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	<title>African Paper &#187; Nový Svet</title>
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		<title>LÄUTEN DER SEELE: Unterhaltungen mit Larven und Überresten</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Dec 2025 06:46:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Wir sind die, die vorsichtig an eure Tür klopfen, und wir grüßen euch freundlich&#8221; – sagt eine klare Frauenstimme gleich zu Beginn des vor einigen Wochen unter dem Titel &#8220;Unterhaltungen mit Larven und Überresten&#8221; erschienen Albums von Läuten der Seele, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/12/06/lauten-der-seele-unterhaltungen-mit-larven-und-uberresten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/umluü.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-49271" title="umluü" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/umluü-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>&#8220;Wir sind die, die vorsichtig an eure Tür klopfen, und wir grüßen euch freundlich&#8221; – sagt eine klare Frauenstimme gleich zu Beginn des vor einigen Wochen unter dem Titel &#8220;Unterhaltungen mit Larven und Überresten&#8221; erschienen Albums von Läuten der Seele, und schon ist man mittendrin in diesem seltsamen Raum zwischen Ankunft und Abschied, zwischen Larven, die sich regen, und Überresten, die <span id="more-49270"></span>noch flüstern. Dann winken einem dieselben Stimmen am Ende aus der Ferne zu, als wären sie längst hinausgetreten und hätten nur kurz hereingeschaut.</p>
<p>Das Album, das der hinter dem Projekt stehende Christian Schoppik, bekannt auch von seinem Stammprojekt <a title="BRANNTEN SCHNÜRE: Aprilnacht" href="https://africanpaper.com/2024/09/14/brannten-schnure-aprilnacht/">Brannten Schnüre</a>, diesmal zusammen mit <a title="JOTA SOLO: Nessuno" href="https://africanpaper.com/2024/01/13/jota-solo-nessuno/">Jota Solo</a>, bekannt von <a title="NOVÝ SVĚT: DeGenerazione" href="https://africanpaper.com/2024/06/22/novy-svet-degenerazione/">Nový Svět</a> und vielen weiteren Abenteuern, aufgenommen hat, besteht aus vierzehn meist kurzen Stücken, die wohl primär aus Feldaufnahmen, Instrumentalsamples und Jotas selbst im Flüsterton markanter Stimme zusammengesetzt sind. Die Musik bewegt sich im weiten Feld zwischen kollageartigen Szenarien, bisweilen fragmentiertem Gesang und plötzlichen Brüchen, Verschiebungen, Richtungswechseln. Kinderstimmen, Vögel, Wind, summende und fiepende Sounds und Musikzitate, die von alten Platten gesamplet scheinen, reichen sich die Klinke in die Hand und lassen die Musik wie ein surreales Hörspiel anmuten, das nie richtig greifbar wird, aber dennoch – vielleicht durch eine organisch wirkende Grundstruktur &#8211; wie von Gespensterhand zusammengehalten wird.</p>
<p>Das eröffnende &#8220;Anklopfen&#8221;, passend betitelt, beginnt mit besagter Frauenstimme und kippt alsbald mittels dissonanter werdender Hintergrundgeräusche ins Unheimliche, vielleicht auch, weil das anklopfende Wir unklar bleibt. Das die zweite Seite eröffnende &#8220;Hinaustreten&#8221; nimmt den Faden später wieder auf: &#8220;Wir sind die, die schon lange zur Tür hinausgegangen sind und wir winken euch aus der Ferne zu&#8221; – nun weht Wind durch leere Schalen und Schneckenhäuser, ein Sommer wird erinnert, doch alles entpuppt sich als Traum und endet in offenen Mündern voller Sand und Erde.</p>
<p>Dazwischen und drumherum entfalten sich die eigentlichen Unterhaltungen. &#8220;Wir Zwei Allein&#8221; und &#8220;Das Alles Dass&#8221; verbinden barock anmutenden Mezzosopran, Kinderstimmen, Walzerfragmente, Akustikgitarre und allerlei hoch piepende Sounddetails mit Jotas grummelndem Wiener Hochdeutsch. &#8220;Du bist alles, was ich brauch&#8221; und &#8220;Du bist die Luft und das Immergrün&#8221;  heißt es schwebend über summenden, fiependen und tempomanipulierten Geräuschen. &#8220;Keinen Mund&#8221; stapelt exotische Flöten, brummende Dröhnung und heiteres Vogelzwitschern zu einem reizvollen Durcheinander, das Jotas Geständnis (&#8220;Ich will dich küssen&#8221;) trägt. &#8220;Schiffbruch&#8221; steigert sich ins Bedrohliche, mit fernem Klagen und allen Anzeichen wachsender Furcht.</p>
<p>&#8220;Komplette Fragmente&#8221; setzt dem Thema Vergänglichkeit, das sich wie ein roter Faden (nicht nur) durch diesen Track zieht, eine leise Pointe voran: &#8220;Alles wie immer&#8221; – die ständige Veränderung wird zur einzigen Konstante, Gitarren, Violinen und vielleicht Klarinetten hüllen die Zeilen &#8220;das Leben ist vergangen als hätte ich nie gelebt&#8221; in eine anrührende Hülle. &#8220;Letzte Lichter&#8221; lenkt die versteckte Kamera, anfangs noch unter Kratzen und Rauschen, auf die dunkel werdende Nachbarschaft vor dem Fenster, während &#8220;Grüne Fassaden&#8221; hektisches Geraschel und Zeitraffereffekte in eine besinnliche Melodie münden lässt und Stadtflucht beschwört: Hamburg, Berlin, Betonwüsten hinter einer vital scheinenden Fassade – wir ziehen davon. Das zwischen Fremdscham und ehrlicher Trauer changierende &#8220;Schein und Haben&#8221;, das mich vielleicht durch Zufall an Nový Světs &#8220;Got it!&#8221; von der &#8220;Fin.Finito.Infinito&#8221;-Reissue denken ließ, schunkelt gebrochen zwischen Streichern, Möwenschreien und Glockenspiel.</p>
<p>Im kurzen, schwindelerregenden &#8220;Sal&#8221; krächzt und keift sich Jota, wie man ihn von früher her kennt, auf Spanisch die verwundete Seele aus dem Leib, &#8220;Augen Auf!&#8221; kontrastiert heitere Kinderstimmen mit melancholischem Brummen und Sätzen wie &#8220;die Felle, sie schwimmen dir davon&#8221;. &#8220;Ondas&#8221; tastet sich mit fragmentierter Stimme, klimpernden Geräuschen und einer gedämpften Trompete voran, die sich in eine Duduk oder Nej zu verwandeln scheint. Das chorartige &#8220;Ein Englisches Lied&#8221; bäumt sich noch einmal (melo)dramatisch auf und setzt, begleitet von einem strömenden Akkordeon und motorischen Brummen den Schlusspunkt.</p>
<p>Margot Benetti beschreibt das Album in den Liner Notes als eine Art Live-Übertragung aus einem Riss in einer Mauer – aus jenen schmalen Spalten, in denen eine andere, höchst feinsinnig fabrizierte Wirklichkeit steckt. Die Musik fühlt sich tatsächlich so an: als würde man in winzige, verborgene Zwischenbereiche hineinhören, in denen sich etwas regt, das längst vergangen oder noch nicht ganz entstanden ist. Überreste eben und Larven.</p>
<p>&#8220;Unterhaltungen mit Larven und Überresten&#8221; ist vom leisen Anklopfen ein intensives, trotz seiner anrührend-organischen Klanggestalt oft beunruhigendes Werk, das aus Fragmenten eine eigene, geschlossene Welt baut. Wer die früheren Läuten der Seele-Veröffentlichungen kennt, findet hier durch Jota Solos Stimme eine neue Direktheit und eine andere Art emotionaler Tiefe, ohne dass der typisch &#8220;angefolkte&#8221; Schleier aus Stimmungen, Geräuschen und instrumentellen Details verloren geht.</p>
<p><strong>Label: World of Echo</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2768115246/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Zwei neue Veröffentlichungen auf Quirlschlängle</title>
		<link>https://africanpaper.com/2025/06/14/zwei-neue-veroffentlichungen-auf-quirlschlangle/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Jun 2025 03:51:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das kleine Label Quirlschlängle, das Christian Schoppik und Katie Rich von Brannten Schnüre betreiben, hat jüngst zwei hochkarätige Alben herausgebracht: Da ist einmal die Splitveröffentlichung von Militia Aurora &#38; Jota Solo, die den Titel „Lebensglut“ trägt. Beide Musiker vertonen auf &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/06/14/zwei-neue-veroffentlichungen-auf-quirlschlangle/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das kleine Label <a href="http://africanpaper.com/tag/quirlschlangle/">Quirlschlängle</a>, das Christian Schoppik und Katie Rich von<a href="http://africanpaper.com/tag/brannten-schnure/"> Brannten Schnüre</a> betreiben, hat jüngst zwei hochkarätige Alben herausgebracht: Da ist einmal die Splitveröffentlichung von Militia Aurora &amp;<a href="http://africanpaper.com/tag/jota-solo/"> Jota Solo</a>, die den Titel „Lebensglut“ trägt. Beide Musiker vertonen auf dem Album Texte von Trakl, George, Julius Sturm und Karl Wolfskehl. Der zweite Tonträger ist von Brannten Schnüre und trägt den letztlich in mehrerlei Hinsicht passenden Titel „Landschaft aus Tränen&#8221;, ist er doch sowohl der Abschluss einer mit „Erinnerungen an Gesichter“ begonnenen und „Das Glück vermeiden“ fortgesetzten Trilogie als auch das Ende der Arbeit der beiden unter diesem Bandnamen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/coversplit.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46674" title="coversplit" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/coversplit.jpg" alt="" width="500" height="500" /></a><span id="more-46672"></span>„The Austrian split album Lebensglut (English: Life’s Glow) explores the work of four poets in very different ways: Karl Wolfskehl, Stefan George, and Georg Trakl, all active in the early 20th century. The selection is rounded out by Julius Sturm, who had been active a century earlier and can be regarded as an early pioneer of Symbolist expression.</p>
<p>Wolfskehl and George were not only close collaborators, but also key figures in a literary scene that could be described as neo-Romantic, stylistically close to Jugendstil. Their poetry was marked by formal Symbolism, aiming for a kind of elevated, almost sacred use of language. Georg Trakl, a unique figure of his time, also wrote in a Symbolist style, but served as a link between Symbolism and Expressionism, which sought to confront the chaos of the era with raw emotional force. His admirer Ernst Jünger once wrote: “His poetry resembles the turning of a dream kaleidoscope that, behind frosted glass in the shimmer of moonlight, repeats few but genuine stones in monotonous patterns”- a beautiful image for the hypnotic quality of Trakl’s verses.</p>
<p>While only one poem by each of the other poets is set to music, there are two by Trakl, a clear sign of how deeply his work resonates with the overall atmosphere of Lebensglut. The title itself is well chosen, as it speaks of intense inner fire, and also of a dangerous kind of ecstasy, close to life weariness and a fascination with decay.</p>
<p>Jota Solo and Militia Aurora bring their own unique voices and approaches. Each interpreted three poems in their own way, using their characteristic styles and vocal expressions. The two Trakl settings, however, were created together as a joint effort.</p>
<p>That both musicians, like Trakl, come from Austria, just a coincidence? Or does a shared cultural background help them grasp and express this fragile, haunted mood with such precision?</p>
<p>The artist behind Militia Aurora released music as one half of Glasberg, while the one behind Jota Solo had released music as part of Nový Svět. Both of these widely respected projects follow an approach that could be described as characteristically Austrian. Their music is built from striking sample based collages in a post industrial style, enriched with folkloristic elements. One might recall The Moon Lay Hidden Beneath a Cloud in this context. Glasberg drew on themes from Brothers Grimm and the Nibelungenlied, while Nový Svět distilled the essence of various artistic sources into a vivid and surreal kind of magical realism.</p>
<p>Now, two experienced artists are at work, and the ambivalent energy of Lebensglut is shaped with steady, confident hands. Militia Aurora moves in slow motion across blood soaked battlefields, where the gasps of the dying and the fading echoes of war drums still linger. In contrast, Jota Solo’s bittersweet synthesizers release strange scents, somewhere between sweet decay and intoxicating lilac.</p>
<p>All in all, a work that moves between healing and unease, between excitement and pulling back, between burning bright and slowly dying down.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/coverschnüre.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46676" title="coverschnüre" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/coverschnüre.jpg" alt="" width="500" height="501" /></a></p>
<p>&#8220;If you will, the albums <em>Brannten Schnüre </em>released in three-year intervals form a kind of trilogy of psychological processing. With <em>Landschaft aus Tränen</em>, this cycle finds its conclusion. But what kind of conclusion is it?</p>
