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	<title>African Paper &#187; Heroin In Tahiti</title>
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		<title>HEROIN IN TAHITI: Casilina Tapes 2010 &#8211; 2017</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jun 2018 06:33:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heroin in Tahiti hatten zu Beginn ihrer Karriere einen unverkennbaren Stil, der sich wunderbar als Trademark eignete, nämlich eine ultraentschleunigte (und somit auch ultracoole) Doomversion einer an Link Wray erinnernden Sufmusik, vergleichbar mit dem, was diverse Darkjazzer eben mit dem &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/06/23/heroin-in-tahiti-casilina-tapes-2010-2017/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/06/BM084_HIT_300dpi.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15756" title="BM084_HIT_300dpi" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/06/BM084_HIT_300dpi-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Heroin in Tahiti hatten zu Beginn ihrer Karriere einen unverkennbaren Stil, der sich wunderbar als Trademark eignete, nämlich eine ultraentschleunigte (und somit auch ultracoole) Doomversion einer an Link Wray erinnernden Sufmusik, vergleichbar mit dem, was diverse Darkjazzer eben mit dem Erbe von Miles Davis und anderen gemacht hatten. Dabei ist es aber keineswegs geblieben &#8211; zum Glück, denn Stile mit allzu originellem Wiedererkennungswert gerinnen schnell zum Klischee ihrer selbst und finden im schlimmsten Fall noch schnöde Nachahmer. Stattdessen wussten<span id="more-15755"></span> die beiden Römer ihr Markenzeichen mit verschiedenen Stilelementen zu erweitern: Rituelles und Exotisches, Folkzitate und verhaltener Noise, Motive aus alten italienischen Genrefilmen und einiges mehr hielt Einzug ins Repertoire des Duos, hinter dessen schicksalsschwangerer Doomschwere man schon immer ein schalkhaftes Grinsen auszumachen meinte &#8211; wer einen Song &#8220;Ex-Giants on Dope&#8221; nennt, glaubt nicht an die Vorsehung. Überdies waren die meisten Heroin in Tahiti-Alben konzeptuell ausgerichtet und erhielten ihren individuellen Charakter somit nicht nur über den Stil, sondern auch über Inhalte.</p>
<p>Letzteres brachte es mit sich, dass in den zahlreichen spontanen Sessions immer wieder Material entstand, das in keines der Albenkonzepte passen wollte. Was sich da in den letzten knapp zehn Jahren angesammelt hatte und auf einsamen Tapes auf bessere Zeiten wartete, wurde soeben auf der vorliegenden LP zugänglich gemacht. Der Titel verweist auf die seit der Antike existierende Via Casilina, die vom Zentrum Roms aus nach Südosten führt, und an deren oberen Ende, noch im Bereich der Innenstadt Roms, die beiden ihr Domizil haben. Man traf sie gelegentlich im benachbarten DalVerme-Club, einem der legendären Gentrifizierungsopfer der ewigen Stadt.</p>
<p>Auf diesen Songs also, die grob chronologisch angeordnet sind, zeichnet sich die Bandbreite ihrer &#8220;Spaghetti Nightmares&#8221; weitaus besser ab als auf ihren Alben. Viele der Stücke greifen trotz ihres so artifiziellen Charakters tief in die Rock&#8217;n'Roll-Kiste und scheinen aus einem ohne Budget gedrehten Roadmovie gefallen, der quer durch trockenes, mediterranes Land führt, und weil die Szenerie so abgedunkelt ist, wird einem imemr erst mit der Zeit in einem Aha-Moment bewusst, dass das ganze nicht in Arizona oider New Mexico spielt, sondern in einer abgelegenen Provinz des südlichen Italiens, und das kein Künstler der schwarzen Serie, sondern ein Neorealist die verwackelte Kamera führt. &#8220;Arco Ione&#8221; ist so ein Stück, das mit seinem wehmütigen Gitarrenspiel und dem einfachen, hypnotischen Takt diese Mischung aus Melancholie und Verwegenheit, für die man Heroin in Tahiti liebt, wie in einer Nussschale repräsentiert. &#8220;Bad Auspicia&#8221; führt noch weiter hinein in eine surfrockige Desertfolk-Region, wie aufgeklebt wirkende, schneidende Gitarrenfiguren und trunkene Unklarheiten beim Tempo machen klar, dass man sich in einer eher fragwürdigen Wirklichkeit befindet.</p>
<p>Geben diese Tracks die stilistisch noch etwas homogenere Frühphase wieder, so geben andere Zeugnis über die späteren Avantgarde-Flirtereien der Band, so der schwindelerregende Ohrwurm &#8220;Veltha in C23&#8243;, der ein Interesse an deutscher Kraut-Elektronik nahelegt, die monumentale Synthienummer &#8220;Steve Tamburo is not Dead&#8221;, oder das Steve Reich-artige Highspeed-Gewusel von &#8220;Holy GRA Reversed&#8221;, dessen Rhythmus immer mehr zu einem rauschenden Sog wird und am Ende ganz im vernebelten Lärm aufgeht. Ebenfalls in diese (natürlich nur vage gültige) Kategorie zählt &#8220;Larentalia&#8221;, das entgrenzte Drums und Reminiszenzen an Filmmusik besserer Zeiten zu einem anarchischen Irrgarten zusammenschustert.</p>
<p>Andere Nummern geben den exotischen Interessen der Römer Raum &#8211; in Form hübscher, orientalisch anmutender Melodien wie in &#8220;A Tergo Lupi&#8221;, mittels asiatischer Doppelblatt-Instrumente, die in &#8220;Lago Finto&#8221; mit barocken Computersounds zusammen kommen, und nicht zuletzt in &#8220;Zziggurat Tempesta&#8221;, das irgendwie alle tpyischen Ingrendienzien des Heroin in Tahiti-Flairs zusammenbringt: Vielschichtige Hauch- und Dröhnflächen, rituelle Handdrums, die sich gut auf dem letzten Longplayer &#8220;Remoria&#8221; gemacht hätten, das ein von Bruder remulus gegründetes Anti-Rom zu okkultem Leben erweckte; zuguterletzt wieder filmreife Twangs und andere Gitarrenornamente, die nach Surf, Road und Desert klingen.</p>
<p>Die &#8220;Spaghetti Nightmares&#8221; der beiden sind ein Konstrukt, und zwar ein großartiges. Im ganzen zwanzigsten Jahrhundert waren Italiener gut darin, Kulturerzeugnisse anderer Gegenden zitathaft zu recyclen und ihnen dabei einen eigenen Stempel aufzudrücken &#8211; ein Phänomen, bei dem man keineswegs immer nur den oftzitierten Western heranziehen muss. Heroin in Tahiti wirken wie ein dickes Ausrufezeichen dahinter. Wer also: keine Aversion gegen Lofi und ein Herz für originelle Spierereien hat, dem sei diese Compilation als Einstiegsdroge empfohlen &#8211; leider kommt sie zuammen mit dem Gemunkel, dass es eventuell die letzte Scheibe der Band sein könnte. Das wäre eine Kriegserklägung an die Fans, die sich über die Jahre weit über den Italienischen Raum hinaus angesammelt haben, aber wer weiß schon, was da dran ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://boringmachines.it">Boring Machines</a></strong></p>
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		<title>HEROIN IN TAHITI: Remoria</title>
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		<pubDate>Sat, 20 May 2017 03:47:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Francesco De Figuereido]]></category>
		<category><![CDATA[Heroin In Tahiti]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Gründung der Stadt Rom wurde, wenn man der Mythologie folgt, von einem Bruderzwist begleitet, dem Streit zwischen den Zwillingen Romulus und Remus, die nach jeweils sehr unterschiedlichen Deutungen eines Orakels uneins waren über die Größe der zu bauenden Stadt. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/05/20/heroin-in-tahiti-remoria/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/04/heroinintahitiremoria.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13672" title="heroinintahitiremoria" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/04/heroinintahitiremoria-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Gründung der Stadt Rom wurde, wenn man der Mythologie folgt, von einem Bruderzwist begleitet, dem Streit zwischen den Zwillingen Romulus und Remus, die nach jeweils sehr unterschiedlichen Deutungen eines Orakels uneins waren über die Größe der zu bauenden Stadt. Im Zuge der Auseinandersetzung sprang Remus über eine von seinem Bruder bereits befestigte Mauer, eine Rechtsverletzung, für die er vom Romulus im Zweikampf erschlagen wurde. Dieser herrschte fortan über die neue Stadt, die dann auch nach ihm benannt wurde.<span id="more-13670"></span></p>
<p>Ähnlich wie bei fast jedem entscheidenden historischen oder mythologischen Ereignis haben sich auch hier schon viele fantasiebegabte Menschen gefragt, wie die Geschichte der letzten siebenundzwanzig Jahrhunderte verlaufen sein könnte, wenn der Kampf anders ausgegangen wäre und Remus seine nur halb so große Version der ewigen Stadt gebaut hätte. In der Vorstellung vieler Römer existiert diese andere Stadt von Beginn an als schattenhafte Parallelwelt unter der Oberfläche und in den verborgenen Winkeln Roms und bildet eine Art spiegelhafte Kehrseite der Stadt, ihrer Architektur, ihrer Menschen, ihrer Ideen und Werte und nicht zuletzt der vielen Ereignisse in ihrer Geschichte. Zwei Römer von heute, Valerio Mattioli und Francesco de Figuereido haben die diese „Was wäre wenn“-Geschichte mit ihrem Projekt Heroin in Tahiti musikalisch erzählt. Bei ihnen heißt die Stadt Remoria – der Sound ihrer ockerbraunen Fassaden hat etwas von Link Wray auf Valium, angereichert mit der einen oder anderen Brise ritueller Exotica.</p>
<p>Heroin in Tahiti sind nicht an herkömmlichen Narrativen mit klar konturierten Personen und Handlungne interessiert, ihr musikalisches Werk ist seit jeher ein (von wenigen Sprachsamples abgesehen) rein instrumentales und somit weit entfernt von jedem dichterischen Songwriting. Und doch sind sie auf jedem ihrer stets konzeptuell oder semi-konzeptuell ausgerichteten Alben große Erzähler, die ihre mythisch anmutenden Geschichten v.a. atmosphärisch vergegenwärtigen und gelegentlich mit konkreten, klar dechiffrierbaren Samples kurze Momente der Eindeutigkeit aufleuchten lassen. Ihre Geschichte Remorias, bei der jede allzu biedere Ernsthaftigkeit ohnehin des Raumes verwiesen wird, hat etwas von der Erinnerung an einen vor langer Zeit gesehenen Film, an dessen Story man sich kaum noch erinnern kann, dessen Stimmung und einzelne Bilder einem aber immer noch präsent sind.</p>
<p>Wie eine Kamerafahrt, die in einem wortkargen Film das Panorama einer weiträumigen Landschaft entfaltet, schaffen atmosphärische Details gleich beim Auftakt einen Eindruck von Weite und sorgen zugleich für Kolorit: eine einsame Maultrommel, seltsames Ratschen und irgendwann das aus zahlreichen Western vertraute Rasseln einer Klapperschlange. Gefahr im Verzug! Erst stetig anwachsende Ambientsounds, die mehr und mehr in raue Gitarrenwände übergehen, verwandeln das noch hörspielartige Narrativ in die Doom-Variante staubtrockenen Desert Rocks, für den man Heroin in Tahiti kennt und – wenn man die Entschleunigung zu goutieren weiß – liebt. Die Mischung aus schleppender Schwere und rituellem Klingeln, Rumpeln und Rasseln klingt vertraut und gerät hier doch besonders monumental.</p>
<p>Vieles, das als Kolorit und Budenzauber funktioniert, wirkt zugleich als Spannungsmacher – leise und monoton vor sich hingrummelnde Zupfereien, temolierende Akkorde aus einem vergessenen Roadmovie, bizarr verzerrte Vogelschwärme. Hin und wieder verdichtet sich die Musik zu vorübergehend kohärenten Rhythmen, hier und da winden sich folkige oder mittelalterliche Melodien aus dem stets veränderlichen Sound, die den Zeitreisecharakter dieser fantastischen Stadterkundung bewusst machen. Abgesehen von diesen Reminiszenzen an ein jahrhundertealtes Südeuropa klingt die Musik in vieler Hinsicht, zumindest dem Klischee nach, eher amerikanisch, doch es bleibt dabei auch, wie so oft bei der Band, ein Rest kalkulierter Unglaubwürdigkeit bestehen. Und gerade dies verbindet sie mit einer mittlerweile schon ehrwürdigen italienischen Tradition, nämlich die Aneignung von Stilen und Genres v.a. aus dem englischsprachigen Raum, um diesen dann, beinahe unbeabsichtigt, eine ganz eigene Färbung zu geben, die sich – ob bei den gelungeneren Western, beim immer ein wenig englisch klingenden Dark Folk von Argine oder eben beim Doom Surf von Heroin in Tahiti – locker auf Augenhöhe mit dem zu stehen, wovon man sich einmal inspirieren ließ.</p>
