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	<title>African Paper &#187; Matt Elliott</title>
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		<title>Drinking Songs Live: Überraschendes Jubiläumsalbum vom Matt Elliott</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Oct 2024 05:04:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am 8. November erscheint bei Ici d&#8217;ailleurs das Live-Album &#8220;Drinking Songs Live: 20 Years On&#8221; von Matt Elliott. Zur Feier des 20-jährigen Jubiläums seines &#8211; vielleicht darf an in dem Fall wirklich sagen: ikonischen &#8211; Albums &#8220;Drinking Songs&#8221; präsentiert Elliott &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/10/25/drinking-songs-live-uberraschendes-jubilaumsalbum-vom-matt-elliott/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 8. November erscheint bei Ici d&#8217;ailleurs das Live-Album &#8220;Drinking Songs Live: 20 Years On&#8221; von Matt Elliott. Zur Feier des 20-jährigen Jubiläums seines &#8211; vielleicht darf an in dem Fall wirklich sagen: ikonischen &#8211; Albums &#8220;Drinking Songs&#8221; präsentiert Elliott neu arrangierte Live-Versionen, die als Trio aufgenommen wurden. Begleitet wird er dabei von Anne-Elisabeth de Cologne (Kontrabass, Effekte) und Barbara Dang (Piano, Synthesizer), Elliott selbst steuert neben Gesang und Gitarre Saxofon, Drums, Sampling und einiges mehr bei. Diese Neuinterpretationen verleihen den tief melancholischen Stücken des Originals durch die Trio-Besetzung eine noch intensivere emotionale Dimension. Das Album erscheint als 2LP, CD und zum Download.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/drinkingsongslive.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-43252" title="drinkingsongslive" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/drinkingsongslive.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-43251"></span></p>
<p>&#8220;Twenty years ago, Matt Elliott released Drinking Songs, the first part of a significant trilogy—a magnificent album of seven dark folk tracks that remains to this day the most listened to on streaming platforms and highly praised by fans of the Bristol native. Today, to celebrate the anniversary of the most iconic work in his discography, Matt Elliott presents Drinking Songs Live 20 Years On, a collection of alternative versions recorded live as a trio. Matt Elliott, who had already made a name for himself in the indie electronic scene under The Third Eye Foundation moniker, ventured into folk territory in the early 2000s. Born in 2004, Drinking Songs is the Englishman&#8217;s second album under his own name, following The Mess We Made, released in 2003 on Domino. What sets Matt Elliott apart is his ability to fuse different styles, blending chamber folk with Eastern European cabaret music, while simultaneously drawing on his electronic music background, particularly his mastery of sampling and effects, to serve the song&#8221;. (Ici d&#8217;ailleurs)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2630533985/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>MATT ELLIOTT: The End of Time</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Apr 2023 03:54:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zeit ist im Werk von Matt Elliot auf eine gewisse Weise immer ein Thema gewesen. Sein neues Album benennt er nach dem Ende der Tage, doch mit dem von ihm selbst gespielten Saxophon als neuem Element hat es auch etwas &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/04/08/matt-elliott-the-end-of-time/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/a2837461472_65.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-34648" title="a2837461472_65" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/03/a2837461472_65-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Zeit ist im Werk von Matt Elliot auf eine gewisse Weise immer ein Thema gewesen. Sein neues Album benennt er nach dem Ende der Tage, doch mit dem von ihm selbst gespielten Saxophon als neuem Element hat es auch etwas von einem Neubeginn.<span id="more-34646"></span></p>
<p>Was aber gerade besonders auffällt auf &#8220;The End of Days&#8221; sind die zahlreichen Kontinuitäten, die sich fast leitmotivisch durch sein Werk ziehen und auch hier wieder präsent sind: das so charakteristische Fingerpicking, in dem meist schon nach wenigen Akkorden Elliots Handschrift zu erkennen ist, auch wenn er ganz verschiedene Stilrichtungen und Spielweisen dabei zitiert von Flamenco bis zu verschiedener osteuropäischer Musik; die langen Instrumentalparts, bevor dann doch noch ganz unerwartet der Gesang einsetzt; die oftmals deutlichen Wechsel der Gangarten innerhalb einzelner Songs, die diese bei aller Eingängigkeit verschachtelt wirken lassen; der oft betont ungekünstelte Gesang mit seinen spontan wirkenden Pausen und bewusst eingebauten Provisorien, der sich manchmal an der Grenze zur Rezitation bewegt und doch immer mit seinen angedeuteten Melodien berührt; eine empathische und oft zugleich abgeklärte Melancholie, die in den Texten einen Eindruck von Pessimismus erwecken kann, ohne je wirklich in diesem aufzugehen.</p>
<p>Im eröffnenden Titelstück, dessen Endzeitlichkeit sich vor allem in dem gegen Ende aufbrausenden stürmischen Wind äußert, bricht das smoothe Saxophon die gewohnten Strukturen nur bedingt auf. Viel mehr fügen sich der Klang und die Melodie mit ihrem osteuropäischen, vielleicht jiddischen Flair in die zum Teil an Barock- und Renaissance-Musik erinnernden Gitarren und den brummbärigen Gesang ein und könnten mit etwas Fantasie ebenso gut von einer Klarinette stammen.</p>
