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	<title>African Paper &#187; King Ayisoba</title>
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		<title>KING AYISOBA: Work Hard</title>
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		<pubDate>Sat, 27 May 2023 06:05:34 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Was immer man sich unter einem Titel wie &#8220;Work Hard&#8221; vorstellen mag – im Falle von King Ayisobas neuem Album, das in Zusammenarbeit mit der westafrikanischen Producerlegende Francis Ayamga, Arnold &#8220;Zea&#8221; de Boer und einer ganzen Reihe an weiteren Größen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/05/27/king-ayisoba-work-hard/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/04/GBCD134_front.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-35062" title="GBCD134_front" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/04/GBCD134_front-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Was immer man sich unter einem Titel wie &#8220;Work Hard&#8221; vorstellen mag – im Falle von King Ayisobas neuem Album, das in Zusammenarbeit mit der westafrikanischen Producerlegende <a title="This is Zologo Beat: Neue Compilation aus Ghana" href="http://africanpaper.com/2023/04/04/this-is-zologo-beat-neue-compilation-aus-ghana/">Francis Ayamga</a>, Arnold &#8220;<a title="ZEA: Witst Noch Dat D’r Neat Wie" href="http://africanpaper.com/2021/12/11/zea-witst-noch-dat-dr-neat-wie/">Zea</a>&#8221; de Boer und einer ganzen Reihe an weiteren Größen eingespielt wurde, steht er in erster Linie für einen aufgeweckten und nicht selten heiteren Kämpfergeist, der sich an vielen Stellen auf dem Fundament folkig grundierter Elektroklänge ganz energisch gegen <span id="more-35058"></span>Korruption und Misswirtschaft im eigenen Land Ghana und, wenn man den Texten folgt, in ganz Afrika richtet und sich dabei nicht scheut, heikle Themen anzusprechen.</p>
<p>King Ayisoba ist einer der Protagonisten des zeitgenössischen <a title="V.A.: This Is Kologo Power!" href="http://africanpaper.com/2016/04/30/v-a-this-is-kologo-power/">Kologo</a>-Stils, einer semi-traditionellen Musikrichtung, die sich vor einigen Jahren im Norden des westafrikanischen Landes herausgebildet hat. Im Zentrum steht das gleichnamige regional populäre Saiteninstrument, das europäische Ohren entfernt an ein Banjo erinnern kann und in den heutigen Spielweisen oft mit vitaler Elektronik und energischen Gesängen in <a title="V.A.: This is Frafra Power" href="http://africanpaper.com/2019/06/01/v-a-this-is-frafra-power/">Frafra</a>, Twi und Englisch kombiniert wird. Neben Stars wie <a title="AYUUNE SULE: We Have One Destiny" href="http://africanpaper.com/2018/03/24/ayuune-sule-we-have-one-destiny/">Ayuune Sule</a>, <a title="ATAMINA: Sycophantic Friends" href="http://africanpaper.com/2018/01/06/atamina-sycophantic-friends/">Atamina</a> und <a title="PRINCE BUJU: We Are In The War" href="http://africanpaper.com/2015/06/06/prince-buju-we-are-in-the-war/">Prince Buju</a> gehört King Ayisoba zu den international bekanntesten Exponenten dieser Musik.</p>
<p>Der Opener &#8220;Good Things God Knows&#8221; ist wie ein alarmierender Weckruf: Zackige Rhythmen, traditionelle Flöten, sanfte weibliche backing vocals und Ayisobas typisch kraftvolle Shouts rufen zum Kampf gegen die korrupten African leaders, denen der Meister bereits <a title="KING AYISOBA: Wicked Leaders" href="http://africanpaper.com/2014/08/09/king-ayisoba-wicked-leaders/">ein ganzes Album</a> gewidmet hat, und deklamieren das Grundsätzliche, das so gerne vergessen wird: &#8220;We need peace and love&#8221;. Einige Rapper und Dancehall-Künstler kommen schon in diesem ersten Minuten zu Wort, doch das letzte Wort haben Kinder.</p>
<p>Ayisoba weiß seine Stilmixtur immer wieder gut zu variieren, es gibt vom Schwerpunkt her elektronische, aber auch stärker akustisch instrumentierte Stücke, manche sind aggressiver und kämpferischer, andere wiederum sind etwas laidback und von der Stimmung gesetzt. In letzteren ist oft die Kologo deutlicher zu hören wie z.B in &#8220;Bossi labomé&#8221;, das auch durch seinen angenehmen Rhythmus und der Melodie des englisch gesungenen Refrains den vielleicht größten Pop-Appeal das Albums hat. Wesentlich aggressiver die Standpauke in &#8220;People talk too much&#8221;: Hier wird der Lärm des alltäglichen Geschwätzes quasi onomatopoetisch eingebaut und durch die Art des Gesangsvortrags und des Instrumentenspiels imitiert. Gegen Ende kommen immer neue multilinguale Facetten hinzu und der Song endet kurz vor dem thematisch angemessenen Burnout.</p>
