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	<title>African Paper &#187; SoiSong</title>
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		<title>The Threshold HouseBoys Choir: Wiederveröffentlichung des Debüts von Peter Christophersons Soloprojekt</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2022 06:39:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das schweizerische Label Musique Pour La Danse bringt am 18. Februar eine neu gemasterte Version von &#8220;Forms Grow Rampant&#8221; heraus, dem einzigen Album von Peter Sleazy Christophersons von Thailand aus betriebenem Soloprojekt The Threshold HouseBoys Choir. Christopherson veröffentlichte das Album &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/01/28/the-threshold-houseboys-choir-wiederveroffentlichung-des-debuts-von-peter-christophersons-soloprojekt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das schweizerische Label Musique Pour La Danse bringt am 18. Februar eine neu gemasterte Version von &#8220;Forms Grow Rampant&#8221; heraus, dem einzigen Album von Peter Sleazy Christophersons von Thailand aus betriebenem Soloprojekt The Threshold HouseBoys Choir. Christopherson veröffentlichte das Album im Anschluss an zwei Beiträge auf Compilations 2007 beim eigenen Label Threshold House, ebenfalls enthalten war eine DVD mit Filmaufnahmen, die er 2003 beim lokalen Gin Jae-Festival gemacht hatte &#8211; einem vegetarischen Event, bei dem auch ritualistische Performances stattfinden. Entrückte, melodische Elektronik und stark verfremdete Vocals aus Mitschnitten des Festivals, die ursprünglich rein digital erzeugt werden sollten, prägen den Sound des Albums, der, wie es <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/formgrowsrampant.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-28483" title="formgrowsrampant" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/formgrowsrampant.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-28482"></span></p>
<p>in unserer zunächst im Black erschienenen <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/the-threshold-houseboys-choir-forms-grow-rampant/">Besprechung</a> heißt, &#8220;in keinster Weise wie Coil ohne Jhonn Balance&#8221; klang, trotz einiger gemeinsamer Details. Ferner heißt es dort: &#8220;Die melodiöse Elektronik und die bearbeiteten Vocals gehen eine atmosphärische Synthese ein, teilweise scheinen die Vocals mit der Musik zu verschmelzen – was vielleicht auch die Absicht war. Es wird eine Melancholie erzeugt und gleichzeitig fühlt sich der Hörende geborgen – da gibt es zumindest assoziative Verbindungen zu der musikalisch ganz anderen Herangehensweise von jemandem wie William Basinski&#8221;. Das Album erscheint als LP, CD und Download inklusive Liner Notes von Christopherson und Szenenfotos aus <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CZis2mdfc5c&amp;feature=youtu.be">dem Film</a>, auf denen &#8211; das sollte man dazusagen &#8211; z.T. verstörende Aufnahmen von rituellen Selbstverletzungen zu sehen sind.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4177750584/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>PETER CHRISTOPHERSON: Time Machines II</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jun 2014 05:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/06/Peter-ChristiophersonR-5574558-1398029957-61721.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9050" title="Peter ChristiophersonR-5574558-1398029957-6172" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/06/Peter-ChristiophersonR-5574558-1398029957-61721-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wenn es profan sein mag, aber vor der Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Werk ein paar Worte über die Art und Weise, wie mit dem Nachlass von Coil umgegangen wird: Dass man sich (noch immer) nicht auf einen Modus zur Wiederveröffentlichung der regulären Alben hat einigen können, ist mehr als bedauerlich und nutzt letztlich auch nur einer Partei: nämlich den Bootleggern. Wer in den letzten Monaten Plattenläden in London durchstöberte (oder aber schlicht das Internet bemühte), der fand eine Reihe sich den Nimbus des Offiziellen gebenden Veröffentlichungen.<span id="more-9048"></span> Dies verdeutlicht, dass ein Bedarf nach der Verfügbarkeit des Materials abseits von wav-files, Mp3s etc. besteht. Dass unter dem Namen „Recoiled“ in allerlei Formaten nur bedingt essentielle Remixe von NIN-Stücken auf den Markt geworfen wurden, ist ebenfalls nur bedingt erfreulich, aber immerhin war Danny Hyde so ehrlich zu sagen, dass er das Geld einfach gebraucht habe.</p>
