Die britische Avant-Folkmusikerin und Komponistin Alison Cotton, die v.a. mit ihrer Band The Left Outsides einem größeren Publikum bekannt wurde, bringt 19. Juni ihr fünftes Soloalbum als LP und CD auf Glitterbeat heraus. Es erscheint gut zwei Jahre nach dem Vorgänger “Engelchen”. Erneut bewegt sich die Londonerin zwischen Drone und improvisationsbasierter Klangkunst mit Folkansätzen und entwickelt daraus eine Musik von stiller, eindringlicher Intensität.
Im Zentrum stehen Viola, Harmonium und Cottons entrückt wirkende Stimme, die sich durch langsam driftende, oft meditativ anmutenden, bisweilen aber auch geisterhaften Klangflächen bewegt. Ergänzt werden die Stücke durch Piano, Perkussion, Synthies, Melodica und weitere akustische Instrumente, wodurch ein flächiger, zugleich aber auch körperlich naher Sound entsteht, den Glitterbeat u.a. mit Nico, John Cale und Dorothy Carter vergleicht. Viele der Aufnahmen entstanden laut Label improvisatorisch in wenigen Takes. Gerade dadurch behalten die Stücke, wie es weiter heißt, eine fragile Direktheit, als würden sich Erinnerung, Verlust und Intuition unmittelbar im Klang materialisieren. Inhaltlich ist das Album stark von persönlichen Erfahrungen geprägt, insbesondere vom Tod des Vaters der Künstlerin, dessen Präsenz viele der Kompositionen durchzieht. In diesem Zusammenhang steht auch “I Am!”, einem Gedicht des Romantikers John Clare. Neben Cotton, die Viola, Harmonium, Piano, Hackbrett, Blockflöte, Melodica, gestrichene Becken und Perkussion spielt, wirkt Produzent Mark Nicholas an Schlagzeug, Bass und Synthies mit. Das Album ista uch zum Download erhältlich.