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	<title>African Paper &#187; Siavash Amini</title>
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		<title>Caligo: Neues Werk von Siavash Amini</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jun 2025 03:44:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit &#8220;Caligo&#8221;, das am 11. Juli bei Room40 als CD und zum Download erscheint, setzt sich der iranische Komponist Siavash Amini auf radikale Weise mit Geschichte auseinander und mit der Frage, wie sich Klang transformieren lässt, ohne seine Herkunft zu &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/06/21/caligo-neues-werk-von-siavash-amini/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit &#8220;Caligo&#8221;, das am 11. Juli bei Room40 als CD und zum Download erscheint, setzt sich der iranische Komponist Siavash Amini auf radikale Weise mit Geschichte auseinander und mit der Frage, wie sich Klang transformieren lässt, ohne seine Herkunft zu verleugnen. Die Grundlage des Albums bilden zwei der frühesten Solo-Klavieraufnahmen aus dem Iran, interpretiert von einer Figur, die Amini als &#8220;unglaublich gewöhnlich und zugleich auf seltsame Weise verdächtig&#8221; beschreibt. Diese Aufnahmen wurden zerstückelt, rekonstruiert, transkribiert und erneut elektronisch belebt – digital, synthetisch und in vielfach verzerrter Gestalt. Aus diesem Prozess entstand eine Musik, die passagenweise dramatisch und manchmal sogar &#8220;dezent lärmend&#8221; oder orchestral anmutet, dabei jedoch nie in plakative Lautstärke kippt. Inmitten des Geschehens Klavierklänge, aber auch solche, die an Wasser erinnern, an Rauschen, Tropfen, Ströme, an Glocken, an Geräusche zwischen Mechanik und Zerbrechlichkeit. Immer wieder blitzen Momente auf, die das Kunstlied streifen ohne wirklich dort zu verweilen. Vieles bleibt in der Schwebe.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/caligo.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46638" title="caligo" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/caligo.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-46637"></span></p>
<p>Im Zentrum des Albums steht eine literarische Referenz: Die Erzählung Malakoot, ein groteskes Novellenfragment, das sich um medizinische Eingriffe ästhetischer wie verstümmelnder Art dreht. Amini formuliert seinen konzeptionellen Ausgangspunkt wie folgt: &#8220;What remains after mutilating and reassembling an essential historical recording? How is it connected to a particular event in a grotesque and cyclical novella riddled with medical procedures of an aesthetic and deforming nature? Malakoot – this spiral, centres on a decision made one afternoon by a character. On a similar afternoon, full of anxiety, pressed by an unknowable presence in this city, I decided that the soundscape for such an inspiring work of fiction was a mutilated one; things collapsing in on themselves, self-decapitating, full of cuts and sutures. The material for all the surgeries was two of the earliest solo piano recordings in Iran&#8217;s history , played by an incredibly ordinary but, at the same time, fascinatingly suspicious character. The procedures were performed both on the snippets and cuts of the recordings themselves and with the help of various digital methods, on synthesized resurrections made from their transcriptions&#8221;. Entstanden ist ein Werk von großer atmosphärischer Dichte, cinematisch im besten Sinne, das Vergangenheit nicht rekonstruiert, sondern als verletzbares und zugleich widerständiges Material in die Gegenwart holt. Komponiert wurde &#8220;Caligo&#8221; im Herbst 2024 in Teheran, das Design stammt von Traianos Pakioufakis.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2983382821/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>SIAVASH AMINI: Eidolon</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Aug 2023 03:12:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ganz ohne Vorwarnung weht einen der iranische Komponist und Producer Siavash Amini mit einem prasselnden Windrauschen in die Mitte eines turbulenten Geschehens. &#8220;Ortus&#8221;, der Opener seines neuen Albums &#8220;Eidolon&#8221;, startet mit hohem Tempo, das ohne rhythmische Strukturen auskommt und dessen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/08/26/siavash-amini-eidolon/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/RM4211_front.