<p>Was die Hauptinspirationsquelle, die ungebaute Stadt Remoria, angeht – sollte man mal wieder von ihren monumentalen Fassaden, ihren winddurchfegten Straßen und ihren geheimnisvollen, heidnischen Riten träumen, so wird man sich all dies nicht mehr anders vorstellen können als eingetaucht in den dunklen, schweren und ebenso kraftvollen Sound dieser Platte.</p>
<p><strong>Label: Soave Records</strong></p>
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		<title>Neuerscheinung: Occulto Issue δ</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2015 11:14:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum fünften Mal erscheint dieser Tage das englischsprachige Magazin „Occulto“, das sich seit seinen Anfängen den unterschiedlichsten Phänomenen der Welt aus einer ganz eigenen Perspektive widmet, die Wissenschaft und Kunst miteinander vereint. Immer wieder begeben sich die Macher dabei auf &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/12/08/neuerscheinung-occulto-issue-%ce%b4/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum fünften Mal erscheint dieser Tage das englischsprachige Magazin „Occulto“, das sich seit seinen Anfängen den unterschiedlichsten Phänomenen der Welt aus einer ganz eigenen Perspektive widmet, die Wissenschaft und Kunst miteinander vereint. Immer wieder begeben sich die Macher dabei auf die Suche nach dem Verborgenen, im wahrsten Wortsinne „Okkulten“. Die aktuelle Ausgabe widmet sich dem Thema „Traum“ mit all seinen Implikationen, auf den 112 Seiten finden sich Texte von Massimo Sandal, Roberto Lalli, Stephano Stephanowic, Martin Howse und Erkki Huhtamo sowie eine Bilderstrecke der Künstlerin Giulia Liberti. Bei liegt eine Compilation mit Musik von Paul Beauchamp, Father Murphy, Heroin in Tahiti, Everest Magma und anderen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/12/occultodelta_coverfront_lo1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-11346" title="occultodelta_coverfront_lo1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/12/occultodelta_coverfront_lo1.jpg" alt="" width="700" height="1000" /></a><span id="more-11344"></span></p>
<p>„The fifth release of Occulto Magazine, Issue δ (4,66920160910299067185320382…) is dedicated to a very special topic: dreams. Expect fictional dinosaurs, 8 billion dollars supercolliders, oxygen and cigarettes coming from the very same source, Bette Davis’ eyes, hacked conversations with angels and illusions in motion. Expect no Viennese doctors and no neuroscience breaking news. Not that we’re not interested in such things; they just didn’t come to mind. Compilation #4 curated as usual by Onga / Boring Machines is available as limited edition CDr with the first 100 copies – and as digital download forever and ever.</p>
<p><strong>EXCERPTS</strong></p>
<p>“Gottfried Wilhelm Leibniz had a dream: a universal, formal language free of vagueness and ambiguities, applicable to every field of knowledge, that would amplify the human mind much as the telescope or the microscope did with our seeing. He called it characteristica universalis. A share of this dream of his eventually came true in a centuries-long intellectual and technical revolution, starring the excellent minds of people such as George Boole, Kurt Gödel and Alan Turing. The results of this process are hard to understand for laymen, yet a good deal of them are embodied in an everyday object that affects our daily life oh so very much: our computer.” <strong>Alice Cannavà, editorial text</strong></p>
<p>“The past is gone. We will never hear the flap of a pterosaur wing. We will never know what a soup of trilobites tastes like. Yet we can decode it; we can sift through fossil relics of extinct animals; we can reconstruct the evolution of genomes through esoteric bioinformatics algorithms. We will not recover the birdsongs of the Mesozoic, most probably, yet we can manage a blurry sketch of the history we come from.” <strong>Massimo Sandal, “All Tomorrows – The Lonely Dreams of Speculative Evolution”</strong></p>
<p>“Many scientists and philosophers challenge this reductionist perspective by looking at nature and complex systems the other way round. According to this anti-reductionist view, all nature around us shows the property of emergence. The interaction of a high number of simpler entities has led to systems whose properties are very different from those of their components. There are layers of complexity out there.” <strong>Roberto Lalli “Reductionism vs. Emergence in Theoretical Physics – Do Quantitative Differences Become Qualitative Ones?”</strong></p>
<p>“Photosynthesis is the process by which mainly plants — but also a host of bacterial species — convert the energy of sunlight into, ultimately, chemical compounds, which are in turn used for metabolic reactions in the (photosynthetic) organism. To put things simply, it can be said that photosynthetic organisms feed on light. It can also be said that all the other organisms we know, including us, the Homo sapiens, feed directly or indirectly on the product of photosynthesis.” <strong>Stephano Stephanowic “A Few More Stumbling Steps Into the Wonderful World of Photosynthesis – Chapter Two: Efficiently Enabling Life as We Know It (and Cigarettes) to Exist”</strong></p>
<p>“What is an interpreter or an interpretation? Within the realm of computer science an interpreter exists as a program, devised in earth, in hardware, which instantly translates language into action, into execution and material or breath, either directly or through an intermediate translation. The interpreter must itself be described in a language, which, Ouroboros-style, can perhaps be the very same language which is interpreted, thus slowly and seasonably bootstrapping itself into a wordy autumnal existence and a cycle of development.” <strong>Martin Howse, “Dark Interpreter – Provide by Arts for the hardnesse of Nature”</strong></p>
<p>“The panorama may have been introduced as a new art form, but it was conceived to create a market for mediated realities and (seemingly) emancipated gazes. As such, it was an early manifestation of media culture in the making. Although it was not wired in the sense of broadcasting or the Internet, it was capable of teleporting its audience to another location, and dissolving the boundary between local existence and global vision. In an era when globetrotting for pleasure and organized mass tourism were taking their first timid steps, panoramas presented resplendent representations of exotic environments and current hotspots. Paris and Istanbul, as well as the battlefields of Waterloo and Gettysburg, were visited by spectators, who became “global citizens” avant la lettre.” <strong>Erkki Huhtamo, “Moving Panorama – A Missing Medium – Excerpt from Illusions in Motion”</strong></p>
<p><a href="http://www.occultomagazine.com/occulto-issue-delta-2/"><strong>Occulto-Magazin</strong></a><br />
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		<title>Searching for Subterranean Sounds. Interview mit Silvia und Andrea von Yerevan Tapes</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2015 08:55:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/yerevantapes5338467923.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10332" title="yerevantapes5338467923" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/yerevantapes5338467923-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Abgesehen von der ursprünglichen Bedeutung als Ettikett rangiert die Semantik des Begriffs &#8220;Label&#8221; zwischen Plattenfirma und Marke, und auch in weniger kommerziellen Nischen kann man viele Labels dahingehend unterscheiden, welche der beiden Bedeutungen ihnen eher entspricht. Zum einen gibt es die Labels, die innerhalb eines nicht allzu eng gefassten Spektrums eine gute Bandbreite an Acts verlegen, ohne dass es eine klar erkennbare Hausphilosophie und eine deutliche ästhetische Linie gäbe. Auf der anderen Seite<span id="more-10329"></span> gibt es solche, die durch einen wiedererkennbaren Sound, oft aber auch durch außermusikalische Kriterien wie die visuelle Gestaltung einen Rahmen schaffen, der das Image der Bands mitprägt und der Veröffentlichungsgeschichte erst ihren roten Faden gibt. So gibt es dann fraglos einen typischen 4AD-Stil, aber das selbe von PIAS zu behaupten wäre Unsinn. Auch Yerevan Tapes aus Bologna zählt klar zur zweiten Kategorie. Das Label, das erwartungsgemäß v.a. Tapes, gelegentlich aber auch Vinyl in angemessener Limitierung verlegt, wurde vor vier Jahren von <a href="http://africanpaper.com/tag/avant-records/">AVANT!</a>-Chef Andrea Napoli und seiner aus Armenien stammenden Partnerin Silvia Anhayt gegründet. Die Tonträger erscheinen stets in einer ebenso schönen wie irritierenden Gestaltung, die stets die gleiche Handschrift erkennen lassen. Was die Musik und die oft von Silvia selbst gestalteten Designs verbindet, ist eine Überblendung von (oft mystisch-religiöser) Tradition und einem spielerischen Popart-Gestus, dem jeder Hang zur platten Persiflage fehlt. Yerevan Tapes steht auch dafür, dass vieles möglich ist, wenn man nur die richtige DIY-Haltung an den Tag legt und einen sicheren Blick für Passendes hat. Dazu passt irgendwie auch die unkomplizierte Art, mit der die beiden ihre Arbeit im folgenden Interview vorstellen.<br />
</strong></p>
<p><a title="Searching for Subterranean Sounds. Interview with Silvia and Andrea of Yerevan Tapes" href="http://africanpaper.com/2015/06/06/searching-for-subterranean-sounds-interview-with-silvia-and-andrea-of-yerevan-tapes/"><strong>English version</strong></a></p>
<p><strong><em>Soweit ich weiß habt ihr in Bands wie z.B. His Electro Blue Voice gespielt und eine Hälfte von euch betreibt das Label Avant! Records. Später habt ihr dann Yerevan gegründet. Wie kam es dazu, dass ihr euch neben der eigenen Musik auch für die Labelaktivität entschieden habt?</em></strong></p>
<p>Genau genommen war nur Andrea in His Electro Blue Voice involviert, und zwar als Drummer vom ersten Tag bis zum 2013er Full Length-Album auf Sub Pop. Avant! Records macht er seit 2007. Wir haben Yerevan Tapes zusammen 2011 ins Leben gerufen mit der Intention, neue, bisher unerhörte Sounds zu erforschen.</p>
<p><em><strong>Wo lagen eure musikalischen Wurzeln? Gab es eine Art Musikszene, der ihr angehörtet?</strong></em></p>
<p>Wir mögen unterschiedliche musikalische Hintergründe haben, aber nach mehreren Jahren des gemeinsamen Hörens brauchten wir beide etwas neues, etwas, das tiefer, künstlerischer und spirituell fordernder ist. Genau da liegt das Fundament, auf dem Yereven Tapes seine ersten Schritte unternahm.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/YER014_UMANZUKI.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10379" title="YER014_UMANZUKI" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/YER014_UMANZUKI-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Ich habe den Eindrucke, dass die Labels, v.a. Yerevan, mehr ein eigenes Kunstprojekt als ein Unternehmen ist. Sehr ihr das ähnlich?</em></strong></p>
<p>Meinstens entstehen Indielabels ja aus Leidenschaft, oft noch mit einen gewöhnlichen Job nebenbei, um etwas Geld einzubringen. So etwas lässt genügend Raum, um eine spezielle Identität entstehen zu lassen und die notwendige Freiheit, um die besten Inhalte zu wählen. Im Falle von Yerevan ging es uns darum, etwas mit einer starken Identität aufzubauen, wo Musik, Gestaltung und die symbolische Kommunikation eins sind.</p>
<p><strong><em>Wenn ihr ie ästhetische Vision von Yerevan Tapes skizzieren sollten, wie würdet ihr die auf den Punkt bringen?</em></strong></p>
<p>Wie unser Motto sagt, sind wir ein &#8220;Kassetten- und Vinyl-Label für heilige Klänge&#8221;. Das heißt wir sind auf der Suche nach Musikprojekten, die ihre eigene Vision des Heiligen einbringen, ihre Weltanschauung, ganz egal, auf welche Art. Wenn man sich unseren Katalog anschaut, fallen einem vielleicht mehr die Unterschiede zwischen den Künstlern als die Ähnlichkeiten ins Auge, aber sie alle verbindet ein gemeinsames Ziel.</p>
<p><strong><em>Eure beiden Labels unterscheiden sich nicht nur im Hinblick auf das Medium (Avant! meist Vinyl, Yerevan meist Tape), sondern auch ein Stückweit im Hinblick auf die Stilauswahl, denn Avant! hat einen starken Fokus auf Post-Punk/Dark-Pop, während auf Yerevan im weitesten Sinne experimentelle und psychedelische Musik erscheint. Hat sich das eher ergeben oder denkt ihr, dass die Musikarten und die Tonträgermedien gerade so zusammenpassen?</em></strong></p>