<p>„Time Machines 2“ wird auf einem eigens dafür hergestellten USB-Stick angeboten. Sleazy hat zwar in den vergangenen Jahren in Interviews öfter von einem anderen Datenträgerformat als der CD gesprochen, dabei ging es aber darum, das umfangreiche Gesamtwerk Coils auf einen Träger zu bannen; ob es unbedingt notwendig gewesen wäre, die etwa 80 Minuten Musik von „Time Machines 2“ auf einem limitierten und (natürlich) nicht gerade billigen USB-Stick zu veröffentlichen, ist eine andere Frage. Die Begründung, dadurch könnten andere Frequenzen als auf CD wiedergegeben werden, kann man schwerlich nachprüfen. Aber natürlich, wenn man dieses schön designte Artefakt sein eigen nennen darf, fällt es schon leicht, all diese Bedenken beiseite zu schieben. Dass aber wie üblich die logische Konsequenz aus der Limitierung ist, dass der Tonträger schon jetzt nicht mehr verfügbar ist bzw. auf discogs für <a href="http://www.discogs.com/marketplace?release_id=5574558&amp;ev=rb">horrende Summen</a> angeboten wird, ist einfach nur ärgerlich, denn diese Musik sollte von mehr als nur 777 Personen gehört werden.</p>
<p>Das erste Time Machines-Album erschien Ende der 90er, also zu einer Zeit, als Coil mit verschiedensten Projekt(nam)en experimentierten: Von Black Light District, ELpH, The Eskaton und eben Time Machines wurde Material veröffentlicht, andere durch den Äther geisternde Namen wie Trial by Music, Wormsine, Lifestyle, 2012 oder Drum Machines brachten es nie zu Aufnahmen. Die nach vier psychotropen Substanzen benannten Drones des Time Machines-Albums, von denen selbst die für ihren „[ir?]responsible abuse of pleasure“ berüchtigten Coil nicht alle ausprobiert hatten, sollten unter dem Motto „Persistence is all“ wie Zeitmaschinen funktionieren (später hieß es dann auf einem T-Shirt und einer Uhr: „Musick cures you of time“). Das damalige Coil Mitglied Drew McDowall veröffentlichte jüngst mit seinem Projekt Compound Eye ein<a href="http://africanpaper.com/2013/12/21/compound-eye-journey-from-anywhere/"> großartiges Album</a>, das musikalisch daran zumindest teilweise anknüpfte. Coils geplantes <a href="http://www.brainwashed.com/coil/news2000.php">5-CD Set </a>von Time Machines  ging wie so<a href="http://brainwashed.com/coil/music_unr.php"> vieles</a> nicht über das Planungsstadium hinaus. An „Time Machines II“ arbeitete Sleazy vor seinem Tod und bastelte eigens dafür<a href="https://www.flickr.com/photos/pacmasaurus/sets/72157633829209052/with/8900248542/"> seltsame Klangerzeuger,</a> die sich vielleicht gar nicht so schlecht als Steampunkaccesoires machen würden.</p>
<p>Waren Sleazys nach dem Ende von Coil begonnenen Projekte Threshold HouseBoys Choir und Soisong insgesamt wesentlich optimistischer, vielleicht sogar „happy“ -der düsterste Track Sleazys aus den letzten Jahren war sein Solobeitrag für Throbbing Gristles „The Endless Knot“, das mehr als doppeldeutig betitelte „After the Fall“ &#8211; , ist „Time Machines II“ hingegen ein irritierenderes Werk, das sich vom Vorgänger (zumindest partiell) unterscheidet. „1“ besteht aus verhallenden kristallinen Klängen, die eher in einer Eiskathedrale aufgenommen worden zu sein scheinen und nicht etwa in der Hitze von Sleazys Wahlheimat Thailand. „2“ klingt dagegen wesentlich hektischer, da(s) sind Töne, die sich fast überschlagen, während es im Hintergrund dröhnt: Hier wird die Zeit nicht ent-, sondern beschleunigt. „3“erinnert vielleicht am ehesten an das Vorgängeralbum: dunkle, pulsierende Drones, leicht unruhig, die einen für zehn Minuten von der Tyrannei der Zeit befreien (sollen). „4“ lässt entfernt an das zweite Stück denken: So in etwa hätte ein nicht funktionierender Rechner in einem Science Fiction-Film aus den 50ern klingen können. Kollaps der Technik. „5“ ist ein rhythmisch düsterer Track, der fast tanzbar zu nennen ist, nach einigen Minuten lichtet sich die Stimmung und es setzt eine Melodie ein, die vielleicht entfernt an das Land denken lässt, in dem diese Aufnahmen entstanden sind. „6“ enthält Rhythmus, Pochen, dann ambiente Finsternis. „7“ schließlich ist ein sich langsam entwickelndes dröhnendes Monster.</p>
<p>Die Homogenität des Vorgängeralbums besitzt diese Veröffentlichung also nicht, aber auch dieses Album könnte den Hinweis enthalten: &#8220;Artifacts generated by your listening environment are an intrinsic part of the experience.&#8221; Oder man denkt an Sleazys 2010 geäußerten Satz: &#8220;The last few years have seen me becoming more interested in changing state (legally obviously) not as a route to intoxication, leading to loss of Awareness of the Present Moment, but as a way of opening doors to new visions, capabilities and knowledge.&#8221;</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://threshold.greedbag.com/">Threshold House</a></p>
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		<title>ELECTRIC SEWER AGE: In Final Phase</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 06:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In meiner Rezension zu „The Ape of Naples“, die gleichzeitig (auch) eine Art Nachruf auf Jhonn Balance war, schrieb ich, dass Trauer oftmals etwas Egoistisches ist, man darüber betrübt sei, nicht mehr in den Genuss weiterer künstlerischer Werke der Verstorbenen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/02/18/electric-sewer-age-in-final-phase/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/Electric-sewer-age.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3760" title="Electric sewer age" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/02/Electric-sewer-age-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>In meiner Rezension zu „The Ape of Naples“, die gleichzeitig (auch) eine Art Nachruf auf Jhonn Balance war, schrieb ich, dass Trauer oftmals etwas Egoistisches ist, man darüber betrübt sei, nicht mehr in den Genuss weiterer künstlerischer Werke der Verstorbenen zu kommen. Dabei wurde das 2005 bekannt gegebene Ende Coils durch die postumen Veröffentlichungen verzögert. Nach Sleazys Ableben hat das alles nun eine endgültige, eine finale Note und man sucht verzweifelt nach noch ungehörten und unerhörten Stücken. <span id="more-3757"></span><br />