<p>In 2019’s <em>Erinnerungen an Gesichter</em>, memories were still veiled in a soft glow, gently idealised and wrapped in nostalgia. By 2022, with <em>Das Glück vermeiden</em>, the tone had shifted. The words turned more bitter, more resigned, searching for language to grasp a personal fate that had grown heavier.</p>
<p><em>Brannten Schnüre</em> have long cultivated an unmistakable initial sound. Their music is built from collaged fragments, creating a blurred, homely atmosphere – abstract, yet strangely close to something familiar. Listeners often reached for the term folk, though it never quite fit. Dark folk or weird folk were frequently mentioned, yet both labels felt completely inappropriate. They were never really weird, and rarely dark. If anything, there was always a sense of gentle clarity in their work and a kind of subtle healing quality beneath the surface. They also seemed to keep a deliberate distance from the aesthetics and codes of such genres and their surrounding scenes.</p>
<p>With <em>Landschaft aus Tränen</em>, however, something changes. This time, they<em> </em>edge closer to a more recognisable genre language, perhaps echoing the acoustic introspection that emerged in mid-1980s post-punk England, when some artists moved toward a sound that was more organic and yearning. Katie and Christian take that impulse and transform it entirely into their own. The chords of the campfire guitar drift off in shoegazy tones, while a sampled girl sobs and groans rather than raising her arms in a dubious gesture of solemn devotion toward the sun.</p>
<p>Still, the album seems to openly acknowledge late-80s/early-90s <em>Current 93</em>, both in sound and spirit. On <em>Streitlust</em>, they even tread unmistakable paths of Martial Industrial. Yet thematically, they remain far removed. The lyrics deal with biographical detours, with tears that never found their way out, tears that have since hardened into stone.</p>
<p>This is where the brooding and self-questioning of the earlier albums come to rest. Not in resolution, perhaps, but in the quiet acceptance of a profound sadness – a sadness that has always been the fragile, glowing core of <em>Brannten Schnüre</em>’s music.</p>
<p>It is no secret that this album is not only the final part of a trilogy, but also the final chapter of <em>Brannten Schnüre</em> itself. The project has come to an end. And yet, we are not left empty-handed. A new collaboration between Katie and Christian is already on the horizon. The folk-inflected paths of <em>Landschaft aus Tränen</em> offer a glimpse of where that path might lead.&#8221;</p>
<p>Bestellen kann die beiden Alben direkt beim Label: quirlschlaengle@web.de</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>NOVÝ SVĚT: DeGenerazione</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Jun 2024 04:39:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir haben schon oft auf diesen Seiten angesprochen, welch reiches Füllhorn verschiedenster Musiken das aus Jürgen Weber und Frl. Tost bestehende (und am 5.5.22 wohl endgültig aufgelöste) Duo über dem Hörer ausschüttet(e). Nový Svět bedienten sich all die Jahre an &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/06/22/novy-svet-degenerazione/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/06/a3028379758_10.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-41665" title="a3028379758_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/06/a3028379758_10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wir haben schon oft auf diesen Seiten angesprochen, welch reiches Füllhorn verschiedenster Musiken das aus Jürgen Weber und Frl. Tost bestehende (und am<a href="https://soundcloud.com/jotasolo/25452-complete"> 5.5.22 wohl endgültig aufgelöste</a>) Duo über dem Hörer ausschüttet(e).<a href="http://africanpaper.com/tag/novy-svet/"> Nový Svět </a>bedienten sich all die Jahre an so vielen Genres, dass man wohl eher fragen müsste, was bisher noch nicht von ihnen berührt wurde.</p>
<p><span id="more-41664"></span>Die Entstehungsgeschichte von „DeGenerazione “ ist eine für das Duo so typsiche: Das Album wurde ursprünglich sofort nach <a href="http://africanpaper.com/2022/10/08/novy-svet-desde-infiernos-de-flores-redux/">„Desde Infiernos De Flores“</a> aufgenommen, sollte der letzte Teil der mit &#8220;Fin Finito Infinito&#8221; begonnenen, so genannten &#8220;Spanish trilogy&#8221; werden. Als die beiden von Spanien zurück nach Wien zogen, wurden die Aufnahmen aber als <a href="https://novsvt.bandcamp.com/album/degenerazione">&#8220;too spanish&#8221;</a> verworfen und archiviert. Stattdessen erschien dann damals mit „Todas Las Últimas Cosas&#8221; 2008 das wahrscheinlich elektronischste Album der Band. Erst vor einiger Zeit machte Weber  auf <a href="https://soundcloud.com/jotasolo">seinem Soundcloudaccount</a> das Album verfügbar, das jetzt von Quindi Records, die vor einigen Monaten Webers großartiges Soloalbum <a href="http://africanpaper.com/2024/01/13/jota-solo-nessuno/">&#8220;Nessuno&#8221;</a> veröffentlicht haben, auf auf 150 Exemplare limitiertes Vinyl gepresst worden ist.</p>
<p>Dass &#8220;Desde Infiernos De Flores&#8221; ebenfalls erst viele Jahre nach der Fertigstellung endlich veröffentlicht werden sollte, ist <a href="http://africanpaper.com/2022/10/08/novy-svet-desde-infiernos-de-flores-redux/">eine andere Geschichte</a>. Letzt genanntes Album und &#8220;DeGenerazione&#8221;  sind durchaus unterschiedlich, was sie aber beide auszeichnet, ist die Reduktion, die Kürze der Stücke, die partiell durchaus etwas Fragmentarisches haben (können): „Tibidabo“ beginnt so, als schalte jemand ein Tape zum Aufnehmen ein, man mag das als Authentizitätsmarker lesen oder aber als bewusstes Reflektieren über den eigenen Aufnahmeprozess. Man hört ein paar Töne auf dem Glockenspiel (?), Weber flüstert die Worte lediglich &#8211; und dann geht das Stück im Rauschen unter. Auch„Raja“ ist minimal und reduziert: Etwas Gitarre, auch hier ist die Stimme ein Sprechflüstern und verkündet: „la paranoia del momento es la verdad del futuro“. „Ciudacanta“ ist mit dem Strumming der Akustikgitarre ein echter Ohrwurm, der vielleicht auch nicht schlecht auf die Zusammenstellung „The Flies In Dreams And Reality“ oder auf das 2011 erschienene englischsprachige Album <a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/novy-svet-%e2%80%a6into-your-skies/">„Into Your Skies“ </a>gepasst hätte. „Suenos, Anos, Despues“ kombiniert das Geräusch von fließendem Wasser mit dissonanten Momenten und schleppender Perkussion, auf dem instrumentalen „Alarma“ erklingen Geräusche wie von einem Specht und Metallrohre scheinen über den Boden zu rollen. Ein Gegenpol dazu ist „Rexistencia“, ein weiterer schmissiger Song auf der Akustikgitarre. Am Ende singt Weber „rexistencia no es possible no no no“ und lacht dämonisch. Vielleicht ist ein Titel wie „Solo Un Sueno“  programmatisch zu lesen. Musikalisch hört man hier etwas Bass und schleppendes Schlagzeug: Das ist Nový Svět als Jazzcombo. „Torbellinos“ beginnt mit Backwardmasking, Knistern, man hört Geräusche wie von Kinderspielzeug. Ich erinnere mich noch, wie Jürgen Weber einmal in einem vor sehr vielen Jahren mit ihm gemachten Interview zu uns meinte, dass bei &#8220;En posesion de te&#8221; vom „Chappaqua“-Album der irrititierende Sound, der das Stück durchzieht, &#8220;das wichtigste [ist]. Er <em>ist </em>das Lied.&#8221;</p>
<p>Auf insgesamt 15 zwischen einer und knapp fünf Minuten langen Stücken zeigt das Duo erneut seine Sicht auf die Welt und vielleicht zeigen diese Miniaturen, dass Musik, Leben, <em>Existieren</em> nur fragmentarisch gedacht werden kann und darf. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.quindirecords.it/">Quindi Records</a></strong><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=749734646/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>JOTA SOLO: Nessuno</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jan 2024 05:33:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Raffaele Cerroni]]></category>

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		<description><![CDATA[Letztes Jahr erschien das bisher unveröffentlichte Album Nový Světs &#8220;Desde Infiernos De Flores&#8221;, wurde nach vielen Jahren dem Limbus glücklicherweise entrissen. Das war ein Album der Zurückhaltung und Reduktion. Zwar wurden Nový Svět in ihrer Anfangsphase aufgrund ihres Labels primär in der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/01/13/jota-solo-nessuno/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/01/R-29242108-1702946104-8117.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-39095" title="R-29242108-1702946104-8117" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/01/R-29242108-1702946104-8117-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Letztes Jahr erschien das bisher unveröffentlichte Album <a href="http://africanpaper.com/tag/novy-svet/">Nový Světs </a><a href="http://africanpaper.com/tag/novy-svet/)„Desde...“(http://africanpaper.com/2022/10/08/novy-svet-desde-infiernos-de-flores-redux/">&#8220;Desde Infiernos De Flores&#8221;</a>, wurde nach vielen Jahren dem Limbus glücklicherweise entrissen. Das war ein Album der Zurückhaltung und Reduktion. Zwar wurden Nový Svět in ihrer Anfangsphase aufgrund ihres Labels primär in der (Post-)Industrial- und Neofolkszene rezipiert, aber das war von Anfang an nur sehr bedingt passend, zu sehr sprengte die Musik, vielleicht sollte man sogar eher von Musiken sprechen, von Jürgen Weber und Frl. Tost (Genre-)Grenzen – musikalisch wie thematisch. <span id="more-39094"></span>Man braucht nur einen Blick auf die umfangreiche Diskografie zu werfen, auch auf die kleinen Veröffentlichungen abseits der Alben. Darüber hinaus erschienen über all die Jahre Neben- und Seitenrojekte, teils unter Pseudonym, die Legion sind.</p>
<p>Nun ist unter dem Namen Jota Solo mit „Nessuno“ so etwas wie das erste Soloalbum Webers, zumindest dem Namen nach, erschienen. Versucht man für &#8220;Nessuno“ Referenzen zu finden, so wird sehr schnell deutlich, dass das Album von Reduktion, von scheinbarer Zurückhaltung – gerade, was den Gesang anbelangt – geprägt ist.</p>
<p>Das Titelstück gibt die Richtung zumindest partiell vor: seltsame Geräuschen, die wie elektronische Zikaden klingen, ein zerhäckseltes Sprachsample, Sprechgesang, dann flüsternd, nur untermalt von leicht dissonanten, leiernden Momenten. „Giorni 1“ knüpft daran an: eine Frauenstimme, tastende, vereinzelte, leicht melancholische elektronische Geräusche, die so klingen, wie ein Specht in einer Kristallhöhle. „Nientenienteniente&#8221; ist mit vereinzelten Stimmsamples und elektronischem Vogelzwitschern fragmentiert. Auf „Canzone della vita“ hört man Weber anfangs kurzzeitig a capllela singen, dann lacht er, bricht ab, fast so, als wolle er spielerisch eine Metareflexion vornehmen. Dann singt er mit dunkler Stimme zu flächigen elektronischen Sounds „solo monotonia“. Raffaele Cerroni hat dazu ein Schwarzweiß-Video mit Passagen aus „The Last Man on Earth“ mit Vincent Price zusammengestellt. Der auf <span style="color: #131313;">Richard Mathesons Roman „I Am Legend“ basierende Stoff wurde</span> später noch zweimal verfilmt. Die hier zu sehende fast entvölkerte Erde bietet vielleicht angemessene Bilder für diese Musik, die auch irgendwo aus einer nebulösen Zwischenwelt zu kommen scheint, in der immer mal wieder jemand an einem alten Radio dreht, um einen Sender zu finden. <iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/dDoqdjfCu7w?si=om4BXnWWK1Qgsa9r" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Auf „Freddo 1“ wird Webers dunkle Stimme mit in der Ferne (ver-)hallenden Sounds unterlegt. „6 il 6“ wird von Radiorauschen eingeleitet, als suche jemand einen Sender, man hört Vogelgezwitscher, Glockengeläut, Husten. Auf dem instrumentalen „il mare“ finden sich Aufnahmen von Meeresrauschen, die melancholische Ballade „sacrifiZio vittime“ ist im Kontext des Albums fast schon ein konventioneller Song. Das verspielte &#8220;giorni 2&#8243; beendet das Album.</p>
<p>Man könnte, um einen etwas zu trendigen Begriff leicht abgewandelt zu verwenden, sagen, dass diese Musik, diese insgesamt elf Stücke, sowohl <em>haunting</em> als auch <em>haunted</em> zu sein scheint. &#8220;Nessuno&#8221; ist letztlich trotz aller Fragmentierung ein (im doppelten Wortsinne) unheimlich kohärentes Werk, das in einem ganz eigenen Kosmos existiert, wenn ihn nicht gar konstituiert. Trotz aller Referenzen und Verweise klingt &#8220;niemand&#8221; so. (MG)</p>