<p>Das Tape ist ein fast schon natürliches Medium für experimentelle Musik seit den 70ern, wenn nicht schon länger. So ist es keine Überraschung, dass es bei YT unsere erte Wahl war. Es ist preiswerter, es ist leichter weltweit zu vertreiben und es gibt dir die Möglichkeit, Material von obskuren Künstlern herauszubringen, ohne dich mit den Schwierigkeiten einer Vinl-Produktion herumschlagen zu müssen. Gleichzeitig, ebenso wie in der Post-Punk/Dark-Pop-Welt, ist das Tape seit einiger Zeit als Medium zurückgekehrt. Bislang haben wir drei Vinylveröffentlichungen gemacht und planen noch mehr in der nächsten Zeit.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/yt1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-10338" title="yt1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/yt1.jpg" alt="" width="694" height="352" /></a>Bands wie Father Murphy, Bird People, G.G. Rosacroce oder German Army machen etwas sehr verschiedenes, aber ihr sagtet ja bereits, dass es auch eine Art Verbindung gibt. Worin, denkt ihr, liegt die?</em></strong></p>
<p>Wie gesagt haben sie sicher sehr unterschiedliche Stile, und doch ist es gar nicht so schwer zu sehen,w as sie zusammenhält. Ihre Suche nach unterirdischen Klängen mag in unterschiedlichen künstlerischen Resultaten enden, aber was sie antreibt, scheint das gleiche zu sein: der Drang nach einer spirituellen Suche.</p>
<p><em><strong>Gibt es irgendwelche Begrenzugen in eurem Spektrum an Stilrichtungen, gibt es eine musikalische No Go-Area, oder würdet ihr prinzipiell Musik aus allen Genres herausbringen?</strong></em></p>
<p>Natürlich gibt es Grenzen, wir würden zum Beispiel nicht Punkrock oder Heavy Metal veröffentlichen, zugleich geht es aber nicht streng nach Musikstilen, da es mehr darum geht, ob etwas zu dem passt, was wir mit YT ausdrücken möchten. So lange wir das gefühl haben, dass es an das anknüpft, was wir machen, ziehen wir es in Betracht.</p>
<p><strong><em>Gibt es für euch eine Lieblingsveröffentlichung auf Yerevan, die eine besondere Bedeutung für euch hat?</em></strong></p>
<p>So rhetorisch sich das anhört, wir haben keine Lieblingsveröffentlichung, da jede ihre eigene Identität und ihre spezielle Geschichte hat. Hinter jeder Aufnahme, die wir herausbringen, gibt es eine Verbindung, die so persönlich wie möglich ist, eine Verbindung zur Musik, aber auch zu den Künstlern, die sie geschaffen haben. Aus verschiedenen Gründen sind wir bislang von allen begeistert.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/rosacroce.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-10339" title="rosacroce" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/rosacroce-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Artwork spielt eine große Rolle nicht nur in der Gestaltung der Tapes, sondern auch auf euren Webseiten, und es gibt dort immer eine Menge religiöser und ritueller Symbole aus verschiedenen Kulturen zu sehen. Woher kommt dieses Interesse?</em></strong></p>
<p>Obwohl wir Einflüsse aus religiösen und künstlerischen Ausdrucksweisen verschiedener Orte und Zeiten sammeln, haben wir ein besonderes Auge für die cinematischen Resultate, die armenische Filmemacher aus der Sowietzeit erreicht hatten. Die Tatsache, dass Silvia einen Abschluss in Kulturanthropologie hat, spielt sicher eine starke Rolle in Yerevan Tapes&#8217; ästhetischer Suche.</p>
<p><em><strong>Könntet ihr ein paar armenische Filme nennen, die euch besonders beeindruckt haben?</strong></em></p>
<p>Sicher. Die Kassettencover auf Yerevan kommen direkt aus einem bestimmte räumlich-zeitlichen Kontext. Und es sind nicht nur armenische Filme, auch manchmal georgische oder ukrainische; der Punkt ist, dass sie alle aus einer bestimmten Zeit und einem bestimmten Zusammenhang kommen: Die sowietischen länder der späten Siebziger und deren spezifische Kosmogonien. In der Art, wie sie die Welt präsentieren, ist etwas, das eine starke Verbindung zu unserem Label hat. Um eine Vorstellung davon zu vermitteln, nenne ich nur einige wenige, neben dem ziemlich bekannten Sergej Paradžanov und seiner großartigen Filmografie (all seine Filme sind perfekte Juwelen in einer ganz eigenen Art, v.a. &#8220;Shadows of Forgotten Ancestors&#8221; (1964) den ich sehr liebe), ich kann außerdem &#8220;Wishing Tree&#8221; (1976) von Tengiz Abuladze empfehlen sowie zwei Kurzfilme von Artavazd Pelešjan: &#8220;Inhabitants&#8221; (1970) und &#8220;Seasons&#8221; (1975).</p>
<p><strong><em>So beantwortet sich auch schon die Frage, die ich euch als nächstes gestellt hätte. Der Name der armenischen Hauptstadt wurde nicht nur aus &#8220;exotischen&#8221; Gründen gewählt&#8230;<br />
</em></strong></p>
<p>Wie gesagt resutierte eine erste Schwärmerei aus Silvias akademischen Studien armenischer Kultur, Sprache und vor allem Geschichte. Wir denken, der gewählte Name steht für etwas, das eine Brücke zwischen hier und dort bauen kann. Es hätte nicht zwangsläufig Yerevan sein müssen, aber in jedem Fall ein Toponym, denn wir finden, dass Ortsnamen starke und weitreichende Begriffe sind.</p>
<p><strong><em>Experimentelle oder als psychedelisch bezeichnete Musikarten gibt es schon lange. Was denkt ihr zeichnet gerade heutige Vertreter solcher Genres aus, und was könnte der Grund sein, dass solche Musik wieder populärer geworden ist?</em></strong></p>
<p>Vielleicht ist der starke mystische Reiz psychedelischer Musik einer der Gründe, warum sie sich nach so vielen Jahren immer noch hält. Trommeln auf tribale Art und tiefe Drones üben eine unmittelbare Macht auf unsere Seelen aus. Musikmoden kommen und gehen, aber es wird immer Raum geben, mit Klängen zu experimentieren.</p>
<p><strong><em>Viele jüngere Psychbands beschäftigen sich heute mit esoterischen und okkulten Dingen, aber oft in Kombination mit einer spielerischen oder auch ironischen Note. Bei vielen schlägt dann gleich der Hipsteralarm, aber denkt ihr, dass solche Themen vielleicht sogar vitaler daherkommen, wenn sie nicht zu ernst angegangen werden?</em></strong></p>
<p>Wir möchten nicht gerne als zu ernst wahrgenommen werden, aber gleichzeitig denken wir nicht, dass wir sehr ironisch mit unserer Ikonografie umgehen. Wir verbinden religiöse Symbole gerne mit zeitgenössischem Artwork, aber das ist nicht witzig gemeint. Wir suchen nur nach einem neuen Kontext für diese zeitlosen Bilder.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/shadows-of-forgotten-ancestors.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-10378" title="shadows-of-forgotten-ancestors" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/shadows-of-forgotten-ancestors-1024x762.jpg" alt="" width="584" height="434" /></a></p>
<p><strong><em>Wie denkt ihr über eine tag wie Italian Occult Psychedelia, der in der Presse teilweise auch für Bands von eurem Label verwendet wird?</em></strong></p>
<p>Wir denken, dass es sich als sehr gutes Schlagwort erwiesen hat, um unterschiedliche Bands aus unterschiedlichen Stilrichtungen unter einen Hut zu bringen. Wie bei allem ist der Begriff kein perfektes Mittel, aber war sicher hilfreich dabei, den italienischen Sound von heute zu exportieren.</p>
<p><strong><em>Hierzulande wurde immer nur punktuell über italienische Musik berichtet, auch wenn es schon immer zahlreiche Veröffentlichungen gegben hat. In den letzten Jahren hat sich das ein wenig gewandelt und die Leute bekommen Wind von der Vielzahl italienischer Musik. Habt ihr eine Idee, wie es zu diesem Wandel gekommen sein könnte?</em></strong></p>
<p>Wir denken nur, dass das, was du sagst, unseren Standpunkt trifft. Manchmal braucht es kleine Strategien, damit Sachen besser funktionieren.</p>
<p><em><strong>Ihr habt zuletzt ein Tape der Electronica-Producer Zone Demersale veröffentlicht. Was steht sonst noch bei Yerevan Tapes auf dem Plan? Irgendwelche neuen Entdeckungen?</strong></em></p>
<p>Gerade vor diesem Interview haben wir eine brandneue Vinyl-12” EP namens &#8220;Porta&#8221; von dem aus der Toskana stammenden Trio Umanzuki herausgebracht. Dies ist unser letztes Release vor dem Sommer, aber wir kommen zurück mit mehr Tapes und Vinyl, nicht nur vonitalienischen Künstlern und auch mehr elektronisch orientiert.</p>
<p><strong><em>Vielen Dank für das Interview.</em></strong></p>
<p>(U.S.)</p>
<p><a href="http://www.yerevantapes.com/">Yerevan Tapes</a></p>
<p><a href="https://yerevantapes.bandcamp.com/">YT @ Bandcamp</a></p>
<p><a href="https://soundcloud.com/yerevan-tapes">YT @ Soundcloud</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/YerevanTapes">YT @ Facebook</a></p>
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		<title>Searching for Subterranean Sounds. Interview with Silvia and Andrea of Yerevan Tapes</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2015 08:54:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[As far as I know you both played in bands such as His Electro Blue Voice and one of you is also running Avant! Records. Later on you formed Yerevan. When and how did you decide to do publishing activities &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/06/06/searching-for-subterranean-sounds-interview-with-silvia-and-andrea-of-yerevan-tapes/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>As far as I know you both played in bands such as His Electro Blue Voice and one of you is also running Avant! Records. Later on you formed Yerevan. When and how did you decide to do publishing activities besides your own music?</em></strong></p>
<p>Actually only Andrea used to be involved in His Electro Blue Voice, having been drummer in the band from day one until 2013‘s full-length album on Sub Pop. He also runs Avant! Records since 2007. Together we started Yerevan Tapes in 2011 with the intent to explore new sounds previously unexperienced.</p>
<p><em><strong>Where have your music roots been? Was there some sort of a subcultural scene you were part of?</strong></em></p>
<p>We may come from different musical background but after several years of listenings we both felt we needed something new, something deeper more artistically and spiritually engaging. That’s exactly the kind of ground Yereven Tapes took its first steps from.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/YER014_UMANZUKI.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10379" title="YER014_UMANZUKI" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/YER014_UMANZUKI-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>I have the impression that the labels, Yerevan even more, is rather some art concept of its own than a business. Would you agree?</em></strong></p>
<p>Most of indie labels come out of passion, often with an ordinary job on the side to bring some money in. This leaves enough room to grow a specific identity and the necessary freedom to choose the best contents.Speaking of Yerevan, we felt the need to build something with a strong aesthetical identity where music, medias and symbolic communication were one.</p>
<p><strong><em>If you had to scetch the artistic vision you follow with Yerevan, how would you express it?</em></strong></p>
<p>As our motto states, we are a “cassette and vinyl record label for sacred sounds”. It means we’re chasing those music projects who can deliver their own vision of the sacred, their Weltanschauung, no matter how. When one takes a look at our catalogue he might feel the differences rather than the similarities between the artists, but they all share a common aim.</p>
<p><strong><em>Your two labels differ not only in terms of the medium (Avant! mostly vinyl, Yerevan mostly tape), but also bit in terms of styles, as Avant! has some focus on post punk/dark pop and Yerevan is more into the experimental and psychedelic in the broadest sense of the words. Did this just happen or do you think, style and medium fit for some reason?</em></strong></p>
