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	<title>African Paper &#187; Chiærichetti Æditore Ræcordings</title>
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		<title>SPANO.: Spano II</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jun 2025 04:41:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Chiærichetti Æditore Ræcordings]]></category>
		<category><![CDATA[Paolo Spaccamonti]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit &#8220;Spano II&#8221; setzen Stefano Fano, auch bekannt als Stefano Roman, und Paolo Spaccamonti ihre Zusammenarbeit fort, die sich schon auf dem Vorgänger als feinsinnige, aber zugleich kompromisslose Auseinandersetzung mit instrumentalem Hip-Hop und den Möglichkeiten elektronischer Texturen gezeigt hat. Auch &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/06/07/spano-spano-ii/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/spano2.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46555" title="spano2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/06/spano2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit &#8220;Spano II&#8221; setzen Stefano Fano, auch bekannt als Stefano Roman, und Paolo Spaccamonti ihre Zusammenarbeit fort, die sich schon auf dem Vorgänger als feinsinnige, aber zugleich kompromisslose Auseinandersetzung mit instrumentalem Hip-Hop und den Möglichkeiten elektronischer Texturen gezeigt hat. Auch diesmal steht nicht die klare Form im Vordergrund, sondern die Spannung zwischen Fragment und <span id="more-46554"></span>Fläche, zwischen rhythmischer Direktheit und flüchtigen Klangspuren, die sich einer eindeutigen Verortung entziehen.</p>
<p>Fano bringt seine langjährige Erfahrung als Produzent für die italienische Hip-Hop-Szene, über die der Rezensent zugegebenermaßen wenig weiß, ein, Spaccamonti dagegen ist als Gitarrist aus experimentellen Kontexten bekannt, etwa durch seine Arbeit mit Emidio Clementi oder Jochen Arbeit. Gemeinsam formen sie ein Projekt, bei dem zwei Signaturen eher aufeinander antworten als sich zu vermischen und das sich in keine stilistische Schublade zwängen lässt. Dabei wissen die beiden zugleich ganz klar, was sie tun: &#8220;Spano II&#8221; lebt von der Aufmerksamkeit für Details, sei es in den präzise gesetzten Hi-Hats, in rückwärts abgespielten Samples, flirrenden Hochtönern oder erschöpft gehauchtem Flüstern.</p>
<p>Im Opener dominieren Synthiesounds von der Rabiatheit einer rauen Wand, durchzogen von alarmierenden, sirenenartigen Akzenten und abgehackten Beats, zwischen denen sich aggressive Sprechgesänge und später auch Gitarrensoli einfügen. Später finden sich entspanntere Passagen, in denen sich verzückte, leicht wehmütige Melodiebögen entfalten, Klänge, die auch von Streichern stammen könnten, hier aber eindeutig synthetisch erzeugt sind. In solchen Momenten entsteht eine Form von tänzelnder Leichtigkeit, die sich beim genaueren Hinhören als durchaus spannungsgeladen erweist.</p>
<p>In einem späteren Track setzt sich ein monotones, fast handclapartiges Beatgerüst durch, über dem halbversteckte Rap-Stimmen agieren. Prägnant ist kurz darauf der Slogan &#8220;This is not the first time I came to the planet&#8221;, der unmissverständlich eine Art Selbstverortung markiert zwischen Rückschau und andeutungsreichem Identitätsstatement. Die einzelnen Stücke sind oft mehrschichtig aufgebaut: harmonische Synthieflächen treffen auf aufgewühlte Takte, darunter liegt oft ein hypnotisches Element. Vieles bleibt in der Schwebe, auch durch die Hallräume und durch das Spiel mit verschiedenen räumlichen Perspektiven im Mix.</p>
<p>Das abschließende Stück wirkt fast gelöst: ein luftig-leichter Takt und kreisende Synthies, die an die elektronische Avantgarde der 70er erinnern, kombiniert mit einer Struktur, die zugleich geordnet und offen bleibt. Trotz der scheinbaren Ruhe steckt auch hier viel im Detail, und das bisweilen düster-cinematische Album endet, ohne sich endgültig aufzulösen.</p>
<p><strong>Label: Chiærichetti Æditore Ræcordings</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1084340983/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>ANDREA CAUDURO: Without People We Are Nothing</title>
		<link>https://africanpaper.com/2025/03/01/andrea-cauduro-without-people-we-are-nothing/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Mar 2025 05:32:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Cauduro]]></category>
		<category><![CDATA[Chiærichetti Æditore Ræcordings]]></category>
		<category><![CDATA[Fabrizio Modonese Palumbo]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Beauchamp]]></category>
		<category><![CDATA[Tiziano Teodori]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Laufe von gerade mal gut vier Minuten spielt sich im Kleinen eine ganze Welt an Ereignissen ab &#8211; eine entspannte, noch kaum elektrifizierte Gitarre pickt leise zum Auftakt, gewinnt bald an Verstärkung und Dynamik und prescht lost. In ordentlichem &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/03/01/andrea-cauduro-without-people-we-are-nothing/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/withoutpeopleyourenothing.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-44224" title="withoutpeopleyourenothing" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/12/withoutpeopleyourenothing-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im Laufe von gerade mal gut vier Minuten spielt sich im Kleinen eine ganze Welt an Ereignissen ab &#8211; eine entspannte, noch kaum elektrifizierte Gitarre pickt leise zum Auftakt, gewinnt bald an Verstärkung und Dynamik und prescht lost. In ordentlichem Tempo scheint sie das begleitende Dröhnen erst zu erzeugen, gegen das sie sich wie gegen einen soliden Fahrtwind behauptet, lässt dezentes Feedback aufjaulen, ebenso wie <span id="more-44222"></span>kleinere klingelnde Ornamente und einiges mehr. Wenn der Sound von &#8220;Paul andiamo al parco&#8221;, das den Auftakt von Andrea Cauduras &#8220;Without People We Are Nothing&#8221; bildet, erst einmal in seiner vollen Breite angekommen ist, zweifelt niemand mehr daran, dass das lyrische Ich, das von niemand Geringerem als eben der Gitarre wie von einem meisterhaften Schauspieler verkörpert wird, sein Ziel erreicht.</p>
