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	<title>African Paper &#187; Cannibal Movie</title>
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		<title>BOGONG IN ACTION: Mahalo</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Mar 2015 07:17:17 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/02/bogonginactionmahalo.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9873" title="bogonginactionmahalo" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/02/bogonginactionmahalo-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wenn ich meinen Recherchekünsten trauen soll, dann gibt es bislang keine deutschsprachige Netzquelle, die tiefergehendes Wissen über Bogong in Action verbreitet. Dabei ist das räudige Lärmtrio in ihrer Heimatstadt, dem süditalienischen Taranto, das ohnehin eine kleine Musikhochburg ist, längst berühmt-berüchtigt. Zudem jemand mit von der Partie ist, der auch hierzulande seine Fans hat, nämlich der Drummer Gaspare Sammartano, der zusammen mit Donato Epiro das psychedelische Schweineorgelduo Cannibal Movie betreibt, wobei es dann endgültig geklingelt haben sollte. Nun sind die Kannibalen auf ihre Art durchaus schöngeistig unterwegs, und<span id="more-9872"></span> Kollege Epiro entpuppte sich auf seinem Solodebüt letztes Jahr als einer der vortuosesten neuen Ritualmusiker. Ich erwähne das deshalb, weil die Bogongs &#8211; übrigens eine Mottenart &#8211; von all dieser vergleichsweise hehren Kunst nicht weiter entfernt sein könnten, und auch gar nichts anderes wollen.</p>
<p>Noise Punk, Garage Trash, Speed Math und weiß der Geier was für Genremonster man sich noch ausdenken und am besten mit dem Suffix -core versehen könnte &#8211; man kann sie auch gleich wieder vergessen, denn die drei unverquasten Apulier hauen schlichtweg auf die Kacke, dass es kracht und rauscht. Das macht ungemein Spaß, auch wenn der Sänger einem mit seinem hohen, hysterichen Gekeife immer mal wieder eine Ladung Angst durch die Glieder jagt. Zwei Gitarristen und ein Drummer produzieren stakkatohafte Bretter von ein bis zwei Minuten Spieldauer, die mal repetitiv nach vorn preschen, mal chaotisch und unaufgeräumt auf der Stelle herumstampfen, alle Nase lang fliegen einem orgiasitische Hihats um die Ohren, wenn sich nicht alles in einem lauten Tusch erledigt. Fiese Soli und funky Breaks sorgen dafür, dass keine Gleichförmigkeit aufkommt und belegen an einigen Stellen, dass hier nicht einfach Stressmacher am Werk sind, sondern talentierte Stressmacher, was kein kleiner Unterschied ist.</p>
<p>Der Vokalist stößt verzweifelte Schreie aus, deren Enrsthaftigkeit man schon deshalb nur schwer ermessen kann, weil man die Lyrics kaum versteht, das einzige Wort, an das ich mich noch erinnere, lautet &#8220;revolution&#8221;. Aber er bewegt sich stimmlich auch immer nahe an der Grenze zur Selbstauflösung und sorgt für genau das Pensum Ambiguität, das der Platte ihr Gepräge verleiht. Das ist dann auch das einzig Kopflastige, dass mir erwähnenswet erscheint. &#8220;Mahalo&#8221; erschien erstmals vor zweieinhalb Jahren auf CD und wurde jüngst auf 300 Vinylplatten wiederveröffentlicht.</p>
<p><strong>Label: Metzger Therapie</strong></p>
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		<title>DREAM WEAPON RITUAL: Ebb and Flow</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Dec 2014 06:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/front850.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9639" title="front850" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/11/front850-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Simon Balestrazzi mag seinen verschiedenen Projekten nach T.A.C. in etwa den gleichen Status beimessen und sie alle als gleichwertige Stationen seiner musikalischen Suche verstehen – letztlich ist Dream Weapon Ritual jedoch die Band, die am ehesten das Erbe der legendären „Tomografia“ angetreten hat. Zum einen ist Monica Serra wieder mit von der Partie, die während ihrer Zeit bei T.A.C. eine zweite Karriere als Schauspielerin begonnen hatte. An Mikro und Kaoss Pad ergänzt sie Simons düstere Soundscapes in einer<span id="more-9638"></span> Art, die alte Symbiosen aufleben lässt. Zum anderen ähnelt der Ritualismus der neuen Aufnahmen den frühen Arbeiten, lässt Archaisches in künstlich arrangierten Kompositionen zum Leben erwachen, auch wenn die Musik heute spontaner und fließender anmutet.</p>