<p>The tape is some sort of natural media for experimental music since the 70s, if not earlier. So it comes as no surprise that we felt it as our primal support as YT. It’s cheaper, it’s easier to distribute worldwide, it gives you the opportunity to release material from obscure artists without having to face the difficulties of a vinyl record production. At the same time, just as in the post punk/dark pop realm the tape has recently came back as music medium, we on our end have done 3 vinyl releases already and we are planning to have more for the near future.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/yt1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-10338" title="yt1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/yt1.jpg" alt="" width="694" height="352" /></a></p>
<p><strong><em>Bands like Father Murphy, Bird People, La Piramide or German Army play quite different styles, but do you think there&#8217;s a read thread, some artistic or spiritual element that combines them?</em></strong></p>
<p>As we said above, they surely have different styles but at the same time, we think it is kind of easy to see what connects them together. Their search for subterranean sounds may end in different artistic solutions but what moves them seems to be the same: a quest for spiritual inquiry.</p>
<p><em><strong>Are there any limits in the range of styles, is there kind of a stylistic no go area, or would you potentially release music from any genre?</strong></em></p>
<p>Of course there are boundaries, as we will not release punk rock or heavy metal music for instance, at the same time is not strictly a matter of pure musical style performed while it is about how much it does fit within what we are looking to express with YT. As long as we think it bonds with what we are doing we may consider it.</p>
<p><strong><em>Is there something like a favourite release that has a special meaning to you?</em></strong></p>
<p>As rhetorical as this may sound, we have no favourite release as each one has its own identity and particular history. Behind every records we put out there is a connection as much personal as possible, with the music and the artist who created it. For different reason we are exited about every one of them so far.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/rosacroce.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-10339" title="rosacroce" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/rosacroce-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Artwork plays a stong role not only in the tape design but also on your web spaces, and there is a lot of religious and ritualist symbols from all over the world. How is your interest in this, and where is the relation to your concept and the music?</em></strong></p>
<p>While we may collect influence from religious and artistic expressions from different places and times, we have a special eye for the kind of cinematic results that Soviet Armenia directors achieved. The fact that Silvia graduated in Cultural Anthropology surely played a strong role within the YT quest for aesthetics.</p>
<p><em><strong>Could you give us an example or two for Armenian movies that have influenced you?</strong></em></p>
<p>Surely. The Yerevan cassette-tape covers come straight from a particular time and space. And not only Armenian movies, sometimes Georgian or Ukrainian ones too; the point is that they all belong to a specific period and context: the soviet lands between sixties and late seventies and its cosmogony. There’s something in the way they represent the world that somehow has a strong link to us as label. In a very concise list just to get the idea, besides the well-known Sergej Paradžanov and his marvellous filmography (all his movies are perfect gems in their own way, especially Shadows of Forgotten Ancestors (1964) which I’m particularly fond of), I can recommend Wishing Tree (1976) by Tengiz Abuladze, and two short movies by Artavazd Pelešjan: Inhabitants (1970) and Seasons (1975).</p>
<p><strong><em>So this already answers my next question &#8211; you didn&#8217;t chose the name of the Armenian capital for mere exotic reasons&#8230;</em></strong></p>
<p>Like we just said, a first infatuation came from Silvia’s University studies, one on Armenian culture, language and history in particular. We think the name we chose stands for something able to build bridges between Here and There. It might not have been Yerevan, but it would have been a toponym in any case as we think toponyms are thick and widespread words.</p>
<p><strong><em>Several psychedelic and experimental music styles exist now for a long time. What do you think are the main qualities of such music today, and what could be the reason that it became a bit more popular again?</em></strong></p>
<p>Probably it’s the strong mystical appeal that psychedelic music hosts that managed to make it last through all these years. Tribal approach to the drumming and deep drones always have a direct power on our souls. Music fashions come and go, but there’s always room for experimenting in sounds.</p>
<p><strong><em>A lot of younger psych bands today deal with esoteric and occult motifs, but often combined with some playful or ironic note. Some people would say that this is a sign of hipster stuff, but do you think that such topics are more vital when they are not too serious?</em></strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/shadows-of-forgotten-ancestors.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-10378" title="shadows-of-forgotten-ancestors" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/06/shadows-of-forgotten-ancestors-1024x762.jpg" alt="" width="584" height="434" /></a>We don’t wish to be looked as too serious but at the same time we don’t think we are much ironic about our iconography. We like to blend religious symbols with contemporary artwork, but we do not mean it in a funny way. We just look to create a new context for those everlasting icons.</p>
<p><strong><em>What is your opinion on a tag like Italian Occult Psychedelia, which is somehow also applied to bands of your label by the music press?</em></strong></p>
<p>We think it has proved itself to be a great tag to gather different bands with different styles under one common vessel. As with everything it‘s no perfect tool, but it surely has been helpful to export the current Italian sound abroad.</p>
<p><strong><em>In our country, the media dealt only punctually with Italian music, yet there was a huge output of releases for a long time. In the last years, this changed a bit and people become aware of the variety of Italian stuff. Do you have an idea about this change?</em></strong></p>
<p>We only can think that what you say proves our point. Some times it takes a little stratagem to make things work properly.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/yerevantapes5338467923.png"><img class="alignright size-medium wp-image-10332" title="yerevantapes5338467923" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/yerevantapes5338467923-300x300.png" alt="" width="300" height="300" /></a>Your newest release is a tape by electronica producers Zone Demersale. What are your plans for Yerevan in the nearer future? Any new explorations?</strong></em></p>
<p>Right as we speak we have put out a brand new vinyl record, the 12” EP Porta by Tuscany-based trio Umanzuki. This is our last release before the summer, after which we will be back with more tape and vinyls, not only by Italian artists and also more electronics-oriented.</p>
<p>(U.S. &amp; A.K.)</p>
<p><a href="http://www.yerevantapes.com/">Yerevan Tapes</a></p>
<p><a href="https://yerevantapes.bandcamp.com/">YT @ Bandcamp</a></p>
<p><a href="https://soundcloud.com/yerevan-tapes">YT @ Soundcloud</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/YerevanTapes">YT @ Facebook</a></p>
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		<title>HEROIN IN TAHITI: Canicola</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Jul 2014 07:00:21 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wenn Musiker die Sonne, die Flora und die regionalen Bräuche ihrer Länder besingen, endet das nicht selten im Postkartenkitsch, v.a. wenn es sich bei dem Land auch noch um ein beliebtes Touristenziel handelt. Wer Heroin in Tahiti kennt, weiß allerdings, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/07/19/heroin-in-tahiti-canicola/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/07/HITCANICOLA.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-9126" title="HITCANICOLA" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/07/HITCANICOLA.jpg" alt="" width="150" height="206" /></a>Wenn Musiker die Sonne, die Flora und die regionalen Bräuche ihrer Länder besingen, endet das nicht selten im Postkartenkitsch, v.a. wenn es sich bei dem Land auch noch um ein beliebtes Touristenziel handelt. Wer Heroin in Tahiti kennt, weiß allerdings, dass sie unter exotischem Charme etwas anderes verstehen, denn ihre im Zeitlupen-Surfsound beschworenen Südseesettings strahlten eine dreckige Düsternis aus, die mehr mit einem Neo Noir-Streifen gemein hat als mit einem auf Hawaii spielenden Elvis-Schinken. Wer die römische Band in den Jahren ihres Bestehens etwas genauer verfolgt hat, der erinnert sich vielleicht daran, dass sie sich auch schon ihrer italienischen Heimat gewidmet haben. <span id="more-9125"></span>Erst im letzten Jahr lieferten sie die Musik zu <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9ewVfM8tk2g">einem grobkörnig verwaschenen Kurzporträt der Region Basilicata</a>, das vom sporadisch filmenden Noisemusiker Torba gedreht wurde. Mit seinen unberechenbaren Schnitten und seinem Fokus auf Marginalia ist dieses dekonstruierte Idyll keineswegs an den Durchschnittstouri adressiert.</p>
<p>Auf dem neuen Tape widmet das Duo sich erstmals konzeptuell dem Thema Italien und folgt dabei den Spuren des hierzulande nur Spezialisten bekannten Anthropologen und Religionsforschers Ernesto de Martino (1908-1965), dessen Themen von antiken Kulten bis hin zu volkstümlichen Bräuchen und den mythisch-religiösen Subtexten des modernen italienischen Lebens reichen. &#8220;Canicola&#8221; ist nach eigenen Angaben der Sonne, dem Aberglauben und dem gelbgoldenen Korn Italiens gewidmet und macht schon im ersten Stück klar, dass die Hitze hier siedend ist und die porträtierte Kultur einen obsessiven, wahnhaften Unterton aufweist. Beim Titelstück, das die erste Seite komplett ausfüllt, offenbaren sich Heroin in Tahiti erst mit der Zeit, wenn sie irgendwann nach diversen Breaks mit doomigen Zeitlupenriffs und den vertrauten WahWahs jeden Zweifel ausräumen, dass sie es sind. Weite Strecken des Stücks jedoch bedienen einen Computersound mit 80er Jahre-Charme, den man vielleicht noch eher beim Kollegen Mai Mai Mai erwartet hätte. Im groben Soundbrei der kreisenden Elektronik erscheint die Sonne kaum lichtspendend, die Hitze, die sie verbreitet, hat eher etwas von drückender Schwüle als von maritimer Frische, und die einzigen unmissverständlich italienisch anmutenden Details scheinen die versteckten Giallosounds zu sein, die sich zwischen Dröhnen und funkigen Einsprengseln finden (oder überhört werden). Willkommen also in einem modernen Italien, das einem hier keinesfalls auf dem Serviertablett des Fremdenverkehrs präsentiert wird. Etwas mehr Abwechslung tut sich in den kurzen Fragmenten der zweiten Tapeseite auf. Eine verfremdete Spieluhr greift die cineastischen Assoziationen des ersten Teils auf und kombiniert sie mit nicht weniger filmisch konnotierbaren Desert Rock-Gitarren. Ihr fatalistische Picking taucht an einigen Stellen erneut auf, verschmilzt mit nervigen Vögeln und allerhand noisigem Dröhnen, in “La Madonna” verwandelt es sich vollens in eine Klangwand, die zusammen mit einer gesampleten Arie und einem monoton-schleppenden Rhythmus den größten Kracher des Tapes hervorbringt.</p>
<p>Nach dem Longplayer-Debüt “Death Surf” (Boring Machines), dem Split mit Ensemble Economique (No=Fi) und der Single auf Yerevan Tapes demonstrieren Heroin in Tahiti mit “Canicola” erneut ohne Pause, dass sie sich kaum auf ihreen Lorbeeren ausruhen und ihren Sound v.a. zu variieren wissen. Der leicht hörspielartige Grundtenor des Tapes gelingt ebenso gut wie die Evokation eines für viele ungewöhnlichen, mythischen Italiens. Sollte demnächst wieder ein rockiger Slow Tempo-Nachfolger von “Death Surf” auf dem Plan stehen, wäre das dennoch zu begrüßen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.nofirecordings.blogspot.com">No=Fi</a></strong></p>