<p>Caudura, ein aus Rom stammender und heute in der italienischen Musikhochburg Turin lebender Komponist und Klangkünstler, hat mit seinem neuen Longplayer, dessen ultralimitierte Edition einen Siebdruck enthält, ein kleines Konzeptalbum kreiert, das die fundamentale Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen feiert. Ohne Mitmenschen, so könnte man das kongeniale Artwork paraphrasieren, ist man wie ein amputiertes Wesen mit halben Gliedmaßen, das resigniert vor einem Instrument sitzt, dem es keine Töne mehr zu entlocken vermag. Jedes der vier überwiegend instrumental gehaltenen Stücke ist, wenn man den Songtiteln folgt, einer mit dem Künstler befreundeten Person und einer gemeinsamen Situation gewidmet, dass im Opener vermutlich der hier auch als Tontechniker in Erscheinung tretende <a href="http://africanpaper.com/2022/05/21/michele-anelli-paul-beauchamp-andrea-cauduro-sometimes-someone-watches/">Paul Beauchamp andressiert ist, mit dem Cauduro nicht zum ersten mal zusammenarbeitet</a>, passt einmal mehr zum Covermotiv, und auch dass mit Fabrizio Modonese Palumbo und Tiziano Teodori zwei weitere Freunde Cauduros an den Aufnahmen beteiligt sind, schlägt in die gleiche Kerbe.</p>
<p>Im folgenden &#8220;Tiziano attento con quell&#8217;ascia&#8221; wird (vermutlich genau dieser) Tiziano Teodori zur Vorsicht im Umgang mit einer Axt gemahnt, was hoffentlich gefruchtet hat, der Track jedenfalls mit seinen leicht verzerrten Anschlägen auf dem Jazzbesen, seiner luftig verrauschten Soundhülle und in steten Intervallen auftretenden psychedelischen Synthies, zwischen denen man die Gitarre zunächst eher minimal erkennt, beschränkt sich zunächst auf eine eher tastende Dynamik und scheint so der Vorsicht durchaus Rechnung zu tragen. Irgendwann tritt auch das elektrifizierte Saitenspiel deutlicher ins Zentrum, die Percussion gewinnt an Markanz und das Stück entfaltet vor der imaginären Leinwand ein hörspielartiges Darkjazzszenario in einem verwunschenen Grenzland, in dem man auch damit rechnet, Bohren und der Club Of Gore oder Satan Is My Brother über den Weg zu laufen. In &#8220;Alice vola nell&#8217;universo&#8221; fliegt Alice ins Universum, und bevor man sich überhaupt fragen könnte, woher sie eigentlich kommt, ist man schon in einen enorm hypnotischen, vibrierende, knarrenden Dröhnkosmos gezogen, in welchem man für eine knappe Viertelstunde baden und sein ganz persönlichen Zeitkonzept neu ausrichten kann.</p>
<p>Aus dieser Hypnose könnte einem nichts besser aufwecken als das gerade mal zweieinhalbminütige &#8220;Fabrizio grazie per la profonda leggerezza&#8221; &#8211; ein genau die profunde Leichtigkeit, für die hier gedankt wird, verkörperndes Stück, das vielleicht besser als alle anderen Momente des Albums die unterschiedlichsten stilistischen Versatzstücke, Anleihen aus Blues, Garage, Funk, die allesamt eine Fata Morgana im verwirrten Geist des Rezensenten sein könnten, unter einen Hut bringt, als wären sie genau so füreinander geschaffen. Auf eine komplett andere Art ist auch &#8220;Gabriele, detto Mimmo, la gioia di ritrovare lui e la sua estetica anni &#8217;90&#8243; mit seinen aufeinandergeklebten Schichten aus wunderbar melodischen Gitarren, kreisenden Synthies und programmierten Takten nicht nur eine Feier der 90er-Jahre-Ästhetik eines Freundes sondern auch ein weiterer Ausweis von Cauduros Meisterschaft der Kombinatorik.</p>
<p>Mit &#8220;Emilia insegnami a ballare&#8221;, einer dröhnenden Hommage an eine Tanzlehrerin namens Emilia geht es zum Abschluss noch mal soundmäßig in die Vollen. Wenn Tanz und Dröhnung in einem Satz genannt werden, impliziert das bereits Ungewöhnliches, und ein genau solches entfaltet sich hier auch über faszinierende zwölfeinhalb Minuten: Durch wehmütige Abschiedswellen, die vielleicht mit Bogen gestrichenen Gitarrensaiten entstammen, ziehen sich seltsam unheimliche Details knackernder, gluckernder, plätschernder Art &#8211; den Tanzschritt geben dennoch die Gitarrenfiguren vor, die irgendwann hinzukommen, begleitet von den nun auch endlich hörbaren Vocals, die das Szenario summend und flüsternd begleiten. Großartig! (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Chiærichetti Æditore Ræcordings</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1180946848/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>Natura Morta im Berliner Morphine Records Raum</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/02/13/natura-morta-im-berliner-morphine-records-raum/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2023 03:23:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Chiærichetti Æditore Ræcordings]]></category>