<p>Auf den ersten Eindruck könnte man „Ebb &amp; Flow“, das in Zusammenarbeit mit einer Handvoll Gäste vom Schlage eines <a title="DONATO EPIRO: Fiume Nero" href="http://africanpaper.com/2014/04/26/donato-epiro-fiume-nero/">Donato Epiro</a> entstanden ist, als reines Dronewerk missverstehen, und es wäre dann nicht einmal ein schlechtes, würde sich der zu Beginn ausgebreitete Sound in seiner gleitenden und zugleich kratzigen Art durch das ganze Album ziehen. Allein die subtile Rhythmik, die sakral wirkenden Stimmsimulationen und die ansteigende Fülle des Materials lassen bereits in wenigen Minuten eine spannungsgeladene, „Okkultes“ erahnende Stimmung aufleben. Monicas echte Stimme jedoch, die zunächst im Flüsterton beginnt und in geheimnisvolles Murmeln übergeht, nimmt bald einen derart großen Raum ein, dass man sich eher in einem avantgardistischen Hörspiel wähnt. Die intime Note, die sie dem ganzen verleiht, dankt sich vor allem dem Eindruck, die Stimme direkt am Ohr zu vernehmen, wodurch man noch die kleinsten Regungen von Lippen und Zunge zu hören scheint.</p>
<p>In manchen Stücken tritt der Hörspielcharakter noch deutlicher zutage. Beim zweiten der lediglich numerierten Tracks lassen bedrohlich näherkommende Schritte, gehauchtes Flüstern und ein ultrasmoothes Blasinstrument ein zerfleddertes filmisches Setpiece entstehen, im folgenden Abschnitt steigern (simulierte?) Tiergeräusche und allerlei Stampfen und Rattern das Chaos, das nur durch den fließenden Charakter des musikalischen Rahmens eingehegt wird. Rau, filigran und zugleich von organischer Qualität ist „Ebb &amp; Flow“ ein gehaltvolles Album, das Gegenläufiges wie selbstverständlich miteinander harmonieren lässt. So ausbalanciert wie Ebbe und Flut.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.boringmachines.com">Boring Machines</a></strong></p>
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		<title>MAI MAI MAI: Δέλτα (Delta)</title>
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		<pubDate>Sat, 24 May 2014 05:43:32 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/mmmdelta.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10310" title="mmmdelta" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/mmmdelta-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mai Mai Mai ist eine moderne Abenteuergeschichte, eine Art Odyssee durch eine analoge mediterrane Welt, in der der mythische Held, sein Name ist Toni, allerhand Dinge zu meistern hat, die für den Rezipienten vage und abstrakt bleiben müssen. Dies ist v.a. dem Medium der Geschichte geschuldet, denn Mai Mai Mai ist weder Epos, noch Film, noch Balladensammlung, sondern ein weitgehend instrumental gehaltenes, elektronisches Musikprojekt – diesmal unterstützt durch eine handvoll Gäste, die das Album “Delta” ein gutes Stück vom Vorgänger “Theta” abheben.<span id="more-8757"></span></p>
<p>Die Homer-Assoziationen sollen hier keinen Bildungsbombast einbringen, der dem an Witch House erinnernden, im Ganzen aber durchaus facettenreichen Stil inadäquat wäre. Sie drängen sich aber dennoch anhand von Titeln, Samples und Soundzitaten auf, die nach dem Debüt nun auch den Nachfolger in ein mediterranes Setting zwischen Rom, Athen und Byzanz versetzen. Die Route dieses zweiten Reiseabschnittes ist nur vage bekannt, da einer der vier Songs den Titel “Βυζάντιον (Byzàntion)” trägt. Sie beginnt im Trubel einer gewittrigen Nacht, während Eispickelhandclaps versuchen, so etwas wie Struktur einzubringen. Ob die akuraten Rhythmen dem Unwetter und v.a. dem nur noch latent anthropomorphen Grummeln im Hintergrund Einhalt gebieten können? Eher nicht, denn Donato Epiros Kannibalenorgel verleiht der Szene schnell eine derart schicksalsschwere Färbung, das jeder Kontrollversuch illusorisch bleiben muss.</p>
<p>In jedem der rund zehnminütigen Stücke bilden die nichtelektronischen Beigaben ein strukturelles oder atmosphärisches Gegengewicht zum technoiden Rahmen. Mal vermittelt (orthodoxer?) Chorgesang ein Gefühl von Spiritualität und bildet zugleich einen roten (Ariadne-)Faden durch eine ansonsten noisig zerfetzte Klanggestalt. Ethnolastige Handdrums und die Klarinette Gianni Giublena Rosacroces (La Piramide di Sangue) dringen durch den Reibeisenambient von “τετρακτύς (tetraktys)” und sorgen für fast schon folkige Entspannung. Im letzten, subtilsten Stück mischen Computerkitschfragmente das Düstere, aber auch jeden Eindruck von Ursprünglichkeit auf.</p>
<p>Am Ende der knappen Dreiviertelstunde ist man um einige Erlebnisse reicher und doch so klug als wie zuvor, auch was den Veröffentlichungstermin angeht. In den Liner notes wird betont, dass die LP am 24. Mai, dem Tag des griechischen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Thargelia">Thargelia-Festes</a>, erscheint. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://yerevantapes.blogspot.de/">Yerevan Tapes</a></strong></p>
