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	<title>African Paper &#187; Phil Puelo</title>
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		<title>SWANS: Birthing</title>
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		<pubDate>Sat, 31 May 2025 05:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es dürfte wenige Bands geben, die nach ihrer Reformierung, oder – wie es Michael Gira damals formulierte – „reconstitution“ so aktiv wie die Swans waren/sind. Zuerst mag man Giras Insistieren auf der Begrifflichkeit als semantische Spitzfingerei abgetan haben, aber die &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/05/31/swans-birthing/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/SWANS-BIRTHING.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-46404" title="SWANS-BIRTHING" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/05/SWANS-BIRTHING-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es dürfte wenige Bands geben, die nach ihrer Reformierung, oder – wie es <a href="http://africanpaper.com/tag/michael-gira/">Michael Gira</a> damals formulierte – „reconstitution“ so aktiv wie die <a href="http://africanpaper.com/tag/swans/">Swans</a> waren/sind. Zuerst mag man Giras Insistieren auf der Begrifflichkeit als semantische Spitzfingerei abgetan haben, aber die Jahre seit dem Erscheinen von „My Father Will Guide Me up a Rope to the Sky“ im Jahr 2010 waren beeindruckend &#8211; <span id="more-46402"></span>nicht nur, was die Anzahl der Alben anbelangt, sondern auch bzgl. des Umfangs: Das waren oftmals Mammutwerke, die sich teilweise nur noch auf zwei CDs oder drei Vinylscheiben pressen ließen. Die Stücke entwickelten sich und wurden entwickelt während der zahlreichen Touren und Auftritte, die in ihrer Wucht Band wie Publikum einiges abverlangten.</p>
<p>Vor der Veröffentlichung von<a href="http://africanpaper.com/2019/10/26/swans-leaving-meaning/"> „Leaving Meaning“ </a>(2019) hatte Gira angekündigt, die Band als lose(re)s Kollektiv weiterführen zu wollen, jetzt wurde vor Veröffentlichung von „Birthing“ eine weitere Änderung <a href="https://younggodrecords.com/collections/frontpage/products/birthing-preorder">angesprochen</a>: Das Album sei „my final foray (as producer / impresario) into the all-consuming sound worlds that have been my obsession for years. We’ll do a final tour in this mode towards the end of 2025, then that’s it. After that, Swans will continue, so long as I’m able, but in a significantly pared down form.“ Vielleicht sind ja die beeindruckenden Soloshows, die Gira mit Kristof Hahn jüngst spielte, Indikatoren für mögliche künftige Konstellationen.</p>
<p>Das neue, insgesamt 17., Album, das heftiger ausgefallen ist als &#8220;Leaving Meaning&#8221;, wird eröffnet von „The Healers“ und wenn Gira jüngst in einem<a href="https://www.thevinylguide.com/episodes/ep498-birthing-the-end-closing-a-chapter-of-swans-with-michael-gira"> Interview</a> sagte, dass er künftig die Crescendos vermissen werde, die in der bisherigen Bandkonstellation für Euphorie sorgten, dann passt das gut zu diesem knapp 15-minütigen Opener. Wie sich dieser Track nach einer langen getragenen Passage nach und nach verdichtet, nach den Soundflächen zu Beginn in Minute 8 Schlagzeug hinzukommt, Gira plötzlich in Stimmen, in Zungen spricht, Unverständliches verkündet, das ist wieder einmal beeindruckend. Das ist ein Sichaufbäumen, mit Instrumenten, die wie Sirenen tönen. Zeilen wie „The wolves are swimming in our harbor/Our lungs are breathing in black water/The heavens rain down knives of silver/To kiss