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		<description><![CDATA[Die heute in Turin lebende kolumbianische Musikerin Maria Mallol Moya, die ihr Soloprojekt Natura Morta nennt und deren Album &#8220;Diotima&#8221; (Chiærichetti Æditore Ræcordings) hier bereits vorgestellt wurde, ist am Donnerstag, den 23. Februar live im in Berlin Berlin-Kreuzberg gelegenen Headquarter &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/02/13/natura-morta-im-berliner-morphine-records-raum/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die heute in Turin lebende kolumbianische Musikerin Maria Mallol Moya, die ihr Soloprojekt Natura Morta nennt und <a title="NATURA MORTA: Diotima" href="http://africanpaper.com/2022/02/05/natura-morta-diotima/">deren Album &#8220;Diotima&#8221; </a>(Chiærichetti Æditore Ræcordings) hier bereits vorgestellt wurde, ist am Donnerstag, den 23. Februar live im in Berlin Berlin-Kreuzberg gelegenen Headquarter des Labels Morphine Records zu sehen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/fotor_1676224059217.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-33856" title="fotor_1676224059217" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/02/fotor_1676224059217.jpg" alt="" width="719" height="708" /></a><span id="more-33855"></span></p>
<p>Einen Einblick in die Vielgestaltigkeit ihrer Musik mag dieser Auszug unserer Rezension geben: &#8220;Ein weiteres Merkmal fast aller Songs ist eine gewisse Tendenz ins Hörspielhafte, bei denen – wie im Titelstück – Piano, Rezitation und die Geräusche der Natur oft die wesentlichen Komponenten sind, Grillen und Zikaden verdienen ein Extra-Credit. In den verwunschenen Soundscapes von “Bosson du Higgs” entsteht aus wie zufällig mitgeschnittenen Gesprächsfetzen, stimmungsvollen Klavierparts und wie verlangsamte Peitschenhiebe kreisenden Loops eine spannungsgeladene Atmosphäre, die schwer zu charakterisieren ist. “Blood is (Eternal) Life” wirkt mit seinen leidgetränkten Sprach- und Flüster-Vocals vor einer verhuschten Soundkulisse wie ein in Zeitlupe stattfindender Trip in eine Unterwelt, die der eigenen Blutkreislauf sein könnte&#8221;.</p>
<p>Donnerstag, 23.02.2023<br />
Beginn 20 Uhr<br />
Morphine Records Raum<br />
Köpenicker Straße 147<br />
Hinterhof, 1. Etage<br />
10997 Berlin<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230212_185540_883.sdocx--></p>
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		<title>BEAR BONES, LAY LOW: Live in Povera</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/02/11/bear-bones-lay-low-live-in-povera/</link>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2023 04:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Bear Bones Lay Low]]></category>
		<category><![CDATA[Chiærichetti Æditore Ræcordings]]></category>
		<category><![CDATA[Ernesto González]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Herbst 2021 hatte der Brüsseler Vielveröffentlicher und Soundschamane Ernesto González einen Auftritt seines Hauptprojektes Bear Bones, Lay Low in Turin. Der Musiker Lapo Sorride, der wahrscheinlich in die Veranstaltung involviert war, fertigte einen mehr als soliden Mitschnitt des rasanten, &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/02/11/bear-bones-lay-low-live-in-povera/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/01/liveinpovera.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-33151" title="liveinpovera" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/01/liveinpovera-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Im Herbst 2021 hatte der Brüsseler Vielveröffentlicher und Soundschamane Ernesto González einen Auftritt seines Hauptprojektes Bear Bones, Lay Low in Turin. Der Musiker Lapo Sorride, der wahrscheinlich in die Veranstaltung involviert war, fertigte einen mehr als soliden Mitschnitt des rasanten, knapp halbstündigen Auftritts an, der bereits vor einem Jahr auf CD erschienen ist.<span id="more-33149"></span></p>
<p>Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus Synthies und über Tapeloops abgespielte Stimmen und Rasseln, was da gleich zu Beginn für aufpeitschende Ekstatik sorgt &#8211; jedenfalls hat González einiges im Gepäck, denn bei der von repetitiven Rhythmen angetriebenen Jagd durch holpriges Gelände springen hinter jedem Baumstumpf, hinter jedem halbverfallenen Mauerwerk und jedem rostigen Schrottteil andere Teufel aus ihren Kisten.</p>
<p>Diese können sich ihrer dämonischen Natur entsprechend ausnehmend smooth geben wie die anheimelnden Bläserparts, die die blecherne Derbheit allerdings nicht im geringsten bändigen. Manchmal ist es eher sumpfiges Brodeln und Blubbern, dann wieder heftige, explosionsartige Schläge, doch der hypnotische Uptempotakt lässt sich nicht aus der Rolle bringen, auch nicht, wenn vorübergehend etwas &#8220;Stille&#8221; einkehrt und alle Hintergrundsounds für Momente pausieren. Irgendwann verändert sich auch der Takt leicht, bestimmte Anschläge werden besonders forciert oder kulminieren in einem demonstrativen Beckentusch.</p>
<p>Man mag einräumen, dass weniger als eine halbe Stunde der Kannibalenfilmstimmung kaum gerecht wird, doch das wäre angesichts der treibenden Dynamik des Tracks schlicht falsch. Wer noch eine der Hardcopies ergattern will, sollte bald zugreifen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Chiærichetti Æditore Ræcordings</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230105_140353_026.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1869359850/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>TETANOAMNIS: Erotico Esotico</title>
