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	<title>African Paper &#187; Mark Wilson</title>
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		<title>CONURE: Zenith</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Apr 2024 06:31:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach einem Vierteljahrhundert an regelmäßigen Releases und Performances kann man den auch bei 15 Degrees Below Zero und anderen Combos aktiven Kalifornier Mark Wilson alias Conure mittlerweile als verlässliche Institution in der Welt des experimentellen Noise bezeichnen. Zu den verbindenden &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/04/27/conure-zenith/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/zenith.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-40783" title="zenith" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/04/zenith-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nach einem Vierteljahrhundert an regelmäßigen Releases und Performances kann man den auch bei <a title="15 DEGREES BELOW ZERO: Open Doors" href="http://africanpaper.com/2022/10/01/15-degrees-below-zero-open-doors/">15 Degrees Below Zero</a> und <a title="NIHIL COMMUNICATION: Live" href="http://africanpaper.com/2022/08/13/nihil-communication-live/">anderen Combos</a> aktiven Kalifornier Mark Wilson alias Conure mittlerweile als verlässliche Institution in der Welt des experimentellen Noise bezeichnen. Zu den verbindenden Elementen seiner primär auf Mikros, Mischpult, Loops und diversen Effekten basierenden Arbeiten zählt die <span id="more-40779"></span>Tendenz, den Fokus sowohl auf die momenthafte Beschaffenheit herausfordernder Sounds als auch auf ihre oft spannungsvolle, narative Dynamik zu lenken- eine Qualität, die niemals konstruiert wirkt und sich einfach aus dem Musikverständis des Künstlers heraus zu ergeben scheint.</p>
<p>Dieser Charakterzug findet sich auch in seinem jüngsten Release &#8220;Zenith&#8221;, das bereits vor elf Jahren, kurz nach Wilsons Umzug von der Bay Area nach Berlin, aufgenommen wurde und anscheinend seit dem in einer Schublade der Dinge harrte. &#8220;Zenith&#8221; wird vom Label als EP bezeichnet, aber man sollte dazu sagen, dass das bislang digital erschienene Release über eine Stunde lang ist &#8211; in einer Zeit, in der Hinz und Kunz jeden streambaren Einzeltrack als Single bezeichnen, würde wahrscheinlich der mit achteinhalb Minuten Spieldauer kürzeste Track dieser Veröffentlichung bereits als EP durchgehen. Man kommt hier also intensiv auf seine Kosten.</p>
<p>Das knapp halbstündige &#8220;The Zenith Greeted&#8221; eröffnet das Album mit anfangs leisem Rascheln, in das sich bald verhalltes motorisches Brummen mischt, das sich schnell jedoch als rasant und kompromisslos entpuppt. Eine rhythmische Struktur entfaltet sich, deren schnelle Abfolge von leicht verzerrtem Rauschen und alarmierenden Hochtönern in wellenförmigen Intervallen abtaucht und wieder deutlicher an die Oberfläche drängt. Trotz der nicht wirklich regelmäßigen Repetition der einzelnen Motive vermag sich eine hypnotisierende Wirkung einzustellen, die erst mit der deutlichen Steigerung des Stücks aufgehoben wird: Das Rauschen wird noisiger, kratzender, die Hochtöner schriller, und all dies geschieht in gut bemssenen Relationen, die keine allzu deutlichen Brüche, aber auch keine reine Gradualität zulassen. Hat der Track seinen Zenith erreicht, kann man noch über zehn Minuten im dynamischen Lärm baden.</p>
<p>Die drei folgenden Tracks von unterschiedlicher Länge entfalten eine ähnlich starke Intensität. &#8220;Exclamations Bewilderment&#8221; versprüht mit unpoliertem Brummen einen warmen Sound, der auch als Hintergrund für hohe Sinustöne herhält, die sich &#8211; nicht untypisch für Conure, der sich weit entfernt vom angesagten Lush Noise immer ein dezentes Moment bewahrt &#8211; durchaus noch diesseits der Schmerzgrenze bewegen. Aus diesen kristallisieren sich zwitschernde Töne und später schrilles Schleifen, die nicht die einzigen Komponenten bleiben, die auch diesem vordergründig statischeren Stück Bewegung verleihen. Das zu Beginn subtil-verhaltene &#8220;Stoppages&#8221; mischt die Illusionen aquatischen Plätscherns und hechelnd fauchender Stimmen in ein verrauschtes Szenario. Hier sind es in schwer greifbares Schaben und Hantieren gehüllte unregelmäßige Detonationen, die das Stück auf seinen Höhepunkt zutreiben.</p>