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-36609" title="RM4211_front" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/07/RM4211_front-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ganz ohne Vorwarnung weht einen der iranische Komponist und Producer Siavash Amini mit einem prasselnden Windrauschen in die Mitte eines turbulenten Geschehens. &#8220;Ortus&#8221;, der Opener seines neuen Albums &#8220;Eidolon&#8221;, startet mit hohem Tempo, das ohne rhythmische Strukturen auskommt und dessen Fluss auf feinsinnig faseringen Sounds basiert, die von gelegentlichen Detonationen durchzogen sind. Gerade wenn <span id="more-36608"></span>man sich auf ein ziemlich noisiges Klangbild eingestellt hat, wandelt sich der Sound in etwas Luftigeres, unter das sich mehr und mehr ein dunkles, hallendes Dröhnen schiebt.</p>
<p>Was hier bisweilen wie ganz spontan und beiläufig entstanden wirken könnte, basiert in Wirklichkeit auf langen Überlegungen, denn Amini hat sich in der Vergangenheit &#8211; und nicht nur im Vorfeld der Aufnahmen zu &#8220;Eidolon&#8221; &#8211; ausgiebig mit musikalischen Skalen befasst, die nicht auf den vertrauten westlichen Halbtonsystemen basieren und somit mikrotonalen Intervallen einen zentralen Raum geben. In klassischer persischer Musik konnte ein solches Tonleitersystem wie die von Safi-al-din Urmavi konzipierte 17-Ton-Skala reizvolle, oftmals kontrastreiche Resultate hervorbringen. Amini ging der Frage nach, inwiefern solche Systeme auch in der heutigen Musik (und seiner eigenen) relevant sein könnten und begann, auf diese Weise für eine experimentelle Musik zu komponieren, die klassische Instrumente als Rohmaterial mit Elektronik kombiniert. Bereits in der Produktion von <a title="SIAVASH AMINI: A Trail Of Laughters" href="http://africanpaper.com/2021/05/15/siavash-amini-a-trail-of-laughters/">&#8220;A Trail of Laughters&#8221;</a> fanden solche Überlegungen statt, vielleicht auch schon bei dem vor knapp einem Jahr erschienenen &#8220;Songs for Sad Poets&#8221;, doch es sollte bis zur Komposition von &#8220;Eidolon&#8221; dauern, dass sie eine zentralen Rolle spielen.</p>
<p>Was an &#8220;Ortus&#8221;, das man aus dem Lateinischen u.a. mit Entstehung übersetzen kann, beeindruckt v.a. durch sein stetiges Begriffensein im Wandel, bei dem man tatsächlich einem Entstehungsprozess beizuwohnen meint. Das dunkle Dröhnen nimmt eine wellenförmige Struktur an und drängt die lärmigen Schleifgeräusche bald in den Hintergrund, irgendwann meint man einen Regenschutt zu hören, der ebenfals diese Wellenförmige Struktur bekommt, nur um irgendwann ganz plötzlich im Äther zu verschwinden. Singelnde Hochtöner und die &#8211; kontrastierende &#8211; Illusion von sakraler Orgelschwere sind weitere Wegmarken des Stücks for seinem Finale, und dass man &#8220;Ortus&#8221; auch als Sonnenaufgang übersetzen kann, mag man angesichts der unglaublich dunklen Musik hier kaum glauben.</p>
<p>Die beschriebene Heterogenität und der stetige Gestaltwandel prägen auch die beiden anderen Stücke des Albums. &#8220;Instant&#8221;, dessen Titel auf gewisse Weise auf den unmittelbaren Moment verweist, der in dem Zusammenhang immer ein Moment des Bruchs sein muss, startet rauer, krachiger und lässt zugleich einen monoton levitierenden (Synthie?)-Orgelsound dröhnen. Gleichwohl sich der Track gemächlicher entwickelt, ist in der langsamen Bewegung durch eine desolate Landschaft mit sirrenden Obertönen eine stetige Intensivierung zu spüren. Ein fast aufschreckender Bruch leitet dann über in einen weitaus harmonischeren Teil, in welchem so etwas wie Streicher-. Bläser- und Vokalparts zu vernehmen sind. Nicht ohne Spannungsmomente steigert sich der melodische Wohlklang zu einem geradezu erlösend hellen Finale. Auch &#8220;Relicto&#8221; (das Verbleibende), das mit einem unregelmäßigem, leicht schwindeligen Kreisen von so etwas wie Celloklängen beginnt, verdankt seine Intensität zahlreichen Wendungen, Engführungen und klanglichen Illusionsbildungen. Das Anfangstableau, das sich mit der Zeit rauschender gibt, wird zum Hintergrund allerlei krachendes, klapperndes, rauschendes und hochtönendes, in dessen Lärm sich die Illusion von Vogelstimmen mischt, bis ein Dröhnen von der Qualität eines Schiffshorns übernimmt.</p>
