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	<title>African Paper &#187; Alex Neilson</title>
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		<title>THREE QUEENS IN MOURNING / BONNIE &#8216;PRINCE&#8217; BILLY: Hello Sorrow Hello Joy</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Aug 2020 06:59:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als im vorigen Jahr unter dem Titel &#8220;Songs of Love and Horror&#8221; das erste Textbuch von Will Oldham alias Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy herauskam, hatten Jill O&#8217;Sullivan, Alasdair Roberts und Alex Neilson die spontane Idee, ausgewählte Stücke daraus neu zu interpretieren &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/08/08/three-queens-in-mourning-bonnie-prince-billy-hello-sorrow-hello-joy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/threequeensinmourning.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-21774" title="threequeensinmourning" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/threequeensinmourning-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als im vorigen Jahr unter dem Titel &#8220;Songs of Love and Horror&#8221; das erste Textbuch von Will Oldham alias Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy herauskam, hatten Jill O&#8217;Sullivan, Alasdair Roberts und Alex Neilson die spontane Idee, ausgewählte Stücke daraus neu zu interpretieren und gründeten dazu die wahrscheinlich einmalige Band Three Queens in Mourning, benannt nach einem berühmten Foto von der Beerdigung des englischen Königs George VI &#8211; dort wurden dessen Mutter, Frau und Tochter gezeigt, die alle<span id="more-21773"></span> Königin von England waren, sind oder einmal werden sollten. Der lockige Prinz bedankte sich und coverte je einen Song der beteiligten Musiker und steuerte als Bonus noch ein bisher unbekannten Lied bei.</p>
<p>Coverversionen von Oldhams Songs gibt es mittlerweile einige, doch die drei in Schottland lebenden Musiker sind nicht bloß Fans, sondern alte Freunde und Mitstreiter des kauzigen Barden aus Kentucky. Dieser nahm 2012 zusammen mit Neilsons Band Trembling Bells das gefeierte Album <a href="http://africanpaper.com/2012/05/26/trembling-bells-feat-bonnie-prince-billy-the-marble-downs/">&#8220;The Marble Downs&#8221;</a> auf, ein weiterer gegenseitiger Bezugspunkt ist die sich personell immer wieder neu erfindende Band Current 93. Während Oldham dort einige Gastauftritte als Sänger hinlegte, spielte Neilson über Jahre und auf mehreren ihrer Alben Schlagzeug, Roberts dagegen ist der aktuelle Gitarrist der Band. Es ist nicht auszuschließen, dass man sich dort erst näher kennelernte.</p>
<p>Obwohl so quasi ein Album des Trios und eine EP vom Meister selbst vorliegen, passt das Material, was Sound und Stil angeht, recht gut zusammen, und schon beim ersten Track &#8220;Stablemate&#8221;, das mit Frontfrau O&#8217;Sullivan (die sich Jill Lorean nennt und von der Band Sparrow and the Workshop her bekannt ist) zu einem kraftvoll hypnotischen Folkrocksong wurde. Da ihre klare Stimme den einen oder anderen sicher an Jacqui McShee (Pentangle) erinnert, entfalten die primär von ihr gesungenen Tracks &#8211; so das rührende &#8220;Tonight&#8217;s Decision&#8221; &#8211; schnell einen ganz eigenen Charakter, und nicht nur deshalb wird das bekannte &#8220;Madeline Mary&#8221; zu einem kratzigen Folkrockstück, das dem etwas filigraner anmutenden Original kaum nachsteht. Überhaupt zählen die Interpretationen der beliebtesten Stücke Oldhams zu den Höhepunkten der Sammlung, großartig ist z.B. das als Duett zwischen Roberts und Neilson interpretierte Titelstück der &#8220;I See a Darkness&#8221;, einem Album, mit dem Oldham Mitte der 90er erstmals eine größere Hörerschaft erreichte.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/bonnieprincebilly.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-21775" title="bonnieprincebilly" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/bonnieprincebilly-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Neilson verpasst den von ihm gesungenen Stücken eine eigene herbe Handschrift durch seine ungekünstelte Stimme, &#8220;Lost Blues&#8221;, das auch sehr sein von The Directing Hand, Trembling Bells und einigen Current 93-Alben her bekannte verspielte Drumming heraushören lässt, zählt zu seinen größten Momenten. Roberts dagegen gibt einigen der Songs eine ganz eigene Traurigkeit, &#8220;No More Warehouse Blues&#8221; und das besinnliche &#8220;Christmas in the Mountains&#8221; könnten Stücke seiner weniger üppig instrumentierten Alben sein. Den &#8220;Ohio Boat River Song&#8221;, der auf dem schottischen Traditional &#8220;Loch Tay Boat Song&#8221; basiert und von Oldham 1993 noch unter dem Namen Palace Brothers gecovert wurde, holen die drei im mehrstimmigen Gesang quasi heim.</p>
<p>Oldham selbst verleiht Roberts&#8217; &#8220;Coral and Tar&#8221;, das in anrührenden Vergleichen mit der Stabilität verschiedener Bäume die menschliche Schwäche und den Wunsch nach Liebe besingt, einen leichten Country-Touch. Der intensive Vortrag macht &#8220;Coward Song&#8221;, einen Walzer aus Neilsons Soloalbum &#8220;Andromeda&#8221;, so überzeugend, dass man es für ein Original halten könnte. Von Jills Geisterballade &#8220;Dead Man&#8221; legt er eine drängende, fast schmissige Version vor. Mit dem Bonusstück &#8220;Wild Dandelion&#8221; allerdings zaubert Oldham den größten Hasen aus seinem Hut: Die heitere Revuenummer mit Honkytonk-Flair könnte problemlos ein Hit auf einem seiner Alben sein, der schalkhaft-ironische Text über ein nacktes Gänseblümchen ist mindestens so schlüpfrig wie das verführerische Pflänzchen in Döblins <em>Die Ermordung einer Butterblume</em>. Wollen wir mal hoffen, dass ihm das niemand ankreidet, man weiß ja nie.</p>
<p>Gute Coverversionen gelingen bekanntlich nicht jedem, aber bei den vier Beteiligten dieser Back to Back-Veröffentlichung ist die Nähe der Musiker zueinander in jedem Song zu spüren. Statt einer Fortsetzung wäre ein komplett neues Album mit allen Beteiligten eine tolle Überraschung. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Textile Records / A-Musik</strong></p>
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		<title>Woolf II: Terrascope veranstaltet Folkfestival in Seend, Wiltshire, Großbritannien</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Feb 2019 07:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sechs Jahre nach dem Woolf Music Festival veranstalten die Macher von Terrascope am 8. und 9. Juni dieses Jahres zum zweiten Mal ein großes und v.a. erlesenes Treffen zeitgenössischer alternativer Folkacts, bei denen man, wenn man will, mit Präfixen wie &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2019/02/15/woolf-ii-terrascope-veranstaltet-folkfestival-in-seend-wiltshire/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sechs Jahre nach dem Woolf Music Festival veranstalten die Macher von Terrascope am 8. und 9. Juni dieses Jahres zum zweiten Mal ein großes und v.a. erlesenes Treffen zeitgenössischer alternativer Folkacts, bei denen man, wenn man will, mit Präfixen wie Psych und Acid nur so um sich werfen kann. Auf dem Plan stehen Granden wie Ian A. Anderson, der mit Jesse Poe auftretende <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/02/woolffestival.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-17145" title="woolffestival" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2019/02/woolffestival.jpg" alt="" width="679" height="960" /></a><span id="more-17142"></span>Makoto Kawabata (Acid Mother&#8217;s Temple) und Bevis Frond, Künstler wie Sharron Kraus, Trappist Afterland, Alasdair Robers, Alex Rex (a.k.a. Alex Neilson) oder Revolutionary Army of the Infant Jesus sollten einige Leser unserer Seiten kennen. Das Festival findet in einem Anwesen aus dem 19. Jahrhundert statt, das Raum für 200 Besucher bietet.</p>
<p>Cleeve House, Trowbridge Road, SN12 6PG Seend, Wiltshire, Großbritannien</p>
<p><strong><a href="https://www.facebook.com/events/334282370457020/">Event @ Facebook </a></strong><br />
<strong><a href="https://www.wegottickets.com/f/11900">Tickets </a></strong><br />
<strong><a href="http://www.cleeve-house.com/">Location </a></strong><br />
<strong><a href="https://www.folkradio.co.uk/2019/01/woolf-ii-terrascope-celebration-2019/">Informationen zu den Musikern auf Folkradio.co.uk </a></strong></p>
<p><iframe src="https://open.spotify.com/embed?uri=spotify%3Auser%3Aidiotnation%3Aplaylist%3A4EVQ2dogtS2Eysm6weyoNI" frameborder="0" width="300" height="380"></iframe></p>
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		<title>SIX ORGANS OF ADMITTANCE: Burning the Threshold</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Mar 2017 05:47:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/6organsthreshold.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13509" title="6organsthreshold" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/6organsthreshold-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In den Jahren kurz nach der Jahrtausendwende, als viele junge Musiker die Klampfe und traditionelle Songstrukturen für sich entdeckt hatten, stecke man auch Ben Chasny und sein Projekt Six Organs of Admittance vorschnell in die Folkecke. Auf eine manchmal provisorisch klingende Art ist Chasny ein Meister an der akustischen Gitarre, und die mystische Ausrichtung seiner Alben passte ebenso in den neohippiesken Geist dieser Zeit, doch abgesehen davon, dass Chasnys Musik nicht viel echt Folkloristisches enthält, lässt sie sich auch kaum auf stromlose Sanfheit reduzieren. Vieles von seinen obskureren<span id="more-13508"></span> Projekten (allem voran die noiserockigen Comets on Fire oder der psychedelische Freakout von Rangda) findet sich auch auf einigen Six Organs-Platten – mehr denn je auf den beiden „Hexadic“-Alben, über deren Kompositionsprinzip nach Spielkarten viel geschrieben wurde.</p>
<p>Mit „Burning the Threshold“ findet er nach Jahren zu dem Songwriting zurück, mit dem er einst bekannt wurde und präsentiert mit einer Phalanx an Gästen ein akustisch dominiertes Album, das zu seinen reichhaltigsten und zugleich schönsten zählt. Im Unterschied zur mittlerweile sechs Jahre alten „Asleepon a Floodplain“ sind die Songs meist kompakt, im Vergleich zu „Shelter From the Ash“ ist Fülle und Produktion – gleichwohl es neben anrührenden akustischen Wohlklang auch Elektrisches und Rockansätze gibt – eher schlicht gestaltet.</p>
<p>Entstanden ist das Album während der (wohl noch nicht abgeschlossenen) Arbeit an einem Musical über den Dichter Wallace Stevens, dessen Person und Werk zwangsläufig in „Burning the Threshold“ einfließen musste – der Song „Things as they are“ behandelt den Stoff direkt und reflektiert unter schlaksigen Slide-Gitarren über Steven&#8217;s Theorie, dass Engel würden unser Leben beeinflussen. Erst im folgenden „Adoration Song“ fühlt man sich voll und ganz in der vertrauten Six Organs-Welt angekommen, von der surrende Saiten, psychedelisches Tremolieren und sanfte Jazzbesen ebenso Teil sind wie Chasnys oft leiser, aber stets intensiver Gesang, der sich immer mal an die Grenze zum Falsett emporschwingt. Der Song ist ein eindringliches Plädoyer für Empathie und Anteilnahme, und bei der Dringlichkeit, mit der der Song dies vorbringt, meint man gar das Adrenalin in den Akkorden zu hören.</p>