Als Coil 1998 den Reigen der Equinox/Solstice Singles begannen, die später als „Moon’s Milk (In Four Phases)“ auf einer Doppel-CD zusammengefasst wurden, war das für viele nach den Experimenten unter anderen Namen (ElpH, Black Light District, The Eskaton) eine Rückkehr zu alter Form, leiteten diese vier Singles doch die produktive Spätphase der Band ein, die für viele zur stärksten der Bandgeschichte zählt. Die teilweise improvisierten Stücke bekamen durch William Breezes E-Geige einen organischeren Klang, und das Korsett des Zyklischen gab Coil den äußeren Zwang, den sie scheinbar brauchten. David Keenan nannte das Ergebnis in „England’s Hidden Reverse“ etwas umständlich „a weird Anglo-American polyglot of traditional folk and contemporary avant theory“. Dies wie auch die magisch-okkulten (Unter)Töne mögen Nicolas Roeg dazu bewogen haben, sich dieses musikalischen Materials extensiv für den Soundtrack seines ziemlich holprig inszenierten Films „Puffball“ zu bedienen.</p>
<p>2002 veröffentlichten Sleazy und Balance einen mit Hilfe des inzwischen zur Band gestoßenen Thighpaulsandra (ohne den die Neu(er)findung als Liveband wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre) aufgenommenen weiteren Teil auf handgestalteten CD-Rs. Die drei darauf enthaltenen Tracks knüpften atmosphärisch durchaus an den Ursprungszyklus an, wobei durch das Fehlen von William Breezes E-Geige die musikalische Ausrichtung etwas anders war, auch das die CD-R abschließende Instrumental „Ü Pel (Intense Offering)“, das wahrscheinlich hauptsächlich von Thighpaulsandra eingespielt wurde, erinnert eher an die Synthie-Space-Tracks („Red Birds&#8230;“, „Tiny Golden Books“), die sich auf den beiden Teilen von „Musick to Play in the Dark“ fanden, als an die Musik der ersten vier Singles.</p>
<p>Die letzten Jahre hatten gezeigt, dass Sleazy sich nach seinem Umzug nach Thailand sowohl solo (als Threshold HouseBoys Choir) als auch mit Ivan Pavlov (als SoiSong) wesentlich weniger mit dem beschäftigte, was bei Coil als dunkel wahrgenommen wurde &#8211; die „vibrant rays of spiritual psychosis“ lagen weitgehend in der Vergangenheit; ein Stück auf der Amulettedition des THHBC mit dem Titel „Be Happy“ dürfte paradigmatisch für diese neue und lichtere Version seiner Visionen gewesen sein. Dies schlägt sich zum Teil auch auf den um 2006 entstandenen und jetzt unter dem Namen Electric Sewer Age veröffentlichten Stücken nieder, die mit dem langjährigen Tonmann Danny Hyde entstanden sind und ursprünglich einer erweiterten Neuauflage von „Moon’s Milk“ beiliegen sollten. „Moon’s Milk (Waxing)“ lässt sowohl Einflüsse von THHBC und SoiSong erkennen (die Ethno-Elemente, die nach Xylophon klingende Instrumentierung, die leicht verzerrten Bläsersätze) als auch von rhythmischeren Coil-Tracks. Insgesamt klingt das Stück in meinen Ohren allerdings atmosphärisch weniger dicht als die stärksten Stücke von Sleazys Coilnachfolgeprojekt(en), auch wenn – oder gerade weil – im Verlaufe des Tracks immer wieder weitere Sounds hinzugefügt werden. „Moon&#8217;s Milk (Waning)“ ist von der Stimmung wesentlich (be)drückender, es wird völlig auf die rhythmischen Momente des Openers verzichtet und der Track nähert sich dem Ambient: Eine verfremdete Stimme scheint inmitten der Klangschichten auf- und abzuschwellen. Das erinnert etwas an Sleazys Solobeitrag zu Throbbing Gristles „Part Two: The Endless Not“ mit dem doppeldeutigen Titel „After the Fall“. Nimmt man „Moon’s Milk“-Aufnahmen als Referenzpunkt, erinnert es vielleicht noch am ehesten an „The Coppice Meat“, der Vertonung eines Angus MacLise-Texts, die auf der 2002 veröffentlichten Bonus-CD enthalten war. Das ist beileibe kein schlechtes Stück, aber natürlich war ein Merkmal der ursprünglichen Tracks, dass endlich wieder Balances Stimme zum Einsatz kam, insofern ist allein schon durch ihre Abwesenheit ein Vakuum da, das nur bedingt gefüllt werden kann. „Moon’s Milk (Eternal Phase)“ knüpft wieder an den Anfang an, verbindet leichte Ethnomomente mit rhythmischen Elementen und ein paar flirrenden Sounds, die man auch bei einigen Liveaufnahmen Coils hören konnte. Als nicht genannter Track findet sich ein 2004 entstandenes Stück, das laut Hyde „Therebealiensoutthere“ heißt und zu dem Balance ursprünglich Gesang beisteuern wollte. Der Track erinnert durch seine vertrackten Rhythmen stark an Hydes Arbeit mit Coil Mitte der 90er und an seine Soloarbeiten als Aural Rage. Stimmungsmäßig ist das (sehr) weit von den restlichen Tracks entfernt (es erinnert noch am ehesten an „Fire of the Green Dragon“ von „The New Backwards“) und man kann sich fragen, warum man das nicht auf eine separate Veröffentlichung gepackt hat.</p>