<p>Mit der Zeit merkt man aber, dass das neue Instrument schon bewusst gewählt ist und immer wieder eine neue Funktion einnimmt. Auf &#8220;January&#8217;s Song&#8221;, das anfangs mit seinem wehmütigen, chorartigen Gesang und der melancholischen Melodie wie aus einem Guss wirkt, fügt es sich anfangs noch mit dem klarinettenartigen Sound ein, doch mit der Zeit ist es immer besser zu erkennen und gibt den Song dann tatsächlich auch eine ungewohnte Jazznote, vielleicht in der Art von Grover Washington jr. In das wehmütige Picking von &#8220;Song of Consolation&#8221; setzt das Instrument genau im richtigen Moment ein und stellt dem rauen und ungekünstelten Gesang an der Grenze zur Rezitation etwas harmonisches zur Seite.</p>
<p>In &#8220;Healing a Wound often Beginns with a Bruise&#8221; hält es sich sehr zurück (ich bin nicht sicher ob es hier überhaupt zu hören ist), aber das tut dem Song keinen Abbruch, er ist einer der Höhepunkte im Herzen des Albums und wirkt mit den gesampleten Vögeln, dem Klavier, dem verbummelten Picking, das irgendwann von iberisch und orientalisch klingenden Mustern in einem Walzer kippt, nach dem summenden Kontrabass und dem ständigen Warten auf den Gesang wie eine andächtige Summa des bekannten Elliott-Werks wirkt. Wirklich ergreifend melancholisch ist &#8220;Flowers for Bea&#8221;, in dem der Gesang an der Grenze zur Atemlosigkeit durch die Szenerie hastet und das diesmal fast atonale Saxophon einen apokalyptischen Wind in einem öden Land einleitet. Ein alles andere als blumiger Song.</p>
<p>Der leise Ausklang gebührt dem barocken Kunstlied &#8220;Unresolved&#8221;, in dem nach dem Verstummen von Gitarre und Bass nur das harmonische Klavier als Nachklang bleibt. (A.Kaudaht)</p>
<p><strong>Label: Ici D&#8217;Ailleurs</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1429504807/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>THIS IMMORTAL COIL: The World Ended A Long Time Ago</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2023 04:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es dürfte wenig Bands geben, denen so häufig wie Coil Tributealben gewidmet worden sind, wobei die Resultate und Intentionen oftmals mehr als nur fragwürdig waren. Waren manche der nach Balances Tod erschienenen Würdigungen noch durch Beiträge von z.B. Thighpaulsandra oder &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/01/07/this-immortal-coil-the-world-ended-a-long-time-ago/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/01/a1624549536_10.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-33193" title="a1624549536_10" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/01/a1624549536_10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es dürfte wenig Bands geben, denen so häufig wie <a href="http://africanpaper.com/tag/coil/">Coil </a>Tributealben gewidmet worden sind, wobei die Resultate und Intentionen oftmals mehr als nur fragwürdig waren. Waren manche der nach Balances Tod<a href="https://www.discogs.com/de/release/595436-Various-It-Just-Is-In-Memoriam-Jhonn-Balance"> erschienenen</a> <a href="https://www.discogs.com/de/release/679711-Various-X-Rated-The-Dark-Files">Würdigungen</a> noch durch Beiträge von z.B. Thighpaulsandra oder Sleazy nobilitiert, waren viele andere wohl eher Versuche der beteiligten Künstler, die <span id="more-33191"></span>eigene oft mediokre Musik einem größeren Publikum schmackhaft zu machen, als ihnen das sonst gelungen wäre.</p>
<p>Als kürzlich Årabrot<a href="https://arabrot.bandcamp.com/track/going-up"> ihr Cover von „Going Up“</a> veröffentlichten,<a href="https://www.instagram.com/p/ClPA8V5DHqZ/?hl=de"> hieß</a> es auf ihrer Instagramseite selbstreflexiv: „One should never cover Coil. Never. It’s artistic suicide. Not even God touches Coil. Why did we do it? Well, sometimes people take crack heroin too. It’s not a good idea. You either end up as William Burroughs or dead under a bridge. I aim and hope to think we end up the former.”</p>
<p>This Immortal Coil nehmen unter den Coilinterpreten allerdings eine besondere Stellung ein. In einem <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/peter-christopherson-interview/">Interview</a>, das wir vor etlichen Jahren mit <a href="http://africanpaper.com/tag/peter-christopherson/">Sleazy</a> führten, meinte dieser: „Nach einer Sache solltet ihr später im Jahr auf jeden Fall die Augen aufhalten und das ist eine Kompilation auf einem französischen Label, die &#8216;This Immortal Coil&#8217; heißen wird, und auf der einige wirklich beeindruckende akustische Neuinterpretationen von klassischen COIL-Songs sein werden, und zwar von vielen Künstlern, von denen Jhonn selbst ein Fan war, wie z.B. Bonnie Prince Billy (Will Oldham) und viele andere mehr. Die Rohmixe, die ich gehört habe, waren umwerfend.“  Und tatsächlich hatte die Herangehensweise des mit ihrem Namen auf 4ADs Hausband anspielenden Künstlerkollektivs etwas durchaus Überzeugendes: So wurde die doch dominant elektronische Musik Coils mit rein akustischen Instrumenten (neu) interpretiert, was zum Teil zu fantastischen Resultaten führte. Oldhams Version des Coilklassikers „Ostia“ war tatsächlich eine beeindruckende wie ergreifende Neuinterpretation. Hier zeigte sich auch, dass Coil nicht nur begnadete Experementierer waren, sondern eben auch tolle Songs schreiben konnten.</p>