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		<title>DONATO EPIRO: Fiume Nero</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Apr 2014 04:55:05 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/donatoepirofiumenera.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8404" title="donatoepirofiumenera" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/03/donatoepirofiumenera-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ein Debüt ist „Fiume Nero“ nur im allerformalsten Sinne, denn Donato Epiro ist im italienischen Underground kein Unbekannter und auch Leser unserer Seiten sollten den Namen kennen. Er ist Teil des Duos Cannibal Movie, das mit Orgel und Schlagwerk die Geister alter Exploitation-Filme beschwört und zugleich auf die Frage, was ein etwas abgegriffener Begriff wie Psychedelic heute noch bedeuten kann, ein paar interessante, düstere Antworten zur Hand hat. Solo ist Epiro weitaus elektronischer unterwegs und offenbart ein Interesse an harten, entgrenzten Ritualklängen. Einiges davon erscheint seit<span id="more-8403"></span> Jahren im Eigenvertrieb auf diversen Tapes und digitalen Medien, sowie auf der Musikbeilage des letzten Occulto-Heftes. Eine Auswahl dessen erscheint hier nun erstmals auf Vinyl.</p>
<p>„Fiume Nero“, der schwarze Fluss, beginnt mit einem Donner, wie ein Film ohne Vorspann oder ein Drama ohne Exposition, und doch liegen die wichtigsten Bestandteile gleich offen auf dem Tisch. Beschwörende Rhythmen, Hypnotisches, das sich ebenso sehr den geheimnisvollen, asiatischen Flötenklängen schuldet und nicht zuletzt raue, noisige Verzerrtheiten. Dieses an keiner Stelle zusammengeklatscht wirkende Grundmuster lässt eine immer wache, ekstatische und streckenweise fast reißerische Ritualstimmung entstehen, die von vielfarbigen Klängen zehrt. Ihr Ursprung liegt in der Vielzahl der bearbeiteten Objekte, die sich in Größe, Material und Beschaffenheit unterscheiden. Holz und Metall, Rasseln und Pochen bilden zusammen immer neue Muster. An Crash Worship mag man in den derberen Passagen denken, an Muslimgauze, sobald es etwas entspannter zugeht, und insgesamt sind dies Strukturen, die auch hinter den süßlicheren Rauchschwaden der Cannibal Movie-Stücke erkennbar sind. Von diesem Ausgangspunkt aus entstehen Variationen aller Art, doch die teils afrikanisch, teils asiatisch anmutende Perkussion bleibt beinahe allgegenwärtig, auch dann, wenn sich ihre Struktur zeitweise fragmentiert und eher tastenden Bewegungen nachgeht. Das gilt für die orchestralen Momente – wo man die Welt und das hintergründige Pochen dem Titel „La vita aquatica“ entsprechend wie unter Wassen wahrnimmt – ebenso wie für die rauen Harshdrones („Alocasia“, „Estuario“), die dem oberflächlichen Herumzapper wie heilloses Durcheinander erscheinen müssen, in Wirklichkeit jedoch ein Händchen für feinsinnige Kompositionen offenbaren.</p>
<p>Epiro <a href="http://africanpaper.com/2013/06/01/our-nostalgic-feelings-are-projected-towards-the-future-interview-mit-cannibal-movie/">sprach in unserem Interview </a>von zahlreichen Inspirationsquellen v.a. aus der italienischen Musikgeschichte, und auch das Label nennt Namen, die meist ein paar Jahrzehnte alt sind, und natürlich fallen einem weitere Bezüge ein, Begriffe wie Psychedelic, Drone, Ritual, Industrial. Nichts davon würde sich als Schablone für seine Musik eignen, schon weil der ritualistische Aspekt hier in äußerst sanguinischer Form auftritt und Meilen entfernt ist von der immergleichen bräsigen Saturiertheit, mit der in den 90ern steckengebliebene Schwarzkittel solche Klänge heute konnotieren. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://blackmosslabel.tumblr.com/">Black Moss</a></strong></p>
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		<title>V.A.: Occulto Issue E (Magazin &amp; Compilation)</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jan 2014 07:14:15 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/occ2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-8096" title="occ2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/occ2.jpg" alt="" width="150" height="217" /></a>Occulto ist ein englischsprachiges Magazin, dass sich einer sehr fundamentalen Definition des Okkulten verschrieben hat – okkult versteht sich hier im Sinne des Verborgenen, Geheimen, nicht ohne Anstrengung Sichtbaren. Das Magische, womit man das Okkulte landläufig gleichsetzt, ist allenfalls Teil dessen. Ein häufig wiederkehrendes Thema der Zeitschrift sind die unterschwelligen Verknüpfungen zwischen Kunst und Wissenschaft, was von einem naturwissenschaftlichen Blick auf kulturelle Erzeugnisse bis hin zur Erforschung ästhetischer Phänomene in den Nischen der Natur reicht. Der Blick auf das Verborgene vermag also auch den breiten Graben zu überbrücken, der sich in unserer arbeitsteilig ausgerichteten Kultur zwischen all diesen Wissensbereichen auftut. Das Okkulte<span id="more-8095"></span> als Auftakt zu einem neuen Humanismus? Oder doch eher zu einem Wissensbegriff jenseits westlicher Traditionen? Erfreulicherweise kommt Occulto da ohne allzu klare Programmatik aus. Ein weiterer Aspekt des Heftes ist musikalischer Natur, was man je nach Interessenlage als Bonus oder eher als den Kitt zwischen all den Themen verstehen kann. Der Schwerpunkt auf der Compilation ist düster und experimentell, und ein Großteil stammt aus dem reichhaltigen Fundus italienischer Musik.</p>