<p>Im schwindelerregenden zweiten Teil, der, abgesehen von seinem steilen Zenith, in seiner trockenen Klangbeschaffenheit kaum Ähnlichkeit mit seinem Vorgänger aufweist, findet die rasante Reise ihren Abschluss, und man stellt ganz erstaunt fest, wieder eine Stunde älter geworden zu sein &#8211; dies weil Conure auch hier ein Meister im Umgang mit Spannungskurven ist und darüber ein Händchen für die Transformation von Sounddetails hat, bei der vieles in verwandelter Form wiederkehrt und wenig verloren geht. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Brutal Forms</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2726204071/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>CONURE: Extended Story (Not What It Seems)</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2023 05:33:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Conure]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Wilson]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf dem einen langen Track, der &#8220;Extended Story (Not What it Seems)&#8221; ausfüllt, wirft einen Mark Wilson, der seit über 20 Jahren mit seinem Soloprojekt Conure unterwegs ist, gleich in die Mitte eines turbulenten Geschehens. Schrilles, mit etwas Hall unterlegtes &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/01/20/conure-extended-story-not-what-it-seems/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/08/conure-extended-story.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-30844" title="conure extended story" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/08/conure-extended-story-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auf dem einen langen Track, der &#8220;Extended Story (Not What it Seems)&#8221; ausfüllt, wirft einen Mark Wilson, der seit über 20 Jahren mit seinem Soloprojekt Conure unterwegs ist, gleich in die Mitte eines turbulenten Geschehens. Schrilles, mit etwas Hall unterlegtes Feedbackrauschen füllt den Raum und birgt Stimmen und einiges mehr in seinem Nebel. Einige Details <span id="more-30843"></span>kommen bedrohlich nah, vielleicht sind es Samples oder kurz angepeilte Übertragungen bei der Sendersuche am Radiogerät.</p>
<p>&#8220;Extended Story&#8221; hat den Charme des kaputten, und in seiner rauschenden Substanz hört man immer mehr Lärm durchscheinen. Dennoch bewahrt es eine gewisse sanfte Flächigkeit, die man sich gut bei einer Live-Show vorstellen könnte. &#8220;Extended Story&#8221;, das eine bittersüße und vielleicht unbewusste &#8220;nostalgic reverie of childhood vacations&#8221; evozieren soll, ist ein sich ständig bewegendes und an vielen Stellen steigerndes Stück, dass sich wie das Auge einer subjektiven Kamera durch ein Gelände von wechselhafter Topographie bewegt. Dabei werden zahlreiche Details aufgestöbert, die sich, wie es scheint, nur unfreiwillig offenbaren und manchmal sogar zu einem Versteckspiel einladen. Allem voran einiges, dass sich nach gebrüllten oder auch im Chor gesungenen Stimmen anhört, aber auch kleinteiliges Klappern und Rasseln und andere seltsame Sounds alltäglicher Verrichtungen, bis aus einer unerwarteten Richtung hohe Sinustöne hinzukommen und alle Aufmerksamkeit an sich reißen.</p>
<p>Soghaft rauschende Noise-Passagen von einer psychedelischen Intensität, die man von Acts wie Govt Alpha her kennt, leiten über in ein Szenario von matterer Klangfärbung und verschwommenerer Struktur, doch knarrige Unebenheiten und alarmierende Hochtöner lenken den Fokus wieder komplett um. Conures Richtung ist unberechenbar, und Ruhe gönnt er nur dem, der den Wohlklang solche Klanglandschaften wahrzunehmen vermag. All denen sei dieses fantastische Werk ans Herz gelegt. (U.S.)<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_221209_160226_906.sdocx--></p>