our bodies in the river“ sind in Verbindung mit der Musik Momente des Transzendierens. Die vorab veröffentlichte Single „I am a Tower“ beginnt ebenfalls ruhig mit leicht flirrenden Sounds und weiblicher Stimme. Erst nach vier Minuten setzt Gira ein und sprechsingt: „With thin boneless fingers and pink polished nails/I am searching for truth in the fat folds of your blunder/Speak up, Dick! Bring wonder, bring plunder/Bring your fish-headed fixer to whisper my ear “, während eine wilde Klangorgie im Hintergrund dröhnt, bis dann auch hier wuchtiges Schlagzeug einsetzt. Gegen Ende hört man dann das megalomanische „I am a kingdom of one, behold what I have become/Down in the belly of earth, I hereby nullify your birth/Now everything is mine, I am the end of time“. Das 20-minütige Titelstück klingt nach 12 Minuten ab, es ist so, als setze ein Song im Song ein. Zu dezenten Pianopassagen erinnert Gira fast schon an seine Angels Of Light-Aufnahmen, die dann aber wieder in Crescendos untergehen. Dann folgt mit „Red Yellow“ ein (im Kontext dieses Albums) relativ kurzes Stück, auf dem Gira dämonisch klingt: „It’s in us, red dust/Licking your fingers your butter your shadow your belly is pregnant with plaster and sawdust and lust/“, um zur Schlussfolgerung zu kommen: „It’s in us/Lust: is in us/Lust: is disgust“ und ein Saxophon dröhnt an der Grenze zur Dissonanz. „Guardian Spirit“ ist ein wuchtiges, schleppendes Stück mit seltsamer Flöte und Momenten, in denen man Angst bekommen kann: „In an ocean of mud/In a city in flames/Down deep in your brains/I am lifting you up/I am eating your head/Now feed me my find/My life is your death“. Der Track endet mit einer langen instrumentalen Coda. „The Merge“ beginnt mit einer Kinderstimme, die „I love you mummy“ spricht und entwickelt sich dann zu einer wilden Jazznummer, zwischendurch zählt Gira auf Deutsch, um am Ende nur begleitet von Akustikgitarre und ein paar Sounds das Stück zu beenden. Abgeschlossen wird das Album von zwei Stücken, die musikalisch positiver klingen. &#8220;The Merge&#8221; ist ein melodisches Postrockstück, das in das folkige &#8220;Away&#8221; übergeht, in dem einigen verstorbenen Weggefährten gedacht wird.</p>
<p>Während jemand wie Nick Cave durchaus noch immer gute Alben veröffentlicht und sich in seiner Rolle als Kommentator bei The Red Hand Files als überaus intelligenter und differenzierter Chronist des Allzumenschlichen zeigt, so ist die Musik, sind die oft religiös grundierten Texte in den letzten Jahren versöhnlicher geworden. Gira hingegen präsentiert in seiner Musik und insbesondere in seinen Texten (noch immer) Landschaften der Gewalt. Vor Jahren <a href="https://magazine.tank.tv/issue-51/talk/michael-gira">schrieb </a>jemand über die Swans, die Alben enthielten „X-rated themes of self-loathing, despair and depravity“. Ich selbst habe Gira vor vielen Jahren in einer Besprechung von <a href="http://africanpaper.com/2012/10/04/swans-the-seer/">„The Seer“</a> als Haruspex bezeichnet und die Zukunft lässt sich wahrscheinlich tatsächlich nur aus Eingeweiden (ab-)lesen. