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	<title>African Paper &#187; Kathleen Baird</title>
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		<title>SPIRES THAT IN THE SUNSET RISE: House Ecstatic (Cover Your Blood)</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Mar 2019 08:28:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt wenige Künstler, die ein solch eigenwilliges Werk wie die nach einer Zeile aus einem Gedicht von Baudelaire benannten Spires That In The Sunset Rise veröffentlicht haben. Der von ihnen gespielte Folk ist/war tatsächlich und im besten Wortsinne „weird“. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/03/09/spires-that-in-the-sunset-rise-house-ecstatic-cover-your-blood/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/Spiresa2397411830_10.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17278" title="Spiresa2397411830_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/Spiresa2397411830_10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt wenige Künstler, die ein solch eigenwilliges Werk wie die nach <a href="https://books.google.de/books?id=WqdE80OrcssC&amp;pg=PA139&amp;lpg=PA139&amp;dq=baudelaire+spires+that+in+the+sunset+rise&amp;source=bl&amp;ots=cuKXyejz1a&amp;sig=ACfU3U0phOta2tUOJInoKg5EGeXcydshqA&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwjMtYf0qPLgAhWMmLQKHbLgA7UQ6AEwAnoECAcQAQ#v=onepage&amp;q=baudelaire%20spires%20that%20in%20the%20sunset%20rise&amp;f=false">einer Zeile</a> aus einem Gedicht von Baudelaire benannten Spires That In The Sunset Rise veröffentlicht haben. Der von ihnen gespielte Folk ist/war tatsächlich und im besten Wortsinne „weird“. Nachdem sie zwischenzeitlich zu einem<a href="https://www.discogs.com/Spires-That-In-The-Sunset-Rise-This-Is-Fire/release/2760877"> Quartett</a> angewachsen waren, sind sie seit einigen Jahren nur noch ein aus Ka Baird und Taralie Peterson bestehendes Duo.</p>
<p><span id="more-17277"></span> In dieser Besetzung wurden die beiden Teile von <a href="http://africanpaper.com/2012/04/28/spires-that-in-the-sunset-rise-ancient-patience-wills-it-again/">„Ancient Patience Wills It Again“</a> eingespielt, auf denen die beiden eine von Streichern durchzogene, immer noch irritierende Form von Kammermusik spielten. Auf dem Nachfolger „Beasts In The Garden“ spielten Blasintsrumente eine größere Rolle für das Klangbild. Mit dem Perkussionisten Michael Zerang wurden <a href=" http://africanpaper.com/2017/07/15/michael-zerang-spires-that-in-the-sunset-rise-illinois-glossolalia/">zwei Alben eingepspielt</a>, auf denen Improvisation und Jazzelementen eine größere Rolle zukam.</p>
<p>Nach ihrem Umzug nach New York war Ka Baird in eine Vielzahl von Projekten involviert, veröffentlichte<a href="https://sapropelicpycnic.bandcamp.com/album/see-sun-think-shadow"> Pianoimprovisationen</a>, eine <a href="https://sapropelicpycnic.bandcamp.com/album/a-love-supreme">Hommage an John Coltrane</a>, mit &#8220;Sapropelic Pycnic&#8221; ein Album, über das es hier<a href="http://africanpaper.com/2017/10/28/ka-baird-sapropelic-pycnic/"> hieß</a>, es sei eine &#8220;sehr intensive Musikerfahrung, die sich nur schwer mit herkömmlichen Begriffen beschreiben und noch weniger anhand von Genrebegriffen klassifizieren lässt&#8221;, arbeitete  mit Camilla Padgitt-Coles als <a href="https://tropicalrock.bandcamp.com/album/yellow-dock">Tropical Rock</a> und hat zusammen mit ihr<a href="https://www.perfectwave.org/"> Perfect Wave</a> gegründet, ein Konglomerat aus Label, Magazin und  Veranstaltungsplatform.Taralie Peterson veröffentlichte als Louise Bock <a href="https://louisebock.bandcamp.com/releases">ein Album</a>, das sicher ebenso schwer zu kategorisieren ist wie die Arbeiten Ka Bairds.</p>
<p>Dieses Enumerative, das bei weitem nicht alle Projekte und Veröffentlichungen der letzten Jahre nennt, soll verdeutlichen, wie wenig diese beiden Künstlerinnen stillstehen, vielmehr scheint es immer (auch) um das Finden neuer Ausdrucksformen zu gehen.</p>
<p>In einem <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/spires-that-in-the-sunset-rise-interview-2/">Interview</a>, das wir vor etlichen Jahren mit Spires That In The Sunset Rise führten, sagte Ka Baird damals: „Ja, es gibt Widerstand gegen Vorhersehbarkeit. Wenn ein Schema fertig ist oder Regeln niedergeschrieben sind, verlieren wir schnell das Interesse. Wir können das berühmte Cage-Zitat (“Ich verstehe nicht, warum sich Menschen vor neuen Ideen fürchten. Ich fürchte mich vor den alten.”) unterschreiben. Im Geiste von Cage schätzen wir das Abenteuer und Unglück des Experimentierens sehr. Dennoch sind wir manchmal vom Vorgang des Songschreibens im Gegensatz zur totalen Improvisation fasziniert. In diesem Sinne haben wir also schon immer ein gewisses Maß an Vorhersehbarkeit beibehalten.“ Als wir vorletztes Jahr anlässlich der Veröffentlichung ihres Soloalbums noch einmal mit Ka Baird<a href="http://africanpaper.com/2017/11/04/a-passage-into-an-altered-state-interview-mit-ka-baird/"> sprachen</a>, wurde deutlich, dass inzwischen Improvisation eine größere Rolle spielte: &#8220;Diese Sessions mit Michael waren in künstlerischer Hinsicht der Imbegriff der Verwundbarkeit – und ich erinnere mich, wie befreiend ich das fand, das Scheitern derart zu begrüßen und bis zu einem gewissen Grad sogar anzustreben.&#8221;</p>