<p><strong>Label: Recorded Psychic Readings</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=590611940/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>15 DEGREES BELOW ZERO: Open Doors</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Oct 2022 05:12:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine offene Tür ist ein ausgesprochen vielgestaltiges Symbol, und das erstrecht, wenn es sich gleich um mehrere handelt. Sie zeigen unmissverständlich, dass der vor ihnen stehende weder ein- noch ausgesperrt ist und dass jede Wand, jede Grenze durch sie passierbar &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/10/01/15-degrees-below-zero-open-doors/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/08/opendoors.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-30841" title="opendoors" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/08/opendoors-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eine offene Tür ist ein ausgesprochen vielgestaltiges Symbol, und das erstrecht, wenn es sich gleich um mehrere handelt. Sie zeigen unmissverständlich, dass der vor ihnen stehende weder ein- noch ausgesperrt ist und dass jede Wand, jede Grenze durch sie passierbar ist. Dem Auge jedoch offenbart sich in einer offenen Tür nur ein rahmenhafter Ausschnitt, der meist mehr versteckt als offenbart. <span id="more-30840"></span>Und mit dem, was man durch die Tür zu sehen vermag, steht und fällt jede Hoffnung, die ihre Offenheit suggeriert. Das Ausschnitthafte, Unbestimmte, mitunter Mysteriöse offener Türen ist beinahe ein perfektes Motto für die musikalische Erkundungsreise, die das Drone- und Noise-Trio 15 Degrees Below Zero auf ihrem vor einigen Monaten erschienenen Album „Open Doors“ unternehmen.</p>
<p>15 Degrees Below Zero ist das Projekt der drei Kalifornier Mark Wilson (besser bekannt als Conure), Daniel Blomquist und Michael Addison Mersereau, die in den 90ern bereits unter dem Namen Imperial Floral Assault Unit zusammenarbeiteten, und machte vor allem in den Nullerjahren von sich reden. Nach Wilsons Umzug nach Berlin und der Konzentration der Musiker auf andere Projekte wurden die Aktivitäten irgendwann seltener, und so brauchte es beinahe ein Jahrzehnt, bis „Open Doors“ fertig gestellt wurde.</p>
<p>Wenn es einen roten Faden auf „Open Doors“ gibt, dann dass die in den einzelnen Stücken entworfenen, meist düsteren Settings nie klar definiert bleiben, sondern immer wieder ihre Gestalt durch subtile Überblendungen und Verästelungen modifizieren. „Horizon, Skyline“ &#8211; der Opener und gleich längste Track des Albums – startet mit verunsichernden Rumpel- und Kratzgeräuschen, eingehüllt in eine mysteriöse Wolke aus dichtem Rauschen. Doch von titelgebenden Horizont dringt bald ein tief erdendes Ambientdröhnen ins Zentrum des Geschehens, intensiviert sich und verdrängt alle Kantigkeit, um am Ende Platz für weitere, perkussive Details zu schaffen, und so entpuppt sich jeder Moment, in dem man verweilen möchte, als vergänglicher Übergang zu weiteren, unbestimmten Orten.</p>
<p>Die abgeklärte Desolatheit, die sich bereits hier erahnen lässt, scheint in den folgenden Tracks deutlicher hervor: Im „The 5:15“ betitelten Stück breiten sich rauschende Wellen wie schwerer Atem über monotones Saitenspiel aus und mutieren zu etwas, das an gequälte Stimmen erinnert – alles scheint sich hier auf eine Eskalation zuzubewegen, während das Gitarrenmotiv stoisch unverändert bleibt, bis perkussives Klopfen für etwas Erleichterung sorgt. In manchen Stücken scheint es in emotionaler, atmosphärischer Hinsicht am Ende doch so etwas wie ein kleines Fazit zu geben.</p>
<p>Noch weitaus unbestimmter und wechselhafter offenbart sich der Titeltrack, der sich zunächst als knarriger Ambietdowner in die Gehörgänge bohrt. Hat man sich erst einmal eingelebt in seiner resignativen Statik, so sorgen allerhand kleine feine Bewegungen für Erleichterung: Helle Sounds bimmeln wie abstrahierte Glöckchen durch den Raum, doch das wiederum ist nur die Ankündigung für einen durch donnernde Detonationen eingeleiteten Sturm, der viel ungehörtes aufwirbelt. Interessant ist dass all diese gegensätzlich wirkenden Bestandteile der Kompositionen sich nie gegenseitig in Frage stellen, sondern in all ihrer Ambiguität zu koexistieren verstehen &#8211; vielleicht ist dies am deutlichsten spürbar in &#8220;White Sands&#8221;, dessen treibende Dynamik aus dem Hintergrund wirkt und die anrührende Melodie im Vordergrund nie antastet. es ist eines der kraftvollsten Stücke des Albums.</p>
