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	<title>African Paper &#187; Post-Industrial</title>
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		<title>INTERRACIAL SEX: Forced Busing</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jul 2019 06:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/IbterrSe.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18215" title="IbterrSe" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/IbterrSe-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Power Electronics war von Anfng an das besonders schmutzige Kind des Industrials, nicht notwendigerweise allein wegen der monomanischen Lust an der Beschäftigung mit dem Verfemten und Verdrängten – das konnte auch die erste Industrialgeneration gut – , sondern weil Konfrontation mit dem weniger Erquicklichen und partiell Tabuisierten zusammen mit Faszination und (manchmal) Affirmation zu einer dunklen Masse verschmolz, die sich nicht mehr so einfach in ihre Bestandteile auflösen und eindeutig deuten ließ.<span id="more-18214"></span> Dabei bewirkte z.B. eine Strategie wie (scheinbare?)<a href="https://www.youtube.com/watch?v=y_ElP-oZ-2U"> (Über-)Identifikation</a>, dass man auf der einen Seite kontrovers und provokant sein konnte, gleichzeitig aber der gewählte Ansatz als Kritik am Dargestellten gelesen werden konnte.</p>
<p>Das nicht gerade subtil benannte Einmannprojekt Interracial Sex hat jüngst ein Tape veröffentlicht, in dem es um einen Teil der amerikanischen Geschichte geht, als versucht wurde, etwas gegen die Segregation an Schulen zu tun. Obwohl der Oberste Gerichtshof schon 1954 Rassentrennung an Schulen als verfassungswidrig eingestuft hatte, änderte sich häufig erst einmal nichts an der ethnischen Zusammensetzung vieler Schulen. Der Transport von Schülerinnen und Schülern an andere Schulen sollte dann dazu beitragen, dies zu ändern. Man mag das als historischen Schrittt auf dem Weg zur Gleichberechtigung sehen, leider <a href="https://www.youtube.com/watch?v=o8yiYCHMAlM">zeigt sich</a> (und das nicht nur seit dem Amtsantritt des Manns mit den kleinen Händen und der Twitterlogorrhoe), dass die Segregation an Schulen (inzwischen wieder) höher ist als früher, wenn auch aus anderen Gründen als zu Zeiten von Jim Crow.</p>
<p>Das Tape „Forced Busing“ will man von Labelseite verstanden wissen, als <a href="https://newforces.bandcamp.com/album/forced-busing">„in-depth exploration of racial desegregation in American cities“.</a> Auf 62 Minuten werden historische Aufnahmen mit analogen, atonalen Passagen kombiniert und vermischt. Immer wieder finden sich Auszüge aus einem Report aus dem Jahre 1956 über die (Klein-)Stadt Clinton in Tennessee mit ihren 4000 Einwohnern, von denen die meisten Weiße waren und in der es Proteste gegen die Versuche gab, die Schulen zu desegregieren. Es ist schon beklemmend, wenn der Kommentator lapidar feststellt: „by tradition and custom most of [the inhabitants of Clinton] believe in separate schools“. Dann hört man verfremdete Interviewpassagen, analoges Gebrummel und Gebrutzel, verschwommene, ineinandergehende Stimmen und brutale Noisepassagen. Die zweite Seite des Tapes beginnt mit den Worten des (weißen) Baptistenreverend Paul Turner: „[Black people, who have] of course the legal right to attend Clinton High School, had stayed home because of harassment, and hindrance and heckling and threats upon their lives“. Turner berichtet dann, wie er selbst von Protestierenden attackiert wurde. Eine (weiße) Frau sorgt sich um den Verfall der Hauspreise, sollten mehr „colored“ Familien einziehen, und auf die Frage, warum andere Bewohner Clintons Integration unterstützen, antwortet sie nur: „Frankly, I don&#8217;t know what reason they can have for it.“ Sie möchte alles tun, um diese Familien wegzubekommen, „legally and peacefully“ [sic].</p>
<p>Es ist interessant, wie unterschiedlich die Rezeption dieses Tapes ausfällt. Meinte ein User im Special Interests-Forum (man muss fürchten anerkennend)<a href="http://www.special-interests.net/forum/index.php?topic=52.7425"> „pretty brave for an artist to advocate for school segregation in this day n&#8217; age.“</a>, wurde im Wire attestiert: „[The tape is an] hour-long reminder that the past is prologue“. Letztlich ist &#8220;Forced Busing&#8221; ein mehr als beklemmender Tonträger, auch weil man sich in einem Akt des Zeitreisens vorstellen könnte, dass der gegenwärtige POTUS bzgl. Clinton gesagt hätte, dass auf jeder Seite<a href="https://edition.cnn.com/videos/politics/2019/04/26/president-trump-revisits-charlottesville-very-fine-people-comment-anderson-cooper-kth-ac360-vpx.cnn"> &#8220;very fine people&#8221;</a> seien.(JM)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://newforces.bandcamp.com/">New Forces </a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4165907032/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>ORDEAL BY ROSES: s/t</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Mar 2019 20:14:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einigen Monaten erschien im Schweizer Kein und Aber-Verlag eine Neuübersetzung von Yukio Mishimas autobiographischem Roman Geständnisse einer Maske. Wer dort liest, wie das Erwachen (homo)sexuellen Verlangens und die Verknüpfung von Sexualität mit Gewalt(fantasien) und Tod thematisiert werden, der braucht &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/03/22/ordeal-by-roses-st/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/ordeal.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17380" title="ordeal" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/ordeal-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor einigen Monaten erschien im Schweizer Kein und Aber-Verlag eine Neuübersetzung von Yukio Mishimas autobiographischem Roman<em> Geständnisse einer Maske</em>. Wer dort liest, wie das Erwachen (homo)sexuellen Verlangens und die Verknüpfung von Sexualität mit Gewalt(fantasien) und Tod thematisiert werden, der braucht nicht mehr das Werk Freuds und Batailles zu bemühen. <span id="more-17379"></span></p>