<p>Das wird auf der neuen Veröffentlichung &#8220;House Ecstatic (Cover Your Blood)&#8221;, ein auf Saxophon, Klarinette, Klavier, Flöte und Stimme(n) basierendes Werk, deutlich. Die lediglich nummerierten Stücke sind sicherlich in einem stärkeren Maße von Improvisation und Jazz beeinflusst als frühere Werke. „X Stat 25“  oder „X Stat Fourteen“ hätten sich vielleicht auch auf<a href="http://africanpaper.com/2017/07/15/michael-zerang-spires-that-in-the-sunset-rise-illinois-glossolalia/"> „Illinois Glossolalia“</a> finden können. Insgesamt hört man Instrumente, die in einen Dialog zu treten scheinen, der wortlos ist, ebenso wie die sparsam eingesetzten Vocals ohne Worte im herkömmlichen Sinne auskommen. Den Kollegen vom Wire erinnerten diese Aufnahmen an die Frühphase von ECM.</p>
<p>Sollte „Vorhersehbarkeit“ je eine Eigenschaft von Spires That In The Sunset Rise gewesen sein (ich bezweifle das), dann haben die beiden inzwischen/augenblicklich alles abgelegt, was dazu beitragen könnte. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://monofonuspress.com/astral-spirits">Astral Spirits</a></strong></p>
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		<title>KA BAIRD: Sapropelic Pycnic</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Oct 2017 08:50:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kathleen alias Ka Baird wurde zunächst als eines der Gründungsmitglieder der mittlerweile zum Duo geschrumpften Avantgarde-Folkband Spires That In The Sunset Rise bekannt, bei denen sie sang und neben der Flöte noch eine ganze Reihe weiterer Instrumente spielte. Seit ihrem &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/10/28/ka-baird-sapropelic-pycnic/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/08/cover_1497302228805371.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14119" title="cover_1497302228805371" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/08/cover_1497302228805371-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Kathleen alias Ka Baird wurde zunächst als eines der Gründungsmitglieder der mittlerweile zum Duo geschrumpften Avantgarde-Folkband Spires That In The Sunset Rise bekannt, bei denen sie sang und neben der Flöte noch eine ganze Reihe weiterer Instrumente spielte. Seit ihrem Umzug von Chicago nach New York und ihrer Entscheidung, primär als Solomusikerin zu arbeiten, lotet sie verschiedene instrumentelle und kompositorische Möglichkeiten aus, so dass ihre nunmehr drei Veröffentlichungen in jeweils ganz unterschiedliche Richtungen gehen: Auf die<span id="more-14118"></span> Piano-Improvisationen auf „See Sun Think Shadow“ folgte zunächst ein opulent instrumentiertes Tribute an John Coltranes „A Love Supreme“, und auch das gerade erschienene neue Werk ist musikalisch wieder anders gelagert, lässt wieder mehr Folkelemente anklingen, vorausgesetzt, man fasst den Begriff sehr weit, denn für Puristen wären die Stücke auf dem vorliegenden Album wohl eher so etwas wie Neue Musik. Leitmotivisch auf einer symbolischen Ebene ist bis heute der fremd klingende Begriff „Sapropelic Pycnic“, der zunächst als Projektname fungierte und nun, auf einem erstmals unter ihrem bürgerlichen Namen veröffentlichten Album, als Titel herhält.</p>
<p>Sapropelic Pycnic ist ein gewagtes Kompositum aus drei altgriechischen Begriffen: „sapros“ für „Verwesung“, „pelos“ für „Schlamm“ und „pyknos“, was so viel wie „dicht“ und „steif“ bedeutet. Das Wortspiel bezieht sich auf die von organischer Materie durchwirkte Schlammschicht, die am Meeresgrund, aber auch am Boden kleinerer Gewässer abgelagert ist. Für Baird, so viel zumindest ist dem Label zu entnehmen, eignet sich der Begriff auch als Metapher für die steife Masse an primordialen Ablagerungen, die die Basis des menschlichen Unbewussten bilden, und aus deren Substrat der nie abgeschlossene Identitätsfindungsprozess immer wieder neu hervorgeht.</p>
<p>Man muss sich von solchen Bildern nicht gleich zu Überinterpretationen verleiten lassen, doch die Struktur der Musik auf „Sapropelik Pycnic“, das sie mit einer kleinen Gruppe an Gastmusikern eingespielt hat, lädt durchaus dazu ein, sie sich als eine mal zähflüssige, mal überraschend bewegliche Masse vorzustellen, aus der immer wieder neue Formen entstehen. In „Migration“, dem eröffnenden Instrumentalstück, geht Bairds Flötenspiel, das auf weite Strecken im Zentrum der Musik stehen wird, derart in der elektronischen Bearbeitung auf, dass sie nur schwer aus dem Amalgam herauszuhören ist, erst später kristallisiert sich ihr Tremolieren deutlicher heraus. Oft bleibt ihr Spiel unbestimmt, lässt in „Tok Tru“ asiatische, orientalische und westliche Traditionen anklingen, doch was zusammen mit der einfachen Handperkussion noch wie ruhiges Abtasten wirkt, entlädt sich bald mittels Stimmeinsatz in heftigen Eruptionen: Seufzer, erschöpftes, fast schmerzhaftes Atmen, bald kraftvoller, derangierter Schamanengesang. Das Geräusch des Atems – ob direkt durch den Mund oder auch durch die Flöte zu Beginn oder am Ende ihres Einsatzes – ist dabei ein immer wiederkehrendes Motiv.</p>
