ALISON COTTON: The Gods Laugh

Alison Cotton hat in den letzten Jahren auf einer Reihe von Alben, die etwa Titel wie „Only Darkness Now“ trugen, eine dichte, schwere Musik veröffentlicht – ein Adjektiv, das sich manchmal findet, um ihre Musik zu beschreiben, ist „haunting“. Daher passt es ganz sicher, dass die BBC Cotton vor einigen Jahren beauftragte, Musik für die Geistergeschichten Muriel Sparks zu komponieren. Weiterlesen

V.A.: The Oneirocritical Society Vol. 3

Der dritte Teil von “The Oneirocritical Society” führt das faszinierende Konzept der Anthologie konsequent weiter: Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Träume in meist loopbasierten Klangstücken, die, unterfüttert durch das atmosphärische Artwork der Künstlerin Christine Filonow, beim Einschlafen in die eigenen Traumwelten hineinwirken sollen. Weiterlesen

V.A.: Patronage V

Hauch Records’ „Patronage V“ bringt, wie im Titel schon deutlich wird, die zwölf Singles zusammen, die im Jahre 2025 über Patreon erhältlich waren. Die darauf vertretenen Künstlerinnen und Künstler werden vom Label als „underdogs“ tituliert, von denen viele in der Rhein-Ruhr-Region verortet sind, zu denen aber – so der Hinweis -  inzwischen auch Perosnen aus Berlin, Brighton, Brisbane und Hamburg hinzugekommen seien. Weiterlesen

LAGOSS / BABAU: Splitting Hits For The Heat Damage

Hitze als Bedrohung, Hitze als Trancezustand, Hitze als Zerrbild der Wahrnehmung und als Zustand, in dem sich Halluzinationen, Beklemmung und fiebrige Wachheit miteinander vermengen. Dies könnte als eine Art Motto für “Splitting Hits For The Heat Damage”, das Split-Tape der Formationen Lagoss und Babau, fungieren, das weniger konkrete Geschichten erzählt als vielmehr Stimmungen beschwört: das Schwanken zwischen Weiterlesen

ACRARTEP: Instrumentalis

Mit “Instrumentalis” legt Eugenio Petrarca, vielen bereits als eine Hälfte der Duos Ab Uno und La Herida bekannt, unter seinem Soloprojekt Acrartep ein Album vor, das sich jeder vorschnellen Einordnung entzieht. Die sechs Stücke bewegen sich im Grenzbereich von Noise, Elektroakustik, Drone, Musique concrète und experimenteller Elektronik, ohne sich jemals auf eines dieser Felder festzulegen. Stattdessen entsteht Weiterlesen

CAPRICORNI PNEUMATICI: Vala, Or The Four Zoas

Capricorni Pneumatici gehören seit den späten Achtzigern zu den eigenwilligsten und zugleich obskursten Erscheinungen der italienischen Experimental- und Ritualszene, ihr Name ist wohl Aleister Crowley entlehnt und verbindet Astrologie und die gnostiche Idee eines göttlichen Funkens. Nach einer produktiven Anfangsphase wurde es ruhig um das Projekt, das seit einigen Jahren nun wieder aktiv ist. Weiterlesen

CEDRIK FERMONT: Es Könnte der Anfang sein

Cedrik Fermonts bereits im vorigen Jahr erschienene Veröffentlichung “Es könnte der Anfang sein” enthält zwei (nicht nur, aber durchaus) dröhnende Stücke, in denen sich das Material fast unmerklich entwickelt und die folglich auf eine Form des Hörens setzen, die konzentrierte Aufmerksamkeit und eine Bereitschaft, sich einzulassen, fordert. Weiterlesen

V.A.: Alien I Creator – A Tribute To Roky Erickson Vol. 2

Mit “Alien I Creator – A Tribute To Roky Erickson Vol. II” setzt das Oberhausener Label Gruselthon seine im vergangenen Jahr begonnene Hommage an einen der eigenwilligsten und zugleich prägendsten Musiker der amerikanischen Gegenkultur fort. Schon der erste Teil “I Think Of Demons” machte deutlich, wie tief die Faszination reicht, die von Roky Erickson und seinem Werk bis heute ausgeht – und wie offen und Weiterlesen

NAM-KHAR: Antimon

Seit seiner Gründung vor gut anderthalb Jahrzehnten bewegt sich das hessische Kollektiv Nam-Khar, dessen tibetischer Name gerne mit Himmel übersetzt wird, in den Überlappungsbereichen von ambienter Ritualmusik und psychoakustischer Soundarbeit. Nach einer stark tantrisch buddhistisch geprägten Trilogie und einigen Kollaborationen widmet sich das Projekt auf dem neuen Album “Antimon” der Alchemie als innerer Arbeit, wie Weiterlesen

BIRCH BOOK: Casting Lines: A Museum Of Memory

Als In Gowan Ring hat der rastlose, ewig umherstreifende Bobin Eirth, kurz Bee, Alben aufgenommen, die in ihren besten Momenten – und davon gab es zahlreiche – mit seinem selbst so betitelten „symbolist folk“ den Hörenden Momente von Transzendenz bescheren konnte: Das vierte In Gowan Ring-Album „Hazel Steps Through A Weathered Home“ dürfte noch immer eines der besten Folkalben der jüngeren Geschichte sein.  Weiterlesen