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		<title>HEROIN IN TAHITI: Peplum 7&#8242;</title>
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		<pubDate>Sat, 03 May 2014 00:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Doomige Keyboards, verwegene Twangs und ein langsamer, tiefschwarzer Groove – Heroin in Tahiti, die beiden Doomsurfer aus Rom bleiben sich treu, präsentieren nach dem Split mit Ensemble Economique ihr nächtes Lebenszeichen und erweitern das Tape-Label Yerevan mit dem untypischen Medium &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/05/03/heroin-in-tahiti-peplum-7/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/04/HiT_COVER1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8551" title="use this to design your 7&quot; vinyl record covers" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/04/HiT_COVER1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Doomige Keyboards, verwegene Twangs und ein langsamer, tiefschwarzer Groove – Heroin in Tahiti, die beiden Doomsurfer aus Rom bleiben sich treu, präsentieren nach dem <a href="http://africanpaper.com/2013/04/13/ensemble-economique-heroin-in-tahiti-split-lp/">Split mit Ensemble Economique</a> ihr nächtes Lebenszeichen und erweitern das Tape-Label Yerevan mit dem untypischen Medium einer schön gestalteten schwarzen 7&#8221;.<span id="more-8549"></span></p>
<p>Vor allem die erste Seite mit dem Titelstück knüpft an frühere Aufnahmen wie „Surf Giants on Dope“ vom <a href="http://africanpaper.com/2012/04/28/heroin-in-tahiti-death-surf/">Albumdebüt</a> an und präsentiert die typische, aber rare Mischung aus kernigen, griffigen Gitarren und einem perfekt ausgestalteten Klangteppich aus erdigem Dröhnen und monotoner, metallischer Perkussion. Mit der Zeit kristallisieren sich immer mehr Feinheiten heraus. Begleitet von sanften Mellotron-Klängen verwandeln sich die monotonen Riffs in verhaltene Soli, und mit der Zeit wirkt der Song immer dynamischer, ohne wirklich im Tempo anzuziehen. Fast zwangsläufig stellen sich cineastische Assoziationen an, denen wohl auch das Label erlag, als es „Lee Van Cleef&#8217;s ominous face wandering in a fucked up Roman borgata“ halluzinierte. Weckt das verwegene Szenario von „Peplum“ noch Assoziationen zu einem düsteren amerikanischen Road Movie, so erscheint mir die oft genannte Referenz zu italienischen Filmkomponisten wie Morricone oder Nicolai auf dem Stück der B-Seite erstmals deutlich greifbar. „Alo“ (das Teil einer <a href="http://www.museum-ludwig.de/de/mediathek/phil_collins_in_every_dream_home_a_heartache">Austellung des Künstlers Phil Collins</a> war, bei der auch Beiträge von David Sylvian, Laetitia Sadier, Pye Corner Audio und Demdike Stare zu hören waren) verbindet die bandtypische Mixtur aus Elektronik und grobkörnig-verwackelten Gitarren mit bis zur Entmenschlichung verrauschten Vocals und einer Spieluhr, die Giallofilme wie <a href="http://www.blue-underground.com/product.php?product=145">Aldo Lados „The Child/Who Saw Her Die“</a> in Erinnerung ruft. Unberechnebarer denn je malen die Soli faszinierende Melodien, die das Stück beim finalen Panoramaschwenk spannend und geheimnisvoll enden lassen.</p>
<p>Heroin in Tahiti sind Teil einer kreativen italienischen Musikergeneration, die jüngst in Form eines Genrenamens ein griffiges Ettikett erhielt. Es sei ihnen (und vielen ihrer Kollegen) gegönnt, dass dies die mediale Resonnanz vergrößert, ohne durch allzu inflationäre Nennung einen solch ermüdenen Verlauf zu begünstigen, wie er sich damals beim New Weird America-Phänomen einstellte.</p>
<p>Tolle kleine Veröffentlichung, die auf fünfhundert geschmackssichere Nerds wartet und auf künftiges, eventuell wieder längeres, gespannt macht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://yerevantapes.blogspot.de/">Yerevan Tapes </a></strong></p>
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		<title>ENSEMBLE ECONOMIQUE / HEROIN IN TAHITI: Split LP</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Apr 2013 06:05:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Surfrock der frühen 60er ist an sich cool genug, dass man ihn gut dreißig Jahre später auch mal eins zu eins kopieren konnte, ohne gleich peinlich zu wirken, und die zahllosen Tarantino-Parties waren sicher nicht der schlimmste Hype aus den &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/04/13/ensemble-economique-heroin-in-tahiti-split-lp/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/EE_HITcover.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6741" title="EE_HITcover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/04/EE_HITcover.jpg" alt="" width="306" height="153" /></a>Surfrock der frühen 60er ist an sich cool genug, dass man ihn gut dreißig Jahre später auch mal eins zu eins kopieren konnte, ohne gleich peinlich zu wirken, und die zahllosen Tarantino-Parties waren sicher nicht der schlimmste Hype aus den Annalen der 90er Jahre. Seinen Niederschlag in späterer Musik fand dieser Sound hauptsächlich bei<span id="more-6740"></span> Rockabillies und Psychobillies unterschiedlicher Qualität. Im letzten Jahr machte eine italienische Combo namens Heroin in Tahiti mit einer stark verlangsamten, geradezu doomigen Variante dieser Musik von sich reden, bei der die Grundkomponenten zum Material cineastischer Klangwelten umfunktioniert wurden. Ihr Erstling &#8220;Death Surf&#8221;, der weit mehr zu bieten hatte als die üblichen Twangs bloß auf Valium, wurde sehr positiv aufgenommen &#8211; zurecht, weswegen er auch bei uns seine Würdigung fand. Jetzt sind die beiden Römer zurück mit einer Split-LP, die sie sich mit einem Geistesverwandten aus dem Lande der Beach Boys teilen: dem Kalifornier Brian Pyle mit seinem Projekt Ensemble Economique, das er solo neben Bands wie den Starving Weirdos betreibt.</p>
<p>Wenn sich Musiker eine LP teilen, kann das in vielfacher Weise schief gehen, der Stil der jeweiligen Beiträge kann zu nah beieinander liegen, oder eben bezugslos wirken, wobei sehr unterschiedlich geartete LP-Seiten auch einen reizvollen Kontrast bilden können. Heroin in Tahiti und Ensemble Economique ähneln sich vom Stil, bei beiden groovt es düster, und beide haben offensichtlich einen äußerst kreativen Zugang zu älterer, psychedelisch konnotierter Musik und zu nerdigem Kino jenseits der großen Filmtheater. Doch die Stücke sind im Aufbau und von der Stimmung her unterschiedlich genug, um eigene Handschriften herauszuhören. Das bringt natürlich mit sich, dass man sie aneinander misst. Heroin in Tahiti sind mit einer längeren Komposition vertreten. Das Stück ist in mehrere Abschnitte unterteilt, deren Aufbau die fiktive Reise in ein düsteres Südsee-Setting widergibt. Die &#8220;Black Vacation&#8221; beginnt unter dem Titel &#8220;Departure&#8221; am einem Flughafen, dessen Geräusche neugierig machen, bis spontane Lärmattacken, die einen fast so sehr erschecken wie der schwarze Mann bei &#8220;Mulholland Drive&#8221;, der kurzen &#8220;Music for Airports&#8221; ein jähes Ende bereiten. &#8220;Welcome to Paradise Island&#8221; heißt es nun, doch die Kitsch-Möven sind so trügerisch wie die derweil noch smoothe Musik, werden bald lauter und bedrohlicher und geleiten einen an die &#8220;Edge of the Jungle&#8221;, wo drogengeschwängerte Surfmelodien und skurrile Ethnobeats mit einem Klangteppich aus verzerrten Schreien verschmilzen. Vielleicht sind dies die &#8220;Whispers from the Quicksand&#8221;, die einen in ihren Bann schlagen, bevor unter dem Motto &#8220;Blood before Dawn&#8221; groovige Rhythmen und futuristische Sounds der Geschichte ein ungewisses Ende bereiten.</p>
<p>Ensemble Economique steuert drei Stücke bei, die insgesamt wie aus einem Guss wirken. Zusammen sind sie weit weniger auf einem Verlauf hin ausgerichtet, vielmehr fokussieren sie den besonderen Moment und ziehen ihn so sehr in die Länge, wie es eine LP-Seite zulässt. Das hat definitiv seinen Reiz, vor allem wenn man die drei Stücke unabhängig von der ersten Seite hört, doch ist man erst einmal der Dynamik des römischen Kopfkinos erlegen, kann einem der atmosphärische Wechsel ziemlich ausbremsen. Insgesamt sind Pyles Beiträge härter, perkussiver und von der Wirkweise her direkter, zudem wirken gelegentliche Stimmbeiträge zusammen mit exotischen Instrumentaleinlagen jeder Abstraktheit entgegen. Bewegung gibt es also auch hier, aber sie ist eher rhythmisch als narrativ. Zur finalen Entgrenzung kommt es dann im dritten Stück &#8220;Désir, DESIRE&#8221;, wenn spacige Synthis der elektronischen Avantgarde huldigen und auch diese Seite im Ungewissen enden lassen.</p>
<p>Schön dass es solche Musik gibt, und dass sie sich auch optisch zu präsentieren weiß. Die Hommage an die Südsee, den Twang und das klassische Pinup-Girl wird sicher weiter gehen, diesmal warten 500 schwarze Scheiben auf den geneigten Vinyl-Fetischisten.</p>
<p><strong>Label: Sound of Cobra/No=Fi</strong></p>
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		<title>Cigarettes are always very important. Ein Interview mit Onga vom Label Boring Machines</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Sep 2012 04:52:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Italien hat derzeit eine der produktivsten und vitalsten Musikszenen. Unabhängig von Genres, aber auch ohne zwangsläufig das &#8220;Ganz Neue&#8221; erfinden zu müssen, sind in den letzten Jahren Bands, Labels und kleine Netzwerke entstanden, deren roter Faden ein Interesse am Ungwöhnlichen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/09/22/cigarettes-are-always-very-important-ein-interview-mit-onga-vom-label-boring-machines/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/boringmachinestop.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-5223" title="boringmachinestop" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/boringmachinestop-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Italien hat derzeit eine der produktivsten und vitalsten Musikszenen. Unabhängig von Genres, aber auch ohne zwangsläufig das &#8220;Ganz Neue&#8221; erfinden zu müssen, sind in den letzten Jahren Bands, Labels und kleine Netzwerke entstanden, deren roter Faden ein Interesse am Ungwöhnlichen und Unvorhersehbaren ist. Eines der zur Zeit rührigsten Labels ist Boring Machines aus Treviso nördlich von Venedig, dem die Welt bereits Platten von Father Murphy, Heroin In Tahiti und dem Wave-Veteran Simon Balestrazzi verdankt. Doomiger Surfrock und spacige Drones findet man dort ebenso wie orientalisch anmutenden Psychrock und aller Songstrukturen entkleidete Akustiksounds.</strong> <span id="more-5221"></span><strong>Onga, der das Label betreibt, liebt musikalische Hybride und hat in den letzten Jahren eine respektable Bandbreite an origineller Musik herausgebracht, deren Gemeinsamkeit auch darin besteht, dass herkömmliche Genrebestimmungen wie selbstverständlich umschifft werden. Boring Machines ist vor allem Ausruck einer persönlichen Leidenschaft für die Musik. Deshalb wirkt das Gesamtkonzept auch selbst wie ein eigenes kleines Kunstwerk, das eigene Ideen umsetzt, statt bloß die kreativen Erzeugnisse anderer zu vermitteln. Das folgende Interview gibt einen Überblick über den Werdegang des Labels und ist fast so etwas wie eine kleine Einführung in ein Kapitel alternativer Musikgeschichte Italiens.</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Cigarettes are always very important. An interview with Onga of Boring Machines" href="http://africanpaper.com/2012/09/22/cigarettes-are-always-very-important-an-interview-with-onga-of-boring-machines/"><span style="color: #373737; text-decoration: underline;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Read the English Version</strong></span></span></span></a></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong>Wann bist du auf die Idee gekommen, ein Label zu gründen, und wie hat alles begonnen?</strong></em></span></span></span></p>
