Sicker Man kündigt mit “Spökenkieker” sein fünfzehntes Album an. Die Veröffentlichung erscheint als LP und digital auf Blankrecords. Mit diesem zwölf Instrumentalstücke enthaltenden Album kehrt Sicker Man in mehrfacher Hinsicht an einen Ausgangspunkt zurück. Referenzraum, so erfährt man im Begleittext, ist Ostwestfalen, die Region seiner Herkunft, deren Mythen und Legenden den konzeptuellen Rahmen bilden. Namensgeber ist die Figur des Spökenkiekers, eines Sehers, der aufgrund der Vergangenheit dazu verdammt ist, Zukünftiges wahrzunehmen. Diese Verbindung von Herkunft, Erinnerung und Vorausblick prägt das Album inhaltlich wie klanglich.
“Spökenkieker” greift die Idee der Hauntologie auf und versteht Gegenwart als von vergangenen Zukunftsentwürfen durchdrungen. Sicker Man richtet den Blick bewusst auf die Ursprünge seiner eigenen musikalischen Sprache als produktive Konfrontation mit dem Vergangenen. Historische Sprachsamples, Flöten, Saxophone und ein erweitertes Instrumentarium treten neben elektronische Strukturen, Dubstep-Beats, Ambient-Flächen und elektrische Cello-Texturen, die eines seiner Markenzeichen sind. Unterstützt wird er dabei lediglich in einigen racks von Matze Schinkopf an diversen Blasinstrumenten. Elemente aus Spiritual und Free Jazz, orchestralen und impressionistischen Ansätzen, so heißt es weiter sinngemäß, überlagern sich und erzeugen das, was Denker wie Roland Barthes einmal die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen genannt haben. Das Album erscheint am 13. Februar, zwei Tage später präsentiert Sicker Man die neuen Stücke erstmals live in der Berliner Neuen Zukunft zusammen mit einem sechsköpfigen Ensemble, an dem auch seine langjährige Weggefährtin Kiki Bohemia teilnehmen wird. Ebenfalls zu sehen ist an dem Abend das Duos Duet der Geigerin Niki Yagmaee und der Cellistin Golsana Shenasaei.