<p>So haben letztlich alle Stücke ihre eigene kleine innere Dramatik, ihre eigenen Brüche und Richtungswechsel, und natürlich auch ihre Schwerpunkte. Lässt der nach dem Roten Meer benannte Track eine wuchtige Ambientwelle eine fast meditative Unbewegtheit in dem mit Klappern erfüllten Raum entstehen, so offenbart sein am Ende des Albums verortetes Pendant &#8220;The Dead Sea &#8221; die größte Ambiguität zwischen Ruhe und Unruhe, zwischen getriebener Bewegung, schönen Synthie-Soundscapes und einem rabiaten Noise, der von etwas, das an Schreie erinnert, durchzuckt ist.</p>
<p>&#8220;Open Doors&#8221; ist ein ungemein reichhaltiges Album und jedes enthaltene Stück würde den Stoff für einen kongenialen Filmscore abgeben. Wenn die so untermalten Stoffe &#8211; mehrere Kollegen schrieben zurecht über postapokalyptische Dystopien &#8211; durch zahlreiche Ereignisse und zugleich durch eine nie zu eindeutige Stimmung auffallen würden, wären sie der Musik am ehesten angemessen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Oxidation</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1069761169/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>NIHIL COMMUNICATION: Live</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Aug 2022 00:21:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als vor über anderthalb Jahrzehnten der heute v.a. als Jazz-Drummer bekannte Kalifornier André Custodio mit seinem experimentell ausgerichteten Soloprojekt Nihil Communication auf der Bildfläche erschien, hätte man jemanden erwarten können, der gekommen war um zu bleiben, zumindest seit dem Album &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/08/13/nihil-communication-live/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/08/nihilcommunicationlive.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-30837" title="nihilcommunicationlive" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/08/nihilcommunicationlive-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als vor über anderthalb Jahrzehnten der heute v.a. als Jazz-Drummer bekannte Kalifornier André Custodio mit seinem experimentell ausgerichteten Soloprojekt Nihil Communication auf der Bildfläche erschien, hätte man jemanden erwarten können, der gekommen war um zu bleiben, zumindest seit dem Album &#8220;We are Violent&#8221; (Edgetone Records 2006), das mit zahlreichen Gästen eine intensive Düsternis aus fast introvertiert wirkender Dröhnung und einem Rauschen erzeugte, das bei genauerem Hören eine versteckte lärmende Gewalt transportiert. Allerdings entpuppte sich das Projekt als eines, das nur in größeren Abständen von sich reden machte. <span id="more-30836"></span></p>
<p>Eine weitere Wegmarke in der Geschichte des Projektes war eine Show, die Nihil Communication 2011 im Lab in San Francisco aufführte. Bei dem gut 20-minütigen set holte sich Custodio die Verstärkung interessanter Kollegen, namentlich Dave Ed (Neurosis), Kevin Gan Yuen (Suthek Hexen) und Mark Wilson alias Conure, mit dem Custodio vor dessen Umzug nach Berlin noch die Band Rings of Smoke through the Trees betrieb. Das ungemein atmosphärische Set, dass die vier mittels Gitarre, Effekte und Kontaktmikros, Moog und diverser anderer Elektronik erzeugten, wurde erst vor kurzem auf dem vorliegenden Tape zugänglich gemacht.</p>
<p>Geheimnisvolles Rumpeln und Poltern aus unbekannten Tiefen eröffnet die Show, und mit etwas wohl Synthetischem, das einer rituell anmutenden Flöte ähnelt und zwischen lieblich und schräg über all dem orientalisiert, entsteht ein spannendes Intro. Nach einigen Minuten schiebt sich eine hellfarbige Dröhnung hinter die Ereignisse, wie um deren Sequenz einen soliden Rahmen zu geben. Doch auch hier geben sich weitere klappernde, knarrende, quietschende und kreisende Sounddetails die Ehre. Sanfte Twangs einer elektrischen Gitarre kommen hinzu, während es im Hintergrund weiter vibriert, und immer mehr entsteht der Eindruck einer Fahrt durch dunkel ausgeleuchtetes Gelände, dessen nur ahnbare Strukturen an einen episodischen Film erinnern.</p>