		<link>https://africanpaper.com/2023/01/20/tetanoamnis-erotico-esotico/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2023 05:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Chiærichetti Æditore Ræcordings]]></category>
		<category><![CDATA[Futeisha]]></category>
		<category><![CDATA[Ivan Grosso]]></category>
		<category><![CDATA[oAxAcA]]></category>
		<category><![CDATA[Paolo Balmas]]></category>
		<category><![CDATA[TetanoAmnis]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß nicht ob der Name TetanoAmnis eine tiefere Bedeutung hat, jedenfalls bedeutet er so etwas wie Tetanusfluss, und vielleicht kann man sich die Musik des Turiner Duos wie eine Armada aus Bakterien vorstellen, die in einem dicken Strom in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/01/20/tetanoamnis-erotico-esotico/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/01/fotor_1672907393685.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-33147" title="fotor_1672907393685" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/01/fotor_1672907393685-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Ich weiß nicht ob der Name TetanoAmnis eine tiefere Bedeutung hat, jedenfalls bedeutet er so etwas wie Tetanusfluss, und vielleicht kann man sich die Musik des Turiner Duos wie eine Armada aus Bakterien vorstellen, die in einem dicken Strom in die Gehörgänge dringt und einen mentalen Wundstarrkrampf auslöst. <span id="more-33140"></span>Der Vergleich hinkt schon deshalb, weil er jeden Hinweis auf das Suchtpotential der Musik unterschlägt.</p>
<p>Paolo Balmas (nicht zu verwechseln mit dem berühmten Kunsthistoriker gleichen Namens) und Ivan Grosso (bekannt von den Freejazzern Oaxaca und den Darkfolkern Futeisha) zimmern aus einem üppigen Zutatenfundus (Samples und alles, was lärmt, Orgeln und Basssaiten, Moog, Korg und andere Synthies und vor allem Rhythmisches aller Art) heiter-dystopische Soundkollagen voll verquerer Exotik, oder wie es beim Label heißt einen &#8220;dream of sick sounds&#8221;.</p>
<p>Für konventionell geprägte Ohren ist dieser Traum freilich ein Alptraum. Das erste Stück &#8220;Onda Vagante&#8221; klingt wie eine Überblendung verschiedener Samples aus Radio, Film und alten Platten, wodurch natürlich Unruhe Programm ist: monumentale Orchesterklänge geben sich die Klinke in die Hand mit zitathaft aufgeklebten Takten und beängstigenden Schreien, während im Hintergrund ein Klimperkasten klimpert, und die z.T. spanischen Ansagen wirken wie Beruhigungsversuche vor einer Eskalation.</p>
<p>Das blecherne Getrommel auf Blechrohren und die hineinmontierten unruhigen Details machen einen Track wie &#8220;Noi Ultimi&#8221; zu etwas, das in einer besseren Welt als Inbegriff postindustrieller Apokalyptik bezeichnet werden würde, gerade wegen der schwindeligen Jahrmarktorgel, die alldem einen volltrunkenen Kommentar hinterher schickt. Ähnliches gilt für das blubbernde Wasser, das sich in Dream Machine zunächst in rotierende Propeller, dann in rituelles Geschepper verwandelt; oder für den seltsamen Gewehrsalvenrhythmus in &#8220;Soi Mutante&#8221;, unter den sich irgendwann eine brummende Ambientfläche schiebt.</p>
<p>In der zweiten Hälfte des Albums suchen die beiden nach allerhand neuen Ideen und die finden sie auch. Nach dem seltsam grummeligen Acid-Stück &#8220;Culicao&#8221; kommen Jazziges, Latino- und Loungelemente hinzu, natürlich durch den Fleischwolf gedreht und mit Rhythmen, die ihre Richtung immer wieder ändern.</p>
<p>Das Resultat ist eher ein Wadenkrampf als ein Wundstarrkrampf, zumindest für alle, die zu derart waghalsige Musik nicht tanzerfahren sind. Langeweile kommt keine Minute auf, und ich würde mir für alle, die sich einen furiosen Mix aus dem improvisierten Jazz von Oaxaca, den Soundcollagen eines Projektes wie Bardo Tödrol und einem Schuss ritueller Apokalypse wünschen, dass &#8220;Erotica Esotica&#8221; nicht das einzige Album der beiden bleiben wird. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Chiærichetti Æditore Ræcordings</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230104_220856_583.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3738091888/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>MICHELE ANELLI / PAUL BEAUCHAMP / ANDREA CAUDURO: Sometimes Someone Watches</title>
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		<pubDate>Sat, 21 May 2022 04:40:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Andrea Cauduro]]></category>
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		<category><![CDATA[Paul Beauchamp]]></category>

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		<description><![CDATA[Die unsichere Sendersuche am Radio und das elektronisch verfremdete Hantieren, das einen zu Beginn von &#8220;Sometimes Someone Watches&#8221; in ein dezentes Chaos zieht, sind nicht die einzigen schwer definierbaren Klänge auf diesem Album. Über einige Minuten hinweg blubbert und knackt &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/05/21/michele-anelli-paul-beauchamp-andrea-cauduro-sometimes-someone-watches/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/05/sometimessomeonewatches.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-29737" title="sometimessomeonewatches" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/05/sometimessomeonewatches-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die unsichere Sendersuche am Radio und das elektronisch verfremdete Hantieren, das einen zu Beginn von &#8220;Sometimes Someone Watches&#8221; in ein dezentes Chaos zieht, sind nicht die einzigen schwer definierbaren Klänge auf diesem Album. Über einige Minuten hinweg blubbert und knackt und schabt und trötet es, und man hat schnell den Eindruck, dass die zahlreichen Sounds hier sich selbst überlassen sind und weitgehend <span id="more-29736"></span>freie Hand haben. Wenn sich dann doch irgendwann ein Anschein von Kohärenz hinter den Schauplatz schiebt, hält man das vielleicht nur für eine der Gewöhnung geschuldete Illusion.</p>
