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	<title>African Paper &#187; Krank</title>
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		<title>V.A.: All My Sins Remembered II The Sonic Worlds Of John Murphy</title>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2021 05:46:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der vor einigen Jahren verstorbene John Murphy schien oft omnipräsent, man sprach von einem „Urgestein“ des Industrials, einer „Ausnahmefigur“ und es dürfte schwer sein, all die Projekte, an denen er in irgendeiner Form beteiligt war, komplett zu überblicken. 2016 erschien &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/05/15/v-a-all-my-sins-remembered-ii-the-sonic-worlds-of-john-murphy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/a3221871990_16.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-25452" title="a3221871990_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/a3221871990_16-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der vor einigen Jahren verstorbene <a href="http://africanpaper.com/tag/john-murphy/">John Murphy</a> schien oft omnipräsent, man sprach von einem „Urgestein“ des Industrials, einer <a href="http://africanpaper.com/2016/07/16/v-a-all-my-sins-remembered-the-sonic-worlds-of-john-murphy/">„Ausnahmefigur“ </a>und es dürfte schwer sein, all die Projekte, an denen er in irgendeiner Form beteiligt war, komplett zu überblicken. 2016 erschien auf<a href="http://africanpaper.com/tag/the-epicurean/"> The Epicurean</a> <a href="http://africanpaper.com/2016/07/16/v-a-all-my-sins-remembered-the-sonic-worlds-of-john-murphy/">der erste Teil </a>einer (mehr als) Hommage an Murphy und sein (Lebens-)Werk:<span id="more-25450"></span> Auf drei CDs wurde sowohl der Versuch einer chronologischen als auch einer musikalischen Anordnung unternommen, wobei ganz klare Abgrenzungen nicht immer möglich waren. Murphy war kurzzeitig im Mainstream angekommen, als er in den frühen 80ern für The Associates Schlagzeug spielte, seine große Liebe galt aber immer der Musik, die sich abseits von Konventionen lokalisieren ließ, die man mit dem letztlich nur unzutreffenden Attribut „experimentell“ versehen konnte. In seinem heimatlichen Australien dürfte es kaum Bands und Projekte abseits des Mainstreams gegeben haben, die nicht in irgendeiner Weise mit ihm zu tun gehabt hätten. Bei dieser umfangreichen Dreifach-CD fanden sich dann naturgemäß sowohl Projekte, bei denen Murphy federführend war als auch welche, bei denen er (&#8220;nur&#8221; möchte man in seinem Fall nicht sagen) Schlagzeug spielte.</p>
<p>Dieser zweite Teil ist stärker fokussiert auf Murphys eigene Projekte, geht weniger in die Breite, sondern rückt die experimentell-rituellen, in der Industrialkultur verwurzelten Projekte in den Vordergrund, die sicher letztlich ihm auch mit am meisten bedeuteten. Dabei finden sich über zwei CDs verstreut Aufnahmen, die die Jahrzehnte überspannen.</p>
<p>Ein Projekt, das Murphy in all den Jahren immer wieder, namentlich teils leicht variiert, verwendete, war Krank (auch u.a. Krang, Crank, Rkang, Krang Music): Eröffnet wird die erste CD von „NAOS Number 1“, der Seite des vor einigen Jahren veröffentlichten und <a title="KRANK / THE GRIMSEL PATH: Verdant Hum" href="http://africanpaper.com/2014/10/11/krank-the-grimsel-path-verdant-hum/">hier</a> besprochen Splittapes mit The Grimsel Path. Über den Track fanden sich auf diesen Seiten folgende Worte: „Das ursprünglich 2007 und 2012 von Murphy und Gerechtigkeits Ligas Till Brüggemann aufgenommene Stück vereint Elektronik, die wie zwitschernde Vögel klingt, Fiepen, dunkles Dröhnen, Glöckchen, Klingeln, Noisefragmente zu einer Kollage, die genug Leerstellen enthält, um Vorhersehbarkeit zu entgehen und letztlich ein Soundtrack für einen Film sein könnte, der seine Inspiration aus J. G. Ballards Mitte der 70er publizierten Werken wie<em> Concrete Island</em> oder<em> High Rise</em> zieht.“ Was bei erneutem Hören auffällt, sind die kurzen Momente des Innehaltens, des Verstummens in dieser dystopisch anmutenden 20-minütigen Klanglandschaft, der fortwährend eine unterschwellige Bedrohung anhaftet. Auch die zweite Seite des Tapes ist hier vollständig enthalten: Live während des in Berlin stattfindenenden „Foetus Frolics“-Festivals aufgenommen, bestanden The Grimsel Path aus Jon Evans und Murphy, die hier sicher an Krank anknüpfen. Die beiden verzichten aber auf allzu Brachiales und Noisiges -oder auch Plakatives, stattdessen auch hier eine dystopische Musik für eine scheinbar entvölkerte Welt, wie das unangenhem betitelte „Hair Soap Candles“, mit seinen Übertragungen aus einem urbanen wüsten Land verdeutlicht. Das letzte Stück dieses Tapes heißt dann bezeichnenderweise „End of Transmission“.</p>
<p>Von seinem Projekt Ophiolatreia sind auf der ersten CD die beiden Teile von „Mirror of Dionysos“ enthalten, 1992 von Murphy aufgenommen, entfernen sich diese Stücke etwas von dem industriellen Sound und nähern sich stärker ritueller Musik an. In den Linernotes schreibt Andrew Lonsdale in seinem Abriss über Murphys Entwicklung zutreffend: „Here was the elevation to high ritual of friction, agitation, and drone. Bowing and intonation become a form of summoning, unpretentious; without the false threat and angst raised by so many others for effect.“ Auf dem ersten Teil hört man Glöckchen, seltsame und durchaus unheimliche Stimmen, mysteriöses Schaben und Ächzen. Auf dem zweiten Teil kommen perkussives Stampfen und rezitative Vocals dazu, man meint, einen Bullroarer zu hören. Von einem weiteren eher rituell ausgerichteten Projekt, My Father Of Serpents (vor Ewigkeiten erschien<a href="https://www.youtube.com/watch?v=09GKPW64SRM"> ein Tape</a> auf Zero Cabal), ist ein Mitschnitt von einem Auftritt beim Melbourne Public Television aus dem Jahre 1988 enthalten, der musikalisch durchaus an die Ophiolatreia-Stücke anknüpft. Das ist kein Zufall, Murphy betonte in einem <a href="https://spectrummagarchive.wordpress.com/interviews/john-murphy-shining-vril-knifeladder-interview-2002/">Interview</a> die enge musikalisch-konzeptionelle Verbindung beider Gruppen. Abgeschlossen wird die erste CD von einem weiteren My Father Of Serpents-Stück &#8211; einer unbetitelten Aufnahme von 1987-, das mit leiernden Radiosamples eingeleitet wird. Ebenso wie dem dritten My Father Of Serpents-Stück (aus dem Jahr 1989), das die zweite CD eröffnet, sind das Lovecraft&#8217;sche Invokationen, durchzogen von verhallendem Knarzen und Schreien. Das darauf folgende sehr kurze 1989 aufgenommene Ophiolatreia-Stück lässt an Current 93s „Maldoror is Dead“ denken und man sollte nicht vergessen, dass Murphy David Tibet bei dem kurzlebebigen Projekt Dogs Blood Order unterstützte („The Culling Came. No-one noticed.“, hieß es damals, als zwei Liveaufnahmen veröffentlicht wurden). Den größten Teil der CD macht das einstündige, aus mehreren Teilen bestehende Crank-Stück aus, urspünglich als &#8220;Chaos&#8221; betitelt, das wieder industrieller und weniger rituell ist. Man hört Atonales, repetetive perkussive Schleifen, dann wieder ein Zurücknehmen des Lärms, eine Passage, die wie ein Versuch Jahrmarkstmusik zu spielen, klingt, dröhnende Stimmen.</p>
<p>Wenn der oben zitierte Lonsdale davon spricht, dass die Aufnahmen „unpretentious“ seien, dann trifft das ganz gut, denn der falsche Pathos, der manche rituelle Aufnahmen durchzieht, fehlt hier völlig. Obwohl zwischen den hier zu findenden Aufnahmen (teilweise) Jahrzehnte liegen, so machen sie in dieser Zusammenstellung, An- und Nebeneinanderreihung, deutlich, wie konsequent und konsistent Murphy über Jahrzehnte an einem, seinem Sound arbeitete.  (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://the-epicurean.transformed.de/theepicurean.html">The Epicurean</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=701012534/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>All My Sins Remembered II: Neue Compilation zu John Murphy</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2021 04:41:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[The Epicurean bringt im Mai eine neue Compilation zum Werk John Murphys heraus. Vom Titel her knüpft die Sammlung an den vor fünf Jahren erschienenen Sampler &#8220;All My Sins Remembered&#8221; an, auf dem ganze 37 ehemalige Weggefährten Songs zu Ehren &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/04/15/all-my-sins-remembered-ii-neue-compilation-zu-john-murphy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>The Epicurean bringt im Mai eine neue Compilation zum Werk John Murphys heraus. Vom Titel her knüpft die Sammlung an den vor fünf Jahren erschienenen Sampler <a title="V.A.: All My Sins Remembered. The Sonic Worlds of John Murphy" href="http://africanpaper.com/2016/07/16/v-a-all-my-sins-remembered-the-sonic-worlds-of-john-murphy/">&#8220;All My Sins Remembered&#8221;</a> an, auf dem ganze 37 ehemalige Weggefährten Songs zu Ehren des 2015 verstorbenen Drummers und Industrial-Veteranen beisteuerten. Auf dem zweiten Teil, der erneut den Untertitel &#8220;The Sonic Worlds of John Murphy&#8221; trägt, sind Projekte vertreten, in denen er selbst entweder im Alleingang oder als treibende Kraft agierte, und die im Rückblick im Schatten von Last Dominion Lost oder seiner Aktivität als Neofolk-Drummer stehen. Alle Tracks sind Murphys Tape-Archiv entnommen und wurden 2019 von Andrew Lonsdale restauriert, das Mastering stammt von Hunter Barr.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/04/fotor_1618384777195.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-24963" title="fotor_1618384777195" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/04/fotor_1618384777195.jpg" alt="" width="4608" height="3456" /></a><span id="more-24960"></span><br />
Zirka ein Drittel des Materials besteht aus den Tracks des vor sieben Jahren erschienenen Tapes <a title="KRANK / THE GRIMSEL PATH: Verdant Hum" href="http://africanpaper.com/2014/10/11/krank-the-grimsel-path-verdant-hum/">&#8220;The Verdant Hum&#8221;</a>, das einen halbstündigen Krank-Track und sieben Live-Tracks des mit Jon Evans betriebenen Projektes The Grimsel Path enthielt. Der Rest besteht neben weiterem Material unter dem Namen Crank &#8211; faktisch den Tracks des &#8220;Chaos&#8221;-Albums im neuen Mastering &#8211; aus Aufnahmen von Ophiolateria (u.a. zwei Versionen von &#8220;Mirror Of Dionysus&#8221;, eine bisher unveröffentlicht) und My Father of Serpents &#8211; hiervon eine Aufnahme aus dem australischen TV von 1988 sowie zwei unveröffentlichte Tracks. Die Compilation enthält rare Fotos, Film-Stills und einen Essay von Andrew Lonsdale und erscheint in verschiedenen Formaten. Mehr dazu in Kürze.</p>
<p><a href="http://the-epicurean.transformed.de/"><strong>Bald vorbestellbar @ The Epicurean</strong></a></p>
<p><strong><a href="http://africanpaper.com/2015/10/10/so-if-you-dont-like-it-there-must-be-something-good-about-it-interview-mit-john-murphy/">John Murphy im Interview</a></strong></p>
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		<title>LAST DOMINION LOST: Abomination of Desolation</title>
		<link>https://africanpaper.com/2017/10/28/last-dominion-lost-abomination-of-desolation/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Oct 2017 08:59:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem der Name Last Dominion Lost ursprünglich rückwirkend für Aufnahmen verwendet wurde, die John Murphy, Jon Evans und Dominic Guerin Anfang der 90er gemacht hatten, wurde in den letzten Jahren aus Last Dominion Lost eine aus Murphy, Evans sowie Julian &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2017/10/28/last-dominion-lost-abomination-of-desolation/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/10/Last-Dominion-LostR-10973588-1507477314-6375.jpeg.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-14416" title="Last Dominion LostR-10973588-1507477314-6375.jpeg" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/10/Last-Dominion-LostR-10973588-1507477314-6375.jpeg-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nachdem der Name Last Dominion Lost ursprünglich rückwirkend für Aufnahmen verwendet wurde, die John Murphy, Jon Evans und Dominic Guerin Anfang der 90er gemacht hatten, wurde in den letzten Jahren aus Last Dominion Lost eine aus Murphy, Evans sowie Julian Percy bestehende und in Berlin ansässige Band, die eine durchaus an den Ursprüngen des Industrials orientierte Geräuschmusik spielte, aber dem 21. Jahrhundert klanglich angemessen agierte. <span id="more-14415"></span>Über „Tower Of Silence“, das eigentliche Debüt, hieß es dann auch <a href="http://africanpaper.com/2014/09/13/last-dominion-lost-towers-of-silence/">auf diesen Seiten</a>, „dass Last Dominion Lost einen transparenten Klang schätzen, keinen Soundbrei, der vielleicht kurzfristig dem Hörer die Ohren zum Klingen bringt, dessen Effektivität sich aber schnell abnutzt.“ und man kann diese Einschätzung auch bzgl. des Nachfolgers – zwischendurch erschien das 2011 aufgenommene Livealbum <a href="http://africanpaper.com/2015/11/14/last-dominion-lost-snowdrops-from-a-curate%e2%80%99s-garden">„Snowdrops From A Curate’s Garden“</a>  – „Abomination of Desolation“ äußern, denn wenn eine Reihe von Vertretern atonaler Geräuschmusik auf maximale Verzerrung und Statik setzen (am offensichtlichsten bei dem selbst so betitelten Wall Noise), beschreiten Last Dominion Lost einen anderen Weg, bei der statt Statik Dynamik oder besser gesagt: Unruhe herrscht – und das ist bei diesem „uneasy listening“ durchaus als Kompliment zu verstehen.</p>
<p>Mit einem dem Buch Daniel entliehenen Titel, der auch schon <a href="https://www.discogs.com/Morbid-Angel-Abominations-Of-Desolation/master/4556">Morbid Angel</a> und <a href="http://www.eldritchdark.com/writings/prose-poetry-plays/1/the-abomination-of-desolation">Clark Ashton Smith</a> inspirierte, macht die Band deutlich, in welche Richtung das Album geht. Von Labelseite heißt es auch: „Desolation: total, utter, without remit. Departure, loss, absence, yawning valleys of noise. The overture moans from the terminal ward. The humiliation of the cadaver, the scouring of abandoned houses and rubbish heaps, a planet blasted by the fruits of hubris. The last sigh of bathos: &#8220;It is finished“.&#8221; Diese Sätze scheinen nur auf den ersten Blick hyperbolisch, denn natürlich kann bzw. muss man das Album auch vor dem Hintergrund von John Murphys Tod lesen. Murphy hatte Konzept und musikalische Ausrichtung ursprünglich für sein Projekt Krank angedacht, um seine Krankenhauserfahrungen zu verarbeiten. Beendet wurden diese Aufnahmen von Percy, Evans sowie Till Brüggemann von Gerechtigkeits Liga, der seit einiger Zeit festes Mitglied von Last Dominion Lost ist.</p>
<p>Letztlich ist das dystopische Musik, bei auf der der Stimme wenn nicht unbedingt eine zentrale, dann doch nicht zu unterschätzende Rolle zukommt: So etwa die Schreie, die auf „Overture To Desolation“ zu hören sind, während es scheppert und Glas zu zerbrechen scheint. Man hört aggressiv-derangierte Vocals auf „Dimunitive Cruciform“, irrsinnig dämonisches Stimmengewirr auf „Irrumatio Del Mortis“ oder aber im Hintergrund schreiende Personen auf „Bludger’s Kill“. „Devil’s Path, ein fast schon leicht atonales, analoges Ambientstück , wird von Flüstern durchzogen, „Beyond The Valley Of The Flies“ knüpft daran musikalisch an. Auf dem von ritueller Perkussion durchzogenen „Blueprint for Urban Warfare“ erklingen schmerzverzerrte Vocals, die eine psychische wie physische Auflösung zu illustrieren scheinen. Lediglich &#8220;Cursed Earth&#8221; erinnert vom Gesang an Power Electronics. Das ist vielleicht im positivsten Wortsinn pathologische Musik. In Anlehnung an Throbbing Gristle könnte man auch von einer “Journey through a diseased body” sprechen. Die Landschaften, die hier vor dem Auge des Hörenden entstehen, sind wahrlich (ver)wüst(et).</p>
<p>In <a href="http://www.eldritchdark.com/articles/reviews/29/klarkash-ton-as-described">Klarkash-Tons</a> Prosagedicht &#8220;The Abomination of Desolation&#8221; heißt es:„Of this horror, many tales are told, and nearly all of the tales are different. Some say that the thing has neither visible form nor audible voice“, Last Dominion Lost haben dem Grauen eine mehr als adäquate Stimme gegeben. (MG)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.transformed.de/">The Epicurean</a></strong></p>
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		<title>V.A.: All My Sins Remembered. The Sonic Worlds of John Murphy</title>
		<link>https://africanpaper.com/2016/07/16/v-a-all-my-sins-remembered-the-sonic-worlds-of-john-murphy/</link>
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		<pubDate>Sat, 16 Jul 2016 05:44:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[John Murphy war in vielem eine Ausnahmefigur. Er war einer der wenigen Pioniere des Industrial, die dieser Musik ihr Leben lang die Treue hielten und dennoch in ihrem Output eine enorme Vielseitigkeit an den Tag legten. Als Drummer früh am &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/07/16/v-a-all-my-sins-remembered-the-sonic-worlds-of-john-murphy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/07/JohnMurphyTribute.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-12396" title="JohnMurphyTribute" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/07/JohnMurphyTribute-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>John Murphy war in vielem eine Ausnahmefigur. Er war einer der wenigen Pioniere des Industrial, die dieser Musik ihr Leben lang die Treue hielten und dennoch in ihrem Output eine enorme Vielseitigkeit an den Tag legten. Als Drummer früh am Jazz geschult, entdeckte er in den 70ern Punk und dessen Folgeerscheinungen und gab den vielen noisigen Bands, denen er sich später anschloss, ein freies, improvisationslastiges Gepräge. Als Studio- und Livemusiker für folkige Bands hatte er ein Händchen nicht nur für Reduktion, sondern auch für ein luftiges Spiel mit<span id="more-12395"></span> den Cymbals, das nötig ist um das leichte Klanggewand akustischer Musik nicht zu ruinieren.</p>
