Variete auch immer mit unerwarteten Details zu überraschen, die das Szenario komplett verwandeln. in &#8220;Evolution&#8221;, das als einziges Stück nicht auf dem ursprünglichen Tape, sondern auf der <a href="https://www.discogs.com/de/release/1149112-Various-84">Compilation &#8220;84&#8243;</a> enthalten war, mischt sich ein gehauchter Chorgesang, wie man ihn aus Giallo-Soundtracks von Komponisten wie Bruno Nicolai oder Ennio Morricone kannte, in ein martialisches Gepauke, das jeden Martial Industrial auf seine Plätze verweist. Später versinkt alles in einer Orgie aus rauschendem Feedback. So verauscht und LoFi diese Aufnahmen sein mögen, offenbaren sie bei genauerem Hinhören doch eine gute Hand für atmosphärische Details. In &#8220;Variete&#8221; wird ein chorartiger Sound, bei dem man nie sagen kann, ob es ein gemischter oder ein rein männlicher Chor ist, in die Länge gezogen und zu einem Dröhnen transformiert, das gegen computergenerierte Detonationen und perkurssive Hektik ankämpft.</p>
<p>Bevor im furiosen Finale von &#8220;Max Ludwig (insert)&#8221; noch einmal alle Ingredienzien zu einer Summa und Koda verarbeitet werden, gibt es mit &#8220;Kader Urbanosti&#8221; eines der besten Stücke des Albums. Unter dem Jubeln eines verständlicherweise begeisterten Publikums ertönt ein Blasinstrument, das – ob es nun ein Saxophon oder eine Schalmei ist – wie eine Fanfare hypnotische Pauken in ihrem unerbittlichen Marsch anfeuern. Es würde mich nicht wundern, wenn Camerata Mediolanense sich gut zehn Jahre später hier ihre Inspirationen für den Track &#8220;Balcani in Fiamme&#8221; geholt haben.</p>
<p>Die Wiederveröffentlichung dieses Materials ist nicht nur deshalb ein großes Geschenk, weil das Originaltape lange vergriffen war. Es ist es auch deshalb, weil diese Musik, die zu einer fiktiven osteuropäischen Dune-Verfilmung gepasst hätte, eine überraschend eigenwillige Aura hat und allen gefallen sollte, die Platten von frühen Laibach, Autopsia, Officine Schwarz, Esplendor Geometrico, Sat Stoicismo, Test Dept u.s.w. (man verzeihe mir das namedropping) im Regal stehen haben. (U. S.)</p>
<p><strong>Label: Final Muzik</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230324_174535_842.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2617501358/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TWELVE THOUSAND DAYS: The Boatman On The Downs</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Apr 2023 05:46:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Trench]]></category>
		<category><![CDATA[Black Lesbian Fishermen]]></category>
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		<description><![CDATA[In der griechischen Mythologie ist Charon der Seelenführer, der als Fährmann der Unterwelt die Seelen derer, denen Bestattungsriten gegeben wurden, über die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten, die Flüsse Acheron und Styx geleitet. Als Symbol für &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/04/01/twelve-thousand-days-the-boatman-on-the-downs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/theboatmaninthedowns.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-34813" title="theboatmaninthedowns" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/theboatmaninthedowns-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In der griechischen Mythologie ist Charon der Seelenführer, der als Fährmann der Unterwelt die Seelen derer, denen Bestattungsriten gegeben wurden, über die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten, die Flüsse Acheron und Styx geleitet. Als Symbol für den Übergang zwischen zwei unterschiedlichen Dimensionen, mögen sie räumlich, zeitlich oder anders geartet sein, hat der Fährmann bis heute überlebt, und er prägt auch ganz wesentlich die Symbolik auf dem <span id="more-34805"></span>neuen Album von Twelve Thousand Days.</p>