<p>Schaut man sich jetzt den etliche Jahre später entstandenen Nachfolger an, fallen Gemeinsamkeiten auf: Wurde der Erstling „The Dark Age Of Love“ nach dem geplanten und nie fertiggestellten Nachfolger von „Horse Rotorvator“, dem geplanten <a href="https://i.discogs.com/WZdsSkAopYJ-mmdgfOsGdR4QJI9OMepeoOCQ7TEExZM/rs:fit/g:sm/q:90/h:597/w:600/czM6Ly9kaXNjb2dz/LWRhdGFiYXNlLWlt/YWdlcy9SLTE5NDE4/MS0xMTc2NjcxNTkw/LmpwZWc.jpeg">„Zwilling“</a>, benannt, verweist der Name des neuen Albums auf den <a href="http://brainwashed.com/coil/music_unr.php">Titel</a>, unter dem zwischenzeitlich das „Backwards“-Material veröffentlicht werden sollte.</p>
<p>Eröffnet wird das Album von „Corybantic Ennui“,  was im Original auf „Stolen And Contamintated Songs“ lediglich ein kurzes auf der Oboe gespieltes Solo war (wie schon der <a href="http://brainwashed.com/common/images/covers/locicd4d.jpg ">Alternativtitel „Oboe Cop“</a> <span style="color: #000080;"><span>verdeutlichte</span></span>), die Version von This Immortal Coil fügt  dem Original wenig Relevantes hinzu. Das minimalistische „Where Are You“ , vom zweiten Teil von<a href="http://africanpaper.com/2022/04/30/coil-musick-to-play-in-the-dark%c2%b2/"> „Musick To Play In The Dark“</a>, bestand im Original aus digitalem Knistern, einem Loop, Rose McDowalls gesampleter Stimme und Balances Textrezitation. Hier wird der Text von Matt Elliott gesprochen, dazu kommen einige dezente perkussive Momente und getragene Cellopassagen. „Titan Arch“, das im Text Lovecraft und Kenneth Grant zitierende, auf „Love&#8217;s Secret Domain“ von Marc Almond gesungene Stück, wird hier von Kristoffer Rygg von Ulver gesungen, dazu kommen ein paar Töne Akustikgitarre und einige Sounds, die dem Stück das passend Mysteriöse bei der Beschwörung der unterirdischen Monarchen geben. Das vom gleichen Album stammende instrumentale „Dark River“ wird hier mit Hörnern, Cello und Hackbrett intoniert. Das Changieren zwischen Düsternis und Licht gelingt auch in dieser Version. Das auf einem Gebet russischer Gefangener basierende „A Cold Cell“ ist hier &#8211; wie im Original &#8211; ein getragenes trauriges Stück. Fast die komplette Winter Solstice-EP wird gecovered: „A White Rainbow“, mit Shannon Wrights melancholischem Gesang, „Magnetic North“ mit fast geflüsterter Textrezitation Elliotts und einigen E-Gitarren-Sounds, das Traditional „Christmas Is Now Drawing Near“, ursprünglich von Rose McDowall gesungen, überzeugt hier mit verwaschenen Harmoniumklängen und Ryggs Vocals. Zu „Fire Of The Mind“, mit Orgel, Cello und Hurdy Gurdy, gibt es ein etwas symbolüberfrachtetes <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ib6ALXIZh1Q&amp;t=259s&amp;ab_channel=Icid%27ailleurs">Video</a>.  Abgeschlossen wird das Album von dem oben schon erwähnten „Going Up“. Sich daran zu wagen, ist tatsächlich nicht unproblematisch, ist es doch das letzte je von Coil live gespielte Stück, das danach das posthum veröffentlichte Album „The Ape of Naples“ abschließen sollte. Es ist ein Stück, das zeigt, wie Coil aus scheinbar disparaten Elementen ihre ganz eigene, letztlich englische Musik machten: Aus dem Profanen des<a href="https://www.youtube.com/watch?v=yCgzYlHVNZ4&amp;ab_channel=Olz"> Titelstücks</a> der Sitcom &#8220;Are You Being Served&#8221;, auf dem die in den jeweiligen Etagen eines Kaufhauses zu findenden Produkte aufgezählt werden, machten Coil einen emotional aufwühlenden Klagegesang, der auch ohne das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=wO9ZLxwUrgs&amp;ab_channel=TheCoilFan">Video</a> des Auftritts zu Tränen rührt. Insofern kann dieses Cover kaum dem Original gerecht werden, was aber natürlich nur bedingt gegen This Immortal Coils Interpretation spricht.</p>
<p>Um auf obiges Zitat zurückzukommen: This Immortal Coil befinden sich mit diesem Album sicher näher am<a href="https://www.youtube.com/watch?v=bToir-o2sNk&amp;ab_channel=CarlosBuchan"> Mann in Tangier</a>, am <a href="https://en.qantara.de/content/william-s-borroughs-naked-lunch-american-literature-from-morocco">&#8220;hombre invisible&#8221;</a> als an einer Leiche unter einer Brücke.</p>
<p><strong>Label:<a href="https://icidailleurs.fr/en/home/"> Ici d&#8217;Ailleurs </a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3566335457/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>The World Ended A Long Time Ago: Zweites Album von This Immortal Coil</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2022 06:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 9. Dezember erscheint das zweite Album des losen Kollektivs This Immortal Coil, das – wie schon auf dem 2009 erschienenen Debüt „The Dark Age Of Love“ – Stücke von Coil mit akustischen Instrumenten neu interpretiert. Während nach dem Ende &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/10/08/the-world-ended-a-long-time-ago-zweites-album-von-this-immortal-coil/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 9. Dezember erscheint das zweite Album des losen Kollektivs This Immortal Coil, das – wie schon auf dem 2009 erschienenen Debüt „The Dark Age Of Love“ – Stücke von Coil mit akustischen Instrumenten neu interpretiert.</p>