<p>Als mit zahlreichen Effekten vertrauter Soundmagier in Soloprojekten und zahlreichen Bands war er, wie der Kurator der vorliegenden Compilation sagt, ein „Master of Sonic Chaos“, dessen Kompositionen keine Struktur akzeptieren und einem ständigen Gestaltwandel unterliegen. Eine weitere, oft unterschlagene Facette ist John als Vokalist, und in besonderen Momenten griff er sogar zur Gitarre.</p>
<p>Aber auch als Mensch war Murphy eine Ausnahmefigur. Trotz all seiner Errungenschaften hätte ihm alles Pratentiöse, das in der Musikwelt so weit verbreitet ist, nicht fremder sein können, seine unzähligen Kollaborationen, über die man ein dickes Buch schreiben könnte, suchte er stets nach Sympathie und gemeinsamen (musikalischen und in späteren Jahren vielleicht auch spirituellen) Interessen aus, nie nach Prestige-Kriterien. Auf seine freundliche, ruhige und zugleich humorvoll-kauzige Art weisen Alan Bamford, Andrew King und Jon Evans, drei Freunde und Weggefährten aus unterschiedlichem Lebensphasen, gleichermaßen in ihren im Booklet abgedruckten Erinnerungen hin.</p>
<p>Die Idee zu dem Sampler „All my Sins Remembered“, der nach einem Shining Vril-Stück benannt ist, kam Stefan Hanser vom Epicurean-Label noch vor Johns Tod im letzten Oktober. Damals hatte er den Plan, mit dem Erlös einen Teil zu den großen Kosten für seine verschiedenen medizinischen Behandlungen beizutragen. Es kam jedoch anders, und John verstarb früher als erwartet, und so gehen sämtliche Einnahmen an Johns Witwe Annie, um sie beim Begleichen zahlreicher mit Johns Krankheit auftauchender Kosten zu unterstützen.</p>
<p>Wie im Booklet ausgeführt war die Trauer um John groß und ein Nebeneffekt war, dass es für eine Zeit und vielleicht auch ein bisschen nachhaltig zu einem spürbaren Gemeinschaftsgefühl zwischen ganz unterschiedlichen Freunden und Fans kam. Schnell fanden sich Musiker, die gemeinsame Tracks mit John, teils unveröffentlicht und oft vergriffen, sowie ein paar extra aufgenommene Hommagen beisteuerten. Die folgende Beschreibung soll dem Anlass entsprechend gar nicht als Rezension im Sinne einer kritischen Bewertung verstanden werden.</p>
<p>Die Sammlung aus Tracks von, mit und für John ist auf drei CDs verteilt und folgt grob einer chronologischen und stilistischen Anordnung, wobei keinem der beiden Kriterien sklavisch gefolgt wird. Die erste CD, auf der John schwerpunktmäßig als Drummer zu hören ist, deckt die 70er und frühen 80er Jahre ab und somit die beiden Zeiträume in Australien und die erste Zeit in London, eine Ära, in der das Gros im Zeichen von Punk, Post Punk und frühem Industrial steht. In diese Zeit fällt dann mit SPK eine seiner bekanntesten Bands überhaupt, von denen eine hypnotische Liveversion von „The Sandstorm Method“ vertreten ist. Ein besonderes Juwel ist Mandrix, seine psychedelisch angehauchte Rock-Band aus Schülertagen, von denen ein neu gemasterter Live-Track mit deftigen Drumsoli Johns erstmals einem größeren Publikum zugänglich gemacht wird.</p>
<p>Der Rest ist eine gute Mischung aus bekannten und weniger bekannteren Zusammenarbeiten, aus Australien sind dies NEWS mit einer trotzigen Uptempo-Punk-Nummer und die u.a. mit Sänger Ollie Olsen betriebenen Projekte WhirlyWirld, Hugo Klang und Orchestra of Skin and Bone, die sich mit treibender Perkussion und exzentrischer Aura jeder Genrezuweisung entziehen. Zudem SLUB mit Johns lärmigem Gitarrenspiel und Dumb and the Ugly, die Jahre später die (inhaltliche wie personelle) Brücke zu seiner Schülerband schlagen. Zuguterletzt dann ein bisher unveröffentliches Stück seines Krang-Projektes als Beispiel für Johns Händchen für chaotische Klangeffekte. Aus der frühen Londoner Zeit finden sich beispielhaft für die (relativ) poppige Seite The Associates, fürs Grobe dann Whitehouse mit einer improvisierten Livedarbietung von 1982, die damals als Electro Pop angekündigt werden musste, um überhaupt stattfinden zu können.</p>
<p>Auf der zweiten Scheibe, deren Beiträge zeitlich ab Mitte der 80er angesiedelt sind, stehen Spielarten des postindustriellen Lärms im Zentrum, wie man sie nach dem Ende der klassischen Zeit kennen sollte. In einer ganzen Reihe an Tracks ist John primär für Synthies, Samples, Tapes und Effekte zuständig, die Bandbreite reicht von wuchtigen bis düsteren Kollagen (Browning Mummery, Sooterskin Flesh) und dunklen, teils sleazigen Traumsequenzen (MAA, Bordel Militaire) bis hin zu derbem Powernoise (Wertham) und den längst zu seinem Markenzeichen avancierten Klangstrudeln (Vhril, Krank, The Walking Corpses und die Live-Aufnahmen von The Grimsel Path und My Father of Serpents &amp; the Disciples of None).</p>
<p>Die starke Rhythmussektion verkörpert er wiederum im rituell hypnotischen Beitrag von Gerechtigkeits Liga. Besondere Hervorhebung verdienen die Tracks mit Johns energiegeladenen Vocals wie das tonnenschwere „Pure“ von Lustmord lange vor deren Ambientphase und die launige Anton LaVey-Interpretation mit Blood &amp; Iron, seiner Band mit Landsmann Bain Wolfkind. Eine exklusive Hommage für dieses Tribute steuern Genozide Organ bei, die ihre gewohnte Aggressivität nur unterschwellig durchscheinen lassen und ein unheimliches, metallenes Schaben in den Vordergrund stellen, das John, so behaupte ich mal, gefallen hätte.</p>
<p>Klischeehaft gesprochen deckt die dritte CD den Neofolk-Teil von Johns Werk ab, genau genommen ist allerdings kein einziger typischer Neofolk-Song vertreten, dafür aber eine Reihe an soundscapigen Stücken mit (neo)folkigen Anleihen. Dazu zählen die exklusiv für diese Sammlung aufgenommenen Beiträge von Of The Wand And the Moon und Die Weiße Rose, ferner Foresta di Ferro und Andrew King, der sich mit seinen Kirlian Camera-Cover, das Drumparts von John und Aufnahmen vom Ort seines Todes enthält, schon recht weit von jedem Folk entfernt. Die songorientiertesten Beiträge sind das postpunkige Naevus-Stück sowie ein Klassiker von David E. Williams – da John selbst das Stück einmal gecovert hat, montierte Williams Spuren dieser Version ein, so dass daraus ein interessantes Duett entstand.</p>
<p>Recht straight am Schlagwerk ist John zu hören im bis dato unveröffentlichten „Long March“ von KnifeLadder und in einer Liveversion des vielleicht bekanntesten Blood Axis-Stücks nebst Intro. Rituelle Live-Aufnahmen mit John an Zither und Perkussion gibt es jeweils zu hören von Nikolas Schreck und Zeena Schreck, zwei weitere Höhepunkte bilden der von bizarren Sounds durchdrungene Song von Johns später Hauptband Last Dominion Lost (ganz groß Johns &#8220;hexige&#8221; Vocals im Duett mit Jon Evans) und – als wahres Juwel und mein persönlicher Favorit – das Scott Walker-Cover „Bouncer See Bouncer“, dem John als Shining Vril ein leicht an die mittleren Coil erinnerndes Klanggewand verpasst.</p>
<p>„All my Sins Remembered“ enthält alle Soloprojekte und Bands, in denen John im Laufe der Jahre ein festes Mitglied war, sowie einen Großteil seiner sporadischen und einmaligen Kollaborationen. Natürlich fehlt der eine oder andere, der entweder nicht zu erreichen war oder kein passendes Stück zur Hand hatte &#8211; von etwaigen Verschwörungstheorien, man hätte aus persönlichen Gründen bestimmte Musiker gezielt ausgeschlossen, sollte man absehen.</p>
<p>In allererster Linie ist diese Compilation ein Ausdruck der Dankbarkeit und der Erinnerung an einen vielseitigen Menschen, den viele der teilnehmenden Musiker als Freund betrachten. Gerade die Vielseitigkeit der Beiträge macht den Sampler aber auch zu einem interessanten Abriss über ein Stück Geschichte subkultureller Musik – John war alles andere als ein klar rubrizierbarer Szenemusiker, der Industrial oder Folk nach bekannten Strickmustern gespielt hätte. Stets interessierte ihn der musikalische Dialog mit denen, die bereit waren Grenzen beiseite zu schieben und Ungewohntes zu wagen. Sie hätten kaum einen besseren finden können. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.transformed.de/theepicurean.html">The Epicurean</a></strong></p>
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		<title>So if you don&#8217;t like it there must be something good about it. Interview mit John Murphy</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2015 05:21:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[John Murphy ist einer der wenigen Pioniere des Industrial, die der Musik, die sie miterfunden haben, über die Jahrzehnte hinweg treu geblieben sind. Und das muss bei Murphy schon deshalb hervorgehoben werden, weil er ein ausgesprochen vielseitiger Musiker ist, der &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2015/10/10/so-if-you-dont-like-it-there-must-be-something-good-about-it-interview-mit-john-murphy/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnUrbaniakTop.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10803" title="JohnUrbaniakTop" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnUrbaniakTop-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>John Murphy ist einer der wenigen Pioniere des Industrial, die der Musik, die sie miterfunden haben, über die Jahrzehnte hinweg treu geblieben sind. Und das muss bei Murphy schon deshalb hervorgehoben werden, weil er ein ausgesprochen vielseitiger Musiker ist, der meist mehreren Arbeiten parallel nachgeht und so manche Wandlungen und Entwicklungen vollzogen hat. John ist seit den 70ern ein renommierter Drummer, spätestens seit seiner Zeit bei SPK ist die elektronische Bearbeitung von Sounds sein zweites Standbein, und vielleicht sind seit jeher gerade die Projekte am interessantesten, bei denen er beide Fähigkeiten zusammenbringt. <span id="more-10908"></span> Murphy nahm im Australien der späten 70er aktiv an der Punkbewegung teil und kam von dort direkt zum gerade aufkommenden Industrial. Später, nach einer ersten Zeit in Europa, spielte er als Drummer mit z.T. kommerziell recht erfolgreichen Rock- und Pop-Acts wie Max Q. Interessanterweise finden diese Arbeiten heute auch ihren Nachhall in seinem Livedrumming mit zahlreichen akustischen Dark Folk-Gruppen. Seit einigen Jahren konzentriert sich Murphy wieder verstärkt auf seine eigenen Bandprojekte, und in den letzten Jahren gab es zahlreiche Aufnahmen und Konzerte mit Acts wie Krank, The Grimsel Path, Walking Corpses und v.a. Last Dominion Lost, von denen bald ein Konzertmitschnitt mit exklusiven Stücken erscheinen wird. Gerade diese Aktivitäten und ihre Hintergründe stehen auch im Zentrum des Interviews, das wir vor kurzem mit Murphy geführt haben. Ebenfalls zur Sprache kommt Johns schwieriger gesundheitlicher Zustand. Am Tag unseres Treffens war er trotz allem ein ausgesprochen heiterer und freundlicher Gastgeber, was sich ebenfalls in dem Interview abzeichnet. An der Stelle wollen auch wir John, seiner Frau Annie und allen engen Angehörigen und Freunden die besten Wünsche ausrichten.<br />
</strong></p>
<p><a title="So if you don’t like it there must be something good about it. Interview with John Murphy" href="http://africanpaper.com/2015/10/10/so-if-you-dont-like-it-there-must-be-something-good-about-it-interview-with-john-murphy/"><strong>English Version</strong></a></p>
<p><em><strong>John, die letzten Jahrzehnte über warst du sowohl als Beobachter als auch als Musiker Teil der sogenannten &#8220;industrial culture“. Was kannst du uns über die wichtigsten Entwicklungen und Veränderungen erzählten, die du beobachtet hast und zu denen du beigetragen hast? </strong></em></p>
<p>Nun, es ist heute alles wesentlich variationsreicher, viele unterschiedliche Subgenres waren irgendwann da. Viele Sachen, die in den frühen Tagen entstanden sind, entwickelten sich in Richtung Power Electronics, wo jeder irgendwann Whitehouse kopierte, und es immer um Serienmörder und solche Sachen ging. Ich könnte mich irren, aber ich denke, dass das nicht mehr so sehr im Vordergrund steht.</p>
<p><em><strong>Es wurde irgendwann zu einer Sackgasse..</strong></em></p>
<p>Ja, es ging immer nur um die gleichen Themen, eine Sackgasse, es wurde immer langweiliger. Und heute ist da viel mehr Humor drin, was wichtig ist, vieles damals war komplett humorlos, und es kam von Leuten, die in der realen Welt offensichtlich mit psychischen Problemen zu kämpfen hatten. Ein paar Leute in der frühen Zeit wie Cabaret Voltaire oder Throbbing Gristle hatten eine Menge Humor, aber das ging anscheinend verloren, und die Leute, die danach kamen, zumindest viele davon, ließen jeden Humor vermissen. Besonders Acts aus Nordeuropa, die die britische Ironie nicht verstanden, den bizarren englischen Humor, den es auch in Australien gibt. All das gab es bei ihnen nicht, sie kamen immer mit dem gleichen Zeug an und es wurde langweilig. Jon Evans ist der beste Gesprächspartner, wenn man über so etwas reden will, wir haben oft darüber diskutiert. Es wurde langweilig, viele der Leute waren langweilige Typen im wirklichen Leben. Eindimensional und immer nur am reden über dunkle, schwarze Themen. Vielleicht ist es etwas Kulturelles, aber irgendwann war das auf einmal nicht mehr so.</p>
<p><em><strong>Gab es jemals eine Zeit, in der du dachtest, du würdest den Kontakt zu dieser Szene verlieren?</strong></em></p>
<p>Ja, und so ein bisschen kam es tatsächlich dazu, als ich Mitte der Achtziger in Australien war. Ich hatte eine Menge an kommerziellen Projekten laufen wegen meiner Fähigkeiten als Drummer, aber ich gab es nie wirklich auf, auch wenn ich gelegentlich daran dachte. Viele Leute damals sagten „du bist ein großartiger Drummer, du verschwendest deine Zeit mit dem ganzen scheiß Krach“, aber ein Teil von mir wollte das immer noch machen. Ich bekam nicht viel Zuspruch damals, eher im Gegenteil, die Leute versuchten es ins Lächerliche zu ziehen, aber ich sagte „es interessiert mich nicht, was ihr denkt, es ist mir scheißegal, und wenn es euch nicht gefällt, dann muss was Gutes dran sein“, verstehst du&#8230; Ich blieb immer dran, auch wenn ich wusste, dass es da kaum Erfolgsmöglichkeiten gab, ich zog das nicht einmal in Betracht. Ich dachte international, und das war alles lange vor dem Internet. Ich hatte Sachen herausgebracht über das Label Extreme Records, das meistens nach Übersee vertrieb, hauptsächlich Kassetten.</p>
<p><em><strong>Kraang und andere Sachen&#8230;</strong></em></p>
<p>Ja, Kraang und ein paar Live Performances, und die andere Sache namens Shining Vril, die ganz frühen Shining Vril hatten zwei andere Namen, ich konnte mich nie entscheiden, welchen ich nehmen sollte. Einer davon war My Father Of Serpents. Es war so etwas wie ein Proto Dark Ambient Ritual-Ding. Ich nannte es aber manchmal auch Ophiolateria, ein altes Wort für Schlangenkult, ich hatte Kassetten unter dem Namen bei Ülex Xane herausgebracht, der Mann hinter Streicher, der viele Jahre lang Extreme Records betrieb. Und das immer noch macht, ich kenne ihn ziemlich gut. Wir hatten unsere Mühe, auch nur zwanzig Leute zusammenzubekommen, die in Melbourne Industrial mochten. Zur gleichen Zeit hatte ich mit jemand anderem Orchestra Of Skin And Bone, eine Art Avantgarde Postpunk-Geschichte, die ich für ziemlich gut erachtete.</p>
<p><em><strong>Was denkst du ist heute die Rolle von Industrial-Musik, nachdem jedes Tabu gebrochen und in zahlreichen Talkshows diskutiert worden ist? Es scheint nicht mehr nötig zu sein, einen &#8220;Informationskrieg&#8221; z.B. über abweichende Sexualität zu führen.</strong></em></p>
<p>Es ist heute einfach eine weitere Art von Musik. Nun, das ist meine Ansicht dazu, es ist kein musikalisches Neuland mehr wie in den späten Siebzigern, als Throbbing Gristle aktiv waren.</p>
<p><em><strong>Ein weiteres Popgenre?</strong></em></p>
<p>Um ehrlich zu sein, ja. Denn es beeinflusst die allgemeine Kultur unserer Zeit nicht mehr, es ist vollkommen unterschieden von heutigen Formen von Subkultur, nun, macht bei DENEN mit&#8230;</p>
<p><em><strong>Von den Medien akzeptiert und zugleich ignoriert.</strong></em></p>
<p>Genau, es ist nichts, womit du die noch wirklich schockieren kannst, es ist akzeptiert, nur eben mit Ohrstöpseln. Wenn du etwas wegen der Schockwirkung machen willst, nimm etwas anderes, aber vielleicht nicht gerade Musik. Es ist nur ein anderes Segment der Unterhaltung. Wir leben in einer anderen Ära speziell der elektronischen Musik, es gibt hunderte von unterschiedlichen Genres heutzutage. Industrial gilt allgemein als einer der Väter alldessen, aber es ist nicht relevant für die meisten der elektronischen Musikproduzenten heute, es ist Teil der Geschichte, aber es wird nicht mitreflektiert. Klar gibt es immer noch Leute, die Industrial-Musik spielen, aber für die Welt da draußen ist das nicht sehr wichtig.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByLauraFusato8859054732466129739_o.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10804" title="JohnMurphyByLauraFusato8859054732466129739_o" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByLauraFusato8859054732466129739_o-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Ich dachte letztens, dass eines der Schlüsselelemente der Bands oder Projekte, in denen du eine wichtige Rolle spielst,  ein gewisses rituelles Element ist. Siehst du das auch so? </strong></em></p>