<p>Auf &#8220;The Boatman On The Downs&#8221;, das geografisch auf ein Marschland im Süden Englands referiert, inszenieren Martyn Bates und Alan Trench eine geheimnisvolle, initiatisch wirkende Reise durch die Nacht, bei der einem bei dunklen Folkklängen Gefühle des Begehrens, aber auch der Trauer und das besondere Lebensgefühl am Übergang vom Frühling zum Sommer auf eine ganz ungewohnte Weise bewusst werden.</p>
<p>Mit &#8220;Comely&#8221; startet das Album in einer verzaubert märchenhaften Abendstunde und lässt Bates mit mit seiner unverkennbar feierlichen Stimme vor einer glitzernden Ambientkulisse etwas Geliebtes beschwören und damit zugleich den Frühling mit all seinen Düften. Tiefer in der Nacht spielt die Handlung von &#8220;A Frankish Casket&#8221;, das in einer von Efeu umrankten und nach Weihrauch duftenden Szenerie, in der die Eule schreit und eine Orgel für Feierlichkeit sorgt, die Geschichte von Wieland dem Schmied und dem bleichen Gott zum neuen Leben erweckt.</p>
<p>Dominierten in den ersten Tracks eher leicht angefolkte Ambientklänge, setzen die für Twelve Thousand Days typischen Akustikgitarren in dem bekannten irischen Folksong &#8220;Arthur McBride&#8221; ein. Das zunächst ebenfalls mit einem erwartungsvoll spannenden Dröhnen beginnende Stück beschreibt einen angstgeplagten Fiebertraum, in welchem die beklemmende Furcht vor diffusen Gefahren Regie führt. Im Hintergrund rumort es bedrohlich, Gerumpel und Trenchs typische E-Gitarre verschlucken die Stimme fast und geben dem Song etwas zerfleddertes. &#8220;Tale from a Silver City&#8221;, das auf einem Text von John Masefield basiert, findet ebenfalls in einer somnambulen Traumrealität statt, doch die von pastoralem Gitarrenpicking und einem gelegentlichen Glöckchenanschlag begleitete Geschichte einer Heiligen Stadt hat diesmal etwas hell kristallines. Doch die vermeintlich heile Welt täuscht hier, denn auch dieser Song entpuppt sich im weiteren Verlauf als Diskurs über die Vergänglichkeit, und das ganze Leben am Ende als die Geschichte eines Reisenden in einem Traum.</p>
<p>Eine wahre Sinnenfeier ist &#8220;The Summer Tree&#8221;, von dessen Entwurf Bates wohl anfangs gar nicht so begeistert war, doch Trench bestand darauf diesen Song mit auf das Album zu nehmen und lud sogar den griechischen Kontrabassisten Petros Lampridis mit ins Studio. Hier riecht man geradezu den harzig-verrauchten Duft von Birkenteer, wenn man wie mit einer Drohnenkamerafahrt durch die nächtlichen Downs fährt und die von anfangs pastoralen, später energischen Akustikgitarren und dem erdenden Bass begleitete Geschichte hört, die nur wenig mehr als ein impressionistisches Stillleben ist. Der leicht experimentelle Grundton, der sich schon länger dezent andeutet, entfaltet sich vollends in dem von unerhörten Wundern kündenden &#8220;The Emerald Tablet&#8221;: dieses Stück, das auch auf ein Temple Music-Album gepasst hätte, klingt wie nach links gedreht mit seinen verdrehten Stimmen und seinen im Hintergrund tobenden Gitarren und anderen klingelnden Objekten.</p>
<p>Die dunkelsten Momente ereignen sich wie so oft in den Abschnitten kurz vor dem Licht am Ende des Tunnels. &#8220;Under What Scars&#8221; ist die melodisch rauschende, kratzende und dröhnende Hommage an einen verstorbenen Freund und hat trotz der einfachen, fast spröden Gitarrenarbeit etwas feierliches, das auch zu einem Weihnachtslied gepasst hätte. Dann &#8220;The Boatman&#8221;: So spannend und endzeitlich ist kein Moment dieses Albums, auch wenn sich die dunklen Motive, bei denen sich Lieblichkeit und düsteres Rauschen und Rumpeln die Hand geben, in der einen oder anderen Art durch das Album ziehen. Etwas, dass an eine Jahrmarktsorgel erinnert und schreiende Möven beenden diesen Song. Dann ist Zeit für die morgendliche Sonne und das Licht des Frühlings, für das auf einem aus Lesbos stammenden A Capella-Song basierende &#8220;As the Sun&#8221;, in dessen mediterranes Setting ganz geschickt das Kinderlied &#8220;Early One Morning&#8221; verwoben ist &#8211; und letztlich für die erwachenden &#8220;Brides of May&#8221;, die diesmal von Alans Gesang in einem idyllischen Tableau beschworen werden, dessen entspannte Euphorie durch das unaufgeräumte Instrumentenspiel genau den richtigen Grad an Tiefe erlangt und auch beim harmonischen Schluss nicht in die Falle des nur noch Schönen tappt.</p>
