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	<title>African Paper &#187; Backworld</title>
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		<title>Penny: Filmsoundtrack von Maya Hardinge und David Zuckerman</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Feb 2024 05:10:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Komponisten-Duo Maya Hardinge und David Zuckerman &#8211; erstere unseren Lesern vielleicht am ehesten von ihrer Zusammenarbeit mit Backworld her bekannt &#8211; haben just ihren Soundtrack zu der Filmdoku Penny auf einer farblich üppig gestalteten LP herausgebracht. Penny, bei dem &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/02/12/penny-filmsoundtrack-von-maya-hardinge-und-david-zuckerman/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Komponisten-Duo Maya Hardinge und David Zuckerman &#8211; erstere unseren Lesern vielleicht am ehesten von ihrer <a title="BACKWORLD: For The Life Of The World" href="http://africanpaper.com/2023/12/02/backworld-for-the-life-of-the-world/">Zusammenarbeit mit Backworld</a> her bekannt &#8211; haben just ihren Soundtrack zu der Filmdoku Penny auf einer farblich üppig gestalteten LP herausgebracht. Penny, bei dem Hardinge selbst Regie geführt hat, erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die in den 70ern, ganz ähnlich der Band Embryo, aber weitgehend im Alleingang, per Truck durch Europa und den Nahen Osten bis Pakistan gereist ist. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/pennyostlp.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-39569" title="pennyostlp" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/pennyostlp.jpg" alt="" width="1197" height="1200" /></a><span id="more-39560"></span>Auch der Soundtrack, in dem bei aller Vielfalt der Klangquellen, Instrumente und Zitate unterschiedlicher Musik Traditionen doch die entrückten Töne den Ton angeben, ist wie eine Reise konzipiert durch Regionen, in denen regionale Musikarten und andere Sounds aus dem Film von unterschiedlicher narrativer Klarheit Bilder auch für geschlossene Augen zeichnen. Im Unterschied zu einer früheren Version des Soundtracks, die im Dezember als Tape bei Woodford Halse erschienen ist und bei der der Stimme der Protagonistin aus dem Off eine wesentliche Rolle zukam, sollen hier die Klänge für sich sprechen.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/pennyostmc.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-39568" title="pennyostmc" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/02/pennyostmc.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a></p>
<p>Im Begleittext heißt es dazu: &#8220;The album is orchestrated as a pastiche of short vignettes that shift effortlessly between whimsy and darkness, much in the spirit of the great new wave Czech Cinema soundtracks such as Valarie and her week of wonders, and Daisies. These compositions convey an emotional pallet that tells penny’s story in a manner that lies beyond words&#8221;. Die LP erscheint bei Kelippah Daksina Records, beide Versionen des Soundtracks sind zudem digital erhältlich.</p>
<p><a href="https://www.imdb.com/title/tt9741464/"><strong>@ IMDB</strong></a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=381918471/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=312861212/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>BACKWORLD: For The Life Of The World</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Dec 2023 07:11:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach dem nach einer längeren Pause 2011 erschienenen Album „Come The Bells“, das in seiner kammermusikalischen Ausrichtung vom Tod von Joe Budenholzers Vaters beeinflusst war, und seiner „paraliturgischen Oper“ „The Hound Of Heaven“ (2016) erschien Mitte 2020 mit „Sacred And &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/12/02/backworld-for-the-life-of-the-world/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/12/a3583067494_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-38692" title="a3583067494_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/12/a3583067494_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nach dem nach einer längeren Pause 2011 erschienenen Album <a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/backworld-%e2%80%93-come-the-bells/">„Come The Bells“</a>, das in seiner kammermusikalischen Ausrichtung vom Tod von Joe Budenholzers Vaters beeinflusst war, und seiner „paraliturgischen Oper“ <a href="http://africanpaper.com/2017/09/09/backworld-the-hound-of-heaven/">„The Hound Of Heaven“</a> (2016) erschien Mitte 2020 mit <a href="http://africanpaper.com/2020/07/25/backworld-sacred-and-profane-songs/">„Sacred And Profane Songs“</a> eine Zusammenstellung, auf der zwei neue Stücke enthalten waren, die darauf hindeuteten, dass es weiteres Material geben würde. <span id="more-38691"></span></p>
<p>Im <a href="http://africanpaper.com/2023/02/25/meine-interessen-und-obsessionen-haben-sich-nicht-wirklich-verandert-ein-interview-mit-backworld/">Interview</a>, das wir Anfang des Jahres mit Joe Budenholzer führten, sprach er davon, dass die Stücke des gerade erschienenen neuen, insgesamt achten, Albums „For The Life Of The World“ während des Lockdowns geschrieben worden seien.</p>
<p>Während sich im Laufe der Jahre Budenholzers ambivalente Haltung zum Christentum &#8211; das erste Stück des ersten Backworld-Albums „Holy Fire“ samplete David Koresh- hin zu einer affirmativen vereindeutigte, ging dies damals auch mit einer leichten musikalischen Änderung einher: „Als ich jedoch nach Großbritannien zog und von Briten umgeben war, begannen meine amerikanischen Wurzeln mehr zum Vorschein zu kommen, in Form eines leichten westlichen Flavours in einigen Songs“. Die auf dem fünften Album besungene „Good Infection“ des Christentums klang dann in ihrer musikalischen Umsetzung teilweise etwas sehr betulich. „For The Love Of The World“ klingt in seiner das gesamten Album durchziehenden Melancholie wieder stärker nach dem Frühwerk, knüpft an die ersten drei Alben an.</p>
<p>„The Former Things Have Passed Away“, mit dem das Album eröffnet wird, lässt sich fast schon programmatisch lesen: Laure Kyle zitiert &#8211; untermalt von Keyboard und choralartigen Stimmen im Hintergrund &#8211; die aus der Offenbarung des Johannes entnommene Beschreibung des neuen Himmels und der neuen Erde. „The Children Of Eden“ ist mit gezupfter Gitarre, getragenen Keyboardpassagen und zweistimmigem Gesang von Kyle und Budenholzer ein Song, der musikalisch sicher auf die frühen Backworldalben gepasst hätte. Ein erster von einer Reihe von Höhepunkten ist &#8220;Ashes To Diamonds&#8221; mit dem Motiv der Verwandlung, der Transformation. Ende der 00er Jahre hatte Budenholzer auf seinem kleinen Label Discalcula zwei EPs von Maya Hardinge veröffentlicht, die hier auf dem idyllischen &#8220;Spiraling&#8221; und dem melancholischen &#8220;Walk Through The Garden&#8221; den Gesang übernimmt. Mit „The Return Of The Burning Times“ folgt darauf das vielleicht stärkste Stück auf dem Album: „The feet are bare and the hair is grey/Looking out through the firelight/The years just melt away“, singt Budenholzer zu wuchtigen perkussiven Schlägen und dem Strumming der Gitarre. Auf dem von Flöte durchzogenen, mittelterlich klingenden „The Hidden Order Of Things&#8221;, auf dem das Keyboard an ein Hackbrett erinnert, zitiert Laure Kyle Hildegard von Bingen. Auf „Eternal Return“ kann man hören: „Around and around in circles we go/Hourglass turning releasing the flow/Powers above and powers below/The eternal returning, the eternal return.&#8221; Beendet wird das Album von „The Lamb And The Lion“ mit David Tibet an den Vocals &#8211; ursprünglich vor etlichen Jahren auf der „Seeds Of Love“-EP in anderer Version veröffentlicht. Mit den Worten „God is love and you sleep“ enden das Stück wie auch das Album und damit schließt sich der Zirkel. Dieses starke Album gibt es bisher als Download, gerade ist die CD erschienen. Eine Vinylversion soll folgen. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://backworldmusic.com/">Self-released</a><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=209008430/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Meine Interessen und Obsessionen haben sich nicht wirklich verändert: Ein Interview mit Backworld</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2023 06:23:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den frühen 90ern gründete der damals in New York lebende Joseph Budenholzer die von wechselnden Besetzungen geprägte Band Backworld, die in den folgenden Jahren eine Reihe an Alben zunächst über World Serpent in die Welt brachte und trotz mancher &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/02/25/meine-interessen-und-obsessionen-haben-sich-nicht-wirklich-verandert-ein-interview-mit-backworld/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB1-Stone-Ridge-NY.