Mit “Al Dente” stellt die in Berlin lebende Klangkünstlerin, Komponistin, Improvisationsmusikerin und Gongvirtuosin Ira Hadžić eine neue Arbeit vor, die auf langfristigen Field Recordings in einer Zahnarztpraxis basiert und als Vorabpräsentation erstmals öffentlich hörbar wird. Ausgangspunkt, so erfährt man auf diversen Plattformen der Künstlerin, ist der Behandlungsraum selbst, dessen Geräusche von laufenden Geräten bis zu den intimen Klängen aus der Mundhöhle als konzeptionelles Instrument gefasst werden.
Die Arbeit bewegt sich, wie es ferner heißt, zwischen Dokumentation und Komposition und nutzt dentale Klänge als Marker von Verletzlichkeit, Kontrolle und Fürsorge, Zähne erscheinen dabei als materielle Träger von Biografie, Erinnerung und Identität. Zugleich verweisen die Aufnahmen auf einen Zustand gesellschaftlicher und persönlicher Unsicherheit. “Al Dente” versteht Hören explizit als Praxis der Aufmerksamkeit. Der Titel verweist – uch in Anlehnung an seine Verwendung als kulinarischen Begriff – auf einen Zwischenzustand des Noch-nicht-Abgeschlossenen, in dem Heilung, technische Transformation und menschliche Verletzbarkeit nebeneinander bestehen bleiben. Die Produktion entstand für Deutschlandfunk Kultur in Zusammenarbeit mit dem Studio für elektroakustische Musik der Akademie der Künste Berlin und wird im Mai gesendet. Zuletzt stellten wir von der Künstlerin das Album “Geographies of Sleep” vor.
Foto: Roberto Duarte