<p>&#8220;The Boatman on the Downs&#8221; ist ein Album mit doppeltem Boden: Es enthält einige Stücke, die als Ideen oder manchmal auch Entwürfe schon eine Weile in den Schubladen von Bates und Trench lagen und klingt doch vergleichsweise wie aus einem Guss. In seiner Bildlichkeit der Schwelle und des nächtlich unternommenen Transits in eine morbide Unterwelt stellt es düsteres in Aussicht, das durchaus nicht auf sich warten lässt. Trotzdem ist die frühlingshafte Sinnlichkeit ebenso greifbar. Eindeutig ist, dass es die beinahe perfekte Platte für die aktuelle Jahreszeit ist.</p>
<p><strong>Label: Final Muzik</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230331_082017_669.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1692444285/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>BORGHESIA: Un Chant d&#8217;Amour</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Mar 2022 06:02:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als die Slowenen Borghesia 1986 einen Soundtrack zu Un chant d&#8217;amour, dem einzigen Film des gerade verstorbenen Autors Jean Genet komponierten, existierte dieser bereits seit mehr als dreißig Jahren. Kurz nach seiner Fertigstellung 1950 landete er für ganze zwanzig Jahre &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/03/12/borghesia-un-chant-damour/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/03/borghesiaunchantdamour.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-28968" title="borghesiaunchantdamour" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/03/borghesiaunchantdamour-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als die Slowenen Borghesia 1986 einen Soundtrack zu Un chant d&#8217;amour, dem einzigen Film des gerade verstorbenen Autors Jean Genet komponierten, existierte dieser bereits seit mehr als dreißig Jahren. Kurz nach seiner Fertigstellung 1950 landete er für ganze zwanzig Jahre auf dem Index, der Grund war die damals verpönte offene Darstellung von <span id="more-28966"></span>Homosexualität und einzelne pornografische Szenen.</p>
<p>Der 26minütige Kurzfilm, der hierzulande unter dem Titel Ein Liebeslied oder Ein Liebesgesang geführt wird, erzählt die Geschichte der beiden Sträflinge Bravo und Lucien, die durch ein geheimes Loch in der Zellenwand ein halbvirtuelles Liebesverhältnis beginnen, dabei aber von einem eifersüchtigen Wachmann beobachtet und schikaniert werden.</p>
<p>Mitte der 80er, als Borghesia den Film für sich entdeckten, lebten sie im Zentrum eines zwiespältigen Umfeldes. Einerseits war Ljubljana damals eine subkulturelle Hochburg, in der mehr &#8211; auch sexuell &#8211; nonkonformes Leben stattfinden konnte als in den meisten anderen Orten im Südosten Europas. Auf der anderen Seite existierte auch dieses Biotop vor dem Hintergrund eines allgegenwärtigen repressiven Systems. Auch diese Ambiguität könnte, ohne allzu große Analogien und Kausalitäten konstruieren zu wollen, das Interesse am Stoff des Films erklären.</p>
<p>Im Zusammenspiel von Film und Musik hat das Ganze durchaus Züge eines langen Videoclips, denn Borghesia begegnen den eher langsam ablaufenden Szenen und der oft nur mit Andeutungen arbeitenden Erzählweise mit einem opulenten und trotz eines gewissen Minimalismus bisweilen monumentalen Score, in dem auf eine Einführung mit flächigen Synthies, die so etwas wie ein Panorama implizieren, nicht nur unverständlich murmelnde Stimmen, sondern alsbald feierliche Orgelklänge und sperriger Lärm folgen. Spätestens wenn irgendwann Rhythmisches (z.B. handclapartige Takte einer Drummachine) hinzukommt, wird die Entstehungszeit Mitte der 80er deutlich, wobei die Musik mehr Spuren der elektronischer Avantgarde als des Pop in sich trägt.</p>