<p>Das aktuelle Heft befasst sich ausgiebig mit dem Phänomen der Metamorphose, und was sich durch sämtliche Textbeiträge zieht, ist die Feststellung, dass Verwandlungen, wie wir sie meist in spektakulärer Form aus Literatur und Film kennen, ohnehin Teil der Lebenswelt eines jeden Organismus sind. Ob sie sich in der mikroskopischen Welt der Zellen abspielen, aufgrund ihrer Alltäglichkeit verdrängt werden oder sachlichtweg langsam vonstatten gehen – es gib kein Leben ohne Metamorphose(n), und zugleich umgibt jede noch so profane Verwandlung stets eine Art Zauber, eine Aura des „Okkulten“. Auch jenseits der „ungeheuren Ungeziefer<em>“</em> hat dies stets Sänger und Erzähler beflügelt, man denke an den Folksong „Sir John Barleycorn“, der die Wandlung vom Korn zum Whiskey besingt, oder an A.S. Byatts Novelle „Morpho Eugenia“, in der die Verpuppung der Schmetterlingsraupe als Allegorie für verschiedene menschliche Abgründe fungiert.</p>
<p>Die Beitragenden der Ausgabe sind sicherlich nicht die ersten, die sich solchen Fragen annähern, aber was sie durchweg auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, für ein breites, naturwissenschaftlich nicht unbedingt vorgebildetes Publikum zu schreiben, ohne dabei in den Stil gängiger Kioskmagazine zu verfallen. Das ließe sich auch kaum mit dem Anflug von anarchischem Humor in fast allen Texten verbinden. Ohne den wäre der Bericht über den deutschen Geistlichen Johann Schleyer, der im 19. Jh. eine hybride Universalsprache namens Volapük erfand, dabei eine Obsession für Umlaute entwickelte und grandios scheiterte, auch nur halb so unterhaltsam. Ebenso die Text/Bild-Serie über berühmte Gossip-Stars und ihre Last mit ihren gespenstischen Doubles. Wieder andere Beiträge sind ausgesprochen informativ und entsprechen keineswegs dem Klischee einer instrumentellen Hard Science. Ob der Kleinkrieg zwischen Evolutionisten und Kreationisten im Bible Belt untersucht wird, die Formen und Gestaltwandlungen verschiedener Naturphänomene beleuchtet werden oder der Frage nachgegangen wird, was Sterblichkeit für einen Körper bedeutet, der zu 65 % außerirdischen und zu 90 % bakteriellen Ursprungs ist – inspirierend sind die Texte v.a. deshalb, weil ihre Inhalte jedem etwas sagen, in der Regel aber einem Outsourcing an ideologische oder akademische Sparten anheimfallen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/occ2comp.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-8097" title="occ2comp" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/12/occ2comp.jpg" alt="" width="350" height="350" /></a>Der freie, mitunter anarchische Zug erlaubt es auch, die Compilation, die diesmal in Form eines DL-Codes beiliegt, als Soundtrack zum Heft zu betrachten. Hybride Genres könnte man ebenso als Konnex anführen, aber so eng muss man den Bezug auch gar nicht sehen. Einge der Bands sind Lesern unserer Webseite bekannt: Donato Epiro von Cannibal Movie rahmt die Sammlung mit zwei rituellen Soundscapes ein, bei deren rauschhaften Rassel- und Trommelorgien die Tropen alles andere als traurig sind. Auch Mai Mai Mai, Italiens Antwort auf den verblichenen Witch House-Hype, geht perkussiv zu Werke, verbindet dies jedoch mit schlichten Computersounds. Verspielter und ungleich fordernder entpuppt sich das sechsminütige Soundchaos Von Teslas mit seinen fordernden Feedbackorgien.</p>
<p>Neben dem Ambient von Mace und dem teils stark verzerrten Flächensound von Sudden Furnace teilen nahezu alle Beiträge ein Interesse am kreativen Rückgriff auf Vergangenes, Unkenrufer sind also herzlich eingeladen, die immer gleich Hipsterkeule zu schwingen. Metzengerstein aus Veneto referieren nicht nur auf Lovecraft, ihre Musik wird sicher noch einige Goblin-Vergleiche aushalten müssen. Ebenfalls an Giallo-Sounds interessiert ist Spettro Family, der in seinem unveröffentlichten Beitrag ausgesprochen samplefreudig zu Werke geht. DuChamp steuert eines der melodischeren Stücke ihres hypnotischen Dronedebüts bei, Eternal Zio fröhnen einem heidnischen Ritualismus, bei dem man allerdings nichts Bierernstes erwarten darf. Etwas weniger experimentell ist das (Post-)Rock-Stück von Squadra Omega gestaltet, und auch die „folkige“ Seite kommt nicht zu kurz: My Dear Killer erinnern mit feedbackunterlegtem Akustiksound und gequälter Stimme etwas an Martyn Bates, die Band mit dem unaussprechlichen Namen How Much Wood Would A Woodchuck Chuck If A Woodchuck Could Chuck Wood liefern ein derart heruntergepitchtes, verzerrtes Stück ab, dass man eher an höllischen Doom denkt, als an das akustische Songwriting, das dem Song zugrunde liegt.</p>
<p>Man wird im neuen Jahr noch mehr von Occulto hören, die aktuelle Ausgabe kann bei der Redaktion bestellt werden.</p>
<p><a href="http://www.occultomagazine.com/"><strong>Occulto</strong></a></p>
<p><strong>Musikauswahl: <a href="http://www.boringmachines.it">Boring Machines </a></strong></p>