<p>Jeder der Songs hat seine ganz eigenen Überraschungen in petto – diese können musikalischer Natur sein wie in &#8220;Nambe Sonne&#8221;, wo ein hypnotischer Takt wie in einer Collage auf das Fundament eines anrührenden geloopten Flötenspiel geklebt ist und mit diesem gemeinsam den Hintergrund für einen Text des Kollegen Atamina bildet. Das gilt aber auch für die weniger offensichtlich experimentellen Stücke wie das eingängige &#8220;Kokoko enter&#8221;, wo mit Kologo und heiteren Bläsern (oder sind es Synthies?) eines der besten Stücke zum Einstieg in den Kologo-Kosmos geschaffen wurde.</p>
<p>Wieder andere Stücke überzeugen besonderes über ihre Texte, so &#8220;Tribe&#8221;, das ein Plädoyer für die Bewahrung lokaler Sprachen und die entsprechende Bildung für Kinder darstellt, oder das Plädoyer für Widerstandsgeist in schweren Zeiten in &#8220;Abome&#8221;, das auf den Fundus lokaler Parabeln zurückgreift. Im abschließenden &#8220;Buri Malima&#8221; zeigen King Ayisoba und seine Crew noch einmal was sie können und schaffen im Zusammenspiel mit lokalen Folkmusikern an Blasinstrumenten und Drums den mitreisenden theatralischen Abschluss eines an Granteleien und offenen Plädoyers reichen Albums, das in Sound und Text ebenso streitbar wie hoffnungsfroh ist. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Glitterbeat Records</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230414_160850_171.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1807320405/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>AYUUNE SULE: We Have One Destiny</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Mar 2018 06:56:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Welle an Kologomusik aus Ghana reißt nicht ab. Ayuune Sule spielt seit ein paar Jahren in der Band des hier bereits mehrfach vorgestellten King Ayisoba. Als er 2013 in dieser Konstellation erstmals in Europa auftrat, eröffnete er die Shows &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/03/24/ayuune-sule-we-have-one-destiny/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/02/ayuunesulewehaveonedestiny.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14985" title="ayuunesulewehaveonedestiny" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/02/ayuunesulewehaveonedestiny-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Welle an Kologomusik aus Ghana reißt nicht ab. Ayuune Sule spielt seit ein paar Jahren in der Band des hier bereits mehrfach vorgestellten King Ayisoba. Als er 2013 in dieser Konstellation erstmals in Europa auftrat, eröffnete er die Shows mit einem kleinen Soloset und drückte Arnold de Boer von The Ex, der auch ein Label betreibt, sein Demo in die Hand. So nahm alles seinen Lauf, und zwei Jahre später erschien eine Single mit zwei Songs, beide in einem<span id="more-14984"></span> recht abgespeckten musikalischen Gewandt aus den repetitiv gespielten zwei Saiten des banjoartigen Geräts und einer angenehm samtigen Stimme.</p>
<p>Einer davon, „What a Man Can Do, a Woman Can Do More Better“, avancierte in Belgien zu einem Hit, der andere, das hypnotische „Who Knows Tomorrow?“, fand seinen Weg auf die Compilation „This is Kologo Power“. Seit kurzem ist das Albumdebüt des Musikers draußen, der in der südlichen Ashanti-Region des Landes, in der Stadt Kumasi, aufgewachsen ist – einem Teil Ghanas, in dem die Kologo-Tradition erst Einzug erhielt, nachdem sie vor ein paar Jahren zum lokalen Popphänomen avancierte. Man sagt, dass die dort populären Genres Asonto und Hiplife gut aus den Stücken herauszuhören sind, ein Hybridphänomen also, das in unseren Breiten sicher der vereinheitlichenden Vorstellung als „afrikanisch“ zum Opfer fallen wird.</p>
<p>Ayuune Sule ist der bislang poppigste der mir bekannten Kologo-Virtuosen, zumindest wenn er es will, und so warten einige Tracks mit einer anspruchsvollen Produktion und fabelhaften Arrangements auf. Die beiden ersten Songs liefern den Beweis: „Two Wrongs Don&#8217;t Make a Right“, ein politischer Song mit einer simplen Message an afrikanische Politiker: kooperiert!, besticht durch ein sauberes Klangbild, das den besten PAs standhalten sollte, und gekonnt eingesetzten Chorpassagen, die sich um die zwar hochtönende, und doch sanfte Stimme schmiegen. „What a Man Can Do, a Woman Can Do More Better“ wurde für&#8217;s Album in einen elektronischen Popsong verwandelt und besticht mit einem steppenden Rhythmus, zu Spielereien mit dem Vocoder gesellen sich weibliche Backing Vocals – passend zu Text und Kontext, denn der Song wurde ursprünglich für einen Event geschrieben, bei dem es um die Einforderung von mehr Arbeitsrechten für ghanaische Frauen ging.</p>