<p>Ganz gleich, ob Casio und Roland deutlich im Zentrum des Geschehens stehen, oder ob sich in einigen Momenten orchestrale Samples oder zumindest ähnlich klingendes in dubbigen Hallräumen bemerkbar machen &#8211; Spannung ist eine der Grundeigenschaften der an retardierenden Momenten und aufwühlenden kleinen Höhepunkten reichen Komposition. Weitere 35 Jahre später haben Borghesia das Original-Tape aus der Kiste geholt, neu editiert und so diese Arbeit, deren Ursprünge weit ins 20. Jahrhundert zurückreichen, erneut zugänglich gemacht.</p>
<p>Label: Final Muzik</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=590193204/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TWELVE THOUSAND DAYS: The Birds Sing As Bells</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Jan 2022 07:23:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bedenkt man, wieviel Zeit und Energie Martyn Bates und Alan Trench allein in den vergangenen Jahren in ihre zahlreichen Projekte (siehe Tags am Ende der Besprechung) investiert haben, wundert es, dass sie immer noch in relativ kurzen Intervallen längere Aufnahmen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/01/15/twelve-thousand-days-the-birds-sing-as-bells/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/12/thebirdssingasbells.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-28208" title="thebirdssingasbells" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/12/thebirdssingasbells-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bedenkt man, wieviel Zeit und Energie Martyn Bates und Alan Trench allein in den vergangenen Jahren in ihre zahlreichen Projekte (siehe Tags am Ende der Besprechung) investiert haben, wundert es, dass sie immer noch in relativ kurzen Intervallen längere Aufnahmen ihres Duos Twelve Thousand Days zustande bekommen. &#8220;The Birds Sing As Bells&#8221; ist ihr neuester, aber auch älteres Material enthaltender Streich und enthält <span id="more-28206"></span>alle Komponenten, die für den ornamentalen, verwunschen wirkenden und trotz aller traditionellen Referenzen experimentierfreudigen Dark Folk des Duos typisch sind.</p>
<p>Was zu Beginn wie ein stoisch gestimmter Vorspann heraufdämmert, ist die traditionelle schottische Murder Ballad &#8220;The Cruel Brother&#8221;, die die Geschichte eines tödlich endenden Familienzwistes erzählt &#8211; wobei sie genau genommen erst mit den Auswirkungen eines Fluchs endet. Vor einer Kulisse hypnotisierender Gitarren beschwört Bates&#8217; strahlende Kopfstimme den grausamen Stoff als fast biblisch anmutendes Narrativ und lässt die Ornamente seines sanft exaltierten Gesangs wie die Gesten einer Pantomime ihre Akzente setzen.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2691268399/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=752726618/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>Rückgriffe auf Vergangenes bilden einen zentralen Schwerpunkt des Albums, und nicht immer muss es sich dabei um Traditionals handeln. &#8220;The Fair Of St. Botolph&#8221; beschwört mit seinem galoppierenden Strumming und der von einer Winböe durch den Raum gewehten Stimme die besseren Tage der englischen Kleinstadt Boston und ihres legendären Hawk Fair. Der aufgeweckte Esprit im Zusammenhang mit der surrealen Entrücktheit gibt dem Song eine besondere Exzentrik und macht ihn zu einem Höhepunkt des Albums. Das im Duett gesungene &#8220;Taile Of A Charme&#8221; huldigt einer archaischen Volksmagie und klingt wie aus einem geheimnisvollen Fantasieland herübergeweht, und am Ende fragt man sich, ob die märchenhafte Stimmung lediglich einem Traum entsprungen sind.</p>