<p>Es gibt eine ganze Reihe solcher Höhepunkte auf „Burning the Threshold“. Das textlich sehr persönlich ausgefallene „Under Fixed Stars“ klingt in seiner Verschwommenheit warm und enthält – u.a. durch den hintergründigen Gesang von Damon and Naomi – einige der harmonischsten Momente der LP. „Taken by Ascent“ ist das markanteste Stück und enthält in seiner etwas ausladenderen Gestalt alles, was zu einem Six Organs-Stück gehört, und mit seinen kräftigen Riffs, den betörenden Soli, der wabernden Schweineorgel und den Drums von keinem geringeren als Chris Corsano hätte es auch auf den etwas deftigeren Alben seinen Platz gefunden. Mit „Reservoir“, „Around the Axis“ und „St. Eustace“ sollen aber auch die instrumental gehaltenen Interludien genannt werden, deren von lebhaften Pirouetten durchzogenem fingerstyle partiell John Renbourn oder John Fahey anklingen lassen.</p>
<p>Es ist nicht leicht zu entscheiden, was die besondere Stärke von „Burning the Threshold“ ausmacht, denn da gibt es einiges. Vielleicht ist es wirklich die über weite Strecken sanfte Zugänglichkeit der Songs, die das Album von vielen Arbeiten der letzten Jahre unterscheidet. Vielleicht auch, dass Chasny so viele Ideen musikalischer und inhaltlicher Art in einen relativ homogenen Rahmen zu packen wusste. Vielleicht noch an ehesten und letztlich damit zusammenhängend die improvisiert wirkende Leichtigkeit, die alle Songs ausstrahlen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.dragcity.com">Drag City</a></strong></p>
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		<title>ALASDAIR ROBERTS: Pangs</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Mar 2017 07:33:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/cover_1478548007351623.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13447" title="cover_1478548007351623" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/03/cover_1478548007351623-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Alasdair Roberts ist ein Mann des Zusammenführens, trotz allem hat sein Werk ein klar erkennbares Zentrum in der vielfältigen Folktradition seiner schottischen Heimat. Ausgehend von einem großen regionalen Repertoire hat er in den letzten fünfzehn Jahren immer wieder Motive und Spielweisen aus anderen Teilen der englischsprachigen Welt in seine Musik eingebaut, die überliefertes, zum Teil anonymes Songmaterial und eigene Stücke verbindet.<span id="more-13446"></span></p>
<p>Eine weitere Stärke Roberts&#8217; besteht in der Zusammenführung klassischer und zeitgemäßer elektrischer Arrangements, wobei er hörbar auf die Generation von Pentangle und Fairport Convention zurückgreift, es aber nicht bei retrolastigem Fanverhalten belässt, sondern die Ideen der Modernisierer von damals in die heutige Zeit überträgt. Mit „A Wonder Working Stone“ erreichte diese Kunst 2013 ihren bisherigen Höhepunkt, worauf vor zwei Jahren erst einmal das Gegenprogramm eines rein akustischen Albums folgte. „Pangs“ knüpft nun an die alte Mixtur an.</p>
<p>Wenn Roberts mit seiner freundlichen trockenen Stimme synktetische Balladen anstimmt, überkommt einen oft das Gefühl, die eine oder andere Passage schon einmal gehört zu haben: die scheinbar vertrauten Sixties-Melodien in den weiblichen Backing Vocals, die süße Wehmut der Streicher, das anheimelnde Piano, pastorales Gitarrenspiel &#8211; Details wie diese wirken wie neu und originell zusammengesetzte Bauformen altbekannter Motive, die mit der experimentierfreudigen Unaufgeräumtheit der verspielteren Elemente interessante Kombinationen eingehen. Gefühlt jazzige Spielereien an den Drums von keinem geringeren als Alex Neilson (Trembling Bells, The Directing Hand, Current 93, Shirley Collins) wirken leicht und luftig, der weite Raum jedoch, den sie schaffen, empfängt die wehmütigsten Violinen, die alles zur Auflösung bringen. Doch das ist nur eine Facette des Stimmungskaleidoskops von Pangs: Wenn Drumsticks gegeneinander schlagen und zu den aufspielen, was man hierzulande Schuhplattler nennt, kommt soviel Frohsinn auf, dass sogar der Studiohund mitbellt.</p>
<p>Manche Tracks („The Downward Road“, „Pangs“, „The Angry Laughing God“) gestalten sich so rockig wie die neueren Rusalnaia, andere („Wormwoodand Gall“, „Scarce of Fishing“) zeigen den Barden von seiner besinnlichen Seite, „The Breach“ erscheint mir schon deshalb als der stärkste Song des Albums, weil er all dies meisterhaft miteinander kombiniert. (A. Kaudaht)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.dragcity.com">Drag City</a></strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wormwoodand Gall” and “Scarce of Fishing”</p>
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		<title>SHIRLEY COLLINS: Lodestar</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/12/10/shirley-collins-lodestar/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2016 07:22:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tod und Verderben, Pest und Aberglaube, Trennungsschmerz und Mord aus enttäuschter Liebe – Englands Folkmusik ist eine der düstersten, und Shirley Collins&#8217; großartiges Comeback-Album ist voll solch tragisch-morbider Geschichten. Dass es einen Titel wie „Lodestar“ – auf deutsch „Leitstern“ – &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/12/10/shirley-collins-lodestar/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/collinslodestar.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13074" title="collinslodestar" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/collinslodestar-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Tod und Verderben, Pest und Aberglaube, Trennungsschmerz und Mord aus enttäuschter Liebe – Englands Folkmusik ist eine der düstersten, und Shirley Collins&#8217; großartiges Comeback-Album ist voll solch tragisch-morbider Geschichten. Dass es einen Titel wie „Lodestar“ – auf deutsch „Leitstern“ – trägt, mag dabei verwundern, doch die traditionellen Songs aus verschiedenen Jahrhunderten haben viele Seiten. Dass die Geschichten oft vor einer schönen Kulisse stattfinden, meist im Frühling am Morgen in freier Natur, ist nur die offenkundigste, und man könnte sie<span id="more-13073"></span> als Kolorit abtun, gäbe es da nicht noch mehr. Denn letztlich haben die Songs eine unverdorbene, ernsthafte Tiefe, die in all ihrer Tragik auch eine verhaltene, dem Aufmerksamen aber zugängliche Feier des Lebens enthält.</p>
<p>In den letzten Wochen haben es die Spatzen schon von allen Dächern gepfiffen: Shirley Collins, eine der wichtigsten Folkmusikerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts, hat nach fast vierzig Jahren zum ersten Mal wieder ein Album aufgenommen und auf gewisse Weise – auch wenn die Stimme zwangsläufig sehr anders klingt – da angeknüpft, wo sie Ende der Siebziger so plötzlich aufgehört hat, als sie noch mit ihrer Schwester Dolly und mit den zahlreichen Inkarnationen der Albion Band spielte. War Collins die ganzen Jahre über eine Vergessene, wie es der Journalist und Commedian Stewart Lee in seinem Essay schreibt?</p>
<p>Wer aufmerksam war, konnte in den vergangenen Jahrzehnten auf das eine oder andere Lebenszeichen stoßen. David Tibet ist seit Langem einer der größten Shirley Collins-Fans überhaupt und brachte die Sängerin schon in den frühen Neunzigern dazu, ein kurzes Intro zum Current 92-Album „Thunder Perfect Mind“ zu sprechen. Auf „The Starres Are Marching Sadly Home“ (1996) und „Black Ships Ate The Sky“ (2006) gab es dann sogar zwei berührende Gesangsbeiträge. Tibet berichtete irgendwann einmal, dass er Collins regelrecht gestalk hatte, um sie zum Singen zu überreden, und in jüngeren Interviews verweist sie selbst auf dessen Einfluss auf ihre Entscheidung zu einem Comeback.</p>
<p>Irgendwann <a href="http://www.cbc.ca/radio/q/schedule-for-tuesday-november-29-2016-1.3870780/i-feel-like-shirley-collins-the-english-folk-singer-returns-to-music-1.3870784">stand ihr tatsächlich, wie sie sagt, wieder der Sinn nach Shirley Collins</a>, und so ist nach einem kurzen Liveauftritt vor zwei Jahren tatsächlich dieses Album entstanden – an wenigen Tagen in ihrem Haus in Sussex mit technischer Unterstützung von Ossian Brown und Stephen Thrower (beide Cyclobe) und einer kleinen Band, zu der neben einigen Veteranen des englischen Folk auch der umtriebige Drummer Alex Neilson (Trembling Bells, The Directing Hand, Will Oldham, Current 93 und einige mehr) zählt. Mit ihrer Hilfe hat Collins ein Album eingespielt, das, in der Hauptsache auf Gesang und schlichtem Gitarrenpicking aufbauend, nicht zuletzt auch durch sein auf alle Dramatik verzichtendes Understatement so stark berührt.</p>
<p>Die eingangs genannten Motive kommen schon im Opener vor, einem zehnminütigen Medley, das mit dem Traditional „Awake, Awake“ beginnt. Man datiert den Song in die Zeit der großen Pest, und die Endzeitstimmung, die Shirley auf unnachahmlich zurückgenommene Art ins Spiel bringt, beeindruckt noch heute. Ein dröhnendes Drehleier- und Mandolinen-Stück aus der Feder des hier auch als Musiker beteiligten Ossian Brown leitet über in das frohsinnige „May Carol“, dessen Melodie leicht an „Sir John Barleycorn“ erinnert und mit einer instrumentalen Tanzeinlage zum Abschluss kommt – somit sind schon die ersten zehn Minuten der Platte eine wahre Enzyklopädie der Emotionen, die stets ineinander fließen, denn auch die abschließenden Tap Dance-Nummer legt in all ihrer Ausgelassenheit ihre Molltonart nicht ab.</p>
<p>Manche bescheinigen diesem wechselhaften Auftakt fast eine Torhüter-Funktion, sehen ihn als musikalische und emotionale Hürde, bei der gleich alljene resignieren, die nette, kitschige Folkmusik erwarten. Bei aller Sprödheit und fernab aller Gefälligkeit würde ich „Lodestar“ aber eine durchaus zugängliche Schönheit attestieren. Auf deren Basis zieht sich das Zwiespältige, Grenzgängerische zwischen Schönheit und Zivilisationsbruch, zwischen leiser Melancholie und tiefschwarzem Humor durch alle Songs.</p>
<p>Gerade letzterer lugt oft um efeuumrankte Hausecken oder taucht ganz unvermittelt im Morgennebel auf. Noch recht subtil und verhalten in der die menschlichen Schwächen so schonungslos bloßlegenden Rache-Ballade „Cruel Lincoln“, die man auch als „Long Lankin“ kennt, oder in „Death and the Lady“, in welchem der Tod als älterer Herr mit vollendeten Manieren sein unbestechliches Werk tut – Shirley hat dieses Traditional schon 1970 gemeinsam mit ihrer Schwester an der Orgel interpretiert, in der neuen Form wird die reife, brüchige Stimme von einer bluesigen Slidegitarre begleitet. Offener zeigt sich der morbide Schalk in „The Rich Irish Lady“, bei dem ein enttäuschter Verehrer sich schon auf den Tag freut, an dem er auf dem Grab seiner einst Angebeteten tanzen kann – Shirleys Band schließt das Stück kurzerhand mit einem unbekümmerten Tanzstück ab. Die englische Folk-Tradition hatte seit jeher ein großes Faible für surprise ending stories mit ironischen Wendungen, und Shirley Collins scheint daran eine besondere Freude zu haben. Frohsinn in ungebrochener, wenngleich stets bissiger Form gibt es in „Pretty Polly“ und in der launigen Posse „Old Johnny Buckle“, ein großer Spaß für alle, die Songs wie „Misery Farm“ lieben.</p>