<p>1963 erschien der von Mishima zusammen mit dem Fotografen Eikoh Hosoe konzipierte Bildband <em>Ordeal By Roses, </em>in dem Körper(lichkeit) und Fetisch(isierung)<a href="https://www.theguardian.com/artanddesign/gallery/2016/nov/03/yukio-mishima-erotic-portraits-eikoh-hosoe-ordeal-by-roses-in-pictures"> illustriert</a> wurden.</p>
<p>Nach diesem Band hat sich das walisische Power Electronics-Duo benannt, das in der <a href="https://outsiderart.bandcamp.com/album/ordeal-by-roses">Selbstbeschreibung</a> die thematische Fokussierung auf „death, loss and mental struggles “ legt und gleichzeitig<a href="https://ordxxlbxrxsxs.bandcamp.com/"> appelliert</a>: “Resist Fascist insects.&#8221;</p>
<p>Die zwei unbeteitelten Stücke des neuen Tapes sind unterschiedlich ausgerichtet: Der zehnminütige Track auf der ersten Seite beginnt mit analogem und atonalen Brutzeln, es setzen Verzerrungen und Hochtöne ein und es herrscht eine fortwährende Unruhe, bevor am Ende ein verrauschtes Kirchenlied zu hören ist. Die B-Seite beginnt dagegen verhaltener und reduzierter. Die Dissonanzen scheinen unter der Oberfläche zu erklingen, wodurch allerdings der plötzlich einsetztende markerschütternde Brüllgesang besonders heraussticht.Ordeal By Roses erfinden das Genre sicherlich mit diesen beiden Stücken nicht neu, sind aber interessant genug, so dass man durchaus neugierig auf ein Vollzeitalbum sein kann. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://outsiderart.bigcartel.com/">Outsider Art </a></strong></p>
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		<title>AXEBREAKER: Brutality In Stone</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Mar 2019 07:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man hat oft den Eindruck, dass Vertreter von Power Electronics unter enormem Kongruenzdruck stehen, da fortwährend gezeigt werden muss, dass extreme Musik immer auch extremer Inhalte bedarf. Whitehouse, auf deren „Erector“-Album die Gattungsbezeichnung zurückgeht, haben mit ihren in der ersten &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/03/02/axebreaker-brutality-in-stone/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/Axebreakera1456005198_101.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-17240" title="Axebreakera1456005198_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/03/Axebreakera1456005198_101-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man hat oft den Eindruck, dass Vertreter von Power Electronics unter enormem Kongruenzdruck stehen, da fortwährend gezeigt werden muss, dass extreme Musik immer auch extremer Inhalte bedarf. Whitehouse, auf deren „Erector“-Album die Gattungsbezeichnung zurückgeht, haben mit ihren in der ersten Hälfte der 80er Jahre entstandenen Arbeiten (musikalisch wie vor allem ästhetisch-inhaltlich) Blaupausen für das geliefert, was das Genre die nächsten Jahrzehnte (häufig) prägen sollte: <span id="more-17238"></span>Serienkiller, Totalitarismus, sexuelle Gewalt &#8211; man denke etwa an &#8220;Right to Kill&#8221;, &#8220;Buchenwald&#8221;, &#8220;New Britain&#8221; oder &#8220;Dedicated to Peter Kürten&#8221;. Dabei schien es oft so, dass eine Konfrontation mit den etwas unschöneren Teilen der menschlichen Existenz zu einer Faszination mit dem Thematisierten wurde – letztlich schon angelegt bei Throbbing Gristle bei Stücken wie „Slug Bait“ oder „Very Friendly“ &#8211; und irgendwann bei manch einem zu einer plumpen Affirmation und zu Musik, bei der der appellative Charakter alles andere überlagerte.</p>
<p>Projekte wie die amerikanischen Shallow Waters situierten sich dagegen klar gegen  Polizeigewalt und die außenpolitischen Entgleisungen von God&#8217;s Own Country, allerdings weniger  &#8211; vorsichtig formuliert – ambivalent, als es bei einer Veröffentlichung wie „Save Our Slaves“ der Fall war. Auf dem kleinen Label Phage Tapes ist nun altes Material des Duos wiederveröffenticht worden und zeitgleich erscheint das neue Album von Axebreaker, dem Power Electronics-Projekt von Locrians Terence Hannum. Im Zuge einer zunehmenden Polarisierung der (nicht nur) amerikanischen Gesellschaft hat man inzwischen den Eindruck, dass zumindest partiell ein starkes Bedürfnis nach Eindeutigkeit da ist, dass Grauzonen einem Schwarz oder Weiß weichen müssen und Hannun charakterisiert sein Projekt dann auch eindeutig als<a href="https://axebreakerpowerelectronics.bandcamp.com/"> „anti-fascist power electronics“</a> und <a href="https://www.discogs.com/artist/5667575-Axebreaker">bezieht seine Motivation</a> zur Gründing von Axebreaker klar aus der Annahme, dass sich durch die Trump-Regierung inzwischen Faschismus in Teilen der Exekutive festgesetzt habe: „As a longtime fan of power electronics, I want to directly confront the right-wing posturing (and beliefs) inherent in its genesis as a genre and push it in a direction that uses its tropes to confront the vile ideology now enthroned in the executive branch and its supporters.“</p>
<p>Thematisch wird diese Ausrichtung schnell deutlich, ist der instrumentale Opener (mit fiesen Hochtönen und Rauschen) „Disorder“ doch dem linken Radiomoderator Alan Berg gewidmet, der von Mitgliedern der rechten Terrorgruppe „The Order“ ermordet wurde. „Ghost Skins“ ist mit dem analogen Brutzeln, ultraverzerrten hallenden Vocals und sirrenden Hochtönen der vielleicht konfrontativste Track des Albums. „Endless Power“ ist eine instrumentale unruhige Noisefläche. „New Nobility“ wird von stampfendem Rhythmus durchzogen und die Vocals, die eine klare Absage an jedwede Blut und Boden-Ideologie („Just a phantasm of a lie […] An ash in the dustbin of time“) erteilen, (er)klingen fast schon leidend. „The End of History“ beginnt mit dezenten Signaltönen, in die dann Verzerrungen einbrechen. Der in Charlottesville getöteten Heather Hayes ist das kurze fiepende „All Monuments Fall“ gewidmet. Auf „Murrah“ gehen die Vocals fast im Noiseinferno unter. „The State of Terror“ beginnt als ein ambientes, fast schon melodisches Satück mit brutalen Vocals.</p>