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-34067" title="JB1 Stone Ridge NY" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB1-Stone-Ridge-NY-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In den frühen 90ern gründete der damals in New York lebende Joseph Budenholzer die von wechselnden Besetzungen geprägte Band Backworld, die in den folgenden Jahren eine Reihe an Alben zunächst über World Serpent in die Welt brachte und trotz mancher etwas längerer Veröffentlichungspausen heute kaum mehr wegzudenken ist aus der Welt dunkler, mystischer Folkmusik. Budenholzer selbst sieht im Rückblick v.a. die Kontinuitäten, und in der <span id="more-33458"></span>Tat ist die Suche nach Transzendenz, die Auslotung damit verbundener Grenzerfahrungen und die Bandbreite zwischen lieblichem Akustikfolk, feierlich-düsteren Rezitationen und eingängigen Melodien immer auf eine gewisse Art bestehen geblieben, gleichwohl die Musik, für die er den Begriff &#8220;paraliturgical&#8221; gebraucht, über die Jahre immer mal andere Schlagseiten &#8211; britisch inspirierten Dark Folk, Americana-Einflüsse, Rituelles und sogar Oper &#8211; zuließ. Im folgenden interview geht es um all diese Seiten und die Klammern, die diese zusammenhalten. Und um das fürs Frühjahr geplante neue Album.</strong></p>
<p><strong><a title="My interests and obsessions have not really changed much: An interview with Backworld" href="http://africanpaper.com/2023/02/25/my-interests-and-obsessions-have-not-really-changed-much-an-interview-with-backworld/">English Version</a></strong></p>
<p><em><strong>Hörst du dir oft frühere Backworld-Songs an? Was würdest du sagen, ist die bemerkenswerteste Veränderung, die im Laufe der Jahre stattgefunden hat?</strong></em></p>
<p>Im Zuge der Zusammenstellung von &#8220;Sacred &amp; Profane Songs&#8221; habe ich mir die früheren Alben noch einmal angehört und war überrascht, wie viel Kontinuität sie insgesamt aufweisen. Die bemerkenswertesten Veränderungen haben weniger mit dem Inhalt als vielmehr mit der Technik zu tun, sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Aufführung. Alle Alben wurden in den frühen 1990er Jahren in meinem Heimstudio aufgenommen, sie folgen also wirklich dem Aufkommen der digitalen Aufnahmetechnik. Seitdem haben sich nicht nur die Technik, sondern auch meine Spiel- und Produktionsfähigkeiten im Laufe der Jahre immer weiter verbessert. Mein künstlerischer Prozess, meine Interessen und Obsessionen haben sich nicht wirklich verändert.</p>
<p><em><strong>Ein Klischee über Backworld lautet, dass deine Musik nach den ersten drei Alben &#8220;amerikanischer&#8221; wurde. Würdest du dem (teilweise) zustimmen, und wenn ja, gab es zu Beginn deiner Karriere einen größeren Einfluss britischer oder anderer europäischer Musik?</strong></em></p>
<p>Meine musikalischen Einflüsse waren bereits vorhanden, lange bevor ich Backworld gründete. Als Kind hatte britische Popmusik einen großen Einfluss auf mich, vor allem &#8220;Abbey Road&#8221; von den Beatles und &#8220;The White Album&#8221;. Andererseits hörte mein Vater, als ich noch sehr jung war, viel Westernmusik wie Gene Autry und The Sons of the Pioneers mit ihren eindringlichen Harmonien, und die &#8220;Grand Canyon Suite&#8221; von Ferde Grofé, die ebenfalls einen bleibenden Eindruck hinterließ. Später entdeckte ich Post-Punk und Industrial-Musik wie Throbbing Gristle, Lydia Lunch, Foetus und SPK, aber es waren eher die transgressiven Bilder und die klassischen Musikelemente, die mich anzogen, als die Beats. Als ich noch im Mittleren Westen lebte, entdeckte ich Psychic TVs &#8220;Dreams Less Sweet&#8221; in einem örtlichen Plattenladen. Der Song &#8220;The Orchids&#8221; war eine Offenbarung für mich. Später, als ich in New York City lebte und Songs für &#8220;Holy Fire&#8221; schrieb und mich mit der Dekonstruktion von Folk-Balladen beschäftigte, entdeckte ich &#8220;Crooked Crosses for the Nodding God&#8221; von Current 93, das englischen Folk auf eine Art und Weise verwendete, die ich noch nie gehört hatte. Das inspirierte mich dazu, &#8220;Holy Fire&#8221; an World Serpent Distribution zu schicken, und schließlich wurde ich mit David Tibet, Michael Cashmore und Tony Wakeford eng befreundet. Zu der Zeit, als ich an &#8220;Of Silver Sleep&#8221; arbeitete, verbrachte ich viel mehr Zeit in Großbritannien und tauchte in die apokalyptische Folkszene ein und zog schließlich nach Schottland. Es liegt in der Natur des Menschen, dass es interessanter schien, ein englischer Purist zu sein, als ich in Amerika lebte. Als ich jedoch nach Großbritannien zog und von Briten umgeben war, begannen meine amerikanischen Wurzeln mehr zum Vorschein zu kommen, in Form eines leichten westlichen Flavours in einigen Songs wie &#8220;Hands of Ash&#8221; und &#8220;Come The Bells&#8221;. Aber fairerweise muss man sagen, dass selbst die &#8220;amerikanischeren&#8221; Songs immer noch aus einer englischen/europäischen Tradition stammen, so wie Perry Leopold, der frühe Leonard Cohen und Buffy Saint-Marie europäischen Folk neu interpretieren. Die wirklich amerikanischen Formen wie Jazz, Blues und R&amp;B kommen in meiner Arbeit nicht vor, also glaube ich nicht, dass ich mich sehr weit von meinen Ursprüngen entfernt habe.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB-Europe.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34068" title="JB Europe" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB-Europe.jpg" alt="" width="2386" height="2183" /></a></p>
<p><em><strong>In den Liner Notes zu &#8220;Sacred and Profane Songs&#8221; schreibst du, dass &#8220;drei Alben in meinem Kopf bereit waren, fast vollständig geformt auszubrechen.&#8221; Würdest du deine ersten drei Alben als eine Art Einheit/Trilogie betrachten und waren sie in Bezug auf das Konzept, die Texte und die Musik vollständig ausgearbeitet?</strong></em></p>
<p>Ich habe sie immer als eine Trilogie von Hörtheaterstücken betrachtet, die man sich von Anfang bis Ende anhören sollte. Die Tracks wechseln zwischen Liedern und Texten ab, dazwischen gibt es instrumentale Musik und gesprochene Worte zum Meditieren. Im Nachhinein betrachtet, wenn man sie wie Träume betrachtet, ist das Motiv die Sehnsucht nach ekstatischen spirituellen Erfahrungen mit dem Wissen um ihre satanischen Gegenstücke, oder Schatten. Ich meine &#8220;satanisch&#8221; in der biblischen Tradition der Genesis, in Bulgakows &#8220;Der Meister und Margarita&#8221; oder in Mark Twains &#8220;Der geheimnisvolle Fremde&#8221;, wo Luzifer, der Lichtbringer, einem verblüffende Wahrheiten erzählt, die man nicht hören soll. So beginnt &#8220;Holy Fire&#8221; auf einer dunklen Note mit der Belagerung von Waco, Texas, einer modernen Hexenverbrennung, endet aber mit einer ekstatischen Hymne &#8220;The Wine That Flows&#8221;. &#8220;Isles of the Blest&#8221; dreht sich um den symbolistischen Dichter Rimbaud, christliche Mystikerinnen und die Sekte Heaven&#8217;s Gate, die zu dieser Zeit aktuell war und mich faszinierte. &#8220;Anthems from the Pleasure Park&#8221; ist eine Erkundung des gnostischen Christentums, die den Schatten berücksichtigt, wie in William Blakes &#8220;The Marriage of Heaven and Hell&#8221;.</p>
<p><strong><em>Spielen bewusste Stilentscheidungen eine Rolle in der Entwicklung deiner Musik?<br />
</em></strong></p>
<p>Die musikalische Bandbreite von Backworld reicht vom englischen Folk und seinen amerikanischen Ablegern über spirituellen Minimalismus wie John Taverner und Arvo Pärt bis hin zu alter Musik wie Hildegard von Bingen und psychedelischem Pop. Jeder dieser Stile hat je nach Album ein anderes Gewicht. Auf &#8220;Of Silver Sleep&#8221; und &#8220;Good Infection&#8221; bin ich bewusst aus den komplexen Mustern der ersten drei Alben herausgetreten und habe einfach eine Sammlung von Songs präsentiert. Diese Alben waren eine stilistische Abkehr in der Form, aber ich sehe sie nicht als sehr verschieden von den anderen in Bezug auf den Inhalt.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1175939675/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=3360965587/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Auf deiner Bandcamp-Seite wird die Compilation als &#8220;eine Auswahl der wichtigsten Backworld-Tracks aus den letzten 25 Jahren&#8221; beschrieben. Wie hast du entschieden, welche Songs von den jeweiligen Alben vertreten sein sollten?</strong></em></p>