<p><strong>Label:<a href="https://www.quindirecords.it/"> Quindi Records</a> / The Nekofutschata Musick Cabaret</strong></p>
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		<title>MUSHROOM&#8217;S PATIENCE: Water</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/12/09/mushrooms-patience-water/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 Dec 2023 02:57:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über die personell fluide italienische Avantgardeband Mushroom&#8217;s Patience &#8211; ich sagte das schon einmal &#8211; könnte man ein ganzes Buch schreiben, ein ausgesprochen dickes sogar, wenn man zwischen die Kapitel zu den verschiedenen Werkphasen von den frühen 80ern bis heute, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/12/09/mushrooms-patience-water/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/MP_Water_mockup.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38571" title="MP_Water_mockup" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/11/MP_Water_mockup-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><span style="font-weight: 300;">Über die personell fluide italienische Avantgardeband Mushroom&#8217;s Patience &#8211; ich sagte das <a title="MUSHROOM’S PATIENCE: Road To Nowhere" href="http://africanpaper.com/2013/04/22/mushrooms-patience-road-to-nowhere/">schon einmal</a> &#8211; könnte man ein ganzes Buch schreiben, ein ausgesprochen dickes sogar, wenn man zwischen die Kapitel zu den verschiedenen Werkphasen von den frühen 80ern bis heute, in denen sich der musikalische Stil immer wieder neu ausrichtete, noch die anderen Projekte von Mastermind Raffaele Cerroni wie Microloop und Bluphonic abhandeln würde.<span id="more-38569"></span></span></p>
<p>Eine ausgesprochen fruchtbare Phase in dem, was man mit herkömmlichen Begriffen als ihre Karriere bezeichnen könnte, waren die Jahre nach 2000, als Mushroom&#8217;s Patience, die bisher ein eher lokaler Geheimtipp der italienischen Hauptstadt waren, beim österreichischen Hau Ruck!-Label unterkamen und sich zur Eroberung der weiten Welt des Post Industrial und Dark Folk mit all ihren Ausprägungen aufmachten. Ein Geheimtipp sind sie nach wie vor, was auch daran liegen mag, dass ihre surreale, z.T. proglastige Mixtur aus experimentierfreudiger Klangkunst, Zutaten aus der Jazzkiste und dadaistisch gebrochenen Folkansätzen einen breiteren Horizont fordern würde, als er in diesen Kreisen üblicherweise anzutreffen ist. Vereinzelte Ausnahmen gab es unter den &#8220;Szenegängern&#8221; aber durchaus, und die wurden gemeinhin glühende Fans.</p>
<p>In dieser Zeit kam es auch zu neuen kreativen Freundschaften, die wichtigste darunter ist ziemlich sicher die mit Jürgen Weber und Frl. Tost von Novy Svet, die damals gerade den ersten Zenit ihre eigenen Bandkarriere erlebten. Die wirkten dann auch sehr maßgeblich an den in dieser Zeit veröffentlichten Longplayern mit. Die Rede ist von den drei auf CD erschienenen Alben &#8220;Roma – Wien&#8221;, The Spirit of the Mountain&#8221; und nicht zuletzt &#8220;Water&#8221;, das jüngst in einer ersten Vinyledition neu aufgelegt wurde. Sie wurden dann aufgrund ihrer Themenkomplexe, die sich textlich um die Elemente Erde, Luft und Wasser drehten, aber auch aufgrund stilistischer Brücken, als Trilogie gefasst. Der Bemerkung des Labels, dass &#8220;Water&#8221; auch knapp achtzehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch frisch und unverbraucht wirkt, kann wahrscheinlich jeder zustimmen, der nicht aufgrund persönlicher Übersättigung die Nase voll hat von schrägem, post-industriell eingefärbtem Dadafolk, hinter dessen Triphaftigkeit man immer wieder eine subtile mystische Ernsthaftigkeit erahnen kann.</p>
<p>Mit einem echten Kracher startet die Sammlung an dreizehn lediglich durchnummerierten Tracks, einen Stück, das mit gebrochenem Rhythmen, seltsam bimmelnden Glöckchen und spontan auftretenden Klopf- und Klirrgeräuschen tatsächlich etwas Poppiges offenbart und an eine durch einen massiven Kater gefilterte Version eines ausrangierten Marc and the Mambas-Tracks erinnert. Es gibt die Richtung des Albums auch quasi in a nutshell vor, gleichwohl nur hier die Stimme Meister Cerronis halbversteckt zwischen den Säulen der restlichen Sounds zu hören ist.</p>
<p>Über weite Strecken des restlichen Albums steht Jürgen Weber am Mikro und lässt sein Markenzeichen &#8211; seine tiefe, verrauchte, immer leicht phlegmatisch wirkende Stimme &#8211; auf deutsch, englisch und spanisch durchs Wasser und seine vielfältigen Symbolwelten gleiten, und auch wenn die volle Bedeutung der Texte nicht immer verständlich ist, klingt doch vieles nach einer unverblümten Offenlegung existenziellen Leidens in einer sad world. Bei den musikalischen Motiven wechseln sich Samples aquatischen Rauschens mit Dröhnung, rumpelndem Hantieren und Klavierparts ab, die die Niños De La Bola in Erinnerung rufen, während die smoothe Trompete keines Geringeren als Flavio Rivabella die pulsierende Szenerie so gut es geht befriedet. Immer wieder gibt es Momente, in denen die akustischen Elemente der Musik, meist die Gitarre, manchmal mit Unterstützung entspannter Orgelparts, so schöngeistig und stimmungsvoll wie für Mushroom&#8217;s Patience möglich geraten, doch trötende Bläser, dadaistisches Quietschen und nicht zuletzt die unnachahmliche Monotonie mancher Gesangspassagen sorgen immer wieder dafür, dass das Idyll nicht ohne Störung bleibt.</p>
<p>Dem gegenüber stehen unverblümt sperrige Passagen von monumentalem Lärm und tosenden Winden, die den zum Flüstern verdonnerten Gesang umtoben, von apokalyptischen Pauken über einem Harmonium-Teppich im Nicostyle, von geloootem Gelächter, von flitzenden Takten, die eine zwitschernde Trompete und etwas, das verdächtig nach einem Gitarrensolo klingt, durch die Szenerie tragen. In diesen Momenten ist vielleicht Frl. Tost zu hören und ziemlich sicher Clau D.E.D.I., der laut Credits für Noises und Rituals zuständig war.</p>
<p>Allen, die &#8220;Water&#8221; seinerzeit verpasst haben sollten und allen Neueinsteigern in den Mushpar-Kosmos sei die neue Vinyl-Edition dieses kaum gealterten Albums mit Nachdruck ans Herz gelegt. Ganz nebenbei eignet es sich auch als Teaser für &#8220;La Nueva Normalidad&#8221;, das lange angekündigte erste Studioalbum nach &#8220;Antimodernismo&#8221; (2019), von dem gerade <a href="https://www.youtube.com/watch?v=OgzfnbM7L84">ein neuer Song</a> vorliegt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.enfant-terrible.nl/releases/mushrooms-patience-water/">Vrystaete / Enfant Terrible</a></strong></p>
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		<title>NOVÝ SVÊT: Desde Infiernos De Flores (Redux)</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2022 01:16:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Brannten Schnüre]]></category>
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		<description><![CDATA[Unter all den Gruppen, die irgendwie dem weiteren Umfeld des Postindustrials entsprungen sind, nimmt/nahm das aus Jürgen Weber und Frl. Tost bestehende österreichische Duo Nový Svět eine Sonder- und Ausnahmestellung ein: Zu sehr überschritt man enge Genregrenzen, zu sehr bediente &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/10/08/novy-svet-desde-infiernos-de-flores-redux/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/R-24489764-1662976071-6672.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-31535" title="R-24489764-1662976071-6672" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/R-24489764-1662976071-6672-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Unter all den Gruppen, die irgendwie dem weiteren Umfeld des Postindustrials entsprungen sind, nimmt/nahm das aus Jürgen Weber und Frl. Tost bestehende österreichische Duo <a href="http://africanpaper.com/tag/novy-svet/">Nový Svět </a>eine Sonder- und Ausnahmestellung ein: Zu sehr überschritt man enge Genregrenzen, zu sehr bediente man sich aus einer schier unüberschaubaren Menge verschiedenster Musiken, um daraus für jede Veröffentlichung eine ganz eigene wie eigenwillige Mischung zu erschaffen –<span id="more-31532"></span> sowohl auf den Vollzeitalben als auch auf den vielen kleinformatigen Arbeiten: Da entstand eine wilde Mischung aus Folk, Industrial, Ambient und vielem mehr. In irgendinem Interview wurde einmal, sicherlich durchaus selbstironisch, von <a href="https://www.evolver.at/musik/Novy_Svet_Flies_Dream_Reality/">„Combat Folk“</a> gesprochen. Über die Motivation<a href="http://stigmatamag.narod.ru/novy.htm"> sagte</a> Jürgen Weber einmal: „NOVY SVET is a very personal mission.“</p>
<p>Aber die Existenz Nový Světs war trotz der Fülle an Aufnahmen geprägt von Enden, von (scheinbarem) Ableben. In Interviews <a href="http://stigmatamag.narod.ru/novy.htm">sprach</a> Jürgen Weber immer mal wieder davon, er wisse nicht, ob es noch weitere Alben geben würde und dann hielt man den vorzeitigen Schwanengesang „Fin Finito Infinito“ in den Händen, dann gab es 2008 das völlig elektronische „Todas Las Últimas Cosas“, das das Ende einleiten sollte – das dann aber zumindest durch Veröffentlichungen von Archivmaterial doch noch verzögert wurde: Drei Jahre danach erschien mit <a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/novy-svet-%e2%80%a6into-your-skies/">„Into Your Skies“</a> ein komplett auf Englisch gesungenes und primär mit Akustikgitarre eingespieltes Album, zwischen 2012 und 2014 gab es drei Tapes mit Ambient-Arbeiten und schließlich 2015 ein mit schlicht<a href="https://www.youtube.com/watch?v=U605ZEJQ6XU&amp;ab_channel=Tryphon"> „Mono“</a> betiteltes Tape. Es erschienen als weitere Lebenszeichen schienbar neue Aufnahmen auf drei Split 7&#8221;s (mit <a href="http://africanpaper.com/2014/04/12/novy-svet-spettro-family-split/">Spettro Family</a>, <a href="http://africanpaper.com/2016/02/06/novy-svet-german-army-split-7/">German Army</a> und Susa24 &#8211; wobei letzteres Projekt wohl eines der vielen Pseudonyme war, unter denen Jürgen Weber in all denen Jahren agierte). Auf dem Soundcloudaccount Webers findet sich jetzt eine Liveaufnahme vom 05.05.22, über die es <a href="https://soundcloud.com/jotasolo/25452-complete">heißt</a>: &#8220;the band split up the same night&#8221;.</p>
<p>Dabei hat das jetzt veröffentlichte Album „Desde Infiernos De Flores“ (natürlich) eine für Nový Svět so typische Geschichte hinter sich: Zwischen 2004 und 2005 erschienen auf dem Band-Minilabel Nekofutschata mit „Là-Bas(s) Communion“ ‎ und „Siderant &#8211; A Beat Monkey Meditation“ ‎zwei Maxis, die die ersten zwei Teile einer Trilogie darstellen sollten, und Material enthielten, das zum Teil auf dem Album „Desde Infiernos De Flores“ erscheinen sollte, das dann allerdings (bis jetzt) nicht veröffentlicht wurde.</p>
<p>Jetzt erscheint es doch auf dem Label Quirlschlängle des deutschen Duos Brannten Schnüre (das sicher durchaus von Nový Svět beeinflusst worden ist). Als Bandname fungieren lediglich die Initialien der Band, als Albumtitel die Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter des urspünglichen Titels – ergänzt mit dem in Klammern gesetzten „(Redux)“. Dieses Redux lässt sich auf vielerlei Weise lesen: etwa bezogen auf die minimalistische Präsentation (Tracktitel oder weitere Informationen sucht man vergeblich) oder aber auf die auf diesem Album enthaltene Musik, die zurückhaltender, <em>reduzierter</em> als viele andere Aufnahmen Nový Světs sind. Man vergleiche diese Aufnahmen etwa mit dem erupriven, von Drogen geprägten „Chappaqua“ (insbesondere „Stardust“), dem recht rabiaten 9/11-Album „Nuevo Babylon“ oder frühen Songs wie „Puro Rumore / Puro Amore“. Auf &#8220;Desde Infiernos De Flores&#8221; singt, spricht Jürgen Weber, zum Teil aber fast nur noch flüsternd. Das Album beginnt kaum wahrnehmbar mit Brummen, einem Kratzen und Schaben, Fliegensummen, ein paar Beats, einem Sprachloop. Auf 19 Tracks, die zum Teil von oben genannten Maxis bekannt sind, hört man ab und zu etwas Perkussion, das Scratchen von Platten, da erklingt plötzlich ein Loop von einem Sample, das auch schon Ministry verwendeten („I discovered Jesus was the devil“), man hört Feldaufnahmen von zirpenden Grillen und zwitschernden Vögeln, ab und zu etwas Bass oder die Trompete Flavio Rivabellas, man vernimmt das in Nový Svět Aufnahmen so häufig zu findende „corazón“, ergänzt durch Begriffe wie „sangre“ „tortura“ oder „amor“. Hier wird wieder einmal ein Netz aus Liebe und Schmerz gesponnen.</p>