<p>Viele Abschnitte des Albums könnten, auch ohne dabei nur in die Nähe von Songs zu kommen, äußerst schön, auch im klassischen Sinne, geraten – wenn Baird in dem ausladenden „Transmigration“ aus ihrer Stimmarbeit einen lyrischen Sopran heraushören lässt, wenn der raue, elektronischere Sound in „Oneiric“ fast tanzbare Formen annimmt oder die Streicherpassagen von Troy Schaefer (Kinit Her) kurz an melodramatische Filmmusik denken lassen – Baird bringt über den steten Wandel (ein Stück heißt bezeichnenderweise „Metamorphosis“) jedoch immer eine Unruhe ins Bild, die jeder Romantik entgegen wirkt. Überhaupt vermeidet die Musik bei aller Intensität zu starke emotionale Trigger, lässt auch die extremen Abschnitte mit einer gewissen Selbstverständlichkeit vorbeiziehen.</p>
<p>Titel wie „Are you myself?“ und „Ka“ rufen wieder die Frage nach persönlicher Identität in Erinnerung. Im Unterschied zur gängigen Verwendung des heute ohnehin arg strapazierten Begriffs erscheint diese hier nicht fest und griffig, sondern als ein Prozess, der gerade im letztgenannten Stück in seinen heftigen Geburtswehen gezeigt wird. Vordergründig ein leicht derangiertes Stück aus Drums und luftigen Flötenklängen dringen aus den Ritzen schnell andere Klänge an die Oberfläche: hastiges Hecheln, ein schreiendes Baby, undefinierbares Gebrülle, das wie durch ein offenes Fenster zu hören ist. Erst nach und nach übernimmt Bairds Stimme stöhnend und krächzend die Szenerie, bis alles im Malstrom der Mischmaschine verschwindet und nach und nach zur Ruhe kommt.</p>
<p>Was Baird auf „Sapropelic Pycnic“ gelingt, ist eine sehr intensive Musikerfahrung, die sich nur schwer mit herkömmlichen Begriffen beschreiben und noch weniger anhand von Genrebegriffen klassifizieren lässt, und deren subtile Urtümlichkeit auch ohne diverse Hinweise auf einen thematischen Überbau erfahrbar wird. Zu diesem gibt es in Kürze aber dennoch einiges zu erfahren, und zwar in unserem kommenden Interview mit der Künstlerin. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.dragcity.com">Drag City</a></strong></p>
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		<title>MICHAEL ZERANG &amp; SPIRES THAT IN THE SUNSET RISE: Illinois Glossolalia</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Jul 2017 07:39:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon an anderer Stelle habe ich einen kurzen Abriss über die musikalische Entwicklung von Spires That In The Sunset Rise gegeben. Mit den zwei Teilen von „Ancient Patience Wills It Again“ hatte die (inzwischen zum Duo geschrumpfte) Band 2012 nach &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/07/15/michael-zerang-spires-that-in-the-sunset-rise-illinois-glossolalia/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/07/spires-300x300.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14054" title="spires-300x300" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/07/spires-300x300-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Schon an <a href="http://africanpaper.com/2012/04/28/spires-that-in-the-sunset-rise-ancient-patience-wills-it-again/">anderer Stelle</a> habe ich einen kurzen Abriss über die musikalische Entwicklung von Spires That In The Sunset Rise gegeben. Mit den zwei Teilen von „Ancient Patience Wills It Again“ hatte die (inzwischen zum Duo geschrumpfte) Band 2012 nach einer längeren Pause zwei homogene Alben, die nicht ganz so dissonant wie einige der Vorgänger waren, veröffentlicht. Auf dem 2015 erschienenen „Beasts in the Garden“ wurden dann erstmals Blasinstrumente ins Zentrum des Klangs gerückt. <span id="more-14052"></span></p>
<p>Das vor einigen Monaten veröffentlichte „Illinois Glossolalia“ wurde vor all den genannten Alben aufgenommen, ist 2011 entstanden, als sich STITSR zusammen mit dem Komponisten und Perkussionisten Michael Zerang (der seit Jahrzenten improvisierte Musik mit einer Vielzahl von Künstlern spielt) zu einer Reihe von Konzerten trafen und schließlich im Experimental Sound Studio in Chicago als <a href="http://feedingtuberecords.com/releases/illinois-glossolalia">Artists in Residence </a>zusammen aufnahmen. Teile des dabei entstandenen Materials wurden schon vor einiger Zeit auf <a href="https://spiresthatinthesunsetrise.bandcamp.com/album/stitsr-with-michael-zerang-kata-physin">Tape </a>veröffentlicht. Interessant ist, dass  Kathleen Baird davon spricht, dass sie in den Jahren zwischen 2011 und 2013 viel improvisierten, da sie u.a. die an sie gestellten Erwartungen hätten unterlaufen wollen und dass sie letztlich versucht hätten, sich <a href="http://the-out-door.tumblr.com/post/157780661670/200-words-michael-zerang-spires-that-in-the">„selbst aufzulösen“</a>.</p>