<p>Durch seinen französischen Text sticht „Sur Le Borde de L&#8217;Eau“ heraus, das einige vielleicht von einem anderen Interpreten aus der Serie <em>True Detective </em>kennen. Schon auf „Anthems in Eden“ sang Shirley französisch, auf diesen Song stieß sie allerdings schon eine Dekade früher, als sie zusammen mit Alan Lomax in den amerikanischen Südstaaten mündlich tradierte Lieder dokumentierte. Darunter auch diesen Song in der Cajun-Tradition in Louisiana.</p>
<p>Es ist interessant zu sehen, wieviel von der natürlichen Klarheit ihrer jungen Stimme, die sehr wohl das Ornament kannte und doch von jeder Süßlichkeit frei war, auch noch im tieferen, gebrochenen Gesang der 81jährigen enthalten ist. Das beeindruckt auch gerade deshalb, da man die Reifung ihrer Stimme, im Unterschied zu Kollegen wie Leonard Cohen oder dem gerne als Vergleich herangezogenen Johnny Cash, nicht über die Jahre mitverfolgen konnte. Collins verlor in den späten Siebzigern nicht nur die Lust am Singen, sondern aufgrund eines persönlichen Traumas vollends ihre Fähigkeit dazu, eine Blockade, die als Dysphonie bezeichnet wird.</p>
<p>Die von vielen Journalisten aufgegriffene Geschichte über eine enttäuschte zwischenmenschliche Beziehung zu jemandem in ihrem direkten musikalischen Umfeld wäre selbst ein guter Stoff für eine der Balladen, die sie so gerne interpretiert – nur dass ihre Geschichte, mit „Lodestar“ als einer unerwartet erfreulichen Wendung, einen weit weniger düsteren Verlauf nimmt. Das beste Fazit hat David Tibet bereits formuliert: „The new record is a masterpiece, and certainly one of her finest, and most surprising. She has so much more to give, so much more to do“. Dem gibt es nichts hinzuzufügen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.dominorecordco.de/">Domino Records</a></strong></p>
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		<title>BABY DEE: I Am A Stick</title>
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		<pubDate>Sat, 30 May 2015 06:41:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/Baby-Deeurl.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10319" title="Baby Deeurl" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/05/Baby-Deeurl-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Baby Dee hatte sich in den letzten Jahren – zumindest im Studio – stimmlich etwas zurückgenommen. War ihr letztes Album<a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/baby-dee-regifted-light/"> „Regifted Light“</a> zum Großteil instrumental, überließ sie auf<a href="http://africanpaper.com/2012/11/24/little-annie-and-baby-dee-state-of-grace/"> „State of Grace“</a>, ihrer Zusammenarbeit mit Little Annie, dieser weitgehend das Mikrofon, um schließlich, ganz unter<a href="http://africanpaper.com/2014/10/25/the-big-bumble-bees-st/"> Pseudonym</a> versteckt (was vielleicht ein Grund dafür war, dass das Album kaum medialen Widerhall erfuhr), die Orgel spielte, während Eliot Bates seine Oud zupfte.<span id="more-10317"></span></p>
<p>Letzterer hat das neue Album „I Am a Stick“ gemastered, ein Album, das man (zumindest bedingt) als einen partiellen Rückgriff auf die Frühphase lesen kann: Das getragene „Up Tree River Down“ mit der Akkordeonkoda „Wilhelmus“, die instrumentale Klavierballade „Hymn“ oder „But in My Dream“ erinnern sowohl musikalisch als auch von der Stimmung an die Stücke der ersten Alben. Im Zentrum stehen ganz klar das Klavier und Dees Stimme. Bei anderen Songs hört man die Band (Alex Neilson am Schlagzeug, Joe Carvell am Bass, Victor Hererro -Mann von Josephine Foster und auch als Solokünstler aktiv- an der Gitarre, Colin Stetson am Saxophon sowie Jordan Hunt, Marie Anne Bruccheri, Sophie Broadbent und Laura Moody an Geige, Bratsche und Cello) -etwas- deutlicher. Beim Titelstück streicht Neilson sein Becken, setzt ab und zu einen Perkussionstupfer, auf „Sky of Loving Arms“ hört man vereinzelt die E-Gitarre, die gegen Ende recht verzerrt und dissonant ist, aber auch hier bleibt diese eher im Hintergrund. Überhaupt fällt auf, dass die Band sich zurückhält: Da, wo kurz Streicher auftauchen („Up Tree River Down“), dominieren sie das Klangbild nicht so wie auf Dees kammermusikalischer Neueinspielung ihres Albums<a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/baby-dee-a-book-of-songs-for-anne-marie/"> „A Book of Songs for Anne Marie“</a>. Das autobiographisch geprägte „Whose Rough Hands“ erinnert dagegen an einige Stücke auf <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/baby-dee-safe-inside-the-day/">„Safe Inside the Day“</a>. Auf diesem Album, das ihr bis dato vielleicht bekanntestes Werk ist, hatte sie erstmals die getragenen, ernsten Stücke ihrer ersten Veröffentlichungen mit den teils grotesken Vaudevillestücken, die sie seit Jahren im Liveprogramm (von denen die Grizzlys, die die Untermäsche von Mormonen schätzen, leider noch keinen Weg auf einen Tonträger gefunden haben) hatte, kombiniert. „Tokyo“, das die Repetitio als stilistisches Mittel (wie auch schon auf „Regifted Light“ bei „The Pie Song“) ad absurdum führt oder das beschwingte „Bendy Bus“, das man sich auch in irgendeinem Saloon im Westen vorstellen kann und das mit völlig absurden Zeilen wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=g8udzYOTvFU">„A bendy straw is a thing of mystery/because a bendy straw is like a bendy bus/ except instead of being a bendy bus/ It&#8217;s a bendy straw“</a> irritiert, knüpfen daran an. Schließlich endet das Album mit „Road of Eyes that See“, das mit Zeilen beginnt, die unverkennbar nach Baby Dee klingen: „There is a road that we can walk/where sunlit winds teach trees to talk in tongues of love“. Denn wie auch auf früheren Alben durchzieht eine (überhaupt nicht abgegriffene) Naturmetaphorik das Album und es wird erneut deutlich, dass Dee eben abseits allen skurrilen Humors eine begnadete Songschreiberin ist. Dass Künstler wie Marc Almond Dees Stücke <a href="https://www.youtube.com/watch?v=bHuDOgkFCEs">interpretiert</a> haben, überrascht überhaupt nicht.</p>
<p>Auf „As Morning Holds a Star“ von „A Book of Songs for Anne Marie “ sang Dee „No more sad songs“. Auf dem neuen Album heißt es „I am a stick and I am happy&#8221; und an anderer Stelle: „And in the eyes of every tree/on that road of eyes that see/Determined to remain a child of joy/A child of joy/I am determined to remain a child of joy“.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.tinangelrecords.co.uk/">Tin Angel Records</a></strong></p>
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		<title>ALASDAIR ROBERTS AND FRIENDS: A Wonder Working Stone</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Jan 2013 07:37:00 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/12/awonderworkingstone.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6053" title="awonderworkingstone" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/12/awonderworkingstone-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Gemessen an seinem Folk-Image ist der in Deutschland geborene Schotte Alasdair Roberts ein echter Kosmopolit. Dass seine stilistischen Wurzeln primär dem anglophonen Raum entstammen, tut der Sache keinen Abbruch, denn seine Zusammenführung traditioneller Spielweisen beiderseits des Atlantik unterscheiden sich recht stark von den sonst üblichen Synthesen. Bei den meisten Kollegen wirkt eine der beiden Einflusssphären sekundär, oder man bereichert die typischen Elemente der einen Tradition mit den untypischen der jeweils anderen. Roberts dagegen<span id="more-6052"></span> stellt auf seinem neuen Album das balladeske Pathos der britischen Inseln an die Seite amerikanischer Lavishness, lässt coolen Texmex auf schottischen Dialekt und euphorische Violinensoli treffen, die man hierzulande gerne mit Irish Folk assoziiert – und dies mit einer Selbstverständlichkeit, dass man ihm glauben würde, sollte er behaupten, all dies gar nicht bewusst anzustreben.</p>
<p>Auf „A Wonder Working Stone“ geht es auch kaum um „Meta-Folkloristisches“, wenngleich einer der großartigsten Songs auf dem Album den Titel „Fusion of Horizons“ trägt. Sucht man nach einem leitmotivischen Grundtenor in den Songtexten, so fällt eine ungewisse, aber hoffnungsfrohe spirituelle Suche ins Auge, die in fast allen der anekdotenreichen Songs zur Sprache kommt, ebenso wie das typische Geschichtskolorit der High- und Lowlands. Dafür bildet der hybride Stil allerdings ein originelles Fundament.</p>
<p>Vom Vorgänger „Too Long in this Condition“ unterscheiden sich die neuen Stücke vor allem durch die stärkere Klangfülle und die größere Variationsbreite beim Instrumentenspiel. Dass es sich beim Vorgänger um ein fast reines Coveralbum handelte, gerät fast ins Hintertreffen, könnte es sich bei seinen Lyrics doch glatt um Exponate der klassischen Balladenkunst handeln. Nach dem noch etwas unspektakulären Auftakt „The Merry Wake“ kommt schon mit dem biografisch geprägten „The Year of the Burning“ der erste Kracher, bei dem Rock und Blues Einzug halten und mehrstimmiger Gesang zum Mitsingen einlädt. „Love is a fusion of horizons&#8230;“ ertönt der schon erwähnte Song, und Roberts ist dabei so nah am Falsett, dass er glatt Leuten mit hippen Frisuren gefallen könnte. Neben solch energetischen Stücken bieten bittersüße (sprich: in Moll gehaltene) Schmonzetten ein starkes Gegengewicht. Melodrama ist dabei durchaus gestattet, doch die stimmungsvollen Akkorde sind nie zu dick aufgetragen, die sporadisch eingesetzten Handclaps geraten nie zum Mittelalterkitsch. Gegen Ende kulminiert alles in einer Feierstimmung, die mir fast ein bisschen zu sehr nach Klamauk klingt.</p>
<p>Roberts schätzt den Dialog seit Beginn seiner Karriere, man denke zurück an sein gut aufeinander eingespieltes Ensemble Appendix Out, aber auch an seine Zusammenarbeit mit Größen wie Neil Young, Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy, Isobell Campbell (Belle and Sebastian) oder Alex Neilson (Trembling Bells, Current 93). Hier musiziert der Schotte nun zum zweiten mal mit einem feststehenden Kollektiv, das unter dem Zusatz &amp; Friends den Weg auf&#8217;s Cover fand. Die Stimmigkeit und Passgenauigkeit der Combo zählen zu den Stärken des Albums. Wer ebenfalls auf der Suche ist, sollte sich „A Wonder Working Stone“ nicht entgehen lassen – ob er den Stein der Weisen entdeckt, will ich nicht garantieren, aber einen exzellenten Einstieg in die Welt zeitgenössischer schottischer Folkmusik findet man hier allemal.</p>
