Mud Flats: Digitale EP von Felicity Mangan

Just erscheint bei dem italienischen Label Superpang die rund zwanzigminütige One-Track-EP “Mud Flats” der in Berlin lebenden australischen Klangkünstlerin und Komponistin Felicity Mangan als Download. Für diese Arbeit kombiniert Mangan Tonaufnahmen aus dem Wattenmeer, jener weiten Gezeitenlandschaft an und nahe der Mündung der Elbe, mit modularen Syntheseprozessen, die sie, wie man im Begleittext erfährt, während Residenzen bei INA GRM in Paris und EMS in Stockholm entwickelt hat. 

Durch analoge Frequenzmodulation und behutsam geschichtete Klangverschiebungen verwandelt sie die hydrographischen Rhythmen von Wasser, Schlick und Ebbe in pulsierende Texturen, die zwischen organischer Klangbewegung und elektronischer Aufbereitung changierren. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges, fast cinematisches Stück, in dem Nebelhörner und Schiffsechos wie aus einer anderen Zeit herüberwehen und sich mit den tieffrequenten Strukturen synthetischer Klangquellen verweben. Mangan, die primär mit Field Recordings arbeitet, lässt hier die Grenzen zwischen Naturaufnahme und Synthese verschwimmen. Oft ist kaum auszumachen, ob man Meeresströmungen hört oder das Nachbeben elektrischer Oszillatoren, alles wirkt zugleich aquatisch und elektrifiziert. “Mud Flats” knüpft an Mangans bisherige Veröffentlichungen wie “Wet on Wet” (Klangklamm/Warm Winters Ltd.) und das jüngste Album “String Figures” (Elevator Bath) an und führt deren Klangsprache konsequent weiter.