Mit “Terrain Vague II” veröffentlicht das dänische Trio Mesmer am 24. April sein zweites Album über arbitrary. Ausgehend von Feldaufnahmen aus Læsø, Frederikshavn und Aalborg entwickelt die Gruppe eine elektroakustische Arbeit, in der Umweltklänge, wie es sinngemäß vom Label heißt, nicht als Hintergrund dienen, sondern die strukturelle Grundlage bilden. Geräusche von Küsten, Häfen und urbanen Randzonen werden aufgegriffen und durch Improvisation sowie kompositorische Verfahren weitergeführt. Zum Einsatz kommen unter anderem Synthesizer und Modularsysteme sowie Trompete und Perkussion.
Der Titel greift die Idee des “terrain vague” auf, also unbestimmter Übergangszonen mit offenem Potenzial. Diese wird hier, wie es ferner heißt, als Bild für gegenwärtige gesellschaftliche Zustände gelesen, ohne eindeutig ausformuliert zu werden. Stattdessen entstehe ein offener Hörraum, in dem sich gesetzte und freie Elemente, Kontrolle und Spontaneität überlagern. Im Vergleich zum Vorgänger hat Mesmer seinen Ansatz stärker ortsbezogen ausgerichtet. Die konkreten geografischen Bedingungen strukturieren die Stücke deutlicher, während improvisatorische Anteile und Spannungen zwischen individuellem und kollektivem Spiel stärker hervortreten. “Terrain Vague II” erscheint als CD und zum Download.