<p>Ich hatte beim Madcap Collective-Label mitgearbeitet, als sie 2004 gerade dabei waren, Franklin Delanos erstes Album herauszubrigen. Bei der Gelegenheit traf ich in Chicago auf Bruce Adams, der zuvor bei Kranky beschäftigt war. Kranky und Constellation empfand ich immer als außerordentlich inspirierend, und mein Plan war, Franklin Delano über das Artwork eine ebenso starke Identität zu geben, wie es bei den Künstlern dieser Labels der Fall war. Noch im selben Jahr traf ich My Dear Killer bei einem von mir organisierten Konzert, und ich fand, dass irgendwer seine Musik herausbringen sollte, die bisher nur auf einigen selbst gebrannten CDRs zirkulierte. Ich hab dann ein paar andere Labels, unter anderem eben Madcap, zusammengetrommelt, und zusammen haben wir dann sein Album „Clinical Shyness“, die erste Veröffentlichung auf Boring Machines, herausgebracht. Das war 2006.</p>
<p>2007 traf ich dann eher zufällig Marco alias Be Invisible Now! über einen gemeinsamen Freund. Wir sprachen eine Menge über Krautrock und Kosmische Muzik und er gab mir eine CD mit ein paar Aufnahmen. In seine Musik verliebte ich mich buchstäblich auf der Stelle, und so entschied ich mich, dass Boring Machines fortan ernsthaft Platten veröffentlichen sollte, und dass diese Musik ziemlich dem Sound nahekam, den ich für mein Label im Kopf hatte. Marco ist außerdem auch ein großartiger Graphikdesigner, und er kümmert sich bis heute um fast alle Layouts unserer Platten.</p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Onga-pic-by-Fabio-Orsi.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5229" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Onga-pic-by-Fabio-Orsi-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Bist du ebenfalls Musiker? Wie war dein Bezug zur Musik, bevor du als Verleger aktiv wurdest?</strong></em></span></span></span></p>
<p>Ich bin kein Musiker, ich kann keinerlei Instrument spielen, abgesehen von ein bisschen Gitarre, aber nur ein paar alberne Akkorde aus bekannten Melodien. Deshalb hatte ich auch aufgehört, ich war nicht so an der Technik interessiert und hatte keine persönliche Idee, weshalb ich dann einfach zu spielen aufhörte. Ehrlich gesagt hätten viele andere Leute das auch so machen sollen.</p>
<p>Ich war schon Musikliebhaber, als ich noch sehr jung war, ich hatte Songs aus dem Radio aufgenommen mit meinem kleinen Tapegerät, das nicht einmal ein Radio hatte, deshalb borgte ich mir das meiner Mutter und nutzte ihres für den Empfang und meines für die Aufnahme. Als Jugendlicher ließ ich mir die Vinylsachen von älteren Nachbarn auf Tape überspielen, meist Hard Rock oder Heavy Metal-Kram, aber eines Tages machte mich einer von ihnen mit den Tapes von DJ Baldelli von Cosmic bekannt und mit Bands wie Tangerine Dream, Popol Vuh etc., und das war dann meine erste wirkliche musikalische Revolution. Ich war dann in der frühen Techno/House-Szene der späten 80er und frühen 90er unterwegs, in die Clubs bin ich dann auch vor allem zum Musikhören gegangen, am Tanzen hatte ich nie Spaß. Bei einem Schüleraustausch lernte ich dann ein paar Rockfans kennen (ich hab mir zwischen 1989 und 1993 keine einzige Gitarre angehört!!), die von Nick Cave etc. erzählten, mir kamen diese ganzen Namen bekannt vor, wir freundeten uns an, und so hatte ich wieder angefangen Rock zu hören, hauptsächlich Shoegazer und psychedelischen Kram, aber auch ein paar dieser Indie-Bands, die in den 90ern jeder mochte.</p>
<p>Nach der Schule, als ich dann Geld in der Tasche hatte, nahm die Zahl der Platten, die ich pro Woche kaufte, enorm zu, und auch heute noch kaufe ich Platten, jedes Format, um Musik hören zu können, wo immer ich will. Ich höre zuhause Vinylplatten, CDs im Auto, auch manchmal Kassetten. Ich bin ein Fetischist, und ich höre nicht gerne MP3s am PC. Manchmal mache ich das während der Arbeit, aber nichts ist so gut, wie eine ordentliche Platte zu hören. Ich begann 2001 zusammen mit einem Freund aufzulegen unter dem Namen Martini Bros DJ-Set (nein, nicht diese Fake-Techno-Produzenten). Wir hatten eine Art Radioshow gemacht, aber in Clubs. Wir kauften die neuesten Aufnahmen, obskure Tracks und Promos aus aller Welt und brachten das Zeug in unsere Lieblingsläden. Und dann schau dir das DJing im Mme Claude an. Es klingt wirklich schon romantisch, dass sich nun, nur zehn Jahre später, jeder der iTunes abspielen kann, DJ nennt. Wir mussten unser Equipment, die PA und unsere ganzen Platten dafür mitbringen.</p>
<p>2003 hatte ich außerdem noch Basemental ins Leben gerufen, ein Liveprojekt, dass Treviso (wo ich lebe) mit Mailand und Pavia verbunden hatte und ausgehend von einem ähnlichen Geschmack Gigs organisierte. Ich hatte das Projekt bis 2007 betrieben, als die Räumlichkeiten geschlossen und durch Wohnungen ersetzt worden sind. Kommt euch das in Berlin bekannt vor? Über Basemental hatte ich die Gelegenheit, eine Menge Musiker, Labelmanager und Journalisten zu treffen, die meine Ideen, wie ich das Label führen wollte, mitformten.</p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Be-Maledetto-Now-@Netmage.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5230" title="Be Maledetto Now @Netmage" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Be-Maledetto-Now-@Netmage.jpg" alt="" width="603" height="402" /></a>Hättest du dich damals als typischen Techno Kid bezeichnet? Wie hat sich dein Geschmack seitdem verändert oder erweitert, und was sind heute deine Lieblingsmusiker außerhalb von Boring Machines?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ich muss betonen, dass ich kein „Techno Kid“ war, ich liebte bloß Techno und hörte eine Menge Zeug, UR, R&amp;S/Apollo, Basic Channel und das ganze Zeug, aber ich war nie wirklich mit der Szene verschmolzen. Szenegänger (oder Hipster, nenne es wie du willst) gab es damals auch, aber ich war dort wegen der Musik.<br />
</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Mein Musikgeschmack hat sich seitdem gar nicht so sehr verändert, ich mag immer noch guten alten EBM, ein bisschen handwerklich guten Techno, aber was mich am meisten interessiert, sind die Hybriden. Meine größten musikalischen Leidenschaften sind Kosmische Muzik, Techno, aber auch amerikanischen Country (oh! Diese lässigen Slide Guitars!) und Blues. Sollte ich jemals eine Band finden, die all das miteinander vermischt, dann biete ich einen Vertrag über fünf Platten!<br />
</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Mein Lieblingszeug zum Hören&#8230; hmm, schwierige Frage.. Ich sollte ein paar große Namen nennen, um ein Gebiet mit ähnlichem Zeug abzustecken. Ich würde sagen, meine favorisierten Bands/Platten wären Labradford, Jessica Bailiff, The For Carnation, Low, aber ebenso Spacemen3 und die ganze Psychedelic Szene davor und danach. Dann würde ich sagen Autechre und frühe Aphex Twin und natürlich alles gespielt, beeinflusst oder gestohlen von Can/Neu!/Harmonia et al. Aber generell viel zu viel, um es alles aufzuzählen.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong>Die Musik auf deinem Label deckt ein ziemliches großes Spektrum ab, dennoch wirkt die Bandbreite nie beliebig. Wo siehst du so etwas wie einen roten Faden bei deiner Auswahl?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Es gibt so etwas wie einen roten Faden bei mir im Kopf, der die Auswahl trifft unter den Dingen, die ich einfach „nur mag“. Ich denke, es hat oft etwas mit einem Gefühl von Unbehagen und Wut zu tun (My Dear Killer, Father Murphy, Fuzz Orchestra, Rella the Woodcutter) und dem Wunsch, der Wirklichkeit zu entkommen. Im Weltraum sein (Be Maledetto Now!, Marutti/Balbo) oder in anderen, exotischen Ländern (Mamuthones, Heroin in Tahiti, La Piramide di Sangue). Ich bin ebenfalls fasziniert von seltsamer Architektur, die ich bei einigen elektro-akustischen Aufnahmen heraushöre, die bei mir erschienen sind (Luminance Ratio, FaravelliRatti).</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/MyDearKiller.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5232" title="MyDearKiller" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/MyDearKiller-252x300.jpg" alt="" width="252" height="300" /></a>Ich bin sicher, es gibt für dich auch eine Reihe an „No goes“. Welche Eigenschaften müsste eine Band haben, um niemals auf Boring Machines zu veröffentlichen?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Bis jetzt hatte ich immer das Privileg, Musik von Künstlern veröffentlichen zu können, die ich als Menschen sehr respektieren, was wirklich gut ist. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, wer da nicht passen könnte, es gibt so viele Künstler, die ich gerne noch einschließen würde, dass ich an nichts anderes denken kann. Ich mag Gewöhnlichkeit nicht, man muss nichts neues erfinden, ok, aber man sollte zumindest eine künstlerische Persönlichkeit haben. Woran ich kein Interesse haben, sind ausrangierte Sachen von bekannten Musikern, ich bevorzuge da das beste von den weniger bekannten. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong>Betreibst du das Label allein, und wie sieht dein Alltag aus?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ja, Boring Machines bin ich und ich bin Boring Machines. Das Label ist eine vollkommene Erweiterung meiner Persönlichkeit und meiner Ideen. Der Tag beginnt damit, dass ich um 6:30 Uhr aufstehe und zu einem dieser Arbeitsplätze gehen, wie ihn viele haben, um 6:30 abends bin ich wieder zuhause und die restliche Zeit ist Boring Machines gewidmet, Promotion machen, die ferigen Releases zusammenbasteln (ja, die sind alle liebevoll mit der Hand gefertigt) oder meilenweit herumfahren, um Bands, die ich mag, spielen zu sehen. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong>Es gibt wahrscheinlich nicht viele Unternehmen, die das Wort „boring“ in ihrem Namen tragen. Auf welche Maschinen ist das gemünzt, und was ist so langweilig an ihnen?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Der Name des Labels ist eine beabsichtigte Fehlübersetzung eines italienischen Konzeptes. Es müsste eher “Boredom Machines” heißen, denn die Idee hinter dem Label hat mit Langeweile zu tun. Ich war schon immer genervt und bin es nach wie vor von all diesen Leuten/Bands/Clubs, denen es nur darum geht, Spaß zu haben, bei denen Spaß aber sowieso nur auf die immer gleichen dummen und albernen Dinge hinausläuft, die jeder kennt. Ich würde es mögen, wenn Leute, die einem eigenen musikalischen Weg folgen, die gleichen Chancen hätten wie diejenigen, die den immer gleichen beschissenen Indie Rock spielen, aber ich denke, dafür ist es zu spät. Der Prozess ist nicht umkehrbar. So hab ich dann meine eigene kleine Welt geschaffen, wo ich Aufnahmen herausbringe und Shows organisiere, um die sich zu der Zeit in der Gegend niemand gekümmert hat.<br />
</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Boring Machines sind eigentlich diese gigantischen Bagger, mit denen man Tunnel im Straßenbau gräbt, und ich mag sie sehr, weil sie so groß sind. Wenn du bei Google &#8220;boring machines&#8221; eingibst, ist meine Seite eine der ersten, die angezeigt wird. Witzig war, als mir ein paar saudische Ingenieure schrieben und ein nach einem Angebot für diese Geräte fragten. Ich antwortete ihnen mit einem Link zu meinem Shop&#8230; </span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Boring-Machines+Occulto-pic-by-Tanya-Mar-.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5233" title="Boring Machines+Occulto [ pic by Tanya Mar ]" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Boring-Machines+Occulto-pic-by-Tanya-Mar-.jpg" alt="" width="960" height="754" /></a>Ich bin erstmals durch das Berliner Magazin „Occulto“ mit deinen Acts in Berührung gekommen, du hattest ja für die letzte Ausgabe eine CD-Beilage zusammengestellt. Wie kam euer Kontakt zustande und wie beurteilst du deren Anliegen, die Lücke zwischen Wissenschaft und Kunst zu füllen?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ich traf Alice von „Occulto“ vor Jahren auf einer Party/Ausstellung in Trento, wir sollten beide auflegen, und es stellten sich schnell einige Gemeinsamkeiten heraus: Bier, Zigaretten und die Musik, die wir mochten. Um die gleiche Zeit lernte ich in Mailand Lumpa kennen, die andere Frau, die „Occulto“ zusammen mit Alice ins Leben gerufen hatte, und wieder mochten wir die gleiche Musik und die gleichen Zigaretten. Zigaretten sind immer sehr wichtig, verpisst euch doch, ihr Gesundheitsfanatiker!<br />