<p>Irgendwann wird diese Fahrt merklich holpriger, neben nun rau(er)en Gitarren rollt ein wahrer Schuttberg an knarrigen Sounds auf einen zu, und auch menschliche Stimmen (des Publikums?) machen sich murmelnd bemerkbar. Einige Quietschgeräusche erinnern auch immer häufiger an eine Sprache, aber freilich kann man solcherlei auch immer projizieren. Salven lärmender Entgrenzung tauchen mit der Zeit immer öfter auf, geben der Musik eine gezeitenartige Form und absorbieren zahlreiche andere klangliche Details aus der musikalischen Umgebung.</p>
<p>Nach dem abschließenden Plateau bleibt der Eindruck einer Musik, die sich gefühlt im Minutentakt immer wieder neu erfindet und dabei doch stets stringent bleibt und den Bann, den sie auf die Zuhörer ausübt, nie unterbricht. Wie man hört, war das Publikum begeistert. Von den Tapes sollen noch einige erhältlich sein. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Danvers State Recordings</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2002183697/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>CONURE: Abschied</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jul 2019 04:56:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neben seinen mittlerweile rund zwanzig Releases tritt 15 Degrees Below Zero-Musiker Mark Wilson mit seinem Soloprojekt Conure in gewissen Abständen live auf, wobei die noisigen Sets seiner Konzerte allenfalls punktuelle Überschneidung zu aktuellen Studioaufnahmen aufweisen. Sein gerade erschienenes Tape &#8220;Abschied&#8221; &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/07/13/conure-abschied/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/conureabschied.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-18129" title="conureabschied" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/conureabschied.jpg" alt="" width="150" height="231" /></a>Neben seinen mittlerweile rund zwanzig Releases tritt 15 Degrees Below Zero-Musiker Mark Wilson mit seinem Soloprojekt Conure in gewissen Abständen live auf, wobei die noisigen Sets seiner Konzerte allenfalls punktuelle Überschneidung zu aktuellen Studioaufnahmen aufweisen. Sein gerade erschienenes Tape &#8220;Abschied&#8221; enthält zwei jeweils gut siebzehnminütige Mitschnitte aus den letzten Jahren, die trotz großer Unterschiede die enorme Dichte seiner Musik demonstrieren.<span id="more-18127"></span></p>
<p>&#8220;Wooden Train and Sand&#8221;, das die erste Seite ausfüllt, ist der Auszug eines Sets, das vor einem Jahr auf dem polnischen &#8220;Come With Us&#8221;-Festival aufgeführt wurde, und repräsentiert die subtile, soghafte Seite Conures, dessen Musik immer auch für eine Überschreitung von Genregrenzen innerhalb lärmiger Klänge (Soundart, Noise, Post-Industrial) steht. Trotz des verauschten Brummens, das sich in gebotener Unregelmäßigkeit steigert, schafft der Track eine fast entspannt psychedelische Atmosphäre, die sich durch alle vagen Episoden und Wegmarken &#8211; vorübergehendes Stocken, minimale Taktung, hochtönende Tupfer und ein infernalisch prasselnder Abschluss &#8211; zieht.</p>
<p>Das 2014 in der Hamburger Roten Flora gespielte &#8220;It&#8217;s Ready Now&#8221; ist in voller Länge dokumentiert und kommt auf ebenfalls rund siebzehn Minuten. Hier wird von Beginn an auf eine breitere Palette an Kunstgriffen gesetzt, der Sound ist kerniger, strukturell geht es stockender, zerfledderter, heterogener zu. Überraschende Eruptionen und allerlei plötzlich hereinbrechende Details monumentaler, rhythmischer und manchmal fast orchestral hochtönender Natur schaffen ein unberechenbares Narrativ, bei dem man stets auf einen Höhepunkt wartet, von dem man beim dröhenden Ausklang nicht einmal wirklich sagen kann, ob er jetzt stattgefunden hat oder nicht.</p>
<p>&#8220;Abschied&#8221; ist nicht nur als Rückblick auf die Live-Aktivitäten der letzten Jahre ein sehr persönliches Release geworden und steht im Zusammenhang mit persönlichen Verlusterfahrungen der letzten Zeit. Somit darf man auch den Titel des klanglich mehr als soliden Werks nicht als Absage an weitere Konzerte missverstehen.</p>