<p>Die drei in Turin lebenden Musiker Michele Anelli, Paul Beauchamp und Andrea Cauduro, die das Album vor einigen Monaten mit Synthesizern, Gitarren, Tape-Technik und einigen zusätzlichen elektronischen Gerätschaften eingespielt haben, kannten sich schon länger und fanden die gemeinsame Session wohl unvermeidlich – eine Einschätzung, die sich durch die Kohärenz der drei improvisierten Stücke bestätigt.</p>
<p>Wer immer der mysteriöse Beobachter ist, der dem Album seinen Titel gab: Das Vergehen der Zeit scheint ein übergeordnetes Thema zu sein, was nicht nur die drei Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft implizierenden Tracktitel – &#8220;The Last Time The Door Was Open&#8221;, &#8220;One Dwells There Within Who Talks To The Morning Mists&#8221;, &#8220;A Sort of Foreknowledge of the Coming Series of Events&#8221;  – nahelegen, sondern auch die narrative Struktur, die ganz einer Bewegung aus diffusem Chaos hin zu einem aufgeräumte(re)n Ziel zu entsprechen scheint. Das erste Stück erinnert über weite Strecken an eine langsame Suche mit subjektiver Kamera im Chaos eines dunklen, mit viel Geröll vollgestopften Raumes. Dreht man sich im Kreis? Die Unsicherheit bleibt bestehen, doch irgendwann ändert sich das Tempo leicht, die Suche wird stockender, aber vielleicht ist auch dies wieder in nur eine Illusion, ähnlich der Autohupen, der Spritzpistolen, der schreienden Möwen, die in einem anderen Raum erklingende ethnofolkige Melodie, die sicher alle von ganz anderen Soundquellen erzeugt werden.</p>
<p>Die flächige Dröhnung in &#8220;One Dwells There Within Who Talks To The Morning Mists&#8221; ist anfangs so laidback, dass man sich leicht an einem weniger gefahrvollen Ort wähnen könnte, doch auch hier steckt in den halluzinierbaren Klängen – rasselnde Becken, strömendes Akkordeon, Orchestrales – eine subtile Spannung, die dank des von Rauschen ummantelten Schwebedrones direkt ins Unbewusste sickert. Die scheinbar gleichförmige Hypnotik des Schlusstracks vermag die vielen subkutanen Details lange vergessen machen und könnte der Sound des Angekommenseins sein, doch mittlerweile sind die Sinne schon zu geschärft für subtile Brüche, und der Titel &#8220;A Sort of Foreknowledge of the Coming Series of Events&#8221; lässt ohnehin die Ruhe vor dem Sturm und somit einen offenen Schluss vermuten.</p>
<p>&#8220;Sometimes Someone Watches&#8221; ist mehr ein auditiver Thriller als ein potenzieller Soundtrack zu einem ähnlich gearteten Film und ein mehr als gelungenes Gemeinschaftswerk, das nach einer Fortsetzung verlangt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Chiærichetti Æditore Ræcordings</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=453285223/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>NATURA MORTA: Diotima</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Feb 2022 06:32:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Chiærichetti Æditore Ræcordings]]></category>
		<category><![CDATA[Galilea Mallol]]></category>
		<category><![CDATA[Maria Mallol Moya]]></category>
		<category><![CDATA[Natura Morta]]></category>

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		<description><![CDATA[María Mallol Moya, die unter dem Namen Natura Morta oder Naturamorta auftritt, gehört zu den Künstlern, die es nicht übermäßig eilig mit ihren Soloarbeiten haben, und erfahrungsgemäß kann dies für ganz unterschiedliche Haltungen stehen. Oft ist es eine verquere Mischung &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/02/05/natura-morta-diotima/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/12/Naturamortadiotima.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-28177" title="Naturamortadiotima" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/12/Naturamortadiotima-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>María Mallol Moya, die unter dem Namen Natura Morta oder Naturamorta auftritt, gehört zu den Künstlern, die es nicht übermäßig eilig mit ihren Soloarbeiten haben, und erfahrungsgemäß kann dies für ganz unterschiedliche Haltungen stehen. Oft ist es eine verquere Mischung aus Geduld, Schüchternheit, Perfektionismus und der Überzeugung, nicht jeden nennenswerten musikalischen Einfall unter die Leute bringen zu müssen. Vielleicht spielt <span id="more-28175"></span>bei Natura Morta etwas von all diesen Gründen eine Rolle, nur eines ist auszuschließen, nämlich ein Mangel an kreativen Ideen.</p>
<p>Schon auf ihrem ersten Songbeitrag &#8220;No wine, no life, no bread&#8221; auf einer Compilation auf Hyla Tapes überraschte sie nicht nur mit einem ordentlichen Panorama an Soundquellen von Spoken Words über Feldaufnahmen bis hin zu akustischen Instrumenten, sondern auch mit einer soliden Bandbreite vom traditionellen und progressiven Einflüssen. Auch hat sie in den letzten Jahren immer wieder an Bands und Kollaborationen mitgewirkt, auch hier ist sie nie auf ein Genre festgelegt. Jüngst steuerte sie Gesang zu Rosacroces furiosem &#8220;Tropico del pianto&#8221;-Album bei.</p>