<p>Alle Tracks dieser Art haben einen freundlichen Sound, der sie immer auch kompatibel für&#8217;s massentaugliche Radio macht, und vermutlich klingen sie auch nur für nördliche Ohren so exotisch und immer noch leicht schräg. Etwas markanter ein Song wie „Keleke“, bei dem man die Kologo viel deutlicher heraushört, wozu allerdings auch ein leichter Dub-Effekt kommt, der den Track noch wesentlich hypnotischer macht. Für mich allerdings stellen ohnehin die Akustikstücke die Höhepunkte des Albums dar, denn wenn Sule will, spielt er die folkige Karte perfekt. „How to Get There“ und „Say Yine Ma“ sind extrem mitreißend in ihrer Deklamatorik und ihrem monotonen Minimalismus, das noch aus dem Ayisoba-Fundus stammende „Senyaane“, dessen Instrumentarium nur aus einer mit getrockneten Beeren gefüllten Rassel besteht, gehört in die gleiche Kategorie.</p>
<p>Sule, der sich auf den Fotokollagen im Digipack auch als Crossdresser und Veralberer von Geschlechterklischees präsentiert, singt auf Englisch und in (mindestens) einer der Landessprachen Ghanas, weswegen es nur ein Eindruck ist, dass er ähnlich politisch ist wie sein Kollege Atamina. Mehr noch als dieser verbindet er die Protesthaltung mit Popappeal, und vielleicht kommt ihm die Rolle des großen Genre-Verweigerers zu. Wie wenige andere seiner bekannten Zeitgenossen streckt er seine Fühler in alle möglichen Richtungen lokaler und überlokaler Pop- und Folkrichtungen aus. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.makkumrecords.nl/">Makkum Records</a> / <a href="https://www.rebelup.org/">Rebel Up Records</a></strong></p>
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		<title>ATAMINA: Sycophantic Friends</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jan 2018 04:05:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im westafrikanischen Ghana erfreut sich die Kologo seit Jahren einer großen Beliebtheit: ein altes zweisaitiges Instrument, das als einer der Vorläufer des amerikanischen Banjo gilt und bis zum Hype um Musiker wie King Ayisoba und Prince Buju zu den regionalen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/01/06/atamina-sycophantic-friends/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/12/MR21_front1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14637" title="MR21_front" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/12/MR21_front1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im westafrikanischen Ghana erfreut sich die Kologo seit Jahren einer großen Beliebtheit: ein altes zweisaitiges Instrument, das als einer der Vorläufer des amerikanischen Banjo gilt und bis zum Hype um Musiker wie King Ayisoba und Prince Buju zu den regionalen Standardinstrumenten in den Dörfern der Nordprovinzen gehörte. Kologo spielt man nicht, weil man es durch mühsames Studium gelernt hat, sondern weil man seinen Klang, seinen Groove und den Sinn für die Spieltechniken im Blut hat. Dabei gehen die Vorstellungen weit über die Genieästhetik etwa der europäischen Sturm und Drang-Epoche hinaus, denn<span id="more-14635"></span> Kologo ist nicht nur ein Instrument, sondern ein spirituelles Wesen, das zu einem Klan oder einer Familie gehört. Ist man Teil einer solchen Gemeinschaft, kann es passieren, dass einen dieses Wesen auswählt, und so wird man ein Kologo-Spieler. So zumindest berichtet es Atamina.</p>
<p>Atamina, der im Norden unweit der Grenze zu Burkina Faso geboren und aufgewachsen ist, ist im bürgerlichen Leben Arzt, spürte aber irgendwann den Drang der Kologo in sich und begann seine zweite Karriere als Musiker – eine Berufung, die er, wo er schon mal Medizin studiert hat, ebenfalls als eine Heilertätigkeit auffasst. Seine Freundschaft zu King Ayisoba, einem der Stars der Szene, bescherte ihm gleich ein größeres Publikum und die Möglichkeit, auf größeren Bühnen aufzutreten. Auf der für den internationalen Markt zusammengestellten <a href="http://africanpaper.com/2016/04/30/v-a-this-is-kologo-power/">Compilation „This is Kologo Power!“</a> war er mit einem Track vertreten, dessen Vocals noch Ayisoba übernahm. Westliche Politiker, Ökonomen, Entwicklungshelfer, die Guten wie die Bösen, bekommen auf dem Stück ihr Fett weg, um ihren eigenen Kehricht sollen sie sich scheren und die afrikanischen Gesellschaften ihren eigenen Weg finden lassen.</p>