<p>Ich habe wirklich nur meine persönlichen Favoriten ausgewählt. Aber ich habe auch Lieder ausgewählt, die meiner Meinung nach am besten zum Albumtitel &#8220;Sacred &amp; Profane Songs&#8221; passen. Außerdem wollte ich, dass es eine Art &#8220;Best-of&#8221;-Album wird. Ich habe bewusst Instrumentalstücke und Tracks von &#8220;The Hound of Heaven&#8221; weggelassen, weil ich sie nicht als für sich stehende Stücke betrachte.</p>
<p><em><strong>Viele Songs von Backworld befassen sich mit religiösen/spirituellen Aspekten, aber deine Herangehensweise an diese Dinge ist auf sehr unterschiedliche Weise entstanden. Beschäftigst du dich immer noch mit diesen Fragen, und wenn du ein Motto oder einen Oberbegriff für deine Suche finden müssten, was könnte das sein?</strong></em></p>
<p>Ich würde sagen, der Oberbegriff ist paraliturgisch. Diese Frage hat sich bei der Zusammenstellung von &#8220;Sacred &amp; Profane Songs&#8221; sehr deutlich gestellt. Ich hatte das seltsame Gefühl, der alten Seele meines jüngeren Ichs gegenüberzustehen. Jetzt, fast 30 Jahre später, kann ich den ununterbrochenen Faden zwischen dem, was mir damals wichtig war, und dem, was mir heute noch wichtig ist, erkennen. Nur mein Verständnis für die Bedeutung der Dinge hat sich Gott sei Dank vertieft, sonst würde ich mich ja nur wiederholen. Ich erforsche also immer noch dasselbe innere Terrain oder dieselbe Hinterwelt, die ich als junger Mann entdeckt habe, aber jetzt mit einem (hoffentlich) größeren Verständnis für das, was ich dort finde. Wenn ich jetzt an dem neuen Album arbeite, habe ich wirklich das Gefühl, dass sich der Kreis geschlossen hat.</p>
<p><em><strong>In einigen eurer Songs wird die Transzendenz in ihrer lebensverändernden Natur als fast brutal überwältigend dargestellt (ich denke da an Songs wie &#8220;Destroying Angel&#8221;, aber auch an &#8220;Consuming Fire&#8221; von einer neueren Platte). War es eine schwierige Aufgabe für dich, diese Sehnsüchte und Erfahrungen noch als etwas Positives zu sehen?</strong></em></p>
<p>Zum Glück hatte ich schon immer die Fähigkeit, überwältigende Erfahrungen in eine für mich positivere Bedeutung zu übersetzen. Ich sage &#8220;zum Glück&#8221;, weil ich bisher von nichts geprüft worden bin, was diese Fähigkeit, die Turbulenzen des Lebens zu überwinden, erschüttert hat. Ich bin sicher, dass es eine Grenze für diese Widerstandsfähigkeit gibt, aber ich bete dafür, dass mir das nach Möglichkeit erspart bleibt. Ein literarisches Mittel, das ich in meinen Texten häufig verwende und das meine Weltanschauung prägt, ist die &#8220;Engelsperspektive&#8221;. Das Theater des Todes des polnischen Künstlers Tadeusz Kantor ist ein wunderbares Beispiel dafür. Ein anderes, vertrauteres Beispiel ist der Film &#8220;American Beauty&#8221;, in dem die Hauptfigur auf ihr Leben zurückblickt, nachdem sie gestorben ist. Im Leben sieht er nur die Krise, die sich vor ihm entfaltet. Aus der Perspektive des Engels waren dies in Wirklichkeit Momente voller Freude.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB2-Stone-Ridge-NY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34069" title="JB2 Stone Ridge NY" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB2-Stone-Ridge-NY.jpg" alt="" width="1236" height="1170" /></a></p>
<p><em><strong>Andererseits hast du in Songs wie &#8220;Sunday Morn&#8221; auch eher unbekümmerte religiöse Gefühle dargestellt. Sind beide Arten von Erfahrungen für dich von gleicher Bedeutung?</strong></em></p>
<p>Für mich sind religiöse Gefühle manchmal sehr einfach und natürlich, und manchmal können sie sich gezwungen anfühlen. Natürlich bevorzuge ich die Einfachheit. In meiner Kindheit wurde mir eine strenge römisch-katholische Erziehung auferlegt, gegen die ich mich gewehrt habe. Aber sobald diese Schutzmauer errichtet war, trieben mich die dunklen Strömungen dahinter weiter an. Als Erwachsener stellte ich fest, dass vieles von dem, was mir als Kind beigebracht wurde, abzüglich des Autoritarismus, für mich wertvoll war. So lernte ich, meine Abwehrkräfte ein wenig fallen zu lassen, um Zugang zu den Teilen zu bekommen, die ich haben wollte, und den Rest zu vermeiden. Auf diese Weise konnte ich eine Fülle von Ressourcen finden, von denen ein Großteil in Backworld eingeflossen ist. Ich betrachte religiösen Fundamentalismus und Nationalismus mit demselben Entsetzen wie die meisten vernünftigen Menschen. Andererseits sehe ich in kontemplativen religiösen Praktiken und transzendentaler Magie die realistischsten Lösungen, um die Welt wieder zusammenzubringen, ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. In meinem Verständnis ist der Schatten des religiösen Extremismus unendliches Licht. In meinen Liedern kommen die Dunkelheit und die unbeschwerten religiösen Gefühle aus derselben Quelle, einer Verbindung zum kollektiven Unbewussten. Für mich ist es wichtig, mit beiden Elementen verbunden zu bleiben und das Dunkle nicht zu verleugnen und es hinter dem Vorhang die Fäden ziehen zu lassen.</p>
<p><em><strong>Würdest du in Anbetracht des Titels der Compilation sagen, dass es in deiner Karriere einen Übergang vom Profanen zum Sakralen gab oder dass sich diese Art von Songs auf deinen Alben überschneiden?</strong></em></p>
<p>Ich denke, es gibt Überschneidungen und es ist eher eine Frage der Balance und wie viel Schatten oder Licht auf einem bestimmten Album zu sehen ist. &#8220;Good Infection&#8221; zum Beispiel fühlt sich in seiner Schlichtheit eindeutig an, aber darauf folgt &#8220;Come the Bells&#8221;, das irgendwie in die andere Richtung schwingt. Das ist keine kalkulierte oder ästhetische Entscheidung, sondern spiegelt eher wider, wo ich mich in meinem Leben zu diesem Zeitpunkt befinde.</p>
<p><em><strong>Wie und wann bist du auf Francis Thompson gestoßen und was hat dich so sehr inspiriert, dass du die Idee hattest, ein Musiktheaterstück zu komponieren?</strong></em></p>
<p>Vor mehr als zwanzig Jahren schickte mir David Tibet eine alte Ausgabe des Gedichts und sagte, dass es ihn an mich erinnere. David trug sehr dazu bei, dass ich zu meinen katholischen Wurzeln zurückkehrte, aber dieses Mal war es eher anglo-katholisch als römisch-katholisch, was auch eine Parallele zu Francis Thompson ist. In David Keenans Buch &#8220;England&#8217;s Hidden Reverse&#8221; gehe ich näher darauf ein. Aber das Gedicht gefiel mir so gut, dass ich auch eine Biografie von Francis Thompson las und viele Ähnlichkeiten zwischen seiner Geschichte und meiner eigenen erkannte. Die offensichtlichste ist, dass Thompson in den 1890er Jahren in London opiumsüchtig war und ich in den 1980er Jahren in New York opioidabhängig war. Während ich die Oper schrieb, habe ich unsere Geschichten irgendwie miteinander vermischt. Einige Szenen stammen aus meinem Leben und einige aus dem von Thompson, und einige sind Erfahrungen, die wir beide in einem Abstand von hundert Jahren gemacht haben. Auf meine Weise kanalisiere ich also Thompson mit der Oper.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=152339646/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=280435667/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>Als Opernsoundtrack, an dem viele Gastmusiker beteiligt sind, ist es in deiner Diskografie ziemlich außergewöhnlich. Was waren für dich die größten Herausforderungen bei der Arbeit an diesem Album? Planst du für die Zukunft weitere Opern?</strong></em></p>
<p>Ich habe Backworld immer als Experimentiertheater verstanden, als liturgische Musik für einen magischen Orden, besonders die ersten drei Alben. Jedes von ihnen könnte als einaktige Oper inszeniert werden. Die ersten Backworld-Shows, bevor ich ein Album aufnahm, waren Performance-Stücke, die experimentelle Rituale beinhalteten. Ich habe eine lange Theatererfahrung, so dass es mir nicht fremd ist, eine große Gruppe zu leiten, aber ich liebe auch die Autonomie, allein zu arbeiten. Die größte Herausforderung war eigentlich die Erstellung der Noten für die Spieler. Ich bin sicher, dass es in der Zukunft von Backworld weitere paraliturgische Opern geben wird.</p>
<p><em><strong>Du hast dich entschieden, keines der Stücke von &#8220;The Hound of Heaven&#8221; auf die Compilation zu nehmen, und natürlich ist es eine ganz besondere Veröffentlichung und musikalisch ganz anders als deine anderen Platten. Denkst du, dass es vielleicht unter deinem eigenen Namen statt unter Backworld hätte veröffentlicht werden sollen?</strong></em></p>