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		<title>Our nostalgic feelings are projected towards the future. Interview mit Cannibal Movie</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jun 2013 07:33:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Als Teile der Menscheit begannen, sich als modern und rational zu betrachten, bedurfte es einer markanten Kehrseite, welche die eigene Zivilisiertheit im Kontrast umso deutlicher hervorscheinen ließ. Furchteinflößend musste der finstere Doppelgänger sein, war es doch seine Aufgabe, die zurückgelassene &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/06/01/our-nostalgic-feelings-are-projected-towards-the-future-interview-mit-cannibal-movie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7025" title="cannibalmovie1" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie1.jpg" alt="" width="156" height="221" /></a>Als Teile der Menscheit begannen, sich als modern und rational zu betrachten, bedurfte es einer markanten Kehrseite, welche die eigene Zivilisiertheit im Kontrast umso deutlicher hervorscheinen ließ. Furchteinflößend musste der finstere Doppelgänger sein, war es doch seine Aufgabe, die zurückgelassene Roheit umso barbarischer und jeden Rückfall undenkbar erscheinen zu lassen. Neben übernatürlichen Gestalten musste vor allem der sogenannte Wilde dafür herhalten, und der Kannibale war einer seiner krassesten Ausprägungen, weshalb er auch nie die romantische Inversion als &#8220;edel&#8221; erfahren hat. Moderne Europäer dachten beim Kannibalen meist an Völker aus den Kolonien, freilich gibt es Verzehr von Menschenfleisch auch in der eigenen Geschichte</strong><strong>. <span id="more-7020"></span>So sind z.B. Fälle von Kannibalismus unter christlichen Kreuzfahrern dokumentiert. Mit den Kannibalenfilmen, die in den 1970er Jahren von Regisseuren wie Umberto Lenzi, Ruggero Deodato und auch Jess Franco gedreht wurden, schuf sich die spätmoderne Popkultur eine neue Folklore, in der sich vielfältige Konnotationen überlagerten: Derbe Exotik, sexualisierte Gewalt, grotesker Humor und immer noch das alte eskapistische Bedürfnis nach einer &#8220;echteren&#8221; Welt, mag diese auch den verdrehtesten Projektionen entsprungen sein. Dass reißerische Massenkost (die in &#8220;Cannibal Holocaust&#8221; freilich schon ihren eigenen Metakommentar fand) damals noch originell und ästhetich ansprechend sein konnte, ist einer der Gründe, warum die einst als Kommerzschund produzierten Filme heute eine große Wertschätzung erfahren, sei es als Zeitdokument, sei es in Form ernsthafter oder weniger ernsthafter Verkultung. Zu den Künstlern, die sich in den letzen Jahren von solchen Genres inspirieren ließen, zählen Donato Epiro und Gaspare Sammartano, die zusammen das experimentelle Rockduo Cannibal Movie bilden. Kannibalenschinken sind nur ein besonders bezeichnender Teil ihres Spektrums an Einflüssen. In ihren auf Orgel und Drums basierenden Kompositionen finden sich Referenzen auf Western und Zombiefilme, sowie auf eine Reihe an bekannten und weniger bekannten italienischen Musikern des 20. Jahrhunderts. Im folgenden Interview kommen die beiden erstmals in deutscher Sprache zu Wort.</strong></p>
<p><a title="Our nostalgic feelings are projected towards the future. Interview with Cannibal Movie" href="http://africanpaper.com/2013/06/01/our-nostalgic-feelings-are-projected-towards-the-future-interview-with-cannibal-movie/"><strong>Read the English Version</strong></a></p>
<p><em><strong>Cannibal Movie gelten hierzulande als recht obskur. Wollt ihr euch kurz vorstellen und erzählen, wo ihr herkommt?</strong></em></p>
<p>Wir kommen aus einer Stadt in Süditalien, Taranto. Es ist ein ganz besonderer Ort, von zwei Meeren umgeben, wo Aktivitäten wie Fischen und Ackerbau zusammen mit ländlicher Architektur und alten religiösen Traditionen mit der Massenherstellung vom Stahl und Umweltproblemen koexistieren; eine Menge Widersprüche, die einen sehr stimulierenden Ort zum Leben daraus machen. Tatsächlich ist das unser Ausgangspunkt, hier arbeiten wir und gehen unserer Leidenschaft für Musik, Biologie, Pflanzen und Kino nach.</p>
<p><em><strong>Ist Cannibal Movie euer Hauptsprojekt oder haben die anderen Gruppen, in denen ihr spielt, einen ähnlichen Stellenwert? Welche eurer Bands sind derzeit noch aktiv?</strong></em></p>
<p>Wir sind beide in andere Projekte involviert. Gaspare spielt Schlagzeug in einer Band namens Bogong in Action und ich betreibe ein Soloprojekt unter meinem eigenen Namen. Innnerhalb unserer gemeinsamen Erfahrungen entwickeln und bewegen wir uns zum Teil in entgegengesetzte Richtungen. Was wir jeweils individuell in die Band einbringen, entscheidet sich instinktiv und läuft einerseits auf freie Rhythmen, andererseits auf kontrollierte Elektronik hinaus.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie2.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7027" title="cannibalmovie2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie2-209x300.jpg" alt="" width="209" height="300" /></a>Eure Musik hat zahlreiche Referenzen an Psychedelia aus den späten Sechzigern. Was fasziniert euch am meisten an diesen Stilrichtungen? Ist es in Ordnung für euch, wenn man eure Musik als &#8220;Retro&#8221; oder als nostalgisch bezeichnet?</strong></em></p>