<p>Auf seinem vorliegenden Debüt nimmt er das Mikro selbst in die Hand und entpuppt sich als humorvoller und unterhaltsamer Frontmann mit einem Faible für kontroverse politische Themen, was ihm bereits den Ruf als die „Ein Mann-Sleaford Mods“ von West-Afrika einbrachte. Ähnlich wie Buju und Ayisoba zählt Atamina zu den Künstlern, die die Kologo nur selten solo verwenden, sondern je nach Song mit unterschiedlichen Begleitungen arbeiten. Das kann eine Art Bigband sein, die z.B. das zunächst hypnotisch monotone „Enjoy Yourself“ ebenso wie das mystisch angehauchte „Guhumenga“ in ausgelassene Festakte verwandeln. Es kann aber auch ein Chor oder ein einzelnes Begleitinstrument sein, und für eine landestypische Flöte, die schon im Opener zu hören ist, scheint er eine besondere Vorliebe zu haben. Der einleitende Titelsong enthält vieles von der folkigen Seite des Atamina-Style in Reinkultur: Verspielte Zupfer, die stimmungsvolle Flöter und seine ausgelassene, hochtönende Stimme sorgen für eine frohsinnig anmutende Kulisse, vor der sich immer mehr eine gewisse Grantigkeit zu erkennen gibt, auch im Text, einem Rundum-Rant gegen falsche Freunde und Liebhaber aller Art, bei dem mir der amerikanische Folksong „The Cockoo“ in den Sinn kam.</p>
<p>Nicht alle Texte haben derart einfache Messages, „When Two Elephants Fight“ mit seiner tänzelnden Handdrum arbeitet da schon eher mit der atmosphärischen Wirkung starker poetischer Worte. Bei dem bewusst elektronischer gestalteten „Rubber Song“ wird es dagegen sehr konkret – über den enervierenden Plastikbeats entfaltet sich Ataminas aggressive Forderung an seine Landesregierung, wie andere afrikanische Staaten Plastiktüten zu verbieten, um dadurch der Verschmutzung der Gewässer mit Müll Herr zu werden. „No One Wants To Die“ klingt für westliche Ohren etwas nach Bossa Nova, aber vielleicht ist das auch ein Einfluss lokaler Moden, interessant ist hier v.a., wie der Sänger elegant von heiteren Spoken Words zu schrillem Gesang und zurück wechselt.</p>
<p>Die Begeisterung für die, wie es scheint, ausgesprochen vielgestaltige Kologo-Musik hält an, und da außerhalb West-Afrikas nach wie vor überwiegend Spezialinteressierte von dem Hype überhaupt Wind bekommen haben, ist das durchaus gut so. Atamina, der wohl bewusst auf ein breites Spektrum an Sounds und Instrumentierungen setzt, hat in jedem Fall das Zeug, der dritte Popstar und der größte Protestsänger dieses Genres zu werden. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Makkum Records</strong></p>
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		<title>KING AYISOBA: 1000 Can Die</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Mar 2017 06:06:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ghana gilt in der Wahrnehmung vieler Europäer als eine Art westafrikanischen Vorzeigeland, als &#8220;ein Land, dem es gut geht in einer Region, der es schlecht geht&#8221;. Der Lebensstandard ist verglichen mit den meisten Nachbarstaaten gut, The Economist bezeichnete das Land, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/03/11/king-ayisoba-1000-can-die/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/02/kingayisoba1000candie.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13366" title="kingayisoba1000candie" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/02/kingayisoba1000candie-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ghana gilt in der Wahrnehmung vieler Europäer als eine Art westafrikanischen Vorzeigeland, als &#8220;ein Land, dem es gut geht in einer Region, der es schlecht geht&#8221;. Der Lebensstandard ist verglichen mit den meisten Nachbarstaaten gut, The Economist bezeichnete das Land, das einmal Goldküste genannt wurde und als erster Staat südlich der Sahara unabhängig wurde, als &#8220;beste Demokratie&#8221; der Region. All diesen Nachrichten zum Trotz sind teurer werdende Mieten vor allem in den urbanen Zentren, die Verdrängug von Kleinbauern von ihrem angestammten Land und die generelle<span id="more-13365"></span> Kluft zwischen Arm und Reich nur ein Teil der Kehrseite, die in diesen Berichten oft etwas unter den Tisch fallen. Zu Wort kommen diese Themen immer wieder in den Arbeiten der rührigen kreativen Szene des Landes, zu der auch eine recht große Musik-Community zwischen experimentellem Underground und alternativer Popmusik zählt.</p>