<p>In den meisten, ja. Vielleicht nicht in allen, ich hatte ein paar Rockprojekte mit Leuten hauptsächlich in Australien, die das vielleicht nicht so hatten, aber das meiste aus dem experimentellen Bereich hat sehr viel Ritualismus in sich. Ich kann dir nicht sagen, warum das so ist, es ergibt sich einfach. Ich hatte nie viel mit EBM und vergleichbarem im Sinn, ich bin mehr im freien Fluss, so wie in einer Free Jazz-Band, weißt du, bei der eine dritte Stimme durch dich spricht. Es ist etwas, das einfach passiert.</p>
<p><em><strong>Du planst und komponierst nicht so viel im Vorfeld..</strong></em></p>
<p>Ja, manchmal vielleicht, aber es hängt davon ab, welches Projekt es ist, ich gehe nicht alles auf die gleiche Art an. Ob ich zum Beispiel aufnehme oder live spiele, davon hängt das ab. Mit wem ich arbeite ist von großer Wichtigkeit.</p>
<p><em><strong>Fasziniert dich die technische Seite der Musik, oder ist das mehr etwas notwendiges, das man eben beherrschen muss?</strong></em></p>
<p>Nun, ich hab es nie wirklich beherrscht&#8230; Ich finde es nicht so faszinierend und ich glaube auch nicht, dass es absolut notwendig ist, aber ich denke, es ist sehr hilfreich. Hängt davon ab, was du machst, nicht wahr. Wenn du hauptsächlich akustisches oder Jazz spielst, ist es nicht so wichtig, einen Laptop zu benutzen. Ich hab keine Abneigung gegen Computer oder elektronisches Equipment, ich arbeite gerne damit, aber ich bin kein leidenschaftlicher Enthusiast, was das angeht. Ich glaube, viele Leute haben eine solche Herangehensweise an die Musik, und ich denke vielen von denen sind autistisch, zumindest ist das meine Beobachtung des Charakters vieler Leute. Das sind offensichtlich Leute, die früher niemals in einer Band gespielt hätten, weil sie nicht wissen, wie man mit anderen Menschen interagiert. So hilft ihnen dann ein Laptop oder irgend eine andere Art von Computer-Technologie, ihre Erfahrungen zu machen und ihre Ziele zu verwirklichen. Ich hab keine Abneigung dagegen, Computer-Technologie zusammen mit anderen Dingen zu benutzen, meine einzige Abneigung richtet sich gegen Shows, wo man jemanden hinter einem Laptop sitzen sieht. Oft haben sie dann eine interessante Lichtshow, aber alles was sie machen, ist ein Midi-Keyboard zu spielen und ein paar Knöpfe zu drücken.</p>
<p><em><strong>Wie in einem Büro.</strong></em></p>
<p>Ja, irgendwie reizt mich das nicht. Für mich sind es Leute, die vor zwanzig Jahren, in der Zeit vor dem Internet, nicht einmal davon geträumt hätte, live auf einer Bühne zu spielen. Nun können sie das, es ist gut und schlecht zugleich.</p>
<p><em><strong>Du lebst jetzt schon eine ganze Weile in Berlin. Was macht diese Stadt zu einem so guten Ort für Künstler? </strong></em></p>
<p>Das Preiswerte, nicht wahr? Eine nette Atmosphäre, ja, und es ist relativ sicher. Und generell gibt es relativ gute kreative Vibes. Und ich habe eine Community hier, mit der ich ziemlich gut klar komme und arbeiten kann. Das hilft. London ist ebenfalls ein guter Ort mit guten Vibes, nur dass es eben ziemlich teuer ist. Berlin ist vielleicht die preiswerteste Stadt in Europa, und für jemanden mit einem begrenzten Einkommen wie ich ist es ein Geschenk Gottes, auf jeden Fall. Ich wollte zum Beispiel nicht in Kopenhagen leben wollen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak.jpg"><img title="JohnMurphyByKarolinaUrbaniak" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak.jpg" alt="" width="529" height="794" /></a></p>
<p><em><strong>Auch in London ist es wohl schon schwieriger, Konzerte zu organisieren.</strong></em></p>
<p>Nun, das ist noch mal eine andere Sache, es war früher nicht so. In den späten 90ern und den frühen 2000ern war es nicht so schwierig, aber nun wird es immer schwieriger, es gibt tausende von historischen Orten des alternativen Londons, die gentrifiziert und geschlossen werden, die Konzerträume existieren zum Teil nicht mehr. Deshalb benutzen sie heute Lagerräume, aber es ist immer noch schwierig.</p>
<p><em><strong>Auch das Publikum ist etwas überschaubarer als hier.</strong></em></p>
<p>Ich war länger nicht da für eine Show, ich war letztens Jahr mal kurz da. Es war eine ziemlich enthusiastische Crowd, aber ja, so viele Leute waren es nicht.</p>
<p><em><strong>Du hast über die Jahre in verschiedenen großen Städten gelebt. Hättest du deine Musik auch außerhalb eines urbanen Umfeldes machen können? Nicht nur wegen der fehlenden Auftrittsmöglichkeiten und Netzwerkstrukturen etc., sondern auch im etwas allgemeineren Sinne wegen der Atmosphäre. </strong></em></p>
<p>Nun, das hängt von der Zeit ab und auch generell wo das wäre. Ich hätte wahrscheinlich nicht viel machen können, wenn ich in Australien in einer Kleinstadt gelebt hätte. Heute ist das vielleicht möglich mit Laptops und dem ganzen Zeug. Aber dann wäre es auch wieder sinnlos, du könntest es machen und würdest dich dann über die anderen Leute ärgern. Vor zwanzig Jahren, vor dem Internet, konntest du in eine Plattenladen gehen um Samples u.s.w. zu bekommen, aber grundsätzlich war da einiges schwieriger, and das hätte sowieso eine Menge Leute abgeschreckt. Als ich aufwuchs, und Jon Evans und Julian von Last Dominion Lost können das bestätigen, lebten wir in etwas, das man „cultural gringe“ nannte und was Europäern etwas schwer zu erklären ist. Grundsätzlich gibt es da die Annahme, dass alles, was kulturell aus Europa kommt all unseren lokalen Errungenschaften gegenüber haushoch überlegen ist, ganz egal, was es sein mag, Kunst, Film, Musik. In einigen Jahren mag das vorbei sein und zurückkommen als eine Art Arroganz. Aber auch mit dem Internet ist es immer noch irgendwo im Hintergrund vorhanden, die Leute glauben nach wie vor nicht wirklich an das, was sie machen. Einige tun das heute, weil sie mit Gleichgesinnten vernetzt sind, aber du wärst überascht, wie viele Leute einfach nicht glauben würden, wenn du ihnen sagst „sieh mal, du bist ein fantastischer Musiker, warum kontaktierst du nicht diese oder jene Person im Ausland oder diese oder jene Websites.“ Sie denken das, weil sie Australier sind, es ist eine Art Minderwertigkeitskomplex, vielleicht kommt es daher, dass wir von Sträflingen abstammen, wer weiß. Wir haben uns oft gefragt, warum diese Mentalität existiert und weshalb sie nicht weggeht, oder zumindest nur ein bisschen mit dem Aufkommen des Internet.</p>
<p><em><strong>Hat es vielleicht auch mit der Quantität der Sachen zu tun, die vergleichsweise aus Europa kommen? Viele Sachen passierten auch früher in England zum Beispiel, als damals Industrial und Punk aufkamen.</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByLauraFusato98.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-10806" title="JohnMurphyByLauraFusato98" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByLauraFusato98-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Ja, auch das stimmt. Es kam alles von dort. Aber manchmal entwickeln sich Dinge recht schnell. Es gab eine Industrial-Szene in Australien 78/89, SPK waren die wichtigste Band, und es gab die Band, in der ich spielte, Whirleywirld, die klangen ein bisschen wie Tuxedomoon meets Cabaret Voltaire, aber auch mit Bowie-Einflüssen. Wir hatten ziemlich früh kapiert, dass wir damit nicht weit kommen würden, einfach wegen der Voraussetzungen und wegen der Kulturindustrie und speziell der Musikindustrie. Du musstest nach Übersee gehen oder du fällst hin und gibst auf. Viele der Leute gingen nicht ins Ausland und endeten beim Drogenmissbrauch, es wurde sehr negativ, Drogen und Alkohol, jede Menge davon. Aber das Punk-Ding ging weiter, und das war sehr wichtig. Dank der kulturellen Verbindungen mit Großbritannien entwickelte sich Punk sehr schnell immerhalb einer Minderheit. Die Szene in Melbourne war ziemlich verschieden von der in Sydney. Das ist noch eine andere Geschichte, diese beiden Großstädte interagierten nicht sehr miteinander, wenn es um Musik und Underground-Sachen ging. Sie waren ziemlich separiert, nicht viele Bands tourten von Sydney nach Melbourne und umgekehrt.</p>
<p><em><strong>Es wurde gar nicht groß getourt innerhalb Australiens?</strong></em></p>
<p>Nun, sie hätten das gerne, aber nicht in einem Maß wie heute, wo jeder gut herum kommt, damals war es rarer. Die Szene in Sydney war viel mehr hardcore, britisch beeinflusster 77er Punk traf auf Avantgarde, auf die Industrial-Seite des ganzen im Sinne von Throbbing Gristle oder SPK. Es gab da eine ziemlich große Szene in den Siebzigern, viel größer als in Melbourne, die Szene in Melbourne war auch generell mehr arty. The Birthday Party an der Spitze und prinzipiell mehr das Mittelklasse Post Punk-Ding, nur wenige Hardcore Punk-Bands. Ich kann dir da einen Sampler vorspielen, der die Trennung zwischen beiden Orten wiederspiegelt, wir hatten Bands wie Birthday Party, die sich damals noch Boys Next Door nannten, und es gab eine Menge Bands, die versucht hatten, sie zu imitieren, die Boys waren viel mehr arty, sagen wir Siouxsie and the Banshees meets The Pop Group, längst nicht so aggressiv, wie sie später wurden. Die waren wirklich gut, sie waren keine exzellente Gruppe, hatten mehr ein starkes Image, aber es war nie Hardcore Punk. Eher ein bisschen wie Bands wie Magazine oder frühe Joy Division, die auch vom Punk kamen, aber irgendwann nicht mehr nach den Regeln spielten und ihre eigene Stimme fanden, bevor sie nach London kamen. Dann gab es Brisbane, die andere Stadt, die auch wieder komplett anders war, die waren da stark beeinflusst von Handcore-Sachen wie The Saints, die waren eine fantastische Gruppe und hatten einen enormen Einfluss auf ihre lokale Szene, richtig aggressiver Aussie Punk mit einem abgewetzten Look. Aber die Musik ging weiter. Adelaide hatte mehr ein Faible für Powerpop, sie hatten aber auch Punkgruppen, viele Hardcore-Sachen in den mittleren Achtzigern, als ich wieder in Australien war. So war es in den verschienenen Städten, aber sie interagierten nicht stark miteinander, weil es eben so weit war, zu reisen. Um von Melbourne nach Sydney zu kommen, was ich mit einer Punkband manchmal gemacht hatte 1978, musstest du hunderte von Kilometern in einem Transporter zubringen.</p>
<p><em><strong>Welche Band war das?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/thenews.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10846" title="thenews" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/thenews-300x218.jpg" alt="" width="300" height="218" /></a>Die Band nannte sich The News, sie brachten ein paar Singles heraus, die heute Sammlerstücke unter Punks weltweit sind. Zwei Wochen, bevor ich mitmachte, hatten sie eine Single Ende 77 in einer Papierhülle, auf dem Frontcover war ein Foto einer Abtreibung, der Song hieß „Nobody wants me“. Es klang wie die Mischung einer melodische Choirboy-Kapelle und den Ramones, aber sie änderten ihren Namen eine Woche bevor ich beigetreten bin im September 77.</p>
<p><em><strong>Wenn du an neuen Aufnahmen arbeitest, welche alltäglichen Erfahrungen spielen da mit rein? Was inspiriert dich?</strong></em></p>
<p>Nun, das hängt ganz davon ab, wie man sich in einer bestimmten Situation fühlt, und was du gerade zur Hand hast. Wie es dir geht und welches Equipment du besitzt und wo du etwas machst, die ganze Umgebung. Wenn du an einem Ort bist, an dem du dich unwohl fühlst&#8230;</p>
<p><em><strong>Das macht sich dann schon bemerkbar&#8230;</strong></em></p>
<p>Ja, das kann dann ganz anders klingen, aber du bist auch vielleicht noch viel motivierter und am Ende kommt vielleicht etwas heraus, womit du mehr als zufrienden bist. Aber das ist sicher bei jedem Komponisten noch mal anders.</p>
<p><em><strong>Siehst du dich eigentlich mehr als Komponist oder eher als Improvisierer? Oder arbeitest du auf eine Art, bei der diese Unterscheidung keine große Rolle spielt?</strong></em></p>
<p>Nun, es ist wahrscheinlich eine Kombination aus beidem, ich habe nie darüber nachgedacht. Bei Last Dominion Lost spielt Improvisation eine wichtige Rolle, aber wir improvisieren jetzt auch nicht übermäßig stark, sonst wäre es schnell ein chaotisches Jam, wir komponieren auch. Es gibt Raum für Improvisation, und das prägt das ganze Konzept, wenn Jon, Julian und ich zusammenarbeiten.</p>
<p><em><strong>Last Dominion Lost hat mit einigen losen Studiosessions begonnen, aus deren Material dann “The Tyranny of Distance“ hervorgegangen ist. Damals existierte der Name nicht mal, wenn ich mich recht erinnere.. </strong></em></p>
<p>Das stimmt, ja, Jon und ich und Dominic Guerin waren zusammen in SPK, sie waren da letztlich noch mehr involviert als ich, und wir nahmen eine Menge Tracks auf in Dominics Heimstudio 1991 und 92. Auf diesen Aufnahmen basiert „The Tyranny of Distance“. Es war nie dafür bestimmt, unter den Namen Last Dominion Lost herauszukommen, ursprünglich sollte das Projekt Merge heißen, was meiner Meinung nach ein ziemlich mittelmäßiger Name war. Letztlich war es Klaus von Tesco, der dieses legendäre verschollene Post-SPK-Tape hören wollte, denn er ist ein großer SPK-Fanatiker. Ich erzählte ihm davon und sagte, dass man da viel Arbeit hineinstecken müsste, einige Tracks waren nicht zu gebrauchen. Ich hatte die einzige Kopie, eine Kassette, und ich dachte die ganze Zeit, wie schade es ist, dass nie etwas damit passierte. Wie auch immer, ich zahlte für all das Remastering 2003, was über 400 Euro kostete. Wir bekamen all den ungewollten Lärm weg, der sich in den Aufnahmen fand, denn es wurde auf ein wirklich schlechtes Tape aufgenommen. Ich packte die brauchbaren Tracks drauf, Jon war damit sehr zufrieden und hielt das für eine gute Idee, aber Dominic war nicht zufrieden, er dachte, ich wollte ihn abzocken, was ich keineswegs wollte. Als Klaus mir die Royalties auszahlte und durch drei teilte, hatte ich auch das Geld nicht genommen, dass ich für das Remastering investierte.</p>
<p><em><strong>Worauf bezieht sich der Titel?</strong></em></p>
<p>Der Titel stammt aus dem gleichnamigen Buch des australischen Historikers Geoffrey Blainey und beschreibt, wie die &#8220;Tyrannei der Entfernung&#8221; von Europa die Mentalität Australiens und Neuseelands geprägt hat, als abgeschnittene europäische Länder sozusagen &#8211; im Hinblick auf so ziemlich alles, was sie waren und immer noch sind, deshalb kaufte ich all das Artwork, Postkarten und verschiedenes Bildmaterial, Ägyptische und Sumerische Motive, vom British Museum und überblendete es mit einer Hand, wo die Adern herauskommen. Mein Freund Paul Roster hat das montiert, es kostete ebenfalls noch mal 200 Euro. Ich habe nichts davon zurück bekommen, aber es war meine Idee, das herauszubringen, denn ich kann es nicht leiden, wenn Sachen so in der Schublade herumliegen. Und dafür war es einfach zu gut, aber Dominic war nicht so dafür.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByLauraFusato.jpg"><img title="JohnMurphyByLauraFusato" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByLauraFusato-1024x683.jpg" alt="" width="584" height="389" /></a></p>
<p><em><strong>Weil er fand, dass das ein abgeschlossenes Kapitel sei? </strong></em></p>
<p>Nein, erhielt einfach nichts von der Idee, es zu veröffentlichen. Ich weiß nicht, du müsstest ihn fragen, aber er dachte wohl, ich würde irgendwie beanspruchen, dass das meins ist, und dachte wohl auch, dass ich heimlich ordentlich Gewinn damit machen würde.</p>
<p><em><strong>Ok, ein eher persönliches Misverständnis&#8230;</strong></em></p>
<p>Ja, ich meine, wir sind immer noch Freunde und so weiter, aber er hat da was falsch verstanden, er hat so wenig Bezug heute zu mir, zu Jon in einem gewissen Grad und überhaupt zu Leuten, die immer noch solche Sachen machen. Irgendwann unternahm er einen halbherzigen Versuch, ein Kassetten-Label in Amerika zu kontaktieren, das er kannte, aber dann existierte das Label nicht mehr und er kümmerte sich nicht weiter, und mit der Zeit hatte er kein Interesse mehr. Und ich wollte nur, dass es herauskommt, denn ich mag es nicht, wenn sehr gute Sachen verloren gehen, und das passiert vor allem in Australien viel zu oft. Vielleicht ist es so ein „Mañana“-Ding&#8230;</p>
<p><em><strong>Was ist das?</strong></em></p>
<p>Mañana ist das spanische Konzept, alles morgen zu machen, so eine mit der Hitze zusammen hängende Faulheit. Was ziemlich typisch ist für Australien, wir sind ein sehr faules Land. Klaus Hilger von Tesco war interessiert, ohne ihn wäre das wahrscheinlich nie überhaupt herausgekommen. Und er blieb hartnäckig, wollte nur dieses Tape hören. Ich spielte es ihm vor und er wollte es veröffentlichen. Dominic hat davon in Wirklichkeit profitiert, einige seiner alten Sachen mit Twin Vision, also dem Video-Arm von SPK, wurden von Tesco wiederveröffentlicht, was ohne „Tyranny of Distance“ wahrscheinlich nicht passiert wäre. Es war kein guter Verkaufsschlager, eher einer der größten Flops auf Tesco, aber ich bin froh, dass es herauskam. Ich wollte es als historisches Dokument verfrügbar machen.</p>
<p><em><strong>In den letzten Jahren ist Last Dominion Lost dann quasi zu einer &#8220;richtigen&#8221; Band geworden. Wie hat sich das auf den Entstehungsprozess eures exzellenten Albums ausgewirkt? Wie schreibt ihr Stücke und nehmt zusammen auf? </strong></em></p>