<p>Das Songmaterial zu ihrem nach einer weisen Seherin und Verkünderin der &#8220;platonischen&#8221; Liebe benannten Longplayer, dem auf Tape und digital erscheinenden &#8220;Diotima&#8221;, entstand nach und nach in den letzten Jahren, und man merkt der Musik die vielen Einflüsse, die in einer solchen Zeit notgedrungen an die Tür klopfen, deutlich an. Das Album eröffnet mit fein produzierter, rhythmisch pulsierender Elektronik und einem in der Luft schwebenden, fast etherischen Gesang &#8211; eine Mixtur, bei der eine gewisse Rauheit nicht im Widerspruch zum Intrikaten stehen muss. Man begegnet dem im Verlauf an weiteren Stellen: In &#8220;Head (Abyssm)&#8221; bewirkt die gleichermaßen organisch und meachanisch wirkende Soundtextur die irritierende Aura eines untoten Wesens, was vielleicht ganz gut zum Projektnamen passt. Im Vergleich dazu wirken vom Schwerpunkt her akustischere Stücke wie &#8220;The Second After the Big Bang&#8221; oder &#8220;When the Devil Comes&#8221; nahezu idyllisch. Letzteres ist ein fantastisches totentanzartiges Lullaby, von dem einige Dark Folk-Finsterlinge nur träumen können. &#8220;The Party Where I Play Dead&#8221; wäre die perfekte, auf Zehenspitzen daherkommende Post Altamont-Hymne. Natura Morta beherrscht die Kunst der Rückgriffe im populärkulturellen Warenhaus perfekt, wahrscheinlich ganz ohne es zu beabsischtigen.</p>
<p>Ein weiteres Merkmal fast aller Songs ist eine gewisse Tendenz ins Hörspielhafte, bei denen &#8211; wie im Titelstück &#8211; Piano, Rezitation und die Geräusche der Natur oft die wesentlichen Komponenten sind, Grillen und Zikaden verdienen ein Extra-Credit. In den verwunschenen Soundscapes von &#8220;Bosson du Higgs&#8221; entsteht aus wie zufällig mitgeschnittenen Gesprächsfetzen, stimmungsvollen Klavierparts und wie verlangsamte Peitschenhiebe kreisenden Loops eine spannungsgeladene Atmosphäre, die schwer zu charakterisieren ist. &#8220;Blood is (Eternal) Life&#8221; wirkt mit seinen leidgetränkten Sprach- und Flüster-Vocals vor einer verhuschten Soundkulisse wie ein in Zeitlupe stattfindender Trip in eine Unterwelt, die der eigenen Blutkreislauf sein könnte. In &#8220;Anahi&#8221; erwacht eine verhexte und von Unkraut überwucherte Welt aus einem langen Dornröschenschlaf, und wer hinter den amnutigen Klavierparts den (eventuell nur aus Flüstern erzeugten?) Lärm auszumachen versteht, ahnt, welch gewaltvoller Vorgang das ist.</p>
<p>&#8220;Diotima&#8221; ist ein reichhaltiges Debüt. Es ist um einiges runder und trotz Momenten der Verzerrtheit harmonischer und unkantiger ausgefallen als Natura Mortas erster Samplerbeitrag, und letztlich illustriert dies nur, wie vielfältig das Potential der Künstlerin ist. Wäre schön, wenn das nächste Album trotzdem nicht ganz so lange auf sich warten lässt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Chiærichetti Æditore Ræcordings</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1044989390/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>FABRIZIO MODONESE PALUMBO: Crinkle Crankle Wall</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Jan 2022 07:22:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Chiærichetti Æditore Ræcordings]]></category>
		<category><![CDATA[Fabrizio Modonese Palumbo]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich in den Irrgarten von Fabrizio Modonese Palumbos &#8220;Crinkle Crankle Wall&#8221; begibt, sollte sich möglichst gleich zu Anfang von der Illusion verabschieden, sich darin orientieren und eine optimale Richtung ausmachen zu können, denn Überraschungen und spontane Kehrtwenden lauern dort &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/01/15/fabrizio-modonese-palumbo-crinkle-crankle-wall/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/12/crinclecranklewall.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-28191" title="crinclecranklewall" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/12/crinclecranklewall-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wer sich in den Irrgarten von Fabrizio Modonese Palumbos &#8220;Crinkle Crankle Wall&#8221; begibt, sollte sich möglichst gleich zu Anfang von der Illusion verabschieden, sich darin orientieren und eine optimale Richtung ausmachen zu können, denn Überraschungen und spontane Kehrtwenden lauern dort an jeder Wegkreuzung.<span id="more-28189"></span></p>
<p>Beim Auftakt &#8220;Projet H&#8221;, der als kaputtes Freakout mit kratzigem Lärm und ausgelassenen Drums beginnt, fühlen sich wahrscheinlich alle, die dezente Dröhnung erwartet hatten, im falschen Film. Wer mit Palumbos Projekt <a href="http://africanpaper.com/2015/09/26/r-all-about-satan/">(r)</a> vertraut ist wundert sich vielleicht weniger über die fast an Crust Black Metal erinnernden ersten Minuten, die nur respektlose Solisten so hinbekommen. Schrilles surreales Tremolieren leitet über in ein Szenario aus einem sumpfigen Erdzeitalter, in dem diverse Gitarrenparts, eine Spieluhr und urige rituelle Rasselperkussion für die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen sorgen.</p>
<p>Dieser erste Track hätte mit nur wenig mehr eine veritable EP abgegeben und ist auch stimmungsmäßig eine Berg- und Talfahrt, bei der aber ein gewisser Stoizismus den Ton angibt. Dieser weicht im folgenden &#8220;I Vecchi Omosessuali&#8221; der getragenen Schwermut nur leicht melodisch angehauchter Rezitation, bis deren klagend-dröhnende Kulisse die Bühne einnimmt und sich gegen Ende noch einmal zu einer verzerrten Soundwand aufbäumt. Klingt so die faltige Wand aus dem Albumtitel, die droht, in ihre Bestandteile zusammenzufallen, bevor sie zu ihrem eigenen Monument wird?</p>
