V.A.: Alien I Creator – A Tribute To Roky Erickson Vol. 2

Mit “Alien I Creator – A Tribute To Roky Erickson Vol. II” setzt das Oberhausener Label Gruselthon seine im vergangenen Jahr begonnene Hommage an einen der eigenwilligsten und zugleich prägendsten Musiker der amerikanischen Gegenkultur fort. Schon der erste Teil “I Think Of Demons” machte deutlich, wie tief die Faszination reicht, die von Roky Erickson und seinem Werk bis heute ausgeht – und wie offen und Weiterlesen

NAM-KHAR: Antimon

Seit seiner Gründung vor gut anderthalb Jahrzehnten bewegt sich das hessische Kollektiv Nam-Khar, dessen tibetischer Name gerne mit Himmel übersetzt wird, in den Überlappungsbereichen von ambienter Ritualmusik und psychoakustischer Soundarbeit. Nach einer stark tantrisch buddhistisch geprägten Trilogie und einigen Kollaborationen widmet sich das Projekt auf dem neuen Album “Antimon” der Alchemie als innerer Arbeit, wie Weiterlesen

BIRCH BOOK: Casting Lines: A Museum Of Memory

Als In Gowan Ring hat der rastlose, ewig umherstreifende Bobin Eirth, kurz Bee, Alben aufgenommen, die in ihren besten Momenten – und davon gab es zahlreiche – mit seinem selbst so betitelten „symbolist folk“ den Hörenden Momente von Transzendenz bescheren konnte: Das vierte In Gowan Ring-Album „Hazel Steps Through A Weathered Home“ dürfte noch immer eines der besten Folkalben der jüngeren Geschichte sein.  Weiterlesen

BODUF SONGS: Selected Instrumental Works

Hinter dem Namen Boduf Songs steht der britische Musiker Mathew Sweet – ein Künstler, dessen Werk sich seit den späten Nullerjahren beharrlich jeder eindeutigen Verortung entzieht und der vielleicht auch deshalb immer wieder für uns von Interesse war. Ausgehend von einem reduzierten, lo-fi geprägten Dark Folk hat sich seine Musik über die Jahre zu einem eigenständigen Idiom entwickelt, das Intimität, klangliche Reduktion und eine leise, aber Weiterlesen

KÖRPERTURM: s/t

Körperturm ist ein Begriff aus der Algebra und bezeichnet mehrere ineinander verschachtelte Körpererweiterungen. Unter dem Begriff firmiert neuerdings auch ein vermutlich im deutschsprachigen Raum ansässiges Musikprojekt, über dessen personellen Hintergrund wenig zu erfahren ist und das laut Discogs in Bereichen wie IDM, Nu-Disco und Tech Trance unterwegs ist – Genrebegriffe, die zwar als Wegweiser verstanden werden können, die jedoch Weiterlesen

TEMPLE MUSIC: No Mercy Seat Of Gold

Mit “No Mercy Seat Of Gold” führen Temple Music ihr auf “The Greater Whole” begonnenes Henry Vaughan-Projekt konsequent weiter – allerdings mit einer spürbaren Verschiebung des Schwerpunkts. Stand dort noch die eher assoziative, instrumentale Annäherung an die poetischen Reflexionen des Metaphysical Poet im Vordergrund, rückt nun die Sprache selbst ins Zentrum: “No Mercy Seat Of Gold” ist in erster Linie ein Spoken-Word-Album, getragen von Weiterlesen

SANDY CHAMOUN: Sawt El Doumouh

Die libanesische Sängerin und Schauspielerin Sandy Chamoun gehört seit einigen Jahren zu den markantesten Stimmen einer Szene, in der eine hybride, experimentierfreudige Musikalität, politische Erfahrung und performative Ausdrucksformen miteinander verschmelzen. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Konzert, Leinwand, Psych Rock und Klangkunst, wobei die Stimme stets als zentrales Medium fungiert – als Trägermedium von Erinnerungen, als Werkzeug der Weiterlesen

THORSTEN SOLTAU / FEMURL: Furafauna

Zuletzt hatte uns Thorsten Soltau auf seiner Zusammenarbeit mit Asmus Tietchens auf “Lichthöfe” begeistert , solo mit seinem im Rahmen von Drones Sym-Reihe veröffentlichten Album „Gewächse im Zwielicht“, jetzt erscheint auf Stephen Meixners Label Black Rose Recordings das zwischen 2022 und 2025 entstandene Album „Furafauna“ mit insgesamt sechs Stücken (inklusive zwei Remixen). Weiterlesen

ZÖJ: May The Devil’s Ear Be Deaf

Das australisch-persische Duo ZÖJ gehört seit einigen Jahren zu den markantesten Stimmen einer Musik, die kulturelle Grenzen nicht illustriert, sondern ernsthaft durchdringt. Gelareh Pour (Kamancheh, Gesang, Qeychak) und Brian O’Dwyer (Schlagzeug, Percussion) verbinden sehr unterschiedliche musikalische Prägungen zu einer Form, die weder als bloße Fusion noch als stilistisches Experiment aufgeht. Bereits das Weiterlesen