<p>Manches wirkt etwas (zu) bemüht, etwa dann, wenn auf der Bandcampseite darauf <a href="https://axebreakerpowerelectronics.bandcamp.com/merch/axebreaker-t-shirt">hingewiesen</a> wird, dass auf dem zum Verkauf angebotenen T-Shirt „Anti-fascist symbols“ zu finden seien, aber darüber kann man hinwegsehen, vor allem da den Texten trotz aller ansonsten gezeigten Eindeutigkeit das allzu Sloganhafte abgeht. Eine durchaus gelungene Veröffentlichung, die deutlich macht, dass der eine oder andere durchaus in einen Abgrund blicken kann ohne allzu großen Schaden zu nehmen. (JM)</p>
<p><strong>Label: <a href=" https://phagetapes.miiduu.com/">Phage Tapes</a></strong></p>
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		<title>FUTURO DE HIERRO: Paso en el Vacío</title>
		<link>https://africanpaper.com/2017/11/11/futuro-de-hierro-paso-en-el-vacio/</link>
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		<pubDate>Sat, 11 Nov 2017 07:54:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie viele Musiker, die auch als Veranstalter und Labelbetreiber auftreten, ist Viktor Hurtado aus Barcelona ein leidenschaftlicher Kollaborateur, in der Vergangenheit berichteten wir über Huan, sein dröhnendes Duett mit Jochen Arbeit, sowie über Ordre Etern, seine wuchtig-perkussive Post Industrial-Band, die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/11/11/futuro-de-hierro-paso-en-el-vacio/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/10/futuradehierropasoenelvacio.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14456" title="futuradehierropasoenelvacio" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/10/futuradehierropasoenelvacio-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wie viele Musiker, die auch als Veranstalter und Labelbetreiber auftreten, ist Viktor Hurtado aus Barcelona ein leidenschaftlicher Kollaborateur, in der Vergangenheit berichteten wir über <a href="http://africanpaper.com/2016/01/30/jochen-arbeit-huan-st/">Huan, sein dröhnendes Duett mit Jochen Arbeit</a>, sowie über <a href="http://africanpaper.com/2016/07/23/ordre-etern-revolucio-soterrada/">Ordre Etern</a>, seine wuchtig-perkussive Post Industrial-Band, die wohl fürs erste auf Eis gelegt scheint. Futuro de Hierro ist eines seiner raren Soloprojekte, und mit diesem schickt er sich an, neue Kombinationsmöglichkeiten des Treibenden, Schweren, Dunklen und Atonalen zu erforschen.<span id="more-14455"></span></p>
<p>„ No et Pots Fer En Rerre“ &#8211; „Sie können nicht zurück gehen“ &#8211; heißt das erste Stück auf Katalanisch, das einen mit verzerrten Schleifgeräuschen direkt in die Mitte des Geschehens wirft, in dem aggressive Highspeed-Rhythmen und darüber gepfropfte proklamatorische Brüllvocals wie ein Hybrid aus The Klinik und Non die Gehörgänge malträtieren. Ein unerbittliches Stück, denn sobald man sich an einen bestimmten Lärmlevel gewöhnt hat, kommt etwas neues, lauteres hinzu. „Veces Somos Uno“ ist über weite Strecken das Gleiche in gebrochenerer, hektischerer Form, doch schamanisch beschwörender Gesang dämmt die Noise-Überflutung etwas ein.</p>
<p>Zwischen den beiden LP-Seiten gibt es eine vage konzeptuelle Trennung, denn der stark rhythmische Schwerpunkt existiert auf der zweiten Seite so nicht. Der Titeltrack, der unterschwellig rauschend und rumpelnd beginnt, wirkt anfangs wie ein Zwischenspiel, erst durch hallunterlegte Shouts, die schnell in von Noiseblitzen durchzuckte Schmerzensschreie übergehen, entpuppt es sich als zentrales Stück. Merkwürdig irreal das finale „No Hay Final“, dessen immer mal ins Stocken geratender Takt diesen Esplendor Geometrico- und Throbbing Gristle-Wiedergänger verfremdet und noch stärker geraten lässt. &#8220;Es gibt kein Ende&#8221; lautet der Titel auf deutsch, und man weiß nicht &#8211; und soll vielleicht auch nicht wissen &#8211; ob dies eine Drohung oder eine Verheißung ist.</p>
<p>Futura de Hierro hat einen starken Fokus auf Vocals, und wer des Spanischen und des Katalanischen nicht mächtig ist, muss sich mit dem mitreißenden Effekt der dramatischen Stimmarbeit begnügen. Wenn mich meine rudimentären Kenntnisse nicht täuschen, wird im Verlauf immer wieder der intensive Moment als initiatorischer Akt, der titelgebende &#8220;Sprung in die Leere&#8221; und das freiwillige Leid als Auftakt der persönlichen Transformation beschworen &#8211; und ich wette, dass das ohne jeden New Age-Kitsch vonstatten geht. Abgesehen davon wird hier einmal mehr klar, dass viele längst klassisch gewordenen Motive der jahrzehntelangen Industrial-Nachwehen immer noch für innovative Ideen taugen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://magiaroja.net/">Màgia Roja</a> / <a href="http://opaltapes.com/">Opal Tapes</a></strong></p>
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		<title>LAST DOMINION LOST: Abomination of Desolation</title>