<p>Eine der populärsten Figuren dieser Szene ist King Ayisoba, der in den letzten Jahren mit seiner Kologo, einem lautenartigen Instrument mit zwei Saiten, mehrsprachigem Gesang und unterschiedlicher Begleitung einige Alben auf den Markt gebracht hatte, die zunächst in seiner Heimat populär wurden, seit einiger Zeit aber auch in Europa immer bekannter werden. In seinen zwischen traditioneller Musik und kraftvollem Pop angesiedelten Songs deckt er stets ein breites Spektrum an Themen und Einflüssen ab, feiert die schönen Seiten seiner Gesellschaft, spart aber auch nicht mit Kritik. Sein letztes Album &#8220;Wicked Leaders&#8221; war &#8211; schon dem Titel nach &#8211; ein wütender, aber keinesfalls trübsinniger Abgesang auf Korruption, Intransparenz und Verantwortungslosigkeit einheimischer Eliten.</p>
<p>Auf seinem neuen Longplayer &#8220;1000 Can Die&#8221; knüpft er gleich zu Beginn an diese Kritik an, und behält ebenso die Themenvielfalt des Vorgängers bei. Zugleich spannt er aber auch in einer anderen Hinsicht einen weiten Bogen, indem er die Kontinuität von Tradition und modernen Einflüssen noch stärker als zuvor betont. Im Grunde ist dies ein Motiv, das seine Arbeit von Beginn an durchzieht, ist er mit dem Kologo-Spiel primär ein traditioneller Musiker, der den Konnex zu modernen Instrumenten und Spielweisen (wie der in Ghana populäre Hiplife, ein hybrider ghanaischer Hiphop-Stil) allerdings immer gesucht hat.</p>
<p>In den Liner-notes bezeichnet er die traditionellen Instrumente als die stärksten Ausdrucksmittel überhaupt, die durch die Kombination mit Neuem allerdings an Kraft gewinnen können. Dem entsprechend wirkt &#8220;1000 Can Die&#8221;, bei dem fast alle Songs in Kollaboration mit je anderen Musikern entstanden ist, auch sehr heterogen und experimentierfreudig. Das eröffnende &#8220;Africa Needs Africa&#8221; enthält einiges von dieser Vielgestaltigkeit im Kleinen: verspielter Computerkitsch und vertrackte Elektrobeats, erst nach einiger zeit Ayisobas Kologo, die wie ein mystisches Echo aus der Vergangenheit anmutet, über all dem ein wechselhafter, oft mehrstimmiger Gesang, der mal als Chor, mal als Rap, mal als aggressives Shouten den politischen Status quo attakiert und einen noch zu entdeckenden afrikanischen Weg einfodert.</p>
<p>Im Verlauf geben sich Protestattitüde und Zuversicht stets die Hand, textlich und auch stimmungsmäßig, wobei das Verhältnis natürlich von Song zu Song unterschiedlich ausfällt &#8211; auf der einen Seite eher mystich klingende, hoffnungsfrohe Lieder wie das in Zusammenarbeit mit Zea alias Arnold de Boer entstandene &#8220;Wekana&#8221;, das die Kunst des Zusammenführens feiert, auf der anderen Seite kämpferisch anmutende Stücke wie das auf Lee &#8216;Scratch&#8217; Perry-Samples aufbauende Titelstück, das im Klang und Polyrhythmus volle &#8220;Anka Yen Tu Kwai&#8221; und das hypnotisch perkussive &#8220;Yalma Dage Wanga&#8221;, bei dem Ayisobas Stimme forsch und zugleich humorvoll und jungenhaft klingt.</p>
<p>Die frohsinnigsten Momente sind interessanterweise den rein traditionellen Klängen (und Themen) vorbehalten: Im evokativen &#8220;Grandfather Song&#8221; begleitet sich der Sänger lediglich auf der Kologo, beim in einer der Landessprachen gesungenen &#8220;Ndeema&#8221; kommt eine Duettpartnerin hinzu &#8211; zusammen besingen sie, so Ayisobas Erklärung, das Haus der Schwiegereltern, in das sich eine Frau in Ghana immer bei Eheproblemen zurückziehen kann, bis dass diese ausgesessen sind. Und so klingt &#8220;1000 Can Die&#8221;, das als moderner Hybrid beginnt und die aktuellen gesellschaftlichen Übel anprangert, mit einem rein folkigen Stück aus, das einen überlieferten Brauch zur Problemlösung feiert. Sieht man diese Entwicklung programmatisch, dann ist King Ayisoba ein doch recht optimistisches Werk gelungen, bei dem die Tradition den integrierenden Rahmen bereitstellt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://glitterbeat.com/">Glitterbeat</a></strong></p>