<p>Das hat sich alles über die letzten Jahre hinweg ergeben, wir haben täglich geprobt, oft waren wir die ganze Nacht im NK und nahmen bis 6 Uhr morgens auf, alles live, und ich liebe Aufnahmen, die gut funktionieren. Wir haben eine Menge aufgenommen, das meiste ist aus den zwei Jahren vor der Veröffentlichung, Stücke, die wir in unterschiedlicher improvisierter Form ausgearbeitet haben. Wir spielten live im Studio, ich hab mit dem Sampling und mit Drums und Loops gearbeitet, Jon mit seinem Laptop und dem MS-20 und Julian benutzte immer verschiedene neue Saiteninstrumente. Es war tatsächlich wie halb-live, manche der Tracks kamen einfach so zustande, als wären sie vom Himmel gefallen, und wir mussten sie nur noch aufpolieren mit diversen Overdubs. Die Basis war manchmal recht viel Arbeit, aber manchmal kam es auch überraschend schnell zusammen, in nur 10-20 Minuten oder so.</p>
<p><em><strong>Die Stücke auf “Towers of Silence“ beziehen sich auf Religion (alte Begräbnisstätten, Buddhistische Rituale), aber auch auf aktuelle Phänomene wie Killer. Was kannst du uns über einige der Konzepte hinter “Towers of Silence“ erzählen? </strong></em></p>
<p>Ich war nicht komplett involviert in all das, wir mochten die Bilder religiöser Phänomene, die Jon und Julian anbrachten, ich habe meine eigene Spiritualität, eine Art Buddhistischen Gnostizismus, aber wir schauten uns verschiedene Bücher und Bilder an. Was ich singe, ist recht einfach, denn ich kann nicht gut zugleich singen und Schlagzeug spielen, aber die Worte kamen zusammen, als seien sie aus dem Äther gefallen, und beziehen sich auf Zoroastrische Begräbnisse, Tibetische Begräbnisse und ähnliches mehr, aber es gibt da kein übergreifendes Konzept, es gab nur diesen Einfluss von Ritualismus aus unterschiedlichen Religionen. Es ist ein Stück enthalten, was wir sehr mochten und was sich auf die südostasiatische Version der NATO, genannt S.E.A.T.O., bezieht. Das kam zustande, weil wir in Julians Zimmer waren und spät nachts noch aufnahmen, Jon recherchierte im Internet über die Geschichte der S.E.A.T.O. und sagte irgendwann &#8220;warum nehmen wir nicht die albernsten Worte, die jemals in einem Industrial Noise-Stück verwurstet worden sind, sinnloses Zeug?“ Wir verwendeten nur ein paar Phrasen aus Wikipedia, denke ich, du musst Jon fragen. Ich wiederholte nur die ganze Zeit &#8220;S.E.A.T.O.&#8221; und Jon warf Worte über diese Organisation ein, die direkt nach dem Vietnamkrieg zusammenbrach, in Gegensatz zur NATO, also im Grunde die Schlagzeilen von gestern. Das Lächrlichste, worüber wir singen konnte, obwohl das Thema interessant ist.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/grimselpath.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-10847" title="grimselpath" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/grimselpath-300x208.jpg" alt="" width="300" height="208" /></a>Ein weiteres eurer jüngeren Projekte ist The Grimsel Path, das auf ein Stück auf dem Last Dominion Lost-Debüt anspielt&#8230;</strong></em></p>
<p>Ja, da kommt der Name her. Leute fragen immer wieder, woher der Name kommt.</p>
<p><em><strong>Gibt es nicht eine Straße in London, die so heißt?</strong></em></p>
<p>Ja, die Proben waren in Südlondon, in dem Studio von KnifeLadder, direkt um die Ecke einer kleinen Gasse namens The Grimsel Path. Ich dachte, das ist ein witziger Name.</p>
<p><em><strong>Ich weiß nicht, was „Grimsel“ genau heißt..</strong></em></p>
<p>Grimsel geht Jahrhunderte zurück, es bedeutet vielleicht „scary path“. Ich mochte es schon immer als Name, und als Jon mit diesem Projekt ankam, als Julian einen Monat lang zurück in Australien war, nahmen wir ihn. Wir hatten eine Grimsel Path-Performance vor ein paar Jahren in Lichtenberg, die ziemlich gut war, ich wollte das auch immer mal wiederholen, wir hatten einen recht anderen Sound als mit Last Dominion Lost.</p>
<p><em><strong>Ist The Grimsel Path nur als Projekt für Liveauftritte gedacht, oder gibt es &#8211; neben dem Live-Mitschnitt auf Tape &#8211; auch Pläne für Aufnahmen?  </strong></em></p>
<p>Wir würden auf jeden Fall was aufnehmen, wir hatten auch ein paar Angebote. Ich kann nichts machen, bevor ich wieder gesund bin, aber ich würde sehr gerne.</p>
<p><em><strong>Was denkst du ist der Hauptunterschied zwischen Last Dominion Lost und The Grimsel Path? </strong></em></p>
<p>Ich finde, es gibt einen Unterschied im Sound, einen ganz bedeutenden, bei beiden ist der Sound grundsätzlich elektronisch, beides ziemlich heftig, gegen die Wand, aber sehr unterschiedlich. Sie sind auch als etwas sehr unterschiedliches gedacht. Ich verwende mehr Laptop-Akustik in Last Dominion Lost. Grimsel Path verwenden Boxen. Ich war im NK irgendwann letztes Jahr, und da war dieser Typ aus Norwegen, der auf den Kanarischen Inseln lebt, der hat Boxen hergestellt, in denen er kleine Gegenstände installiert, mit denen man Lärm erzeugen kann. Kontaktmikros und sowas. Wenn du es verstärkst, wird es richtig laut. Ohrenbetäubend!</p>
<p><em><strong>Krank (in all seinen Schreibweisen und Inkarnationen) existiert, wie du schon andeutest, seit langem. Wie kam es dazu, dass du es wiederbelebt hattest, und welche Rolle spielen die anderen Leute, die dazu beitragen?</strong></em></p>
<p>Krank nannte sich ursprünglich Krang, aber irgendwann in den 90s in Australien fing ich an, mit dem Namen herumzuspielen. Es gab eine Danceband, die sich Krang nannte, deshalb nannte ich es erst mal Krang Music. Ich brachte 1981 eine Kassette unter diesem Namen heraus, die sich ziemlich gut verkaufte. Alles extremer White Noise, der wie &#8220;Metal Machine Music&#8221; in drei verschiedenen Tracks klang. Ich hatte noch andere Krang Music-Tracks für diverse Compilations bis Ende 1983. Währenddessen spielte ich in SPK. Ich hatte nur ein bisschen die Nase voll, mich zu wiederholen in puncto Genre u.s.w., und als ich dann eine Live-Performance in Sydney hatte, gab es da eine Menge ritualistischer Elemente, Tibetische Knochen u.s.w., deshalb änderte ich den Namen wieder, ich glaube, ich setzte das &#8220;G&#8221; an den Anfang. Irgendwann veröffentlichte ich das und ich muss mir das Tape mal wieder besorgen.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak10603810_10152327105383461_4082055444807480244_o.jpg"><img title="JohnMurphyByKarolinaUrbaniak10603810_10152327105383461_4082055444807480244_o" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak10603810_10152327105383461_4082055444807480244_o-1024x682.jpg" alt="" width="584" height="388" /></a></p>
<p><em><strong>In welche anderen Sachen warst du damals involviert?</strong></em></p>
<p>Ich hatte eine Menge Sachen gemacht zu dieser Zeit, viele kommerzielle Sachen, ich arbeitete als Session-Drummer. Aber ich hatte diese Band mit Ollie Olsen, Orchestra of Skin and Bone. Wir hatten verschiedene Inkanationen in der Zeit, als ich gerade zum Industrial zurückkehrte. In einer Konzertreview in einer australischen Zeitung sagte jemand, es sei ein bisschen wie SPK, bloß etwas ritueller und ursprünglicher, was irgendwie stimmte. Ein etwas schizophrener Sound zwischen verdrehtem EBM und diesen langen schrägen Drones und Metallzeugs. Wenn wir gut waren, waren wir sehr gut. Als das Album herauskam, klangen wir etwas anders als am Anfang, wir hatten viele Tapeloops, die ich gemacht hatte und zu Ollie nach Australien schickte. Er beendete es 1986, er wollte nicht weitermachen. Ich hatte ein Krank-Release in Amerika um die selbe Zeit, ich machte einen Soundtrack für „Lines of Least Resistance“, das war ein Video von einem Typen namens Andrew Hickinbotham, und es erschien auf dem Videolabel von SPK. Es gab einen Originalsoundtrack, der anders war. Ohne mein Wissen hatte ich Krank-Material auf diesem Soundtrack, der von diesem Australier Roger Richards, der Extreme Records übernommen und an ein Label namens Silent Records verkauft hatte, zusammen gestellt wurde. Es gab eine Menge Acts damals in Melbourne, dieses eine Video, das Stefan auf Youtube gefunden hatte, war  Ophiolatria. Stefan fragte, ob ich das beim nächsten Epicurean aufführen kann.</p>
<p><em><strong>Ich erinnere mich, dass auch mal von einem kompletten Shining Vril-Album die Rede war. Gibt es diesen Plan immer noch? </strong></em></p>
<p>Nun, nicht im Moment, aber prinzipell schon, das hängt alles von der Gesundheit ab. Ich hab da keine große Eile, vielleicht werde ich alle Tracks, die einmal auf Compilations erschienen sind, zusammenstellen und das herausbringen.</p>
<p><em><strong>Kannst du sagen, was aus Knifeladder geworden ist? </strong></em></p>
<p>Das ist eine Geschichte für sich. Es ist technisch gesehen eine Art work in progress, aber eben unterbrochen, im stand-by. Wir haben darüber geredet, irgendwann wieder mehr aufzunehmen. Andrews Hauptprojekt ist nun Black Light Ascension, aber er wäre bereit. Hunter will definitiv Stücke herausbringen, die wir aufgenommen haben, und die noch nicht das Licht der Welt erblickt haben. Es gibt da viel, was ich gerne herausbringen würde, und wenn es nur auf Soundcloud ist, denn es ist zu gut, um nur irgendwo herum zu liegen. Aber Andrew ist da wohl etwas hin und hergerissen. Manchmal ist er wirklich enthusiastisch, aber manchmal will er auch einfach nicht, dass diese Stücke von vielen Leuten gehört werden. Ich weiß nicht, wir haben nie miteinander gebrochen, es ist bloß irgendwie zum Abschluss gekommen. Einige der Ideen, die ich hatte, sind in Last Dominion Lost eingeflossen.</p>
<p><em><strong>Ein weiteres Kapitel bei dir ist dein Livedrumming für verschiedene Dark Folk-Bands, eine Kollaboration, die ich sehr schätze ist die mit Andrew King. Siehst du diese Arbeiten als etwas von deinen Aufnahmen getrenntes?</strong></em></p>
<p>Auch das hängt wieder davon ab, wer es ist. Andrew zahlt gut. Ich sehe diese Sachen nicht als etwas komplett getrenntes. Ich habe Andrew zum Beispiel dazu gebracht, bei meinen eigenen Sachen mitzuwirken, Vocals beizusteuern, er wird vielleicht auf einer späteren Last Dominion Lost-Veröffentlichung mitwirken, eigentlich wollte er schon bei dem letzten Album dabei sein. Er wartet ab, ob wir irgendwo den passenden Raum für seine Stimme haben, er selbst hat auch eine Aufnahme mit seiner Stimme drüber, die er wahrscheinlich bei einem amerikanischen Label herausbringen will, uns ist das recht, aber er kommt erst dazu, wenn er seinen PHD fertig hat. So gesehen betrachte ich diese Dinge nicht als eigene Kapitel, in der Vergangenheit war das ganz ähnlich mit Foresta di Ferro. Ich hatte gerne mit Marco gearbeitet, ich brachte ihm ein paar Aufnahmen mit und überließ ihm den Rest. Das meiste passierte in einem Aufnahmestudio in London 2002, als Marco da in der Gegend lebte. Ich vertickte ihm meine Sounds auf einem altmodischen Tape und sagte &#8220;mach damit, was du willst, verändere es, mach was komplett anderes draus, sieh nur zu, dass mein Name drunter steht&#8221;. So hat er es dann gemacht, das war mein Beitrag, wir lebten in der selben Stadt und hatten einen Nachmittag um aufzunehmen. Es war genauso mit diesem anderen Australier, Richard Leviathan. Marco war einmal mit ihm im Studio, er nahm ein bisschen Gitarre auf und Marco baute sein eigenes Zeug drum herum.</p>
<p><em><strong>Vor einigen Jahren sagtest du mal in einem Interview, wie wichtig deutsche elektronische Musik für deine eigene musikalische Entwicklung war. Es scheint, als würden sich viel mehr Musiker aus dem englischsprachigen Raum auf solche Einflüsse beziehen als deutsche (es heißt ja, dass der Prophet nicht in seinem eigenen Land gewürdigt wird). Kannst du uns sagen, was für dich das besondere an dieser Musik war? </strong></em></p>
<p>Was die Gruppen aus der Prä Punk-Ära angeht, die frühen Cluster, Tangerine Dream, Faust, Can, Magma aus Frankreich, nun, sie hatten einen weltweiten Einfluss, und ich bin nicht sicher, ob Deutsche das wirklich sehen.</p>
<p><em><strong>Es wird nicht angemessen gewürdigt.</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak11834941_10153075717093461_92991881258657298_o.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10808" title="JohnMurphyByKarolinaUrbaniak11834941_10153075717093461_92991881258657298_o" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak11834941_10153075717093461_92991881258657298_o-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Es wird weitaus mehr in der englischsprachigen Welt gewürdigt, wo diese Bands sehr populär wurden. Tangerine Dream beispielsweise tourten 1975 in Australia, wo sie ein Publikum hatten, ich ging nicht hin, weil ich zur Schule musste, ich lernte diese Musik über einen Plattenladen bei uns kennen, der von einem verrückten Sudentendeutschen betrieben wurde. Du gingst dahin, um was zu kaufen und kamst drei Stunden später wieder raus mit all diesen Krautrock-Platten, die er dir verkaufte, ein berüchtigter Kerl namens Daniel. Und Graham von SPK flog von Neuseeland, wo er ursprünglich herkam, zu uns, um dort Platten zu kaufen. Sie hatten eine große Abteilung für alles aus Deutschland und Österreich, viel Schund, aber auch großartige Sachen. Furchtbares Metalzeug wie diese Band Jane. Sie hatten auch eine Menge Platten, die du sonst nirgendwo bekommen kannst, nicht nur deutsches, sondern auch amerikanisches, europäisches, italienische Progplatten, Goblin und ähnliches. Nirgendwo konntest du „White Light, White Heat“ von den Velvets bekommen, aber da bekamst du es in der Originalpressung. Ich hörte dort die ganzen Kraut- und Kosmischen Sachen, ich kann mich erinnern, dass ich nicht sofort damit warm geworden bin, aber letztlich hatte ich noch nie zuvor irgendwas Vergleichbares gehört wie Ash Ra Temple, wunderbares Zeug. Ich hatte bis dahin noch nie so etwas wie Faust gehört, es hat mich umgehauen. All diese Bands, Can beispielsweise, waren in Großbritannien viel größer.</p>
<p><em><strong>Faust waren z.B. auf Virgin..</strong></em></p>
<p>Ja, ich hatte diese Platte, das war ein großer Einfluss.</p>
<p><em><strong>Heutzutage gilt Kraftwerk mehr als Teil unseres kulturellen Erbes. Wie findest du es, wenn sie bei Performances in Museen und Galerien ihren Backcatalogue aufführen? </strong></em></p>
<p>Weißt du, ich hab keine feste Meinung dazu, ob das jetzt gut oder schlecht ist, was sie heute machen, aber es ist auf jeden Fall gut, dass sie sich diese lange Zeit über gehalten haben. Ich schätze sie, aber ich bin jetzt auch kein Fan von allem, was sie so gemacht haben, ehrlich gesagt bevorzuge ich die ganz frühen Kraftwerk, als sie flexibler waren, haha, ich liebte „Man Machine“, zu deser Zeit waren ihre Sachen ausnahmslos großartig, ich sah sie live in London 1981, wo sie extrem gut waren. Ich liebe die Symbole und all das, aber ich war auch nie der totale Fan. Deutsche sollten stolz auf sie sein, ich schätzte immer ihre Musik und ihr Aussehen, sie waren ein Prototyp für vieles, das danach kam, wenn auch von oft nicht so guten Leuten. Eine großartige Show war das, die ich von ihnen sah, und sie hatten Humor. Vor allem am Ende der Show, als Wolfgang Flür, der jetzt nicht mehr in der Band ist, die ganzen Grimassen hinter dem Vorhang schnitt. Man muss nicht immer so toternst sein. Douglas von Death In June sah Kraftwerk vor ein paar Monaten, als sie fünf Tage hintereinander im Opernhaus Sydney auftraten, ich denke, er sah sich die meisten dieser Auftritte an, er mochte das alles, die Kulisse und das ganze Drumherum. Sie spielten sogar etwas von dem frühen Zeug, er sagte, es sei brilliant gewesen. Es könnte glaube ich keine amerikanische Band dieser Art geben.</p>
<p><em><strong>Was denkst du macht sie so typisch für Deutschland?</strong></em></p>
<p>Schwierig, ich denke Auswärtige sagen immer, ihr wäret humorlos und tendiert stark zur Tüchtigkeit, was nicht wirklich stimmt, zumindest nicht in dem Krankenhaus, in dem ich war, da war es eher das Gegenteil. Ich denke, Kraftwerk spielen damit, und einige der eher naiven Leute im englischsprachigen Raum nehmen das total ernst. Es gibt aber einen versteckten Humor in Kraftwerk, einige verstehen das nicht und wollen es auch nicht verstehen. Vor allem englischsprachige Bands, denn die wollen, dass Kraftwerk einem bestimmten deutschen Stereotyp entsprechen soll, wenn du verstehst, was ich meine..</p>
<p><em><strong>Ich glaube schon..</strong></em></p>
<p>Auf eine gewisse Weise sind sie doch nicht so humorvoll, die Leute in Großbritannien. Die Bands, die ich meine, wollen sie steif und wissenschaftlich haben, so wie sie sich natürlich auch selbst als musikalische Wissenschaftler sehen. Kraftwerk waren ein Geschenk des Himmels für diese Leute. Das ist alles, was ich dazu sagen kann, ich liebe sie, lange mögen sie herrschen!</p>
<p><em><strong>Was steht als nächstes bei dir an? </strong></em></p>