<p>Mehr als jedes der anderen Alben steht &#8220;The Hound of Heaven&#8221; als Ganzes für sich und sollte nicht aufgesplittet werden. Auch als sehr limitierte handgefertigte Ausgabe betrachte ich es noch nicht als richtig veröffentlicht. Ich arbeite an einer überarbeiteten Version, die hoffentlich im Jahr 2023 auf Vinyl erscheinen wird. Ich habe keine Skrupel, &#8220;The Hound of Heaven&#8221; als Backworld-Album zu bezeichnen. Ich habe zwei weitere Opern in Zusammenarbeit mit dem Ridge Theater in NYC geschrieben. Die eine ist &#8220;The Women of Berlin&#8221;, eine Adaption der &#8220;Trojanischen Frauen&#8221; von Euripedes, die lose auf dem Buch &#8220;Eine Frau in Berlin&#8221; von Marta Hillers basiert. Das andere ist eine Adaption von Wedekinds &#8220;Lulu&#8221;. Auf beide bin ich sehr stolz, aber sie gehören nicht zu Backworld.</p>
<p><em><strong>Nach einer längeren Pause schien es, dass &#8220;Come The Bells&#8221; eine Rückkehr zu düsterer Musik war. Es hatte fast eine gewisse Qualität einer Art dunkler Kammermusik. Könntest du ein paar Worte darüber verlieren, wie dieses Album entstanden ist und was die zentralen Ideen sind?</strong></em></p>
<p>Es wurde in dem Jahr fertiggestellt, in dem mein Vater starb, und ist ihm gewidmet. Ich war an seinem Sterbebett anwesend und sehr angetan von der Friedlichkeit seines Ablebens und von der Schwelle, die er durchschritten hat &#8211; in der einen Minute war er noch da, in der nächsten war er weg. Das ist die zentrale Idee. Ich glaube, es waren auch mehr instrumentale Stücke, weil ich das Gefühl hatte, dass mir zu diesem Zeitpunkt die Worte fehlten.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB1-2016.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34070" title="Processed with VSCOcam with a9 preset" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB1-2016.jpg" alt="" width="2754" height="3125" /></a></p>
<p><em><strong>Auf deinen sozialen Medien hast du kürzlich einen Auszug aus einem neuen Song namens &#8220;Return of the Burning Times&#8221; geteilt, der von Truffauts Film &#8220;Fahrenheit 451&#8243; inspiriert zu sein scheint. Was war der Hauptimpuls für dich, dich mit diesem Thema zu beschäftigen?</strong></em></p>
<p>Ich habe es immer für wichtig gehalten, sich an die Lehren aus den Hexenprozessen zu erinnern. Backworld ist keineswegs politisch, aber ich bin immer auf der Hut vor außer Kontrolle geratenen Archetypen, die in der Massenkultur ausbrechen, und ich habe das Gefühl, dass derzeit ein riesiger historischer Umbruch stattfindet, der nicht ignoriert werden kann. Es ist kein Zufall, dass &#8220;The Handmaid&#8217;s Tale&#8221; und &#8220;The Man in the High Castle&#8221; in den letzten fünf Jahren beide sehr beliebte Fernsehserien waren.</p>
<p><em><strong>Ich habe Bradburys Roman vor kurzem wieder gelesen und fand es ziemlich auffällig, wie sehr er die aktuellen Debatten über empfindliche Leser, Buchverbote usw. vorwegnimmt. Wenn ich mich richtig erinnere, hast du (früher?) im Verlagswesen oder im Layoutbereich gearbeitet. Was hälst du von den aktuellen Angriffen auf Bücher, sowohl von links als auch von rechts (wenn man an DeSantis in Florida denkt, der versucht, jeden Text und jedes Buch zu verbieten, das auch nur die geringste Spur von LGBTQ+-Inhalten enthält oder irgendetwas, das nicht in seine engstirnige Auffassung davon passt, wie die USA sein sollten)? Würdest du angesichts der zunehmenden Polarisierung in den USA (wie auch in anderen Ländern) und der Heftigkeit, mit der das, was als &#8220;Kulturkrieg&#8221; bezeichnet wird, ausgetragen wird, sagen, dass das Land Gefahr läuft, in ein &#8220;neues dunkles Zeitalter&#8221; einzutreten oder bereits eingetreten ist, oder dass es am Rande eines neuen Bürgerkriegs steht?</strong></em></p>
<p>Ich stimme zu, dass Amerika durch das Wiederaufleben von puritanischem Eifer und radikalem Fundamentalismus auf beiden Seiten des Zauns außer Kontrolle geraten ist. Ich gehöre eigentlich keinem der beiden Lager des Kulturkampfes an. Für mich sind das nur zwei Seiten derselben Medaille. Deshalb bleibe ich in meiner eigenen Mitte und versuche, die Balance zu halten und zu beten.</p>
<p><em><strong>Wir sind natürlich neugierig auf das neue Backworld-Album. Würdest du sagen, dass die beiden Songs, die 2020 aufgenommen wurden, ein Hinweis darauf sind, was uns erwartet?</strong></em></p>
<p>Keiner der beiden Songs wird auf dem neuen Album sein, aber die anderen Songs wurden während des Lockdowns geschrieben, also werden sie thematisch ähnlich sein. Einige Demos von neuen Songs sind auf Instagram zu sehen: <a href="https://www.instagram.com/p/CVhVqhvDRek/?hl=de">&#8220;The Return of the Burning Time&#8221;</a> und <a href="https://www.instagram.com/p/CTJOhBJjhdO/?hl=de">&#8220;All Things&#8221; </a>sind Vorschauen auf das, was kommen wird.</p>
<p>Interview: M.G. &amp; U.S., Übersetzung: U.S.</p>
<p><strong>Backworld @ <a href="https://backworld1.bandcamp.com/music">Bandcamp</a> | <a href="https://www.instagram.com/_backworld_/">Instagram</a></strong></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/0U_3_qhFW-g" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>My interests and obsessions have not really changed much: An interview with Backworld</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2023 06:22:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Backworld]]></category>
		<category><![CDATA[Discalcula]]></category>
		<category><![CDATA[Harbinger House]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Budenholzer]]></category>
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		<category><![CDATA[World Serpent]]></category>

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		<description><![CDATA[In the early 90s, Joseph Budenholzer, who was living in New York at the time, founded the band Backworld, which was characterised by changing line-ups. In the years that followed, the band released a series of albums, initially via World &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/02/25/my-interests-and-obsessions-have-not-really-changed-much-an-interview-with-backworld/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/01/JB1-Stone-Ridge-NY.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-34073" title="JB1 Stone Ridge NY" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/01/JB1-Stone-Ridge-NY-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In the early 90s, Joseph Budenholzer, who was living in New York at the time, founded the band Backworld, which was characterised by changing line-ups. In the years that followed, the band released a series of albums, initially via World Serpent, and despite some somewhat lengthy breaks between releases, it is hard to imagine the world of dark, mystical folk music without them today. In retrospect, Budenholzer himself sees the continuities, which lasted over time, and indeed the <span id="more-33456"></span>search for transcendence, the exploration of the associated borderline experiences and the range between sweet acoustic folk, solemn and sombre recitations and catchy melodies has always remained in a certain way, even though the music, for which he uses the term &#8220;paraliturgical&#8221;, has over the years always allowed for other sides &#8211; British-inspired dark folk, Americana influences, ritual and even opera. The following interview is about all these sides and the brackets that hold them together, as well as about the new album planned for spring.</strong></p>
<p><strong><a title="Meine Interessen und Obsessionen haben sich nicht wirklich verändert: Ein Interview mit Backworld" href="http://africanpaper.com/2023/02/25/meine-interessen-und-obsessionen-haben-sich-nicht-wirklich-verandert-ein-interview-mit-backworld/">German Version</a></strong></p>
<p><em><strong>Do you often listen to earlier Backworld songs these days? What would you say is the most notable change that occurred over the years?</strong></em></p>
<p>In the process of compiling “Sacred &amp; Profane Songs” I re-listened to the earlier albums quite a lot and was surprised by the level of continuity overall. The most notable changes have less to do with content and more with technique both in recording and performance. All the albums were engineered in my home studio beginning in the early 1990s, so they really follow the advent of digital recording. Since then not only the technology, but also my playing and producing skills have gradually improved over the years. My artistic process, interests, and obsessions have not really changed much.</p>
<p><em><strong>One cliché about Backworld says that your music became more &#8220;American&#8221; after the first three albums. Would you (partly) agree with that, and if yes, was there a greater influence of British or other European music at the beginning of your career?</strong></em></p>