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		<title>V.A.: This Is Kologo Power!</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Apr 2016 05:34:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das in Ghana populäre Kologo ist ein sehr altes Instrument, hat etliche Verwandte in weiteren westafrikanischen Ländern und gilt als einer der Vorläufer des amerikanischen Banjo. Zwei Saiten über einen mit Ziegenfell bespannten Resonanzkörper gespannt erzeugen einen hellen und zugleich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/04/30/v-a-this-is-kologo-power/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/kologopower.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12060" title="kologopower" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/04/kologopower-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das in Ghana populäre Kologo ist ein sehr altes Instrument, hat etliche Verwandte in weiteren westafrikanischen Ländern und gilt als einer der Vorläufer des amerikanischen Banjo. Zwei Saiten über einen mit Ziegenfell bespannten Resonanzkörper gespannt erzeugen einen hellen und zugleich erdigen Klang und brachten seit Jahrhunderten lokale Musiker dazu, den fast unvermeidlichen Minimalismus in etwas Hypnotisches zu sublimieren. Seit ein paar Jahren erfreut sich das Instrument einer neuen Beliebtheit und ist geradewegs dabei zu einem Pop-Phänomen zu werden.<span id="more-12059"></span></p>
<p>Im Zeitalter moderner Popkultur versteht man unter Kologo mittlerweile auch ein Musikgenre, das v.a. in der Nordost-Provinz Ghanas längst zu einem allgemein bekannten Kulturgut geworden ist, und &#8211; sicher nicht ganz unbeeinflusst von außer-afrikanischen Vorstellungen des Personenkultes &#8211; echte Stars hervorgebracht hat. Einer von ihnen, der hier bereits vorgestellte <a href="http://africanpaper.com/2014/08/09/king-ayisoba-wicked-leaders/">King Ayisoba</a>, hat den gar nicht mal so utopischen Traum, die Herzen der Menschen grenzübergreifend für Kologomusik zu gewinnen, ähnlich wie es seinerzeit Bob Marley für den Reggae geschafft hat. Ich will an der Stelle nicht für ihn nach den Sternen greifen, doch die vorliegende von Arnold de Boer kuratierte Compilation könnte ein ordentlicher Schritt in die richtige Richtung sein.</p>
<p>De Boer hat während seiner Besuche in Ghana an die hundert Kologo-Spieler kennen gelernt und nennt die zehn Beiträge die Spitze eines Eisbergs. Es sind – auch und gerade für alle, die die teilweise in Frafra und Pidgin-English verfassten Texte nicht verstehen und wenig über die typischen lokalen Themen wissen – ein kleiner, aber durchaus lohnender Einblick in eine reichhaltige Bewegung.</p>
<p>Sucht man nach einem gemeinsamen Nenner der zehn Songs, dann findet man ihn vielleicht am ehesten in der hypnotischen Aura der Tonfolgen, die sich – unabhängig davon, ob der Gesang nur von der Kologo begleitet wird, oder ein ganzes Ensemble an akustischen (dies war Bedingung) Instrumenten beteiligt ist – aus den minimalen, repetitiven Mustern ergibt. Dies wird nicht immer so radikal eingehalten wie in dem Beitrag von Ayuune Sule, dessen Minimalismus etwas beschwörendes bekommt und endlos so weiter gehen könnte. Bei Amoru gerät dieses Schema etwas brüchiger, Agongo baut es zu einem polyrythmischen Irrgarten aus und erzeugt eine irritierende Spannung zwischen Dynamik und Stillstand. Asaa Naho webt feine Muster als Teppich für mehrstimmigen Gesang.</p>
<p>Was ebenfalls verbindet und zugleich die Brücke zu anderen afrikanischen Kulturen schlägt ist der Hang zum Protestsong – ein Songtyp, der hier allerdings mit einer unvergleichlichen Heiterkeit einhergeht, wie sie europäischen Formen von Unzufriedenheit weitgehend fremd ist. King Ayisoba demonstriert dies gleich dreimal: Im eröffnenden „Africa“ in gelöster Form mit Drums und einer zwitschernden Flöte, im finalen „Nerba“ als polternder, karnevalesker Knüppelzug, am meisten politisch vielleicht als Gastsänger bei seinem Kollegen Atamina, wo er zu einem Rundumschlag gegen Kommentatoren aus der ersten Welt ausholt, die sich um ihre eigenen Probleme kümmern sollen. Neben Bernasko und dem vielleicht poppigsten Beitrag von Atimbila geht ein weiteres Blaublut, <a href="http://africanpaper.com/2015/06/06/prince-buju-we-are-in-the-war/">Prince Buju</a>, in diese Richtung: Mit heißerer Stimme und Saitengerassel schreit und spielt er sich in „Afashee“ die Verzweiflung aus der Seele.</p>
<p>Garantiert gibt es ein potentiellen internationales Publikum für diese Musik, und zu gönnen ist das den Musikern allemal. Viele Frgen stehen derzeit noch im Raum – nach dem Selbstverständnis der Kologo-Spieler zwischen Tradition und Pop, nach den Themen der Songs, ob es Mischformen mit bspw. Elektronischer Musik gibt, ob Kologo eigentlich eine reine Männerdomäne ist u.s.w. Vielleicht wäre es Zeit für ein Gespräch mit King Ayisoba oder Arnold de Boer. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.makkumrecords.nl">Makkum Records</a>/Red Wig/Sahel Sounds</strong></p>
