Am Freitag, den 6. Juni, findet in Berlin-Kreuzberg ein Konzertabend mit internationalen Gästen statt, deren Arbeiten in den Grenzbereichen experimenteller Elektronik angesiedelt sind. Es geht, wie es in der Ankündigung heißt, um Lärm, Bass, Improvisation, unerwartete Kontraste und das bewusste Ineinanderfließen unterschiedlichster Formen. Mit dabei sind Omni Selassi aus Bern, Prince Istari aus Hamburg, PsicoViolenza aus Neapel sowie die Berliner Acts Tiziano Jian und Linxi.
Das Duo Omni Selassi spielt mit Momenten kollektiver Erfindung – “weit in der Nacht verträgt sich wieder alles, und eine wundersame Sprache entsteht aus Versehen”, wie es aus dem Umfeld der Band heißt. Ihre Stücke sind durchzogen von Brüchen, Wendungen, punknahem Humor und einem rohen, doch fragilen Druck, der sich zwischen Improvisation und Struktur bewegt. Der Norddeutsche Prince Istari, kombiniert Dub und Noise mit gesellschaftskritischer Haltung. Er selbst sagt: “Coming down the tidal from the Waterkant, I rid the world of the evil curse of the a.i. with word, sound and power.” Was daraus entsteht, ist ein sich ständig verschiebendes Feld aus Bass, Stimme, Fragment und politischem Impuls. PsicoViolenza aus Italien operieren mit knapper Direktheit – “Non vi crediamo”, heißt es von ihrer Seite. Ihre radikale Klarheit äußert sich in kurzen, kompakten Setups, bei denen sich elektronische Improvisation und eine schroffe Dringlichkeit überblenden. Der in Berlin lebende Bassist Tiziano Jian nähert sich seinen Live-Sets als offene Skizze. Improvisierter E-Bass trifft auf Feedback und elektronische Schichtung. Linxi, ebenfalls aus Berlin, legt auf – noisig, gebrochen, schnell. In ihren Sets verbinden sich Rhythmen und Kollisionen zu Übergängen, die nicht geglättet, sondern ausgestellt werden. Der Event beginnt um 19:30 Uhr, Links und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf der Eventseite bei Facebook.