		<link>https://africanpaper.com/2017/10/28/last-dominion-lost-abomination-of-desolation/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Oct 2017 08:59:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem der Name Last Dominion Lost ursprünglich rückwirkend für Aufnahmen verwendet wurde, die John Murphy, Jon Evans und Dominic Guerin Anfang der 90er gemacht hatten, wurde in den letzten Jahren aus Last Dominion Lost eine aus Murphy, Evans sowie Julian &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/10/28/last-dominion-lost-abomination-of-desolation/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/10/Last-Dominion-LostR-10973588-1507477314-6375.jpeg.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14416" title="Last Dominion LostR-10973588-1507477314-6375.jpeg" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/10/Last-Dominion-LostR-10973588-1507477314-6375.jpeg-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nachdem der Name Last Dominion Lost ursprünglich rückwirkend für Aufnahmen verwendet wurde, die John Murphy, Jon Evans und Dominic Guerin Anfang der 90er gemacht hatten, wurde in den letzten Jahren aus Last Dominion Lost eine aus Murphy, Evans sowie Julian Percy bestehende und in Berlin ansässige Band, die eine durchaus an den Ursprüngen des Industrials orientierte Geräuschmusik spielte, aber dem 21. Jahrhundert klanglich angemessen agierte. <span id="more-14415"></span>Über „Tower Of Silence“, das eigentliche Debüt, hieß es dann auch <a href="http://africanpaper.com/2014/09/13/last-dominion-lost-towers-of-silence/">auf diesen Seiten</a>, „dass Last Dominion Lost einen transparenten Klang schätzen, keinen Soundbrei, der vielleicht kurzfristig dem Hörer die Ohren zum Klingen bringt, dessen Effektivität sich aber schnell abnutzt.“ und man kann diese Einschätzung auch bzgl. des Nachfolgers – zwischendurch erschien das 2011 aufgenommene Livealbum <a href="http://africanpaper.com/2015/11/14/last-dominion-lost-snowdrops-from-a-curate%e2%80%99s-garden">„Snowdrops From A Curate’s Garden“</a>  – „Abomination of Desolation“ äußern, denn wenn eine Reihe von Vertretern atonaler Geräuschmusik auf maximale Verzerrung und Statik setzen (am offensichtlichsten bei dem selbst so betitelten Wall Noise), beschreiten Last Dominion Lost einen anderen Weg, bei der statt Statik Dynamik oder besser gesagt: Unruhe herrscht – und das ist bei diesem „uneasy listening“ durchaus als Kompliment zu verstehen.</p>
<p>Mit einem dem Buch Daniel entliehenen Titel, der auch schon <a href="https://www.discogs.com/Morbid-Angel-Abominations-Of-Desolation/master/4556">Morbid Angel</a> und <a href="http://www.eldritchdark.com/writings/prose-poetry-plays/1/the-abomination-of-desolation">Clark Ashton Smith</a> inspirierte, macht die Band deutlich, in welche Richtung das Album geht. Von Labelseite heißt es auch: „Desolation: total, utter, without remit. Departure, loss, absence, yawning valleys of noise. The overture moans from the terminal ward. The humiliation of the cadaver, the scouring of abandoned houses and rubbish heaps, a planet blasted by the fruits of hubris. The last sigh of bathos: &#8220;It is finished“.&#8221; Diese Sätze scheinen nur auf den ersten Blick hyperbolisch, denn natürlich kann bzw. muss man das Album auch vor dem Hintergrund von John Murphys Tod lesen. Murphy hatte Konzept und musikalische Ausrichtung ursprünglich für sein Projekt Krank angedacht, um seine Krankenhauserfahrungen zu verarbeiten. Beendet wurden diese Aufnahmen von Percy, Evans sowie Till Brüggemann von Gerechtigkeits Liga, der seit einiger Zeit festes Mitglied von Last Dominion Lost ist.</p>
<p>Letztlich ist das dystopische Musik, bei auf der der Stimme wenn nicht unbedingt eine zentrale, dann doch nicht zu unterschätzende Rolle zukommt: So etwa die Schreie, die auf „Overture To Desolation“ zu hören sind, während es scheppert und Glas zu zerbrechen scheint. Man hört aggressiv-derangierte Vocals auf „Dimunitive Cruciform“, irrsinnig dämonisches Stimmengewirr auf „Irrumatio Del Mortis“ oder aber im Hintergrund schreiende Personen auf „Bludger’s Kill“. „Devil’s Path, ein fast schon leicht atonales, analoges Ambientstück , wird von Flüstern durchzogen, „Beyond The Valley Of The Flies“ knüpft daran musikalisch an. Auf dem von ritueller Perkussion durchzogenen „Blueprint for Urban Warfare“ erklingen schmerzverzerrte Vocals, die eine psychische wie physische Auflösung zu illustrieren scheinen. Lediglich &#8220;Cursed Earth&#8221; erinnert vom Gesang an Power Electronics. Das ist vielleicht im positivsten Wortsinn pathologische Musik. In Anlehnung an Throbbing Gristle könnte man auch von einer “Journey through a diseased body” sprechen. Die Landschaften, die hier vor dem Auge des Hörenden entstehen, sind wahrlich (ver)wüst(et).</p>
<p>In <a href="http://www.eldritchdark.com/articles/reviews/29/klarkash-ton-as-described">Klarkash-Tons</a> Prosagedicht &#8220;The Abomination of Desolation&#8221; heißt es:„Of this horror, many tales are told, and nearly all of the tales are different. Some say that the thing has neither visible form nor audible voice“, Last Dominion Lost haben dem Grauen eine mehr als adäquate Stimme gegeben. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.transformed.de/">The Epicurean</a></strong></p>
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		<title>V.A.: Epicurean Escapism</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jun 2012 07:02:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unter Eskapismus versteht man – kurz gesagt – das Ausblenden der alltäglichen Realität. Will man es genauer wissen, so bemerkt man schnell, dass man ein Fass ohne Boden vor sich hat. Man erfährt, dass Eskapismus oft Kunstwerken nachgesagt wird, in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/06/30/v-a-epicurean-escapism/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4710" title="epicureanescapism" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a>Unter Eskapismus versteht man – kurz gesagt – das Ausblenden der alltäglichen Realität. Will man es genauer wissen, so bemerkt man schnell, dass man ein Fass ohne Boden vor sich hat. Man erfährt, dass Eskapismus oft Kunstwerken nachgesagt wird, in der Regel denen, die nicht direkt Stellung zu Problemen der Zeit beziehen. Vielleicht auch, dass der Begriff erst in der Moderne aufgekommen ist, und für allerlei Fluchtreflexe steht, die eine von Masse und Marktgesetzen geprägte Gesellschaft mit all ihren Entfremdungserscheinungen nach sich zieht. <span id="more-4707"></span>Der mongolische Nomade (den es so freilich auch wieder nur in der Vorstellung von Stammtischsoziologen gibt) kennt weder Entfremdung noch Eskapismus, aber sicher bedeutet Alltag auch in der Moderne stets etwas anderes, je nach der Rolle, die man in seinem Bereich der Gesellschaft einnimmt. Und überhaupt, Flucht für wie lange, wohin und zu welchem Zweck? Flucht als innere Emigration oder als völlige Eremitage? Weshalb diese demonstrative Absage an die vita activa?</p>