<p>A. Kaudaht</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.dragcity.com">Drag City</a></strong></p>
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		<title>TREMBLING BELLS &amp; BONNIE &#8216;PRINCE&#8217; BILLY: The Marble Downs</title>
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		<pubDate>Sat, 26 May 2012 05:35:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/05/themarbledowns.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-4489" title="themarbledowns" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/05/themarbledowns-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Duette zwischen Sängerinnen und Sängern sind wahrscheinlich so alt wie die Musik selbst. Im Pop hat sich dabei besonders das Schema „böser Bube, nettes Mädchen“ bewährt, bei dem ein verwegenes Raubein seine Prinzessin umgarnt und dabei in charakterisierender Stimmlagenverteilung zum Ziel kommt oder auch nicht. Carter und Cash, Birkin und Gainsbourg, Campbell und Lanegan, you name it. Eine weitere, meist komödiantische, manchmal auch tragikomische Spielart davon inszeniert Kappeleien schon bestehender Paare. In nicht wenigen Fällen scheitert der männliche Part in seinen eitlen Bemühungen und wird<span id="more-4487"></span> von der Duettpartnerin abserviert, entweder in Form eines ätzenden Korbes, eines gepfefferten Laufpasses oder eben einer lebenslangen Karriere als belächelter Pantoffelheld, der sich im äußersten Fall nicht mal mehr losreißen kann. Anita Lane und Nick Cave haben in „Bedazzled“ die erste Variante mit beißender (Selbst-)Ironie inszeniert, Nancy Sinatra und Lee Hazlewood haben in Songs wie &#8220;Jackson&#8221; und &#8220;Big Red Balloon&#8221; das Pantoffelheldentum zu großem Slapstick heranreifen lassen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Im jüngst erschienenen Album „The Marble Downs“ liefern sich der bekannte Will Oldham alias Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy und Lavinia Blackwall, Sängerin der in Glasgow beheimateten Band Trembling Bells, ein paar großartige Wortschlachten solcher Art und lassen es bei dieser Qualität keineswegs bewenden, denn die Aufnahmen sind auch musikalisch äußerst gelungen. Eine wichtige Zusatzinformation impliziert schon die Anordnung der Interpreten auf dem Cover, denn es handelt sich bei „The Marble Downs“ nicht einfach um eine Bonnie &#8216;Prince&#8217; Billy-Platte mit neuer Begleitband. Die Trembling Bells entstammen einem musikalischen Biotop, dass sich irgendwann in Schottland und im Norden Englands herausbildete, und in dem traditionelle britische Musik einer Dekonstruktion unterzogen wird, die dem Wirken der ersten Freejazzer auf die afroamerikanische Musiktradition vergleichbar ist. Die Wurzeln dieses Millieus reichen bis in die 80er zurück. Traditionalisten wie Alasdair Roberts und Richard Youngs haben dieses Phänomen ebenso mitgeprägt wie der Musiker, Verleger und Autor David Keenan mit seinen avantgardistischen Projekten Taurpis Tula und Tight Meat. An denen wirkte auch der in Yorkshire geborene Alex Neilson mit, ein famoser Drummer, der außerhalb seiner schottischen Wahlheimat mit Größen wie Current 93, Baby Dee und Jandek zusammenarbeitet und daheim neben seinem (beinahe)-Soloprojekt Directing Hand eben auch die Trembling Bells ins Leben rief. Die spielen eine recht zugängliche Version zeitgemäßen Folkrocks und mussten auf Vergleiche mit allseits bekannten 60er Jahre-Größen nicht lange warten. Bei diversen Kollaborationen lernten sich Oldham und Neilson kennen, wurden Freunde, und nach einigen kleineren Projekten war dann der Grundstein zu „The Marble Downs“ gelegt. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Die Platte enthält Titel wie „I Made a Date (With an Open Vein)“, die man sich nur in einer in Whisky und schwarze Galle getauchten Tom Waits-Stimmung ausdenken kann. Die Musik, die sich dahinter verbirgt, ist so dramatisch wie ein guter Western, an den man bei Oldhams Stimme sowieso gerne denken mag, und überdies schon durch die bedeutungsschwere Kirchenorgel und die feierlichen Bläser mit viel tragikomischer Ironie durchzogen. Auf dem schmalen Grad zwischen Ergriffenheit und Galgenhumor wandernd, verweist hier auch Neilsons Songwriting immer wieder auf die Absurdität im Abgründigen. Kommen nun Beziehungen direkt vor, dann sind sie meist gerade am Auseinanderbrechen, wie im musicalartigen „I can tell you&#8217;re leaving“, in dem der männliche Part, wohl ein trinkfreudiger Taugenichts, mit Nachdruck in der Stimme um seine Chance fleht. Die zum gehen entschlossene Dame, die einen Mann und kein Baby will, bleibt hart, ihr Gegner bemitleidet sich ja schließlich schon selbst. Fast zum Rundum-Bashing des metrosexuellen Männerbildes wird in dem Kontext das Traditional „My Husband&#8217;s Got No Courage In Him“, das die beiden in wunderschönem A Capella-Gesang vortragen. Unerbittlichkeit und Lieblichkeit gehen in diesem einzigen echten Folksong des Albums Hand in Hand.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Alle eigenen Lyrics stammen aus der Feder Neilsons. Dass sie von einem Mann geschrieben wurden, mag für einige interessant sein, dass Sänger Oldham als Typ darüber hinaus weder in die klassische Machoschiene, noch in die des gelackten androgynen Beau passt, verleiht dem Ganzen eine zusätzliche Spannung und untermauert den inszenierten Charakter der Duette – ihre Geschichten haben etwas gewöhnliches und vertrautes, wirken aber an vielen Stellen wie Ausschnitte des Alltags einer fremdartigen Welt. Interessant ist vor allem auch das Zusammenwirken des gegensätzlichen Stimmpaares Oldham und Blackwall, denn hier trifft ein klassisch ausgebildeter und an Mittelaltermusik geschulter Sopran auf eine zwar ungewöhnliche, aber auch weitgehend naturbelassene Stimme, die sich im Grunde keiner Gesangstechnik bedient – glasklar versus brüchig, um es in gängiges Vokabular zu packen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Musikalisch dominiert auf den meisten Songs der Rock über den Folk. Ausnahmen bilden – neben dem besagten Traditional – zwei weitere Adaptionen, nämlich eine fast kammermusikalische Dorothy Parker-Vertonung sowie das versöhnliche „Lord Bless All“, im Original von Bee Gee Robin Gibb (R.I.P.) und hier das Schlussstück mit einem letzten rasanten Spannungsbogen. Die dynamischen Rocknummern haben nicht selten einen Touch von gelöstem Sixties-Beat, dem bisweilen wie in „Ferrari in a Demolition Derby“ humorige Kirmesbläser beigemischt werden. Am meisten nach vorn prescht „Riding“, bei dem Oldham sich selbst covert, denn es ist ein Song der frühen Palace Brothers-Zeit. Unter treibenden Drums und kraftvollen Gitarrensoli wird der verzweifelt Liebende zum inzestuösen Untoten, die ebenfalls tote Sister Lisa zur einzig symbiotisch verfügbar zu machenden Frau.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Kurzum: Auf „The Marble Downs“ versteckt sich so mancher Abgrund, und dennoch ist es auf seine schwarzhumorige Art vor allem ein sehr unterhaltsames Werk. Zu hoffen bleibt zum einen, dass die Trembling Bells nun auch hierzulande über ihren Geheimtippstatus hinaus wahrgenommen werden, zum anderen, dass sie zusammen mit Oldham auch in Zukunft wieder gemeinsames aushecken werden. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Label: <a href="http://www.honestjons.com/">Honest Jon&#8217;s </a></strong></span></span></p>
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		<title>“The Hip Killers Are Burning Like Devil”. Current 93 in der Berliner Volksbühne</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:57:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über CURRENT 93, die nächstes Jahr ihr dreißigjähriges „Band“-Jubiläum feiern, ist viel geschrieben worden, und das zurecht. In den ganzen Jahren gab es für David Tibet nie größere Ruhephasen, einige Alben sind wichtige Wegmarken für Vieles: Für zeitgenössische Musik mit &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/%e2%80%9cthe-hip-killers-are-burning-like-devil%e2%80%9d-current-93-in-der-berliner-volksbuhne/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/tibetbylaurenwinton1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-356" title="tibetbylaurenwinton1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/tibetbylaurenwinton1.jpg" alt="" width="178" height="222" /></a>Über CURRENT 93, die nächstes Jahr ihr dreißigjähriges „Band“-Jubiläum feiern, ist viel geschrieben worden, und das zurecht. In den ganzen Jahren gab es für David Tibet nie größere Ruhephasen, einige Alben sind wichtige Wegmarken für Vieles: Für zeitgenössische Musik mit religiösem Überbau. Für schwer greifbare Stilkombinationen und überraschende Zusammenarbeiten. Für eine Gegenkultur, die sich nicht geniert und es vor allem auch schafft, etabliertere Kontexte für sich zu nutzen. Zu guter Letzt auch für eine Entwicklung, die man bei ganz unterschiedlichen Bands wahrnimmt, deren Anfänge in der Zeit um 1980 liegen<span id="more-355"></span>: Ausgehend von einer rauen, schwergewichtigen Negativität hin zu einer spirituell grundierten Open Mindedness, der bei aller Fokussiertheit auf “letzte Dinge” auch ein hoffnungsfrohes Element innewohnt. Die SWANS entdecken den Song, Diamanda Galas die Harmonie, Nick Cave wird pastoral. All diese Veränderungen, von souverän bis kitschig, finden sich in ganz eigener Form auch in der Welt von Current 93.</p>
<p>Dass David Tibet und seine Mitstreiter auch regelmäßig auf internationalen Bühnen zu sehen sind, war nicht immer selbstverständlich, und auch seit Current 93 vor einigen Jahren das Konzertegeben wiederentdeckt haben, gibt es niemals größere Tourneen, sondern stets nur eine gute handvoll Einzelkonzerte an ausgewählten Orten. Am 28.03. dieses Jahres stand dann auch ein Auftritt in der Berliner Volksbühne auf dem Kalender. Im Unterschied zu früheren Auftritten wurde diesmal ganz auf Support Acts im Sinne von Vorgruppen verzichtet, obwohl mit dem Lineup bestehend aus Baby Dee, Andrew Liles, Keith Wood, James Blackshaw, Alex Neilson und Eliot Bates eine ganze Reihe vorzeigbarer Musiker dabei waren, die allesamt eigene Bandprojekte haben oder als Solokünstler aktiv sind. Einiges wäre da sicher machbar gewesen, aber andererseits – wer will schon bis zu drei Stunden am Abend spielen, und das zum Teil mehrere Abende hinter einander? Stattdessen gab es im Foyer eine Stunde lang elektronische Hintergrundbeschallung für die mit Smalltalk, Schlangestehen, aufgeregter Erwartung und Wiedersehensfreude beschäftigten Besucher. Die Turntables wurden jedoch von keinem Unbekannten bedient, sondern von Jochen Arbeit, bekannt durch Bands wie DIE HAUT und natürlich EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN, zeitweise unterstützt durch Arbeit Junior.</p>