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://younggodrecords.com/">Young God Records</a> / <a href="https://mute.com/">Mute Records</a></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/SYkjVGrO5Ug?si=rqEIF8YRXQpzC_gp" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>Birthing: Neues Swans-Album im Mai</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 04:14:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Michael Giras Swans veröffentlichen am 30. Mai ihr neues, insgesamt siebzehntes Studioalbum „Birthing“, dessen acht Songs weitgehend auf der Tour 2023/2024 entstanden. Wie schon auf den vorherigen Alben komponierte Gira Stücke auf der Akustikgitarre, die dann von der Band weiter &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2025/02/27/birthing-neues-swans-album-im-mai/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michael Giras Swans veröffentlichen am 30. Mai ihr neues, insgesamt siebzehntes Studioalbum „Birthing“, dessen acht Songs weitgehend auf der Tour 2023/2024 entstanden. Wie schon auf den vorherigen Alben komponierte Gira Stücke auf der Akustikgitarre, die dann von der Band weiter instrumentiert und orchestriert wurden. Die Aufnahmen fanden dann in Berlin statt. Das Album, das auf Doppel-CD, Dreifach-LP und als Download erscheint, markiert das Ende einer Ära, sollen Swans mit ihrer Erforschung von &#8220;all-consuming sound worlds&#8221; danach doch in deutlich abgespeckterer Version weitermachen.<br />
<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/02/SWANS-BIRTHING_grande.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-45226" title="SWANS-BIRTHING_grande" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/02/SWANS-BIRTHING_grande.jpg" alt="" width="600" height="600" /></a><span id="more-45225"></span></p>
<p>SWANS BIRTHING ALBUM CONTRIBUTORS: <strong>Michael Gira </strong>– acoustic guitar, voice, producer; <strong>Phil Puleo </strong>– drums, hammer dulcimer, flute, melodica, percussion; <strong>Kristof Hahn </strong>– lap steel guitar, electric and acoustic guitars, loops, backing vocals; <strong>Dana Schechter </strong>– lap steel guitar, bass guitar, loops; <strong>Christopher Pravdica </strong>– bass guitar, Taishogoto, loops, sounds, keyboards; <strong>Larry Mullins </strong>– Mellotron, keyboards, piano, synthesizer, drums, vibraphone, percussion, backing vocals; <strong>Norman Westberg </strong>– electric guitar, loops&#8230; <strong>Guest Musicians</strong>: <strong>Jennifer Gira </strong>– backing vocals, cameo vocals; <strong>Laura Carbone </strong>and <strong>Lucy Kruger </strong>– backing vocals; <strong>Andreas Dormann </strong>– soprano saxophone; <strong>Timothy Wyskida </strong>– drums on The Merge; <strong>Little Mikey </strong>– cameo vocals.</p>
<p><strong><em>Birthing</em></strong> was produced by<strong> Michael Gira</strong>. Recorded at <strong>Soundfabrik Berlin</strong>, recording engineer <strong>Ingo Krauss</strong>, assisted by <strong>Kiron Gaudi, </strong>and mixed at <strong>Candy Bomber Studio, Berlin</strong> by <strong>Ingo Krauss. </strong>Mastered by <strong>Doug Henderson</strong> at <strong>Micro-Moose</strong>, Berlin.</p>
<p><strong><em>Birthing 2CD+Bonus DVD tracklisting:</em></strong></p>
<p><strong>CD1: </strong>The Healers</p>
<ol>
<li>I Am a Tower</li>
<li>Birthing</li>
</ol>
<p><strong>CD2: </strong>Red Yellow</p>
<ol>
<li>Guardian Spirit</li>
<li>The Merge</li>
<li>Rope: <em>Instrumental</em></li>
<li>Away</li>
</ol>
<p><strong>BONUS DVD included with initial pressing:</strong></p>
<ol>
<li>M. Gira/I Wonder if I’m Singing What You’re Thinking Me to Sing (Live Solo 2022)</li>
<li>Swans/(Rope) The Beggar (Live 2024)</li>
</ol>
<p><strong><em>Birthing 3LP+ Bonus DVD tracklisting:</em></strong></p>
<p><strong>Side A </strong>The Healers</p>
<p><strong>Side B </strong>I Am a Tower</p>
<p><strong>Side C </strong>Birthing</p>
<p><strong>Side D </strong>Red Yellow / Guardian Spirit</p>
<p><strong>Side E </strong>The Merge</p>
<p><strong>Side F </strong>Rope: <em>Instrumental / </em>Away</p>