<p>Viele weitere Details erscheinen auf dem Plan, doch stets sind sie der Ausgangspunkt neuer Bewegungen, bis alles in einem sanften, behutsamen Ausklang endet. Zurück bleibt &#8211; quasi als Relikt &#8211; der Eindruck einer ungewöhnlichen und doch fesselnden Musik, die westliche Verständnisse von Tonalität vielleicht ähnlich bereichern kann wie die Neue Musik Irans duch die Kombination klassischer Tonalität mit elektronischen Klängen und experimentellen Techniken. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Room40</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1453005673/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>SIAVASH AMINI / EUGENE THACKER: Songs for Sad Poets</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Aug 2023 03:11:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Eugene Thacker]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Songs for Sad Poets&#8221; ist ein Album, in dem viele Stimmen zu Wort kommen. Rein akustisch hört man nur die musikalische &#8220;Stimme&#8221; des Teheraner Sound- und Ambientkünstlers Siavash Amini, doch die gleitenden, brodelnden, dröhnenden und manchmal auch heftig lärmenden klanglichen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/08/26/siavash-amini-eugene-thacker-songs-for-sad-poets/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/HG2203_front.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-33067" title="HG2203_front" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/HG2203_front-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>&#8220;Songs for Sad Poets&#8221; ist ein Album, in dem viele Stimmen zu Wort kommen. Rein akustisch hört man nur die musikalische &#8220;Stimme&#8221; des Teheraner Sound- und Ambientkünstlers Siavash Amini, doch die gleitenden, brodelnden, dröhnenden und manchmal auch heftig lärmenden klanglichen Gebilde sind stets auf literarische Äußerungen bezogen.<span id="more-33066"></span></p>
<p>Das bereits im vorigen Herbst erschienene Album entstand in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Dichter und Philosophen Eugene Thacker, der gerne das Label &#8220;nihilistisch&#8221; angeheftet bekommt und der hier acht Gedichte für das gemeinsame Projekt verfasst hat &#8211; schlichte, streckenweise fast lakonisch wirkende Versgruppen, in denen wenn eher Assonanzen als Reime für die poetische Klammer sorgen, und deren Inhalte von anmutiger Dunkelheit sind. Dunkle, &#8220;demente&#8221; Himmel bilden den Schauplatz, der oft an Blaise Pascals endlose Räume erinnert. An ihrem Firmament prangen schwarze Insignien, schwarze Schwingen flattern vorbei vor toten Sternen und toten Gedanken. In dieser Sphäre der Nacht, die den von Zweifeln geplagten und doch staunenden Beobachter irgendwann verschluckt, herrscht eine Atmosphäre der Verlorenheit, doch ist auch die Schönheit des ganzen Szenarios kaum zu leugnen.</p>
<p>Jedes dieser Gedichte, die alle im Booklet der LP angedruckt sind, ist einer Dichterin oder einem Dichter der Weltliteratur gewidmet und wahrscheinlich auch von ihrem Werk inspiriert. Zu den &#8220;Traurigen&#8221; gehören hierzulande bekannte Namen wie Giacomo Leopardi und Gérard de Nerval, außerdem der berühmte, oft mit Kafka verglichene persische Dichter und Erzähler Sadeq Hedayat sowie Namen wie Alejandra Pizarnik, Chūya Nakahara und Zhu Shuzhen. Aminis dazu komponierte Musik, in der keinerlei Texte vertont werden, ist so etwas wie ein Soundtrack oder besser noch ein musikalisches Pendant zu Thackers poetischen Referenzen.</p>