<p>Im Großen Saal ging es dann auch gleich zur Sache, als erster betrat der immer etwas garstig dreinschauende, aber in Wirklichkeit ausgesprochen sympathische Liles die Bühne, und sorgte mit einem Auszug aus BONEY Ms “Rivers of Babylon” für die thematisch passende Einstimmung, sowie natürlich für die ersten Lacher. Einige Minuten später war die siebenköpfige Kapelle auf den geschichtsträchtigen Brettern versammelt und präsentierte sich als das, was sie nun nach einigen Jahren des Livejammens geworden ist – eine äußerst virtuose, gut aufeinander eingestimmte und mittlerweile auch sehr routinierte Rockband. Bis auf eine der Zugaben stammten alle Songs aus der Zeit nach dem Millennium, und auch wenn nur drei Lieder vom 2009er Album “Aleph at Hallucinatory Mountain” gespielt wurden, prägte dessen psychedelisch angehauchter Progrocksound das gesamte Set, bei dem manche Stücke erst nach einer Weile zu erkennen waren. Das traf allerdings auch auf die “Aleph”-Stücke selbst zu. Baby Dees Piano jedenfalls gab dem Opener “Invocation of Almost” einen ganz eigenen Charme, der meines Erachtens die Version auf dem Album übertraf. Zu den Höhepunkten zählte wie bei allen Konzerten der letzten Jahre eine äußerst “groovige” und nichtsdestoweniger dynamische Version des Titelsongs der “Black Ships”, dem apokalyptischen Vorzeigealbum der Band schlechthin. Leider wurde kein weiteres Stück dieses Albums gespielt, und überhaupt sind Current 93 mittlerweile recht weit entfernt von jedem Folksound. Wollte man die neueren Stücke der Band anhand eines kleinsten gemeinsamen Nenners beschreiben, dann vielleicht noch am ehesten als ausladende lyrische Bewusstseinsströme, die bei aller Melodik und allen Schrei-Kaskaden Tibets doch eher rezitativ dargeboten werden – auf dem Hintergrund eines fast postrockigen Fundaments. Postrockig nicht nur wegen der Instrumentierung, sondern auch weil es keine runden, im engeren Sinne songartigen Strukturen mehr gibt, sondern Instrumentalparts in repetitiven Mustern, die sich im Verlauf intensivieren und nicht zwangsläufig nach fünf, sieben oder zehn Minuten enden müssten.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/current153.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1541" title="current153" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/current153.jpg" alt="" width="678" height="455" /></a>Besonders positiv angetan war ich von den drei Stücken des „Baalstorm“-Albums, die Teil des Sets waren – obwohl ich das letztjährige Werk anfangs recht positiv aufnahm, hatte es bei mir doch keine so große Halbwertzeit. „I Dance Narcoleptic“ allerdings mutierte zu einem der stärksten und rockigsten Stücke des Abends, bei dem vor allem Alex Neilson an den Drums alles gab und auch Liles, der sich insgesamt eher als graue Eminenz um die Elektronik kümmerte, einiges an Perkussion beisteuerte. Bei allem Bedauern über den wohl endgültigen Ausstieg Steven Stapletons, muss man Liles in jedem Fall als würdigen Nachfolger im Kontext der “Schwesterband” anerkennen. Und der junge Drummer, dessen “Faster Pussycat Kill Kill”-Shirt am Abend definitiv Programm war, zählt ohnehin zu den großen Zugewinnen der letzten Jahre. Wer das ähnlich sieht, der sollte mal seine Stammband TREMBLING BELLS ausfindig machen, Freunde klassischer Folkinnovatoren wie PENTANGLE oder FAIRPORT CONVENTION sollten auf ihre Kosten kommen. Bei „The Nudes Lift Shields For War“ und dem orientalisch angehauchten „With Flowers In The Garden Of Fires“ hatte die akustische Seite der Band ihre großen Momente. Gerne hätte ich Eliot Bates’ arabische Laute auch bei den anderen Stücken noch etwas deutlicher gehört – eines der wenigen Mankos eines ansonsten sehr gelungenen Sounds. Komplett am Stück wurde die „Birth Canal Blues“-EP gespielt, in Versionen, die zum Teil noch mehr vom Original abwichen als die Aufnahmen der gleichnamigen Live-EP. So wurde die sehr emphatische Hommage an die verfolgten Christen im Römischen Reich, „Suddenly the Living are Dying“, melodisch stark gedrosselt und so dem „cooleren“ Rocksound der meisten Songs angeglichen.</p>
<p>Das heißt jedoch keineswegs, dass es nicht auch ein paar Schmachtnummern gegeben hätte. Für den melancholischen Part waren überwiegend Songs vom aktuellen „HoneySuckle Æons“-Album (siehe Besprechung) zuständig, bei denen Baby Dee zwischen Piano und elektronischer Orgel changierte und Liles an einer Stelle Armen Ras Theremin vom Band erklingen ließ. Blackshaw, Wood und Neilson steuerten auch hier dezente Rockparts bei, sodass sich die Songs noch mal markant von den minimalen Versionen auf dem Album unterschieden. Die neuen Stücke schienen gut anzukommen, und ich bin sicher, dass sie manche versöhnen werden, denen „Black Ships“ zu heterogen, „Aleph“ zu amerikanisch und „Baalstorm“ stilistisch zu ungreifbar gewesen ist.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/current71.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1542" title="current71" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/current71.jpg" alt="" width="340" height="495" /></a>Auch wenn die anderen Musiker alles andere als Statisten waren, stand David Tibet natürlich im Zentrum der Bühnenshow. Eine leichte Erschöpftheit schien man ihm anzumerken, und es war schwer zu sagen, ob sie mehr auf die körperlichen oder die nervlichen Belastungen des mehrmaligen Auftretens zurückging. An seiner Bereitschaft zu einer agilen Show änderte das jedoch kaum etwas, und es war beeindruckend zu sehen, wie er bei einzelnen Songs mal die Attitüde des rampenerprobten Rockers, mal die Haltung des Empfindsamen auszuleben vermochte, ohne dabei widersprüchlich zu wirken. Wenn Tibet eines nicht ist, dann ein typischer Neofolkmusiker, der seine manchmal etwas überspannt wirkenden Exaltiertheiten hinter schamhafter Strenge und Haltung kaschiert und somit – eine langweilige, biedere und bestenfalls pseudocoole Show abliefert. Seine Emotionalität reduziert den kraftvollen Charakter seiner Darbietung keineswegs, und auch wenn die offen ausgelebte Trauer um verstorbene Weggefährten vielleicht nicht jedermanns Ding ist, so nimmt man ihm seine emotionale Aufgeregtheit dabei doch ab. In den erhitztesten Momenten erlebt man Tibet so, wie man ihn vielleicht am liebsten sieht: Als exzentrischen Feuer- und Schwefelprediger, dessen religiöse Obsessivität niemals aufdringlich, eitel oder gar missionierend wirkt, und der ebenso sehr norddeutsches Bier liebt und auch schon mal über sich selbst lachen kann. Wer das nicht glaubt, der hat ihn noch nicht zu „Oh Coal Black Smith“ einen Hasen- und Ententanz aufführen sehen.</p>
<p>Natürlich gab es auch den ein oder anderen Wermutstropfen. Ich habe nicht viele Current-Konzerte besucht, aber verglichen mit Shows vor ein paar Jahren wirkte das Zusammenspiel der Musiker fast schon ein bisschen zu routiniert – im Vergleich etwa zu dem experimentierfreudigen Jamcharakter auf dem Roadburn Festival 2008, wo man noch ausprobierte, wie gut sich wohl so unterschiedliche Stücke wie „The Red Face of God“, „Locust“, „The Autistic Imperium“ und „The Dissolution of the Boat ‘<em>Millions of Years</em>‘“ mit dem gerade erst im Entstehen begriffenen „Aleph“-Sound vertragen. Auch vermisste ich die sonst ins Klangbild integrierten Streicher, und so sehr ich auch die neueren Current 93 schätze, finde ich es doch ein wenig schade, dass außer „Oh Coal Black Smith“ nur Songs aus den Nullerjahren gespielt wurden. Michael Cashmore im Publikum zu sehen hatte einige sicher erwartungsvoll auf einen spontanen Gastauftritt gestimmt, der leider ausblieb. Auffällig war zudem eine merkwürdige Diskrepanz zwischen Publikum und Band, die für Current anscheinend seit Jahren typisch ist. Eine Diskrepanz im dem Sinne, dass eine Bande von soliden und doch irgendwie „weirden“ Rockmusikern mit einem äußerst exaltierten Frontmann für eine verhältnismäßig stoische Gemeinde ehemaliger Neofolker, Darkwaver und Industrialheads spielte, die das ganze Spektakel in der szenetypischen Gefassheit wohlwollend zur Kenntnis nahm. Ein durchaus angenehmes und nettes Publikum, und doch kolossal verschieden von dem, was da auf der Bühne zu sehen war, und letztlich liegt der Unterschied in der gar nicht mal so banalen Frage, ob früher alles besser war. Das Publikum sagt ja, die Band sagt nein, so einfach ist das. Als Neilson und Konsorten anschließend durch die Menge gingen und von keinem angesprochen wurden, hätte sich ein unbedarfter Passant glatt fragen können, aus welchen Grund diese Jungs sich ausgerechnet in diese Community verlaufen haben – “ach so, das ist die Band.” Wie dem auch sei, es würde mich freuen, wenn auch solche Fans nicht nur aus Gewohnheit zu Current-Konzerten fahren, und der eine oder andere vielleicht weiß, wer James Blackshaw ist oder John Contreras, und nicht immer nur mit den immer gleichen World Serpent-Assoziationen bei der Hand ist.</p>
<p>Insgesamt also ein gelungener Auftritt und ein schönes, nachhaltiges Konzerterlebnis, und wen scheren schon ein paar kleine Wermutstropfen, wenn man mal wieder „Niemandswasser“ live hören darf, das ja, wie alle Fans wissen, einer der großartigsten Songs auf diesem Planeten ist. (U.S.)</p>
<p>Porträtfoto: Lauren Winton. Konzertfotos: Caillean Kompe</p>
<p><a href="http://www.copticcat.com/">copticcat.com</a></p>
<p><a href="http://www.volksbuehne-berlin.de/">volksbuehne-berlin.de</a></p>
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		<title>CURRENT 93 &#8211; Interview (2010)</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:16:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Current 93, die (selbstironisch so bezeichnete) „ultimative halluzinatorische gnostische Supergruppe“ um David Tibet, ist ein Universum, in dem seltsame Planeten herumschwirren, ein Projekt, das auch nach 27 Jahren (noch) zu überraschen vermag. Die Texte David Tibets sind auf den vergangenen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/current-93-interview-2010/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/davidtibet_a-.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1288" title="davidtibet_a-" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/davidtibet_a-.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Current 93, die (selbstironisch so bezeichnete) „ultimative halluzinatorische gnostische Supergruppe“ um David Tibet, ist ein Universum, in dem seltsame Planeten herumschwirren, ein Projekt, das auch nach 27 Jahren (noch) zu überraschen vermag. Die Texte David Tibets sind auf den vergangenen drei Alben nach einer Zeit der Introspektion zu einer völlig eigenen und oftmals in ihrer Metaphorik und Bildlichkeit – „a heap of broken images“ heißt es in Eliots „The Waste Land“ – kaum zu durchdringenden Mischung aus Autobiographischem und Kosmischem geworden.<span id="more-1287"></span> Die Anzahl der an den Alben und auf der Bühne Beteiligten wuchs und nachdem Current 93 mit „Black Ships Ate The Sky“ 2006 vielleicht durchaus etwas vom Folkboom profitieren konnten, veröffentlichten sie drei Jahre später mit „Aleph at Hallucinatory Mountain“ ein Rockalbum um erneut Erwartung(shaltung)en zu unterlaufen. „Baalstorm, Sing Omega“, das jüngste Werk, schließt laut David Tibet die jüngste  kreative Phase ab. </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Du hast die letzten drei Alben als eine Art Trilogie bezeichnet…</em></strong></p>