<p><strong>BONUS DVD included with initial pressing:</strong></p>
<ol>
<li>M. Gira/I Wonder if I’m Singing What You’re Thinking Me to Sing (Live Solo 2022)</li>
<li>Swans/(Rope) The Beggar (Live 2024)</li>
</ol>
<div>@ <a href="https://younggodrecords.com/collections/frontpage/products/birthing-preorder">Young God Records</a></div>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/SYkjVGrO5Ug?si=0E12GqqpHkqtXuow" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>SWANS: To Be Kind</title>
		<link>https://africanpaper.com/2014/05/24/swans-to-be-kind/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 May 2014 05:43:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Musik, die die Swans seit ihrer von Gira so betitelten „reconstitution“ spielen, kann man partiell zwar als aggressiv charakterisieren, viel angemessener lässt sie sich – und zwar gilt das für die Ohren zerstörenden Auftritte ebenso wie die Alben &#8211; &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2014/05/24/swans-to-be-kind/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/swans_to_be_kind_cover.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8883" title="swans_to_be_kind_cover" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/05/swans_to_be_kind_cover-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Musik, die die Swans seit ihrer von Gira so betitelten „reconstitution“ spielen, kann man partiell zwar als aggressiv charakterisieren, viel angemessener lässt sie sich – und zwar gilt das für die Ohren zerstörenden Auftritte ebenso wie die Alben &#8211; als enorm physische, fast schon körperlich vielleicht nicht anstrengende, aber herausfordernde Musik beschreiben und zwar für Band wie für Hörer gleichermaßen – und das sollte man rein deskriptiv, nicht als Kritik verstehen. Allein die schiere Menge an Material kann einschüchternd wirken: Nach dem etwa zweistündigen „The Seer“ folgen wieder etwa 120 Minuten, diesmal auf 10 Songs, Tracks (auf dem die Aufnahmen für das Album finanzierenden Live-Album „Not Here / Not Now“ schrieb Gira dann auch: „it&#8217;s admittedly a stretch to call some of them &#8216;songs&#8217;“ ) verteilt.<span id="more-8881"></span></p>
<p>Der Opener „Screenshot“ beginnt nur mit Schlagzeug und Bass, dann kommt eine Gitarre hinzu, Giras Stimme ist weit vom Bariton der (teilweise als „failure“ betrachteten) Mittelphase der Band, die die <a href="http://thequietus.com/articles/15163-michael-gira-swans-to-be-kind-interview">„edible turds“</a> von „The Burning World“ hervorbrachte, entfernt, stattdessen hat sie etwas durchaus Dämonisches und wenn man ihn gegen Ende „Love! Now! Breathe, now!“ raunen hört, dann kann man sich vor diesen Aufforderungen durchaus fürchten. Hört man, wie sich im letzten Teil die Instrumente verdichten, dann ist das ganz weit weg von der gähnenden Langeweile, die inzwischen viele Postrockbands ausströmen. Auf dem prosaisch betitelten „Some Things We Do“, auf dem Gira von Little Annie stimmlich unterstützt wird, entfaltet er ein Panorama menschlicher Tätigkeiten, einen Abriss der menschlicher Existenz, das/der zwar mit “we love” endet, aber insgesamt eine gnadenlose Reduzierung des Menschen auf seine Triebe und Begierden und seine Fähigkeit zu verletzen ist: „We learn, we lie, we wound, we waste“ [...] „with tooth, and claw“ – blutrot, so wie nach Tennyson die Natur ist. Hier wird auf jedweden Rhythmus verzichtet, stattdessen hört man Klangflächen im Hintergrund, die etwas durchgängig Beunruhigendes haben. Auf dem Howlin&#8217; Wolf gewidmeten „Just a Little Boy“  klingt Giras Stimme („And I sleep in the belly of rhythm“), als wäre sie in einer Blechhütte aufgenommen worden, Lachen ertönt, Gira stöhnt, schreit und am Ende heißt es dann: „I&#8217;m not human. I need love!