<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/a1624549536_161.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-31557" title="a1624549536_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/a1624549536_161.jpg" alt="" width="700" height="700" /></a><span id="more-31556"></span>Während nach dem Ende Coils zahllose oft eher weniger gelungene Tributes erschienen, war „The Dark Age Of Love“ eine beeindruckende Zusammenstellung. In einem Interview, das wir vor vielen Jahren mit Peter Christopherson führten,<a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/peter-christopherson-interview/"> sagte</a> dieser: &#8220;Nach einer Sache solltet ihr später im Jahr auf jeden Fall die Augen aufhalten und das ist eine Kompilation auf einem französischen Label, die ”This Immortal Coil” heißen wird, und auf der einige wirklich beeindruckende akustische Neuinterpretationen von klassischen COIL-Songs sein werden, und zwar von vielen Künstlern, von denen Jhonn selbst ein Fan war, wie z.B. Bonnie Prince Billy (Will Oldham) und viele andere mehr. Die Rohmixe, die ich gehört habe, waren umwerfend.&#8221;</p>
<p>Von Titelgebung knüpft das neue Album etwas an den Vorgänger an: War &#8220;The Dark Age Of Love&#8221; der Titel des Albums, das urspünglich auf &#8220;Horse Rotorvator&#8221; folgen sollte, sein <a href="https://i.discogs.com/WZdsSkAopYJ-mmdgfOsGdR4QJI9OMepeoOCQ7TEExZM/rs:fit/g:sm/q:90/h:597/w:600/czM6Ly9kaXNjb2dz/LWRhdGFiYXNlLWlt/YWdlcy9SLTE5NDE4/MS0xMTc2NjcxNTkw/LmpwZWc.jpeg">&#8220;Zwilling&#8221;</a>, verweist &#8220;The World Ended A Long Time Ago&#8221; auf einen der vielen Arbeitstitel des &#8220;Backwards&#8221;-Materials. Die Auswahl der Titel, die interpreteiert werden, reicht von &#8220;Love&#8217;s Secret Domain&#8221; (&#8220;Titan Arch&#8221;, &#8220;Dark River&#8221;) über &#8220;Stolen and Contaminated Songs&#8221; (&#8220;Corybantic Ennui&#8221;) bis hin zu einer Reihe von Stücken aus der Spätphase Coils: So findet man fast alle Stücke der &#8220;Winter Solstice&#8221;-EP  (&#8220;A White Rainbow&#8221;, &#8220;Magnetic North&#8221;, &#8220;Christmas Is Now Drawing Near ), &#8220;Where Are You?&#8221; und mit &#8220;Going Up&#8221;, das letzte Stück, das Coil je live spielten.</p>
<p>Das Album wird als Download, auf CD und Vinyl in einer Reihe von Versionen erscheinen. Am Album beteiligt waren Shannon Wright, David Chalmin, Matt Elliott, Christine Ott, Aho Ssan, Gaspar Claus, Aidan Baker, Franck Laurino, Kristoffer Rygg, Ole Alexander Halstensgård, Stian Westerhus, Massimo Pupillo, Mattia Cipolli, Elisa Bognetti, Stefano Michelotti, Francesco Bolognini, Márton Csókás, Ivan Chiossone, Eric Aldéa.</p>
<p><a href="https://thisimmortalcoil.bandcamp.com/album/the-world-ended-a-long-time-ago?fbclid=IwAR1NaZUtGlg_YnVlvG_OlqDmayvFStKDppOpNCkVp6Hhd7JG6iWZHVyB_vo">@ Bandcamp</a></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3566335457/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>MOVIETONE: Peel Sessions 1994-1997</title>
		<link>https://africanpaper.com/2022/02/19/movietone-peel-sessions-1994-1997/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Feb 2022 05:40:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit dieser Retrospektive haben sicher die wenigsten gerechnet. Die britische Band Movietone um die Protagonistinnen Kate Wright und Rachel Coe existierte seit 1994 etwa ein Jahrzehnt lang und war Teil der damals umtriebigen Bristoler Underground-Szene, was sich auch im Line-up &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/02/19/movietone-peel-sessions-1994-1997/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/TCD30_front.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-28254" title="TCD30_front" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/TCD30_front-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit dieser Retrospektive haben sicher die wenigsten gerechnet. Die britische Band Movietone um die Protagonistinnen Kate Wright und Rachel Coe existierte seit 1994 etwa ein Jahrzehnt lang und war Teil der damals umtriebigen Bristoler Underground-Szene, was sich auch im Line-up der Combo abzeichnete. So gab es Überschneidungen mit der Besetzung von Flying Saucer Attack und zeitweise war<span id="more-28253"></span> Matt Elliott, der seinerzeit noch primär unter dem Namen Third Eye Foundation von sich reden machte, Mitglied. Movietone waren insgesamt dreimal &#8211; kurz nach ihrer Gründung 1994, dann 1996 und zuletzt 1997 &#8211; zu Gast bei dem bekannten BBC1-Moderator John Peel.</p>
<p>Stilistisch bieten die auf &#8220;Peel Sessions 1994-1997&#8243; kompilierten Aufnahmen einen guten Querschnitt zum Kennenlernen der Band, deren leicht somnambule, meist von sanftem Gitarrenpicking getragene Songwritermusik nie nur Pop war und deren legendäre Piano- und Streicherparts von einer ebenso geisterhaften Dunkelheit waren wie Kate Wrights verhuschter Gesang, dessen heisere Lieblichkeit gerne in Flüstern und Murmeln kippte.</p>
<p>Viele der von Gitarre und Violine geprägte Songs waren von fast folkiger Besinnlichkeit, bei der &#8211; besonders anschaulich hier im anrührenden &#8220;The Voice Came Out Of The Box and Dropped Into The Ocean&#8221; &#8211; mit Schlichtheit und kleinen Ungeschicktheiten gespielt wird, die der Musik eine noch stärkere Aura der &#8220;Echtheit&#8221; gaben. Doch über allem schwebte meist eine aufwühlende Spannung, hervorgerufen durch unruhige Takte oder gesamplete Sounds. In &#8220;Mono Valley&#8221; beispielsweise gibt das von Elliott zerschlagene Glas dem einlullenden Fluss der Musik eine deutliche Wendung. Oft reicht dafür aber auch schon eine gewisse Zaghaftigkeit im Gesang, der an die scheue Aufmerksamkeit nachtaktiver Lebensformen erinnert. Dann gibt es aber auch Lofi-Rocknummern wie &#8220;Stone&#8221; und groovig schleichende Bässe und Bläserparts, die vieles vorweggenommen haben, das später zum Standardrepertoire der sogenannten Darkjazzer werden sollte. Einen Nachfolger haben die Briten übrigens in ihrem Landsmann Matt Sweet alias Boduf Songs, der in seinen mysteriösen Akustiksongs mitunter eine ähnliche Atmosphäre entstehen lässt.</p>