<p>Insgesamt also eine etwas durchwachsene EP, die qualitativ deutlich von den anderen Teilen abfällt, gleichzeitig aber auch Momente aufleuchten lässt, die einem bewusst machen, wie sehr Coil fehlen. Auf „In Final Phase“ wird sicher kein „astrales Feuer“ („A Warning From the Sun“) entfacht, aber es ist beileibe auch kein „vergifteter Kelch“ („Rosa Decidua“). Vielleicht könnte man als Fazit die folgenden ambivalenten Zeilen aus „A White Rainbow“ zitieren, um das zu beschreiben, was die Hörer vielleicht empfinden mögen: „Laughing like skeletons clattering at midday“<br />
(M.G.)</p>
<p>Label:<a href="http://www.divinefrequency.com/"> Divine Frequency </a></p>
<p>Bestellen bei <a href="http://www.auralrage.com/infinalphase.htm">Danny Hyde</a></p>
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		<title>PETER CHRISTOPHERSON &#8211; Interview</title>
		<link>https://africanpaper.com/2011/08/31/peter-christopherson-interview/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 20:13:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Peter Christopherson, der schon seit mehr als drei Dekaden den Spitznamen Sleazy trägt, hat wohl wie kaum ein anderer im weiten Feld des (Post-) Industrials eine tragende Rolle gespielt. Er gründete mit Chris Carter, Cosey Fanni Tutti und (damals noch) &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/peter-christopherson-interview/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/peterchristopherson.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1628" title="peterchristopherson" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/peterchristopherson.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a>Peter Christopherson, der schon seit mehr als drei Dekaden den Spitznamen Sleazy trägt, hat wohl wie kaum ein anderer im weiten Feld des (Post-) Industrials eine tragende Rolle gespielt. Er gründete mit Chris Carter, Cosey Fanni Tutti und (damals noch) Genesis P. Orridge die aus der von den Wiener Aktionisten beeinflussten Performancegruppe COUM TRANSMISSIONS hervorgegangenen THROBBING GRISTLE.<span id="more-1602"></span> Nachdem deren Mission (vorübergehend) beendet (worden) war, trug er maßgeblich zum Gelingen der ersten beiden Alben von PSYCHIC TV bei, bevor er diese mit seinem Partner John Balance verließ um COIL zu gründen, die über mehr als zwei Jahrzehnte alle Spielarten experimenteller okkultureller (W. Sterneck) Musik ausloteten. Nach dem abrupten Ende COILS begann Peter Christoperson zwei Projekte – seine Soloarbeit als THE THRESHOLD HOUSEBOYS CHOIR, seine Arbeit mit dem langjährigen Freund Ivan Pavlov als SOISONG –, die verglichen mit den vorangegangenen Bands wesentlich weniger dunkel und düster sind, was vielleicht auch dem Einfluss der neuen Heimat Thailand geschuldet ist. </strong></p>
<p><strong><em>Du bist Mitglied/Gründer einiger sehr einflussreicher Projekte gewesen. Gibt es im Nachhinein Präferenzen? </em></strong></p>
<p>Alle haben oder hatten ihre guten und schlechten Seiten. COIL hat (bislang) am längsten existiert, da Geff (auch als Jhonn Balance bekannt) und ich miteinander am kompatibelsten waren (verglichen mit allen anderen Mitgliedern von Gruppen, in denen ich war) und mehr geteilt haben als es die meisten Menschen je mit ihren Partnern machen. Weil er unglücklicherweise seinen Alkoholkonsum nicht unter Kontrolle hatte, und dies ihn schließlich getötet hat, kann man sagen, dass viele unserer Veröffentlichungen zur dunklen Seite tendierten, obwohl dies immer bei denen beliebt war und ist, die ähnliche Vorlieben haben.</p>
<p>Die meisten meiner Freunde fanden es mehr oder weniger unmöglich sich den Inhalt meines I-Pods während der letzten COIL-Jahre anzuhören, da alle Lieder (alle von anderen Künstlern) voller Schmerz und Melancholie waren, und natürlich war ich von Geffs “Schwindel erregendem Abstieg” (die Formulierung “dizzying descent” spielt natürlich auf “The Anal Staircase” an, M.G.) betroffen. Es hat einige Jahre gedauert, bis ich meinen Heilungsprozess beginnen konnte.</p>
<p><strong><em>So weit wir das sehen, ist der einzige Track, den du unter deinem eigenen Namen veröffentlicht hast, auf “Foxtrot” zu finden. Hast du jemals daran gedacht, nur unter deinem Namen zu veröffentlichen und Projekttitel ganz zu verwerfen? </em></strong></p>
<p>Das bin ich bislang noch nicht gefragt worden. <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> . In Boston habe ich mich kurz mit dem Publikum unterhalten und ich würde das ganz gerne etwas ausweiten. Ein Freund hat vorgeschlagen, dass ich eine Tour machen sollte, auf der es Musik, Gespräche, Geschichten und Filmausschnitte geben könnte, und die man “An Uneasy Evening with Unkle Sleazy” nennen sollte, aber ich bin mir bewusst, dass viel von dem, was mir an meinem neuen Leben in Thailand gefällt, nicht im Westen angesprochen werden könnte, bestenfalls wegen Vorurteilen, schlimmstenfalls aus Furcht vor Verhaftung, Gewalt oder Ermordung. Leider fühlt sich ein großer Teil der Menschheit nicht wohl und dies verursacht alle Arten von Leid, Aggression und sogar Krieg.</p>