<p>My musical influences were in place long before I started Backworld. As a child British pop music made a huge impact on me, especially the Beatles’ Abbey Road, and The White Album. On the other hand, when I was very young my father listened a lot to Western music like Gene Autry and The Sons of the Pioneers with their haunting harmonies, and “The Grand Canyon Suite” by Ferde Grofé which also left a lasting impression. Later I found post-punk and industrial music like Throbbing Gristle, Lydia Lunch, Foetus and SPK but it was the transgressive imagery and classical music elements that attracted me rather than the beats. While still living in the Midwest I found Psychic TV “Dreams Less Sweet” in a local record shop. The song “The Orchids” was a revelation to me. Then later living in New York City while writing songs for &#8220;Holy Fire&#8221; and exploring deconstructing folk ballads, I discovered “Crooked Crosses for the Nodding God” by Current 93 that used English Folk in a way I had never heard before. That inspired me to send “Holy Fire” to World Serpent Distribution and eventually I became close friends with David Tibet, Michael Cashmore, and Tony Wakeford. By the time I was working on “Of Silver Sleep”, I was spending a lot more time in the UK immersed in the Apocalyptic Folk scene and ultimately moved to Scotland. Human nature being what it is, while living in America it seemed more interesting to be an English purist, however once I moved to the UK and was surrounded by Brits my American roots started showing more, as a slight Western flavor in some songs like “Hands of Ash” and “Come The Bells”. But to be fair, even the more “American” songs are still coming from an English/European tradition in the same way that Perry Leopold, early Leonard Cohen and Buffy Saint-Marie are just re-imagining European folk. The truly American forms like jazz, blues, and R&amp;B, are absent from my work so in that sense I don’t think I’ve strayed very far from my origins.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB-Europe1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34075" title="JB Europe" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB-Europe1.jpg" alt="" width="2386" height="2183" /></a></p>
<p><em><strong>In the liner notes to “Sacred and Profane Songs“ you write that “there were three albums in my head ready to burst forth almost fully formed.“ Would you consider your first three albums then to be some kind of unity/trilogy and were they fully formed with regard to the concept, the lyrics, the music?</strong></em></p>
<p>I’ve always thought of them as a trilogy of audio theater works, each meant to be listened to from start to finish. The tracks alternate between songs and lyrics with periods of instrumental music and spoken word to meditate on in between. With the benefit of hindsight, examining these like dreams, the motif is a longing for ecstatic spiritual experiences with acknowledgement of their satanic counterparts, or shadow. I mean “satanic” in the biblical tradition of Genesis, or Bulgakov’s ‘The Master and Margarita’ or Mark Twain’s ‘Mysterious Stranger’ where Lucifer, the light-bringer, tells you mind-bending truths that your not supposed to hear. In this way “Holy Fire” begins on a dark note with the Waco, Texas siege, a modern witch burning, but ends with an ecstatic hymn “The Wine That Flows”. “Isles of the Blest” revolves around the Symbolist poet Rimbaud, women Christian mystics, and Heaven’s Gate cult, which was current news at the time and a source of fascination for me. “Anthems from the Pleasure Park” is an exploration of Gnostic Christianity which takes into account the shadow, as in William Blake’s ‘The Marriage of Heaven and Hell.’</p>
<p><em><strong>Do conscious stylistic decisions play a role in the development of your music?</strong></em></p>
<p>Backworld’s musical range covers English folk and its American offshoots, spiritual minimalism like John Taverner and Arvo Paart, early music like Hildegard von Bingen, and psychedelic pop. Each of these styles carries different weight depending on the album. On “Of Silver Sleep” and “Good Infection” I intentionally stepped out of the complex patterns of the first three albums and simply presented a collection of songs. These albums were a stylistic departure in form but I don’t see them as very different from the others in content.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1175939675/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=3360965587/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>On your bandcamp site the compilation is described as “a selection of essential Backworld tracks from the last 25 years“. How did you decide which songs to choose from the respective albums?</strong></em></p>
<p>I really just chose my personal favorites. But I also picked songs that I felt most fit the album title “Sacred &amp; Profane Songs.” Also keeping in mind that I wanted it to be a sort of  “best of” album. I deliberately left out instrumentals and tracks from “The Hound of Heaven” because I don’t see them as stand-alone pieces.</p>
<p><em><strong>Many songs by Backworld deal with religious/spiritual aspects, but your approach to these things has come up in very different ways. Are you still occupied with these questions, and if you had to find a motto or an umbrella term for your quest, what could it be?</strong></em></p>
<p>I would say the umbrella term is paraliturgical. This question was very evident while compiling “Sacred &amp; Profane Songs.” I experienced the strange sensation of coming face to face with the old soul of my younger self. Now nearly 30 years later I can see the unbroken thread between what was important to me then to what is still important to me now. Only my understanding of the meaning of things has deepened, thank God, or I’d just be stuck repeating myself. So I’m still exploring the same internal terrain or Backworld I discovered as a young man but now with (hopefully) a greater understanding of what I find there. Working on the new album now it really feels like I’ve come full circle.</p>
<p><em><strong>In some of your songs, transcendence is depicted as almost violently overwhelming in its life-changing nature (I think of songs like &#8220;Destroying Angel&#8221;, but also of &#8220;Consuming Fire&#8221; from a newer record). Was it a difficult task for you to delineate these desires and experiences still as something positive?</strong></em></p>
<p>Luckily I have always had the ability to translate overwhelming experiences into a greater positive meaning for me. I say, “luckily” because thus far I have not been tested by anything that has shattered this ability to transcend life’s upheavals. I’m sure there is a limit to this resilience but I do pray to be spared that, if possible. A literary device that I use a lot in my writing and that informs my worldview is the “angelic perspective.” Polish artist, Tadeusz Kantor’s Theatre of Death is a wonderful example of this. Another more familiar one is the film “American Beauty” which is narrated by the main character looking back on his life from after death. In life he sees only the unfolding crisis before him. From the angelic perspective these were in fact moments full of joy.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB2-Stone-Ridge-NY1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34076" title="JB2 Stone Ridge NY" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB2-Stone-Ridge-NY1.jpg" alt="" width="1236" height="1170" /></a></p>
<p><em><strong>On the other hand, you also illustrated rather carefree religious feelings in songs like &#8220;Sunday Morn&#8221;. Are both sorts of experiences of the same importance for you?</strong></em></p>
<p>For me sometimes religious feelings are very simple and natural and other times they can feel forced. Of course I prefer simplicity. I had a strict Roman Catholic education imposed on my childhood that I built defenses against. But once that defensive wall was built the dark currents moving behind it were still driving me. As an adult I found that much of what I was taught as a child, minus the authoritarianism, was valuable to me. So I learned to drop my defenses a bit in order to access the parts I want and to avoid the rest. In this way I was able to find a wealth of resources, much of which was channeled into Backworld. I look at religious fundamentalism and nationalism with the same horror as most rational people. But on the other hand I see contemplative religious practices and transcendental magick as the most realistic solutions for pulling the world back together without repeating the mistakes of the past. In my understanding, the shadow of religious extremism is infinite light. In my songs the darkness and the carefree religious feelings come from the same source, a connection to the collective unconscious. It’s important for me to stay connected with both elements and not deny the dark stuff and allow it pull the strings from behind the curtain.</p>