CELER: Capri

Celer ist ein Projekt mit einer kaum zu überblickenden Vielzahl an Veröffentlichungen und selbst als aufmerksamer Hörer kann einem da leicht etwas durchrutschen. Umso erfreulicher ist es, dass immer mal Wiederveröffentlichungen erscheinen, die das Material erneut zugänglich machen, oft sogar erweitert um bislang unveröffentlichtes Bonusmaterial. Genau so verhält es sich auch mit “Capri”. Weiterlesen

TEMPLE MUSIC: The Greater Whole

Alan Trench hält seine zahlreichen Musikprojekte meist voneinander getrennt. Die aktuellen Arbeiten der mit Steve Robinson betriebenen Band Temple Music – neben dem hier vorgestellten Album erscheint in einigen Tagen noch ein weiteres, dem wir uns in Kürze widmen werden – jedoch greifen auf einen Themenkomplex zurück, den er bereits in seinem anderen, zusammen mit Martyn Bates betriebenen Duo Twelve Thousand Days beackert hatte, nämlich sein Weiterlesen

HERMIT: Returning Fire

Die (menschliche) Stimme wurde jüngst noch zum Instrument des Jahres 2025 gekürt und natürlich ist sie das ursprüngliche, primordiale Instrument, das Emotionen in all ihren Facetten zum Ausdruck bringen kann. Dass diese Gefühle häufig die des Schmerze(n)s sind, spiegelt sich vielleicht auch in dem endlos abgebildeten, plagiierten und modifizierten Darstellungen von Munchs berühmtestem Gemälde wider. Weiterlesen

CHARBEL HABER: May a soft sun bless your sky while you wait for the inevitable

Mit “May a soft sun bless your sky while you wait for the inevitable” entwirft der libanesische Komponist und Ambientkünstler Charbel Haber ein Werk, das aus einem Moment des Innehaltens heraus geboren scheint: dem Ankommen in Paris, fern der unmittelbaren Bedrohung in seiner zur Zeit kriegsgebeutelten Heimatstadt Beirut, aber nicht losgelöst von ihr. Die Musik wirkt wie ein Versuch, sich eine Zone der Sanftheit zu schaffen, in der sich Weiterlesen

AK’CHAMEL: Spiritually Unemployed

Ak’chamel, das sich unter wilden Kostümen und Masken verbergende texanische Duo, erneut den Untertitel „The Givers Of Illness“ tragend, veröffentlichen ihre vierte LP bei dem französischen Label Akuphone. Verglichen mit den zahlreichen Tapes, die das Duo über die Jahre veröffentlichte, waren die auf Vinyl gepressten Aufnahmen etwas weniger LoFi, Weiterlesen

CHRISTOPHE CLÉBARD: Le Futur C’est La Drogue

Christophe Clébard ist eine schillernde Figur der europäischen Underground-Elektronik und zugleich eine Art Phantom. Geboren in Italien, lebt er wohl heute in Belgien, sein Name ist nur ein weiterer Nom de Guerre ähnlich früherer Projektnamen wie Onefuckone, Tucano oder Cobra Jaune und so eine weitere Maske, eine Rolle innerhalb eines künstlerischen Spiels, das sich irgendwo zwischen Synthpunk, Noise, Minimal Disco und düsterem Gesang Weiterlesen

ELENA M. ROSA LAVITE: Wabi Sabi

Wabi Sabi – jener aus der japanischen Ästhetik hervorgegangene Begriff – beschreibt nicht einfach eine Vorliebe für das Unperfekte, sondern eine alle Lebensbereiche durchdringende Haltung: die Anerkennung des Vergänglichen, des Unfertigen, des leicht Versch(r)obenen als eigentlichen Ausdruck von Schönheit. Nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen, nichts vollkommen, und gerade darin liegt eine eigentümliche Form von Weiterlesen

INADE / TROUM: To Pan Eon

Mit Inade und Troum kommen zwei Droneduos auf einer 10” zusammen, über die es in der Labelmitteilung heißt, sie würden sich schon „seit Jahrzehnten“ bewundern. Es gibt zahlreiche Verbindungen. So veröffentlichten etwa Drone Records schon 1995 mit „The Axxiarm Plains“, einer Hommage an den russischen Futuristen Wladimir Majakowski, die erste Inade-Single. Weiterlesen

PHLÅSS: Ketuk

Ein entrücktes Klimpern und Bimmeln liegt halb unter einer elektrifizierten Rauschhülle verborgen und entfaltet gerade durch diese subkutane Präsenz eine eigentümliche Eindringlichkeit. Zeitweise treten andere Geräusche hervor: ein Rasseln, ein schwer zuzuordnendes Hantieren, als würde im Hintergrund etwas verschoben oder justiert. Mitunter entsteht der Eindruck, das Geschehen flache ab, doch dieser Eindruck erweist sich als trügerisch – er ist ein Weiterlesen

GROWTHRINGS: Live at Vibra Berlin 2025

Mit “Live at Vibra Berlin 2025“ legt das Berliner Projekt Growthrings – hinter dem sich die Klangkünstlerin und Mitbegründern von Howling Mystics Oleksandra Kopelyan verbirgt – ein Dokument vor, das weniger wie eine konventionelle Konzertaufnahme wirkt als vielmehr wie das Protokoll einer Beschwörung. Was hier festgehalten wurde, entzieht sich der klaren Form: Ein fließender, instabiler Klangkörper organisiert sich zwischen Stimme, Elektronik und Geräusch fortwährend neu, als folge er eher Weiterlesen