<p>&#8220;Child&#8221; eröffnet das Album mit erratischer, hektischer Perkussion, Zither und Gitarre. Dazu kommt Kathleen Bairds Stimme, die in ihrer Wucht/Wut beeindruckt. Diese großartige Kakophonie klingt so, als hätten sich Breast Fed Yak mit Diamanda Galás zum gemeinsamen Musizieren getroffen. Nach der Vehemenz von „Child“ ist „Taggla“ entspannter, weist mit seinem Einsatz von Kalimba und Mbira anfangs fast Exoticaeinflüsse auf und erinnert etwas an das <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/spires-that-in-the-sunset-rise-curse-the-traced-bird/">„Curse The Traced Bird“-Album</a>. Im Titelstück stehen die Stimmen von Taralie Peterson und Baird im Zentrum. Die beiden intonieren, dem Titel enstsprechend, weniger Worte und Wörter, sie halluzinieren, delirieren, man hört Lachen, Glossolalie, Echolalie. Dabei werden sie von einer dissonanten Flöte begleitet. Dann  tauchen Stimmen aus dem Kurzwellenradio auf. Auf „Meminisse“ knarzt ein Cello, das klingt, als öffneten sich alte Türen. Auf dem letzten Stück „Triangulura“ nähern sich Streicher und perkussive Elemente an.</p>
<p>Eine „Auflösung“ der Band findet zwar nicht statt, aber vielleicht hat das Duo aus dieser Grenzen und Genre sprengenden Musik &#8211; nicht dass die früheren Alben der Band sich an allzu viele Regeln gehalten hätten &#8211; neue Energie gezogen. Ein Stück wie „Portabittaclog“ von &#8220;Beasts In The Garden&#8221; mag hier seinen Ursprung gefunden haben. Wer &#8220;Illinois Glossolalia&#8221; gehört hat, der weiß, was Musik alles vermag. Man muss sich nicht der inzwischen erschöpften Metaphorik bedienen, die oft verwendet worden ist, um die Musik der Spires zu beschreiben, um festzustellen, dass sie mit zu den originellsten und inspiriertesten Vertreterinnen zeitgenössischer akustischer Musik gehören. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="feedingtuberecords.com/">Feeding Tube Records </a></strong></p>
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		<title>SPIRES THAT IN THE SUNSET RISE: Ancient Patience Wills it Again</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 08:15:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selbst im Rahmen des Weird Folk waren (die nach einer Zeile aus einem Baudelairegedicht benannten) Spires That In The Sunset Rise etwas Besonderes, übertraf doch deren „weirdness“ die der meisten so apostrophierten Folkkünstler bei weitem. Das 2003 veröffentlichte selbstbetitelte Debüt &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/04/28/spires-that-in-the-sunset-rise-ancient-patience-wills-it-again/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/04/ancient_patience_wills_it_again-cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4378" title="ancient_patience_wills_it_again-cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/04/ancient_patience_wills_it_again-cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Selbst im Rahmen des Weird Folk waren (die nach einer Zeile aus einem Baudelairegedicht benannten) Spires That In The Sunset Rise etwas Besonderes, übertraf doch deren „weirdness“ die der meisten so apostrophierten Folkkünstler bei weitem. Das 2003 veröffentlichte selbstbetitelte Debüt enthielt eine Reihe die Grenze des Atonalen oft überschreitenden Folkminuaturen – auch nicht der übelst gesonnenste Hipsterjournalist hätte hier den drei bzw. später vier Schulfreundinnen aus Chicago den Vorwurf machen können, „Folkelfen“ zu sein, viel zu dissonant und widerspenstig waren die Klänge, die sie auf Tonträger bannten. Auch<span id="more-4376"></span> die Stücke des Nachfolgers „Four Winds The Walker“ schienen aus einer anderen Welt und Zeit zu stammen. Wer je Folk mit Betulichkeit in Verbindung gebracht hatte, musste nur einen Track hören, um eines Besseren belehrt zu werden: Verstimmte Streicher wurden gespielt, spärliche Perkussion untermalte Beschwörungen &#8211; immer sah man vor dem inneren Auge Nachtschattengrün, Datura geschwängerte (Heide-)Landschaften. Das waren die jüngeren Schwestern von Comus, deren Musik immer (auch) etwas Beschwörendes, Verstörendes hatte und schon auf dem ersten Album gab es den Hinweis: „Bells don&#8217;t ting at night“. Dieser Hexensabbat &#8211; und das war die Metaphorik, die oft bemüht wurde, wenn über die Musik der Spires geschrieben wurde &#8211; wurde auf dem dritten Album „This is Fire“ und insbesondere auf dem 2008 veröffentlichten „Curse the Traced Bird“ etwas zurückgenommen: Die Stücke wurden länger, getragener und fast könnte man so weit gehen zu sagen, dass die Spires es spätestens mit letztgenannten Album geschafft hatten, eine ganz eigene Form von Kammermusik zu spielen, der das Erratische der ersten Alben fehlte, die aber noch immer weit von allzu konventionellen Formen entfernt war und es schaffte, Genregrenzen mühelos zu überschreiten.</p>