<p><em><strong>Given the title of the compilation, would you say that in your career there was a move from the profane to the sacred or that such kind of songs overlap on your albums?</strong></em></p>
<p>I feel there is overlap and it’s more a matter of balance and how much shadow or light shows on a given album. For example “Good Infection” feels unambiguous in its simplicity but it is followed by “Come the Bells” which sort of swings the other way. It’s not a calculated or aesthetic choice but more of a reflection of where I am in my life at that particular juncture.</p>
<p><em><strong>How and when did you come across Francis Thompson and what was it that inspired you so much that you had the idea of composing a music theatre piece?</strong></em></p>
<p>More than twenty years ago David Tibet sent me an antique edition of the poem saying it reminded him of me. David was very instrumental in my return to my Catholic roots but this time it was Anglo-Catholic rather than Roman Catholic which also parallels Francis Thompson. I go into more detail about this in David Keenan’s book, ‘England’s Hidden Reverse.’ But I loved the poem so much that I also read a biography of Francis Thompson saw many similarities between his story and my own. The most obvious being Thompson was an opium addict on the street of London in the 1890s and I was an opioid addict on the streets of New York in the 1980s. While writing the opera I sort of mingled our stories together. Some of the scenes are from my life and some are from Thompson’s and some are experiences we both had a hundred years apart. So in my way I am channelling Thompson with the opera.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=152339646/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=280435667/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><em><strong>As an opera soundtrack with many guest musicians participating, it&#8217;s quite exceptional in your discography. What were the biggest challenges for you while working on this album? Do you plan more opera works in the future?</strong></em></p>
<p>I always conceived of Backworld as an experiment theater, like liturgical music for a magick religious order, especially the first three albums. Any one of them could be staged as a one act opera. The first Backworld shows before I did an album were performance pieces that involved experimental rituals. I have a long history in theater so directing a large group is not unfamiliar but I also love the autonomy of working alone. The biggest challenge actually was creating the sheet music for the players. I’m sure there are more paraliturical operas in Backworld’s future.</p>
<p><em><strong>You decided not to include any of the pieces from “The Hound of Heaven“ on the compilation and of course it&#8217;s a very special release and musically quite different from your other records. Do you feel that it maybe should have been released under your own name instead of Backworld?</strong></em></p>
<p>More than any of the other albums, “The Hound of Heaven” stands alone as a whole and shouldn’t be broken up. Also as a very limited handmade edition I don’t consider it properly released yet. I am working on a revised version that will hopefully come out on vinyl in 2023. I have no qualms about calling “The Hound of Heaven” a Backworld album. I’ve written two more operas in collaboration with Ridge Theater in NYC. One is “The Women of Berlin” an adaptation of “The Trojan Women” by Euripedes, loosely based on the “A Woman in Berlin” by Marta Hillers. The other is an adaptation of Wedekind’s “Lulu”. I’m very proud of both of these but they don’t belong with Backworld.</p>
<p><em><strong>After a longer pause it seemed that “Come The Bells“ was a return to more sombre music. It almost had a certain quality of a kind of dark chamber music. Could you say a few words of how that album came into being and about the central ideas?</strong></em></p>
<p>This was finished the year my father died and is dedicated to him. I was present by his death bed and very taken by the peacefulness of his passing and very conscious of the liminal door he stepped through — one minute he was there, the next he was gone. That is central idea. It was also heavier on instrumental pieces I think because it felt like words failed me at that time.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB1-20161.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-34077" title="Processed with VSCOcam with a9 preset" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/JB1-20161.jpg" alt="" width="2754" height="3125" /></a></p>
<p><em><strong>On your social media you recently shared an excerpt of a new song named &#8220;Return of the Burning Times&#8221;, which seems inspired by Truffaut&#8217;s &#8220;Fahrenheit 451&#8243; movie. Which was the main impulse for you to deal with this topic?</strong></em></p>
<p>I have always thought it important to remember the lessons of the Witch Trials. Backworld is not political by any means, but I’m always on the alert for out-of-control archetypes erupting in mass culture and it feels like a huge historical upheaval is currently happening that cannot be ignored. It’s no coincidence “The Handmaid’s Tale” and “The Man in the High Castle” were both very popular TV series in the past five years.</p>
<p><em><strong>I recently re-read Bradbury&#8217;s novel and I found it quite striking how much it anticipates current debates about sensitivity readers, banning books etc. If I remember correctly, you used to work in publishing or layouting (in the past?). How do you feel about the current attack on books from both left and right (if you think of DeSantis in Florida trying to ban every text and tek with some trace of LGBTQ+ content or anything that does not fit his narrow(minded) view of how the USA should be)? When having a look at the increasing polarization in the USA (as well as other countries) and the ferocity with which that which has been called “culture war“ is fought, would you say that the country is in danger of entering or has already entered a “New Dark Age“ or is on the verge of a new civil war?</strong></em></p>
<p>I agree America is out of control with a revival of puritanical fervor and radical fundamentalism from both sides of the fence. I don’t really belong to either camp of the culture war. To me they are just two sides of the same coin. So I stay close to my own center and try to keep balanced, and pray.</p>
<p><em><strong>We are of course curious about the new Backworld-album. Would you say that the two songs that were recorded in 2020 are an indication of what to expect?</strong></em></p>
<p>Neither of those songs will be on the new album but the other songs were written along side them during lockdown so thematically they will be similar. Some demos of new songs are up on instagram “The Return of the Burning Time” and “All Things” are previews of what is to come.</p>
<p>Interview: M.G. &amp; U.S.</p>
<p><strong>Backworld @ <a href="https://backworld1.bandcamp.com/music">Bandcamp</a> | <a href="https://www.instagram.com/_backworld_/">Instagram</a></strong></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/0U_3_qhFW-g" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>BACKWORLD: Sacred And Profane Songs</title>