</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ich sah das erste Occulto-Heft und mochte sofort den Hochglanzlook und die verrückten Inhalte. Es war ein verdammt originelles Ding, deshalb nahm ich einige Hefte in meinen Vertrieb auf, und Alice wiederum half mir Shows für Be Invisible Now! in Berlin zu organisieren. Es war 2010, als ich dann auch Laura kennen lernte, die als Mitherausgeberin mit Alice zusammenarbeitet. Als ich 2011 in der Berliner AC Galerie (Occulto-Hauptquartier) war, nach einer langen nächtlichen Zigaretten-Session mit Alice, hatte ich die Idee, eine Compilation für die neue Ausgabe zu machen. Ich glaube, das ist der beste Ort, um einige meiner Künstler zu präsentieren. Ich weiß, dass es gewürdigt wird und es ist eben nicht bloß eine Geschäftsbeziehung.<br />
</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Meine Meinung zu Occulto? Es ist mutig, es ist neu und es verbindet die vitale Leidenschaft eines Fanzines mit dem chicen Äußeren eines Magazins. Ich halte es für etwas besonderes weil es wirklich versucht, die Argumentationen aus den Artikeln zu popularisieren, im Unterschied zu den „Ich weiß was, was du nicht weißt“-Kunstmagazinen, die man bei Motto findet. Es hat die Funktion, Ideen zu verbreiten, aber immer ohne sich dabei selbst zu ernst zu nehmen. Es schlägt die Brücke zu anderen Künsten, zum Occulto-Festival oder zu parallelen Publikationen wie &#8220;Sie Leben&#8221;. Und was am wichtigsten ist, es ist genau so gemacht wie meine Releases: mit Blut und Schweiß. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/La-Piramide-di-Sangue.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5234" title="tebe retro" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/La-Piramide-di-Sangue-300x295.jpg" alt="" width="300" height="295" /></a>Lass uns ein bisschen über einzelne Künstler und Platten deines Labels sprechen. Gibt es jemanden auf Boring Machines, dem du persönlich sehr nahestehst?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ich kenne fast jeden auf dem Label persönlich, einige seit vielen Jahren, einige auch erst seit kurzem. Aus rein logistischen Gründen sehe ich die Leute, die 2-300 km von hier weg wohnen eher als Leute, die noch weiter entfernt wohnen. Mit wem ich öfter eine gute Zeit verbringe, das sind die Jungs von Father Murphy, Marcella/BeMyDelay und Stephano/My Dear Killer. Ich kenne sie seit fast zehn Jahren und wir hatten Gelegenheit, uns über viele unserer gemeinsamen Themen zu unterhalten, musikalische ebenso wie nichtmusikalische. Marco/Be Invisible Now! ist ein Saufkumpan, wir treffen uns fast wöchentlich und ziehen über Sachen her, wie es die Altvorderen eben so tun. Fabio Orsi lebt in Berlin und ich sehe ihn nicht sehr oft, aber wenn, dann ist es immer sehr gehaltvoll. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong>Erst vor ein paar Wochen hast du ein Album von La Piramide Di Sangue in Kooperation mit Sound of Cobra herausgebracht. Mir gefällt es richtig gut, wie sind die Reaktionen bislang?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">La Piramide di Sangue läuft wirklich gut. Ricky <em><strong>(von Sound of Cobra, Anm. d. Red.)</strong></em> und ich waren uns sicher, was die Qualität der Band angeht, und wir wollten der Platte eine gute Aufmachung verpassen. Es erscheint in rotem Vinyl mit einer roten, dreieckigen Beilage. Es ist eine dieser Platten, für die Sammler garantiert irgendwann horrende Summen auf Discogs zahlen werden, also besser sichert ihr euch eure Kopien jetzt!</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong>Einer der renommiertesten BM-Acts ist Father Murphy, die einen sehr eigenen Stil haben und mit verschiedenen internationalen Musikern auf Tour waren. Was denkst du ist das besondere an ihnen?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/fathermurphy.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5239" title="fathermurphy" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/fathermurphy-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Wie du schon sagtest haben sie einen sehr eigenen Stil. Und sie haben sich dem, was sie machen, total verschrieben, ich denke, dass die Leute ihre Ernsthaftigkeit spüren können. Sie haben schon Jobs an den Nagel gehängt, um ohne Unterbrechung auf Tour gehen zu können, was bei italienischen Bands nicht oft vorkommt, und sie demonstrieren weiterhin, wie ernst sie es meinen mit dem, was sie tun. Sie sind außerdem super nette Personen, und deshalb respektiert man sie auch überall, für ihre Musik und für ihre Art.<br />
</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Freddie sagte mir einmal, dass beste beim Touren in den USA sei das Gefühl gewesen, als Arbeiter respektiert zu werden. Es geht nicht darum, „ein Künstler“ zu sein, wenn du deinen Job bestens machst, wirst du für das was du tust respektiert, und wirst als professionell behandelt, auf die Popularität der Band kommt es dabei gar nicht so an. Ich vermute es ist einer der Gründe, warum sie gut ankommen bei großen ernsthaften Musikern wie Carla Bozulich oder Xiu Xiu, denn die hatten bereits Gelegenheit herauszufinden, das Father Murphy eine Band ist, die es ernst meint.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong>Du hattest mir ja erzählt, dass du Freddie ziemlich gut kennst, ich fand ihn als Performer sehr ausdrucksstark und exzentrisch&#8230;</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ich kann dir sagen, dass Freddie ein großartiger Freund ist, wir wohnen relativ in der Nähe und haben schon viel zusammen unternommen, bevor ich damit anfing, Father Murphy-Platten zu veröffentlichen. Was du auf der Bühne siehst, diesen expressiven und exzentrischen Performer, ist die künstlerische Persona von Freddie. Er ist wirklich intensiv, und wenn er schreit, dann schreit er so laut er kann, und sein Gesicht verändert und verzerrt sich beim Singen. Auf der Bühne jagt er mir manchmal Angst ein, und das obwohl ich die Band schon hunderte male gesehen habe. Außerhalb der Bühne ist er der netteste Typ überhaupt und einer, der vielen anderen Künstlern mit ihren Touren und Kontakten geholfen hat. Ein Abend unterwegs mit Freddie und ein paar Drinks macht immer großen Spaß.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Heroin-in-Tahiti.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5235" title="Heroin in Tahiti" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/Heroin-in-Tahiti-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Heroin in Tahiti ist ebenfalls eine ziemlich einzigartige Band, und ich mag es, wie sie Surf Rock und ähnliches mit einem doomigen Touch wiederbeleben. Wie populär sind sie in Rom?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ich kann nicht einschätzen, wie populär sie in ihrer Stadt sind, aber Francesco und Valerio haben in den letzten Jahren sicher einiges auf die Beine gestellt in dieser Szene im Osten Roms, einer Gegend, die neuerdings “Borgata Boredom” genannt wird. Die Platte bekam natürlich sehr gutes Feedback und die erste Auflage war in vier Monaten ausverkauft. Gerade habe ich eine neue limitierte Pressung von 200 Stück in weißem/marmoriertem Vinyl herausgebracht, die gut weggehen.<br />
</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Als ich sie erstmals zusammen mit Stellar Om Source at Codalunga spielen sah, war ich schockiert von ihrem Sound. An der Oberfläche ist es so verrauscht und unbestimmbar, und es hat diese twangigen Gitarren, und ich dachte, ich habe mich gerade in einem Western B-Movie verloren. Ich liebte sie sofort und wenig später entschlossen wir uns, die platte rauszubringen. Sie sind gerade in Turin beim No Fest! aufgetreten und haben all ihre neuen Tracks vorgestellt, die mal wieder nichts weniger als großartig sind. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong>Simon Ballestrazzi, in den 90ern bekannt mit seinem Projekt T.A.C., hat ebenfalls ein neues Zuhause auf BM gefunden. Gibt es Pläne für diverse Wiederveröffentlichungen?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Als mir Simon Balestrazzi zum ersten mal geschrieben hatte, dachte ich zuerst nicht, dass es DER Simon Balestrazzi sein könnte. Ich hätte niemals gedacht, dass ein derart erfahrener Musiker wie er mein kleines Label kennen könnte. Als er mir Aufnahmen schickte, war ich etwas verlegen, weil ich nicht wusste, was er nun für Erwartungen hat. Boring Machines sind ganz gut im Netz vertreten, aber es ist immer noch ein Einmann-Label, das in der Freizeit betrieben wird und mit einem lächerlichen Budget auskommen muss. Simon ist aber super nett, ich hatte noch nicht die Gelegenheit, ihn persönlich zu treffen, aber ich kann es kaum erwarten. Sein Soloalbum war ja neu, ich bin ohnehin nicht so sehr für Wiederveröffentlichungen (ich sollte ein Sublabel mit dem Namen Rusted Machines eröffnen&#8230;), aber er hat bislang unveröffentlichte Musik von T.A.C., die ich mir anhören soll, und ich fühle mich geehrt und bin sehr gespannt.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/FaravelliRatti.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5236" title="FaravelliRatti" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/FaravelliRatti.jpg" alt="" width="639" height="326" /></a>Ein Großteil der BM-Acts kommen aus Italien.. Hat sich das einfach so ergeben aufgrund von Freundschaften und Bekanntschaften, oder würdest du sagen, dass es auch etwas spezifisch Italienisches bei deinem Label gibt?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Als ich mit dem Label anfing, hatte ich dazu keinen genauen Plan im Kopf, so ging ich eher nach Verbindungen und Geschmack, weshalb ich zunächst Aufnahmen amerikanischer (Expo’70, Whispers for Wolves) und europäischer Künstler (Philippe Petit, Chapter24) herausbrachte. Als es weiter ging, wurde mir bewusst, was ich eigentlich wollte, nämlich gute italienische Musik promoten, in Italien und außerhalb. Italiener kucken immer nach Sachen von anderswo und brauchen eine gewisse Erziehung, um all die guten Dinge zu entdecken, die wir in unserem Land produzieren. Oft werden italienische Künstler im Ausland als „exotisch“ wahrgenommen. Was ich zeigen will ist, dass wir solide Musiker haben, die ihr eigenes Ding machen und nicht bloß einen Haufen Hipster, die andere internationale Bands imitieren. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/BeMyDelay.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5237" title="BeMyDelay" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/BeMyDelay-300x235.jpg" alt="" width="300" height="235" /></a>Wie denkst du generell über Italiens derzeitige „Underground“ Szene?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ich habe Kontakt zu Leuten aus allen möglichen Ecken, ich verreise oft und geh auf Konzerte und Festivals in ganz Italien und freue mich, wenn ich dort Freunde und neue Leute treffe. Deswegen machen wir das eigentlich, es ist sicher nicht wegen des Geldes.<br />
</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ich weiß nicht, ob da wirklich eine Szene in Italien ist, es gibt große Gruppierungen von Musikern, die ihre Erfahrungen unter einander teilen, und wahrscheinlich sind sie fragmentiert in unterschiedlichste Stilrichtungen. Ich persönlich geh gerne über diese Unterschiede hinaus – das Hybride, du erinnerst dich? Deshalb habe ich Freunde in der Hardcore-Szene, der Elektro-, der Noise- oder der Folk-Szene. Italien ist im Künstlerischen wirklich fruchtbar, meistens bleiben die Projekte aber unterschätzt wegen eines gewissen Mangels an Hingabe. Da fallen einem dann die mit der wirklichen Hingabe ins Auge, ich denke an Bands wie die Movie Star Junkies, Father Murphy (mal wieder!), Fabio Orsi und andere.<br />