<p>Was die zwischen sieben und elf Minuten langen Stücke ausmacht, ist oft mehr noch als ihre Dunkelheit, die ganze Dark Ambient-Playlists alt aussehen lässt, eine unberechenbare Veränderlichkeit, mit der Amini immer wieder andere Wege einschlägt und innerhalb eines der &#8220;Songs&#8221; mehrfach den Schauplatz wechselt und neue Landschaften vor dem inneren Auge (oder Ohr) ausbreitet. Auf gemächlich ambienten Synthieflächen gleitet man in verkratzte, fast schrill glühende Klangstrudel, hinter denen ganz unerwartet eine sanft gehauchte Melancholie wartet (&#8220;A Quiet Glow (For Chūya Nakahara)&#8221;. Man weht mit dem unruhigen Wind durch eine von wenigen Lichtern kaum erhellte Nacht, bis ein beschaulicher Regen für Erleichterung sorgt, aber die unterschwellige Spannung nicht ganz zu besänftigen vermag (&#8220;Demented Skies (For Alejandra Pizarnik)&#8221;. Wer es sich an einem Ort voll smoother Dröhnung bequem macht, wird schnell von einer rauschenden Welle erfasst, die sie oder ihn in ein Panoptikum knarrenden Lärms und kreischender Hochtöner versetzt (&#8220;Smoldering Stars (For Giacomo Leopardi)&#8221;). Oder man sucht Halt in einem regelrechten Strudel stimmenartiger Sounds, die einen vielleicht um den Verstand bringen würden, wenn es nicht einen Cut gäbe, nach dem nur noch leiser Sand rieselt (&#8220;Opulent Night (For Mário de Sá-Carneiro)&#8221;).</p>
<p>Beim abschließenden &#8220;Prisms of Sleep (For Jean-Joseph Rabearivelo)&#8221; breitet sich &#8211; vielleicht dem Titel angemessaen &#8211; fast schon so etwas wie Entspannung über die weite Klanglandschaft aus, doch wenn ein wellenförmiges Pulsieren immer mehr durch die Soundschichten an die Oberfläche dringt, wird umso deutlicher, dass das Unbehagen hier nur subtiler ins Szene gesetzt wird. An diesen Stellen wird auch deutlich, dass die Eindringlichkeit der Musik &#8211; und letztlich auch der Lyrik &#8211; stark auf einem selten so gut umgesetzten Wechselspiel von Weite und Beklemmung aufbaut. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Hallow Ground</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3583673707/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>It&#8217;s nothing, but still: Steve Fors mit Debüt auf Hallow Ground</title>
		<link>https://africanpaper.com/2022/08/06/its-nothing-but-still-steve-fors-mit-debut-auf-hallow-ground/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Aug 2022 02:10:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Steve Fors]]></category>

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		<description><![CDATA[Der heute in der Schweiz lebende amerikanische Komponist und Klangkünstler Steve Fors bringt in den nächsten Tagen sein auf zahlreiche Kollaborationen folgenden Langspiel-Debüt heraus. &#8220;It&#8217;s nothing, but still&#8221; ist eine auf Field Recordings, elektronischen und akustischen Sounds und deren Überarbeitung &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/08/06/its-nothing-but-still-steve-fors-mit-debut-auf-hallow-ground/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der heute in der Schweiz lebende amerikanische Komponist und Klangkünstler Steve Fors bringt in den nächsten Tagen sein auf zahlreiche Kollaborationen folgenden Langspiel-Debüt heraus. &#8220;It&#8217;s nothing, but still&#8221; ist eine auf Field Recordings, elektronischen und akustischen Sounds und deren Überarbeitung basierende Reflexion über die Melancholie der Veränderung im allgemeinen und über den Atem im besonderen, wobei die immer noch aktuelle Pandemie für den selbst an einer Lungenkrankheit leidenden Fors ebenfalls ihren Teil zum Inhalt des Werks beitrug. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/08/stevefors22.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-30768" title="stevefors22" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/08/stevefors22.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-30765"></span>&#8220;The album is a study in melancholy and transience&#8221;, führt er aus. &#8220;And my intention is that the sounds trigger a memory, an image, a feeling in each of us. While our specific circumstances are momentary and discrete; joy, rage, and despair remain existential to our common experience&#8221;. Im besten Fall erreichen die Klänge noch weit mehr: &#8220;If we surrender ourselves, these sounds can move us out of our present condition into a distinctly different existence, if only for a moment. If we choose to listen closely, we can experience the superpositioning of both memory and imagination in real time&#8221;. Das Album wurde von Labelkollege Siavash Amini produziert und erscheint auf transparentem Vinyl respektive zum Download bei Hallow Ground.