<p>So sehr diese Musik in den mittleren und späten 90ern ein Bedürfnis nach Sammlung und Zurückgezogenheit bedienen konnte, passt sie auch in unsere Zeit, in der sie keinen Deut gealtert erscheint. Wer in den Movietone-Kosmos eintauchen will, findet in den &#8220;Peel Sessions&#8221; einen perfekten Ausgangspunkt. (A.Kaudaht)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://textile-records.com/?p=880">Textile Records</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=946957678/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>MATT ELLIOTT: Farewell To All We Know</title>
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		<pubDate>Sat, 16 May 2020 05:16:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ici d'ailleurs]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf seinem neuen Album widmet sich Matt Elliott ganz dem einen entscheidenden Moment, dem Wendpunkt, an dem das, was man Leben oder Existenz nennt, einen ganz neuen Kurs nimmt, an dem man Abschied nimmt von der Welt, wie man sie &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/05/16/matt-elliott-farewell-to-all-we-know/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/03/IDA141_front.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-20489" title="IDA141_front" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/03/IDA141_front-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auf seinem neuen Album widmet sich Matt Elliott ganz dem einen entscheidenden Moment, dem Wendpunkt, an dem das, was man Leben oder Existenz nennt, einen ganz neuen Kurs nimmt, an dem man Abschied nimmt von der Welt, wie man sie kannte, sich der Endlichkeit aller Dinge bewusst wird und zugleich neuen Anfängen entgegen sieht. Ganz gleich, ob man diesen Moment durch eigene Entscheidungen eingeleitet hat, oder ob er doch eher durch Umstände oder<span id="more-20488"></span> so etwas wie das Schicksal herbeigeführt wurde &#8211; er bleibt unberechenbar, und was auf ihn folgt, bleibt ungewiss.</p>
<p>Allen Wendepunkten zum Trotz enthält &#8220;Farewell To All We Know&#8221;, das von all diesen Fragen wie von einem weitläufigen Wurzelgeflecht durchdrungen ist, viel Vertrautes: Von den feierlich getragenen Gitarrenfiguren, die den Opener nach und nach in einen renaisaancehaften Tanz überführen, über die bedächtigen Instrumentalpassagen am Beginn mancher Songs und dem leidenschaftlichen Flammenco-Strumming bis zur brummbärigen Stimme, die oft nah an Spoken Words, manchmal nah am Flüsterton und immer ganz nah am Ohr erklingt, wird auf bekannte Muster gesetzt, selbst einzelne Melodien scheinen bekannt. Man sollte in all diesen Dingen ein approbates Medium sehen, um den dramatischen Ambivalenzen, die sich auch hier wieder durch das ganze Album ziehen, Ausdruck zu verleihen.</p>
<p>Ein Widerstreit findet sich oft dann, wenn wie bei &#8220;Farewell To All We Know&#8221; Elliotts Gitarrenspiel Höhepunkte der Aufgewühltheit erreicht, während die entrückten Tupfer des oft hintergründigen Klaviers eine dem entgegengesetzte Vorsicht walten lassen. Nichts würde besser zu dem Text über einen ungewissen Aufbruch passen. &#8220;From this day on/Till the end of time/I&#8217;m going to leave all my grief and woes behind&#8221; heist es schon klarer und entschiedener in &#8220;The Day After That&#8221;, aber den schönen spanischen Gitarrenakkorden folgt ein geradezu apokalyptischer Wind, der den Song wie einen endzeitlichen Schauplatz durchweht. Doch am Ende des Sturms bleibt einiges bestehen, und die Gitarre schrammelt immer kämpferischer mit jeder Textstelle, an der der eine entscheidende Tag besungen wird. Im geisterhaften &#8220;Can&#8217;t Find Undo&#8221;, das viele mysteriös rumpelnden Geräusche enthält, geht es noch dramatischer zu.</p>
<p>Dass der Einsatz einzelner Instrumente dem Text und dem Gesang folgt, ist fast schon so etwas wie ein Leitmotiv des Albums. In &#8220;Hating the Player, Hating the Game&#8221; unterstreicht das Cello erneut den wichtigen Moment, das &#8220;now&#8221;, mit seinem fast morbiden Summen. In &#8220;Guidance is Internal&#8221; akzentuiert die verwunschene Violine, die stets an der Kippe des Ausbruchs stehend an die besten Momente von Sieben erinnert, das Gefühl eines unruhigen Drängens. In mehreren Stücken ist es der Goldregen des Pianos, der atmosphärische Wendpunkte einleitet.</p>
<p>Kann man &#8220;Crisis Apparition&#8221; als Herzstück des Albums bezeichnen? Dornige Gitarren kleben hier an einem bewusst provisorisch gehaltenen Chanson-Gesang, lassen nach Bildern von Feuer und Flammen deutliche Ausrufezeichen in der Musik entstehen und leiten wie ein letztes Aufbäumen in die tröstende Ruhe des Schlusstracks &#8220;The Worst is Over&#8221; über, bei dem sich all die Unruhe wie noch einmal aufgewehtes Laub legt.</p>
<p><strong>Label: Ici d&#8217;ailleurs</strong></p>
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		<title>MATT ELLIOTT: The Calm Before</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Apr 2016 05:34:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ici d'ailleurs]]></category>