</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Der musikalische Underground hat eine Menge zu sagen, und es gibt Leute, die ihre Musik exportieren konnten und Kontakte zu Gleichgesinnten weltweit knüpfen konnten. Ich denke an Labels wie Hundebiss in Mailand, der auch eine Location für Underground-Gigs betreibt, Matteo von Second Sleep in Vittorio Veneto, der Codalunga zusammen mit Nico Vascellari von Von leitet. Rom hat eine großartige Szene im Pigneto-Viertel, zwei Konzert-Locations (Dal Verme und Forte Fanfulla) und eine Menge guter Bands. Diesen Typen sind die vielen guten ausländischen Gigs in Rom zu verdanken. Und die Liste könnte weiter gehen&#8230; </span></span></span></p>
<p><em><strong>Neben einer Menge an Acts aus aller Herren Länder gibt es auch eine respektable italienische Community in Berlin. Was denkst du spricht dafür oder dagegen für eine junge Band, hier hin zu ziehen?</strong></em></p>
<p>Dafür spricht, dass Berlin eine große Metropole ist, es ist immer noch alles recht erschwinglich, da zu wohnen, und es gibt gute Verbindungen zu allen möglichen Ländern. Wenn du nicht gerade in Mailand lebst, das mit seinen zwei Flughäfen auch immer noch gut vernetzt ist, bist du hier ziemlich gearscht, wenn du irgendwohin in Europa reisen willst. Es gibt bei euch eine Menge Künstler, und es ist leicht, Kontakt zu knüpfen. Als potenzieller Konsument der Kunstszene kannst du jeden Abend ausgehen und dir was ansehen, was hier nicht passiert, wenn du nicht gerne viel mit dem Auto herumfährst. Was dagegen spricht, hat mit denselben Sachen zu tun, es ist alles sehr erschwinglich und du bist gut vernetzt und somit nicht so wählerisch wie andere europäische Städte, so geht eben alles sehr einfach, jeder ist ein Künstler und das ist ok. Das resultiert manchmal in einer gewissen Mittelmäßigkeit, bei der es oft schwer zu unterscheiden ist, was gut ist und was nicht, denn du kommst dort schon sehr leicht durch.</p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong>Hast du so etwas wie ein ideal, dich nicht selbst zu wiederholen, um Boring Machines frisch und innovativ zu halten?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ich hab keine Pläne oder Manifeste, ich folge lediglich meinen Ohren, und wenn ich etwas höre, das ich mag, dann versuche ich, Verbindung aufzunehmen. Wenn nicht, würde ich nichts tun, das ich nicht wirklich mag, nur um etwas herauszubringen. Ich hatte das Glück, eine Menge großartiger Künstler über die Jahre zu finden.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/AndreaMarutti+Fausto-Balbo.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-5238" title="AndreaMarutti+Fausto Balbo" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/09/AndreaMarutti+Fausto-Balbo-300x272.jpg" alt="" width="300" height="272" /></a>Viele deiner Acts präsentieren ihre Alben auch auf Bandcamp. Hast du eine positive Meinung zu solchen Plattformen, wo man oft ganze Alben umsonst hören kann, oder siehst du das eher als eine Art Kompromiss nach dem Ende der „guten alten“ CD?</strong></em></span></span></span></p>
<p><span style="color: #373737;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ich benutze Bandcamp ebenfalls, es hilft ein bisschen beim Verkauf und es ist beliebt. Ich benutze auch Soundcloud und manchmal stelle ich eine Hörprobe eines Albums bei Soulseek rein, um zu sehen, wie viele Leute daran interessiert sind. Leute, die keine Platten kaufen, würden es ohnehin nicht kaufen, wenn ich weiß, dass du dir meine Künstler auf Bandcamp anhörst und nicht irgendwelche Scheißmusik, dann ist das cool genug. Ich würde mich freuen, wenn mehr Leute die Bands live anschauen würden, nachdem sie sie im Internet gehört haben. Wenn du erst mal da bist, kannst du nach einer guten Show immer noch die Platten beim Merchandise kaufen.</span></span></span></p>
<p><em><strong>Ok, ein paar letzte Worte&#8230; Gibt es Pläne, die schon spruchreif sind?</strong></em></p>
<p>Ich habe einige Sachen, die schon zur Veröffentlichung geplant sind, und vieles mehr in Arbeit. Im Oktober wird das Debütalbum von How Much Wood Would a Woodchuck Chuck if a Woddchuck Could Chuck Wood? In Koproduktion mit meinem Freund Andrea von Avant! Records erscheinen (sie spielten im Mai beim Occulto Fest in Berlin). Dann kommt im Dezember das erste Soloalbum von DuChamp, aber bis dahin kann noch eine weitere Überraschung auf der Bildfläche erscheinen. Ein neues My Dear Killer-Album ist in Arbeit, ebenso was neues von BeMyDelay. Dann hab ich noch drei oder vier andere Sachen im Hinterkopf, es wird ein dichter Winter werden!</p>
<p><a href="http://www.boringmachines.it/">Boring Machines</a></p>
<p><a href="http://boringmachines.bandcamp.com/">Bandcamp</a></p>
<p>(Fotos: Tanya Mar &amp; Fabio Orsi)</p>
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		<title>V.A.: Occulto Issue √-1 (Magazin &amp; CD)</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jul 2012 06:19:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Als ich mich nach dem Abitur für ein paar geisteswissenschaftliche Fächer eingeschrieben hatte, war das – neben dem Wunsch, besser fachsimpeln zu können – vor allem, weil ich in Mathe scheiße war und gar nichts anderes hätte studieren können. Ich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/07/19/v-a-occulto-issue-%e2%88%9a-1-magazin-cd/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/occulto.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4655" title="occulto" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/occulto.jpg" alt="" width="150" height="214" /></a>Als ich mich nach dem Abitur für ein paar geisteswissenschaftliche Fächer eingeschrieben hatte, war das – neben dem Wunsch, besser fachsimpeln zu können – vor allem, weil ich in Mathe scheiße war und gar nichts anderes hätte studieren können. Ich hab&#8217;s bis heute nicht bereut. Dass Kultur- und Naturwissenschaftler oftmals in zwei getrennten Parallelwelten leben und nur ein eng begrenztes Repertoire an Klischeevorstellungen voneinander haben, ist auch mir recht früh aufgefallen, eine Ahnung bekommt man davon ja bereits als Schüler. Die einen machen etwas, dass ganz nett ist, aber eigentlich nichts mit Wissenschaft zu tun hat, die anderen sind eigentlich keine richtigen Intellektuellen, sondern Handwerker mit Hochschulabschluss u.s.w. <span id="more-4654"></span>Gerade den an Wissenschaftstheorie so interessierten KuWis sollte man eigentlich zutrauen, da etwas weniger borniert zu sein. Abgesehen von dem auch wirklich nur schwer überbrückbaren Graben, der sich zwischen den populären Diskurstheorien und beispielsweise der Biologie auftut, funktioniert das auf dem Papier auch meistens ganz gut, aber letztlich sollte man die Mentalität eines Milieus weniger an offiziellen Statements messen, sondern an den vielen kleinen Selbstverständlichkeiten, die sich alltäglich unter der Hand ereignen. „Interdisziplinär“ meint am Philosophikum so viel wie „Vertreter aller nicht-Naturwissenschaften sagen etwas zu einem Thema“, und als nach Dietrich Schwanitz&#8217; populärem Kanonwerk „Bildung“ die naturwissenschaftliche Ergänzung „Die andere Bildung“ (Ernst P. Fischer) erschien, wurde sie in einschlägigen Kreisen eher genervt zur Kenntnis genommen. Bildung, das ist in erster Linie Philosophie, Literatur und Kunst.</p>
<p>Doch was hat das nun mit einer Zeitschrift inkl. CD-Compilation namens „Occulto“ zu tun, die in musikalischer Hinsicht mit einer respektablen Mischung aus hypnotischen Drones, Surfrock, Akustik-Balladen, abenteuerlichen Fieldrecordings und groovigem Mondo-Sound aufwartet? Nicht wenig, denn die aktuelle Ausgabe des englischsprachigen Heftes, das sich selbst „the dubious magazine which brings together science, humanities and arts“ nennt und in schlicht eleganter „form follows function“-Gestaltung präsentiert, geht unter anderem der Frage nach, warum sich der Kunstdiskurs seit der Aufklärung so sehr dem Interesse an (natur-)wissenschaftlichen Fragen und Phänomenen verschlossen hat, darin sogar oftmals etwas Verfemtes, Feindseliges sieht, das man im allgemeinen Sprachgebrauch nicht einmal zur „Kultur“ zählt. Besonders zur Sprache kommt diese Frage in dem Interview mit dem Wissenschaftshistoriker Enrico Bellone, der sich seit langem mit den geschichtlichen Veränderungen befasst, denen das Verhältnis der wissenschaftlichen und künstlerischen Milieus seit der Renaissance unterliegt. Bellone registriert einen wissenschaftlichen Analphabetismus in der heutigen Alltagskultur und plädiert für eine unprofessionelle wissenschaftliche Neugier im Geiste des Humanismus – eine bedenkenswerte Reflexion, bei der man allerdings drauf achten sollte, den Wissenschaftsbegriff wiederum nicht zu einseitig naturwissenschaftlich zu setzen, denn nichts wäre am Ende unproduktiver, als eine Einseitigkeit gegen die entgegengesetzte einzutauschen. Man könnte mit anderen Beispielen, aber einer ähnlichen Argumentation ebenso ein weit verbreitetes Desinteresse an Kunst, Philosophie oder beispielsweise den religionsgeschichtlichen Wurzeln unserer Mentalität konstatieren, und hätte nicht minder recht.</p>
<p>Das Okkulte ist in dem Zusammenhang ein interessanter Kampfbegriff. Okkult meint nicht nur wörtlich „versteckt“ oder „geheim“, sondern der Konnotation nach auch mystisch und irrational, im Grunde also das Gegenteil des wissenschaftlich Erklärbaren. Die Vorstellung, dass bei vermeintlich Unerklärlichem die wissenschaftliche Aufarbeitung letztlich bloß noch aussteht, ist allgemeiner common sense – der Verfasser des Essays „Occult Studies in Zoology“ setzt sich unter anderem mit verborgenen Phänomenen der Anatomie wie dem occult bleeding, dem unbemerkten geringfügigen Blutverlust, auseinander. Das Okkulte ist für ihn primär ein quantitativer Begriff, mit dem er der ästhetischen Seite der Mikrofotografie nachspürt und dabei einige Funde von beeindruckender Schönheit ans Tageslicht holt. Unterschiedliche, meist essayistische Abhandlungen zu Themen wie dem Weiterleben geozentrischer Weltbilder in überwiegend religiös-fundamentalistischen Milieus, der naturwissenschaftlichen Sicht auf elektronische Musik und vielem mehr decken eine interessante Schnittmenge zwischen Hard Science und Kulturgeschichte ab, und oftmals schreiben Künstler, Musiker oder Wissenschaftler über Themen, die nach herkömmlicher Vorstellung nicht ihr Metier sind. Insgesamt wirkt das recht frisch und wie der Auftakt zu einem Konzept, das noch lange nicht abgegriffen sein wird und &#8211; auch eventuell mit einem Blick über den westlichen Tellerrand hinaus &#8211; noch einige interssante Endeckungen bereit hält.</p>
<p>Literarische Texte und Fotoillustrationen leiten über zum musikalischen Teil, dessen Schwerpunkt auf Acts des Boring Machines-Labels keinesfalls von Nachteil ist. Den Auftakt bildet das hypnotische Drone &#8220;Chàsm Achanés&#8221; von Luciano Maggiore und Francesco Fuzz Brasini, das bereits auf dem Wire Tapper #25 einer größeren Hörerschaft präsentiert wurde. Aus dem subtilen wie undefinierbaren Klang, der an ein tiefes Holzblasinstrument erinnert, kristallisieren sich immer neue, auch atonale Stränge heraus. Die Band mit dem Tongue Twister-Namen How Much Wood Would A Woodchuck Chuck If A Woodchuck Could Chuck Wood? präsentiert einen introvertierten Folksong – dunkel, repetitiv und von leiser Melancholie. Die bis dato eher unbekannten Cannibal Movie dagegen lassen mittels spaciger Orgeln und ekstatischer Trommeln den Geist alter Exploitation-Filme zu neuem Leben erwachen. Dumpf und geheimnisvoll wird es bei Father Murphy, das monotone Akkordeon und der wie hinter einem Schleier versteckte weibliche Gesang wissen eine desolate Stimmung heraufzubeschwören. Es gibt ferner Rituelles mit Sinn für Details und Humor (Mamuthones, Hermetic Brotherhood of Lux-or), doomigen Surfrock (Heroin in Tahiti), derangierten Ambient (Von Tesla) und eine undefinierbare Komposition zwischen schrägen Field Recordings und sattem Acid Rock (Squadra Omega).</p>
<p>Ein Geheimtipp ist „Occulto“ in zweifacher Hinsicht. Zum einen gemünzt auf die Obskurität vieler Beiträge, zum anderen im Hinblick auf den ungewöhnlichen intermedialen Ansatz und die Bandbreite der behandelten Themen. Das darf gerne so fortgesetzt werden, und vielleicht ist der einleitende Slogan „We need more disciplines in here“ ja darauf gemünzt.</p>
<p>Magazin: <a href="http://www.occultomagazine.com/">Occulto</a></p>
<p>Label: <a href="http://www.boringmachines.it/">Boring Machines</a></p>
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