<p>Ja, als „eine Art“ Trilogie. Es war keine bewusste Entscheidung eine Trilogie zu machen, anders als z.B. die „Inmost Light“-Trilogie.</p>
<p><strong><em>Hast du nach dem zweiten oder dritten Album gedacht, es könnte eine Art Trilogie sein oder war es von Anfang an klar? </em></strong></p>
<p>Als „Black Ships Ate The Sky“ rauskam, stand es für sich. Ich habe für „Black Ships“ viel mehr geschrieben und es gab einen Moment, an dem ich dachte, dass es einen Nachfolger geben würde, aber das war alles „Black Ships“-Material. Als ich „Aleph“ machte, gab es eine Geschichte, die irgendwie weiterging, vielleicht eine Parallelgeschichte, bei „Baalstorm, Sing Omega“ ist es ähnlich. Es sind alles drei konzeptionelle Alben, auch wenn es manchmal schwer ist, dem Konzept zu folgen. Wie viele meiner jetzigen Arbeiten sind sie autobiographisch, aber es sind auch Alben, die eine Geschichte erzählen, meine Geschichte, oder zum Teil meine Geschichte und es ist auch – lass mich das so sagen – eine theologische Geschichte, theologisch im weitesten Sinne des Wortes. Es sind alles Geschichten eines Fortschreitens von der Geburt bis zum Tod, von Fehlern hin zur Erlösung und sie sind mit meinem eigenen Leben verbunden. Ich habe nie gedacht, dass „Aleph“ Teil zwei ist und „Baalstorm“ Teil drei, sie <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/baalstorm2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1290" title="baalstorm2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/baalstorm2-300x266.jpg" alt="" width="300" height="266" /></a>sind alle als separate Alben gemacht worden, die für sich Sinn ergaben. Nichtsdestotrotz gibt es Themen, die übernommen werden. Alle meine Arbeiten haben Querverweise zu vorherigen Konzepten, früheren Songs. Als „Baalstorm“ fertig war, fühlte es sich wie das Ende einer bestimmten Periode an. Und jetzt arbeite ich an zwei weiteren Alben und natürlich wird es Verbindungen geben. Es wird auf den weiteren zwei Alben Verbindungen zu dem, was ich zuvor gemacht habe, geben. Vielleicht sage ich dann, das sind Teile eines fünf Alben-Zyklus (<em>lacht</em>). Ich dachte einfach, dass es einen gewissen kreativen Prozess gab, der auf gewisse Weise mit „Baalstorm“ zu Ende gegangen ist. Man sieht viele Dinge erst nachträglich. Während das Album entstanden ist, haben meine Frau und ich uns getrennt. Zwei meiner Katzen starben. Dinge nehmen die Energie der Sachen um sie herum an, auch wenn sie nicht spezifisch als Antwort darauf geschrieben worden sind. „Baalstorm“ kam wirklich ziemlich schnell; natürlich war die Situation zwischen mir und meiner Frau schwierig, wir sind immer noch enge Freunde, ich liebe sie, sie liebt mich, aber alles veränderte sich; dann traf ich diese vier Frauen in Deutschland. Entschuldigung…</p>
<p><strong><em>In Italien. </em></strong></p>
<p>Ja, in Rom. Es war nicht so, dass ich mit allen vieren eine Beziehung begonnen hätte, sie haben in mir etwas hervorgebracht, das den Sturm, der in meinem Innern und um mich herum war, widerspiegelte. Der „Baalstorm“ wurde davon angeregt, aber er war schon da. Sie fügten dem Feuer mehr Brennmaterial hinzu und dies wirkte sich wieder auf mich aus. Ich denke, du verstehst, was ich meine.</p>
<p><strong><em>Ja. </em></strong></p>
<p>Ich begann mit dem Schreiben des Albums, bevor ich wusste, dass wir uns trennen würden, außer, dass ich es vielleicht unterbewusst wusste. Das Album wurde ziemlich schnell gemacht. Andere Alben brauchen normalerweise länger. Es ist ein größerer Zeitraum zwischen „Black Ships“ und „Aleph“. Es machen erst einmal weniger Leute mit; es gab also nicht das Problem, dass Leute, die in New York leben, eingeflogen werden mussten um Tracks einzuspielen. Es ist mein Lieblingsalbum. Und das nächste wird dann mein Lieblingsalbum sein.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_andrew_liles1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1291" title="interview_andrew_liles1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_andrew_liles1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>So sollte es auch sein. </em></strong></p>
<p>Genau. Ich sprach kürzlich mit einer Freundin und sie meinte, dass „Thunder Perfect Mind“ ihr Lieblingsalbum sei. Und das regt mich immer auf. Das ist ein Album, das ich 1992 gemacht habe – vor 18 Jahren! Aber natürlich wählen Menschen ihr Lieblingsalbum aus. In ihrem Fall war es ihr Lieblingsalbum, weil sie es zu einer bestimmten Zeit in ihrem Leben gehört hat. Mir gefällt vielleicht Album X einer Band am meisten, obwohl Album Y besser ist, weil ich X gehört habe, als etwas in meinem Leben passierte.</p>
<p><strong><em>Das sind Erfahrungen, die wir alle irgendwie machen. </em></strong></p>
<p>Natürlich, ich sage nicht, dass ich jemand Besonderes bin. Wir mögen nicht immer das Beste. Manches kreuzt eben nur zur richtigen Zeit unseren Weg.</p>
<p><strong><em>Da ist aber noch etwas, das ich dich über die drei letzten Alben fragen will. Es gibt da dieses „Anok Pe“-Motiv, wenn du sagst „I am Black Ship“, „I am Aleph“, „I am Æon“, „I am Zion“. Was sind die Gründe dafür, dass du in die Rolle dieser mythischen Personen bzw. Kräfte schlüpfst? </em></strong></p>
<p>Warum ich das mache?</p>
<p><strong><em>Ja. Noch etwas: Auf „Night! </em></strong><strong><em>Storm! Death! Omega!“ singst du auch „Put yourself in my mask“. </em></strong></p>
<p>„Put yourself in my place. Put yourself in my mask. Put yourself on my throne”. Diese Alben sind alle autobiographisch, aber sie sind ebenfalls mit einem größeren theologischen, spirituellen Konzept verbunden, mit Ideen, die mich bewegen, die mir das Gefühl, dass ich lebe, geben. Bei „Aleph“ sind es mehrere Geschichten: Es ist die Geschichte, dass Luzifer aus dem Himmel geworfen wird, es ist die Geschichte der Geburt des ersten Menschen und dem Kommen des zweiten Adams, d.h. Christus, verbunden mit der Geschichte Kains, des Mörders, den Einbruch des Mordes in die Welt. Wenn ich also sage: „Ich bin Aleph, ich bin Adam“, ist es so, dass wir das alle sagen können. Vielleicht würde eine Frau sagen: „Ich bin Eva“, aber auch sie könnte sagen: „Ich bin Adam“. Dies ist die Geschichte von uns allen. Wir sind alle Adam, wir sind alle <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/tibettext1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1292" title="tibettext1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/tibettext1-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a>da hinein geboren. Wir wurden geschaffen, wir stammen von Adam ab und wir teilen seine Erfahrungen. Was ich also mache, ist, dass ich über mich selbst spreche, aber auch darüber, wie wir alle existieren. Wir haben Archetypen in uns; wenn ich auf „Black Ships Ate The Sky z.B. „I am black ship“ singe – „Black Ships“ ist ein Konzeptalbum, das auf einer Vision, die ich hatte, beruht und zwar, dass der Antichrist in schwarzen Schiffen kommen würde, die den Himmel auffressen – und auf Konzerten manchmal sage „You are black ship“, meine ich damit, dass wir auch die Invasionsarmee des Antichristen sein können. Wir haben all diese Dinge in uns. Letztlich ist es eine Schlacht zwischen Gut und Böse, Christus und Satan. „I am black ship“ heißt, dass wir eine Wahl haben. Wir können auch „black ship“ sein, wir können uns nicht aussuchen nicht Adam zu sein, da das unser Geburtsrecht, unser Erbe ist. Wenn ich auf „Baalstorm“ sage: „Put yourself in my place, put yourself in my mask” hat das auch damit zu tun, dass es Current jetzt seit so vielen Jahren gibt und ich viele Mails bekomme und es ist so, dass wenn man sich mit der Arbeit eines Künstlers beschäftigt, vielleicht besonders in meinem Fall, nein, nicht besonders in meinem Fall, aber weil meine Arbeit sehr persönlich ist und sehr viele Verweise hat und es viele Allusionen, nicht Illusionen (<em>lacht</em>) gibt, dann haben einige eine gewisse Vorstellung davon, wer ich bin oder dass ich dies oder jenes denke oder mag. Ich denke immer: Ihr kennt mich nicht. Ich kenne euch nicht, wir sind alle nicht erkennbar, wir kennen uns noch nicht einmal selbst richtig. Wenn ich also sage: „Put yourself in my place, put yourself in my mask“, dann ist es vielleicht so, dass du nicht mich siehst, sondern, wie du denkst, dass ich bin. Ich bin in diesem Werk und das Werk ist mir wichtiger als alles andere. Es ist, was ich bin. Es ist so sehr eine Enthüllung dessen, was ich bin, wie irgendetwas eine Enthüllung dessen sein kann, was irgendjemand anderes ist. Es ist sehr persönlich und es ist auch eine Geschichte für uns alle. Wenn man darin auch etwas für sich findet, dann ist es auch seine eigene Geschichte.</p>
<p><strong><em>Gestern bin ich in einem völlig anderen Kontext zufällig auf folgende Beschreibung des Werks eines anderen Dichters gestoßen: „Es zeigt sich darin eine enorme Gelehrsamkeit und es finden sich private Anspielungen, die sich mit der poetischen Stimme verbinden um etwas völlig Außergewöhnliches zu erschaffen, unter dem sich etwas Mächtiges und Zusammenhängendes befindet.“ Denkst du, dass das auch über dein Werk gesagt werden könnte? </em></strong></p>
<p>Ich bin vielleicht nicht der Richtige um das zu beurteilen. Ich betrachte mich nie selbst als Dichter oder Künstler. Ich habe dir das wahrscheinlich früher schon einmal gesagt, ich bin jemand, der seine eigene Geschichte erzählt. Wenn Leute sagen: „David, das ist so große Kunst“, dann macht das für mich nicht viel Sinn. Wenn ich mich selbst als Dichter bezeichnen würde, wäre mir das sehr peinlich. Es liegt an anderen, zu definieren, was ich mache und ob ich der größte oder der schlechteste Dichter bin. Mir ist es ziemlich egal als was Leute mich bezeichnen. Die einzige Sache, die mich immer ziemlich ankotzt, ist, wenn ich solche lahmen Kategorisierungen höre, so etwas wie „Current 93: Postindustrial“ oder „Neofolk“ oder „Dark Folk“. Das ist erbärmlich. Man wird in Kategorien gesteckt, die nichts mit einem zu tun haben. Mir ist egal, was die Leute von meiner Kunst, meinen Worten, meiner Musik halten. Ich mache die Sachen für mich und vielleicht für meine Freunde. Wenn das andere Leute bewegt, ist das großartig.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_blackshaw.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1293" title="interview_blackshaw" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_blackshaw-300x213.jpg" alt="" width="300" height="213" /></a>Um kurz zu enthüllen, wer bzw. was mit obiger Beschreibung gemeint war, es war eine Bewertung von Pounds „Cantos“. </em></strong></p>
<p>Mir hat die Idee dahinter immer besser gefallen als das eigentliche Werk.</p>
<p><strong><em>Würde ich unterschreiben. </em></strong></p>