<p>Der nach vier Jahren veröffentlichte Nachfolger „Ancient Patience Wills it Again“ wurde nicht mehr auf dem inzwischen eingestellten Label Secret Eye veröffentlicht &#8211; und man kann sich durchaus fragen, ob das auch mit all denen zu tun hat, für die die totale Downloadfreiheit gleichbedeutend mit Souveränität und Selbstbestimmung ist -, sondern auf dem noch jungen Label Hairy Spider Legs aus Chicago.</p>
<p>Inzwischen besteht die Band nur noch aus Kathleen Baird und Taralie Peterson und knüpft musikalisch und atmosphärisch an das vierte Album an: „Veiled Undertow“ wird von Streichern und Drones eröffnet, die wie die Harmonika klingen, die Charles Bronson in „Spiel mir das Lied vom Tod “ spielt. Der Gesang klingt trauernd, hat passsagenweise aber durchaus etwas Sinnliches, wenn auch immer vor dem Hintergrund des Schnitters, der da lauert. „Grandma“ beginnt sperriger: Schläge (auf das Cello) erklingen, dann Stille, bevor der Gesang einsetzt, der für die Bandverhältnisse schon fast harmonisch klingt und der mit anderer Instrumentierung sicher auch auf konventionelleren Folkscheiben Platz hätte, dann kommt das Cello hinzu und die dem Stück den Charakter einer Klage gebenden Streicherdrones erinnern etwas an das, was Richard Skelton unter verschiedenen Projektnamen veröffentlicht. „Child of the Snow“ ist kürzer, ein gezupftes Cello leitet den Track ein, der dadurch etwas dezent Rhythmisches bekommt. In einer besseren Welt würden die Menschen zu „Child of the Snow“ tanzen. Das von Gitarren und Streichern bestimmte „November“ ist passend betitelt, denn natürlich ist diese schwermütige Musik besonders für den Herbst geeignet. Entfernt erinnert das an die Alben, die Nico Ende der 60er, Anfang der 70er mit John Cale aufgenommen hat. Wenn sich auf dem Song nach der „cave in the countryside“ gesehnt wird, überrascht das nicht, denn diese Musik scheint geeigneter für das nur bedingt lichte Unterholz als für oftmals an die Grenze des Erträglichen illunminierten Städte. Beendet wird das Album von „Well Tempered“, einem auf Akkordeonloops basierenden Stück.</p>
<p>Vielleicht könnte man bei „Ancient Patience Wills it Again“ von einem (ausge)reif(t)en Werk sprechen, würden die Assoziationen dadurch nicht allzu sehr in eine beschauliche Richtung gelenkt, denn Spires That In The Sunset Rise gehören auch auf ihrem fünften Album noch immer zu den originellsten Vertretern des Folk und diese Originalität zeigt sich nicht nur vor der Kontrastfolie all derjenigenen, die uns mit Akustikgitarre und Flöte untemalte Schlager als Folk verkaufen wollen.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://www.hairyspiderlegs.com/web/">Hairy Spider Legs</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>SPIRES THAT IN THE SUNSET RISE &#8211; Interview</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/08/31/spires-that-in-the-sunset-rise-interview-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:01:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Georgia Vallas]]></category>
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		<category><![CDATA[Kathleen Baird]]></category>
		<category><![CDATA[Raymond Salvatore Harmon]]></category>
		<category><![CDATA[Secret Eye]]></category>
		<category><![CDATA[Spires That In The Sunset Rise]]></category>
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		<description><![CDATA[“The Weird Sisters hand in hand,/Posters of the sea and land,/Thus do go about, about:/Thrice to thine, and thrice to mine,/And thrice again, to make up nine/Peace! – the charm’s wound up.” (William Shakespeare: Macbeth, Akt 1, Szene 3) Auch &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/spires-that-in-the-sunset-rise-interview-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Spires-that-2-150x150.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1604" title="Spires-that-2-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Spires-that-2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>“The Weird Sisters hand in hand,/Posters of the sea and land,/Thus do go about, about:/Thrice to thine, and thrice to mine,/And thrice again, to make up nine/Peace! – the charm’s wound up.” (William Shakespeare: Macbeth, Akt 1, Szene 3)</strong></p>
<p><strong>Auch der Interviewer kann es sich nicht verkneifen, mit dem obigen Zitat auf das manchmal Mysteriöse und Unheimliche, das der Musik von SPIRES THAT IN THE SUNSET RISE anhaftet, anzuspielen: Aufnahmen, die irgendwo in einer Kammer zwischen Phiolen mit Datura- und Tollkirscheextrakten gemacht worden zu sein scheinen.<span id="more-1598"></span></strong></p>
<p><strong> Um (etwas) vom rein Assoziativen wegzukommen, sollte erwähnt werden, dass die inzwischen wieder auf drei Frauen geschrumpfte Band mit ihren bisher vier Alben bewiesen hat, wie Weird Folk, in dem die Betonung auf dem ersten Bestandteil des Gattungsbegriffs liegt, klingen kann, dass Musik abseits allzu aus- und breitgetretener (Wald-) Pfade möglich ist, dass es Musik gibt, die inspiriert und inspirierend zugleich ist. Im Folgenden beantwortete Kathleen Baird meine Frage zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Band, die mit “Curse The Traced Bird” eines der originellsten Alben des Jahres 2008 veröffentlicht hat. </strong></p>