<p>Zunächst einmal muss man festhalten, dass Eskapismus kein Konzept ist, sondern vor allem ein emotionales Schlagwort. Befragt man dazu die Intellektuellen, bekommt man recht unterschiedliche Antworten. Natürlich betonen einige das Moment des Mutlosen, Resignativen, das mancher Weltflucht fraglos anhaftet, selbst wenn das Ziel eine künstlerisch ausgearbeitete Fantasiewelt ist. Eskapismus gilt unter solchen Gesichtspunkten als reine Blockade, als Ausdruck eines kindischen Trotzes. Viele allerdings haben ein positives Bild vom Abtauchen in die subjektive Gegenwelt. Für dekadente Autoren wie Huymanns und ihre Erben (Lovecraft, Houellebecq) impliziert eine solche Flucht die radikale Kritik an einer sozial verkümmerten Gesellschaft. Für Philosophen wie Ernst Bloch ist er zugleich Möglichkeit zur Regeneration und ein Quell der Kreativität, die oft erst im Zustand der Sammlung und des vorübergehenden Ausklammerns alltäglicher Einflüsse gedeihen kann. Eine Quelle ebenso für neue Sichtweisen auf die Welt, im Idealfall fern von Masse, Markt und funktionalem Räderwerk. Werke, die unter einem solchen Movens entstehen, sind oft ambivalent und meist auch eher düster als blumig, denn sie tragen die Angst und den Hass gegen eine Realität in sich, die sie zu vermeiden suchen. Bloch sah seinerzeit gerade die Musik als besonders geeignet, ein solches Gefühl und die damit zusammenhängende Utopie umzusetzen. Auch auf der am 07.07. in Berlin stattfindenden Veranstaltung „Epicurean Escapism &#8211; Festival for Escapist Music &amp; Arts“ liegt ein besonderer Fokus auf Konzerten, abgerundet durch Beiträge aus bildender Kunst, Performance und Film. Ein noch offensichtlicherer roter Faden ist die Tatsache, dass alle beteiligten Künstler mehr oder weniger in der Tradition des Industrial stehen.</p>
<p>Begleitend erscheint die vorliegende Tape C-50/DVD-R-Compilation, auf der alle Teilnehmer mit einem exklusiven (oder exklusiv bearbeiteten) Beitrag vertreten sind. Der Auftakt des Tapes hält gleich die größte Überraschung bereit, denn „Drain Sounds in the Well“ ist seit Jahren der erste Track, den der bekannte Drummer und Klangkünstler John Murphy unter seinem Projekt Krank veröffentlicht, diesmal in Zusammenarbeit mit Till Brüggemann von Gerechtigkeits Liga. Mit Mischpult und Field Recordings wird eine primitivistisch ausgestaltete Klanglandschaft entworfen, die neben jeder Menge Gefiepe vor allem durch metallische Perkussion geprägt ist. Wie ein Großteil der Beiträge ist das darauf folgende Anemone Tube-Stück von eher flächiger Struktur. „Dream Landscape“ ist eine neu abgemischte Version des Titelstücks vom 2010er Album; eine intensive Traumlandschaft voll bedrohlicher Nachtgesichte bewegt sich auf den Hörer zu, und wer sich dem lärmigen Dröhnen nicht entziehen kann, verliert sich am Ende im Sog der Klänge. Die schwedische Combo IRM liefert einen rauen Live-Track, der in seiner fließenden Vorwärtsbewegung an Anemone Tube anknüpft. Das Soghafte des Vorgängerstücks indes tritt zugunsten eines verzerrteren Klangbildes etwas zurück, der sich mit der Zeit verdichtende Sound wird von entmenschlichten Schreien akzentuiert, die man von früheren Aufnahmen der Gruppe kennt.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism2.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-4733" title="epicureanescapism2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism2-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Jarl, das Projekt eines der IRM-Musiker, widmet sich in „Succubus“ dem Mythos des teuflischen Blutsaugers in Gestalt einer schönen Frau. Im Zentrum der Musik steht ein minimaler Loop, der von der Klangfarbe her sogar im klassischen Sinne schön ist. Im Verlauf ergänzt durch Bassgebrumme erzeugt er die organischsten Momente der kleinen Sammlung, melancholische Ambientsounds geben dem Stück zudem eine markante Spannungskurve. Mit „Obsession Intermezzo“ und „Path of the Unwanted“ ist Human Larvae, ein deutsches PE-Projekt, gleich mit zwei Tracks vertreten. Was noch wie hintergründiger Ambient beginnt, steigert sich graduell zu infernalischem Noise mit doomigen Untertönen, v.a. der zweite Track zählt mit seinen verzweifelt herausgebrüllten Vocals zu den intensivsten Momente des Tapes. Dissecting Table, einer der musikalisch oft „westlicher“ orientierten Japanoise-Acts, trägt ein sehr eigentümliches Klanggebilde voller Zitate bei, die an sleazige Filmmusik erinnern und aus jeglichem Noiseklischee angenehm herausstechen. Ähnlich dem Beitrag von Krank und im Unterschied zu den europäischen Acts ist „Human Sacrifice“ weniger fließend, sondern eher ein Panorama an merkwürdigen Sounds. Mit „In A New Light“, einem bisher unveröffentlichten Stück aus der „Dream Landscape“-Session, sorgt Anemone Tube mittels verhallter Streicher, Radiosamples und verfremdeter Stimmen für einen desolaten Ausklang. Martin Bladh von IRM und Skin Area ist auch Performancekünstler und Kurzfilmer, ein vor einigen Jahren etwas untergegangener und mittlerweile längst vergriffener Film von ihm erscheint auf der beiliegenden DVD-R. Freunde des Wiener Aktionismus und sleaziger Überschreitungen werden an dem Video ihre Freude haben. Unter denen, für die Noise-Kultur reine Musik ist, gibt es sicher einige, für die „Pig and Tomboy“ gewaltig an den Grenzen des guten Geschmacks kratzt.</p>