<p>Mein Lieblingsdichter aus der Moderne ist T. S. Eliot. Ich mag viele Dichter, aber aus dem 20. Jahrhundert ist er vielleicht der einzige. Ich lese lieber Eliots Lyrik als eine Biographie über ihn und ich lese lieber eine Biographie Pounds als seine Lyrik. (<em>lacht</em>)</p>
<p><strong><em>Das führt mich zu etwas, das ich interessant finde. Auf deiner Website kann man die Textblätter für „Baalstorm“ kaufen. Man kann darauf sehen, dass du viel korrigiert hast, Sachen entfernt hast. Ich habe mich gefragt, wie dein Schreibprozess aussieht. Sind die ausgedruckten Blätter der erste, zweite oder dritte Entwurf? Was machst du dann? </em></strong></p>
<p>Das kommt wirklich darauf an. Auf „Baalstorm“ gab es einfach zu viel Material. Ich habe viel Text entfernt, den ich eigentlich behalten wollte, weil ich damit sehr zufrieden war. Der komplette „Baalstorm“-Text wird in dem Textbuch sein, an dem ich arbeite. Das meiste von „Baalstrom“ habe ich in Rom und in Hastings geschrieben. Wenn ich Hastings sage, heißt das meistens, dass ich in einer Bar sitze, nämlich in „The Dragon Bar“, wo ich sehr gerne bin. Ich gehe dahin und arbeite. Ich trinke Wein oder was auch immer und schreibe in ein Notizbuch, ich schreibe oder übersetze Koptisch. Ich habe z.B. in Rom und Hastings geschrieben, komme zurück und tippe es in den Computer – so wie es ist, es sei denn, da ist etwas, wo ich sage: „Oh, da war ich aber ganz schön betrunken.“ Das kommt aber selten vor. Ich schreibe in ein Notizbuch, wenn die Inspiration kommt und tippe es dann in den Computer. Ich bearbeitete den Text nicht mehr wirklich, ich mache es schon, aber nur, weil nicht genügend Platz ist und ich nicht will, dass es ein Dreifachalbum wird. Bei „Baalstorm“ habe ich mir den Text angeschaut und was mit dem jeweiligen Track funktionieren könnte. Bei „Black Ships“ habe ich den Text kaum bearbeitet, abgesehen davon, dass ich Teile für die kein Platz war und die das Konzept des Albums unklarer gemacht hätten, herausgenommen habe, bei „Aleph“ das gleiche. Ich habe einen Teil in der Mitte herausgenommen, der Track dauerte zu lange und er langweilte mich. All diese Teile nehme ich aber aus Platzgründen heraus, nicht weil ich denke, dass der Text schlecht ist. Auf den ausgedruckten Blättern für „Baalstorm“ ist nichts, was ich nicht als relevant für das Album erachtet hätte – aber es gab eben nicht genug Platz.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_contreras.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1294" title="interview_contreras" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_contreras-216x300.jpg" alt="" width="216" height="300" /></a>Wenn man deine neueren Arbeiten mit älteren vergleicht, ist es so, dass es um „Soft Black Stars“ und „Sleep Has His House“ herum eine sehr introvertierte Phase gab. Denkst du, dass diese zurückgezogene Phase für das, was du jetzt machst, nötig war?</em></strong></p>
<p>Ich verstehe, warum du das fragst, aber für mich ist diese Frage bedeutungslos – ich meine das jetzt ganz höflich. Es ist nur so, dass ich so nicht über Dinge denke. Was ich damals gemacht habe, habe ich damals gemacht. Rückblickend hast du Recht, die Alben waren enger, privater und persönlicher; „Sleep Has His House“ ganz offensichtlich wegen meines Vaters. „Soft Black Stars“ war auch enger, auf gewisse Weise steckte da alles in einer kleinen Kiste. „Black Ships“, „Aleph“ und auch „Baalstorm“ –  wobei „Baalstorm“ wieder etwas intimer ist – sind insgesamt ziemlich monumental. Sie hören sich nicht so an, als spräche jemand mit sich selbst. Vielleicht hören sie sich an, als ob jemand auf einer Bühne stünde und einen Monolog spräche. Ja, das ist doch ein interessanter Punkt, den du angesprochen hast. Wenn ich das damals so gemacht habe und jetzt so, muss es wohl notwendig gewesen sein. Aber wer weiß? Ich hätte anstelle von „Soft Black Stars“ ein Jazzfunk-Album machen können und würde vielleicht immer noch das machen, was ich jetzt tue. Ich glaube, wir können nicht herausfinden, wie X zu Y führt. Wir können nur historisch betrachtet sagen: Er hat dann das gemacht. Und „Sleep Has His House“ handelt vom Tod meines Vaters. Es gibt da natürlich eine Verbindung und das hat mich vielleicht selbstbezogener gemacht.</p>
<p><strong><em>Wenn wir über die Vergangenheit reden: Du hast in einem Interview, das du vor einigen Jahren The Wire gegeben hast, gesagt, dass du dich gerne wohlfühlen möchtest, aber dich immer auf gewisse Weise unwohl fühlst. </em></strong><strong><em>Auf „Red Hawthorn Tree“ singst du: „I had always hoped this world could be complete for me“. </em></strong><strong><em>Denkst du, dass es möglich ist, all die „Dunkelheit zu verbannen”? </em></strong></p>
<p>Na ja, ich denke, dass manche Menschen das können. Ich glaube nicht, dass ich es kann. Ich habe heute mit einem Freund darüber gesprochen und ich habe immer den Eindruck, dass ich weiter und weiter rennen muss, mich weiter bewegen muss, weiter aufnehmen und schreiben muss. Ich fühle mich nicht wohl. Vielleicht ist das auf gewisse Weise gut. Ich bin ziemlich ungeduldig, meine Gedanken und Gefühle verändern sich immer, ich nehme verschiedene Dinge auf. Ich kann nur für mich selbst sprechen. Ich denke, manche Menschen können sich irgendwie befreien und sie fühlen sich wohl. Ich weiß natürlich nicht, ob das stimmt.</p>
<p><strong><em>Vielleicht geht das, bei mir klappt das nicht. </em></strong></p>
<p>Du fühlst dich wohl?</p>
<p><strong><em>Nein, ich denke nicht. Es ist eher so, dass es Phasen gibt, kleine Oasen, in denen man sich wohl fühlt. </em></strong></p>
<p>Man fühlt sich nicht wirklich wohl, wenn man spürt, dass etwas heraufziehen wird. Man ist sich immer des Schattens am Fenster bewusst.</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_babydee.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1295" title="interview_babydee" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_babydee-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a>Ja, leider. Da wir über die Vergangenheit gesprochen haben…Seit „Soft Black Stars“ spielen deine Bilder eine größere Rolle. Ist das Visuelle ebenso wichtig wie die Musik und die Texte? </em></strong></p>
<p>Es ist das gleiche. Es zeigt, wie ich die Welt und mich selbst sehe. Bei „Baalstorm“ ist das Cover das gleiche für mich. Das Cover von „Aleph“ spiegelt das Album wider, das gleiche gilt für „Black Ships“, „Soft Black Stars“ ebenfalls, „Sleep Has His House“ ebenfalls, auch wenn ich nur die Rückseite gemalt habe. Nein…</p>
<p><strong><em>Das Bild deines Vaters im Inlay. </em></strong></p>
<p>Ja genau. Bei „Thunder Perfect Mind“ ist es nicht so. Ich mag das Cover nicht, deswegen habe ich es geändert. Ursprünglich sollte es eher wie Nicos „Marble Index“ sein – eine Großaufnahme meines Gesichts. Ich weiß nicht genau, warum das nicht geklappt hat. „Nature Unveiled“ spiegelt das Album wider, „Dogs Blood [Rising]“ auch. Ich denke, alle Cover spiegeln die Alben wider, vielleicht sogar „Thunder Perfect Mind“, auch wenn vielleicht nicht so, wie ich gedacht hatte. Das Artwork ist sehr wichtig für mich, weil es eben nicht nur die Verpackung für eine Sammlung von Liedern ist. Andere Gruppen mögen das machen.</p>
<p><strong><em>Die Boxsets, die bei Vinyl-On-Demand rauskommen sollen, wurden von dem deutschen Künstler Uwe Henneken gestaltet. </em></strong></p>
<p>Er ist großartig. <strong> </strong></p>
<p><strong><em>Wie habt ihr euch kennen gelernt? </em></strong></p>
<p>Er ist ein großer Current-Fan.</p>
<p><strong><em>Er hat einigen Bildern Titel von Current-Stücken gegeben</em></strong><strong>. </strong></p>
<p>Genau. Er und seine Frau Katja Strunz waren in London, weil sie eine Ausstellung hatte und er schickte mir eine E-Mail und schrieb: „David, du kennst mich nicht, würdest du gerne zur Ausstellungseröffnung meiner Frau kommen? Ich bin ein Fan deiner Arbeit.“ Ich schaute mir seine Sachen an und dachte: „Das ist fantastisch.“ Wir haben uns getroffen, einige Zeit miteinander verbracht und haben uns sehr gut verstanden. Ich mag ihn sehr. Ich habe eine Einleitung zu einem Ausstellungskatalog von ihm, der demnächst veröffentlicht werden wird, geschrieben. So kam also diese Verbindung zustande.</p>
<p><strong><em>Ich habe in London die Boxen gesehen und die sahen wirklich großartig aus. </em></strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_neilson.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1296" title="interview_neilson" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_neilson-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a>Wunderschön.</p>
<p><strong><em>Ist es Zufall, dass gerade drei Boxen veröffentlicht werden? </em></strong></p>
<p>Ja. Welche dritte?</p>
<p><strong><em>„Like Swallowing Eclipses“ mit den Mixen von Andrew Liles. </em></strong></p>
<p>Ah ok. Ich sehe die Vinyl-On-Demand-Sache wegen des Schubers als eine Box an. Vinyl-On-Demand fragten mich, ob ich Lust hätte das zu machen und Dirter fragten ebenfalls und ich habe beide Male „ja“ gesagt.</p>
<p><strong><em>Hast du eigentlich vor, ältere Alben, die jetzt seit einigen Jahren ausverkauft sind, nachzupressen oder denkst du, manche sollen bleiben, wo sie sind?</em></strong></p>
<p>Ich hätte gerne alle Alben verfügbar. Aber da ich alles praktisch selbst mache, gerade jetzt, da meine Frau und ich uns getrennt haben, ist es einfach eine Zeitfrage. Ich arbeite lieber an neuem Material als altes wiederzuveröffentlichen. Ich habe einfach so viele Projekte, dass es schwierig ist.</p>
<p><strong><em>Bei unserem letzten Interview sprachst du davon, dass es Pläne gäbe „Whilst the Night Rejoices Profound and Still“ zu veröffentlichen, du aber mit dem Gesang nicht ganz zufrieden seist. </em></strong></p>
<p>Das ist auch etwas, das mich im Augenblick nicht so sehr interessiert. Eigentlich ist jeder eher an neueren Sachen interessiert. Ich war nie so glücklich darüber, wenn Bands sich reformieren und ihr ultimatives Album von 1985 spielen. Es ist vielleicht ein tolles Album, aber ich denke, jeder Künstler – und ich gebrauche den Begriff jetzt vorsichtig – sollte eher an neuem Material arbeiten. Oder ist das eine andere Art zu sagen, dass das neue Material nicht so gut ist oder dass es den Fans nicht so gefällt?</p>
<p><strong><em>Vielleicht beides.</em></strong></p>
<p>Genau. Ich beurteile nicht, warum andere das machen, ich sage nur, dass mich eher interessiert, was als nächstes kommt. Jetzt ist „Baalstorm“ fertig und mich interessiert jetzt, woran ich als nächstes arbeite. Ich bin stolz auf „Baalstorm“ und „Aleph“ und „Black Ships“ und stolz auf fast alles, an dem ich gearbeitet habe. Aber das interessiert mich eben nicht mehr so sehr. Ich denke, dass es auch so sein sollte.</p>
