Die 26. Ausgabe der Konzertreihe Organ Sequences bringt erneut Acts der internationalen Klangkunst in die Taborkirche in Berlin-Kreuzberg und widmet sich der Orgel als einem Experimentierfeld zeitgenössischer Musik. Vier eigenständige Sets zeigen, wie vielschichtig und ungewöhnlich das Instrument gedacht und eingesetzt werden kann. Biliana Voutchkova und Dylan Kerr eröffnen den Abend mit einer intensiven, körperlich geprägten Klangperformance. Voutchkova, bekannt für ihren interdisziplinären Zugang zu Improvisation, Komposition und Bewegung, trifft hier auf Kerrs ritualhafte Theatralik, die Einflüsse aus liturgischer Musik ebenso aufgreift wie Elemente aus Protest- und Alltagskultur.
Im Anschluss interpretieren die beiden itauer Gailė Griciūtė und Arturas Bumšteinas das Werk “Stand-by for Minna”. Bumšteinas gilt, wie es im Programmtext heißt, seit den 90ern als eine Schlüsselfigur im Grenzbereich zwischen Kunst und experimenteller Musik, Griciūtė hinterfragt mit ihren Arbeiten immer wieder vertraute Hörgewohnheiten. Ihr gemeinsames Orgelstück bewegt sich zwischen Installation und Improvisation. Das dritte Set ist eine Solointerpretation von Kurator Romain C. Bertheau, der das Stück “Cunctipotens Genitor” des armenischen Komponisten Arman Gushchyan aufführt. Bertheau verbindet, wie es ferner heißt, klassische Spieltechniken mit Feedbacksystemen und Noiseansätzen und bewegt sich damit an der Grenze zwischen barocker Strenge und digitaler Zersetzung. Zum Abschluss präsentieren Shun Momose und Wanqian Lin eine gemeinsame Arbeit, die mit modifizierten Instrumenten, Obertönen und Feedbackprozessen arbeitet. Momoses Auseinandersetzung mit Stille trifft hier auf Lins aus dem Installationsbereich kommende klangliche Präzision. Gemeinsam untersuchen sie, wie es heißt, die fragile Beziehung zwischen Klangquelle, Raum und Zuhörenden.
Sonntag, 01.06.2025
Beginn 18:30 Uhr
Taborkirche
Taborstraße 17
10997 Berlin