<p>Ich wäre gerne in der Lage zu helfen und der erste Schritt dahin ist Ehrlichkeit. Wenn jeder plötzlich völlig ehrlich wäre, würde die Welt einen Entwicklungssprung von tausend Jahren machen, aber ich fürchte, das wird nie geschehen und die Menschheit wird zuerst vernichtet werden.</p>
<p><strong><em>Wir haben den Eindruck, dass SOISONG ebenso wie THBC weniger dunkel als vorherige Aufnahmen/Projekte sind. Würdest du sagen, dass deine (musikalischen wie auch nichtmusikalischen) Einflüsse sich mit den Jahren geändert haben – vielleicht auch wegen deines Umzugs nach Thailand? </em></strong></p>
<p>Haaahahaha. Ja! Obwohl ich glaube, dass die Menschheit dieses Jahrhundert nicht überleben wird, bin ich persönlich viel, viel glücklicher als ich das vor sechs Jahren war und ich denke, dass sich das in der Musik widerspiegelt.</p>
<p><strong><em>Du hast davon gesprochen, dass SOISONG vielleicht ohne einen Frontmann auskommen. Es heißt jetzt, dass auf dem SOISONG-Album einige Sänger mitwirken. Wurden die Stücke auf eurem Debüt mit Sängern im Hinterkopf geschrieben? </em></strong></p>
<p>Nein, die Sänger wurden ausgewählt und trainiert – mit speziellen Liedern im Hinterkopf…</p>
<p><strong><em>Wird es Auftritte mit einigen der beteiligten Sängern geben? </em></strong></p>
<p>Es WIRD live Gesangsdarbietungen geben, auch wenn weder Ivan noch ich singen. Wie auch immer, das Publikum sollte keine dritte Person auf der Bühne erwarten. Die Gründe dafür sind technischer und rechtlicher Natur und haben mindestens genauso viel mit der Sicherheit des Publikums zu tun.</p>
<p><strong><em>SOISONG scheint konzeptionell nicht so dicht wie COIL zu sein. Ist das ebenso eine Erleichterung wie eine Last? </em></strong></p>
<p>Geff hat wundervoll dichte und persönliche Texte für COIL geschrieben, die ebenso ein Teil der COIL-Stücke waren wie die Musik selbst. Bei SOISONG ist die Musik selbst – besonders auf dem neuen Album – wesentlich dichter und ausgearbeiteter als das bei COIL je der Fall war – ich benötige deswegen keinen “neuen Jhonn Balance”. Wie es der Zufall so will, sind Ivan und ich schon SEHR weit in der Welt herumgekommen und sprechen fünf, sechs Sprachen fließend und kommen in drei, vier weiteren klar. Allerdings studieren wir immer noch die Sprache, in der unsere Songs geschrieben sind. Im Moment ist uns die Bedeutung weniger wichtig als die Leidenschaft, Erfahrung, Weisheit, der Schmerz und die Liebe, die sich in den Stimmen unserer Sänger finden.</p>
<p><strong><em>Du hast einmal darauf hingewiesen, dass viele Entscheidungen rein instinktiv getroffen wurden, ohne allzu viel Intellektualisieren. Trifft das auch auf deine Arbeit mit Ivan zu? </em></strong></p>
<p>Ivan ist ein Idealist und ziemlich intellektuell, wenn es um die Prinzipen von SOISONG geht, aber wie ich sehr instinktiv, wenn es darum geht, sich für die eine oder andere Wellenform zu entscheiden.</p>
<p>Zum Glück ist sein Geschmack makellos (also so wie meiner <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ) und seine Fähigkeiten Klänge zu erschaffen sind bis jetzt unerreicht. Obwohl wir manchmal was das Geschäftliche oder gewisse Prinzipien anbelangt unterschiedliche Ansichten haben, sind wir auf die Musik bezogen immer einer Meinung.</p>
<p><strong><em>Wenn ihr als SOISONG Musik macht, arbeitet ihr viel über das Internet? </em></strong></p>
<p>Ob wir nun körperlich im gleichen Raum sind oder nicht, es ist so, dass wir dazu tendieren, abwechselnd zu arbeiten – u.a. wegen der Technik, die wir verwenden (ich verwende fast immer Macs und er hat meines Erachtens antiquierte, aber sicher einzigartige PC-Software, die er bevorzugt). Also abgesehen davon, dass wir nicht die Uploads und Downloads abwarten müssen, wenn wir zusammen an einem Ort sind, gibt es keinen großen Unterschied.</p>
<p><strong><em>Was kannst du uns darüber sagen, wie es zu dem neuen Soundtrack für “The Angelic Conversation” (den ihr in Italien aufgeführt habt), gekommen ist? </em></strong></p>
<p>Ich mache für diesen Film (und andere) schon seit einiger Zeit Solosoundtracks. Es waren die Veranstalter des GLBT-Festivals in Turin, die eine Zusammenarbeit mit David Tibet und Othon, der wunderbar spielt, vorschlugen. Ich hielt das für eine großartige Idee und wir hatten eine tolle Zeit.</p>
<p><strong><em>Diese Frage ist etwas allgemeiner: Siehst du noch immer eine Relevanz für transgressive Kunst/Künstler oder denkst du, dass schon alles gesagt und getan worden ist (unter anderem von dir)? Gibt es noch Bereiche, die erforscht werden müssen? </em></strong></p>
<p>Na ja, wie ich anfangs ja schon kurz erwähnt habe, ist es so, dass ich gerade versuche, Teile meiner Persönlichkeit zu heilen, die mit Masochismus und Selbstmissbrauch (im Sinne von verletzen) zu tun haben. Auch wenn ich nicht dazu bereit bin, IRGENDEIN Verlangen aufzugeben, sehne ich mich danach eher “für den Augenblick” zu leben und ziehe totales physisches Vergnügen aus dieser Situation, nicht nur bezogen auf Sex; auch wenn es um das Warten auf den Bus geht oder wenn mich ein Regenguss überrascht: Wenn du so willst, bin ich eins mit dem JETZT. Das ist etwas, das viele im Westen schwierig finden, da uns allen beigebracht wird, dass das Warten auf die Dinge, die da kommen werden, der beste Teil sei.</p>