		<link>https://africanpaper.com/2020/07/25/backworld-sacred-and-profane-songs/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jul 2020 05:52:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als das Debütalbum „Holy Fire“ auf Joe Budenholzers Minilabel Harbinger House 1996 über World Serpent veröffentlicht wurde, da passte es musikalisch-thematisch zum dort beheimateten Apocalyptic Folk. Der aus dem Umfeld des Cinema of Transgression stammende New Yorker orientierte sich mit &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/07/25/backworld-sacred-and-profane-songs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/Backworld.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-21879" title="Backworld" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/Backworld-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als das Debütalbum „Holy Fire“ auf Joe Budenholzers Minilabel Harbinger House 1996 über World Serpent veröffentlicht wurde, da passte es musikalisch-thematisch zum dort beheimateten Apocalyptic Folk. Der aus dem Umfeld des Cinema of Transgression stammende New Yorker orientierte sich mit seiner oft dunklen Musik am Folk der britischen Inseln und während Kollegen Jim Jones coverten, ließ er auf dem Debütalbum David Koresh, den Jesus von Waco, zu Wort kommen, über den er auch einmal ein Musical schreiben wollte. <span id="more-21878"></span>(Interesse an und Thematisierung von) Religion fand sich also von Anbeginn bei Backworld. Budenholzer vertonte Texte von christlichen Mystikerinnen wie Mechthild von Magdeburg oder des „Cockney Visionary“ William Blake, aber anfangs war sein Verhältnis zum Christentum noch durchaus ambivalent. Auf dem zweiten Alben „Isles Of The Blest“ stand „God against all“, war das Haus Gottes (noch) ein „house of slaughter“, wurde das das Cover zierende Bild Hildegard von Bingens so manipuliert, dass das Gesicht der abgebildeten Figur ein (Toten-)Schädel war. Auf dem dritten Album „Anthems From The Pleasure Park“ wurde ein „destroying angel“ besungen, der dem Mund der Ewigkeit die schreckliche Zunge der Endlichkeit entriss (der Wunsch nach Transzendenz wurde hier also wie so häufig mit Gewalt gekoppelt) und in einem anderen Stück hieß es: „Magick is love“. Der Nachfolger „Of Silver Sleep“ klang musikalisch und textlich weniger düster. Die Hinwendung zum Christentum wurde auf dem Nachfolger „Good Infection“ bildlich wie textlich vollends virulent (darauf zu finden waren Lieder „to the lamb who has died“ „bringing new light“ und „gentle rain“ fiel) und Budenhozer orientierte sich musikalisch etwas stärker am Folk seines Heimatlandes. Es gibt in „England&#8217;s Hidden Reverse“ eine Passage, in der er beschreibt, wie David Tibet ihn dazu brachte, sein Interesse an Häretischem und Transgressivem zu hinterfragen. Nach längerer Pause knüpfte<a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/backworld-%e2%80%93-come-the-bells/"> „Come The Bells“</a> 2011 von der dunklen Stimmung an das Frühwerk an, fügte aber noch kammermusikalische Elemente in das Klangbild ein. Seine auf einem Langgedicht Francis Thompsons basierende Oper <a href="http://africanpaper.com/2017/09/09/backworld-the-hound-of-heaven/">&#8220;The Hound of Heaven“</a>  setzte sich dann auf den ersten Blick doch etwas vom sonstigen Werk ab, bezeichnenderwerweise findet sich davon auch kein einziges Stück auf „Sacred And Profane Songs“, einer Zusammenstellung der ersten sechs Alben von Backworld, was letztlich aber schade ist, denn das Album wies bei allen Unterschieden durchaus eine gewisse Verwandtschaft zum Vorgänger auf und das darauf enthaltene „Consuming Fire“ ist ein fantatstisches Stück.</p>
<p>In einer A-Chronologie werden die Schwerpunkte bei „Sacred And Profane Songs“ eher bei den ersten drei Alben gesetzt. Es ist nicht ungeschickt, dass das Album von dem wunderschön melancholischen, von zweistimmigem Gesang durchzogene „The Devil&#8217;s Plaything“ eröffnet wird. Darauf folgt das dramatische Titelstück des Debüts „Holy Fire“, auf das der Name dieser Zusammenstellung anspielt. Es folgen zwei Tracks von „Isles Of The Blest“: Das Titestück und das düstere „Season Of Sacrifice“. Noch heute wird die eine oder andere Tanzfläche von dem treibenden „Destroying Angel“ von „Anthems From The Pleasure Park“ beschallt. Mit „Come With Joy“ folgt der vielleicht stärkste Song des Debüts. Das Titelstück des dritten Albums ist ein optimistischer Song in Erwartung des wiedergefundenen verloren Paradieses , das von Maya Hardinge gesungene „Between Two Worlds“ ist der einzige Song von „Good Infection“, es folgen die beiden stärksten Stücke von „Of Silver Sleep“,„Melody“ und das apokalyptische „The Tide“, das kontemplative „Language of Dreams“ stammt von „Come The Bells“.</p>
<p>Interessant sind die das Album abschließenden zwei neuen, 2019 aufgenommenen Stücke: „Love And Its Disintegration“ hätte mit seinem schönen Fingerpicking, Schlagzeug und flächigen Keyboards auch gut auf „Of Silver Sleep“ gepasst. „In This New Dark Age“ (das schon auf „Lies and Lullabies“ besungen wurde) mit dumpfer Perkussion, orientalischer Flöte, Mollgitarren und dezenten Keyboardtupfern und der Diagnose „Darkness grows gently around us/Now it has found us/In this isolation“ wäre vielleicht auch auf dem Debüt nicht fehl am Platz gewesen. Das hier beschworene neue dunkle Zeitalter ist textlich nur bedingt zu lokalisieren, schaut man sich Joe Budenholzers spärliche Facebookeinträge an, dann könnte man daraus schließen, dass er den gegenwärtigen Zuständen in God&#8217;s Own Country wenig Begeisterung entgegenbringt. Das sollte eigentlich Motivation genug für ein vollständig neues Album sein. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.darkvinyl-distribution.de/product_info.php/info/p8477_.html">Dark Vinyl</a></strong></p>
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		<title>BACKWORLD: The Hound Of Heaven</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Sep 2017 06:13:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unter den bisherigen Backworld-Veröffentlichungen nimmt „The Hound of Heaven“ eine Sonderstellung ein, und das in mehrfacher Hinsicht. Es ist das erste Konzeptalbum Backworlds und darüber hinaus am weitesten entfernt vom klassischen Stil der Band, die vor rund 20 Jahren im &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/09/09/backworld-the-hound-of-heaven/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/07/backworldhoundofheaven.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-14071" title="backworldhoundofheaven" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/07/backworldhoundofheaven.jpg" alt="" width="150" height="223" /></a>Unter den bisherigen Backworld-Veröffentlichungen nimmt „The Hound of Heaven“ eine Sonderstellung ein, und das in mehrfacher Hinsicht. Es ist das erste Konzeptalbum Backworlds und darüber hinaus am weitesten entfernt vom klassischen Stil der Band, die vor rund 20 Jahren im eher britischen World Serpent-Sound begann und irgendwann ihre eigene Nische innerhalb folkig-akustischer Musik fand. Auch gab es nie zuvor so viele Gastmusiker auf einem Release, und Joe Budenholtzers Gesang tritt merklich in den Hintergrund zugunsten mehrerer Tenöre. Vor allem aber ist „The Hound of Heaven“ mehr als<span id="more-14070"></span> ein Album, nämlich die Musik zu einer Oper, an der Budenholtzer wohl schon seit den 90ern schrieb. Das Musikdrama in einem Akt basiert hauptsächlich auf dem gleichnamigen Gedicht des englischen Fin de Siecle-Autors Francis Thompson, das Budenholtzer dramaturgisch aufbereitet und mit Zitaten anderer Autoren wie Hildegard von Bingen, Percy Bysshe Shelley und Thomas de Quincey ergänzt hat.</p>
<p>Thompson ist für den gesetzten Budenholtzer wohl so etwas wie Eric Count Stenbock für den exzentrischeren David Tibet &#8211; eine verwandte Seele aus einer anderen Zeit, deren Leiden und Schaffen eine Art Leitstern für das eigene Streben wurde. In seinem knapp zweihundert Zeilen langen Gedicht, von dem man im Netz Rezitationen u.a. von Richard Burton findet, erzählt der Dichter die Geschichte seiner von traumatischen Ängsten geprägten Jugend, seiner Versuche, Theologie und Medizin zu studieren, aber auch seines Scheiterns und des Trostes, den er zuerst im Opium, später immer mehr im Christentum fand. Was Bundenholtzer an dieser Lebensgeschichte wohl besonders gefiel, war der heute absonderlich anmutende Zug, all diese Ereignisse sakramental zu verstehen und auf psychopathologische Deutungen komplett zu verzichten. Gerade die barock anmutenden Gesangspassagen, die – gehüllt in dezente Bläser- und Streicher-Arrangements – einen deutlich liturgischen Einschlag haben, scheinen dem zu entsprechen.</p>
<p>Die besondere Tragik, die sich durch das Album zieht, scheint in einem gleichzeitigen Streben nach Erdung und Transzendenz zu liegen, und wenn schon zu Beginn der beschwörende Chorgesang und ein bedächtig auf- und abebbendes Harmoniumdrone von traumhaft empordrängenden Violinen durcheinandergebracht werden, dann offenbart sich hier genau das Gefühlsgemisch, das das ganze Album prägen wird. Die exaltierten Streicher und ein Hildegard von Bingen-Zitat transzendieren schnell alles Profane, das selbst aus Budenholtzers recht ungekünsteltem Stimmbeitrag verschwunden scheint. Dass er in seinen wenigen Momenten wie bei dem tief melancholischen „Down the Nights“ die Zeilen Thompsons nicht anders singt als einstmals „I&#8217;m just an ordinary man“ lässt den künstlerischen Ausdruckswillen noch stärker durchscheinen.</p>