		<category><![CDATA[Matt Elliott]]></category>
		<category><![CDATA[The Third Eye Foundation]]></category>

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		<description><![CDATA[Es macht überhaupt nichts, dass Matt Elliotts Gitarrenspiel immer etwas improvisiert und sprunghaft wirkt, auch nicht, dass seine gesamte Instrumentierung manchmal einen spontan zusammengezimmerten Eindruck macht und er sich auch beim Gesang ein paar Nachlässigkeiten erlaubt &#8211; nicht nur weil &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2016/04/30/matt-elliott-the-calm-before/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/mattelliotthecalmbefore.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-11842" title="mattelliotthecalmbefore" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/03/mattelliotthecalmbefore-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es macht überhaupt nichts, dass Matt Elliotts Gitarrenspiel immer etwas improvisiert und sprunghaft wirkt, auch nicht, dass seine gesamte Instrumentierung manchmal einen spontan zusammengezimmerten Eindruck macht und er sich auch beim Gesang ein paar Nachlässigkeiten erlaubt &#8211; nicht nur weil das an sich schon ganz charmant sein kann, sondern weil er stattdessen über eine ganz andere Qualität verfügt: Elliott ist ein Meister der ungreifbaren Stimmungslagen, die ihre verschiedenen Nuancen oft erst nach mehrmaligem Hören entfalten. <span id="more-11841"></span></p>
<p>Die Geschichten, die er in seinen Songs skizziert, ereignen sich nicht selten knapp vor dem nächsten Abgrund, und er erzählt sie mit einer aufrichtigen Unverblümtheit, Songs heißen bei ihm schon mal &#8220;Prepare for Dissappointment&#8221; oder &#8220;If Anyone Tells Me &#8216;It&#8217;s Better To Have Loved And Lost Than To Never Have Loved At All&#8217;, I Will Stab Them The Face&#8221;. Ein abgeklärter Hardliner jedoch ist er nicht.</p>
<p>Es gibt in der Hinsicht zwei Songtypen bei Elliott. Da wären zum einen Stücke von beinahe gemütlicher Entspanntheit, die gerne mal nach müder Seemansart ins walzerhaft Schunkelige kippen und deren introvertierte Stimmung eher verbummelt als verzweifelt anmutet. Dann aber auch solche, die vor Wehmut fast zerplatzen. Letztere scheinen mir die stärkeren zu sein, doch wie dem sei, sein gerade erschienenes Album setzt gerade in der Hinicht auf eine deutlichen Steigerung, denn die unspektakuläre Zurückhaltung zu Beginn &#8211; das kurze Intro mit pastoralen Gitarren und summendem Kontrabass wirkt noch etwas hausbacken, nur ein paar ganz versteckte Klaviertupfer geben dem Szenario ein bisschen Magie &#8211; erweist dich im Verlauf als trügerisch. Schon im darauf folgenden Titelsong, bei dem Elliotts Stimme ganz intim nach vorn gemischt ist, braut sich im Laufe der Zeit ein kleiner Sturm zusammen, der gegen Ende geradezu heftig wird. Es war eben the calm before&#8230;</p>
<p>Diese chansonhafte, nur leicht bitter eingefärbte Eindringlichkeit kommt dann endgültig in &#8220;The Face of St. Stephen&#8221; zum Zug, das im Unterschied zu typischen Matt Elliott-Songs nicht mit zwei bis zehn Minuten Gitarre oder Piano beginnt, sondern gleich in der ersten Sekunde auch textlich zur Sache geht. Mit Phrasen wie &#8220;And you forgive the choire master as if you hadn&#8217;t seen that he has tried to fuck your daughter when she as just foreteen&#8221; zeigt Elliott ordentlich Zähne und lässt auch sonst kein gutes Haar an der Institution Kirche, und nach diesem Durchbruch kennt seine melancholisch getönte Aggressivität kein Halten mehr.</p>
<p>&#8220;I only wanted to give you everything&#8221; ist ganz klar der Höhepunkt des Albums, selten wurde der Kampf um Genügsamkeit angesichts einer enttäuschten Liebe so furios in Szene gesetzt wie in diesen zehn Minuten spanischer Gitarren und hölzerner Snaredrums, in denen manches textliche und musikalische Aufbäumen aller Abgeklärtheit einen Strich durch die Rechnung kratzt, denn hier geht es unmissverständlich um Großes. &#8220;Wings &amp; Crown&#8221; mit seinem arabisch anmutenden finger style steht dem musikanisch in nichts nach, und danach darf auch eigentlich nichts anderes mehr kommen als der besinnliche Ausklang von &#8220;The Allegory of the Cave&#8221;.</p>
<p><strong>Label: Ici d&#8217;ailleurs</strong></p>
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		<title>MATT ELLIOTT: Only Myocardial Infarcation Can Break Your Heart</title>
		<link>https://africanpaper.com/2013/11/16/matt-elliott-only-myocardial-infarcation-can-break-your-heart/</link>
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		<pubDate>Sat, 16 Nov 2013 06:28:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/MattElliottOMICBYH.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7806" title="MattElliottOMICBYH" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/MattElliottOMICBYH-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>An Jess Francos launigen Vampirfilm &#8220;Doriana Grey&#8221; musste ich beim Cover von Matt Elliotts neuem Album aus einem eher oberflächlichen Grund denken &#8211; in beiden Fällen wird die verdrehte Doppelgängerallegorie, die einst einer Idee Oscar Wildes entsprang, von einer Frau verkörpert. Vielleicht ist es aber auch das spanische Flair von &#8220;Only Myocardial Infarcation Can Break Your Heart&#8221;, das mich auf solche Abwege geführt hat. Ich nehme vorweg, dass das zungenbrecherisch betitelte Werk des Engländers die beste Medizin gegen die diesjährigen Herbstdepressionen ist, aber ich sollte dazu sagen, dass mit Medizin hier keine musikalischen Baldriantropfen gemeint sind, sondern<span id="more-7805"></span> purer Exorzismus.</p>