<p>Dass dieses Album der Hölle der Nichtveröffentlichung entrissen worden ist, ist mehr als erfreulich, denn dieses Album zeigt, wie es gelingen kann, eine seltsam-autarke Musik zu kreieren, die kaum fassbar ist. Vielleicht ist dieses verspätet veröffentlichte Album das atmosphärisch dichteste der Bandgeschichte. Limitiert auf 350 Exemplare. Wer noch tiefer in den Kosmos der Band eintauchen möchte, der kann auf oben erwähnter Soundcloudseite noch weiteres <a href="https://soundcloud.com/jotasolo/ns_fantasmas-ep">unveröffentlichtes Material</a> erkunden. (MG)</p>
<p>Label: Quirlschlängle</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ô PARADIS: Liquido</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/03/13/o-paradis-liquido/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Mar 2021 05:08:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt im Werk von Ô Paradis einen Charakterzug, der meinem Eindruck nach in den letzten Jahren immer deutlicher wurde, nämlich die Tendenz, so etwas wie Schönheit, Opulenz, Wohlklang etc. nicht nur als etwas Fragiles zu zeichnen, sondern in einer &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/03/13/o-paradis-liquido/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/03/oparadisliquido.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-24568" title="oparadisliquido" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/03/oparadisliquido-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt im Werk von Ô Paradis einen Charakterzug, der meinem Eindruck nach in den letzten Jahren immer deutlicher wurde, nämlich die Tendenz, so etwas wie Schönheit, Opulenz, Wohlklang etc. nicht nur als etwas Fragiles zu zeichnen, sondern in einer fast chaotischen und gelegentlich spröden Unaufgeräumtheit &#8211; als eine staubige Schatz- und Rumpelkammer an Klängen, der gerade noch so viel<span id="more-24565"></span> Eingängiges beigegeben wird, dass ein feiner harmonischer Rahmen entsteht. Und auf fast magische Weise immer noch ein Eindruck von Pop.</p>
<p>Wäre Demian Recios Musik so berühmt, wie sie sein sollte, würden einige diesen Zug zu imitieren suchen und dabei im Labyrinth ihrer Versuche verloren gehen. Die meisten jedoch würden sich an den poppigen Seiten Ô Paradis orientieren und im Indie-Radio landen mit solider Musik, die in ihrer Heruntergebrochenheit an die Coil-Cover zahlreicher Dark Ambient-Projekte oder an Depeche Mode-Klone der 90er erinnern würde. So gesehen gut, dass Ô Paradis nach wie vor die Aura eines gut gehüteten Geheimnisses umgibt.</p>
<p>Ich kam auf diesen Gedanken durch den &#8220;La Placa Bella&#8221; &#8211; der schöne Ort &#8211; betitelten Song auf dem neuen Album &#8220;Liquido&#8221;, hinter dem sich eine Schicht grobkörniger Elektronik versteckt, durchzogen von verquer gebrochenen Takten, die in ihrer immer noch leicht tribalen Bewegung seltsam ungreifbar bleiben. Dies gilt auch für Demians zunächst eher introvertierten Gesang, der erst mit der Zeit zu etwas mehr Pathos ansetzt und der Unruhe der Musik entgegenwirkt. Die Schönheit, die dabei entsteht, ist herausfordernd und würde von Gelegenheitshörern, die man seinerzeit mit Songs wie &#8220;Medio Angel&#8221; oder &#8220;Mejor Que La Muerte&#8221; noch anfixen konnte, nur mit einer gewissen Anstrengung erkannt werden, denn erst die wehmütige Klage einer Violine sorgt für eine etwas deutlichere Harmonie.</p>
<p>&#8220;Liquido&#8221; erscheint in einer sehr aktiven Zeit für Ô Paradis, kein Jahr nach dem deutschsprachigen Album <a title="Ô PARADIS: Weiter Weg" href="http://africanpaper.com/2020/11/28/o-paradis-weiter-weg/">&#8220;Weiter Weg&#8221;</a>, nach dem noch ein <a title="LES PARADISIERS: Indian Summer" href="http://africanpaper.com/2020/12/05/les-paradisiers-indian-summer/">Album des Seitenprojektes Les Paradisiers</a> folgte und die <a title="Ô PARADIS / NOVY SVET: Entre Siempre Y Jamás Suben Las Mareas, Duermen Las Ciudades" href="http://africanpaper.com/2021/01/30/o-paradis-novy-svet-entre-siempre-y-jamas-suben-las-mareas-duermen-las-ciudades/">Wiederveröffentlichung seiner Kollaboration mit Nový Svět</a>. Begleitet von der v.a. von Current 93 her bekannten Geigerin <a href="http://africanpaper.com/tag/aloma-ruiz-boada/">Aloma Ruiz Boada</a> (sowie visuell von Vater Ricard, Carles Gomila und Zoë Valls) entstand ein freis Werk, dessen spontane Machart durchgehend spürbar ist.</p>
<p>Wie bei einem Labyrinth mit zahlreichen Eingängen, von denen jeder irgendwann ins Zentrum führen könnte, gibt es zahlreiche Einfallstore zu &#8220;Liquido&#8221;, und eines, das mich besonders beeindruckt hat, sind die Vielzahl an rhythmischen Motiven, die dem meist doch sanften spanischen Gesang und den besinnlichen Streicherparts, die diesmal das ganze Album durchziehen, einen &#8220;experimentelleren&#8221; Aspekt beigeben. Sie eröffnen das Album durch spannungsvolles Rasseln und monumentale Trommelwirbel und werfen die Hörer in einen Stoff der Gegenreformation des 16. Jahrhunderts, während fließendes Wasser und die mäandernde Geige das eigentliche Leitmotiv andeuten. Im folgenden &#8220;Afán de adivino&#8221; hält metallene Perkussion die paradoxe Balance zwischen Spannung und Gelöstheit, während heiserer Gesang über schwülen Orgeln die Erschöpfung feiert. Einmal mehr vermögen erst die durch Mark und Bein gehenden Geigenparts all dies zu versöhnen.</p>
<p>Nicht nur zu Gesang und Streichern setzt die &#8220;rhythm section&#8221; Kontraste, im aufgewühlt brummenden Walzer &#8220;Inerte&#8221; mit seinem entrückt-ekstatischen Gesang befeuern und behindern peitschende Detonationen den Fluss der rauen Sounds. Zahlreiche solcher Spannungsgefüge machen jeden Song zu einem kleinen Kontinent, der von den wahrhaft Neugierigen entdeckt und erkundet werden will, aber natürlich stechen auch hier bestimmte Momente besonders hervor. Da wäre zum einen das Lord Henry Wotton, dem mephistophelischen Mentor und Verführer des Dorian Grey gewidmete Stück, das um ein Filmsample gebaut ist und von Snaredrum-Polyrhythmen vorangetrieben wird &#8211; &#8220;losing&#8221; ist das zentrale Wort des eingespielten Filmdialogs. Zum anderen &#8220;Las cajas de cartón&#8221;, das in seinem Pappkarton einen fast hippiesken Popsong mit Akustikgitarre präsentiert.</p>
<p>Beim nachdenklichen Ausklang von &#8220;La estatua del niño estudiante&#8221; mit seinem schwermütigen Loop mag man sich fragen, was man da gerade hinter sich gelassen hat, und ob es ein Zurück gibt. Vermutlich nicht, da man ohnehin bei jedem Hören Neues entdeckt, und auch für Demian scheint diese Platte im zwanzigsten Bandjahr im Zeichen eines Neuanfangs zu stehen. Als solcher ist &#8220;Liquido&#8221; ein wunderbares Omen, für das man sich Zeit nehmen muss und sollte. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.darkvinyl.de/">Dark Vinyl</a></strong></p>
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		<title>It’s hard and tender at the same time. Interview mit Comando Suzie</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Dec 2020 03:14:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Als Raúl López vor rund fünfzehn Jahren sein Projekt Comando Suzie aus der Taufe hob, ahnte er wahrscheinlich kaum, dass er einem musikalischen Retrotrend zuvor kam, denn zur Mitte der Nullerjahre feierten die hippen Hochglanzmagazine noch einträchtig Postrock und Studentenfolk &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/12/12/it%e2%80%99s-hard-and-tender-at-the-same-time-interview-mit-comando-suzie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/comandosuzietop.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-23378" title="cof" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/comandosuzietop-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als Raúl López vor rund fünfzehn Jahren sein Projekt Comando Suzie aus der Taufe hob, ahnte er wahrscheinlich kaum, dass er einem musikalischen Retrotrend zuvor kam, denn zur Mitte der Nullerjahre feierten die hippen Hochglanzmagazine noch einträchtig Postrock und Studentenfolk als die postmoderne Avantgarde der Stunde &#8211; erst Jahre später sollte mit Boy Hasher u.v.a. newwavig angehauchter Electropop durch die Postillen geistern, den das<span id="more-23298"></span> katalanische Projekt längst in eine unkonventionelle Form gegossen hat. Nicht nur seine in Spanisch gesungenen markanten Texte, die ihm den Ruf eines &#8220;Mediterranien Crooner&#8221; einbrachten, heben ihn ihn aus der Masse ähnlich arbeitender Musiker heraus. López brachte eine langjährige Erfahrung als Musiker und Sänger im Gothic und Postpunk-Underground Barcelonas mit sich und verkörpert bis heute die poppigere Seite jener undefinierbaren lokalen Musikkultur, in der einem Namen wie Ô Paradis, Escama Serrada, Circe und Coagul begegnen und die mit Novy Svet und Niedowierzanie schon einige Auswärtige ins Land gezogen hat. Die experimentelle Aura dieses Dunstkreises ist auch bei Comando Suzie unter der Oberfläche spürbar, und in einigen Songs tritt sie plötzlich ganz offen zu Tage, ebenso wie ein gut dosierter doppelbödiger Humor, den man auch ohne Spanischkenntnisse bemerken kann. Wir sprachen mit Raul über sein neues Album &#8220;Corazón o Plomo&#8221;, über Hintergründe und Neubesetzungen, die Arbeit mit Partnerin Eva und die Sensibilität, die es braucht, um eine Musik wie die Comando Suzies zu erschaffen. Vorhang auf für einen der vielversprechendsten Geheimtipps dunkler elektronischer Popmusik.</strong></p>
<p><a title="It’s hard and tender at the same time. Interview with Comando Suzie" href="http://africanpaper.com/2020/12/12/it%e2%80%99s-hard-and-tender-at-the-same-time-interview-with-comando-suzie/"><strong>English Version</strong></a></p>
<p><em><strong>Dein neues Album wird bald herauskommen. Wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis?</strong></em></p>
<p>Es ist nun schon ein Jahr her, seit das Album fertig wurde, genau genommen&#8230;! Aber aufgrund der Pandemie, eines neuen Plattenlabels und anderer Faktoren verzögerte sich die Veröffentlichung. Jetzt wird es hoffentlich bald das Licht der Welt erblicken. Ich glaube, das Album enthält einige der besten Songs, die ich je geschrieben habe, und einige Arrangements und Details, die dem Album ein ganz eigenes Lebensgefühl geben.</p>
<p><em><strong>Der Titel des Albums ist &#8220;Corazón o Plomo&#8221;, was &#8220;Herz oder Blei&#8221; bedeutet. Bei uns steht Blei meist für eine Kugel oder für etwas schweres. Gibt es dahinter eine Geschichte?</strong></em></p>
<p>Einige Zeit bevor ich mit dem Schreiben der Songs begann, sah ich mir eine spanische Fernsehserie namens &#8220;Narcos&#8221; an, in der Pablo Escobar immer wieder &#8220;Plata o plomo&#8221; sagte, was so etwas Bedrohliches bedeutet wie &#8220;Gib mir das Geld oder du bekommst eine Kugel&#8221;. Aus irgendeinem Grund erinnerte mich das an ein Lied einer spanischen Band namens Astrud, wo es im Refrain heißt: &#8220;Ich sage dir, du sollst mich lieben (oder du musst mich lieben)&#8221;, in einer bedrohlichen, verzweifelten Art. Es gibt etwas von dieser Verzweiflung in dem Album, wie in einem klassischen Film-Drama, und ich dachte, der Titel &#8220;Corazón o plomo&#8221; würde irgendwie passen, denn es ist hart und zart zugleich, bitter und süß&#8230; so wie das Leben und die Liebe.</p>
<p><em><strong>Wenn du es mit &#8220;Principios Y Salidas&#8221; vergleichst, siehst du da eine Weiterführung oder mehr einen Neuanfang?</strong></em></p>
<p>&#8220;Principios Y Salidas&#8221; war einfacher in Bezug auf Text, Musik und Produktion. Es sollte bewusst retro klingen, und nur eines der Lieder handelt von Liebe und Beziehungen. &#8220;Corazón o Plomo&#8221; ist irgendwie eine Fortsetzung des zweiten Albums &#8220;El hombre sentimental&#8221;, obwohl es eine Entwicklung in Bezug auf die Arrangements und die Produktion gibt. PYS wurde vollständig von mir komponiert und arrangiert, während man bei &#8220;Corazón o Plomo&#8221; auch deutlich die Handschrift von Eva Grace und Demian Recio erkennen kann.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/wiuIvHYy5Yc" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><strong>Es wird der erste Longplayer mit Eva Grace a.k.a. Gracia Auguri sein, aber ihr seid zuvor schon zusammen live aufgetreten und habt in dem Line-up an der &#8220;Nuova Guardia&#8221;-Compilation teilgenommen. Wie würdest du eure gemeinsame Chemie beschreiben? Schreibt ihr zusammen an den Songs?</strong></em></p>