<p>Was diese Compilation auszeichnet ist die mehr als solide Balance zwischen Qualität und Vielseitigkeit. Gerade letztere sollte man bei dem mittlerweile schon recht alten Genre Industrial mit all seinen epigonalen Erscheinungen durchaus lobend hervorheben. Krank steht für die verspielte Seite des experimentellen Noise, Anemone Tube für dessen surreale, kontemplative Natur. IRM und ihre Ableger verkörpern (in Vermeidung des etwas abgedrosschenen Wortes &#8220;transgressiv&#8221;) den extremen, provokativen Performance-Charakter, Human Larvae die fatalistiche Dunkelheit und Dissecting Table stehen letztlich für die derangierte und hedonistische Seite einer Musiktradition, die in den späten 70ern ihre Initialzündung erfuhr. All dies unter dem Begriff des Eskapismus zu fassen, hebt sicher ein Element unter anderen besonders hervor &#8211; Industrial hatte ja auf der einen Seite stets einen starken Wirklichkeitsbezug, schon da er den Sound der Produktionsprozesse ins Zentrum seines Stils stellte. Dagegen steht indes eine Haltung größtmöglicher Negation, sowie die Tatsache, dass viele im Industrial verwurzelte Konzepte später eine mystische Färbung bekamen (aus TG entstanden Psychic TV und später Coil, the rest is history). Ein interessantes Konzept also, dass auch in festgefahrenen Gemütern neue Reflexionen über die Funktion von Gegenkultur entfachen könnte.</p>
<p>Die Tape/DVD-R-Compilation erscheint in hundert Exemplaren in silberner oder roter Hülle. Das Festival findet kommenden Samstag im Berliner Veranstaltungsraum &#8220;FEED&#8221; statt.</p>
<p>Labels: The Epicurean/<a href="http://www.silkentofu.org/">Silken Tofu</a></p>
<p><a href="http://www.transformed.de/programm.html">Festival-Programm</a></p>
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		<title>SKIN AREA: Rothko Field</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 08:08:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wiener Aktionisten und insbesondere Rudolf Schwarzkogler haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf verschiedenste Industrialgenerationen gehabt. So (re)produzierte Steven Stapleton (ob intendiert oder nicht) den Mythos von Schwarzkoglers vermeintlicher Autokastration. Die Performances von COUM Transmissions wären ohne die Vorarbeit der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/02/25/skin-area-rothko-field/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/SkinArea-RothkoField.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3858" title="SkinArea-RothkoField" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/SkinArea-RothkoField-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Wiener Aktionisten und insbesondere Rudolf Schwarzkogler haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf verschiedenste Industrialgenerationen gehabt. So (re)produzierte Steven Stapleton (ob intendiert oder nicht) den Mythos von Schwarzkoglers vermeintlicher Autokastration. Die Performances von COUM Transmissions wären ohne die Vorarbeit der Wiener Gruppe undenkbar gewesen. Dass oftmals der Bezug bei weniger inspirierten Künstlern ein nur oberflächlicher zu sein scheint, der eher schmückendes Beiwerk denn ernsthafte Auseinandersetzung ist, daran kranken weite Teile der Subkultur. <span id="more-3856"></span></p>
<p>Es gibt aber auch immer wieder Gegenbeispiele. Einer der jüngeren Vertreter des Industrials, der sich im letzten Jahrzehnt am konsequentesten an den Österreichern abgearbeitet hat, ist Martin Bladh, Sänger und Texter von IRM und Skin Area, Maler, Performancekünstler, Übersetzer und Theoretiker. Seine Bezugspunkte sind immer wieder die Deformationen des Körpers gewesen, so etwa die „physische[...] Präsenz des Fleisches“ (A. Zweite) in der Malerei Francis Bacons, der „Schmerz der Märtyrer“ in Hermann Ungars (und von Bladh illustrierten) Roman „Die Verstümmelten“, der von Pfleilen penetrierte Heilige Sebastian oder die verrenkten Puppen Hans Bellmers, ebenso (natürlich) die Überschreitung und Verausgabung bei Bataille, die Transzendenz der Opferung &#8211; „the beauty of the passion“, wie Bladh in einem Interview sagt &#8211; in Nitschs Orgienmysterientheater oder aber  Artauds „Theater der Grausamkeit“, das das von Bladh zusammen mit dem Enfant terrrible Bo Cavefors konzipierte „Neue Theater der Grausamkeit und Dekadenz“ inspirierte. Bladh lotet mit einer unglaublichen Konsequenz in den jeweils gewählten Medien das Spannungsfeld zwischen Masochismus und Sadismus, Opfer und Täter aus.</p>
<p>Die Fokussierung auf das Abjekt und das Verfemte wurde bei IRM musikalisch oft brachial umgesetzt – was auch an den verzerrten, konfrontativen Vocals lag -, wobei die letzten Verröffentlichungen ein differenzierteres Klangbild boten. Auch das aus Bladh und Magnus Lindh bestehende Projekt Skin Area hat auf den bisherigen Veröffentlichungen wenig plakativ geklungen. Auf dem dritten Skin Area-Album „Rothko Field“ lässt der Schmetterling in seiner Symmetrie an die „Blut Rohrschach“-Bilder auf IRMs „Virgin Mind“ denken und dies spiegelt sich auch in der Anordnung der Tracks wider: Das in der Mitte situierte „Void“ dient als Spiegelachse, hinter der die ersten vier Stücke als Wiedergänger in leicht anderer, reflektierter (?) Form  auftauchen. „Threshold“ setzt gesanglich auf volle Konfrontation: Bladhs Stimme brüllt in den Lautsprechern, oszilliert zwischen links und rechts, wohingegen die Instrumentierung (Klavier (?)) nur dezente, kaum wahrnehmbare Kontrapunkte setzt. Im Text wird wieder einmal eine Art Versuchsanordnung, eine Inszenierung entfaltet, der Verweis auf den Protagonisten und den Antagonisten lässt hier an Bladhs Beschreibung seiner Auftritte denken. „In the Skin“ erinnert an die Wucht und ultralangsame Brachialität der frühen Swans, das schleppende Schlagzeug und die Gitarre erzeugen einen zähflüssigen Sud, in dem die Stimme und der Text weniger dominant sind, fast scheint Bladh hier nur einige Wörter assoziativ aneinanderzureihen.</p>