<p>Brücken zu früheren Backworld-Alben offenbaren sich mit der Zeit einige. Schon „Come the Bells“ war weit mehr als ein eingängiges Songalbum, sondern in weiten Teilen kammermusikalisch ausgerichtet, und v.a. in den teilweise geflüsterten Spoken Words-Stücken wie „Dawn be Sudden“ und „Opium Dream“ gibt es Parallelen zu allen Phasen der Bandgeschichte. „The True Church“ mit seinem rituellen Klingeln und Rasseln hätte mit etwas Fantasie auch auf „Isles of the Blest“ gepasst. Die von Brüchen und Wendungen gezeichnete Dramaturgie, bei der infernalische Bläser, erdige Cellosoli und Augenblicke der Stille vorübergehend alles absorbieren, machen das Stück aber auch passend für ein expressives Bühnengeschehen, und mit De Quinceys Text über die wahre Kirche des Opiums, die statt Gebet und Meditation die Lust und den Schmerz propagiert, ist schnell die Brücke zu Thompson geschlagen. Wegmarken des Albums sind Stücke wie „Sad Angel“ und „Consuming Fire“, bei denen elisabethanisch anmutende Countertenöre das Zentrum einnehmen und für einige der besten Momente Backworlds überhaupt sorgen.</p>
<p>„The Hound of Heaven“ ist als Album fast ein wenig untergegangen, vielleicht weil es ohne Label herausgebracht und somit kaum promotet wurde. Dies mag daran liegen, dass es eben primär die Vorlage für Aufführungen ist. In seiner musikalischen Opulenz funktioniert die knappe Stunde intensiver Kammermusik aber auch ohne den theatralischen Kontext, und an Opulenz steht die Gestaltung des informativen Booklets der Musik auch in nichts nach. (U.S.)</p>
<p><strong><a href="https://backworld1.bandcamp.com/album/the-hound-of-heaven-a-paraliturgical-opera-in-one-act">Bandcamp</a></strong></p>
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		<title>Delphic Oracle: Soundscapes von Christiana Key (Cult of Youth)</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Oct 2012 11:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Name Christiana Key tauchte in den letzten Jahren öfter in den Medien auf, meist im Zusammenhang mit angesagten Bands wie Zola Jesus oder Cult of Youth, an deren Aufnahmen die New Yorker Geigerin beteiligt war. Weniger bekannt sind ihre &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/10/03/delphic-sibyl-soundscapes-von-christiana-key-cult-of-youth/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/delphicsybil.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-5413" title="delphicsybil" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/delphicsybil-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Name Christiana Key tauchte in den letzten Jahren öfter in den Medien auf, meist im Zusammenhang mit angesagten Bands wie Zola Jesus oder Cult of Youth, an deren Aufnahmen die New Yorker Geigerin beteiligt war. Weniger bekannt sind ihre Beiträge zu bereits renommierteren Bands wie Backworld und Mercury Rev, erst recht allerdings, dass sie auch ein eigenes Projekt betreibt. Unter dem Namen Delphic Oracle spielt sie hintergründige, organische Soundscapes, die meist in Multimedia-Kontexten ihren Einsatz finden und darüber hinaus auf CD veröffentlicht wurden. Gerade ist sie <a href="http://thedelphicsibyl.wordpress.com/2012/09/27/calling-promising-dancers-and-a-choreographer/">auf der Suche nach</a> einer Besetzung für eine Tanzperformance in Brooklyn. Warum ihre aktuelle EP kürzlich in einer Limitierung auf achtzehn Exeplare erschien, und keine On Demand-Aktion daraus wurde &#8211; man müsste das Orakel von Delphi fragen&#8230; Hier die Songs im Stream:</p>
<p><iframe style="position: relative; display: block; width: 400px; height: 100px;" src="http://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/v=2/album=1828354185/size=venti/bgcol=FFFFFF/linkcol=4285BB/" frameborder="0" width="400" height="100"></iframe></p>
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		<title>BACKWORLD: Come the Bells</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:54:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Backworld]]></category>
		<category><![CDATA[Discalcula]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Budenholzer]]></category>
		<category><![CDATA[Small Creatures]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Amerikaner Joe Budenholzer veröffentlichte ab Mitte der 90er Jahre über World Serpent eine Reihe von Alben, die stark vom Folk der britischen Inseln beeinflusst waren, bevor er sich mit „Of Silver Sleep“ – das mit „Melody“ und “The Tide“ &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/backworld-%e2%80%93-come-the-bells/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/backworldcomethebells.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-421" title="backworldcomethebells" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/backworldcomethebells.jpg" alt="" width="162" height="150" /></a>Der Amerikaner Joe Budenholzer veröffentlichte ab Mitte der 90er Jahre über World Serpent eine Reihe von Alben, die stark vom Folk der britischen Inseln beeinflusst waren, bevor er sich mit „Of Silver Sleep“ – das mit „Melody“ und “The Tide“ zwei der vielleicht stärksten BACKWORLD-Stücke enthielt -, aber insbesondere dem fünften Album „Good Infection“ stärker an der akustischen Musik seines Heimatlandes orientierte. <span id="more-420"></span>Damit einher ging auch ein gewisses Maß an weltanschaulicher Umorientierung: Zeigte sich Budenholzers Interesse an Spiritualität schon auf dem ersten Track des ersten BACKWORLD-Albums, so richtete der vom <em>cinema of transgression </em>kommende Budenholzer seinen Blick auf Abseitiges, den <em>lunatic fringe</em>(David Koresh sollte sogar einmal Gegenstand eines nie fertiggestellten Musicals werden) oder aber auf christliche Mystikerinnen (Mechthild von Magdeburg) und Außenseiter (William Blake). Die Destruierung einer Zeichnung Hildegard von Bingens, die das Cover von „Isles of the Blest“ schmückte, illustrierte, dass der Sänger das Haus Gottes als „Schlachthaus“ wahrnahm, dass er nur allzu gerne verließ. Schließlich wandelte sich die Mischung aus Faszination und Aversion (wie nicht selten) in eine Bejahung des Glaubens, wurde das Christentum zu einer „guten Infektion“ und Budenholzer vom Saulus zum Paulus, was allerdings zum Teil zu Texten führte, die einen in Verbindung mit der wesentlich stärker konventionell ausgerichteten Musik auf unangenehme Weise an Kirchentagsbeschallung denken ließen. Das mochte auch sicher damit zusammen hängen, dass Budenholzer nie ein wirklich charismatischer Sänger war und insofern klang die fast schon fanatische Vehemenz, mit der David Tibet auf der „Seeds of Love“-EP „God is love“ intonierte, wesentlich beeindruckender (und letztlich weniger bieder) als wenn Budenholzer textlich arg gequält sang: „Sunday morn, Sunday morn/That’s the day when love is born“.</p>
<p>Nach seiner Rückkehr aus dem schottischen Exil (und dem Ende seiner kurzzeitigen Exkursion in Rockgefilde mit den SMALL CREATURES) erscheint nun nach längerer Pause das zwischen 2008 und 2011 aufgenommene sechste Album „Come the Bells“. Der Opener „Eveningward“ gibt mit seiner melancholischen Mischung aus Klavier und Streichern und der getragenen Rezitation die auch den Rest des Albums dominierende Stimmung wieder: Zeilen wie „In the halflight in the evening/in the time between light and darkness the day becomes a crawling shadow“ sind sicher programmatisch für das nun Folgende. Auf dem Titelstück vernimmt man die für BACKWORLD typischen Gitarren, auf „Night of the senses“ ist der Gesang zurückhaltender, weniger expressiv als auf den letzten Alben und man wird auch durch den leicht orientalischen Synthesizer fast an die frühen Aufnahmen erinnert. Auch „That I had Wings“ oder auch „One Returns to One“ hätten sich vielleicht auch auf „Isles of the Blest“ oder „Holy Fire“ finden können. Die Instrumentalstücke „Everything that Wishes for Eternal Light“ und „The River Runs North as We Sleep“ sind durch den Einsatz von Geige und Cello Trauermärsche, die vielleicht gar nicht so weit von der Filmmusik Hilmar Örn Hilmarssons entfernt sind. „Come the Bells“ ist ein Album, das vielleicht das musikalisch kohärenteste der Bandgeschichte ist, ein Album, das von einer Aura der Melancholie umgeben und von einem Bewusstsein der Vergänglichkeit durchzogen ist. Das Wissen um die „divine symetry“ [sic] führt nicht zu einer unreflektierten Unbeschwertheit. Vielleicht mag der eine oder andere das Album als gewisse Art von Rückschritt sehen, aber die Ergänzung der ursprünglichen musikalischen Ausrichtung durch kammermusikalische Elemente lässt „Come the Bells“ zu einem, vielleicht sogar <em>dem</em> besten Album der Bandgeschichte werden.</p>
<p>(M.G.)</p>
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