<p>Nun, zur Zeit arbeite ich an nichts, weil ich mich erst einmal erholen muss. Aber wir werden nach und nach das nächste Last Dominion Lost-Album machen, ich plane ein wenig für das nächste Krank-Album, wir wollen ein richtiges Album machen, auf Vinly, daneben denke ich an etwas mehr von Shining Vril und will das vielleicht ganz anders angehen. All das wird sehr langsam vonstatten gehen. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich sehr krank bin und wenn sie wollen, dass ich irgendwo mitmache, dann muss sich das nach mir und meinen Möglichkeitne richten. Das gilt auch für Jason von The Walking Corpses. Ich sagte ihm, dass ich nicht mehr live bei ihm mitmachen kann. Aufnahmen ja, aber keine Konzerte. Eine Sache, über die Annie und ich gesprochen haben, betrifft Krank mit Vocals und anderen Instrumenten, ich müsste da etwas wiederbeleben, dass wir vor ein paar Jahren in Lichtenberg gemacht hatten, wo sie Perkussion spielte, Bongos in einem sehr einfachen Takt, aber ungemein effektiv. Ich sorgte nur für ein bisschen Delay auf meinem Khaos Pad. Eine weitere Idee betrifft meine jüngsten Erfahrungen im Krankenhaus, die inspirieren mich zu einem elektronischen Album, wobei mir Till von Gerechtigkeits Liga helfen will. Ich würde die Sounds der Atemmaschine mit dämonischen Stimmen verbinden. Ich habe auch schon einen Titel dafür, „The Abomination of Desolation“, das entspricht der Art, wie ich mich gefühlt hatte im Krankenhaus. Aber das bräuchte etwas Zeit, vielleicht werde ich es nie machen, aber es könnte eine gute Idee sein, ich könnte es als Beilage zu einer Krank-Veröffentlichung herausbringen. Es war eine enorme Herausforderung, diese Erfahrung im Krankenhaus. Ich hatte andauernd Halluszinationen, als ich in einem zwölftägigen Koma lag. Einiges davon mag in dem Projekt vorkommen, Annie erschien mir in luziden Träumen, wo ich sie hören konnte. Nikolas Schreck und ich werden wohl ebenfalls in der Zukunft häufiger zusammenarbeiten. Aber die Sache mit Annies Stimme, wir sollten das reproduzieren, Stefan hält das auch für eine sehr gute Idee. Für meine eigene Erinnerung letztlich, nichts womit ich an die Spitze von irgend etwas komme.</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p>Fotos: <a href="http://karolinaurbaniak.com">Karolina Urbaniak</a>, <a href="http://laurafusato.com/">Laura Fusato</a> &amp; <a href="http://www.transformed.de/theepicurean.html">The Epicurean</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/LastDominionLost">Last Dominion Lost @ Facebook</a></p>
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		<title>So if you don&#8217;t like it there must be something good about it. Interview with John Murphy</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2015 05:20:59 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnUrbaniakTop.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-10803" title="JohnUrbaniakTop" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnUrbaniakTop-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong></em><strong>John Murphy is one of the few pioneers of industrial who have remained loyal to the music they have invented over the decades. And that has to be emphasized in Murphy&#8217;s case, because he is a very versatile musician, who usually works in parallel with several work and has done some changes and developments. John has been a renowned drummer since the 70s, and at the latest since his time at SPK, the electronic processing of sounds is his second mainstay, and perhaps the most interesting projects have always been the ones in which he brings both skills together. Murphy took an active part in the punk movement in Australia in the late 1970s and came straight to the emerging industrial music. Later, after a first time in Europe, he played as a drummer with some commercially successful rock and pop acts like Max Q. Interestingly, these works today also find their echo in his live drumming in numerous folk groups. For several years now, Murphy has been concentrating on his own band projects, and in recent years there have been many recordings and concerts with acts like Krank, The Grimsel Path, The Walking Corpses and especially Last Dominion Lost, of which soon a concert recording with exclusive material will be released. These activities and their backgrounds are at the heart of this interview we recently conducted with Murphy. John&#8217;s difficult health condition is also discussed. On the day of our meeting he was, despite everything, a very cheerful and friendly host, which is also reflected in the interview. At this point, we also want to send our best wishes to John, his wife Annie and all close relatives and friends.</strong></p>
<p><em><strong>John, over the last decades you have been both an observer and a participant of (for lack of a better term) “industrial culture“. What can you tell us about major developments/changes/seismic shifts that you have witnessed/contributed to? </strong></em></p>
<p>Well that&#8217;s a hell of a lot more varied now, many different subgenres came up. Various things considered in the early days turned into power electronics, where everyone was copying Whitehouse, and they always had something about serial killers and things like that. I could be wrong about this but I think that&#8217;s not so prevalent anymore.</p>
<p><em><strong>Sort of a dead end street..</strong></em></p>
<p>Yes, its aways the same subjects, a dead end street, it just got boring. And there&#8217;s a lot of more humour today, which is important, a lot of stuff back then was completely humourless. Done by people who obviously had psychological problems in the real world. One or two people in the early days like Cabaret Voltaire or Throbbing Gristle had a lot of humour, but it seemed to be lost and the people who followed on, at least a lot of them, missed the humour. Especially acts in Northern Europe, who don&#8217;t understand the British irony, the bizarre English humour which also happens in Australia. So they missed that and they took all this stuff and just got boring. Jon Evans is the best person to talk about that, we had often discussed this. It just got tedious, a lot of people were tedious people in the real world. One-dimensional and always talking about dark, black subjects. Maybe it was a cultural thing, but some day it just wasn&#8217;t there any more.</p>
<p><em><strong>Was there ever a time when you thought you would lose contact to that scene?</strong></em></p>
<p>Yeah, well I did sort of a bit when I was in Australia in the mid-eighties. I did a lot of commercial work with my drumming abilities, but I never entirely gave it up, I did think of that occasionally. Many people back then said „you&#8217;re a great drummer, you&#8217;re wasting your time doing this noisy crap“, but there was a part in me that still wanted to do it. I didn&#8217;t get much encouragement back then, quite the reverse actually, I got the ridicule of peole, but I said „I don&#8217;t care what you think, I don&#8217;t give fuck, so if you don&#8217;t like it there must be something good about it“, you know&#8230; I always kept my hand in, even though I knew there was little possibility of success there, I didn&#8217;t even consider that. I thought internationally, and that was well before the internet. I had stuff out on a label called Extreme Records, who mainly dictributed overseas, mainly cassettes.</p>
<p><em><strong>Kraang and other stuff&#8230;</strong></em></p>
<p>Yeah, Kraang and some live performances, and the other thing called Shining Vril, the very early Shining Vril that had two different other names, I could never work out which one to call. The one was My Father Of Serpents. It was like a proto dark ambient ritual thing. And then I also sometimes called that Ophiolateria, which is an old word for Serpent Worship, I had cassettes put out under that name, by Ülex Xane, who does Streicher and ran Extreme for many years. And still does, I knew him quite well. We were hard pressed to get 20 people who liked industrial music in Melbourne. At the time, I sold out the Orchestra Of Skin And Bone which I had with someone else. A sort of avantgarde post punk thing, I thought that was peculiar.</p>
<p><em><strong>What do you think is the role of industrial music today, after each and every taboo imaginable has been broken and can be found as subject in one of the ubiquitous talkshows? It seems that it&#8217;s no longer necessary to lead an “information war“ concering deviant sexuality etc.</strong></em></p>
<p>It&#8217;s just another form of music today. Well that&#8217;s my opinion, it&#8217;s not in the vanguard of music as it was in the late seventies, when Throbbing Gristle were active.</p>
<p><em><strong>Just another pop genre&#8230;</strong></em></p>
<p>Well to be honest to you, yes. Cause it doesn&#8217;t effect gereral culture anymore, it&#8217;s very different from forms of subcultures nowadays, join THEM, well&#8230;</p>
<p><em><strong>Somehow accepted and at the same time ignored by media.</strong></em></p>
<p>Yes, exactly, it&#8217;s nothing really you can shock them with, it&#8217;s just accepted with earplugs. When you&#8217;re doing something for shock, take something else, but probably not music. It&#8217;s just another sort of entertainment section. It&#8217;s another era especially in electronic music, there are hundreds of different gernes nowadays. Industrial became known as one of the fathers of it, but it&#8217;s not that relevant to most electronic music makers now, it&#8217;s part of history, it&#8217;s not considered. I mean there&#8217;s still people who do industrial music, but for the outside world it&#8217;s just not very important.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByLauraFusato8859054732466129739_o.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10804" title="JohnMurphyByLauraFusato8859054732466129739_o" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByLauraFusato8859054732466129739_o-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>I recently thought that if one were to name one key element that chararcterizes the bands/projects in which you are or were a key part then I would say that there&#8217;s some ritual element in them. Would you agree? </strong></em></p>
<p>Most of them, yeah. Maybe not all, I have done rock projects with people mainly in Australia, which probably didn&#8217;t have that, but most of my stuff in the more experimental area has a tinge of ritualism in it. I can&#8217;t give you an answer why. It just appears. I never were really into EBM and stuff, and I&#8217;m just more free flowing, like in a free flowing jazz band, you know, where a third voice speaks trough you. It&#8217;s something that just happens.</p>
<p><em><strong>You don&#8217;t prepare this or think much about it..</strong></em></p>
<p>Yeah, maybe sometimes, but it depends on what project it is, I don&#8217;t approach everything in the same way. Like either in recording or in live work, it just really depends. Whom I&#8217;m working with is of vital importance.</p>
<p><em><strong>Are you fascinated by the the technical side of music, or is this more something necessary, that one has to master?</strong></em></p>
<p>Well I havn&#8217;t really mastered it&#8230; I don&#8217;t find it that fascinating and I don&#8217;t believe that it&#8217;s a neccessity, but I think it helps a lot. Depends on what you&#8217;re doing, you know. If you&#8217;re doing largely accoustic or jazz then it&#8217;s not so important, if you use a laptop. I have no objection to computers and electronic devices, I like doing it, but im not a passionate enthusiast about it. I do believe a lot of people do music that way, and a lot of them suffer from adult autism. That&#8217;s just my observation of various people&#8217;s charakters. They&#8217;re obviosly people who in the past could never have played in a group, cause they don&#8217;t know how to interact with other people. So a laptop or any sort of computer technology helps them make their experience and realize their goals. I have no objection towards using computer technology along with other things, my only objection is to go to a show and see someone sitting behind a laptop or computer. Usually they got some interesting light shows but all they do is playing a midi keyboard or clicking on some buttons.</p>
<p><em><strong>Like in an office room.</strong></em></p>
<p>Yes, somehow, it&#8217;s really not doing it for me. For me these are prople who wouldn&#8217;t dream of performing, being on a stage, twenty years ago or something, pre internet age. Now they can do it, its good and its bad at the same time.</p>
<p><em><strong>You&#8217;ve been living in Berlin for quite a while now. What makes this city such a good place for artists? </strong></em></p>
<p>Cheapness first, yeah. Nice atmosphere, well, and relatively safe. And quite a good creative vibe in general. And I got a community here I can work with and get along with pretty well. That helps. And London is another good place with good vibes, except it&#8217;s very expensive. Berlin is probably the cheapest city in Europe, and for someone with a limited income like myself it&#8217;s a God send, well. I wouldn&#8217;t live in Copenhagen for instance.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-10805" title="JohnMurphyByKarolinaUrbaniak" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak.jpg" alt="" width="529" height="794" /></a></p>
<p><em><strong>So even in London it&#8217;s more difficult to organize concerts.</strong></em></p>
<p>Well that&#8217;s another thing. It didn&#8217;t use to be. So in the late nineties and early 2000s it wasn&#8217;t too difficult, but now its increasingly more difficult, there&#8217;s thousands of historical places of alternative London being gentrified and closed down, and the venues don&#8217;t exist anymore. So they use warehouses now, still difficult&#8230;</p>
<p><em><strong>Also the audience is smaller to a certain extent.</strong></em></p>
<p>Well I actually havn&#8217;t been there to a show for some time. I went to one there last year as I was briefly there. It seemed an enthusiastic crowd, but yeah, there wasn&#8217;t that many people.</p>
<p><em><strong>You lived in different cities over the years. Would it have been possible for you to create your music outside an urban environment? Not necessarily just because of a lack of venues, people, networks etc. but also because of a more genereal sense of atmosphere. </strong></em></p>
<p>Well, that would depend on the era and essencially when it was. Woudn&#8217;t be able to do much when living in Australia in a country town. Now it&#8217;s possible maybe with laptops and stuff. But then again it would be pointless, you could do it, but worrying about the locals. So twenty years ago, pre internet, you could think about these things going into a music store to get samples and stuff, but just the basics would be a lot harder. And that would deterr a lot of people. When I grew up, and Jon Evans and Julian of Last Dominion Lost would attest this, we grew up with something called a „cultural cringe“, which is a bit hard to explain to Europeans. Essentially there is a believe that everything cultural from Europe is far superior to what we did locally, no matter what it was, art, film, music. In some years this would maybe go down and then reappear as some sort of an arrogance. But even with the internet it&#8217;s still there in the background, people would still not believe that it&#8217;s good what they&#8217;re doing. Some will now, because they&#8217;re connected up with likeminded people, but you&#8217;re still surprised how many people will just not believe you, when you say „look, you&#8217;re a fantastic musician, why don&#8217;t you connect up with this person overseas or this bunch of websites.“ They seem to think that because they are Australian, it&#8217;s an inferiority complex, maybe it comes back from the fact that we come from convicts, I don&#8217;t know. We have often wondered about this, why this mentality exists and it hasn&#8217;t gone away, or only a bit with the avenge of the internet.</p>
<p><em><strong>But couldn&#8217;t it also have to do with the quantity, for instance in the late seventies, as industral and punk music came up, more things happed earlier for instance in the UK?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByLauraFusato98.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-10806" title="JohnMurphyByLauraFusato98" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/08/JohnMurphyByLauraFusato98-300x205.jpg" alt="" width="300" height="205" /></a>Yes, this is also the case. It started off there. But sometimes things call on quite quick. Well, there was an industrial scene in Australia in 78/89, SPK were the main one and the band I was in, Whirlywirld, sort of Tuxedomoon meets Cabaret Voltaire, but with Bowie influence as well. Quite early on we knew we would never get anywhere with this there, just because of the set-up of the cultural and music industry in particular. You had to get over this and go overseas, or you fell down, broke up. A lot of these people didn&#8217;t get overseas and ended up with a lot of drug abuse, it went very negative, drugs and alcohol, a massive amount of that. But yeah, the punk thing caught on, that&#8217;s very important. Thanks to the cultural ties with Britain, punk caught on in a minority way pretty quicky there. The Melbourne scene was very different as it has been in Sydney. Here&#8217;s another thing, these two cities didn&#8217;t interact that much musically and undergroundwise, they were quite seperate, not many bands toured from Sydney to Melbourne or the other way around.</p>
<p><em><strong>They didn&#8217;t use to tour in Australia?</strong></em></p>