“. Das leicht funkige – zugegebenermaßen ein Attribut, das bislang kaum zur Musik der Swans passte &#8211; „A Little God in my Hands“ bewegt sich dann thematisch zwischen Abjekt („Oh shit and blood“) und Transzendenz (“The universal mind“). Auf „She Loves Us“ klingt Jennifer Kirchoffner, Giras Verlobte, kurzzeitig wie eine Jarboe-Wiedergängerin. Dabei bekommt dieses Stück ein Eigenleben: Kurzzeitig denkt man, dass  nach sieben Minuten der Track im Klanggewitter untergeht, aber dann beginnt es erst richtig: Noch zehn Minuten lang brüllt Gira “Fun fun fun! / Mau mau mau / Fuck fuck fuck / Your name is fuck / I&#8217;m going home / Hallelujah!” und man muss unweigerlich an eine von Michael Douglas verkörperte Filmfigur denken, die auch nur nach Hause gehen wollte. War das Titelstück des letzten Albums 32 Minuten lang, so ist das dem haitianischen Revolutionär Toussaint Louverture gewidmete „Bring the Sun/Toussaint L&#8217;Ouverture“ ein 34-minütiges Monster aus Drones, Samples und Gitarreneruptionen, auf dem verkündet wird: „Sangre es vida! Vida es sangre“. Das von einer Szene aus Lars von Triers Weltuntergangsepos „Melancholia“ inspirierte „Kirsten Supine“ („May planets crash/May god [sic] rain ash“ heißt es da) entwickelt sich von einem von flächigen Sounds mit dezentem, harmonischem Gesang von Gira und Annie Clark (aka St Vincent) geprägten Stück nach fünf Minuten in einen von einem monotonen Beat durchzogenen Track, auf dem die Gewalt, die die Swans live erzeugen, mehr als spürbar wird. „Oxygen“, das ursprünglich in völlig anderer Form und mit anderem Text auf Giras Soloalbum „I Am Not Insane“ zu hören war, ist eine rabiate Rocknummer.</p>
<p>Die Momente der Repetition, die sich immer wieder finden, haben etwas, das man nicht sakral nennen kann oder will, aber das Album hat durchaus rituellen, transzendenten, transzendierenden Charakter. Ein Grund die Swans wieder ins Leben zu rufen, war dann auch der Wunsch nach „<a href="http://thequietus.com/articles/15163-michael-gira-swans-to-be-kind-interview">transcendental sounds</a>“ und wenn ein weiterer Impetus vielleicht das Anschreiben und -spielen gegen den Tod ist <a href="http://consequenceofsound.net/2014/05/swans-michael-gira-a-brutal-kindness">(&#8220;Not that it’s about death, but it’s about trying to cheat it&#8221;</a>), dann gelingt dies auf „To Be Kind“ zumindest so weit, wie solch etwas Vergebliches überhaupt möglich ist. „Energy is eternal delight“ schrieb William Blake vor langer Zeit. Wem das alles zu metaphysich ist, der kann in der Verausgabung, in dem Ausufernden dieses grandiosen Albums &#8211; das zeigt, dass man tatsächlich in Würde altern kann &#8211; vielleicht den ultimativen Potlatch sehen.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://mute.com/">Mute</a></p>
<p>Label:<a href="http://younggodrecords.com/"> Young God Records</a></p>
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		<title>SWANS: The Seer</title>