<p><strong><em>Könnt ihr uns einen kurzen Überblick über die Anfänge der Band geben? </em></strong></p>
<p>Nach verschiedenen Zusammensetzungen in den vorangegangenen Jahren begann die Band im Jahr 2000 in Chicago mit Taralie und Georgia. Ich kam im Winder 2001 dazu. Tracy zog einige Jahre später nach Chicago und machte für die nächsten zwei Alben mit. Wir sind alle in Decatur, Illinois aufgewachsen. Taralie und ich sind zusammen in der Orientierungslauf-Mannschaft gewesen. Georgia und Tracy waren zu ihrer Highschoolzeit beste Freundinnen. Wir haben also eine ziemlich lange gemeinsame Vergangenheit und ich denke, dass sich unsere persönlichen musikalischen Geschmäcker die Jahre über zu der etwas obskureren SPIRE-Ästhetik entwickelt haben. Einige Projekte namens SCUMKID, POLMOLIVE und VICKY’S BOX gingen den SPIRES voraus.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/spires4.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1612" title="spires4" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/spires4-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Wenn man über euch und eure Musik liest, neigen Rezensenten dazu, Begriffe wie “rituell”, “heidnisch” etc. zu gebrauchen. Könnt ihr nachvollziehen, warum Leute solche Zuschreibungen verwenden? </em></strong></p>
<p>Es gibt so viele soziale, wirtschaftliche und politische Konnotationen, die an jedwede Definition von Hexen oder Hexerei geknüpft sind. Eine gängige Vorstellung ist die, dass Hexen eine Umkehr all dessen repräsentieren, was in einer bestimmten Gesellschaft als normales Verhalten betrachtet wird. Eine andere Vorstellung besagt, dass Hexen die schlimmsten Ängste eines Volkes über sich selbst und die Gesellschaft repräsentieren. Dieses Missverständnis oder diese Angst vor etwas nicht Vertrautem und potentiell Mächtigen kann extreme Ehrfurcht oder Gewalt hervorrufen – oder auch beides. Unsere Musik polarisiert – sie ist nicht leicht, einfach oder vertraut. Die Musik ist nicht anmutig, niedlich oder mädchenhaft sondern intensiv und manchmal beängstigend. John Cage hat einmal gesagt: “Es ist wenig sinnvoll Schlaflieder für die, die nicht schlafen können, zu schreiben.” Diese starke, einschüchternde, manchmal wunderschöne, manchmal hässliche weibliche Energie verursacht extreme Reaktionen. Das finde ich prima.</p>
<p><strong><em>Selbst auf eurem letzten Album war ein Aufkleber, der eure Musik als “bewitching juju from the pre-eminent ladies of primordial mysticism” beschrieb. Fühlt ihr euch mit solch einer Definition wohl(er) (als mit anderen)? </em></strong></p>
<p>Ha! Wir versuchen nur uns selbst auszudrücken – wenn die Leute kreativ sind und es juju nennen, ist das großartig.</p>
<p><strong><em>Ich denke, ihr bringt dem Weird Folk das “Seltsame” zurück. Würdet ihr mir da zustimmen? </em></strong></p>
<p>Ja. Ich denke, dass wir weniger offensichtlich sind als viele der anderen Folker da draußen. Heutzutage wird zum Teil wunderschöne Folkmusik gemacht – und ich glaube, viele sind glücklich, wenn sie althergebrachten Traditionen folgen und sie das sehr gut machen. Wir sind einfach nicht daran interessiert, der Tradition zu folgen und wären außerdem nicht sehr gut darin.</p>
<p><strong><em>Auf einer Website (Chicagoreader), auf der ihr “Reader’s Choice” wart, waren einige nicht allzu begeistert (O-Ton: “Das tut ja in den Ohren weh”) und zogen traditionellen Folk vor. Erwartet ihr solche Reaktionen und/oder seid ihr an sie gewöhnt? </em></strong></p>
<p>Ja, absolut. Ich dachte mir, dass es von Monica Kendrick sehr mutig war, für 2008 die SPIRES als beste Folk-, Country- oder Americanaband aus Chicago auszuwählen. Ich weiß aber ehrlich nicht, ob das für uns die richtige Kategorie ist. Aber es ist ein perfektes Beispiel dafür, wie verwirrend es sein kann, unsere Musik zu definieren und welche Polarisierung sie verursacht. Wenn wir uns hinsetzen würden, um Popmusik zu schreiben, dann wären solche Kommentare ganz schön hart. Aber nur für den Fall, dass sich jemand wundert: Wir versuchen nicht den perfekten Popsong zu schreiben.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/spires1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1614" title="spires1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/spires1-300x217.jpg" alt="" width="300" height="217" /></a>Der Gitarrist James Blackshaw hat kürzlich euer viertes Album hochgelobt und meinte, er habe euch live spielen sehen und es toll gefunden. Wie sehr kümmert ihr euch um Lob (und/oder Tadel) von anderen? </em></strong></p>