<p>Well they would, but not like today, when everyone&#8217;s getting around, then it was rarer. The scene in Sydney was far more hardcore, British influence 77 punk meets the avantgarde, industrial side of it like Throbbing Gristle and SPK influence. There was quite a big scene actually in the seventies, a lot bigger than in Melbourne, Melbourne&#8217;s scene was more arty. The Birthday Party on the top, acually far more middle class arty post punk type of thing, only a few hardcore punk bands. There is a record I can play to you which shows the divide between both places, they got bands wo try to be like Birthday Party, who use to be called Boys Next Door, and there were bands trying to imitate them. Boys were more arty, like Siouxsie and the Banshees meets The Pop Group, and not so aggressive that they became later. They were very good, they weren&#8217;t an excellent group, more imagewise and stuff, but it was never hardcore punk. Bit more like bands such as Magazine or early Joy Division, who came from punk, but no longer following the rules so to speak, finding their own voice, but they didn&#8217;t find their own voice until they came to London. And then Brisbane, the other city, was different again, this was very much influenced by hardcore stuff like The Saints, this band who were a fantastic group, and they had a big influence on their hometown music scene, which was more aggrssive Aussi punk with quite a shabby look. But the music carried on. Adelaide was more into power pop, they had punk groups as well, they had a lot of hardcore bands in the mid 80s, when I was in Australia. That&#8217;s how the cities were, but they didnt interact that much, cause it was a distance to travel. To go from Melbourne to Sydney, which I did with a punk band a few times 78, hundreds of kilometers in a van.</p>
<p><em><strong>Which band was that?</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/thenews.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-10846" title="thenews" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/thenews.jpg" alt="" width="426" height="310" /></a>The band was called The News, they put out a few singles, which are collectors&#8217; items among punks world wide now. Two weeks before I joined they did this single which was put out at the end of 77 in a paper bag, which had a fotocopy of a picture of an abortion on it, the song was called „Nobody wants me“. Like a very melodic choirboy meets The Ramones sort of style, but they changed their name a week before I joined in september 77.</p>
<p><em><strong>When you work on new tracks, what are the daily experiences that contribute most to it? What inspires and motivates you to start experimenting?</strong></em></p>
<p>Well that really depends on how you feel in a situation of the day, you know, and what&#8217;s at hand. How you feel like and what equipment you have nearby at hand and where you&#8217;re doing it, the whole environment. So if you&#8217;re doing it in a room you don&#8217;t feel comfortable&#8230;</p>
<p><em><strong>It might sound quite different then&#8230;</strong></em></p>
<p>Yeah, it does sound different, but you might also be more agitated and so come up with something you&#8217;re quite as happy with in the end. But that&#8217;s different for each composer.</p>
<p><em><strong>By the way, do you see yourself more as a composer or as an improviser, when it comes to creating new stuff? Or do you work in a way, that makes these terms obsolete?</strong></em></p>
<p>Well it&#8217;s a combination of both I think, I never thought about that. In Last Dominion Lost, improvisation plays an important role, but we don&#8217;t overly improvise, otherwise it would be a free jam mess, and we do compose numbers. There is a room for improvisation, it&#8217;s the whole idea behind the whole thing when me and Jon and Julian interact.</p>
<p><em><strong>Last Dominion Lost basically started as some loose studio sessions and from what I remember the material that was collected on “The Tyranny of Distance“ had been recorded before the name even existed. </strong></em></p>
<p>That&#8217;s true, well, Jon and I and Dominic Guerin were together in SPK, they probably even more then me, and we recorded a whole lot of tracks at Dominic&#8217;s place in 1991 and 92. These tracks are what became the basis of „Tyranny of Distance“. It was never meant to come out under the name Last Dominion Lost, originally if there was going to be a name, it was going to be called Merge, which I think is a pretty mediocre name. Actually it was Klaus from Tesco, who kept going on at me about playing him this legendary lost post SPK tape, cause he&#8217;s an SPK fanatic. I told him about it and said it made a lot of work, some tracks were actually unuseful. I had the only copy which was a cassette copy, and I always thought of it as a shame, nothing had been done with it. Anyway, I paid for all the remastering in 2003, which cost me about 400 Euro to do it. We wiped away all the noise, which was a lot, cause we recorded it on a really bad tape. I put on the tracks that were usable, Jon was fine about it, he thought it was a good idea, but Dominic wasn&#8217;t happy, he thought I was ripping him off, which I had no intention of. When Klaus payed me royalty money and divided it into three, I didn&#8217;t take out the money I had spent for remastering.</p>
<p><em><strong>Where does the title refer to?</strong></em></p>
<p>The title comes from a book of the same name by Australian historian Geoffrey Blainey, it&#8217;s about how the tyranny of distance from Europe shaped Australia&#8217;s and New Zealand&#8217;s mentality and destiny as European nations cut up &#8211; essencially what they were and still are, that&#8217;s why I picked all the artwork, payed for all the art work, postcards and various pictures, Egyptian and Sumerian stuff, from the British Museum and transposed over a hand with vains sticking out. My friend Paul Roster did it, and it cost me another 200 Euro. I didn&#8217;t get any money back from that, but it was more my idea to put it out, cause I hate things sitting around doing nothing. And this was just too good to sit around, but Dominic was not happy with it.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByLauraFusato.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-10829" title="JohnMurphyByLauraFusato" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByLauraFusato-1024x683.jpg" alt="" width="584" height="389" /></a></p>
<p><em><strong>Cause he thought these were recordings from a closed chapter? </strong></em></p>
<p>No, he just didn&#8217;t like the idea of it coming out, I don&#8217;t know, you would have to ask him, but he thought I was somehow claiming it was mine, and he thought I had secretly made lots of royalties from it.</p>
<p><em><strong>Ok, some rather personal misunderstanding&#8230;</strong></em></p>
<p>Yeah, I mean, we&#8217;re still friends and stuff, but he just didn&#8217;t understand, he is so out of myself and to a certain degree Jon and has no contact at all to people who are still doing that sort of stuff. He once made a half hearted attempt to contact a cassette label in America that he knew, but then that label no longer existed and he didn&#8217;t bother to keep up, and after that he just lost interest. And I was just determined to have it out, cause I don&#8217;t like very good things to get lost, and this had happened far too much in Australia paritcular. Maybe it&#8217;s the „ma<span style="font-family: Times New Roman,serif;">ñ</span><span style="font-family: Times New Roman,serif;">ana“</span> thing&#8230;</p>
<p><em><strong>What&#8217;s that?</strong></em></p>
<p>Ma<span style="font-family: Times New Roman,serif;">ñ</span><span style="font-family: Times New Roman,serif;">ana means</span> the Spanish idea of doing it all tomorrow, some hot weather sort of laziness. Which is quite typical for Australia, actually, we&#8217;re a very lazy country. Klaus Hilger of Tesco showed interest, whithout him we probably would have never got it out. And he kept going on, he just wanted to hear that tape. I played it to him and he still wanted to put it out. Dominic actually benefitted from it, he had some of his old Twin Vision, which was the video arm of SPK, re-released by Tesco, which wouldn&#8217;t have happened without „Tyranny of Distance“ coming out. It wasn&#8217;t a very good seller, one of the worst sellers on Tesco, but I&#8217;m glad it came out. I wanted it there as a historical document.</p>
<p><em><strong>Now for the last couple of years Last Dominion Lost has been a “proper“ band. To what extent did that influence the writing and recording (process) of your excellent new album? What is it like to write and record together? </strong></em></p>
<p>Well that came together over a couple of years, we did rehearse regularly, we were often at NK and were recording there until 6 in the morning, all live and doing stuff, and I really love recording that goes well. We did a lot of stuff, most of that material is from the last 2 years, pieces we worked out in various improvised form. We played live in the studio, I&#8217;m doing my sampling and drumming and looping, Jon is doing his laptop and also playing with MS-20 and Julian always used various new stringed instruments. It was like semi-live actually, some of the tracks just came together, somehow fell to earth and we just polished them up with various overdubs. The basis was sometimes laborious, but at other times it came together surprisingly quickly, just 10-20 minutes or something.</p>
<p><em><strong>The songs on “Towers of Silence“ relate to religion (ancient burial places, Buddhist rituals) but also to contemporary phenomena like killers. What can you tell us about some of the concepts behind “Towers of Silence“? </strong></em></p>
<p>Well, I was not entirely involved with all that. We liked the pictures of religious stuff Jon and Julian came up with, I have my own spiritualty, which is kind of a Buddhist Gnostic thing, but we were looking in various books and images. The words I sing are really simple, cause I can&#8217;t really sing and drum properly at the same time, but they came together like falling out of the ether, referring to Zoroastrian sky burials, Tibeten sky burials and variouos things like that, but there is no over all massive text concept, there was just that influence of ritualism from this various religions. There is a piece on the album, which we thought is rather fine about the South Eastern version of NATO, which is called S.E.A.T.O., like the track. Well that came about purely by the fact that we were in Julian&#8217;s room, where we recorded late one night. Jon was looking in the internet about the history of S.E.A.T.O. and once said „why don&#8217;t we use the most rediculous words ever used in an industrial noisy band, pointless stuff?“ Essentially we just used some phrases from Wikipedia I think, you would have to ask Jon. The hisory of this S.E.A.T.O. I just kept repeating „S.E.A.T.O.“ and Jon threw in words about this organization that basicly died right after the Vietnam war, unlike NATO, so yesterday&#8217;s news. Most ridiculous topic we could sing about, even thought it&#8217;s an interesting topic.</p>
<p><em><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/grimselpath.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-10847" title="grimselpath" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/grimselpath-300x208.jpg" alt="" width="300" height="208" /></a>Another of your more recent projects is The Grimsel Path, which alludes to a track on the Last Dominion Lost-debut&#8230;</strong></em></p>
<p>Yes, that&#8217;s where it&#8217;s named after. People come and ask me where the name came from.</p>
<p><em><strong>I think there is a Street in London with that name&#8230;</strong></em></p>
<p>Yeah, the rehearsal was in South London, in the studio that KnifeLadder ran, just around the corner from that path which was called The Grimsel Path, and I thought it&#8217;s a funny name.</p>
<p><em><strong>I don&#8217;t know what „Grimsel“ means actually..</strong></em></p>
<p>Grimsel dates back centuries, probably meant „scary path“. I always liked it as a name, so when Jon came up with this thing while Julian was back to Australia for a month, we used it. We did a Grimsel Path performance two years ago in Lichtenberg which went quite well, I always wanted to do it again, we had a slightly different sound than Last Dominion Lost.</p>
<p><em><strong>Is The Grimsel Path solely meant to be a project that perfoms live or are there plans to record something? </strong></em></p>
<p>We would like to record something. We had some offers to do things. But I can&#8217;t do anything until I&#8217;m better, you know, I would enjoy doing it.</p>
<p><em><strong>What is in your eyes the main difference between Last Dominion Lost and The Grimsel Path? </strong></em></p>
<p>I think there&#8217;s a sound difference, a very significant one, they are both basically electronic, both sort of shattering, pushing up against the wall, but they&#8217;re quite different. They&#8217;re not meant to be the same, they&#8217;re meant just diffent things. I&#8217;m using more of the accoustic laptop in Last Dominion Lost. Grimsel Path use boxes. I came to NK one night last year and there was this Norwegian guy who uses to live on the Canary Islands, who made boxes, which he put little things into that you can make noise with. Concert mike and stuff. If you amplify it it&#8217;s getting really loud. Earshattering!</p>
<p><em><strong>Krank (in all its different spellings and incarnations) is a project of yours that goes back a long time. What led you to resurrect it and what role do the people play that contribute(d) to recordings?</strong></em></p>
<p>Krank was originally called Krang, but then in the 90s in Australia I just fiddled around with the name. There was a dance band who called themselves Krang, so I first called it Krang Music. I put out a casette under that name in 1981, which sold quite well. It was all extreme white noise and sounded like „Metal Machine Music“ in three different tracks. I did other Krang Music tracks for various early compilations up until the end of 1983. By the time I was also playing with SPK. Just got a bit fed up by repeating myself with genre and stuff, and so when I did a life performance in Sydney it had a lot of ritualistic elements in it, Tibetan thigh bone and stuff, so I changed the spelling, I think I put the &#8220;g&#8221; at the front of it. One day I released it and have to get the tape back again.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak10603810_10152327105383461_4082055444807480244_o.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-10830" title="JohnMurphyByKarolinaUrbaniak10603810_10152327105383461_4082055444807480244_o" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak10603810_10152327105383461_4082055444807480244_o-1024x682.jpg" alt="" width="584" height="388" /></a></p>
<p><em><strong>What other activities were you involved in at that time?</strong></em></p>
<p>I did a lot of different stuff that time, commercial stuff, I worked as a session drummer. But also I had a band with Ollie Olsen called Orchestra of Skin and Bone. There were various incarnations of it in the time when I came back into more industrial. In a live review in an Australian newspaper someone said it&#8217;s a bit like SPK, except more ritual and primeval, which was sort of true. Bit schizophrenic in the sense of sound from warped EBM to this long weird drones and metal stuff. When we were good we were very good! When the album came out we sounded a bit different like the early incarnation, we had a lot of tape loops that I made up and sent back to Ollie from Britain. I and he broke it in 1986, he didn&#8217;t want to do it any more. I had a Krank release in America at the same time, I did the soundtrack of „Lines of Least Resistance“, which was a video that came out by a guy called Andrew Hickinbotham, on SPK&#8217;s video label. There was an original soundtrack which was different. Without my knowledge I had my Krank material in the soundtrack, which was put together by this Australian guy Roger Richards, who had taken over Extreme Records and sold it to a label called Silent Records. And he put out lots of tapes like Krank or different things with drums for MAX Q, a commerical band with Michael Hutchence and also Ollie Olsen. There were a lot of different acts going on in Melbourne, the thing that Stefan (of Anemone Tube) found on Youtube, we did with Ophiolatria. Stefan wants me to do it on the next Epicurean thing.</p>
<p><em><strong>I also remember that there were plans to record a whole Shining Vril-album. Is that still something that is about to happen? </strong></em></p>
<p>Well not now but I mean I will, this will all depend on health. Im not in a great hurry, probably may try and put toghether all the various tracks that are on compilations and put that out.</p>
<p><em><strong>Could you also say what happened to KnifeLadder? </strong></em></p>
<p>Well that&#8217;s a story of its own. It&#8217;s a work in progress, technically, its on a stand-by, a hiatus. We talked about doing more recordings one day. Andrew&#8217;s main project is now Black Light Ascension, but he would like. Hunter definitely wants to put out pieces we recorded and that never saw the light of day. Theres a lot of stuff I would like to come out, even if its just on soundcloud, but it&#8217;s too good to just sit around. But Andrew has facilitated about that. Sometimes he is very enthusiastic, but sometimes he doesn&#8217;t want these pieces to be heard by many people. I don&#8217;t know, we never broke up, we never parted, it just sort of stopped. Some of the ideas that I had acually moved into Last Dominion Lost.</p>
<p><em><strong>You do a lot of live drumming for several acoustic folk and neofolk bands, one collaboration I really admire is your work with Andrew King. Do you regards these things as a separate chapter of it&#8217;s own?</strong></em></p>