<p>&#8220;Crinkle Crankle Wall&#8221; hat eine Spieldauer von rund 80 Minuten, und man könnte viel zu den einzelnen Tracks und ihren internen Verzweigungen sagen, an deren Gestalt vereinzelte Gäste als Performer und Remixer mitwirken. Zum vordergründig unscheinbaren Wohlklang des zwiespältigen Lullabys &#8220;Everything Must Go&#8221; mit seinem unterschwelligen Brodeln und der Melodie, die etwas zu entrückt ist um nur schön zu sein. Zur bedrohlichen Wucht des live aufgenommenen &#8220;Panorama Paradise&#8221;. Zum mit einem gemurmelten Mantra eingeleiteten &#8220;Exorcism&#8221;, dessen kernige Drones sich immer mehr aufblähen. Zu den cinematischen &#8220;San Lupo&#8221;-Stücken, die eine Heterotopie für sich aus Synthies und Strings bilden. Zum knarrenden Hantieren vor einer Soundkulisse der Natur in &#8220;Torino Exotica&#8221;, das im Nutria Mix vorliegt &#8211; ich vermute dahinter Coypu, Palumbos Projekt mit Ben Chasny und Daniele Pagliero, denn beide Namen stehen für die Bisamratte.</p>
<p>In seiner Gesamtheit wirkt &#8220;Crinkle Crankle Wall&#8221; fast wie ein Ideensteinbruch, aus dem manch einer mehr als nur ein Release gemacht hätte, und vielleicht sollte man die vorliegende Musik tatsächlich wie den zugänglichen Teil eines viel größeren unterirdischen Ideenkosmos betrachten, zu dem man wie bei Kafkas <em>Bau</em> durch verschiedene Einfallstore Zugang findet, und der sich doch nie ganz erschließen lässt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Chiærichetti Æditore Ræcordings</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3260568958/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>FUTEISHA: Attorno a me le Ombre</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Jan 2022 06:32:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Chiærichetti Æditore Ræcordings]]></category>
		<category><![CDATA[Futeisha]]></category>
		<category><![CDATA[Juan Scassa]]></category>

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		<description><![CDATA[Futeisha, das in den letzten Jahren wenig aktive Projekt des früheren La Piramide di Sangue-Gitarristen Juan Scassa, verewigt auf dem vorliegenden Tape seine zweite Konzertaufnahme, diesmal mitgeschnitten bei der bislang letzten Show 2016, bei der die Band als Trio auftrat. &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/01/08/futeisha-attorno-a-me-le-ombre/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/12/a1085750021_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-28169" title="a1085750021_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/12/a1085750021_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Futeisha, das in den letzten Jahren wenig aktive Projekt des früheren <a title="LA PIRAMIDE DE SANGUE: Tebe" href="http://africanpaper.com/2012/08/21/la-piramide-de-sangue-tebe/">La Piramide di Sangue</a>-Gitarristen Juan Scassa, verewigt auf dem vorliegenden Tape seine zweite Konzertaufnahme, diesmal mitgeschnitten bei der bislang letzten Show 2016, bei der die Band als Trio auftrat. Wie gewohnt gibt es eine abenteuerliche Fahrt über Stock und Stein durch das nächtliche Land eines kollagenhaften, mediterran angehauchten Dark Folk.<span id="more-28168"></span></p>
<p>Was sich als rau, abgeklärt und paradoxerweise trotzdem nah am &#8211; hoffentlich inszenierten &#8211; Wahnsinn entpuppen wird, beginnt als von noisigem Feedback umhüllte Urschreitherapie, bei der man den nietzscheanischen Albtraum &#8220;Enfer amusical&#8221; vom &#8220;<a title="FUTEISHA: Alegria y Duelos de mi Alma" href="http://africanpaper.com/2016/05/28/futeisha-alegria-y-duelos-de-mi-alma/">Alegrias y Duelos di mi Alma</a>&#8220;-Album zunächst kaum wiedererkennt. Alle drei Alben Futeishas werden im Verlauf des Konzertes gewürdigt, doch weiter geht es zunächst mit &#8220;Notturno&#8221; vom gleichnamigen Tape, bei dem ein strömendes &#8211; diatonisches &#8211; Akkordeon auf Bauchtanzrhythmen und anmutige Zupfgitarren trifft. Fast ein Idyll, trotz all dem verwegenen Nihilismus, der hier unausgesprochen durch die Luft schwirrt und geisterhafte Fratzen schneidet.</p>
<p>Schöne folkige Momente gibt es immer wieder: im Rondell &#8220;Dannato&#8221; vom ebenso betitelten <a title="FUTEISHA: Dannato" href="http://africanpaper.com/2014/07/05/futeisha-dannato/">Debüt</a>, das in die letzten Minuten eines Showdowns passen würde, oder auch bei einer neuen Version des anrührenden Akkordeonstücks &#8220;Curento 93&#8243;. &#8220;El Camino de los Sueños&#8221; knüpft für Augenblicke an die besinnliche Stimmung an und klingt zunächst wie eine bedächtige Prozession, doch gehetztes Klappern und ein fast beängstigend ekstatisches Jaulen, Hecheln und Brabbeln demonstrieren, um welche Art Träume es sich handelt und führen so in eine ganz andere Richtung. Der aufgescheuchte Wahn bleib letztlich bei &#8220;Absolute Evil&#8221; und dem reißerischen &#8220;Nel Roseto&#8221; bestehen. Das Resultat ist ein seltsam verklärter Rattlesnake-Punk.</p>