<p>Na ja, wir sind allzu menschlich und begeistertes Lob ist immer warm und ermutigend, besonders von Musikern, die wir respektieren, wie eben James Blackshaw. Es hilft uns dabei, zu glauben, dass unsere Musik jenseits unserer eigenen kleinen Welt der persönlichen Bedeutung Bestand haben kann. Das ist wichtig, wenn unsere Musik so häufig als hermetisch und seltsam wahrgenommen wird. Als Künstler ist es essentiell, ein System der Unterstützung zu haben. Ein Freund von mir hat einmal geschrieben: “Die größte Kunst ist nur eine schale Widerspiegelung dessen, das nicht widergespiegelt werden kann. Der Zauber der Kunst wäre wesentlich geringer ohne seine tragische Vergeblichkeit und dem Mut, der sich darin zeigt, dass man trotz alldem weiterkämpft.” Lob trägt immer dazu bei, diesen Mut zu befeuern.</p>
<p><strong><em>Ich habe ein Interview gelesen, das ihr dem Splendidmagazin gegeben habt und es gab eine Reihe von Aussagen (ihr erwähntet, dass ihr anfangs eure Instrumente nicht (richtig) gestimmt habt, dass ihr euch nicht um Tonarten schert und dass einige eurer Songs aus der “Leere” kämen und dass ihr schon eine neurotische Abneigung gegen Schemata habt). Ist es eine Art Leitmotiv eurer Arbeit, Berechenbarkeit zu vermeiden (auch wenn das etwas wie ein Widerspruch ist)? </em></strong></p>
<p>Ja, es gibt Widerstand gegen Vorhersehbarkeit. Wenn ein Schema fertig ist oder Regeln niedergeschrieben sind, verlieren wir schnell das Interesse. Wir können das berühmte Cage-Zitat (“Ich verstehe nicht, warum sich Menschen vor neuen Ideen fürchten. Ich fürchte mich vor den alten.”) unterschreiben. Im Geiste von Cage schätzen wir das Abenteuer und Unglück des Experimentierens sehr. Dennoch sind wir manchmal vom Vorgang des Songschreibens im Gegensatz zur totalen Improvisation fasziniert. In diesem Sinne haben wir also schon immer ein gewisses Maß an Vorhersehbarkeit beibehalten.</p>
<p><strong><em>Hat die Art und Weise des Songschreibens sich über die Jahre verändert? Ich habe das Gefühl – wobei ich da falsch liegen kann – dass ihr (in einem sehr weiten Sinne) etwas klarer geworden seid. </em></strong></p>
<p>Ja. Taralie und ich sind vor zwei Jahren nach Madison, Wisconsin gezogen. Deswegen haben Taralie und ich das Songschreiben übernommen und Georgia, die in Chicago geblieben ist, hat ihre Teile dann später hinzugefügt, nachdem die Grundstruktur schon da war. Auf vorangegangenen Alben waren wir alle am Songschreiben beteiligt, entweder als Vierer- oder Dreier- oder Zweiergruppe. Manchmal war es so, dass die Idee von einem von uns in die Gruppe hineingetragen wurde.</p>
<p><strong><em>Das Eröffnungsstück “Black Earth” scheint sehr dunkel, sogar etwas bedrohlich zu sein, während der Abschlusstrack “Pouring Mind” etwas aufmunternder ist. War das beim Planen der Anordnung der Stücke beabsichtigt? </em></strong></p>
<p>Wie bei bisher all unseren Alben ordnen wir die Songs sehr genau an, wobei ich sagen muss, dass ich nie daran gedacht habe, dass “Pouring Mind” aufmunternder als “Black Earth” ist. Die niedrigen Töne auf der Gitarre klingen für mich nach böser Vorahnung und Verhängnis. Das war also nicht die Absicht. Aber es gibt eine Verbindung zwischen dem verschwindenden Gesang am Ende von “Pouring Mind” und dem Anfangsgesang von “Black Earth”. Das ist uns aber erst später aufgefallen. Ich glaube, dass “Pouring Mind” ein geräumiger Abschluss ist. Es ist ein etwas meditativer, dennoch dunkler Abschluss einer sehr intensiven Musikerfahrung.</p>
<p><strong><em>Auf euren letzten beiden Alben sind weniger Stücke als vorher. War das eine bewusste Entscheidung oder hat es sich einfach so ergeben? </em></strong></p>
<p>Da wurden keine großen Gedanken dran verschwendet. “Four Winds The Walker” war deswegen ein langes Album, weil es über einen längeren Zeitraum entstanden ist und dadurch einfach mehr Songs da waren.</p>
<p><strong><em>Die Texte sind zum Teil sehr hermetisch. Gibt es literarische Einflüsse? </em></strong></p>
<p>Oh, zu viele, zu wenig Einflüsse…</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/spires2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1617" title="spires2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/spires2-236x300.jpg" alt="" width="236" height="300" /></a>Wenn man sich die Texte auf z.B. “This Is Fire” und “Four winds the walker” anschaut, dann gibt es da viele Wörter mit Bezug zur Natur (“wave”, “clouds”, “sun”, “storms” “crows”, “sea”, “sky” – um nur ein paar zu nennen). Ist dieser Bereich für euch wichtig? </em></strong></p>
<p>Ja, diese Wörter haben für uns eine große Bedeutung. Wörter sind Symbole und das wird in Lyrik umso offensichtlicher. Ich denke, dass die Unmöglichkeit, den Song in einen festen Zeitrahmen zu passen ebenso wie die Anziehungskraft von Dingen abseits des Mainstreams uns dazu (ver)führen Bildlichkeit aus der Natur als Symbol zu verwenden.</p>
<p><strong><em>Was könnt ihr mir über den Film “Hecate’s Moon” von Raymond Salvatore Harmon sagen? </em></strong></p>
<p>Der wurde von Harmon und seiner Crew bei einem Auftritt im Schuba’s in Chicago im Herbst 2007 gefilmt. Harmon hatte ursprünglich die Absicht den MAJIK MARKERS-Auftritt (wir waren der Openingact) aufzunehmen und im letzten Moment entschied er sich dafür, uns auch noch zu filmen. Ich glaube, das Material unseres Auftritts war dynamischer als das der MAJIK MARKERS. Wir versuchen immer noch rauszukriegen wie und wann diese DVD veröffentlicht wird, aber hoffentlich gibt es innerhalb des nächsten Jahres eine offizielle Veröffentlichung.</p>