<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_220803_083402_874.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3440916373/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>SIAVASH AMINI: Serus</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/06/26/siavash-amini-serus/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2021 03:06:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nima Aghiani]]></category>
		<category><![CDATA[Room40]]></category>
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		<description><![CDATA[Serus ist das lateinische Wort für &#8220;spät&#8221;, und der Komponist Siavash Amini wählte den Begriff aufgrund seiner Nähe zur Nacht, von der der französische Autor Maurice Blanchot sagte, dass sie im Schlafzustand immer zweimal existiert: als physischer Zeitraum des Schlafens &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/06/26/siavash-amini-serus/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/RM497_front1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-18263" title="RM497_front" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/07/RM497_front1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Serus ist das lateinische Wort für &#8220;spät&#8221;, und der Komponist Siavash Amini wählte den Begriff aufgrund seiner Nähe zur Nacht, von der der französische Autor Maurice Blanchot sagte, dass sie im Schlafzustand immer zweimal existiert: als physischer Zeitraum des Schlafens und der reduzierten Körperfunktionen, aber auch als innerpsychischer Zeitraum des Träumens mit seinen fiktiven Ereignissen und Erinnerungsfetzen, dem bekanntlich eine ganz eigene Logik zueigen ist. Eine Musik, die sich<span id="more-18261"></span> diesem Gedanken widmet, kann nicht eindimensional sein, auch wenn sie wie im Fall von &#8220;Serus&#8221; den dunklen Ambientkünsten entstammt.</p>
<p>Wie um das Geheimnisvolle der Nacht und seiner Undurchdringlichkeit zu illustrieren, gebärdet sich das Einleitende &#8220;A Recollection of the Disappeared&#8221; zunächst v.a. spannend: ambientes Rauschen, das sich bei genauem Hinhören als metallenes Prasseln zu erkennen gibt, wird immer wieder von elektronischen Peitschenschlägen durchsetzt, und irgendwann kommt ein organisches Dröhnen hinzu, das sich nach kurzer Zeit in einen tosenden Wind verwandelt. Vieles mutet hier wie die dunkle Entsprechung einer Fata Morgana an, und man mag die berührende Violinenparts, die sich irgendwann unter die Soundschichten mischen, zunächst nicht für real halten.</p>
<p>Die Geige, die Nima Aghiani von 9T Antiope beisteuert, kommt noch oft zum Einsatz, besinnlich in &#8220;Semblance&#8221;, als aufwühlende Hochtönerei im zweiten Teil von &#8220;All that Remained&#8221;, und zusammen mit sanftem Klimpern einer Saite und den tiefen Strichen eines E-Basses bringt sie eher die ruhigen, verträumten Aspekte der nächtlichen Wirklichkeit(en) zum Ausdruck. Turbulente Rauschwellen, die in markanten Schüben die Szenerie verunklären, und heftige Noiseausbrüche sorgen für die andere Seite dieser unberechenbaren Welt.</p>
<p>Klar kann man sich fragen, ob die zugrundeliegenden Überlegungen nicht eher eine Theorie des Schlafs als eine Theorie der Nacht sind, denn für eine schlaflos verbrachte Nacht gilt ja grundsätzlich anderes, aber hier soll nicht Blanchot, sondern Amini besprochen werden, und den haben Blanchots Ideen zu einem v.a. atmospärisch ausgesprochen intensiven Album angeregt. Dass man sich oft fragt, was man da gerade gehört hat, ist neben der Feinsinnigkeit der Komposition ein weiterer Grund, warum dieses Album erst mit der Zeit einen größeren Teil seines Charakters offenbart und dem Hörer erlaubt, sich in der Musik heimisch zu fühlen. (A.Kaudaht)</p>
<p><strong>Label: Room40</strong></p>
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		<title>SIAVASH AMINI: A Trail Of Laughters</title>