<p>Wir werden oft als eine Psychedelic-Band klassifiziert, aber ehrlich gesagt sind unsere wichtigsten Bezüge andere. Wir sind sehr stark beeinflusst von italienischer Musik von den Sechzigern bis zu den Achtzigern, vor allem von Soundtracks, frühen Electronica-Experimenten, Produktionsmusik für Filme. Wir sind immer wieder fasziniert von der Frische und Intensität dieser Musik, und für uns war es selbstverständlich, bei der Entwicklung unseres eigenen Sounds von diesen Quellen auszugehen, sie zu filtern durch Jahre neuer Entwicklungen im Rahmen von Noise, Drones, Electronik und aller Arten von Sounds, die wir mit der Zeit aufgesogen haben; als Hörer sind wir wirklich Allesfresser. Wie dem auch sei, unsere nostalgischen Gefühle sind auf die Zukunft projiziert.</p>
<p><em><strong>Was sind eure Lieblingskünstler aus dieser Ära? Irgendwelche Geheimtipps?</strong></em></p>
<p>Selbstverständlich einige der großen Komponisten wie Ennio Morricone, Riz Ortolani, Piero Umiliani, Amedeo Tommasi, Armando Sciascia, Alessandro Alessandroni, Giuliano Sorgini, Giusto Pio. Außenseiter wie Franco Battiato, Roberto Cacciapaglia, Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza, Prima Materia. Schillernde Persönlichkeiten wie Gianni Sassi.</p>
<p><em><strong>Was sind deiner Ansicht nach die “modernsten“ Elemente eurer Musik?</strong></em></p>
<p>Die Lautstärke. Spaß beiseite, wir versuchen, zeitlose Musik zu spielen, die zugleich altertümlich und futuristisch klingt.</p>
<p><em><strong>Wenn immer ich gute alte (oder auf alt gemachte) Musik höre, möchte ich den typischen Prozess der Modekonjunkturen verfluchen, der originelle Stile in etwas Gewöhnliches und letztendlich in etwas Altmodisches verwandelt. Wenngleich Retrokonzepte auch nur ein Teil dessen sind, denkst du, dass Referenzen an historische Stilrichtungen (oder sogar so etwas wie Sammeln) trotzdem gegen den Zahn der Zeit wirken können?</strong></em></p>
<p>Es könnte ein Versuch sein, den Fluss der Zeit anzuhalten und in einen zeitlosen Raum gleiten zu lassen, der aus all den Klängen, Objekten und Erfahrungen, die wir lieben, gemacht ist. Es wäre gewiss beruhigend, innerhalb dieser bequemen Blase zu leben, aber gleichzeitig kann das auch eine Herausforderung für die Kreativität und den Fortschritt sein. Neue Technologien helfen uns, all die alte Musik leichter zugänglich zu machen, im Hier und Jetzt ist es, als gäbe es keinen zeitlichen Verlauf mehr. Wir sind absolut Kinder unserer Zeit.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie5.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7029" title="cannibalmovie5" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie5-300x274.jpg" alt="" width="300" height="274" /></a>Könntet ihr euch verstellen, euer Instrumentarium aus Schlagzeug und Orgel durch weitere Instrumente oder Stimme zu erweitern?</strong></em></p>
<p>Wir arbeiten gerade an einem Audio/Video-Set, das auf dem italienischen Kultfilm “La casa dale finestre che ridono” basiert, der von Pupi Avati gedreht wurde, Amedeo Tommasi komponierte damals die Musik dazu. Für die Vertonung haben wir uns für einen etwas elektronischeren Sound entschieden, wir verwenden nur manipulierte Orgelklänge, Drumcomputer und zwei weitere alte Synthies. In Zukunft werden wir weitere neue Möglichkeiten ausprobieren und gleichzeitig versuchen, den Kern unserer Klänge zu bewahren.</p>
<p><em><strong>Filmreferenzen sind ein Hauptthema eurer Veröffentlichungen. Warum war es gerade das Kannibalen-Genre, nachdem ihr euch benannt hattet?</strong></em></p>
<p>Kannibalenfilme sind ein typisch italienisches Genre, dessen Merkmale perfekt zu dem passen, was auch unsere Musik im Wesentlichen ausmacht. Auf gewisse Weise ist das sehr stark mit unserer eigenen Kultur verknüpft, nur durch die Farben verfremdet, und natürlich durch die Stimmung des exotischen Szenarios.</p>
<p><em><strong>Dem Anthropologen Claude Lévi-Strauss zufolge ist Kannibalismus eine Form des Inzest. Ist das ein Gedanke, den ihr nachvollziehen könnt oder würdet ihr sagen, dass das zu weit hergeholt ist?</strong></em></p>
<p>Es kann als eine Art Identifikation und Verkehr mit dem anderen betrachtet werden, als buchstäbliche Einverleibung des anderen. Mehr noch, wenn man an die katholische Tradition denkt, oder an archaische Religionen, wo die Gläubigen den Körper ihres Gottes essen.</p>