<p><strong><em>Ein Freund von mir hat eure Musik mal als “erotisch” wahrgenommen. Könnt ihr so etwas nachvollziehen? </em></strong></p>
<p>Das haben wir definitiv noch nicht in den USA gehört. Vielleicht ist das eine sehr deutsche Reaktion auf unsere Musik? Ich verstehe diese Beschreibung in dem Sinne, dass unsere Musik mysteriös ist und Momente einer wilden, erdigen Hingabe besitzt.</p>
<p><strong><em>Spielt es eine Rolle, dass alle Mitglieder der Band weiblich sind oder ist es wichtiger, dass ihr euch schon alle lange kennt? </em></strong></p>
<p>Es spielt eine Rolle und es spielt keine Rolle. Wir wollen kein Kult oder so etwas sein. Aber wir neigen dazu, der persönlichen Beziehung zwischen den einzelnen Mitgliedern einen höheren Stellenwert einzuräumen als ihrem Geschick oder ihren Fähigkeiten. Als Tracy die Band verließ um nach Buenos Aires zu gehen und Georgia sich dazu entschloss, sich auf die Schule zu konzentrieren, suchten Taralie und ich nicht nach Ersatz. Allerdings ist das ein Punkt, den wir vielleicht ändern werden und dann sind wir eher dazu bereit, nicht ganz so vertraute Personen mitmachen zu lassen, ob nun weiblich oder nicht.</p>
<p><strong><em>Ihr nennt Bands wie COMUS oder THE INCREDIBLE STRING BAND als Einflüsse. Ich weiß, dass ihr vor einiger Zeit ein Konzert für ISB eröffnet habt. Denkt ihr, dass diese Bands einen ähnlichen Ansatz haben/hatten wie ihr? </em></strong></p>
<p>Es fiele mir schwer, das zu beantworten. Ich habe keine Ahnung, wie diese Bands untereinander kommuniziert haben, was ihre Intention war. Von außen betrachtet, glaube ich schon, dass da klanglich allen eine Wildheit, Erdigkeit, Rauheit gemeinsam ist. Ich denke, dass wir alle kleine Teile gewisser Traditionen aufnehmen und sie dann in verschiedenem Maße verzerren. Ich halte COMUS’ “First Utterance” für ein absolutes Meisterwerk. Ich betrachte es immer als Riesenkompliment, wenn dieser Vergleich gezogen wird. Ich weiß nicht, ob wir das verdienen.</p>
<p><strong><em>Manchmal können gewisse Formen von Folk reaktionär oder zumindest nur sentimental sein. Ihr habt mal gesagt, dass ihr zu “verstörend” seid, um in solch eine Kategorie zu passen. Gibt es Arten von Folk, die ihr verabscheut?</em></strong></p>
<p>Nein, es gibt generell keine Art von Musik, die ich verabscheue. Ich lehne das ab. Ich denke, dass krampfhaft an einer bestimmten Meinung bezüglich Kunst oder was auch immer festzuhalten, einem Riesenvorurteil ähnelt, das einen davon abhält, irgendetwas direkt zu erfahren.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/spires3.jpeg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1611" title="spires3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/spires3-300x202.jpg" alt="" width="300" height="202" /></a>Habt ihr bewusst einen Namen gewählt, der es dem Hörer schwer macht, sich an ihn zu erinnern (oder ihn zu vergessen)? </em></strong></p>
<p>Nein, nicht bewusst. Wir haben ebenfalls ein paar Wochen gebraucht, um ihn uns zu merken.</p>
<p><strong><em>Nach all diesen Fragen kommt jetzt eine etwas sehr profane. Was ist mit eurer Webseite passiert? </em></strong></p>
<p>Wir haben aufgegeben. Vielleicht kommt sie wieder.</p>
<p><strong><em>Habt ihr den Eindruck, dass eure Musik davon beeinflusst worden ist, wo ihr herkommt? </em></strong></p>
<p>Die Musik wird immer davon beeinflusst, wo man herkommt, wo man im Augenblick ist und sogar davon, wo man sich künftig sieht. Unsere Heimatstadt Decatur, Illinois war eine ziemliche Industriestadt, es gab viele Züge und Fabriken. Es gab da nicht viel Kultur, was Unterhaltung oder Kunst anbelangt. Wir mussten sozusagen unseren eigenen Spaß und unsere eigene Unterhaltung erfinden. Ich glaube, das Chicago mit seiner wilden, städtischen chaotischen Energie den größten Einfluss auf den Klang der SPIRES genommen hat. Wir drehten uns und wurden durch diesen tiefen, dunklen Klang etwas beruhigt; Taralie und ich leben jetzt in Madison, das eine Art von Ordnung und Ruhe ausstrahlt, die in Chicago fehlte. Wir sind näher an der Natur, näher an Bauern, näher an der Gesundheit, und das gibt unserer Musik neue Energie und Bedürfnisse. Ich sage eine totale Änderung unseres Klangs in der nahen Zukunft voraus.</p>
<p>- M.G. -</p>
<p><strong>Diskografie:</strong></p>
<p>2003 – “Spires That In The Sunset Rise” (LP) – Galactic Zoo Disk, Eclipse Records</p>
<p>2004 –  “Spires That In The Sunset Rise” (CD) – Graveface Records</p>
<p>2005 – “Four Winds The Walker” (CD) – Secret Eye (CD)</p>
<p>2006 – “This Is Fire” (CD) – Secret Eye (CD)</p>
<p>2008 – “Curse The Traced Bird” – Secret Eywe (CD)</p>
<p><a href="http://www.myspace.com/spiresthatinthesunsetrise">myspace.com/spiresthatinthesunsetrise</a></p>
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