		<link>https://africanpaper.com/2021/05/15/siavash-amini-a-trail-of-laughters/</link>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2021 05:46:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Room40]]></category>
		<category><![CDATA[Siavash Amini]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei einem Album voll derart düsterer Ambient-Soundcapes wie Siavash Aminis „A Trail Of Laughters“ liegt es nahe, sich das im Titel vorkommende Lachen als fieses, bedrohliches Gelächter vorzustellen. Oder als ein erloschenes Lachen, das nur noch eine dünne Spur in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/05/15/siavash-amini-a-trail-of-laughters/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/RM4144_front.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-25442" title="Print" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/RM4144_front-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bei einem Album voll derart düsterer Ambient-Soundcapes wie Siavash Aminis „A Trail Of Laughters“ liegt es nahe, sich das im Titel vorkommende Lachen als fieses, bedrohliches Gelächter vorzustellen. Oder als ein erloschenes Lachen, das nur noch eine dünne Spur in einem dunklen Raum hinterlässt, eine Spur, die ins Leere weist.<span id="more-25440"></span></p>
<p>Abgründe des eigenen Vor- und Unbewussten sind immer wieder ein Thema des in Teheran lebenden Komponisten, sein aktuelles Album verarbeitet eine seit Jahren wiederkehrende Serie von Alpträumen, deren Schauplatz ein unterirdisches Labyrinth war. Den Anstoß, dies in seine Musik zu verarbeiten, gab jedoch die Lektüre des aus dem 12. Jahrhundert stammenden <em>Book of Marvels </em>von Muhammad ibn Mahmoud Hamadâni, in welchem – Freunde wiesen ihn darauf hin – an einer Stelle eine ganz ähnliche Szene wie in seinen Träumen beschrieben wird.</p>
<p>Auf „A Trail Of Laughters“ erweist sich Amini erneut nicht nur als Meister dunkler Szenarien, sondern auch als Virtuose des Unbestimmten und Unsicheren: Subtil und leise hallen hochtönende Klangwellen durch eine unbestimmbare Weite, unklar bleibt, ob sie sich wie Wind oder Licht auf einen zubewegen oder einen wie ein sanfter Sog fortziehen. Deutlich ist nur, dass sich etwas Dramatisches im Anflug ist. Seltsam folkige Details, die wie Akkordeon und Glockenspiel klingen, leiten über in schwere, fast doomige Passagen, unter sirrenden Streichern oder deren Simulation endet der Opener „The Oncome“ in einem weiträumigen Gegenzoom.</p>
<p>Auch im Verlauf finden die spannendsten Ereignisse unter der Grenze der oberflächlichen Wahrnehmung statt. In „Crocuta Crocuta“ breitet sich eine entspannte Klangfläche aus und scheint zum Abdriften zu animieren – ein Eindruck, der sich vielleicht schon als paralysierendes Trugbild herausstellt, bevor der hibbelige Alarmismus in den tieferen Klangschichten deutlicher wird und alsbald zu einer brechenden Soundlawine wird.</p>
<p>Auf eines zumindest kann man sich bei „A Trail Of Laughters“ verlassen, nämlich dass die unterschwellige Dramatik früher oder später auch im unterirdischen Dunkel deutlich greifbar wird, oft in starken Eruptionen, die sich schon am Beginn der jeweiligen Kompositionen ankündigen: Die fast reißerische Fanfarenmelodie, die in „Daniâl My Son, Where Did You Vanish?“ Fragezeichen in die Luft malt, entspringt ganz selbstversändlich den kernigen Drones und folkigen Glöckchen (und Flöten?), mit denen das Stück beginnt, und ebenso zwangsläufig münden die rhythmisch herausgestoßenen Rauschwellen in „Kaftâr-Khal“ in ein alles verbrennendes grelles Licht. Der Titel bedeutet übrigens &#8220;Pfad der Hyänen&#8221; und entstammt besagtem Buch. Vieles deutet darauf hin, dass es unsichtbare Schichten in der Musik gibt, die sich mit der Lektüre zumindest ein Stückweit erhellen könnten.</p>