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		<title>PRINCE BUJU: We Are In The War</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2015 08:39:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Akudo Saabo]]></category>
		<category><![CDATA[Arnold de Boer]]></category>
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		<category><![CDATA[Makkum Records]]></category>
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		<description><![CDATA[Manchmal sind es ganz einfache Dinge, die gesagt werden müssen, und manchmal will es der Zufall, dass diese einfachen Dinge einen doppelten Boden haben. „We are all in the war, singt Prince Buju in dem Song, der in seiner Heimat &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/06/06/prince-buju-we-are-in-the-war/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/princebujuweareinthewar.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10290" title="princebujuweareinthewar" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/princebujuweareinthewar-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Manchmal sind es ganz einfache Dinge, die gesagt werden müssen, und manchmal will es der Zufall, dass diese einfachen Dinge einen doppelten Boden haben. „We are all in the war, singt Prince Buju in dem Song, der in seiner Heimat Ghana schon längst ein Hit ist und zum Aushängeschild seines Debütalbums wurde. Allerdings meint der Sänger und Saitendrescher einen viel umfassenderen Zustand des Gegeneinander- statt Miteinanderagierens, den die Menschen überwinden sollten. Auf niederländisch, der Sprache seines Verlegers und Protegees Arnold de Boer (The Ex), bedeutet<span id="more-10289"></span> „in de war“ schlicht verwirrt sein, was gar nicht mal so schlecht zum Krieg aller gegen alle passt, wie ihn der Barde besingt.</p>
<p>Akudo Saabo alias Prince Buju ist Teil einer recht üppigen Musikszene, die sich im Raum der Ghanaer Hauptstadt Accra herausgebildet hat und regionale Musikarten zu einem lokalen Popphänomen werden ließ. Wie zahlreiche seiner Freunde spielt er die Kologo, einer im westafrikanischen Raum verbreiteten Laute. Seine mittlerweile überregionale Reichweite verdankt er neben seinem musikalischen Charisma auch der Freundschaft mit King Ayisoba, dessen „Wicked Leaders“ auf diesen Seiten bereits gefeiert wurde.</p>
<p>Im Unterschied zum King, dessen Musik wegen der Bläser und des eingängigen Gesags auch für europäische Ohren Popqualitäten aufweist, hat Prince Bujus Musik etwas weitaus Spröderes. Über weite Strecken ist lediglich Saabos derb-heißere Stimme und das urige Instrument zu hören, dessen hypnotisierende Monotonie immer wieder derart auf die Spitze getrieben wird, dass es mich (wie schon einige der minimalistischeren King Ayisoba-Stücke) erneut an die amerikanischen Crow Tongue, de Boer dagegen an Techno erinnert.</p>
<p>Die einzelnen Stimmungsn innerhalb Bujus Kontinuum aus cooler, kämpferischer, aber auch freundlicher Genügsamkeit zeichnen sich weniger anhand der Gesangsmelodien als an der Gangart der Stücke ab. Mansche preschen zügig nach vorn, in andere kommt eine fast rootslastige Entspannheit hinein, die die Hypnotik am besten zur Geltung bringt, andere reißen den Hörer absichtlich durch spontane Brüche oder tastende Statik aus dem Flow. Die erdige Färbung des Sounds und dass all dies wie spontan improvisiert wirkt, lässt die Platte wie aus einem Guss erscheinen.</p>
<p><strong>Label: Makkum Records/Red Wig</strong></p>
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		<title>KING AYISOBA: Wicked Leaders</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Aug 2014 05:26:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[King Ayisoba]]></category>
		<category><![CDATA[Makkum Records]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass man mit monotonem Anschlag auf Gitarren- oder Banjosaiten ein ungemein „mystisches“ Stimmungsfaszinosum erzeugen kann, wissen alle, die schon einmal in die Welt obskurerer Formen des Folk und Altcountry eingetaucht sind und z.B. Bekanntschaft mit den aus Zigarrenkisten hergestellten Instrumenten &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/08/09/king-ayisoba-wicked-leaders/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/07/kingayisobawickedleaders.