Ende des Monats erscheint “Tao and Zen” von Empty House als Tape und digital bei Cruel Nature Records. Aufgenommen im Frühjahr und Sommer 2025 – wie es heißt auf einem Tascam-24-Spur-Recorder -, knüpft das Album an Fred Lairds frühere Veröffentlichungen an, verschiebt den Fokus jedoch deutlich in Richtung einer ganz eigenen Idee von Krautrock. Dub bleibt präsent, tritt aber zugunsten einer reduzierten, bassgetragenen Struktur zurück. Sparsamkeit, so heißt es auch vom Label, ist das zentrale Prinzip: lange Grooves, wenig Material, viel Raum.
Einflüsse reichen von Can und The Orb über den futuristischen Dub von Creation Rebel bis hin zu der hypnotischen Gitarrenatmosphäre von Ash Ra Tempel, zudem war die Biografie von Patti Smith inspirierend. Die Musik wirkt stets ruhig, konzentriert und zugleich in seiner Bewegung motorisch. Der Titel des Albums – und des nur leicht anders geschriebenen gleichnamigen Tracks, der die nächtlich-groovige Motorik zwischen Dum und krautiger Elektronik perfekt einfängt – verweist auf zwei spirituelle Traditionen Ostasiens, die sich in der Betonung von Einfachheit, Leerheit und natürlichem Fluss treffen und gerade durch die Absage an jedes Forcieren vieles entstehen lassen. Genau darin kann man auch eine mögliche Verbindung zur Musik des Albums sehen, in welcher Reduktion, Wiederholung und Groove als Praxis des Loslassens fungiert, in der sich Form aus dem Moment heraus selbst generiert. Der Ostasien von ausgedehnten Reisen her kennende Laird zeichnet auch für das Cover verantwortlich: Das zeitlos anmutende Motiv zeigt einen verfallenen Holzsteg im stillen Wasser des Dianshan-Sees bei Shanghai. Laird produzierte das Album überwiegend im Alleingang, lediglich beim Mix eines Tracks tritt Alan Gregson in Erscheinung.