<p>Der Titeltrack verweist auf Mark Rothko und natürlich kommt einem in den Sinn, dass vielleicht die frühen und von Nietzsche und griechischen Tragödien beeinflussten Gemälde für Bladh eine größere Relevanz haben als die Farbfeldmalerei der späteren Jahre, für die Rothko heute primär bekannt ist, aber der langsam mäandernde Strom des Titelstücks, in den Bladhs Stimme einbricht und sowohl spricht als auch brüllt, sowie der Titel scheinen das zu widerlegen. Das ist ein erdrückend-zäher „wall of sound“, in dem man „Fleischbilder“ auftauchen sieht. „Hypnagoga“ nimmt die Aggression zurück, erzeugt mit geloopten Melodiefragmenten, stammelnden Frauenstimmen und schreienden Babies tatsächlich somnambule Musik „jenseits der Mauer des Schlafes“. „Void“ ist ein von Orgeldrones bestimmtes Stück, das hier einen Moment der Transzendenz abseits der fleischlichen Ekstase erschafft und letztlich näher an dem ist, was ein kleines Bremer Label seit Jahren in verschiedensten Formen konsequent veröffentlicht als an Power Electronic. Die zweite Version von „Hypnagoga“ erzeugt mit ähnlichen Mitteln wie der erste Teil eine Traumatmosphäre, in der irgendwo orientalisch anmutende Klänge verborgen sind. „Rothko Field“ entwickelt sich über 17 Minuten hinweg langsam und strahlt eine unglaubliche Schwere aus (unweigerlich musste ich daran denken,  dass Paul Lemos&#8217; kurzzeitiges Slow-Doom-Projekt  Skin Chamber hieß), der Gesang klingt wesentlich gequälter und irritierender, hier hat man den Eindruck, man höre das, was im Text als „the ecstasy terror“ beschrieben wird. „In the Skin “ knüpft an den ersten Teil an, wobei das Schlagzeug weniger zäh, im Rahmen dieses Albums fast schon treibend ist. Die letzten 55 Sekunden sind „Threshold“ gewidmet: Stimmen sprechen ineinander: „1: incident 2: going to hurt 3: just a flesh wound“.</p>
<p>Das Feld, das Areal, das hier abgesteckt wird, ist gesäumt von Sehnen und bedeckt von (verletzter, blutender) Haut.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://malignantrecords.com/">Malignant </a></p>
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		<title>M.B.: S.F.A.G.</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:29:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das ultimative Referenzwerk aus der Frühphase Maurizio Bianchis ist das 1981 erstmals auf Nigel Ayers’ Label Sterile Records veröffentlichte Album „Symphony for a Genocide“, ein Album voll entmenschlichten Maschinenlärms, das im 11. Kata-Magazin der Come Organisation adäquat als „low key &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/m-b-s-f-a-g/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/MB-SFAG.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-439" title="MB-SFAG" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/MB-SFAG.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das ultimative Referenzwerk aus der Frühphase Maurizio Bianchis ist das 1981 erstmals auf Nigel Ayers’ Label Sterile Records veröffentlichte Album „Symphony for a Genocide“, ein Album voll entmenschlichten Maschinenlärms, das im 11. Kata-Magazin der Come Organisation adäquat als „low key depression piece[…]“ tituliert wurde.  Zwei Jahre später wurde das nur in einer geringen Auflage herausgebrachte Album als Tape auf Broken Flag wiederveröffentlicht – auf Bianchis Wunsch zusammen mit einem Remix des Albums namens „S.F.A.G.“.<span id="more-438"></span></p>
<p>Der Ansatz Bianchis war (zumindest klanglich) weniger aggressiv und konfrontativ (aber nicht weniger verstörend) als bei (den frühen) SPK (deren erste Singles  partiell durchaus vom Punk beeinflusst waren) oder WHITEHOUSE mit ihren Hochfrequenztönen (die auf „S.F.A.G.“ nur kurz gegen Ende zum Einsatz kommen) und dem sich zur Hysterie steigernden Geschrei, aber gleichzeitig auch durch den weitgehenden Verzicht auf Vocals weniger greifbar als THROBBING GRISTLE. Bianchis Arbeiten der Frühzeit sind oftmals auf eine beunruhigende Art unheilschwanger und auf „S.F.A.G.“  meint man kaum, dass ein Mensch diese Klänge erzeugt hat („This is the sound of industrial music“ schrieb ein Rezensent 1982); wenn nach etwa zehn Minuten Geräuschkonstellationen auftauchen, die entfernt an Melodien erinnern und das ganze nach einem Trauermarsch klingen lassen, ist man fast überrascht. „S.F.A.G.“ ist  (im durchaus positiven Sinne) völlig entseelte Musik, die fortwährend verdeutlicht, wie mit recht primitiven Mitteln maximale Wirkung erzeugt werden kann.</p>
<p>Konsequenterweise ist die beiliegende zweite CD eine Art Remix von „S.F.A.G.“ – diesmal allerdings von (drei) Außenstehenden: Peter Andersson – der beide CDs auch neu gemastered hat – legt bei seiner Interpretation über lange Strecken den Schwerpunkt auf reduzierte, dunkle Klangflächen, in die nur kurzzeitig Störgeräusche einbrechen. Henrik Björkk lässt im Hintergrund die melodischen Passagen rauschen, während im Vordergrund verzerrte Sounds dominieren. Im Gegensatz zu vielen anderen Arbeiten des Schweden ist seine Interpretation aber relativ zurückhaltend und der Atmosphäre des Originals durchaus angemessen. Erik Jarl, der musikalische Kopf von IRM, scheint sich von allen drei noch stimmungsmäßig am nächsten am Ausgangsmaterial zu befinden: auch hier Maschinengeräusche aus der/einer Todesfabrik. Alle drei Mixe sind auf ihre Weise gelungen, wobei kein einziger an die verstörende Intensität des Originals heranreicht– das mag auch an der Qualität des Klangs liegen, die in der ersten Testcard einmal kritisiert wurde, m. E. aber zur Effektivität beiträgt: Dem Original hört man an, dass es vor einigen Jahrzehnten aufgenommen wurde.  Bei den Mixen merkt man fortwährend, dass sie in jüngerer Zeit in einem Studio entstanden sind, das Originalalbum vermittelt dagegen den Eindruck, in einer entvölkerten, urbanen Wüste gingen noch in einer Fabrik ein paar Maschinen ihrer Arbeit nach.</p>
