Fives and Sixes: Stephen Hollinger erkundet Vergänglichkeit und Erinnerung

Dieser Tage erscheint bei Room40 “Fives and Sixes” von Stephen Holliger, ein Album, das sich mit Erinnerung, Vergänglichkeit und dem langsamen Verschwimmen biografischer Spuren beschäftigt. Ausgangspunkt sind über Jahre entstandene, bislang unveröffentlichte Arbeiten, in denen Gitarrenklänge, metallene Resonanzen und historische Sprach- und Tonaufnahmen miteinander verbunden werden.

Holliger selbst beschreibt das Album als “reflection on memory, faith, and impermanence” und als einen Versuch, festzuhalten, was sich zugleich unaufhaltsam verändert. Wie man weiter erfährt, fließen in die Stücke u.a. Aufnahmen eines Weihnachtsfestes von 1995, Erinnerungen an den Familienhund, einen stillen Gottesdienst, einen Auftritt in einer Buchhandlung ein. Die persönlichen Fragmente werden dabei nicht dokumentarisch präsentiert, sondern lösen sich zunehmend in Klang auf. Musikalisch bewegt sich die Musik in einer harmonischen, ambienten Dröhnung. Die Flächen und Strukturen wirken zunächst glatt, ruhig und geordnet, doch unter ihrer Oberfläche ist immer wieder eine deutliche Spannung spürbar. Das Album erscheint digital.