<p>Comando Suzie war immer mein persönliches Projekt. Seit den Anfängen, also seit 2006, sind viele Leute gekommen und gegangen, aber sowohl Musik als auch Texte stammen von mir, und ich bin derjenige, der das letzte Wort hat (damit bin ich also ein Tyrann). Natürlich haben die meisten Musiker und Produzenten, die mit mir zusammengearbeitet haben, gute Ideen in das Projekt eingebracht (oder es zumindest versucht). Eva Grace ist eine großartige Sängerin und sie ist brillant auf der Bühne, aber ich kann das Schreiben der Songs von Comando Suzie einfach mit niemandem teilen. Es ist einfach zu persönlich&#8230; aber Eva hat oft Ideen wie &#8220;du solltest hier ein paar Streicher hinzufügen&#8221;, &#8220;dieser Klang ist zu tief&#8221;, &#8220;lass mich eine Mundharmonika aufnehmen&#8221;, und sie hat meistens Recht. Wir haben Pläne für ein anderes gemeinsames Projekt, eines, bei dem ich kein Diktator bin, haha.</p>
<p><em><strong>Eva hat vorher bereits Musik gespielt, u.a. in einer Cabaret-Gruppe. Was denst du, ist ihr wichtigster Beitrag zu Comando Suzie?</strong></em></p>
<p>Eva hat in der Vergangenheit in einigen Bands gesungen und Bass gespielt und war als Schauspielerin im Theater und Kabarett tätig. Sie spielt auch Gitarre und hat eine so beeindruckende Kultur, wenn es um Musik geht. Sie ist eine brillante Persönlichkeit und hat ein wirklich beeindruckende Präsenz auf der Bühne. Sie fügt die weibliche Seite hinzu, die ich mir immer in Comando Suzie gewünscht habe, vor allem bei den Live-Auftritten.</p>
<p><em><strong>Es sind noch weitere Leute beteiligt wie z.B. dein Freund Demian von <strong>Ô</strong> Paradis. Was kannst du uns über die Arbeit an dem Album erzählen?</strong></em></p>
<p>Demian unterstützte mich bei der Aufnahme des ersten Comando-Albums 2006. Abgesehen von unserer engen Freundschaft ist Ô Paradis zweifellos einer meiner Lieblingskünstler, und ich wusste von Anfang an, dass ich mit ihm in &#8220;Corazón o Plomo&#8221; zusammenarbeiten wollte. Sobald ich die Demos fertig hatte, schickte ich sie ihm und gab ihm völlige Freiheit, beliebige Arrangements hinzuzufügen oder zu ändern, was immer er wollte. Am Ende wurden einige der Songs praktisch genau die, die ich in meinem Kopf hatte, andere daggen wurden von Demians Magie berührt und wurden etwas ganz anderes als der übliche Comando-Sound, was ich wirklich schätze.</p>
<p>Es gibt außerdem eine besondere Zusammenarbeit mit Aloma Ruiz Boada (Current 93), die in einem der Stücke Violine spielt.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/IMG_20200311_174113_1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23380" title="cof" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/IMG_20200311_174113_1.jpg" alt="" width="2976" height="3968" /></a></p>
<p><em><strong>Ja, und es gibt wohl noch Santi Capote, der Gitarre spielt, ein ziemlich unbekannter Name hier bei uns. Er hat auch den Remix eines Songs für Bandcamp gemacht, und ich glaube, du hast für ihn auch einmal einen Mix gemacht. Was kannst du über ihn erzählen? Werdet ihr in Zukunft öfter zusammenarbeiten?</strong></em></p>
<p>Santi Capote war Teil eines Madrider Duos namens Ellos (Jene), das von den späten 90ern bis zu ihrer Auflösung 2015 ziemlich berühmt wurde. Ich war immer ein großer Fan der Band, und als Santi nach Barcelona zog, lernte ich ihn kennen. Er ist nicht nur ein brillanter Gitarrist und Komponist, sondern besitzt auch ein Mastering-Studio, und so bat ich ihn, &#8220;Principios y Salidas&#8221; zu mastern. Ein paar Jahre später beschloss ich, Barcelona zu verlassen und nach Terrassa zu ziehen, und merkwürdigerweise fand ich heraus, dass Santi dasselbe getan hatte. Da wir 10 Minuten voneinander entfernt wohnen, dachte ich, es wäre eine fantastische Idee, ihm den Mix und das Mastering von &#8220;Corazón o Plomo&#8221; anzuvertrauen. Während des Prozesses nahm er einige Synthesizer und Gitarren auf, und da kam mir die Idee zu dem Remix. Natürlich würde ich bei zukünftigen Arbeiten gerne wieder mit ihm zusammenarbeiten.</p>
<p><em><strong>Lass uns ein bisschen über die Vorgeschichte Comando Suzies reden, du hast ja bereits in den 90ern in verschiedenen Bands gespielt. Wer waren diese Bands und wie klangen sie?</strong></em></p>
<p>Ich erinnere mich, dass ich in Bands war und Musik gemacht habe, seit mein Vater mir 1989 einen Synthesizer gekauft hat. Einige von ihnen machten elektronische Musik, andere Gothic Rock und Darkwave. Die erste &#8220;ernsthafte&#8221; Band, in der ich Keyboard spielte, war eine Gothic Rock- und Post-Punk-Band namens Messiah Of Pain. Dort fing ich an, Songs zu schreiben. Sie hatten einen sehr Christian Death, Sisters Of Mercy und Fields of the Nephilim-Stil. Jedenfalls starteten der Gitarrist und ich bald darauf unser eigenes Projekt namens Rememberance, das Elektronik und Gitarren in der Art einiger Bands aus Deutschland kombinierte, wie z.B. Girls Under Glass (wir waren die Vorgruppe bei ihrem Gig in Barcelona), The Eternal Afflict, The Fair Sex, The Invincible Spirit oder auch Bands aus anderen Ländern wie The Cassandra Complex.</p>
<p>Letztlich unterschieben wir einen Verterag mit dem deutschen Label Sounds of Delight und nahmen in einem “echten” Studio auf. Wir waren tatsächlich ziemlich erfolgreich in der Gothic und Darkwave-Szene damals.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/lopezCS.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-23381" title="lopezCS" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/lopezCS.png" alt="" width="1483" height="998" /></a></p>
<p><em><strong>Wie bist du damals zu Wave, Post Punk oder Synthiemusik gekommen? Gab es in Barcelona eine größere Musikszene dieser Art?</strong></em></p>
<p>Ich schätze, es fing alles wie bei vielen anderen Leuten an: Eines Tages hört man Depeche Mode und The Cure im Radio, und das Leben ist nicht mehr was es war. Dann entdeckt man, dass es in den 80er Jahren in Spanien eine ganze Reihe wunderbarer Bands gab, wie La Mode, Aviador Dro, Los Pegamoides oder Parálisis Permanente. Danach überreicht dir ein Klassenkamerad eine Kassette mit The Sisters Of Mercy und Front 242, du nimmst sie mit in irgendeinen dunklen Club der Stadt, und von diesem Moment an bist du ein Teil der Gothic-Szene, entdeckst immer mehr Bands und lernst viele Leute kennen, denn es gab nur wenige Clubs in Barcelona, und jeder kannte jeden. Es war in den späten 80er und frühen 90er Jahren, als ich anfing, mich für Darkwave zu interessieren. Das war eine Übergangszeit, in der die größten Dark und New Romantic-Bands, die Clubs und die Mode im Niedergang begriffen waren. Die Clubs spielten noch Musik von Bands wie Front 242, Virgin Prunes, Sex Gang Children, Borghesia, Pankow, à,GRUMH oder The Invincible Spirit, aber zur gleichen Zeit tauchten in Deutschland neue Bands auf, die mich total faszinierten. Ich spreche von der ganzen Explosion von Elektro-Gothic-Bands wie Project Pitchfork, Deine Lakaien, Das Ich, In Strict Confidence, The Fair Sex, Dance or Die, etc.</p>
<p><em><strong>Wann wurde Comando Suzie aus der Taufe gehoben? Es war dann wohl von Anfang an dein Projekt&#8230;</strong></em></p>
<p>Obwohl ich lange Zeit Keyboard gespielt und Sachen komponiert habe, hatte ich noch nie gesungen. Die Sache begann ganz plötzlich, damals 2006, nachdem ich zu einem Konzert einer lokalen Band namens Tarántula gegangen war, das wirklich mein Leben verändert hatte. Die Darkwave-Szene und die Musik im Allgemeinen langweilten mich ein bisschen, und dieses Konzert brachte für mich etwas von der Faszination zurück, die ich Anfang der 90er Jahre für die deutschen Bands empfand, vielleicht war es sogar noch intensiver. Und fast zufällig, sozusagen als Scherz, beschloss ich, über jedes Mitglied von Tarántula einen Song zu schreiben, und ich lud sie alle auf MySpace hoch, damit sich meine Freunde darüber amüsieren konnten. Bald darauf wurde ich vom italienischen Label Punch Records kontaktiert, und Tairy lud mich ein, eine CD aufzunehmen und am ersten Festival teilzunehmen, das das Label in Leipzig organisierte, zusammen mit Bands wie Novy Svet, Ait!, Ô Paradis, Wermut, Thomas Nöla, Mushroom Patience&#8230;</p>
<p>Comando Suzie war von Anfang an ein sehr persönliches Projekt, eine Möglichkeit, mich auszudrücken, ohne Angst vor den Meinungen der Leute zu haben.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/Ez6-lbnPwKY" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><strong>Ich mag den Namen Comando Suzie mit seiner zwiespältigen Unbestimmtheit. Ich weiß, dass es &#8220;cooler&#8221; ist, ein Geheimnis um einen Bandnamen zu machen, aber wie kam es dazu?</strong></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">OK, ich erzähle dir, wie absurd es war, als es zu dem Namen kam. Novy Svet lebten zu dieser Zeit in der Nähe von Barcelona, und an den Wochenenden aßen wir zusammen mit Jürgen, Frl. Tost, Demian von Ô Paradis und Sergio von Escama Serrada in einer Pizzeria in der Nähe meiner Wohnung zu Abend. Novy Svet hatten ein Nebenprojekt namens Unidad Sasao, und so kam ich nach einigen Flaschen Lambrusco auf die Idee, dass ich, wenn ich jemals eine Band hätte, sie ähnlich nennen würde, wie Comando Sasao oder Comando Susi (Susanna war der Name meiner damaligen Partnerin). Dann hatte Frl. Tost vorgeschlagen, dass es auf Deutsch viel besser klingen würde, &#8220;Suzie&#8221;. Und das ist die Geschichte hinter dem Namen&#8230;</span></span></span></p>
<p><strong>Für mich hat deine Musik immer etwas Hypnotisches, das mit einer tiefen Melancholie verbunden ist. Ist das generell eine Haltung, die dir vertraut ist?</strong></p>
<p>Ich bin ein derart melancholischer Mensch, dass ich versuche, all das zu vermeiden, um nicht in einen tiefen Brunnen zu fallen, aus dem ich nicht mehr entkommen kann. Diese Tür öffne ich nur, wenn ich Songs schreibe, und dann schließe ich sie sofort wieder.</p>
<p><em><strong>Trotz deiner Arbeit mit Repetition und zum Teil einfachen Mustern wirkt deine Musik auf mich niemals minimalistisch. Vielleicht ist es die emotionale Seite, die sie vital und opulent erscheinen lässt. Wie denkst du darüber?</strong></em></p>
<p>Ich liebe einfache Muster in der Musik. Tatsächlich mag ich Einfachheit im Allgemeinen, und ich habe immer geglaubt, dass weniger oft mehr ist. Ich mag zum Beispiel Hip-Hop-Beats und auch minimalistische Electronica-Rhythmen. Ich denke, der Kontrast zwischen diesen kalten und einfachen Beats und meinem Gesangsstil, der so leidenschaftlich und wortreich ist, und den Texten, die eher denen eines klassischen Songswriters ähneln, sind die Dinge, die Comando Suzie von einer typischen Minimal Electro-Band unterscheiden.</p>
<p><em><strong>Wie kommt es bei dir zu Ideen für neue Liede, passiert so etwas beim Experimentieren im Studio oder eher zufällig?</strong></em></p>
<p>Normalerweise komponiere ich, während ich Keyboards mit einem Klaviersound spiele, auf der Suche nach der Struktur eines Liedes. Ich spiele mit Akkorden, aber manchmal entsteht das auch aus einem rhythmischen Muster oder aus einem bestimmten Synthiesound. Meistens mache ich zuerst die Musik und füge später den Text hinzu, aber kommt auch vor, dass mir sowohl ein Text als auch Musik plötzlich beim Motorradfahren in den Sinn kommen, und dann muss ich, sobald ich nach Hause komme, ins Studio eilen.</p>
<p><em><strong>Im Laufe der Zeit haben bei Comando Suzie immer wieder andere Leute mitgewirkt, trotzdem gibt es ein fortwährendes Element oder eine Art bleibende Signatur. Was ist für dich der rote Faden, der sich durch alle Aktivitäten der Band zieht?</strong></em></p>
<p>Wie ich schon sagte hat jede Person, die jemals mit Comando im Studio oder live dabei war, Ideen beigesteuert. Es gibt nur eine Sache, die ich niemals akzeptieren würde, und das sind alle Änderungsvorschläge zu meinen Texten.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/IMG_20200311_173210.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23379" title="edf" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/IMG_20200311_173210.jpg" alt="" width="3968" height="2976" /></a></p>
<p><em><strong>Gibt es ein Album, das du als dein wichtigstes betrachtest?</strong></em></p>
<p>Mein Lieblingsalbum ist das zweite, &#8220;El Hombre Sentimental&#8221;, weil es, abgesehen vom neuen Album, das persönlichste ist, was die Dinge betrifft, die ich in den Texten erkläre, und es ist die perfekte Mischung aus Elektronik und organischeren Klängen.</p>
<p><em><strong>Einige der neuen Stücke sind bereits auf Bandcamp und Youtube zu hören, z.B. das Lied &#8220;Espigón&#8221;. Der Text bezieht sich, wie schon im früheren Song &#8220;Fotos&#8221;, auf so etwas wie die Liebe im Zeitalter der digitalen Medien, und für mich erschien er fast wie ein Ausschnitt aus einem Film im Stil von Eric Rohmer. Betrachtest du dich selbst als Geschichtenerzähler?</strong></em></p>