<p>Vielleicht lässt sich die Beziehung zwischen beiden Alben mit Bezugnahme auf ein anderes Medium erklären: den Film. Verglichen mit den Originalen sind viele Remakes von Endsiebzigersplatterfilmen zwar oftmals härter, was die expliziten Gewaltdartsellungen angelangt, gleichzeitig aber auch weniger rau, weniger “authentisch”.</p>
<p>Ich glaube, dass ich im Rahmen einer Rezension der DEMONS, die ganz sicher von dem Italiener beeinflusst worden sind, von „dystopischer Musik“ sprach, eine Bezeichnung,die auch auf assoziative Weise „S.F.A.G.“ angemessen beschreibt, wobei das Album  sicher kein Soundtrack für die Somagetränkte „schöne neue Welt“ wäre.</p>
<p>(M.G.)</p>
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		<title>V.A.: Schlagstrom! Vol. 5</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:01:52 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Schlagstrom-Festival ist eine Berliner Konzertreihe, die sich verschiedenen Spielarten elektronischer Musik widmet und alten Szeneveteranen und Newcomern die Möglichkeit gibt, sich die Bühne zu teilen. Innerhalb der elektronisch erzeugten oder zumindest bearbeiteten Musik ist so ziemlich alles möglich, ein &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/v-a-schlagstrom-vol-5/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/schlagstrom5.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-383" title="schlagstrom5" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/schlagstrom5.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das Schlagstrom-Festival ist eine Berliner Konzertreihe, die sich verschiedenen Spielarten elektronischer Musik widmet und alten Szeneveteranen und Newcomern die Möglichkeit gibt, sich die Bühne zu teilen. Innerhalb der elektronisch erzeugten oder zumindest bearbeiteten Musik ist so ziemlich alles möglich, ein weiteres Kriterium ist natürlich die Attraktivität der meisten Acts für schwarzgekleidetes Publikum jedweder Art, also eher Elektro als Electro, um es auf die Korinthentour zu sagen.<span id="more-381"></span></p>
<p>Was selbst einen Elektrobanausen wie den Verfasser dieser Rezension zum diesjährigen Schlagstrom locken konnte, war u.a. ein Auftritt von Steven Stapleton und Andrew Liles, die – mit David Tibet im Schlepptau – ein kraftvolles Dreiviertelstunden-Set zum besten gaben, das überwiegend exklusiv war, aber auch einige CURRENT 93-Zitate in petto hatte. Gelohnt hatte es sich, die beiden Haudegen in Aktion hinter ihren Turntables zu sehen, und die dronig-noisige Breitseite, die sie zum besten gaben, ließ auch nach der kurzen Darbietung keine Wünsche mehr offen. So ungewöhnlich Tibet auf einem Elektro-Konzert auch wirken mag, seine zwei kurzen Gastauftritte begeisterten durchweg, und das Gros des Publikums starrte wie elektrifiziert auf die Bühne, als er mit der bekannten Koboldstimme seinen „Maldoror“ intonierte. Da das Festival auf zwei Bühnen verteilt war, konnte man unmöglich alles mitbekommen und wollte das vielleicht auch gar nicht. Zu den Highlights des ersten Abends zählten weiterhin die (sich personell überschneidenden) Klangbastler von KUNST ALS STRAFE und MERCYDESIGN, die jeweils gute Konzerte gaben, auch wenn ich mir bei letzteren gewünscht hätte, die Abmischung wäre den einzelnen InstrumentalistInnen an Cello, Saxophon, Akkordeon und Singender Säge noch etwas gerechter geworden. Aber es war ja ein Elektro-Festival, vielleicht passte es dann ganz gut, dass eher die elektronischen Aspekte zur Geltung kamen, und die konnten sich allemal hören lassen.</p>
<p>Insgesamt war viel Herumlaufen angesagt, die Performance von N.U.Unruh (EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN), die auf einem Loop aus LIAISON DANGEREUSES’ „Los Ninos del Parque“ und einem mit allerlei Schlaggeräten bewaffneten Publikum basierte, zog sich für nicht Mittrommelnde ohnehin etwas in die Länge, und der Rest war wie so oft Geschmackssache. Also das übliche – Bekannte treffen, Smalltalk, am Merchandisestand die eigene NWW-Sammlung aufstocken und ja – eine Promo namens „Schlagstrom Vol. 5“ entgegen nehmen. Um diese nun angemessen würdigen zu können, müsste man idealerweise ein alter Noise- und Elektrohase sein. Da dies nicht der Fall ist nun das ganze im Schnelldurchlauf: Unter den rund fünfzundsiebzig Minuten voller Licht und Schatten findet sich verzerrt Analoges (SKRODER), natürlich einige Vertreter des sogenannten Rhythm’n Noise, was für mich als Banausen immer so etwas wie ESPLENDOR GEOMETRICO auf Vollgas bedeutet (WINTERKÄLTE, SONAR, EUCLID), Tanzbares für Bodystyler der alten und natürlich besseren Schule (PORTION CONTROL), jede Menge vertrackter Beats (WIEROLYB, TWINKLE, YURA YURA), Erhabenes aus der Ambientecke (JOB KARMA), und zuguterletzt ein paar experimentelle Klangkollagen mit allerhand schrägen Sounds (KUNST ALS STRAFE, HAVBLIK AUDIO, SUDDEN INFANT).</p>
<p>Wer also auf tanzbare Elektronik steht, und dabei auch schon mal über den Tellerrand schaut, der dürfte hier auf jeden Fall etwas für seinen Geschmack finden, ein Großteil der Beiträge soll zudem exklusiv sein. Stapleton und Liles sind nicht vertreten, und irgendwie hätte es auch nicht wirklich gepasst. (U.S.)</p>
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