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9156" title="kingayisobawickedleaders" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/07/kingayisobawickedleaders-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Dass man mit monotonem Anschlag auf Gitarren- oder Banjosaiten ein ungemein „mystisches“ Stimmungsfaszinosum erzeugen kann, wissen alle, die schon einmal in die Welt obskurerer Formen des Folk und Altcountry eingetaucht sind und z.B. Bekanntschaft mit den aus Zigarrenkisten hergestellten Instrumenten Timothy Renners gemacht haben. Auch dass mollastige, doch besser nicht zu süßlich gespielte Flöten und schlichte Trommelbegleitung einen solchen Effekt noch steigern können. Fällt dabei gelegentlich die Bemerkung, dass solche Musik auch stark auf afrikanischen Einflüssen basiert, neigt man vielleicht dazu, das beiläufig abzunicken<span id="more-9155"></span> – man hat es ja schon öfter gehört, aber ein echtes Interesse kommt nicht auf, da man zu afrikanischer Musik doch eher andere Klischees im Kopf hat. Dunkel beschwörendes Saitenspiel hat abendländisch zu sein, der Afrikaner hat polyrhythmisch zu trommeln.</p>
<p>Mit der Feststellung, dass es ohnehin zahllose afrikanische Musikarten gibt, will ich mich hier nicht aufhalten und gleich zu King Ayisoba kommen, einem Multiinstrumentalisten, der in seiner Heimat Ghana längst ein preisgekrönter Star ist und in seiner vielseitigen Musik u.a. auch einen Eindruck vom mysthischen Saitengedresche in westafrikanischer Ausprägung vermittelt. Anders als in früheren Aufnahmen verzichtet Ayisoba und seine Band beim neuen Album „Wicked Leaders“ komplett auf Elektronik, dafür kommen ausschließlich traditionelle Instrumente aus diversen Provinzen Ghanas zum Einsatz. Das Bekannteste ist sicher das seit langem weltweit verwendete Xylophon, Perkussionsgeräte wie Guluku und Sinyaka kennt man weniger dem Namen als vielleicht dem Klang nach. Der King selbst bleibt bei dem, was er seit seiner Jugend zur Meisterschaft kultiviert hat – seinem kehligen Gesang und dem repetitiven Zupfen und Schrammeln auf der Kologo, einer traditionellen westafrikanischen Laute.</p>
<p>Bei einigen Songs geht das Instrument im Chor der mehrstimmigen Gesänge und anderer Klangerzeuger auf, wie beim Opener und beim Titelstück, die extrem tanzbar sind, auch wenn einem die Rhythmen, gut kaschiert hinter vorlauten Bläsern, einiges abverlangen. In solch ausgelassenen Momenten kommt vitale Lebensfreude zum Ausdruck, die sich auch in den Texten niederschlägt (die in den Liner notes noch einmal paraphrasiert werden für jene, die kein Frafra oder Twi beherrschen, in denen einige der Lyrics verfasst sind). Das kann sich in kämpferischem Behauptungswillen manifestieren („poor men can survive too“) oder in sympathischen Apellen an die „wicked leaders“ dieser Welt, sich ihre Vaterrollen zu erinnern. Was vordergründig naiv wirkt, erscheint bei genauerem Hinhören wie ein ironischeer Umgang mit dem eigenen politischen Bewusstsein, das zwischen Resignation und Verantwortungsbewusstheit zerrissen ist. Den Löwenanteil des Albums nehmen allerdings spartanisch instrumentierte Folkstücke ein. Mit wenigen Akkorden, manchmal begleitet von Rasseln und Flöten, entsteht eine beschwörende Athmosphäre, die die Geister eines unentdeckten Landes auf eine Weise evoziiert, die durchaus Raum für exotische Projektionen lassen würde – wenn die erdige Gestalt der Songs nicht ohnehin zu sperrig für Träumer wäre.</p>
<p>Texte und Liner notes geben Einblicke in eine spirituelle Welt, in der Kultur, Natur und Übersinnliches stets ineinander übergehen, wo Tiere, Menschen und Geister ihre Abhängigkeitren stets neu verhandeln. Kommt die westliche/nördliche Beurteilung von Okkultismus und Hexenglaube in Afrika immer mehr einer rassistisch eingefärbten Panikmache gleich, bei der die Schattenseiten solcher Praktiken der angeblich immer schon korrumpierten „Naturreligion“ angelastet werden, während sich Kolonialismus und Kapitalismus in Unschuld sonnen dürfen, begegnet King Ayisoba den allgegenwärtigen Geistern mit Humor. Seinem Freund, dem Kiffer, hat man in „Akolbire“ zwar den Verstand verhext, ihm selbst aber kann kein Gespenst selbst in der Mitternachtsstunde etwas anhaben. Er hat nämlich, wie er den Hexen in „Sunsua“ entgegnet, seinen wichtigsten Schutz dabei – seine Kologo.</p>
<p>Ich wünswche ihm von Herzen, dass die ihn auch von Afrikaklischees im Norden schützt und ihm außerdem die verdiente Aufmerksamkeit zukommen lässt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.makkumrecords.nl">Makkum Records</a></strong></p>
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