<p>Ich denke, dass viele transgressive Künstler (inklusive der extremeren Piercer und derjenigen, die ihren Körper verändern und die ja nicht im konventionellen Sinne auftreten) diese Themen weiterhin in der Öffentlichkeit erforschen, aber primär aus persönlichen Gründen/Bedürfnissen, und insofern respektiere ich ihren Mut und ihr Recht das zu tun, auch wenn ich mir das nicht mehr unbedingt anschauen müsste.</p>
<p>Ich hoffe, für diejenigen, die sich so genannte transgressive Aktionen ansehen, um mehr über sich selbst oder die Menschheit allgemein zu erfahren, dass dies weiterhin möglich sein wird. Besonders für die, die danach verlangen oder suchen. Ich denke jedoch, dass es nicht gemacht werden sollte, um diejenigen zu schocken, die es nicht sehen wollen. Wenn man Menschen betrachtet, die Schmerzen erleiden (ob freiwillig oder nicht), kann das einem Schaden zufügen.</p>
<p>Unglücklicherweise haben die Leute ein kurzes Gedächtnis – das Werk der Wieder Aktionisten ist vielen inzwischen unbekannt, selbst wenn sie in Wien leben; deswegen ist das “Das ist alles schon gemacht worden”-Argument meines Erachtens nicht ganz zutreffend. <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Dennoch bin ich ziemlich traurig über die extreme Anzahl von Clips auf You Tube, die Titel wie “Der ABSOLUT schlimmste Tritt in die Eier” tragen oder aber auch über Sportshows, bei denen es nur um Voyeurismus des Schmerzes geht. Wenn die Menschen einmal daran gewöhnt sind, es zu genießen oder davon erregt zu werden, wenn man sich anschaut, wie andere leiden (wie etwa, wenn man Fliegen die Flügel ausreißt), dann ist es nur ein kurzer Schritt, bis zum Fehlen jedweder Achtung vor anderen Lebewesen – mit anderen Worten Faschismus.</p>
<p><strong><em>Du hast in einem Interview einmal gesagt, dass es dir fast schon etwas “unheimlich” ist, dass ein ganzes Genre nach eurem Label benannt worden ist. Was denkst du heutzutage über Industrial und Postindustrial? </em></strong></p>
<p>Kürzlich habe ich das Folgende in einem Interview gesagt: “Gibt es heutzutage eine Industrialszene? Als vor einigen Jahren die Majorlabels noch etwas bedeuteten, hätte ich gesagt, dass es ein Fach, das Industrial hieß, GAB und das überquoll – hauptsächlich mit Schrottmails von Firmen, die Abfalleimer und Schrottplatzmüll  verkauften (das hatte absolut nichts mit dem zu tun, was wir damals in den Siebzigern gemacht haben). Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher, ob es als eigenständiges Genre existiert.</p>
<p>Es gibt eine Million Bands da draußen. Viele von denen benutzen die gleichen Werkzeuge, weil es einfach ist. Alle versuchen, bemerkt zu werden, manche, weil sie Klang lieben und wie er sie fühlen lässt: In ihren Herzen und ihren Ärschen. Andere nur, weil ihre Freundin einen Ferrari will. Es ist offensichtlich, dass ich noch immer in der “Aus Liebe zum Klang”-Abteilung bin! <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> ”</p>
<p>Das mit dem Zitat tut mir Leid, aber die Frage war identisch. <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong><em>Denkst du, dass es ironisch (oder vielleicht ganz logisch) ist, dass nachdem COUM TRANSMISSIONS im Kunstkontext begonnen haben, THROBBING GRISTLE (teilweise) in die Museen zurückgekehrt sind (z.B. in die Tate Modern)? </em></strong></p>
<p>Wenn TG irgendetwas ausdrücken wollte, dann dass es darum ging, die Leute (uns eingeschlossen) dazu zu bringen, Erwartungen zu enttäuschen, Dinge in einem neuen und anderen Licht zu betrachten. Sicherlich ist Ironie ein Tel davon.</p>
<p><strong><em>Wird eure Interpretation von “Desertshore” dieses Jahr veröffentlicht werden? </em></strong></p>
<p>Ich weiß es nicht.</p>
<p><strong><em>Du hast sehr oft erwähnt, wie viel dir Burroughs bedeutet (hat). </em></strong><strong><em>Denkst du, dass deine Musik über die Jahre einen ähnlichen Einfluss auf andere gehabt hat? </em></strong></p>
<p>Mir ist gesagt worden, dass das so ist und diese Beteuerungen bereiten mir das größte Vergnügen.</p>
<p><strong><em>Du hast in den letzten Jahrzehnten mit vielen Künstlern gearbeitet. Gibt es jemanden, der den tiefsten Eindruck hinterlassen hat (was Kunst, Persönlichkeit etc. anbelangt)? </em></strong></p>
<p>Ich denke, den gäbe es, wenn ich mich nur erinnern könnte. ;</p>
<p><strong><em>Lass uns kurz über den Entstehungsprozess von “The New Backwards” unterhalten. Du hast mal gesagt, dass die ursprünglichen “Backwards”-Demos, die im Internet zirkulierten, ziemlicher Mist seien, und dass sie jetzt erst “nach einem beträchtlichen Aufwand an neuer Arbeit” zu funktionieren scheinen. Ich muss sagen, dass mich die ursprünglichen auch nicht gerade begeistert haben. Ich habe mich gefragt, wie du vorgegangen bist. Wie kann man sich den Arbeitsprozess vorstellen? Ich habe den Eindruck, dass so viel mit dem Ausgangsmaterial angestellt worden ist, dass es manchmal komplett neue Aufnahmen zu sein scheinen: Eher eine (Neu-)Kreation als ein simples Abmischen. </em></strong></p>