<p>Again it depends on who it is. Andrew pays well. I dont think of these things as completey separated. I&#8217;ve got Andrew for instance to work on my own projects, doing vocals. He&#8217;s possibly doing vocals on a future Last Dominion Lost track, actually he would like to appear on one of the tracks on the Last Dominion Lost album. He waits to see if we can make room to take the vocal of, he got one where he has his voice on the top of a different track, he can get this possibly released on a label in America, and we all said fine, but he can&#8217;t do it until he&#8217;s finished his PHD. So I don&#8217;t view things as seperate or as divided departments of their own. In the past it was the same with Foresta di Ferro. I enjoyed working with Marco I just provided him some sounds and left it all up to him. We did do most of that in a recording studio in London in 2002, when Marco lived near London. I sold him my sounds on an old fashioned cassette tape, and said &#8220;do what you want, treat it, put it completely different, just make sure my name is printed.&#8221; He would do that, that was my contribution, we were in the same town, we had an afternoon to record. It was the same with the other Australian guy, Richard Leviathan. Marco was in a studio once with him, he recorded some guitar and Marco built stuff around that.</p>
<p><em><strong>Some years ago you mentioned in an interview how important German electronic music was for your musical development. It seems that there are more American/Bristish artists who cite such music as influence than German ones (it says that a prophet is not without honor, save in his own country). Could you briefly tell us what it was in that music that made it so special (for you)? </strong></em></p>
<p>As to groups of the pre-punk era, the early Cluster, Tangerine Dream, Faust, Can, Magma from France, well they had a wordwide influence and I&#8217;m not sure if Germans really ever quite understood.</p>
<p><em><strong>Its not as appreciated as it should be.</strong></em></p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak11834941_10153075717093461_92991881258657298_o.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10808" title="JohnMurphyByKarolinaUrbaniak11834941_10153075717093461_92991881258657298_o" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/09/JohnMurphyByKarolinaUrbaniak11834941_10153075717093461_92991881258657298_o-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>It&#8217;s appreciated far more in the English speaking world where those bands became quite popular. Tangerine Dream for example toured in Australia in 1975, where they had an audience, I didn&#8217;t go, cause I had to be at school, and well, I was introduced to all that music by a record shop hometown, run by that crazy Sudeten German. Well, you went in to buy something and walk out 3 hours later with all these kraut rock music records, he made you buy, a notorious guy called Daniel. And Graham from SPK used to fly over from New Zealand, where he originally came from, to buy stuff from this shop. They had a large selection of everything German and Austrian, a lot of rubbish as well as great stuff. Terrible metal bands from here like the one called Jane. And also had a large import section of records you can&#8217;t get anywhere else. Not just German, but stuff like obscure American or European things, Italian prog releases, Goblin stuff. You couldn&#8217;t find the Velvets&#8217; album „White Light, White Heat“ anywhere, but you could buy it there in original pressings. I heard all the kraut and cosmic music there, and I remember that I didn&#8217;t immediately get warm to it, but I never heard anything like Ash Ra Temple before, pretty amazing stuff. Hadn&#8217;t heard anything like Faust before, it just balled me over. All of these bands, Can for instance, were a lot bigger in Britain.</p>
<p><em><strong>Faust were on Virgin for instance..</strong></em></p>
<p>Yes, I had that records, it was a big influence.</p>
<p><em><strong>Nowadays it seems that a band like Kraftwerk is more a part of our cultural heritage. How do you feel when you think about the performances where they perform their backcatalogue in museums, art spaces etc.? </strong></em></p>
<p>You know, I don&#8217;t really have an opinion about if it&#8217;s good that they&#8217;re doing it, well, but it is good that they lasted all that time. I admired them, but I&#8217;m not a fan of everything they&#8217;d done, I actually prefer the very early Kraftwerk, when they were more flexible, haha, I loved „Man Machine“. In that period all their stuff was great, I saw them play in London in 1981 which was extremely good. I love the imagery and all that, but I&#8217;ve never been a massive fan. Germans should be proud of them, I always admired the music and the way they looked, they were a prototype of much which came afterwards, though of not so many good people. Great show as I saw them, and they had humour. Especially at the end the one called Wolfgang Flür, who&#8217;s not in the band anymore, did all the funny faces behind the curtain. You dont have to be poe faced, as we say, serious. Douglas from Death In June saw Kraftwerk when they did a 5 night residency at Sydney Opera House, six months ago or something. I think he went most nights, he loves them all, the setting and stuff. They did play even some of the early stuff. He said to me it was briliant. You can&#8217;t have a band like that from America, I suppose.</p>
<p><em><strong>What do you think makes them so typical for this country?</strong></em></p>
<p>Difficult one I suppose, foreigners point at you, saying you&#8217;re very humorless and tend to efficiancy, which isn&#8217;t really true, certainly not in the hospital I was in, it was rather the opposite. Kraftwerk play with that, I think, and some of the more gullible people in the English speaking world slap that up, take it serious, but there&#8217;s a hidden humour in Kraftwerk, some people don&#8217;t get and don&#8217;t want to get that. Especially the English speaking bands, cause they want Kraftwerk to conform to a Germanic stereotype, if you understand what I mean..</p>
<p><em><strong>I think so..</strong></em></p>
<p>Also not very humourous in a certain way, the people in Britian. Bands I&#8217;m talking about, they wanted them to be stiff and scientific, as they of cause referred to themselves like musical scientists. Kraftwork were a gift from heaven for those people. That&#8217;s all I can say, I love them, long may they reign!</p>
<p><em><strong>What&#8217;s the next things on your schedule? </strong></em></p>
<p>Well I&#8217;m not realy envolved in anything, cause I&#8217;m recovering. But well, we&#8217;ll slowly record the next Last Dominion Lost album, I&#8217;m planning what to do for the next Krank album, we like to do a proper album, a vinyl one, besides that I think about doing some more Shining Vril stuff, and try an approach from a different angle. All these things will be slow processes. Everyone I know knows that I&#8217;m very sick and I said if you want me to participate, then you have to do it around what I&#8217;m doing, that involves also Jason of The Walking Corpses. I said to him I can&#8217;t play with you live anymore. Recording sessions, but not live. One thing else Annie and I had talked about is about Krank with vocals and other instruments. I have to sort of riviving something we did in Lichtenberg some three years ago, she did percussion, playing the bongos in a very simple pulse, which was very effective, and I put a slight delay on my kaos pad and produced this. One other thing are my recent hospital experiences, they inspire me to do an electronic album, which Till of Gerechtigkeits Liga will help me out with. I would use the sounds of this breathing device and combine them with sounds and demonic voices. I have a title, „The Abomination of Desolation“, referring to the way I felt the early days I&#8217;ve been in hospital. That might take a while, maybe I&#8217;ll never do it, well, but it could be a good idea, I might put it out as a companion thing to a Krank record. It was a very confronting experience I had in hospital. I had always halluszinations while I was in the coma for 12 days. Some of that might appear in this recording. Annie appeared to me in a lucid dreams, where I heard her. Nikolas Schreck and I might as well do some more works together in the future. But the thing with Annie&#8217;s voice, we should try and reproduce that, Stefan thought it was a very good idea. For my own memory, nothing to get on the top of something.</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p>Fotos: <a href="http://karolinaurbaniak.com">Karolina Urbaniak</a>, <a href="http://laurafusato.com/">Laura Fusato</a> &amp; <a href="http://www.transformed.de/theepicurean.html">The Epicurean</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/LastDominionLost">Last Dominion Lost @ Facebook</a></p>
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		<title>FORRESTA DI FERRO: Bury Me Standing</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jan 2015 07:09:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/fdfbms.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9727" title="fdfbms" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2015/01/fdfbms-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit „Seppelliscimi in Piedi“, dem ausklingenden zweiten Titelsong ihres bisher einzigen Albums, ist Forresta di Ferro ein seltsames Meisterstück gelungen – vordergründig ein simpler Italofolksong mit Akkordeon und zirkushaftem Walzertakt wirkt das Stück durch seine effektunterlegte Vokalspur, die wie aus einem Telefonhörer herüberweht, ins nahezu Unwirkliche, Gespenstische entrückt. Mit seinem kämpferischen Text und der repetitiven Struktur suggerierte das Lied für mich stets die Vorstellung einer ausladenden Kamerafahrt durch ein Ruinenfeld irgendwo im Italien<span id="more-9726"></span> zum Ende des zweiten Weltkrieges. Wie eine Platte mit Sprung, die noch Stunden nach der Zerstörung auf einem unversehrt gebliebenen Grammophon rotiert, evoziert der Song eine zweifelhafte, aber auch mitreißende Leidenschaft, die nicht untergehen kann und will, auch wenn ihre Zeit längst abgelaufen ist.</p>
<p>Forresta di Ferro ist quasi das zweite Projekt von Marco Deplano, der mit Wertham dystopischen Powernoise spielt. Mit Forresta di Ferro wandte er sich um die Jahrtausendwende einem organischeren, traditionelleren und irgendwie auch freundlicheren Sound zu, wenngleich die musikalischen Resultate keineswegs optimistisch klingen. Schon der Bandname – einerseits auf die Edda, andererseits auf eine Industrieruine in Deplanos norditalienischer Heimatstadt Como referierend – lässt da keine Zweifel aufkommen. Ein Markenzeichen in der bis dato etwas abgebrochen wirkenden Bandgeschichte ist neben dem Kollaborationscharakter (John Murphy und Richad Levy waren mit an Bord) die musikalische Unverortbarkeit, die nur bei Klischeedenkern den Verlegenheitsbegriff Neofolk aufkommen lässt, während die Songs unentschieden zwischen folkigen, postpunkigen, noisigen und auf der Doppel-7&#8221; mit Novy Svet auch jazzigen Anleihen oszillieren, was Deplano und seine Combo anscheinend auch nie kitten wollten.</p>
<p>Inhaltlich befasst sich „Bury me standing“ mit den vielfältigen idelogischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderst, mit Obsession und Fanatismus politischer wie konfessioneller Art, und zeigt das ganze als vor allem tragisches Geschehen. Die Weltkriege, Jugoslawien, der Nahe Osten, rechte, linke, neokonservative und religiös motivierte Phänomene, ihr Idealismus, ihr Terror und ihr Scheitern &#8211; all das mag auf den ersten Blick etwas dick aufgetragen wirken, doch Deplano und seine Kollegen umgehen gekonnt so manchen Fallstrick: Kein Zeigefinger erhebt sich in dem Panorama, das den liner notes nach als Filmmusik „für ein imaginäres Dokudrama über Glaube, Unglück und Fanatismus“ gedacht war, keine Parteinahme für oder gegen ideologische Sackgassen wird auf dem Serviertablett gereicht, vielmehr hält die Umsetzung in den episodisch angelegten Stücken eine Balance zwischen Empathie und Bloßstellung und will eher thematisieren und anregen statt zu erklären und zu belehren.</p>
<p>Referenzen wie Evola, Jünger, Kustorica, Mishima, von Trier (von denen einige im Post-Industrial freilich längst zur zernudelten Standardfolklore mutiert sind) bilden einen allenfalls vagen Hintergrund. Eine solche Balance zeichnet auch die Musik aus, bei der chansonartige Folksongs auf beklemmende Soundscapes und heroische Hymnen an der Grenze zur Tollwut aufeinander treffen, auch die Kontrastierung von sakralen oder opernhaften Samples mit Kriegslärm und markanter Perkussion hält ihr fragiles Gleichgewicht. Ob einem Levys songorientiertere Beiträge, die einen Hauch von Fin de Siecle-Stimmung einbringen, nicht etwas zu weit entfernt vom Rest erscheinen, bleibt ähnlich wie seine jungenhafte Stimme dem Geschmack des Hörers überlassen.</p>
<p>Ein besonderer Fokus liegt auf der kodexgeleiteten Haltung von Männerbünden, Phänomenen, denen immer etwas Faszinierendes und zugleich auch rührend Lächerliches anhaftet, die Tatenokai (dt. &#8220;Schildgesellschaft&#8221;) Mishimas während des symbolischen Umsturzversuchs 1970, der in &#8220;Harmony Of Pen And Sword&#8221; ein düsteres Mahnmal gesetzt wird, ist eines der bekanntesten Beispiele. In der Hinsicht durchzieht die Themenwahl auch eine gewisse Ahistorizität. Der Bruch nach dem Ende der Ostblocks, den kulturalistische Geister wie Huntington oder sein an integraler Tradition geschultes russisches Pendant als Übergang vom Zeitalter der Ideologien zum Revival der Kulturen deuteten, spielt hier keine nennenswerte Rolle, und mit Phänomenen wie dem indischen Kriegeradel der Kshatriya-&#8221;Kaste&#8221; und den Kreuzrittern als &#8220;Militia Christi&#8221; kommt auch Vormodernes zur Sprache. Die Brücke zum Rest sowie ihre Gemeinsamkeit untereinander ist zunächst nur dem Leser einschlägiger traditionaler Literatur bekannt, was das Ain Soph-Cover mit Bassgrummeln, Drummrolls und Brüllstimme allerdings nicht davon abhält, das zweite Highlight des Albums zu sein.</p>
<p>Gut zehn Jahre nach der Ertveröffenlichung erschien das Album dieser Tage neu auf dreihundert schwarzen Scheiben. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.trips-und-traume.com/">Trips + Träume</a></strong></p>
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		<title>KRANK / THE GRIMSEL PATH: Verdant Hum</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Oct 2014 06:43:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/KrankR-6030617-1409318535-2936.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9426" title="KrankR-6030617-1409318535-2936" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/KrankR-6030617-1409318535-2936-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Betrachtet man den Werdegang des gebürtigen Australiers John Murphy, so hat man den Eindruck, dass alle Bands/Projekte, bei denen er musikalisch/konzeptionell federführend ist/war und nicht nur eine helfende Hand, einen gewissen rituellen Charakter besitzen, sei es das nun wieder aktivierte Projekt Krank, die leider nicht mehr aktiven Knifeladder, Last Dominion Lost, deren jüngst veröffentlichtes Album<a href="http://africanpaper.com/tag/last-dominion-lost/"> &#8220;Towers of Silence&#8221; </a>sicher zu den Höhepunkten postindustrieller Musik des Jahres 2014 gehört oder aber The Grimsel Path. Rituell sollte aber natürlich bezogen auf das auf 100 Exemplare limitierte „Verdant Hum“-Tape nicht allzu eng gefasst werden.<span id="more-9421"></span></p>
<p>Ebenso wie auf der „Epicurean Escapism“-Compilation ist Kranks Track „NAOS Number 1“ lang: Das ursprünglich 2007 und 2012 von Murphy und Gerechtigkeitsligas Til Brüggemann aufgenommene Stück vereint Elektronik, die wie zwitschernde Vögel klingt, Fiepen, dunkles Dröhnen, Glöckchen, Klingeln, Noisefragmente zu einer Kollage, die genug Leerstellen enthält, um Vorhersehbarkeit zu entgehen und letztlich ein Soundtrack für einen Film sein könnte, der seine Inspiration aus J. G. Ballards Mitte der 70er publizierten Werken wie <em>Concrete Island </em>oder <em>High Rise </em>zieht.</p>
<p>The Grimsel Path -ein Name, der erstmalig als Tracktitel auf Last Dominion Losts Album „The Tyranny of Distance“ auftaucht &#8211; besteht aus John Murphy und Jon Evans. Die sechs Tracks wurden 2012 in Berlin während des „Foetus Frolics“-Festivals aufgenommen. Nach dem ausufernden, epischen Krank-Track deklinieren Evans und Murphy auf den zwischen knapp drei und fünf Minuten langen Stücken durch, was industrielle Musik, die auf allzu Brachiales, allzu Drastisches verzichtet, alles kann. Es gibt zwar durchaus Anklänge an Krank, aber insgesamt ist The Grimsel Path etwas rauer – was vielleicht auch dem Livekontext geschuldet ist. Der Opener „Deviation“ scheppert &#8211; wenn man will, kann man das perkussiv nennen. Auf „Scorched Earth“ hört man entfernte Stimmen. „Hair Soap Candles“ beginnt mit weit im Äther verborgenen Sprachsamples, bevor es rumpelt und kracht. „Run Please Master“ wird von einem Loop durchzogen, der hier durchaus die Rolle von Perkussion einnimmt &#8211; und der etwas an Premature Ejaculation-Stücke erinnert. Soundmäßig ist das vielleicht auch gar nicht so weit von NONs „Blood and Flame“ entfernt. „Sideshow of the Soul“ hat eine dunkle Grundstimmung: Es pulsiert unheimlich, Störgeräusche ertönen. Bei „End of Transmission“ hat man den Eindruck, irgendetwas wolle sich aus Schutt und Abfall hervorwühlen. The Grimsel Path machen Musik, die ein wüstes, urbanes, fast entvölkertes Niemandsland heraufbeschwört. Vielleicht wohnen Murphy und Evans ja eigentlich in<a href="www.huffingtonpost.com/2013/12/30/detroit-ruins_n_4519731.html"> Detroit.</a></p>