<p>Laut Label bleibt Elliot dem Gundgefüge seines desperaten Songwritings (das sich wohl nie so sehr verdichtete wie in Titel und Inhalt des letztjährigen „The Broken Man“) weitgehend treu. Doch habe er ebenso etwas wie Hoffnung oder gar leichten Optimismus beimischt, was im Großen und Ganzen stimmt. Die kleine Veränderung ist allerdings enorm wirkungsvoll. Beigaben wie die kindliche Spieluhr und die gepflegte mediterrane Handperkussion in „Reap What You Sow“ hätten früher v.a. als Kontrastmittel für eine tiefschwarze Grundstimmung fungiert. Diesmal jedoch tragen solche Spielereien eher dazu bei, das lyrische Lebensresümee etwas differenzierter zu ziehen und die schwarze Galle nicht mit der Weltformel zu verwechseln. Und doch bleibt ständig der Eindruck bestehen, dass die Gefühlsauslotung in Wort und Ton kompromisslos aufs Ganze geht. Dieses Spannungsgefüge findet sich im beschwingten Latinorhythmus wieder, der die abgeklärten Worte in „Prepare for Disappointment“ aufmischt, auch beim wehmütig aufgepeitschten Sea Shanty „Again“, stilistisch ein Echo seiner früheren „Drinking Songs“, das die Unmöglichkeit eines Zusammenseins weder cool hinnimt, noch lamoryant beklagt. Am reinsten jedoch findet sich dieser ambivalente Zug im märchenhafte Charme von „I Would Have Woken You With That Song“; es ist der Charme verwunschener Gassen und ungenutzter Chancen, die man als genau dieslieb gewonnen hat und – falls es das gibt – illusionslos verklärt. Und weil es so gut gelingt, sind auch filmreife Streicher und brummbäriger Männerkitsch für Momente erlaubt.</p>
<p>Soviel zu den kürzeren Stücken in der zweiten Hälfte des Albums. Das (dem Titel entsprechend gebrochene) Herzstück des Albums bildet der rund siebzehnminütige Opener, ein wahres Songmanifest, gegenüber dem der Rest fast wie ein Appendix wirken muss. „The Right To Cry“ hat einen apokalyptichen Zug: Die Welt fällt, alle Leidenschaft ist – immerhin – befriedigt, zurück bleibt nur die leere Hülle, und das Recht zum Weinen ist lange verspielt. Diese Abgeklärtheit hat etwas Erlösendes für das Subjekt, das in eben dieser Welt „prisoner and guard“ zugleich ist. Nun würde die begleitende Jazzgitarre mit Flamencotouch bei beinahe jedem anderen ebenso banal wirken wie das pastorale Fingerpicking einen Abschnitt später, denn das Schlimme nett zu sagen, ist bekanntlich eine ziemlich abgenudelte Form der Ironie. Mit Ironie hat dies bei Elliott aber weniger zu tun als mit der Fähigkeit, das Leben in all seiner Schönheit und Untröstlichkeit aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Und irgendwie nimmt man ihm ab, dass er es genau so meint.</p>
<p>Der „Broken Man“ aus Elliotts vorigem Schaffensabschnitt ist vor allem in einer Hinsicht entzwei gebrochen: Sein Blick und seine Stimme haben sich verdoppelt. Wie beim Modell im Covermotiv findet sich die Essenz des Albums erst im Zusammenspiel des morbiden Doubles mit seinem vitalen und stolz posierenden Pendant. Im Unterschied zu den „Drinking“- und „Howling Songs“ scheint hier auch das Herz intakt. Denn nur ein Infarkt – aber der definitiv – kann es brechen.</p>
<p><strong>Label: <a href="http://www.icidailleurs.com/">Ici d&#8217;ailleurs</a></strong></p>
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		<title>V. A.: Free Music Impulse. A Double Disc Compilation To Keep Hybrida Alive</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Blind Cave Salamander]]></category>
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		<category><![CDATA[Marissa Nadler]]></category>
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		<category><![CDATA[Various Artists]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie ein Rundumschlag durch die unterschiedlichsten Black-relevanten Musiksparten mutet diese Compilation an, auf der insgesamt dreiunddreißig Künstler das italienische Hybrida-Netzwerk in Erinnerung rufen – und einen kleinen engagierten Beitrag zu dessen Fortbestand leisten. Hybrida ist nicht nur ein Label, sondern &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2011/09/01/v-a-free-music-impulse-a-double-disc-compilation-to-keep-hybrida-alive/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/hybrida.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-322" title="hybrida" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2011/08/hybrida-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wie ein Rundumschlag durch die unterschiedlichsten Black-relevanten Musiksparten mutet diese Compilation an, auf der insgesamt dreiunddreißig Künstler das italienische Hybrida-Netzwerk in Erinnerung rufen – und einen kleinen engagierten Beitrag zu dessen Fortbestand leisten.