BODUF SONGS: Selected Instrumental Works

Hinter dem Namen Boduf Songs steht der britische Musiker Mathew Sweet – ein Künstler, dessen Werk sich seit den späten Nullerjahren beharrlich jeder eindeutigen Verortung entzieht und der vielleicht auch deshalb immer wieder für uns von Interesse war. Ausgehend von einem reduzierten, lo-fi geprägten Dark Folk hat sich seine Musik über die Jahre zu einem eigenständigen Idiom entwickelt, das Intimität, klangliche Reduktion und eine leise, aber Weiterlesen

KÖRPERTURM: s/t

Körperturm ist ein Begriff aus der Algebra und bezeichnet mehrere ineinander verschachtelte Körpererweiterungen. Unter dem Begriff firmiert neuerdings auch ein vermutlich im deutschsprachigen Raum ansässiges Musikprojekt, über dessen personellen Hintergrund wenig zu erfahren ist und das laut Discogs in Bereichen wie IDM, Nu-Disco und Tech Trance unterwegs ist – Genrebegriffe, die zwar als Wegweiser verstanden werden können, die jedoch Weiterlesen

TEMPLE MUSIC: No Mercy Seat Of Gold

Mit “No Mercy Seat Of Gold” führen Temple Music ihr auf “The Greater Whole” begonnenes Henry Vaughan-Projekt konsequent weiter – allerdings mit einer spürbaren Verschiebung des Schwerpunkts. Stand dort noch die eher assoziative, instrumentale Annäherung an die poetischen Reflexionen des Metaphysical Poet im Vordergrund, rückt nun die Sprache selbst ins Zentrum: “No Mercy Seat Of Gold” ist in erster Linie ein Spoken-Word-Album, getragen von Weiterlesen

SANDY CHAMOUN: Sawt El Doumouh

Die libanesische Sängerin und Schauspielerin Sandy Chamoun gehört seit einigen Jahren zu den markantesten Stimmen einer Szene, in der eine hybride, experimentierfreudige Musikalität, politische Erfahrung und performative Ausdrucksformen miteinander verschmelzen. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Konzert, Leinwand, Psych Rock und Klangkunst, wobei die Stimme stets als zentrales Medium fungiert – als Trägermedium von Erinnerungen, als Werkzeug der Weiterlesen

THORSTEN SOLTAU / FEMURL: Furafauna

Zuletzt hatte uns Thorsten Soltau auf seiner Zusammenarbeit mit Asmus Tietchens auf “Lichthöfe” begeistert , solo mit seinem im Rahmen von Drones Sym-Reihe veröffentlichten Album „Gewächse im Zwielicht“, jetzt erscheint auf Stephen Meixners Label Black Rose Recordings das zwischen 2022 und 2025 entstandene Album „Furafauna“ mit insgesamt sechs Stücken (inklusive zwei Remixen). Weiterlesen

ZÖJ: May The Devil’s Ear Be Deaf

Das australisch-persische Duo ZÖJ gehört seit einigen Jahren zu den markantesten Stimmen einer Musik, die kulturelle Grenzen nicht illustriert, sondern ernsthaft durchdringt. Gelareh Pour (Kamancheh, Gesang, Qeychak) und Brian O’Dwyer (Schlagzeug, Percussion) verbinden sehr unterschiedliche musikalische Prägungen zu einer Form, die weder als bloße Fusion noch als stilistisches Experiment aufgeht. Bereits das Weiterlesen

CELER: Capri

Celer ist ein Projekt mit einer kaum zu überblickenden Vielzahl an Veröffentlichungen und selbst als aufmerksamer Hörer kann einem da leicht etwas durchrutschen. Umso erfreulicher ist es, dass immer mal Wiederveröffentlichungen erscheinen, die das Material erneut zugänglich machen, oft sogar erweitert um bislang unveröffentlichtes Bonusmaterial. Genau so verhält es sich auch mit “Capri”. Weiterlesen

TEMPLE MUSIC: The Greater Whole

Alan Trench hält seine zahlreichen Musikprojekte meist voneinander getrennt. Die aktuellen Arbeiten der mit Steve Robinson betriebenen Band Temple Music – neben dem hier vorgestellten Album erscheint in einigen Tagen noch ein weiteres, dem wir uns in Kürze widmen werden – jedoch greifen auf einen Themenkomplex zurück, den er bereits in seinem anderen, zusammen mit Martyn Bates betriebenen Duo Twelve Thousand Days beackert hatte, nämlich sein Weiterlesen

HERMIT: Returning Fire

Die (menschliche) Stimme wurde jüngst noch zum Instrument des Jahres 2025 gekürt und natürlich ist sie das ursprüngliche, primordiale Instrument, das Emotionen in all ihren Facetten zum Ausdruck bringen kann. Dass diese Gefühle häufig die des Schmerze(n)s sind, spiegelt sich vielleicht auch in dem endlos abgebildeten, plagiierten und modifizierten Darstellungen von Munchs berühmtestem Gemälde wider. Weiterlesen