<p>Das Artwork des Tapes wurde von Kristian Olsson gestaltet, dessen Arbeiten man sich auf seiner (nicht gerade subtil betitelten) <a href="http://ghoulson.wordpress.com/">Seite</a> anschauen kann. Das Cover sieht aus, als habe Steven Stapleton sich eine Überdosis Fulci – pardon &#8211; einverleibt.</p>
<p>Um eine kürzlich hier besprochene, musikalisch allerdings völlig andere Veröffentlichung zu zitieren: „Some things hum. Some things do not hum. “. Dieses Tape mit seinen synästhetischen Titel macht dies bestimmt. (M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://www.transformed.de/">The Epicurean</a></p>
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		<title>V.A.: Epicurean Escapism 1</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/09/27/v-a-epicurean-escapism-1/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Sep 2014 06:13:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anlässlich des kürzlich in Berlin stattgefundenen dritten „Epicurean Escapism“-Festivals folgt eine Zusammenstellung, die sich als Ergänzung/Überarbeitung der ursprünglichen Tape/DVD-Veröffentlichung, die vor zwei Jahren während des Vorläuferfestivals erstmalig verkauft wurde, versteht. John Murphy steuert einen Track unter dem Namen seines in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/09/27/v-a-epicurean-escapism-1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/09/EpicureanR-6017266-1409046715-22771.jpeg"><img class="alignleft size-full wp-image-9360" title="EpicureanR-6017266-1409046715-2277" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/09/EpicureanR-6017266-1409046715-22771.jpeg" alt="" width="150" height="210" /></a>Anlässlich des kürzlich in Berlin stattgefundenen dritten „Epicurean Escapism“-Festivals folgt eine Zusammenstellung, die sich als Ergänzung/Überarbeitung der ursprünglichen Tape/DVD-Veröffentlichung, die vor zwei Jahren während des Vorläuferfestivals erstmalig verkauft wurde, versteht.</p>
<p>John Murphy steuert einen Track unter dem Namen seines in den letzten Jahrzehnten nur sehr <a href="http://www.discogs.com/Various-Transmissions-Of-Hatred/release/291904">sporadisch</a> aktiven Projekts Krank bei: <span id="more-9343"></span>„Eyes Half Closed“ ist eine zehn Minuten lange Kakophonie aus Glocken, Stimmfragmenten, Noise, die teilweise rituellen Charakter hat. Dass inmitten dieser Atonalität plötzlich Annie Stubbs recht tonal singt, man fast schon meint, hier solle Industrial eine Ladung Blues verabreicht werden, überrascht, ist aber nur scheinbar deplatziert. Das ist ein beeindruckender Opener. IRMs langer Track „Triptych“ besteht aus Teilen der letzten IRM-Veröffentlichungen. Die Band betrachtet die 12&#8242; „Indications of Nigredo“, das letzte Album „Order“ und den jüngst erschienenen Nachfolger „Closure“ als Trilogie. Dabei hört man die für IRM so typischen und charakteristischen harschen Vocals und es wird wie üblich gänzlich auf Rhythmus verzichtet. Dabei sind die Klangwände, inmitten derer Bladh seine Visionen von Leiblichkeit herausbrüllt, mit eben diesen Veröffentlichungen dynamischer und auf gewisse Weise melodischer geworden. „Shining With Insignificance“, die Gemeinschaftsproduktion von Anemone Tube und Human Larvae, beginnt mit dichten, unterschwellig melodischen Flächen, dann setzen verzerrte Vocals ein, bevor dann ab der Hälfte die Aggression der Melancholie weicht. IRM-Mitglied (Erik) Jarl liefert mit „A Case of Inbreeding: A Homage to my Doppelganger“einen 25-minütigen (nur scheinbar) zurückhaltenden dunkel dröhnendenTrack ab.</p>
<p>Die bisherigen „Epicurean“-Compilations zeigten, dass es mehr als nur um eine An-Sammlung von beliebigen Tracks ging, stattdessen wurde versucht, Musik, Film und Bilder zu einem schlüssigen Ganzen zusammenzubringen. Waren auf Teil 2 eine DVD mit der von Mike Dando für seine Con-Dom-Performances konzipierten Filmcollagen zu finden und stellte der Katalog eine Reihe unterschiedlichster (auch) visuell arbeitender Künstler vor, so stehen Katalog wie auch DVD der aktuellen Veröffentlichung ganz im Zeichen Martin Bladhs, der wohl wie kein anderer Vertreter des (Post)Industrials versucht (hat), sich dem Mensch und seinem Körper, seiner Leiblichkeit zu widmen, dem „body disastrous“ (wie es auf einem Track von IRMs Doppelalbum „Virgin Mind“ heißt). Dabei rührt das Ver-Störende von Bladhs Arbeiten – die natürlich den Wiener Aktionisten eine Menge schulden &#8211; einerseits von der Fokussierung auf das, was den Menschen letztlich (fast alleinig) ausmacht. Wie David Cronenberg schon oft und jüngst noch in einem <a href="http://www.epd-film.de/meldungen/2014/vieles-hollywood-funktioniert-praechtig">Interview</a> sagte: „In meinen Augen sind wir unsere Körper, die machen unsere Existenz aus.“ Ein anderer Aspekt von Bladhs Werk, der den Zuschauer und Hörer vor den Kopf stößt, ist die Ambivalenz seiner Arbeiten: Oft wirkt es, als identifiziere der Künstler sich nicht nur mit dem Opfer, sondern ebenfalls mit dem, der für die Zerstörungen des Leibes verantwortlich ist. Bezeichnenderweise trägt der Katalog dann auch den Titel „Victim and Executioner“. In einem ursprünglich 2007 entstandenen und im Katalog abgedruckten Essay schreibt Carl Abrahamsson: „The dubious grey area of the human psyche&#8217;s reactive patterns is one of the main ingredients of Martin Bladh&#8217;s art.“ Auch Bladh selbst meint bezogen auf das Schauspielern, das Theatralische, das seine Arbeiten oft ausmacht: „My mask allows me to inhabit a certain persona, to find mutual references in the &#8216;other&#8217; which I now feel a new kinship with.“</p>
<p>Der chronologisch erste Film „Pig and Tomboy“ zeigt (vielleicht beeinflusst von Rozz Williams&#8217; Kurzfilm „Pig“) einen mit einer Schweinsmaske verkleideten Mann, der den „Tomboy“ vor einem Spiegel malträtiert. In dem halbstündigen „Des“ präsentiert Bladh sich maskiert und mit Mayhem-Shirt Waffen haltend, während die Stimme aus dem Off aus Dennis Nielsens Erinnerungen vorliest. Als wäre das nicht genug, werden plötzlich alte Filmaufnahmen, die den Künstler (?) als Kind mit Waffe spielend zeigen und wie er Jahre später seinen eigenen Körper mit Wundmalen versieht, hineingeschnitten. In den Anmerkungen heißt es: „The original idea behind<em> DES</em> was to make an autobiographical piece that explored my own narcissistic tendencies and obsessions“. Im fünfteiligen, in den Jahren 2005-2006 entstandenen, „Cycle“ spielt Bladh sowohl den Rent Boy/Masochisten als auch den Mann/Sadisten hinter der Kamera. Hier wird erneut eine Narrativik des Schmerze(n)s entfaltet, wobei es Leerstellen gibt, manches lediglich off-screen stattfindet. Der knapp drei Minuten lange Film „Hole³“, von Batailles Text „La Bouche“ inspiriert, zeigt den Mund als Organ des Schrei(en)s und unweigerlich muss man an den (natürlich auch von Bladh verehrten) Francis Bacon denken, insbesondere an seine Papststudien (an der Verbindung von Bacon und Bataille hat man sich <a href="http://www.alexalienart.com/bacon%20bled%20bare.htm">hier</a> ausgiebigst abgearbeitet). Die Kamera fährt tiefer in den Mund hinein, zeigt den vertrauten Körperteil als Wunde, als Loch: „rage makes men grind their teeth, while terror and atrocious suffering turn the mouth into the organ of rending screams.“ „Matt. 5: 29-30“ ist nach der Passage aus dem Evangelium des Matthäus benannt, in der es heißt: „Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf&#8217;s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.“ (Etwas, das Dr. James Xavier am Ende von Roger Cormans „Der Mann mit den Röntgenaugen“ beherzigt). Die Kamera filmt Bladh von hinten mit leichter Obersicht. Der Zuschauer kann nur erahnen, was er da tut, aber das Resultat ist rot. Eine vor über zehn Jahren erschienene IRM-Veröffentlichung hieß dann auch bezeichnenderweise „An Act Of Self Mutilation Is An Act Of Freedom.“</p>
<p>Diese Zeilen dürften deutlich gemacht haben, dass Bladhs Filme (wie auch seine weitere Kunst) übel aufstoßen, abstoßen (können), was sicherlich nicht das Schlechteste ist, wenn man an all die Kunst denkt, die lediglich zu indifferenten, leidlich wohlwollenden Kommentaren Anlass gibt. Biblisch ließe sich dazu mit dem letzten Buch der Bibel sagen: „Ich kenne euer Tun: Ihr seid weder warm noch kalt. Wenn ihr wenigstens eins von beiden wärt! Aber ihr seid weder warm noch kalt; ihr seid lauwarm. Darum werde ich euch aus meinem Mund ausspucken.“ Oder aber -um etwas profaner (mit dem Motto von Clive Barkers „Büchern des Blutes“) zu enden: „Blutbücher sind wir Leiber alle; wo man uns aufschlägt: lesbar rot.&#8221; (J.M.)</p>
<p>Label: <a href="http://www.transformed.de/">The Epicurean</a>, <a href="http://www.silkentofu.org/">Silken Tofu</a></p>
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		<title>V.A.: Epicurean Escapism</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jun 2012 07:02:46 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Unter Eskapismus versteht man – kurz gesagt – das Ausblenden der alltäglichen Realität. Will man es genauer wissen, so bemerkt man schnell, dass man ein Fass ohne Boden vor sich hat. Man erfährt, dass Eskapismus oft Kunstwerken nachgesagt wird, in &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/06/30/v-a-epicurean-escapism/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4710" title="epicureanescapism" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a>Unter Eskapismus versteht man – kurz gesagt – das Ausblenden der alltäglichen Realität. Will man es genauer wissen, so bemerkt man schnell, dass man ein Fass ohne Boden vor sich hat. Man erfährt, dass Eskapismus oft Kunstwerken nachgesagt wird, in der Regel denen, die nicht direkt Stellung zu Problemen der Zeit beziehen. Vielleicht auch, dass der Begriff erst in der Moderne aufgekommen ist, und für allerlei Fluchtreflexe steht, die eine von Masse und Marktgesetzen geprägte Gesellschaft mit all ihren Entfremdungserscheinungen nach sich zieht. <span id="more-4707"></span>Der mongolische Nomade (den es so freilich auch wieder nur in der Vorstellung von Stammtischsoziologen gibt) kennt weder Entfremdung noch Eskapismus, aber sicher bedeutet Alltag auch in der Moderne stets etwas anderes, je nach der Rolle, die man in seinem Bereich der Gesellschaft einnimmt. Und überhaupt, Flucht für wie lange, wohin und zu welchem Zweck? Flucht als innere Emigration oder als völlige Eremitage? Weshalb diese demonstrative Absage an die vita activa?</p>
<p>Zunächst einmal muss man festhalten, dass Eskapismus kein Konzept ist, sondern vor allem ein emotionales Schlagwort. Befragt man dazu die Intellektuellen, bekommt man recht unterschiedliche Antworten. Natürlich betonen einige das Moment des Mutlosen, Resignativen, das mancher Weltflucht fraglos anhaftet, selbst wenn das Ziel eine künstlerisch ausgearbeitete Fantasiewelt ist. Eskapismus gilt unter solchen Gesichtspunkten als reine Blockade, als Ausdruck eines kindischen Trotzes. Viele allerdings haben ein positives Bild vom Abtauchen in die subjektive Gegenwelt. Für dekadente Autoren wie Huymanns und ihre Erben (Lovecraft, Houellebecq) impliziert eine solche Flucht die radikale Kritik an einer sozial verkümmerten Gesellschaft. Für Philosophen wie Ernst Bloch ist er zugleich Möglichkeit zur Regeneration und ein Quell der Kreativität, die oft erst im Zustand der Sammlung und des vorübergehenden Ausklammerns alltäglicher Einflüsse gedeihen kann. Eine Quelle ebenso für neue Sichtweisen auf die Welt, im Idealfall fern von Masse, Markt und funktionalem Räderwerk. Werke, die unter einem solchen Movens entstehen, sind oft ambivalent und meist auch eher düster als blumig, denn sie tragen die Angst und den Hass gegen eine Realität in sich, die sie zu vermeiden suchen. Bloch sah seinerzeit gerade die Musik als besonders geeignet, ein solches Gefühl und die damit zusammenhängende Utopie umzusetzen. Auch auf der am 07.07. in Berlin stattfindenden Veranstaltung „Epicurean Escapism &#8211; Festival for Escapist Music &amp; Arts“ liegt ein besonderer Fokus auf Konzerten, abgerundet durch Beiträge aus bildender Kunst, Performance und Film. Ein noch offensichtlicherer roter Faden ist die Tatsache, dass alle beteiligten Künstler mehr oder weniger in der Tradition des Industrial stehen.</p>
<p>Begleitend erscheint die vorliegende Tape C-50/DVD-R-Compilation, auf der alle Teilnehmer mit einem exklusiven (oder exklusiv bearbeiteten) Beitrag vertreten sind. Der Auftakt des Tapes hält gleich die größte Überraschung bereit, denn „Drain Sounds in the Well“ ist seit Jahren der erste Track, den der bekannte Drummer und Klangkünstler John Murphy unter seinem Projekt Krank veröffentlicht, diesmal in Zusammenarbeit mit Till Brüggemann von Gerechtigkeits Liga. Mit Mischpult und Field Recordings wird eine primitivistisch ausgestaltete Klanglandschaft entworfen, die neben jeder Menge Gefiepe vor allem durch metallische Perkussion geprägt ist. Wie ein Großteil der Beiträge ist das darauf folgende Anemone Tube-Stück von eher flächiger Struktur. „Dream Landscape“ ist eine neu abgemischte Version des Titelstücks vom 2010er Album; eine intensive Traumlandschaft voll bedrohlicher Nachtgesichte bewegt sich auf den Hörer zu, und wer sich dem lärmigen Dröhnen nicht entziehen kann, verliert sich am Ende im Sog der Klänge. Die schwedische Combo IRM liefert einen rauen Live-Track, der in seiner fließenden Vorwärtsbewegung an Anemone Tube anknüpft. Das Soghafte des Vorgängerstücks indes tritt zugunsten eines verzerrteren Klangbildes etwas zurück, der sich mit der Zeit verdichtende Sound wird von entmenschlichten Schreien akzentuiert, die man von früheren Aufnahmen der Gruppe kennt.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism2.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-4733" title="epicureanescapism2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/06/epicureanescapism2-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Jarl, das Projekt eines der IRM-Musiker, widmet sich in „Succubus“ dem Mythos des teuflischen Blutsaugers in Gestalt einer schönen Frau. Im Zentrum der Musik steht ein minimaler Loop, der von der Klangfarbe her sogar im klassischen Sinne schön ist. Im Verlauf ergänzt durch Bassgebrumme erzeugt er die organischsten Momente der kleinen Sammlung, melancholische Ambientsounds geben dem Stück zudem eine markante Spannungskurve. Mit „Obsession Intermezzo“ und „Path of the Unwanted“ ist Human Larvae, ein deutsches PE-Projekt, gleich mit zwei Tracks vertreten. Was noch wie hintergründiger Ambient beginnt, steigert sich graduell zu infernalischem Noise mit doomigen Untertönen, v.a. der zweite Track zählt mit seinen verzweifelt herausgebrüllten Vocals zu den intensivsten Momente des Tapes. Dissecting Table, einer der musikalisch oft „westlicher“ orientierten Japanoise-Acts, trägt ein sehr eigentümliches Klanggebilde voller Zitate bei, die an sleazige Filmmusik erinnern und aus jeglichem Noiseklischee angenehm herausstechen. Ähnlich dem Beitrag von Krank und im Unterschied zu den europäischen Acts ist „Human Sacrifice“ weniger fließend, sondern eher ein Panorama an merkwürdigen Sounds. Mit „In A New Light“, einem bisher unveröffentlichten Stück aus der „Dream Landscape“-Session, sorgt Anemone Tube mittels verhallter Streicher, Radiosamples und verfremdeter Stimmen für einen desolaten Ausklang. Martin Bladh von IRM und Skin Area ist auch Performancekünstler und Kurzfilmer, ein vor einigen Jahren etwas untergegangener und mittlerweile längst vergriffener Film von ihm erscheint auf der beiliegenden DVD-R. Freunde des Wiener Aktionismus und sleaziger Überschreitungen werden an dem Video ihre Freude haben. Unter denen, für die Noise-Kultur reine Musik ist, gibt es sicher einige, für die „Pig and Tomboy“ gewaltig an den Grenzen des guten Geschmacks kratzt.</p>
<p>Was diese Compilation auszeichnet ist die mehr als solide Balance zwischen Qualität und Vielseitigkeit. Gerade letztere sollte man bei dem mittlerweile schon recht alten Genre Industrial mit all seinen epigonalen Erscheinungen durchaus lobend hervorheben. Krank steht für die verspielte Seite des experimentellen Noise, Anemone Tube für dessen surreale, kontemplative Natur. IRM und ihre Ableger verkörpern (in Vermeidung des etwas abgedrosschenen Wortes &#8220;transgressiv&#8221;) den extremen, provokativen Performance-Charakter, Human Larvae die fatalistiche Dunkelheit und Dissecting Table stehen letztlich für die derangierte und hedonistische Seite einer Musiktradition, die in den späten 70ern ihre Initialzündung erfuhr. All dies unter dem Begriff des Eskapismus zu fassen, hebt sicher ein Element unter anderen besonders hervor &#8211; Industrial hatte ja auf der einen Seite stets einen starken Wirklichkeitsbezug, schon da er den Sound der Produktionsprozesse ins Zentrum seines Stils stellte. Dagegen steht indes eine Haltung größtmöglicher Negation, sowie die Tatsache, dass viele im Industrial verwurzelte Konzepte später eine mystische Färbung bekamen (aus TG entstanden Psychic TV und später Coil, the rest is history). Ein interessantes Konzept also, dass auch in festgefahrenen Gemütern neue Reflexionen über die Funktion von Gegenkultur entfachen könnte.</p>
<p>Die Tape/DVD-R-Compilation erscheint in hundert Exemplaren in silberner oder roter Hülle. Das Festival findet kommenden Samstag im Berliner Veranstaltungsraum &#8220;FEED&#8221; statt.</p>
<p>Labels: The Epicurean/<a href="http://www.silkentofu.org/">Silken Tofu</a></p>
<p><a href="http://www.transformed.de/programm.html">Festival-Programm</a></p>
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