<p>Das apokalyptische &#8220;Temujin&#8221; liefert den eigentlichen epischen Abspann, doch wie um zu signalisieren, das längst nicht alles gesagt ist, dringt noch ein Hidden Track aus den Lautsprechern und verabschiedet die hoffentlich begeisterten Zuschauer und Zuhörer mit spanischen Gitarren und leidenschaftlichem Klappern auf etwas, dass die nicht vorhandenen Kastagnetten würdig vertritt. Tolles Tape, so mein kurzes Fazit, das ich vor allem überzeugten Sound Fetischisten empfehle, weil ich die so gerne ärgere. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Chiærichetti Æditore Ræcordings</strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_211224_175511_062.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1274540701/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>GIANNI GIUBLENA ROSACROCE: Tropico del Pianto</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2021 05:34:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Chiærichetti Æditore Ræcordings]]></category>
		<category><![CDATA[Galilea Mallol]]></category>
		<category><![CDATA[Gianni Giublena Rosacroce]]></category>
		<category><![CDATA[La Piramide Di Sangue]]></category>
		<category><![CDATA[Movie Star Junkies]]></category>

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		<description><![CDATA[Hinter dem Nom de guerre Gianni Giublena Rosacroce verbirgt sich der Turiner Multiinstrumentalist Stefano Isaia, der hierzulande wahrscheinlich am ehesten noch als Klarinettist der orientalisierenden Psychedelic Rocker La Piramide di Sangue, vielleicht auch als Mitglied der Movie Star Junkies in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/10/30/gianni-giublena-rosacroce-tropico-del-pianto/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/tropicodespianto.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-27507" title="tropicodespianto" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/10/tropicodespianto-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Hinter dem Nom de guerre Gianni Giublena Rosacroce verbirgt sich der Turiner Multiinstrumentalist Stefano Isaia, der hierzulande wahrscheinlich am ehesten noch als Klarinettist der orientalisierenden Psychedelic Rocker La Piramide di Sangue, vielleicht auch als Mitglied der Movie Star Junkies in Erinnerung geblieben ist. Isaia spielt aber neben seinen zahlreichen Bands seit mindestens einem Jahrzehnt solo und hat unter<span id="more-27506"></span> dem genannten Pseudonym eine Reihe an Tapes und anderen Alben, u.a. eine mehrteilige Hommage an Georg Trakl, herausgebracht.</p>
<p>Trotz seiner sprunghaft wirkenden Vielseitigkeit, die oft auf engem Raum von Folk und Kammermusik über Psych-, Garage und sonstigen Rock bis zum Noise springen kann, hätte wahrscheinlich kaum jemand mit einem verqueren Bossanova-Album gerechnet. Als ein solches kann man &#8220;Tropico del Pianto&#8221;, das aus zum Teil bis zu zehn Jahre alten home recordings und einem Livetrack besteht, durchaus bezeichnen. Man merkt es aber nicht gleich von Anfang an.</p>
<p>Eingeleitet wird das Album mit einem in aufwühlende Wehmut getauchten Vorspann, bei dem ein schönes Klaviersolo, das an Gurdjieff erinnert und ebenso gut aus einem Film der Siebziger stammen könnte, mit einer groovig rasselnden Perkussion zusammengeführt wird. Spanische Gitarren gesellen sich dazu, und irgendwie steckt bereits in dieser kleinen Miniatur das ganze Charisma der Musik, und die orientalisierende Klarinette, eines der Markenzeichen Rosacroces, leitet dann auch gleich in den Rest des Albums über, das eine furiose Mischung aus Dolce Vita und Weltuntergang bietet &#8211; und eine sympathische Liebe zum Lofi und zu Schrägheiten aller Art.</p>
<p>Das Spiel der Klarinette und der groovige Takt vieler Stücke wecken durchgehend Assoziationen zu abgründig-romantischen Filmen aus besseren Zeiten, bei denen man mit eben solcher Musik im Cabrio eine sonnige Küstenstraße entlang cruist, die sanften Ornamente des zentralen Instruments in &#8220;Esperame en tu sueños&#8221; lassen längst archetypisch gewordene Stimmungen aus dem kollektiven Gedächtnis des 20. Jahrhunderts lebendig werden. Doch dass bereits die Rhythmen oft wie aufgeklebt wirken und fast immer wie merkwürdig aus dem Takt geraten scheinen, gibt der Musik erst ihren einzigartigen Charme. In &#8220;Tropico Oscuro&#8221; beispielsweise, das mit dem wehmütigen Gesang von Galilea Mallol (Lame, Space Aliens From Outer Space) einen perfekten Pineapple Pop abgeben könnte, machen klappernde Ohrfeigen-Takte das Idyll kantig und bewahren es vor der Falle des nur noch Schönen.</p>
<p>Kanten subtilerer Art stecken aber schon in dem verliebten Gefühlsmix aus Schwermut und Euphorie, das sich ganz automatisch aus dem Zusammenspiel von Melodien und Rhythmen ergibt. In &#8220;La Llamada&#8221; macht sich (nicht erst beim Klingeln eines Weckers) eine gewisse Aufgekratztheit im feierlichen Pathos bemerkbar, im Titelsong wird das ganze noch untermauert von Isaias von einem gewissen Phlegmatismus durchdrungenen Gesang und einen Text über das Leben, die Liebe und den Schmerz &#8211; der Song ist Pineapple Blues pur und hätte in vielfacher Hinsicht auf Novy Svets &#8220;Into your Skies&#8221; eine gute Figur gemacht.</p>
<p>Wen all das noch nicht anfixt, der sollte &#8211; wenn ihm denn noch zu helfen ist &#8211; spätestens beim behäbigen Walzer &#8220;Rosa dei Venti&#8221; mit seinem Akkordeon und der bauchigen Klarinette das Herz aufgehen. &#8220;I am the wind that blows wild&#8221; singt der Antiheld in dem Live-Mitschnitt und stolziert trunken auf Stelzen ins Dunkel der Nacht. Jedes Fazit erübrigt sich. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Chiærichetti Æditore Ræcordings</strong></p>
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