<p>Die Demoaufnahmen sollten nie veröffentlicht werden; die waren ein Teil des Krams, an dem wir seit “Love’s Secret Domain” immer mal wieder gearbeitet hatten, unter anderem in New Orleans, als Trent uns einige Zeit in seinem Studio anbot. Zwischenzeitlich hatten wir an experimentellen Projekten wie BLACK LIGHT DISTRICT, TIME MACHINES und ElpH gearbeitet, die uns frisch und aufregend erschienen. Je mehr wir an diesen alten “konventionelleren” Tracks arbeiten, desto abgestandener erschienen sie uns und zu diesem Zeitpunkt schien Geffs scheinbare Besessenheit mit seinem eigenen Tod auch nicht ganz angebracht.</p>
<p>Nachdem er aber gestorben war, änderte sich die Bedeutung der Worte und durch die Geschichte der Musik fühlte ich mich weniger belastet. Ich konnte einfach das tun, was richtig zu sein schien, deswegen veränderte ich die Stücke ziemlich radikal, damit sie besser zu meinem aktuellen Geschmack passten.</p>
<p><strong><em>Fühlte sich der Endmix von “The New Backwards” anders an, als das Fertigstellen von “The Ape of Naples”? </em></strong></p>
<p>“The Ape of Naples” wurde innerhalb weniger Monate nach Geffs Tod begonnen und fertig gestellt – in dem Haus, in dem er gestorben war, deswegen war das unerträglich emotional, aber absolut notwendig. Während des Abmischens habe ich mehr oder weniger durchweg geweint. “Backwards” war viel ruhiger.</p>
<p><strong><em>Welche Erinnerungen hast du an das Gedächtniskonzert für Geff in Russland 2005? </em></strong></p>
<p>Prinzipiell freue ich mich darüber, bei solchen Sachen – seien es Konzerte oder CDs – mitzumachen, weil es anderen die Möglichkeit gibt, ihren Respekt auszudrücken. Nach einer Sache solltet ihr später im Jahr auf jeden Fall die Augen aufhalten und das ist eine Kompilation auf einem französischen Label, die “”This Immortal Coil” heißen wird, und auf der einige wirklich beeindruckende akustische Neuinterpretationen von klassischen COIL-Songs sein werden, und zwar von vielen Künstlern, von denen Jhonn selbst ein Fan war, wie z.B. Bonnie Prince Billy (Will Oldham) und viele andere mehr. Die Rohmixe, die ich gehört habe, waren umwerfend.</p>
<p><strong><em>Du hast davon gesprochen, wie frustrierend die (kommerzielle) Videocliparbeit war. Wie war es für dich, das “Ostia”-Video für die “Salo”-DVD zu machen? </em></strong></p>
<p>Wunderschön und leicht, weil ich gelernt hatte, dass selbst mit sehr begrenzten Mitteln alles wie von selbst zusammenpasst, wenn man mit ganzem Herzen dabei ist und diesem genau zuhört. Das hatte ich bisher so noch nie begriffen.</p>
<p><strong><em>Du bist das wahrscheinlich schon tausendmal gefragt worden, aber ich muss mich einfach danach erkundigen. Besteht die Chance, dass “Colour Sound Oblivion” [die umfangreiche DVD-Live-Retrospektive COILS] in der nahen Zukunft veröffentlicht wird? </em></strong></p>
<p>Ich antworte immer dasselbe: hoffentlich in diesem Jahr. <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Ich habe kürzlich einen jungen Thai/Computerfreak/Assistenten angeheuert, der mir dabei helfen soll, Ordnung in das acht Terrabytes große (und täglich größer werdende) COIL- und neue Musik-Archiv zu bringen (und das sowohl Daten als auch Videos enthält), um das ich mich gerade für die Nachwelt kümmere. Ich hoffe, dass er mir helfen kann, die Organisation und das Konvertieren etc. der ganzen Dateien etwas reibungsloser zu gestalten.</p>
<p>Es gibt eigentlich nicht mehr so viel, was den Schnitt anbelangt, mit Ausnahme des letzten Auftritts in Dublin eine Woche bevor Geff/Jhonn starb, der logischerweise am schwierigsten ist und dem ich bislang aus dem Weg gegangen bin…</p>
<p><strong><em>Was ist mit “Wounded Galaxies Tap at the Window” geschehen? Ich frage danach, weil es auf eurer Seite sogar einmal ein Foto des Albums gab (im pinken Muscheltray). </em></strong></p>
<p>Geff hatte viele Titel, zu denen kein Stück Musik passte. Einige davon werden das Tageslicht erblicken und zwar in einer Serie, bei der ich vorhabe, bald mit dem Brainwashed-Archiv zusammenzuarbeiten, so etwas wie die “Unnatural Histories”-Reihe.</p>
<p><strong><em>Gibt es weiteres Archivmaterial (das du veröffentlichen möchtest)? Du hast von einem Track namens “The Million Dollar Altar” gesprochen. </em></strong></p>
<p>Es gibt keine neuen COIL-Alben als solche. Der Zweck der Archivreihe wird es sein, ordentliche Raritäten wie den oben genannten Titel zu nehmen und in den Kontext eines Hauptalbums aus der jeweiligen Zeit zu stellen.</p>
<p>Einige Alben wie “Astral Disaster” existieren in zwei Versionen, die zusammen veröffentlicht werden könnten und andere wie “Moon’s Milk” und “Time Machines” könnten etwas mit neuerem Material, das die ursprünglichen Ideen oder Themen erweitert, “updated” werden, aber ich weiß nicht, wann ich eine Möglichkeit bekommen werde, diese Sachen zu veröffentlichen. Es hängt von meinen drei momentan aktiven Gruppen ab, wie von vielem anderen.</p>
<p><strong><em>Spielt Homosexualität für dich heute noch die gleiche Rolle, wie zu der Zeit, als COIL noch existierte? Hast du den Eindruck, dass es gesellschaftlich einen Rückschritt gibt (wenn inzwischen wieder für viele Jugendlichen “schwul” das ultimative Schimpfwort ist)?</em></strong></p>