<p><em><strong>In “Cannibal Holocaust“ wird die Rolle der Medien und die Medien selbst (v.a. Film) während des Films kritisch reflektiert. Denkst du, dass “Cannibal Holocaust“ aus diesem Grund noch heute ein relevanter Film ist?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie3.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7031" title="cannibalmovie3" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie3-208x300.jpg" alt="" width="208" height="300" /></a>Ohne Zweifel. Die Themen von &#8220;Cannibal Holocaust&#8221; sind ausgesprochen aktuell, und es ist ohnehin sehr reduktiv, den Film nur aufgrund der visuellen Gewalt zu diskutieren. Mediale Manipulation der Wirklichkeit ist in der Tat ein sehr reales Problem, und es ist frustrierend, festzustellen, dass die neuen Informationsmöglichkeiten diesen Vertrauensverlust nicht wirklich zu kompensieren in der Lage sind. Oft produzieren sie nur neue Verwirrungen und Widersprüchlichkeiten.</p>
<p><em><strong>Habt ihr jemals Leute aus dieser Ära persönlich getroffen? Ein Freund von mir hat vor einiger Zeit ein Interview mit Franco Prosperi geführt, der in einem Haus im Wald voll mit bizarren Exotica wohnt&#8230;</strong></em></p>
<p>Wir hatten indirekten Kontakt mit Prosperi: Unsere Musik wurde als Soundtrack verwendet für eine kurze Interview-Doku (vom VICE Magazine produziert), die im Haus des Regisseurs gedreht wurde (in Formia, nicht weit entfernt von Taranto).</p>
<p><em><strong>Musik ohne typische Songstruktur wird gerne als &#8220;Soundtrack für den imaginären Film&#8221; bezeichnet. Auch wenn es ein bisschen klischeehaft klingt, sind visuelle Assoziationen bei Musik natürlich legitim. Kannst du mit dem Gedanken etwas anfangen?</strong></em></p>
<p>Ja, und es ist besonders interessant zu sehen, was Formen &#8220;abstrakter&#8221; Musik abhängig vom jeweiligen Hörer bewirken können. Konkrete Welten und griffige Bilder können entstehen, oder der Klang selbst beschreibt abstrakte Ideen oder Dinge, die auf den ersten Blick wenig mit Musik zu tun haben, wie zum Beispiel Objekte. Es können die unterschiedlichsten Ergebnisse sein.</p>
<p><em><strong>Vor kurzem habt ihr die EP “Mondo Music“ veröffentlicht. Würde jemand eine Art Neo Mondo-Film passend zu eurer Musik drehen, wie sollte der Film aussehen?</strong></em></p>
<p>Optimal wäre, wenn er auf den Gegensatz von wissenschaftlichem und technologischem Fortschritt und den unüberwindbaren primitiven und irrationalen Instinkten des Menschen bezogen wäre. Es scheint, dass die technische Evolution nicht mit dem tatsächlichen Innenleben und der intellektuellen Entwicklung derer korrespondiert, die davon profitieren sollten.</p>
<p><em><strong>Jess Franco ist vor kurzem gestorben. Wie würde sich die passende Trauermusik von Cannibal Movie anhören?</strong></em></p>
<p>&#8220;Schiave Bianche&#8221; könnte ein guter Trauermarsch sein.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie7.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7033" title="cannibalmovie7" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/05/cannibalmovie7-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Zum Schluss die obligatorische Frage nach den aktuellen Plänen &#8211; arbeitet ihr schon an neuen Aufnahmen, und was steht für den Rest des Jahres an?</strong></em></p>
<p>Aktuell steht die Vinyl-Edition von &#8220;Mondo Music&#8221; an (beim italienischen Label Yerevan Tapes), ansonsten gibt es den Sommer über eine Reihe an Konzerten, zum Abschluss eine kleine Tour in Griechenland im September. Danach fangen wir mit neuen Sachen an, dabei wird es auch ein paar neue Überraschungen geben.</p>
<p>(JJ, MG &amp; US)</p>
<p><a href="http://cannibalmovie.blogspot.com/">cannibalmovie.blogspot.com</a></p>
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		<title>CANNIBAL MOVIE: Mondo Music</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Feb 2013 09:24:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Cannibal Movie sind eine Combo, deren Werk man als eine leidenschaftliche Hommage betrachten kann. Den Gegenstand der Verkultung muss man nicht lange suchen, denn er liegt in so ziemlich jeder künstlerischen Äußerung des Duos auf der Hand – Bandname, Titel &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2013/02/23/cannibal-movie-mondo-music/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/02/cannibalmoviemondomusic.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6239" title="cannibalmoviemondomusic" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/02/cannibalmoviemondomusic-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Cannibal Movie sind eine Combo, deren Werk man als eine leidenschaftliche Hommage betrachten kann. Den Gegenstand der Verkultung muss man nicht lange suchen, denn er liegt in so ziemlich jeder künstlerischen Äußerung des Duos auf der Hand – Bandname, Titel und natürlich die Musik referieren auf eine Zeit, in der auch das Reißerische und Triviale eine würdevolle Ästhetik ausstrahlen konnte und weit entfernt war vom grellen Ramsch der folgenden Jahrzehnte. Gemeint sind die 60er und frühen 70er mit ihrer charakteristischen Populärkultur, eine Zeit, in der aus der Ikonografie des Konsums noch Popart werden konnte. Heute undenkbar, außer man verschreibt sich der Retromanie.<span id="more-6238"></span></p>