<p>Auf jeden Fall. Was ich vom ersten Album an mache, ist, Geschichten über Dinge zu erzählen, die um mich herum passieren, über meine Freunde, Bekannten, die Gesellschaft&#8230; Es macht mir wirklich Spass, eine Geschichte, die mehr oder weniger Sinn macht, in 3 oder 4 Minuten zu verdichten. Natürlich bekomme ich auch sehr viele Ideen aus Dingen, die ich in den sozialen Medien sehe oder lese.</p>
<p><em><strong>Im Video und im Titel scheinen Orte eine Rolle zu spielen, und der Zoom trägt den Betrachter durch die ganze Szenerie. Beziehst du dich auf Orte, die mit deiner eigenen Biografie verbunden sind?</strong></em></p>
<p>Als ich in Barcelona lebte, liebte ich es, Zeit am Strand zu verbringen und durch die Wellenbrecher zu laufen. Das ist das Einzige, was ich manchmal von der Stadt vermisse. Ein Teil des Videos wurde während der Quarantäne aufgenommen, damals im März, deshalb sieht der Strand menschenleer und irgendwie phantasmagorisch aus, und der Rest sind ältere Bilder, die ich auf meinem Telefon hatte.</p>
<p><em><strong>Übrigens, was ist das für ein Ort mit den Hochhäusern am Anfang des Clips? Ich fühlte mich fast wie in einem Jess-Franco-Film&#8230;</strong></em></p>
<p>Diese Gebäude befinden sich in einem Gebiet namens Diagonal Mar, in der Nähe des Strandes und des Parc del Fòrum, wo das Festival Primavera Sound stattfindet. Ich mag diese Gebäude, weil sie etwas Beunruhigendes haben, aber gleichzeitig fühlt man sich von ihnen angezogen und kann einfach nicht aufhören, sie anzustarren.</p>
<p><em><strong>&#8220;Nubecita y Tormenta&#8221; bedeutet &#8220;Wolke und Sturm&#8221; und behandelt ein Thema, auf das sich auch Coagul bezogen hat: Die schnellen Verschiebungen und Veränderungen, die eine Stadt wie Barcelona in diesen Tagen durchmacht. Im Text hört man von den Innenstadtbezirken Gracia und Poble Sec. Was hat dich zu diesem Lied inspiriert?</strong></em></p>
<p>Es ist eine Art Tour durch das nächtliche Barcelona, mit seinen endlosen Stunden voller Clubs, Musik, Gesichter und allerlei Exzessen, und wie andere Songs des Albums ist es irgendwie eine Art Abschied von einer Stadt, die ich in ihrer höchsten Intensität erlebt habe, und einem Ort, an dem ich so viele Abenteuer und Missgeschicke erlebt habe, die mich emotional erschöpft haben.</p>
<p><em><strong>Du bist vor einiger Zeit in die Nachbarstadt Terrassa nördlich von Barcelona, gezogen, Evas Geburtsort. War das eine spontane Entscheidung, und hat der neue Ort Einfluss auf dein Songwriting?</strong></em></p>
<p>Sowohl Eva als auch ich waren mit einem ähnlichen Punkt in unserem Leben konfrontiert. Wir hatten das Gefühl, dass unser Leben in der Großstadt zu Ende ging, und so beschlossen wir, nach Terrassa zu ziehen, wo es ruhiger zughet und ein langsamerer Rhythmus vorherrscht. Terrassa ist viel kleiner, es gibt weniger kulturelle Veranstaltungen, keine Touristen, keine Hipster, keine experimentellen Musikclubs&#8230; es fühlt sich ein bisschen wie in einem Dorf an, und das hat natürlich seinen Einfluss auf das Songwriting. Vielleicht werden die nächsten Texte ein bisschen anders sein, ein bisschen introspektiver, wer weiß?</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/PiSiJ3nmYyM" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><strong>Vor zwei Jahren war Comando Suzie neben Coagul, Escama Serrada und O Paradis Teil der schon erwähnten Compilation &#8220;La Nuova Guardia&#8221;. War es hauptsächlich eine Feier eurer Freundschaften oder auch eine Art Hommage an den &#8220;katalanischen Underground&#8221;?</strong></em></p>
<p>Beides! Auch wenn wir musikalisch recht unterschiedlich sind, gibt es etwas Gemeinsames, das alle vier Bands verbindet, und es ist dieser mediterrane Pop-Folk-Industrial-Geist, der von Novy Svet gesäht wurde in der Zeit, als sie in L&#8217;Ametlla del Vallès lebten.</p>
<p><em><strong>Eure Interpretation des Kinderlieds &#8220;Como la Luna&#8221; ist für CS ganz außergewöhnlich, da sie eher experimentell ist, und für mich passte sie ganz gut zu der damals unruhigen Situation bei euch in der Gegend. Worum geht es in dem Lied?</strong></em></p>
<p>Nun, es war Evas Idee, eine Coverversion dieses Kinderliedes zu machen, und alle Arrangements in dem Lied sind von ihr selbst, deshalb hat es einen anderen Klang als die üblichen Comando-Lieder, denn sie wollte etwas Experimentelleres ausprobieren. Es ist ein Lied, das wir als Kinder gesungen haben. Es geht darum, so hoch wie der Mond zu sein, aber wir waren total überrascht, als uns auffiel, dass der Text von Soldaten handelt, die aus den Gefechten in Katalonien kommen. Also ja, es hat irgendwie mit der politischen Situation zu tun, und seltsamerweise fügten wir nachträglich einige Worte hinzu, in denen der damalige spanische Präsident über die Katalanen sprach, und nur wenige Tage später trat er zurück. Wir haben also viel gelacht, als wir dachten, dass wir vielleicht unbewusst eine Art Zauberspruch geschaffen hatten.</p>
<p><em><strong>Heutzutage sollte man mit zukünftigen Plänen und Wünschen vorsichtig sein, aber natürlich haben wir alle welche. Gibt es bereits Pläne für Comando Suzie im Jahr 2021?</strong></em></p>
<p>Ich habe vor einigen Jahren aufgehört, langfristige Pläne zu schmieden, und jetzt sogar noch mehr. Ich hoffe lediglich, dass ich die neue Schallplatte in die Hände bekomme und einige Auftritte wie früher machen kann, mit Menschen, die ohne Maske lächeln.</p>
<p><em>(Interview: U.S., Übersetzung U.S. und N. Seckel)</em></p>
<p>Fotos: Mònica de Miguel und Eva Grace</p>
<p><strong>Comando Suzie  @  <a href="https://comandosuzie.bandcamp.com/">Bandcamp</a>   |   <a href="https://www.discogs.com/de/artist/860863-Comando-Suzie">Discogs</a>   |   <a href="https://www.facebook.com/comandosuzie/">Facebook</a>   |   <a href="https://www.instagram.com/comando_suzie/">Instagram</a><br />
</strong></p>
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		<title>It’s hard and tender at the same time. Interview with Comando Suzie</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Dec 2020 03:14:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[When Raúl López launched his project Comando Suzie some fifteen years ago, he probably had no idea that he was anticipating a musical retro trend, because in the mid-90s the hip glossy magazines were still pushing post-rock and student folk &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/12/12/it%e2%80%99s-hard-and-tender-at-the-same-time-interview-with-comando-suzie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/comandosuzietop.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-23378" title="cof" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/comandosuzietop-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>When Raúl López launched his project Comando Suzie some fifteen years ago, he probably had no idea that he was anticipating a musical retro trend, because in the mid-90s the hip glossy magazines were still pushing post-rock and student folk as the post-modern avant-garde of the hour. Years later, when Boy Hasher and an array of other new wave influenced pop groups haunted the realm of music, the Catalan project has long since<span id="more-23295"></span> cast a style like this in an unconventional form with Spanish vocals and touchingly beautiful melodies. Not only his distinctive lyrics, which earned him the reputation of a &#8220;Mediterranean Crooner&#8221;, make him stand out from the mass of similarly working musicians. López brought with him many years of experience as a musician and singer in Barcelona&#8217;s gothic and post-punk underground and still embodies the more poppy side of that indefinable local music culture in which names like O Paradis, Escama Serrada, Circe and Coagul pop up and which has already attracted a number of foreigners like Novy Svet and Niedowierzanie. The experimental aura of this neighbourhood is also subliminally tangible in Comando Suzie, and in some songs it suddenly comes to the surface, as well as a well-dosed ambiguous humour that can be noticed even without knowledge of Spanish. We talked with Rául about his new album &#8220;Corazón o Plomo&#8221;, about backgrounds and new line-ups, his work with partner Eva and the sensitivity it takes to create music like Comando Suzie. Curtain up for one of the most promising insider tips of dark electronic pop music.</strong></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>As I heard, your forthcoming album will be released soon. Are you still working on it or is it already finished? How happy are you with the result?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">It’s been a year now since the album was finished, actually&#8230;! But due to the pandemic, a change of record label and other matters the release was delayed. Now it’s about to see the light, hopefully. I believe the album contains some of the best songs I’ve ever written, and some arrangements and details that give a different feel to it.</span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>The title will be &#8220;Corazón o Plomo&#8221;, which means &#8220;Heart or Lead&#8221;. It&#8217;s an interesting phrase, and in our language, lead often stands for a bullet, or for something heavy. Is there a story behind it?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">Some time before beginning to write the songs I watched a Spanish TV series called “Narcos”, in which Pablo Escobar said over and over “Plata o plomo”, meaning something menacing like “Give me the money or you’ll get a bullet”. For some reason, that reminded me of a song by a Spanish band called Astrud where the chorus are: “I’m telling you to love me (or you have to love)!”, in a kind of menacing, desperate way. There’s some of that despair in the album, like in a classic drama film, and I thought the title “Corazón o plomo” somehow fitted, because it’s hard and tender at the same time, bitter and sweet&#8230;just like life is, and love.</span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>When you compare it to &#8220;Principios Y Salidas&#8221;, do you see a continuation or more the beginning of something new?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">&#8220;Principios Y Salidas&#8221; was more simple about lyrics, music and production. It was meant to sound deliberately retro and only one of the songs is about love and relationships. “Corazón o Plomo” is somehow a continuation of the second album, “El hombre sentimental”, although there’s an evolution as for arrangements and production. PYS was entirely composed and arranged by me, while in “Corazón o Plomo” one can clearly notice the hand of Eva Grace and Demian Recio.</span></span></span></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/wiuIvHYy5Yc" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>It will be the first full-length release with Eva Grace a.k.a. Gracia Auguri as a band member, but you already played together live and participated on the &#8220;Nuova Guardia&#8221;-Compilation. How would you describe the chemistry of your duo cooperation? Du you write the songs together?</strong></span></span></em></p>
<p>Comando Suzie has always been my own personal projet. Since the beginning, back in 2006, lots of people have come and gone in the band, but both music and lyrics are made by me, and I’m the one who has the last word (I’m such a tyrant with that). Of course, most of the musicians and producers that have collaborated with me have brought good ideas to the project (or at least have tried to).</p>
<p>Eva Grace is a great singer and she is brilliant on stage, but I just cannot share the writing of the songs of Comando Suzie with anyone. It’s just too personal&#8230;but Eva usually gives ideas like: “you should add some strings here”, “that sound is too low”, “let me record a harmonica”, and she is mostly right.</p>