<p>Ich weiß nicht (ich glaube, ich will es auch gar nicht wissen), inwiefern sich Einstellungen bezüglich Homosexualität im Westen ändern. Auf die eine oder andere Weise sind sie immer beschissen gewesen – hauptsächlich dank verschiedener religiöser Gruppen.</p>
<p>Ich lebe jetzt in einem Land, in dem die meisten Eltern es als eine Art Bonus ansehen, wenn einer ihrer Söhne schwul ist (zugegebenermaßen wahrscheinlich nicht, wenn es der erste Sohn ist oder es etwa alle sind! <img src='https://africanpaper.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ), aber es gibt KEIN Stigma, wenn ich Hand in Hand mit einem Mann die Straße entlanggehe oder wenn mein Zimmermädchen bemerkt, dass ich Spaß mit ein paar zwielichtig aussehenden Rüpeln in meinem Schlafzimmer habe. Aus irgendeinem Grund ist die Einstellung hier etwas anders…</p>
<p>Die Sache mit Beleidigungen ist, dass ihre Macht allein von deinem Glauben an sie kommt. Wenn einem jemand in der Schule “Schwuchtel” hinterher ruft, sollte man sich deswegen nicht schuldig oder schlecht fühlen, man sollte froh darüber sein, denn was es wirklich heißt, ist, dass derjenige, der das gerufen hat, erstens wahrscheinlich unschlüssig ist, was seine eigene Sexualität anbelangt, dass er zweitens genügend an dir interessiert ist, dass er will, dass du ihm aus dem Weg gehst, damit du auf gewisse Weise etwas für ihn empfindest und dass es drittens so ist, dass die Chancen, dass du ihm in ein paar Tagen hinter den Fahrradschuppen den Schwanz lutschst und er dann aufhören wird, hinter anderen her zu schreien und sie unglücklich zu machen, wenn du es richtig anstellst.</p>
<p>Man muss nur seine eigene Reaktion ändern (und das liegt an einem selbst) und jeder gewinnt etwas. Selbst wenn du nicht schwul bist, gib ein paar Tage vor, es zu sein und wenn er schließlich zustimmt, dass du ihm einen bläst, beiß rein!</p>
<p><strong><em>Letzte Worte? </em></strong></p>
<p>Man kann nicht kontrollieren, was andere über dich denken, deswegen sollte man aufhören, sich darüber zu sorgen. Du KANNST aber kontrollieren, wie deine Einstellung  bezüglich  aller anderen ist, deswegen befindet man sich an dem Moment, wenn man das erkennt, eigentlich im Paradies (okay, es gibt immer noch ein paar Sachen, um die man sich kümmern muss). Ich bin es.</p>
<p>- M.G. &amp; D.L. &amp; S.L. -</p>
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		<title>THE THRESHOLD HOUSEBOYS CHOIR: Forms Grow Rampant</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 19:26:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nach zwei Samplerbeiträgen veröffentlicht Peter Christopherson das erste Album seines neuen Projektes. Der ursprüngliche Plan war es, die gesamten Vocals und das Erscheinunsbild des “Chors“ komplett am Computer zu generieren, etwas, das – wie es in den Linernotes heißt – &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/08/31/the-threshold-houseboys-choir-forms-grow-rampant/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Forms-grow-150x150.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-558" title="Forms-grow-150x150" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/Forms-grow-150x150.gif" alt="" width="150" height="150" /></a>Nach zwei Samplerbeiträgen veröffentlicht Peter Christopherson das erste Album seines neuen Projektes. Der ursprüngliche Plan war es, die gesamten Vocals und das Erscheinunsbild des “Chors“ komplett am Computer zu generieren, etwas, das – wie es in den Linernotes heißt – noch nicht zu realisieren war. Stattdessen wurden die Vocals aus indigenen Quellen entlehnt und erheblich verfremdet. <span id="more-557"></span>Musikalisch lassen sich zwar Versatzstücke finden, die an spätere COIL-Aufnahmen erinnern (wie z.B. die Basslinien bei “A Time Of Happening“), “Intimations Of Spring“ lässt einen an “Baby Food“ denken und natürlich haben  COIL vor über zehn Jahren mit  “Another Brown World“ Ethno(an)klänge in ihre Musik integriert, insgesamt aber klingen die fünf langen Tracks sehr eigenständig, in keinster Weise wie COIL ohne Jhonn Balance.</p>
<p>Die melodiöse Elektronik und die bearbeiteten Vocals gehen eine atmosphärische Synthese ein, teilweise scheinen die Vocals mit der Musik zu verschmelzen – was vielleicht auch die Absicht war. Es wird eine Melancholie erzeugt und gleichzeitig fühlt sich der Hörende geborgen – da gibt es zumindest assoziative Verbindungen zu der musikalisch ganz anderen Herangehensweise von jemandem wie William Basinski. Auf der DVD findet sich das gleiche Material, wird aber von Aufnahmen begleitet, die Sleazy 2003 auf dem GinJae-Festival in Thailand gemacht hat und die junge Männer zeigen, die sich in Trancezuständen allerlei Körpermodifikationen respektive Penetrationen unterziehen. Sleazy schreibt in den Linernotes, dass er die Rituale ganz persönlich interpretiere und das nicht zwangsläufig der ursprünglichen Intention entspreche. Die oftmals verlangsamten und grobkörnigen Bilder erzeugen eine seltsam ver- und entrückte Atmosphäre, geben dem Ganzen dann auch eher den Charakter eines Traums als einer Dokumentation. (M.G.)</p>
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