<p><strong><em>Die nächste Frage mag etwas trivial klingen, aber wenn man sich anschaut, mit wie viel verschiedenen Leuten du arbeitest und wer manchmal alles auf der Bühne ist, scheint es eine ziemlich interessante Mischung zu sein. Ich erinnere mich daran, dass ich bei einem Konzert dachte: Vorne steht mit Andrew W.K. eine Art Popstar, dann ein Professor für Koptisch, der Kopf des O.T.O. und eine Transgender – wenn man jetzt bei diesen Klischees bleibt; du hast mit Skitliv oder mit James Blackshaw gearbeitet, aber dennoch scheint die Zusammenstellung nicht willkürlich zu sein. Es scheint eine Art Verbindung zu geben. </em></strong></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_bates.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1297" title="interview_bates" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_bates-198x300.jpg" alt="" width="198" height="300" /></a>All diese Künstler sind Freunde und ich liebe sie sehr. Das ist die Current 93-Familie. Sie erweitert sich fortwährend, aber ich liebe auch die Arbeit der Beteiligten. Antony hat mich mit dem Werk von Baby Dee bekannt gemacht und ich liebte ihre Arbeit, bevor ich sie kennen gelernt hatte. Bei Skitliv war das so, dass ich ein großer Fan von Mayhem war, ich liebe Maniac, er ist ein interessanter Mensch, er hat Current-Tätowierungen. Menschen sprechen mich an und ich spreche sie an. Der Oud-Spieler Eliot Bates trat mit mir als Current-Fan in Kontakt. Je offener ich dafür bin, mit Künstlern aus verschiedensten Bereichen zu arbeiten, desto mehr sprechen mich andere Menschen an. Ich werde immer von Menschen kontaktiert, die mit mir arbeiten wollen, teilweise sicher, weil sie meine Arbeit schätzen. Aber auch, weil sie sehen, was für eine merkwürdige, magische und sich fortwährend entwickelnde Gruppe von Menschen es bei Current gibt. Ob man Current liebt oder hasst, eine Sache, die wir nie gemacht haben, ist stillzustehen, wir haben nicht immer das gleiche Album gemacht, wir verändern uns fortwährend, auch wenn wir immer noch erkennbar als die Gruppe sind, die „Nature Unveiled“ gemacht hat. Die Themen, die fundamental einfache Natur der Musik ist da – natürlich gibt es viel mehr Text. Wir sind nicht berechenbar und das macht Current für mich phantastisch und magisch. Es ist so fließend und die Leute reagieren so gut aufeinander, die Dynamik auf der Bühne und im Studio ist ziemlich gut, weil jeder einfach den anderen gerne mag. Wir lieben uns und sind gute Freunde. Niemand von uns ist arrogant oder ichbezogen – das zu sagen, klingt natürlich ichbezogen, aber du weißt, was ich meine; wir sind freundlich, umgänglich, Leute, die die Gesellschaft der anderen schätzen. James Blackshaw war gestern da und wir saßen bei mir im Garten und tranken Bier und wir mussten lachen. Current haben diesen Ruf düster und magisch zu sein, aber wenn die Leute backstage wären, würden sie nur eine Gruppe freundlicher Leute sehen, die viel Bier und Wein trinken, rauchen – ich selbst rauche nicht, aber viele aus der Gruppe tun es. Ich lasse die Gruppe nicht meditieren oder beten, bevor wir auf die Bühne gehen. Ich bin sehr glücklich, weil es eine großartige Gruppe von Menschen ist. Sie sind immer offen. Current 93 bin ich. Es ist meine Gruppe, aber ich höre mir immer die Vorschläge anderer an, selbst, wenn es nur ist, um „nein“ zu sagen. Ich glaube, es gibt keine andere Gruppe, die so ist. Egal, ob man die Musik mag oder nicht, es ist ein einzigartiges Experiment. Man weiß nie, wie das nächste Album sein wird.</p>
<p><strong><em>Du sagtest vorhin, dass du an zwei Alben arbeitest. Werden das beides Current-Alben werden? </em></strong></p>
<p>Ich bin mir darüber noch nicht ganz im Klaren. Wahrscheinlich werden es Current-Alben, aber ich entscheide das meistens, wenn die Sachen fast fertig sind. Ich hoffe, dass ich noch dieses Jahr ein Album veröffentlichen werde. Es wird wahrscheinlich ein zwanzigminütiges einseitiges Vinylalbum und eine zwanzigminütige CD werden und es wird meinem Freund Sebastian Horsley, der gerade gestorben ist, gewidmet sein. Das andere wird ein komplettes neues Album werden, wahrscheinlich Current, aber vielleicht mit einem leicht anderen Ansatz. Man muss abwarten.</p>
<p><strong><em>Ich habe auch gesehen, dass ein Buch mit den gesammelten Kurzgeschichten von Aleister Crowley herauskommen wird. </em></strong></p>
<p>Ja.</p>
<p><strong><em>Du hast das Vorwort geschrieben und William Breeze…</em></strong></p>
<p>Wo hast du darüber etwas gehört?</p>
<p><strong><em><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_melon_liles.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1298" title="interview_melon_liles" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/interview_melon_liles-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>Ich war auf lashtal.com und jemand hatte was gepostet und dann habe ich bei Amazon geschaut und da hieß es, es solle im September herauskommen. </em></strong></p>
<p>Das ist richtig. Ich bin nur neugierig, weil ich kürzlich mit Bill Breeze gesprochen habe, der die Einleitung geschrieben hat und ich fragte ihn, ob ich das schon mitteilen solle und er meinte, ich solle noch etwas warten, bis es ordentlich angekündigt sei. Jetzt kann ich es wohl erwähnen. Ich habe ein kurzes Vorwort geschrieben. Es wird bei Wordsworth veröffentlicht. Ich weiß nicht, ob du die kennst, aber sie veröffentlichen diese günstigen Paperbacks.</p>
<p><strong><em>Ja. Ich habe ein paar von ihren Ausgaben. </em></strong></p>
<p>Sie sind ziemlich günstig, aber gut. Als ich mit Bill darüber sprach…Übrigens, was stand da, wer die Einleitung geschrieben hat?</p>
<p><strong><em>Ich glaube, da steht: Einleitung: William Breeze. Vorwort: David Tibet. </em></strong></p>
<p>Ich wusste nur nicht, ob Bill seinen magischen Namen, den er im O.T.O. verwendet, benutzt hat. Ich sprach mit Bill darüber, wie man Crowleys Kurzprosa veröffentlichen könne. Man könnte ein teures, sehr limitiertes Hardcover machen bla bla bla, mit dem man mehr Geld verdienen könnte, aber das Wichtige ist, die Literatur zu veröffentlichen und es billig zu machen, da man so mehr Menschen erreicht. In dem Band ist ziemlich viel drin, aber es gibt noch Unveröffentlichtes, magische Detektivgeschichten, aber die werden im zweiten Band drin sein und es gibt Kurzgeschichten, die mehr eine Art von poetisch-magischen Texten sind, mystischer, das ist eher mystische poetische Prosa als dass es Kurzgeschichten wären.</p>
<p><strong><em>Wo wir gerade bei Büchern sind: Magst du etwas dazu sagen, warum Thomas Ligottis </em></strong><strong>The Conspiracy Against The Human Race<em> nicht wie ursprünglich geplant bei Durtro sondern bei Hippocampus Press veröffentlicht werden wird? </em></strong></p>
<p>Da gibt es keine finsteren Gründe für. Das Buch hat so viele Entwürfe durchlaufen; ich glaube, Tom fing an es zu schreiben, als ich noch in Glasgow lebte. Ich hatte dann einige Monate nichts von Tom gehört, weil ich auch mit anderen Sachen beschäftigt war und irgendwann meinte Tom, er wolle es Hippocampus überlassen und das war völlig in Ordnung. Ich würde gerne noch mehr mit Tom machen und ich habe mit Hippocampus darüber gesprochen, eine limitierte Spezialauflage des Buches zu machen – die ich vielleicht noch machen werde. Ich habe soviel Sachen zu machen und irgendwie ist das durchs Netz gefallen. Tom und ich sind aber immer noch Freunde.</p>
<p><strong><em>Gibt es andere Pläne bezüglich Buchveröffentlichungen? </em></strong></p>
<p>Da ist natürlich das „Collected Lyrics“-Buch (<em>lacht</em>). Es war blöd von mir, das so früh anzukündigen. Ich dachte, es würde schnell veröffentlicht werden. Die Leute haben schon dafür bezahlt und sind sehr geduldig gewesen. Andererseits bekommen sie jetzt ein viel besseres Buch. Es ist wesentlich umfangreicher, mit mehr Texten. Der Nachteil ist, dass viele so lang warten müssen. Es wird die lange Version von „Baalstorm“ enthalten und auch die kurze. Vielleicht auch die Sebastian Horsley-Sache. Es hängt davon ab, wann ich damit fertig werde. Es ist schwierig, weil es für mich ein Hauptwerk, ein Lebenswerk ist. Und ich will natürlich, dass es so gut wie nur eben <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/538e43b451559.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1299" title="538e43b451559" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/538e43b451559-214x300.jpg" alt="" width="214" height="300" /></a>möglich ist. Ich hatte keine Mails von Leuten, die wegen der langen Wartezeit angepisst waren. Innerhalb der sieben Jahre wollten etwa 15 Leute ihr Geld zurück, aber es waren alles sehr höfliche E-Mails nach dem Motto: „Ich bin gerade pleite, könnte ich mein Geld zurück haben? Vielleicht werde ich das Buch später kaufen.“ Ich habe gesagt, dass es Anfang August rauskommen soll, aber ich denke, es ist realistischer zu sagen, dass es Ende August wird, weil ich im Juli einen Auftritt in Padova habe und ich ein paar Tage in Rom sein werde und dann werde ich in Straßburg auf einer einwöchigen Konferenz zu koptischen Papyri sein. Ich habe aber die meisten Dateien fertig. Es werden nicht die kompletten Texte sein. Auf „Earth Covers Earth“ habe ich nicht viele der Texte selbst geschrieben. Es waren Gedichte von…</p>
<p><strong><em>Z.B. John Hall. </em></strong></p>
<p>Ja genau. Auf Alben wie „Imperium“ sind Texte aus der Bibel. In einigen der früheren Texte habe ich auch die Texte von anderen neben meinen verwendet. Im Rückblick wünschte ich, dass ich das nicht gemacht hätte, aber jetzt ist das eben so. Ich muss nur überlegen, wie ich das mache. Am Anfang von „Be“ auf „Imperium“ heißt es: „From swerve of shore to bend of bay“.</p>
<p><strong><em>Das ist aus Joyces </em></strong><strong>Finnegans<em> </em>Wake<em>. </em></strong></p>
<p>Ich habe nie gedacht, dass die Leute den Eindruck haben, ich wolle vorgeben, dass ich es geschrieben hätte. Ich lese viel und gehe davon aus, dass die Leute es als Anspielung sehen. Wie du zum Beispiel. Ich kann das also nicht veröffentlichen. Vielleicht setze ich „From swerve of shore to bend of bay“ in Anführungszeichen und mache eine Fußnote.</p>
<p><strong><em>Da wo ich wohne, gibt es jemanden, der Jahre damit zugebracht hat, </em></strong><strong>Finnegan’s<em> </em>Wake<em> ins Deutsche zu übersetzen. </em></strong></p>
<p>Was für eine Zeitverschwendung. Joyce hat seine Zeit beim Schreiben dieses Buch ebenfalls vergeudet. Ich denke, dass es unlesbar ist. Es ist auf wunderschöne Art und Weise unlesbar und ich schaue es mir auch gerne an, aber es hätte auch eine Kurzgeschichte sein können. Es ist wieder so, dass ich Joyce selbst mehr als das Werk schätze. Ich mag den Monolog am Ende von <em>Ullyses </em>wahnsinnig gerne. Hast du <em>Ullyses </em>je gelesen?</p>
<p><strong><em>Nur Teile. Natürlich den berühmten letzten Teil. </em></strong></p>
<p>Ja. Der masturbatorische Monolog am Ende. Er ist wunderschön, aber ich habe es nicht durch das ganze Buch geschafft. Das ist eines der Bücher, bei dem viele vorgeben, es gelesen zu haben, wie Prousts <em>A la recherche du temps perdu. </em>Da gibt es auch tolle Passagen, aber ich bin nicht ganz durchgekommen. So viele Bücher zu lesen, so wenig Zeit.</p>
<p>(M.G., U.S.)</p>
<p><a href="http://www.copticcat.com/">copticcat.com</a></p>
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