<p><strong>Label: Low Perspective</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2271665121/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>CONURE: Interpretations</title>
		<link>https://africanpaper.com/2015/01/03/conure-interpretations/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Jan 2015 08:24:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Silken Tofu]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Ende der 70er Genres wie Noise und Industrial entstanden, erlebte die experimentelle elektronische Musik nicht nur neue Dimensionen des Atonalen und Verstörenden. In ihrer sarkastischen Haltung zur spätindustriellen Gesellschaft und aufgrund ihrer Liebe zum Schrott brachen einschlägige Musiker auch &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/01/03/conure-interpretations/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/conureinterpretations.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-9712" title="conureinterpretations" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/conureinterpretations.jpg" alt="" width="150" height="239" /></a>Als Ende der 70er Genres wie Noise und Industrial entstanden, erlebte die experimentelle elektronische Musik nicht nur neue Dimensionen des Atonalen und Verstörenden. In ihrer sarkastischen Haltung zur spätindustriellen Gesellschaft und aufgrund ihrer Liebe zum Schrott brachen einschlägige Musiker auch eine Lanze für das Aneignen, Recyclen und Umcodieren ganz unterschiedlicher Ausgangsmaterialien, sei es durch Sampling, durch Querverweise oder durch Kollagetechniken unterschiedlichster Art. Über die Jahre ist aus der einstmals revolutionären Neuerung ein solides Handwerk geworden, auf das nur selten noch jemand explizit verweist. Zu den Ausnahmen zählt der in Berlin lebende Kalifornier Mark Wilson, der seit gut fünfzehn Jahren unter dem Namen Conure &#8211; dt. „Sittich“ &#8211; aktiv ist. <span id="more-9711"></span>Mit seinem aktuellen Titel „Interpretations“ referiert der Musiker auf Praktiken des Wiederverwertens und Umarrangierens – auf den langen Entstehungsprozess des Tapes in einer Folge kontinuierlicher Überarbeitungen, bis sich die einzelnen Tracks aus einem einzigen langen Soundwall herauskristallisiert hatten. Aber auch auf das Verschmelzen von Einflüsse unterschiedlicher Arten experimenteller Musik, die man erst bei genauerem Hinhören zur Kenntnis nimmt.</p>
<p>Wer mit dem ambienten Noise früherer Conure-Releases vertraut ist, wundert sich vielleicht, dass der Opener „What we need“ jegliche Einleitung ausspart und gleich laut und verstörend zur Sache geht. Vielschichtiges Schleifen und Rauschen, durchdrungen von prasselnder Perkussion und einem an den Nerven zerrenden Pfeifton erinnern mehr als nur latent an aggressiven Powernoise, nur die gleitende Monotonie lässt noch entfernt so etwas wie Ambient anklingen. Erst im Laufe des Tapes zeigt Wilson, dass seine Stärken eher im subtilen Spiel mit Andeutungen und im spannungserzeugenden Herauszögern dramatischer Höhepunkte liegen. Die meisten Stücke bauen sich eher langsam auf, spielen mit Erwartunghaltungen und gehen erst mit der Zeit über in derben Lärm, der selten mit soviel Selbstbeherrschung Hand in Hand geht. Laute, atonale Höhepunkte gibt es nur an ausgewählten Stellen, denn Wilson weiß sein Material gut zu dosieren und vor Abnutzung zu bewahren. Dies gilt auch für die latent rhythmischen Momente, die man als Hörer mit nachvollziehen muss, da sie meist nur angedeutet bleiben, so dass der Titeltrack beispielsweise nicht wie ein SPK-Fanboy-Angstpop-Stück endet, sondern als eine von MG-Salven zerfetzte Kakophonie.</p>
<p>Zerfetzt und derangiert muten auch die weniger dramatischen Momente an, so das leicht rituelle „Full Renewal“. Das unterschwellige Knarren, das dem Stück zugrundeliegt, ist mein Lieblingssound dieses reichhaltigen Tapes, auf dem jeder Moment zählt und keine überflüssige Zeit geschunden wird. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.silkentofu.org/">Silken Tofu</a></strong></p>
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