Extrema Ratio legen mit “Vexata Quaestio” ihr zweites Album vor. Das Quartett aus dem piemontesischen Canavese bewegt sich weiterhin an der Schnittstelle von Free Jazz, Industrial, Noise und einer an Punk erinnernden Radikalität. Der Ansatz bleibt laut Begleittext bewusst spannungsgeladen und orientiert an einer Idee von „organisierter Freiheit“, die Struktur ebenso zulässt wie deren gezielte Sabotage. Vertrackte Rhythmen, eruptive Bläserparts, Elektronik und Stimme formen ein dichtes Klangbild, das sich jeder statischen Ordnung entzieht.
Inhaltlich knüpft “Vexata Quaestio”, wie es weiter heißt, an eine lange Tradition künstlerischer und politischer Dissidenz an. Die Texte beziehen sich auf zentrale Figuren der Literatur und des politischen Denkens des 20. Jahrhunderts und thematisieren Fragen von Gewalt, Widerstand, Autonomie und existenzieller Zumutung. Die häufig zitierte Bezugnahme auf Wladimir Majakowski markiert dabei weniger ein Zitat als eine Haltung: Kunst als Werkzeug der Intervention, nicht als Abbild. Aufgenommen und gemischt wurde das Album über einen längeren Zeitraum von Manuel Volpe. Gastbeiträge von Alex Spalck, Luca Cartolari und Michele Anelli erweitern das offene Klanggefüge um zusätzliche Stimmen und Texturen. Das Album erscheint auf CD und zum Download bei Wave Guardian Records.