<p>Ähnliches gilt für urige, von entrückten Flöten begleitete Folksongs wie &#8220;The Hare&#8221; und natürlich für &#8220;Two Ravens&#8221;, ein schottisches, auch unter dem Titel &#8220;Twa Corbies&#8221; bekanntes Traditional, bei dem die Erkenntnis, dass des einen Tod des anderen Brot ist, in eine derbe Fabel transponiert wird. Die seltsame, &#8220;weirde&#8221; Fremdheit in solchen Songs trägt viel zum nicht-nur-schönen, z.T. avantgardistisch anmutenden Unterton von Twelve Thousand Days bei, hier findet diese sich weniger im Duett der hellen und dunklen Stimmen wieder, sondern im wahnhaft trillernden Spiel der Flöte.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2691268399/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=1304782220/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p>Es finden sich aber auch getragenere Momente auf &#8220;The Birds Sing As Bells&#8221;, ansatzweise in dem auf Ben Jonson referierenden, ihn aber nicht zitierenden &#8220;Drink, Drink To Me, Only With Thine Eye&#8221;, in dem zaghaft um ein Glas Wasser geschmachtet wird, und nicht zuletzt in der abschließenden &#8220;Winter Suite&#8221;, in der das Land, in dem die Vögel wie Glocken singen, in einem epischen Gegenzoom in ein die Unwirklichkeit verschwindet.</p>
<p>Twelve Thousand Days müssen keine klar definierten Konzeptalben produzieren um ein musikalisches Statement zu setzen. Ihre Musik selbst ist Statement genug, ein vielleicht diffuses, doch wem auffällt, wie oft Begriffe wie ornamental, verweht, entrückt und andere in (nicht nur) dieser Besprechung fallen, kann sich darunter schon etwas ausreichendes vorstellen.</p>
<p><strong>Label: Final Muzik<br />
</strong></p>
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		<title>Borghesia veröffentlichen Soundtrack von 1986</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2021 03:38:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die (mit Unterbrechungen) seit den frühen 80ern bestehende slowenische Electro/Wave-Band Borghesia bringt Ende Mai einen bisher unveröffentlichten Soundtrack zu Jean Genets einzigem Film Un Chant d&#8217;Amour heraus. Der 1950 produzierte Kurzfilm zeigt &#8220;durch ein winziges Loch in der Mauer zwischen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/04/06/borghesia-veroffentlichen-soundtrack-von-1986/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die (mit Unterbrechungen) seit den frühen 80ern bestehende slowenische Electro/Wave-Band Borghesia bringt Ende Mai einen bisher unveröffentlichten Soundtrack zu Jean Genets einzigem Film <em>Un Chant d&#8217;Amour</em> heraus. Der 1950 produzierte Kurzfilm zeigt &#8220;durch ein winziges Loch in der Mauer zwischen ihren Zellen miteinander in Kontakt zu kommen – beobachtet und sanktioniert durch einen eifersüchtigen Gefängniswärter&#8221; (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Liebeslied">Wikipedia</a>), und durfte aufgrund seiner homoerotischen Tendenz und teils pornografischer Einstellungen über 20 Jahre lang nicht gezeigt werden. Der von Borghesia eingespielte Score entstand 1986 im Rahmen einer Vorführung in Ljubljana, das damals eine der Hochburgen verschiedener Subkulturen (nicht nur Ost-)Europas war.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/04/borghesiaunchantdamour.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-24849" title="borghesiaunchantdamour" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/04/borghesiaunchantdamour.jpg" alt="" width="843" height="778" /></a><span id="more-24848"></span></p>
<p>&#8220;The music on Borghesia’s “Un Chant d’Amour” is the product of jam sessions recorded directly to a cassette tape with very basic equipment: a Roland 707 drum machine, a Casio CZ1000 synthesizer, a Solton tape echo and a mixing table. The result is brutal minimalism echoing filthy prison cell walls, culminating in an hallucinatory just-under-20-minute delirium. The gay topic is here merely a metaphor for the control over pleasure taken by a repressive state apparatus&#8221;, heißt es bei Final Muzik, die das Album auf CD herausbringen.</p>
<p><a href="http://www.finalmuzik.com/"><strong>@ Final Muzik</strong></a></p>
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