<span id="more-320"></span></p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Hybrida ist nicht nur ein Label, sondern ein ganzer Mikrokosmos an kulturellen Projekten und Aktivitäten, die sich vor gut acht Jahren in Tarcento, einer Kleinstadt in der norditalienischen Provinz Udine zu organisieren begann. Konzerte, Festivals, diverse Aufnahmemöglichkeiten, kleine Ausstellungen, Workshops, ein Newsportal, sogar ein kleines Hostel und eben das Label – insgesamt das, was man früher mit der etwas abgegriffenen Phrase “bunte Mischung” bezeichnet hätte: Hybrid eben, aber keinesfalls beliebig und konzeptlos. All diesen Unternehmungen liegt der Leitgedanke zugrunde, ungewöhnlicher, neuartiger und jenseits banaler Markterwägungen angesiedelter Kunst einmal außerhalb der einschlägigen Metropolen ein Forum zu bieten. Im Zuge dessen bricht Hybrida auch generell eine Lanze für die Provinz, die oft mehr zu bieten hat als Verprollung, Monotonie und Triviales. Dass solche Unternehmungen eher rar sind, hat natürlich mit der überschaubaren Nachfrage zu tun, durch die allein solche Projekte in Kleinstädten nur schwer finanzierbar sind. Eine gute Portion Leidensfähigkeit und die Bereitschaft zu Risiken und Kompromissen zählen zu den Kardinaltugenden solcher Projekte. Der Wagemut brachte allerdings auch schon mal Engpässe mit sich – Durststrecken, die den gängigen Wertvorstellungen einer von Kosten und Nutzen geprägten Mentalität geschuldet sind, denn zuletzt zeigte die Rechnung, dass konkurrierende Investoren natürlich eine größere Lobby haben als subkultureller Idealismus. Muss Hybrida unter Umständen bald das Feld räumen und sich andere, eventuell weniger reizvolle Orte suchen? Das Ende der Geschichte ist noch offen, die Betreiber jedenfalls reagieren auf solche Hässlichkeiten des Alltags keineswegs mit Resignation, sondern mit dem vorliegenden Sampler, dessen Einnahmen als Kraftspritze in den eigenen Wiederaufbau fließen sollen.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Die musikalische Bandbreite des Samples ist beeindruckend, vor allem angesichts der Stimmigkeit der Songauswahl. Den einen großen Part bilden krachige Aufnahmen, bei denen vor allem röhrendes Gitarrenfeedback in unterschiedlicher Lautstärke den Ton angibt. Der Auftakt ist recht punkig und könnte, was die Gesamtausrichtung der CD betrifft, fast ein wenig in die Irre führen. Mir bisher nicht bekannten Bands wie ALEJANDRO QUITEDELUXE und ARINGTON DE DIONYSO decken Bereiche von Anarcho bis Oi ab und haben eine Wut gemeinsam, die mit absurden Klängen auf eine absurde Welt reagiert. Ob ein straighter Rhythmus hoffnungslos in den unübersichtlichen Weiten einer Kakophonie verloren geht, nur um dort mit Dixiejazz einen Territorialkampf auszufechten, ob ein Sänger seine Stimme wie ein Pornostar in Aktion einsetzt – immer geben sich Wut und persiflierender Humor die Hand. Typischer und auch irgendwie passender zur trendigen Coverillustration sind jede Menge Noiserockacts in unterschiedlichen Graden der Derangiertheit. Das hintergründige Rauschen bei FATHER MURPHY featuring DADA TRASH COLLAGE, das mit indischen Elementen angereicherte Stück von G.I. JOE und die von Gitarrenfeedback und schrägen Synthies überschütteten Schreie der GEISHA NOISE RESEARCH GROUP stehen auch hier für eine große Bandbreite. Eines der interessantesten Stücke stammt von der italienischen Band ZU, die neuerdings mit David Tibet kollaboriert. Zwischen dem Gitarrengebrumme, dem fiesen Saxophon und den scheppernden Drums meint man immer wieder für Momente, bei den WOLF EYES zu sein.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Einen Link zu Black Metal findet man bei den in Berlin lebenden Italienern OVO, deren aktionsgeladenes Drumming in flächige Strukturen überleitet und die Brücke zum Ambientteil der Sammlung schlägt. Hier sind ASABIKESHIINH besonders hervorzuheben – die Band mit dem Zungenbrechernamen liefert ein Dronestück ab, dass mit der Zeit immer rauer wird und hintergründiges Trommeln in ein wahres Schlagwerkinferno steigert. Ebenso interessant ist der Beitrag von STEFANO PILLA, der aus Feedbackloops und Schöngeistereien auf dem Fender Rhodes interessante Kontrasteffekte erzeugt. BLIND CAVE SALAMANDER, fast so etwas wie Stargäste, warten mit einem kratzigen Ambientstück auf, das anscheinend auf dem Sound von herumgewirbelten Sandkörnern basiert. Mir ist die Aufnahme leider etwas zu lang geraten, vielleicht entfaltet sich das Stück in einem homogeneren Album-Kontext etwas wirkungsvoller. Den letzten großen Themenblock bilden folkinspirierte und allgemein akustische Songs. MARISSA NADLER zählt hier zu den bekanntesten Vertretern: Ihre Version von ECHO &amp; THE BUNNYMENS „The Killing Moon“ besticht durch eine schöne Sehnsuchtsmelodie, vermag die eine oder andere seichte Stelle jedoch nicht vollends zu umschiffen. Ein Gegenstück zu ihrer traumwandlerischen Melancholie ist die aufgeweckte Kunstballade von LARRY YES. Ein kleines Highlight steuerte MATT ELLIOTT in Form eines seiner „Failing Songs“ bei – wer nicht glauben will, dass Schunkeln keineswegs gemütlich sein muss, der glaubt es spätestens beim schwer trunkenen „Chains“.</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY">Den Schlusspart (aber keineswegs das Schlusslicht) bilden TOPMODEL, eine mir bislang unbekannte Berliner Band, die mit Piano, Harmonika und schrillem Gesang eine Hommage an die großen Zeiten lateinamerikanischer Schlager mit folkigem Einschlag anstimmen. Natürlich kann man nicht auf jeden Song eingehen, und jeder wird für sich vielleicht einen anderen kleinen Ausfall bezeichnen. Insgesamt ist die Compilation jedoch ausgesprochen gehaltvoll, und gerade unter den unbekannteren Interpreten findet sich manch interessanter Geheimtipp. Black wünscht Hybrida alles Gute für ihre zukünftigen Unternehmungen. (U.S.)</p>
<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><a href="http://www.hybridaspace.org/site/">www.hybridaspace.org</a></p>
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