<p>Dass der Musiker in fast allen Etappen dieser Höllenfahrt eine gewisse Harmonie wahrt, gibt „A Trail Of Laughters“ quasi eine Brise Trost mit – was nichts daran ändert, dass dieses Album eines der wenigen Ambientwerke darstellt, die das Attribut „kathartisch“ verdienen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Room40</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=799604457/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>SIAVASH AMINI: The Mimesis of Nothingness</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2020 04:50:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Emkan Gallery]]></category>
		<category><![CDATA[Hallow Ground]]></category>
		<category><![CDATA[Nooshin Shafiee]]></category>
		<category><![CDATA[Siavash Amini]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu den interessantesten Versuchen, einen Ort im künstlerischen Medium, sei es Bild, Text oder Klang, erfahrbar zu machen, zählen jene, die den Blick auf eher untypische Aspekte lenken. Ein solcher Fokus richtet sich an ein aktives Publikum, das die präsentierten &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/08/29/siavash-amini-the-mimesis-of-nothingness/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/08/HG2006_front.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-21981" title="HG2006_front" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/08/HG2006_front-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Zu den interessantesten Versuchen, einen Ort im künstlerischen Medium, sei es Bild, Text oder Klang, erfahrbar zu machen, zählen jene, die den Blick auf eher untypische Aspekte lenken. Ein solcher Fokus richtet sich an ein aktives Publikum, das die präsentierten Details mit dem vorhandenen Wissen zu einem kaum festschreibbaren, hypothetischen Rahmen synthetisiert, und er umschifft ganz nebenbei eine Menge Klischees.<span id="more-21979"></span> Das ganz seiner Heimatstadt Teheran gewidmete neue Album von Komponist und Producer Siavash Amini befasst sich mit Details des Ortes, die zunächst wenig zu den Projektionen passen, die der Medienkonsument abrufen kann, seien diese den Nachrichten oder den Resten eines verklärenden Orientalismus geschuldet. Amini, den Leser unserer Seiten sicher von <a href="http://africanpaper.com/2019/05/11/9t-antiope-siavash-amini-harmistice/">seiner Zusammenarbeit mit 9T Antiope</a> kennen, ist zudem ein leidenschaftlicher Kollaborateur, und so ist „The Mimesis of Nothingness“ erneut eine Gemeinschaftsarbeit, diesmal mit der ebenfalls in Teheran lebenden Fotografin Nooshin Shafiee.</p>
<p>Amini und Shafiee trafen sich vor einigen Jahren zum ersten Mal in der Emkan Gallery im mit diversen Art Spaces gespickten Zentrum der Stadt. Sie stellte dort gerade eine Reihe digitaler Fotografien aus, während Amini im Raum nebenan Soundevents organisierte. Aufgrund ihrer gemeinsamen Ansätze &#8211; ein Sinn für Raum, fürs Fragmentarische und Experimentelle &#8211; ließ die Idee zu einer Kollaboration nicht lange auf sich warten, und so wurde der Grundstein zu „A Mimesis of Nothingness“ gelegt: Die Stadt sollte sich quasi selbst porträtieren mit wie zufällig aufgeschnappten &#8220;nichtigen&#8221; Objekten und Soundschnipseln, aber auch mit der diffusen Atmosphäre, die sie zu erzeugen weiß. Die beiden Künstler sollten dabei mehr wie Medien fungieren, durch deren Ohren und Augen der Ort spricht. Dass Teheran dabei weder als romantischer Sehnsuchtsort, noch als Schauplatz weltpolitischer Konflikte erscheint, mag mit einigen westlichen Vorstellungen brechen, den Nerv der Einheimischen trifft das aber sicher umso mehr.</p>
<p>„A Mimesis of Nothingness“ führt sein Publikum in ein Teheran, durch dessen Häuserschluchten und Alleen, über dessen weite Plätze, Parks, Fabrikgelände und Ruinen ein eisiger Wind weht, ein Wind, der Hagelklötze und Staub und Erinnerungen transportiert und all dies sprunghaft in die unterschiedlichsten Richtungen weht. In den Fotos mag die kühldunkle Atmosphäre impliziert sein, im langsam heranschleichenden Dark Ambient-Sound Aminis ist sie mehr als deutlich im gesampleten Wind und Regen zu hören, und doch scheint dies und das Echo undefinierbaren Donnerns und Detonierens eher das Innenleben des Ortes und seiner Bewohner wiederzugeben. Auf den Bildern sind Objekte zu sehen, die Kontext und Charakter erst beim genaueren Hinsehen implizieren: Zeltplanen, Vorhänge und andere ausladende Textilien kehren leitmotivisch wieder in den dunkel ausgeleuchteten Tableaus, hängen auf Wäscheleinen oder bedecken Treppen, Möbel und manchmal auch den ganzen Schauplatz, und alles, was unter ihrem Stoff verdeckt wird, wirkt außer Betrieb, im Standby, und jede direkte menschliche Präsenz würde deplatziert wirken.</p>