<p>We have plans to make a different project together, one in which I’m not a dictator, haha.</p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Eva played music before, so for instance in a cabaret group. What would you say is her biggest contribution to Comando Suzie?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">Eva sang and played bass in some bands in the past, and has been an actress in theater and cabaret. She also plays guitar and has such an impressive music culture. She’s such a brilliant personality and has a really mighty image on stage. She adds the female side I’ve always wanted to be present in Comando Suzie, especially in the live acts.</span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>There are some further participants like your friend Demian of O Paradis. What can you tell us about the work on the album?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">Demian helped me with the recording of the first album of the Comando, back in 2006. Aside from our great friendship, Ô Paradis is no doubt one of my favorite artists, and I knew from the beginning I wanted to work with him in “Corazón o Plomo”, thus, as soon as I finished the demos, I sent them to him and gave him total freedom to add any arrangements or changing whatever he wanted to. In the end, some of the songs stayed virtually the same I had planned in my mind, but others were touched by Demian’s magic, becoming something totally different from the usual sound of the Comando, which I really appreciate.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">There is also a special collaboration of Aloma Ruiz Boada (Current 93) playing violin in one of the songs.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/IMG_20200311_174113_1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23380" title="cof" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/IMG_20200311_174113_1.jpg" alt="" width="2976" height="3968" /></a></span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>You have Santi Capote playing guitar, quite a new name over here. He also made a fizzy remix of the song for Bandcamp, and I think you remixed his music too. What can you tell us about him? Will you cooperate more in the future?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">Santi Capote was part of a duo from Madrid called Ellos (Them) that became pretty famous from the late 90’s until they split off in 2015. I was always a huge fan of the band, and when Santi moved in to Barcelona, I got to meet him. Apart from being a brilliant guitar player and composer, he owns a mastering studio, and so I asked him to master Principios y Salidas. A couple of years later, I decided to leave Barcelona and moved in to Terrassa, and curiously enough, I found out that Santi has done the same. Since we’re living 10 minutes from each other, I thought it’d be a fantastic idea to have him as collaborator in the mix and master of Corazón o Plomo. He recorded some synths and guitars during the process, and there’s were the idea of the remix came up. Of course, I’d love to collaborate with him again in future works.</span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Let&#8217;s talk a bit about the prehistory of Comando, as you have played in other bands already in the 90s. Who were these groups, and how did they sound?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">Well, what I recall is having been in bands and play music ever since my father bought me a synth, back in 1989, so I’ve been in quite a lot of bands since then. Some of them were electronic music bands, and others were Gothic Rock and Darkwave. The first “serious” band I was involved with playing keyboards was a Gothic Rock and Post Punk band called Messiah Of Pain. There&#8217;s were I began writing songs. They had a very Christian Death, Sisters Of Mercy and Fields of the Nephilim style. Anyway, soon after that, the guy who played guitar and I started our own project called Rememberance combining electronics and guitars in the way of some bands in Germany such as Girls Under Glass (whom we were the support band in their gig in Barcelona), The Eternal Afflict, The Fair Sex, The Invincible Spirit, and also non German like The Cassandra Complex.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">In fact, we ended up signing a contract with a German label called Sound of Delight and got to record in a “real” studio. We actually had a lot of success among the Gothic scene and Darkwave at the time.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/lopezCS.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-23381" title="lopezCS" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/lopezCS.png" alt="" width="1483" height="998" /></a></span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>How did you got interested in Wave, Post Punk or Synthie music in that days? Was there a bigger music community of that sort in Barcelona?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">I guess it all started like with many other people: one day you listen to Depeche Mode and The Cure on the radio, and your life changes. Then you discover that in the 80’s there was a bunch of marvelous bands in Spain, such as La Mode, Aviador Dro, Los Pegamoides or Parálisis Permanente. After that, a class mate hands you a tape with The Sisters Of Mercy and Front 242, takes you to some dark club in the city, and from that moment you get involved in the goth scene, discover more and more bands and get to know a lot of people, since there were only a few clubs in Barcelona and everyone knew each other. It was actually in the late 80’s and early 90’s when I started to get interested in the Darkwave. That was a time of transition where the biggest dark and New Romantic bands, the clubs and the fashion were in decadence. The clubs were still playing music by bands like Front 242, Virgin Prunes, Sex Gang Children, Borghesia, Pankow, à,GRUMH or The invincible Spirit, but at same time, in Germany new bands were appearing that totally fascinated me. I’m talking about all that explosion of electo-gothic bands like Project Pitchfork, Deine Lakaien, Das Ich, In Strict Confidence, The Fair Sex, Dance or Die, etc.</span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>When was Comando Suzie actually born? Was it mainly your brainchild, or more a band thing in the beginning?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">In spite of having played keyboards and composed for a long time, I had never sung before. The thing started all of a sudden, back in 2006, after going to a life-changing concert of a local band called Tarántula. I was a bit bored with the dark scene, and with music in general, and that concert meant to me something like the fascination I felt with the German bands in the early 90’s, or even more intense than that. And almost by accident, kind of as a joke, I decided to write a song about every member of Tarántula, and I uploaded them all in MySpace so that my friends could have a laugh. Soon after that I was contacted by the Italian label Punch Records, with Tairy inviting me to record a CD and join the first festival organized by the label in Leipzig, along with bands like Novy Svet, Ait!, Ô Paradis, Wermut, Thomas Nöla, Mushroom Patience&#8230;</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">Comando Suzie has been, from the beginning, a very personal project, a way for me to express myself, never afraid of people’s opinions.</span></span></span></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/Ez6-lbnPwKY" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>I love the name Comando Suzie with its ambiguous connection between the harsh and the sweet, and the fact that all this stays rather unclear. I know that it&#8217;s considered cool to be secretive about a band name, but is there an idea behind it?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">OK, I’m going to tell you about how absurd it was the choosing of that name. Novy Svet were living near Barcelona at that time, and on the weekends we used to have dinner together with Jurgen, Frl. Tost, Demian of Ô Paradis and Sergio of Escama Serrada in a pizza restaurant close to my place. Novy Svet had a side project called Unidad Sasao, so after some bottles of Lambrusco I came up with the idea that if I ever had a band, I’d call it something similar, like Comando Sasao, or Comando Susi (Susanna was the name of my partner at that time). Then Frl. Tost suggested that it would sound much better in German, “Suzie”. And that’s the story behind the name&#8230;</span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>For me, there is always something hypnotic in your music, which is combined with a serene melancholy. Would you say that this is an attitude to life which is familiar to you?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">I’m such a melancholic person that I try to avoid it in order not to fall into a deep well that I couldn’t escape from. I only open that door when I write songs, and then I close it at once. </span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Despite your use of repetition and sometimes simple patterns, I never regard your music minimalistic. Maybe it&#8217;s the emotional side that makes it appear vital and opulent. How do you think about it?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">I love simple patterns in music. As a matter of fact, I like simplicity in general, and have always believed that less in more. For instance, I really like hip hop drums, and also minimalist electronica rhythms. I guess the contrast between those cold and simple beats and my style of singing, so passionate and wordly, and the lyrics, which are closer to those of a classic songwriter are the things that make Comando Suzie different from a typical minimal electro band.</span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>When it comes to the initial ideas for new songs, do they usually come when you&#8217;re playing with your equipment, or do they rather appear suddenly?</strong></span></span></em></p>
<p>I usually compose while playing keyboards with a piano sound, searching for the structure of the song playing with chords, but sometimes I get a song from a rhythm pattern, or a synthesizer sound. Mostly, I first make the music, and later add lyrics, but also there’re times when both lyrics and music come up to my mind suddenly while riding my motorbike, and then I have to rush to the studio as soon I as get home.</p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>The participants in CS have always changed over the years, still there is a continuing element or kind of a signature that stays. What is for you the red thread that leads through all the activities of your band?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">As I said, every person that’s ever been in the studio or live with the Comando has contributed with some ideas. There’s only one thing I’d never accept, and is any suggestions or asking for any changes in my lyrics.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/IMG_20200311_173210.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23379" title="edf" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/IMG_20200311_173210.jpg" alt="" width="3968" height="2976" /></a></span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>When you look at your backcatalogue, is there one album which you see as your most quintessential one?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">My favorite one is the second album, “El Hombre Sentimental”, because it’s the most personal of all (aside the new album) rearding the things I explain in the lyrics, and it&#8217;s the perfect mixture of electronics and more kind of organic sounds.</span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Some of the new pieces are already out on Bandcamp and Youtube, so the song &#8220;Espigón&#8221;. The lyrics, like in the earlier song &#8220;Fotos&#8221;, refer to something like love in the age of digital media, and to me it almost appeared like a slice from an Eric Rohmer style movie. Do you see yourself as a storyteller?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">Absolutely. What I’ve been doing from the first album is telling stories about things that happen around me, about my friends, acquaintances, society&#8230; I really enjoy condensing a story which makes more or less sense in 3 or 4 minutes. Of course I also get a great deal of ideas from things I see or read in the social media.</span></span></span></p>
<p><em><strong><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">I</span></span></strong><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>n the video and the title, places seem to play a role, and the zoom carries the viewer through the whole scenery. Do you refer to places connected to your own biography?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">When I was living in Barcelona I used to love spending time on the beach and walk trough the breakwaters. That’s the only thing I sometimes miss from the city. Part of the video was recorded during the confinement, back in March, that’s why the beach looks deserted and kind of phantasmagoric, and the rest are older images I had on my phone.</span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>By the way, which is the place with the high rise buildings at the beginning of the clip? I almost felt like in a Jess Franco film&#8230;</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">Those buildings are located in an area called Diagonal Mar, next to the beach and the Parc del Fòrum, where the Primavera Sound festival takes place. I like those buildings because there’s something unsettling about them, but at the same time one feels attracted by them and just can’t stop staring at them.</span></span></span></p>