<p>Als Italiener und Cineasten steht Cannibal Movie, die sich der Retromanie ganz entschieden verpflichtet fühlen, ein riesiges Archiv an Inspirationsquellen zur Verfügung. Es wäre falsch, das italienische Genrekino dieser Ära über einen Kamm zu scheren, denn Giallo, Polizeifilm, Western, Gothic Horror und nicht zuletzt der Mondo- und Kannibalenfilm funktionierten nach je eigenen visuell-narrativen Mustern und sprachen auch nicht immer das gleiche Publikum an. Dennoch verallgemeinert man aus der zeitlichen Distanz, und das nicht ganz zu unrecht: Ob Spannung, Erotik oder abgeklärter Zynismus die Bilder prägen, stets registriert man in ihrer visuellen Pracht, ihrer markanten Symbolsprache und der sinnlichen Begleitmusik eine fast naive Lebenslust und eine Amoralität, die immer wieder in de Sade&#8217;scher Manier suspendiert wird, um durchaus moralisch die scheinheilige Fassade des Etablierten einzureißen. Die Genres waren durch die Bank populär, Stephen Thrower spricht in einer Monografie von volkstümlicher Kultur. Es ist anzunehmen, dass Auskenner, die alles über Schnittfassungen oder das Werk eines Regisseurs herunterbeten konnten, ebenso selten vorkamen, wie solche, die Begriffe wie Diskurs verwenden. Kontrovers diskutiert wurde v.a. das Mondo-Genre, das dokumentarisch anmutende Panoramen bizarrer Exotik präsentierte. In Filmen wie dem namensgebenden „Mondo Cane“ wurden die (u.a. sexuellen) Bräuche sogenannter Naturvölker mit dem Leben moderner Menschen kontrastiert und dabei verborgene Gemeinsamkeiten aufgezeigt.</p>
<p>Je ernsthafter die Erwartungen an die dokumentarische Seite der Filme, umso mehr fällt zwangsläufig ins Auge, dass Mondo-Movies primär der Unterhaltung dienten und in ihrer Stilisierung auf Sensationsbedürfnisse zugeschnitten waren. Die Kommentare aus dem Off im Duktus alter Wochenschauen konnten fesseln und waren doch durchzogen von allerlei oberlehrerhaften Plattheiten. Dennoch machen diese Filme ungemein Spaß, und schnell geht man dazu über, ihre Stärken anderswo zu suchen. Ähnlich den (im Unterschied zu Mondo wieder konventionell erzählerischen) Kannibalenfilmen handelt es sich hier um die letzten großen Abenteuergeschichten – jungenhafte bis pubertäre Fantasien, bei denen auf biedere Sittlichkeit ebenso gepfiffen wird wie auf p.c. Kreativer Selbstzweck waren derbe Szenarien vor kitschigen Urwaldkulissen, in denen rauschhafte Musik all das Anrüchige und Befreiende untermalt, mit dem man die Massen erfahrungsgemäß in die Kinos locken konnte, und sei es unter dem Deckmantel einer fadenscheinigen Reportage. Mondo-Filme waren ein großer janusartiger Mittelfinger, der sich gegen die hartnäckigen Reste eines idealisierten Menschenbildes ebenso richtete wie gegen die latent scheinheilige Verkopftheit einer aufgeklärten Kulturavantgarde, deren Anhänger Jess Franco &#8220;those false intellectuals&#8221; nannte.</p>
<p>Dem Rauschhaften und Transgressiven zollen auch Cannibal Movie ihren Tribut. Mit ihrem ekstatischen Psychrock, der dionysischer und zugleich monotoner ist als die schöngeistigen Mondo-Scores von Riz Ortolani, versuchen sie erst gar nicht, die Stimmung der Filme eins zu eins in die Gegenwart zu übertragen – als wollten sie in einer Zeit, in der eine solche Sensationsmaschine funktionslos ist, v.a. das Überdrehte hervorheben, das im Retrokontext umso deutlicher werden muss. Aus der versnobten Auskennerperspektive von heute wirken die Ideen hinter diesen Filmen oft exotischer als ihre Schauplätze – schon deshalb bekommt der Titel &#8220;Mondo Music&#8221;, der ja Weltmusik heißt, eine ganz andere Semantik. Hypnotisches Beckenrasseln, wilde Trommelwirbel und das bedrohlich wirkende Dröhnen einer Orgel haben durchweg die Oberhand und sind, wenngleich untrennbar mit der Epoche verbunden, keineswegs ein Imitat älterer Musik. Ihren bedrogten Melodien haftet etwas Beschwörendes an, sie verbreiten eine ritualistische, okkult anmutende Stimmung, für die man sich beinahe ein Mondo-Revival herbeiwünscht, bei dem die Filme auf den Sound des Duos zugeschnitten sind. Sollte Tarantino jemals über eine Mondo-Hommage nachdenken, dann wäre hier der Score dazu.</p>
<p>Das aktuelle Tape der Italiener enthält pro Seite ein zirka fünfzehnminütiges Stück. Während die erste Seite Ihre perkussive Welterkundung gleich im entfesselten Herz der Finsternis startet, beginnt Seite zwei meditativer und ist erst nach und nach zu einer verhaltenen Steigerung bereit – die gipfelt in einem Plateau aus verwehten Orgelklängen, die in ihrer repetitiven Kargheit die Brücke zum orientalischen Covermotiv schlagen. Ich empfehle zuzugreifen, denn die Stückzahl ist limitiert. Das letztjährige Album dürfte noch irgendwo im Netz zu hören sein, ebenso lohnenswert ist ihr Beitrag zur exquisiten &#8220;Occulto&#8221;-Compilation.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://avantdistro.blogspot.com/">AVANT! Records</a>/<a href="http://yerevantapes.blogspot.it/">Yerevan Tapes<br />
</a></strong></p>
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