<p>Die Musik und die Bilder arbeiten (auch) immer wieder sehr stark mit dem, was sie gerade nicht präsentieren. Immer gibt es Aussichten auf ein diffuses Dahinter, auf Baum- oder Häusergruppen, diffuse Übergänge auf weitere Räume sind zu sehen. Wohin führen diese Öffnungen, Wege, freien Flächen, was ist oder passiert dahinter oder daneben? Die Frage nach dem größeren Rahmen des nur ausgeschnittenen Raumes ist so evident wie ein eingeblendeter Schriftzug oder eine Stimme aus dem Off. Auch bei den kreisenden, rauschenden, rumpelnden Bewegungen der elegant gestalteten Musik kommt immer wieder die Frage nach dem Was, dem Woher und dem Wohin auf, doch geheimnisvoll ist das Szenario nicht nur wegen des fragmentarischen Charakters und der nur gelegentlich ortbaren Sounds, sondern auch wegen des immer wieder Spannung überzeugenden Wechsels von melancholischen und harschen, gewaltsamen Passagen, die meist recht plötzlich in Form bohrender Loops oder eisiger Lärmlawinen einbrechen.</p>
<p>Die Streicherparts im unromantisch betitelten &#8220;Moonless Garden&#8221; halten die schönsten, aber auch die desolatesten Momente des Albums bereit, und letztlich sind es doch die Anzeichen des Lebens, die die Szenerie auflockern: zeternde Vögel, deren Krächzen keineswegs betulich wirkt, Schritte, die von einer tiefernsten Klangfläche begleitet eine Treppe herauf oder herunter gehen, gegen Ende sogar menschliche Stimmen, die den Hörer sofort, trotz Sprachbarriere, in einen anderen kommunikativen Modus bringen.</p>
<p>An der meist nur bedingt fassbaren Stimmung, die selten mit derart klaren und eindringlichen Mitteln hervorgerufen wird wie hier, ändert auch das nichts – auf „A Mimesis of Nothingness“ fühlt man sich an einem unbekannten Ort ausgesetzt, den man über das zufällig vorgefundene erkundet. Wenn es so etwas wie ein Wesen eines Ortes gibt, so kann man dieses vermutlich so besser erfahren, als durch ein vorgefertigtes Set an Dingen, „die man gesehen haben muss“. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Hallow Ground</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=959784967/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Obriultn: Von Bolt Ruin kuratierte Compilation auf Circuits zum RSD 2020</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jun 2020 06:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[bod [包家巷]]]></category>
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		<description><![CDATA[Bolt Ruin bringt über das Label Circuits / Consouling Sounds eine Compilation mit sechs Beiträgen heraus, die sich alle der Idee des Destruktiven widmen &#8211; der Titel ist eine anagramatische Verhunzung des Namens Bolt Ruin und somit Programm. Die beitragenden &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/06/20/obriultn-von-bolt-ruin-kuratierte-compilation-auf-circuits-zum-rsd-2020/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bolt Ruin bringt über das Label Circuits / Consouling Sounds eine Compilation mit sechs Beiträgen heraus, die sich alle der Idee des Destruktiven widmen &#8211; der Titel ist eine anagramatische Verhunzung des Namens Bolt Ruin und somit Programm. Die beitragenden Künstler Obsequies, Julek Plonski, Siavash Amini, Piano Princess (bod [包家巷]), Fausto Mercier und Bolt Ruin selbst sorgen für eine eigenwillige Mixtur aus dunkler Elektronik, IDM und abstraktem Ambient mit Black Metal-Anleihen. Die dreihundert Vinylscheiben sind Teil des diesjährigen Record Store Day.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/04/Artwork-BOLT-RUIN-Obriultn.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-20870" title="Artwork - BOLT RUIN - Obriultn" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/04/Artwork-BOLT-RUIN-Obriultn.jpg" alt="" width="400" height="400" /></a><span id="more-20869"></span></p>
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