<p><em>“<span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Nubecita y Tormenta” means &#8220;Cloud and Storm&#8221; and deals with a topic that Coagul also has referred to: The fast shifts and changes that a city like Barcelona is undergoing these days. In the lyrics you hear about the inner city disctricts Gracia and Poble Sec. What inspired you to this song?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">It’s a kind of night tour through Barcelona, with its endless nights full of clubs, music, faces and all kind of excess, and like other songs in the album, it’s somehow a way to say goodbye to a city I have lived in its highest intensity, and a place where I’ve experienced so many adventures and misadventures that left me emotionally worn out. </span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>You moved to the neighbouring town of Terrassa north of Barcelona, Eva&#8217;s birthplace. Was this a spontaneous decision, and does the new place influences your songwriting?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">Both Eva and I found ourselves facing a similar moment in our lives. We felt our lives in the big city had come to an end, and so we decided to move in to Terrassa, where we have a more quiet life, a slower rhythm. Terrassa is much smaller, with less cultural events, no tourists, no hipsters, no experimental music clubs&#8230;it feels a bit as if living in a village and this is something that has an influence when it comes to writing songs. Maybe the next lyrics will be a bit different, a bit more introspective, who knows?</span></span></span></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/PiSiJ3nmYyM" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Two years ago you participated on the mentioned Compilation &#8220;La Nuova Guardia&#8221; alongside Coagul, Escama Serrada and O Paradis. Was it mainly a celebration of your friendships, or also some sort of a hommage to Catalan underground?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">Both, even if we’re musically different, there’s something common that unite all four bands, and it’s that Mediterranean Pop-Folk-Industrial spirit which seed was planted by Novy Svet in the times they were living in L’Ametlla del Vallès.</span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Your interpretation of the children song &#8220;Como la Luna&#8221; is quite exceptional for CS, as it&#8217;s rather experimental, and for me it fit quite well to the troubled situation in your place at that time. What&#8217;s the song about?</strong></span></span></em></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;">Well, it was Eva’s idea to make a cover of that children’s song, and all the arrangements in the song are made by her, so that’s the reason it has a different sound from the usual Comando songs, since she wanted to try something more experimental. It’s a song we used to sing when we were kids, and we remembered it talked about being as tall as the moon, but were totally surprised when we discovered that the lyrics talk about about soldiers coming from fighting in Catalonia. So yes, it somehow has to do with the political situation, and curiously enough, we added some words backwards of the Spanish president at the time speaking about Catalan people, and only a few days later he resigned. So, we laughed a lot thinking that maybe we had created some kind of magic spell unconsciously.</span></span></span></p>
<p><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: small;"><strong>These days one should be careful with future plans and wishes, but of cause we all have some. Are there already plans for Comando Suzie in 2021?</strong></span></span></em></p>
<p>I stopped making plans in the long term some years ago, and now, even more. I’m merely hoping to get my hands on the new vinyl and get to make some gigs the way they used to be, with people smiling with no masks.</p>
<p><em>(Interview: U.S., Translation U.S. und N. Seckel)</em></p>
<p>Fotos: Mònica de Miguel and Eva Grace</p>
<p><strong>Comando Suzie  @  <a href="https://comandosuzie.bandcamp.com/">Bandcamp</a>   |   <a href="https://www.discogs.com/de/artist/860863-Comando-Suzie">Discogs</a>   |   <a href="https://www.facebook.com/comandosuzie/">Facebook</a>   |   <a href="https://www.instagram.com/comando_suzie/">Instagram</a></strong></p>
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		<title>Ô PARADIS: Weiter Weg</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2020 07:30:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Auf musikalische Überraschungen sind die meisten Fans bei Ô Paradis längst gefasst, denn in einem gewissen Rahmen erfindet sich Demians Musik immer wieder neu, gibt sich schwerer oder luftiger, elektronischer oder akustischer, eingängiger oder herausfordernder. Die spanischen Texte im mollastigen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/11/28/o-paradis-weiter-weg/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/oparadisweiterweg.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-23125" title="oparadisweiterweg" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/oparadisweiterweg-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auf musikalische Überraschungen sind die meisten Fans bei Ô Paradis längst gefasst, denn in einem gewissen Rahmen erfindet sich Demians Musik immer wieder neu, gibt sich schwerer oder luftiger, elektronischer oder akustischer, eingängiger oder herausfordernder. Die spanischen Texte im mollastigen Ton und vorgetragen mit warmer Baritonstimme gelten eigentlich als verbindende Konstante &#8211; &#8220;eigentlich&#8221; deshalb, da es bereits ein Album zusammen<span id="more-23124"></span> mit <a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/val-denham-o-paradis-transform-thyself/">Val Denham</a> gab, bei dem Demian nur kurz zu hören war und alle Texte auf Englisch gesungen wurden. Und dann waren da zwei Alben mit <a href="http://africanpaper.com/tag/novy-svet/">Nový Svět</a>, auf denen beide Acts wie zu einer temporären Band verschmolzen sind und Demian nur die Hälfte der Gesangsbeiträge bestritt. Das jüngst erschienene &#8220;Weiter Weg&#8221; knüpft an all diese Sachen an, denn zum einen überlässt Demian wieder einmal zwei anderen Stimmen den vorderen Bühnenrand, zum anderen steht fast das ganze Album diesmal im Zeichen der deutschen Sprache.</p>
<p>Dass die Stimmung des Albums eher schwermütig ist und der Soundcharakter unaufgeräumt, offenbart sich gleich beim Opener &#8220;No One&#8221;. Raues, von Störgeräuschen durchdrungenes Brummeln öffnet die Tür zu einem Raum, in dem ein niederdrückender Fatalismus mit wunderschönen Melodien gefeiert wird, die man leicht zwischen den rumpelnden Ecken und Kanten ausmachen kann. Irgendwer murmelt etwas, aber vielleicht ist es auch nur eine Maschine, mit anderen Worten &#8220;no one&#8221;? Das hier entfaltete Gemisch aus einer gewissen Unordnung, eines damit kontrastierenden, klammheimlichen Minimalismus und einer starken Emotionalität, die ohne große Gesten auskommt, wird in der folgenden guten halben Stunde jedenfalls Programm sein.</p>
<p>Auf &#8220;Abrigo&#8221;, dem einzigen komplett auf Spanisch gesungenen Stück, tritt mit Rosa Solé eine gute Bekannte aus früheren Ô Paradis-Tagen auf die Bühne und plaziert mit heller Stimme eine anrührende Weise auf den Schichten der vibrierenden und von einem simplen Takt noch ein bisschen mehr bewegten Sounds. Neben Solés Backing Vocals für Ô Paradis gab es und gibt es vielleicht noch immer ihr neoklassisches Soloprojekt Circe, dessen Schmachtfetzen &#8220;Piel&#8221; sie hier auf deutsch neu interpretiert: &#8220;Haut&#8221; entfaltet sich in gebrochenen Worten und im Kampf mit der eigenen Zaghaftigkeit über ein von Demian kongenial entworfenes Setting aus scheinbar ohne Muster verstreuten Soundbrocken &#8211; ein Kontrast, der im intensiven Finale des Stücks eine würdige Auflösung findet. Ihren früheren Aufnahmen am nächsten kommt die Vertonung von Arthur Schopenhauers &#8220;Sonnet, Weimar 1808&#8243;, &#8220;Zu Hause&#8221; dagegen ist am weitesten entfernt von ihrer leicht an Gurdjieff und De Hartmann erinnernder Klaviermusik. Diese Unterschiede sind natürlich zu einem großen Teil Demians Werk, der sich hier als graue Eminenz in den dunklen Ecken seiner klanglichen Rumpelkammer versteckt und mit frechem Augenzwinkern die Fäden zieht.</p>
<p>Stehen Rosas Beiträge eher für die zaghafte, wehmütige Seite von Ô Paradis, so sorgt ein anderer Freund des Hauses für die mitreißendsten, eruptivsten Momente des Albums. Bei Jota handelt es sich um keinen Geringeren als Jürgen Weber von Nový Svět, und wer sich mit seinen nicht auf Spanisch gesungenen Songs etwas schwer tut (oder generell mit sehr leidenschaftlichen Vocals in deutscher Sprache), der hat hier die Gelegenheit, sein Vorurteil zu revidieren. Die drei Songs zählen mit zum schwermütigsten, dass man von Ô Paradis und Nový Svět kennt, und sie fordern u.U. mehrmaliges Hören. &#8220;Alter Tage Glanz&#8221; ist das vielleicht unscheinbarste, aber auch das zugänglichste der drei Lieder und entwirft ein Selbstbild als zerbombte Ruine, deren Zerstörtheit auch die Erinnerung an den Glanz früherer Tage nicht schönzufärben vermag. Es gibt schwelgerische Momente bei Ô Paradis, auch auf dieser Platte, aber hier würde man sie vergeblich suchen.</p>
<p>Die beiden anderen Jota-Tracks sind schmissiger, aber m.E. auch vieldeutiger zu verstehen. Wieviel Rollenspiel steckt in den Posen des lyrischen Ichs, wie weit geht das Spiel mit Ambivalenz und Selbstironie in &#8220;Die Krone Wiegt Schwer&#8221;, dessen schwermütiges Lamento über ratternden Soundbrocken und einem tänzelnden Takt dank der ungehobelten Stimme nicht lamoryant wirkt. Man könnte dutzende Songs aus der Diskografie von Nový Svět (oder Nový Svět und Ô Paradis) nennen, bei denen dieser Tom Waits-artige Whiskey und Tobak-Flair wie auch hier die berührenden Melodien nur umso mehr hervorgehoben hat. Beschreibt &#8220;Weiter Weg&#8221; eine verzweifelte Suche, eine raslose Flucht oder beides zugleich? Besingt es eine spirituelle oder eine zwischenmenschliche Krise oder keines von beiden? Jota wäre nicht Jota und Regisseur Demian wäre nicht Demian, wenn sich diese Fragen leicht beantworten ließen. Fast etwas Naives haftet dem Song an, und dass er mit seinem an &#8220;Naciemento&#8221; erinnernden Groove und dem launigen Gekrächze <a href="https://www.blackmagazin.com/?p=23451">ein veritabler Ohrwurm ist, bemerke ich nicht als erster</a>.</p>
<p>Man tut dem Album im Grunde Unrecht, wenn man die Stücke Rosas und Jotas separat beschreibt, denn atmosphärisch bildet &#8220;Weiter Weg&#8221; eine vielfach verschlungene Einheit. Deutlich wird das nicht erst bei dem geerdeten Instrumentalstück &#8220;Ein Zettel unter den Augenliedern&#8221;, das die derangierte Soundmatrix des Albums wie in einem perfekten Trailer komprimiert, oder bei der zweiten, finalen Coverversion: Für &#8220;Strawberry Fields Forever&#8221; betritt Meister Recio endlich den sichtbaren Bereich der Bühne und zelebriert auf Englisch über tremolierenden Synthieflächen eine grandiose Feier des Dilletantischen. Im besten Sinne, falls man das ergänzen muss.</p>
<p>Ein Ô Paradis-Album, das aus der Reihe fällt, und ein Wiederhören mit einer lange verschollenen Sängerin und einem nur noch selten an die Öffentlichkeit tretenden Sänger &#8211; all das spricht für &#8220;Weiter Weg&#8221;, das seine eigenwillige Aura erst mit der Zeit offenbart und damit ein ganz eigenes, reizvolles kleines Universum eröffnet. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Wrotycz Records</strong></p>
<p><strong>Interview mit Ô Paradis auf <a href="http://africanpaper.com/2016/03/26/das-opium-der-schonheit-interview-mit-demian-von-o-paradis/">deutsch</a> und <a href="http://africanpaper.com/2016/03/26/the-opium-of-beauty-an-interview-with-demian-of-o-paradis/">englisch</a></strong></p>
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