“Fata Morgana” von schntzl ist vor einigen Tagen bei Viernulvier Records als LP und zum Download erschienen. Das belgische Duo, bekannt für improvisationsfreudige Liveshows zwischen Jazz, Dada und 90er-Trance-Kitsch, verdichtet auf seinem fünften Studioalbum seine Affinität zu digitaler Zuspitzung und konfrontativer Energie. Während der Vorgänger stärker von kammermusikalischer Wärme geprägt war, tritt hier eine tranceartige Intensität deutlicher hervor. Trance fungiert, wie es beim Label heißt, weniger als stilistische Vorlage denn als Zustand, als energetischer Kern.
Die Stücke basieren, wie es ferner heißt, auf Live-Interaktion, Improvisation und einer bewusst eingesetzten Überzeichnung von Loops und Verzerrungen, was stets konfrontativ udn gleichsam verspielt anmutet. Kitschige Details, scharfkantige Synthesizer und unbeugsam-stoffelige Rhythmen erzeugen ein Spannungsfeld aus Zusammenballung und Auflösung. Vieles wirkt hyperdigital, das Label zieht Referenzen zu Acts wie Giant Claw oder Oneohtrix Point Never, während die Drums stellenweise eine rohe Direktheit entfalten, die mit Astrid Sonne verglichen werden. “Fata Morgana” erscheint als LP und digital.