		<link>https://africanpaper.com/2012/10/04/swans-the-seer/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2012 20:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als die Swans 1996 mit „Soundtracks For The Blind“ das letzte Studioalbum für 14 Jahre  veröffentlichten, waren das zwei CDs voller Loops, Collagen, Fragmente, ausufernder Stücke, die das vorwegnahmen, was später Postrock genannt werden sollte und auf gewisse Weise war &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2012/10/04/swans-the-seer/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/Swans-seer.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-5435" title="Swans seer" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2012/10/Swans-seer-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Als die Swans 1996 mit „Soundtracks For The Blind“ das letzte Studioalbum für 14 Jahre  veröffentlichten, waren das zwei CDs voller Loops, Collagen, Fragmente, ausufernder Stücke, die das vorwegnahmen, was später Postrock genannt werden sollte und auf gewisse Weise war das auch ein Eingestehen, dass man das, was musikalisch möglich war, ausgeschöpft und erschöpft hatte, ähnlich vielleicht wie das Spätwerk Shakespeares Theaterkonventionen und das, was zur damaligen Zeit aufführungstechnisch möglich war, sprengte.<span id="more-5434"></span> Als Gira dann verkündete, er wolle nach sieben Alben mit seinem Folkprojekt Angels of Light ein neues Album mit den Swans aufnehmen, betonte er, es handele sich nicht um eine Reunion, sondern um eine<a href=" http://www.rockfeedback.com/feature/1324/swans-to-reconstitute-an-open-letter-from-michael-gira"> „reconstitution“</a>. Man mag das als semantische Spitzfindigkeit abtun, aber als dann „My Father Will Guide Me Up A Rope To The Sky“ 2010 erschien, war man erstaunt ob der Wucht der Stücke, die sich allerdings alle in einem relativ überschaubaren Songformat bewegten, und die das Epische und Fragmentarische des 1996 veröffentlichten Doppelalbums zurücknahmen, was sicher auch damit zu tun hatte, dass der Großteil der Songs eigentlich für ein Angels of Light-Album gedacht war. Schon in damals entstandenen Interviews thematisierte Gira allerdings den Wunsch aus diesen Formaten auszubrechen und die dann folgende lange Tour zeigte dann eine Band, die diese Strukturen tatsächlich aufbrach und überschritt – nachzuhören auf dem Livedoppelalbum „We Rose From Your Bed With The Sun In Our Head“.</p>
<p>Schon „Lunacy“, der Opener des neuen Doppelalbums &#8220;The Seer&#8221;,  verdeutlicht, dass man sich von dem Vorgänger entfernt, dabei scheinen die Texte bei den ausufernden Songs nur eine untergeordnete Rolle zu spielen und Gira hat schon mehrfach<a href="http://www.guardian.co.uk/music/2010/oct/19/swans-michael-gira-lyrics"> darauf hingewiesen</a>, dass sich das oft von Slogans beeinflusste Texten für die Swans von der Herangehensweise bei den eher narrativen Angels of Light-Stücken unterscheidet. Auf sechs Minuten wird ein Klangwall erzeugt, bei dem es überrascht, dass Giras Gesang recht sanft ausfällt, auch dann, wenn er mit der Unterstützung der Low-Mitglieder Al und Mimi Zeilen wie „hide beneath / your monkey skin / feel his love / nurture him / kill the truth /or speak the name: Lunacy!“ intoniert. Das zehnminütige „Mother of the World“ wird von Singen und Stammeln und repetetiven Momenten bestimmt und die Wiederholung spielte schon immer eine zentrale Rolle im Werk Giras, was David Keenan vor einiger Zeit zu der Metapher der „paucity of architectural vision behind [Gira's] songwriting“ greifen ließ. Dass das aber sogar bei akustischen Stücken gelingen kann, beweist <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1UkctuGlOug">dieser Auftritt</a><a>.</a></p>
<p>Im Gegensatz zu diesen vitalistischen Tracks gibt es aber auch so etwas wie den Eineinhalbminüter „The Wolf“, auf dem Giras Stimme nur von Rauschen im Hintergrund begleitet wird und dessen letzte Zeilen man fast unter das Erlebnis eines Swans-Auftritts setzen könnte: „I am bruised/but I am raised“. Das Titelstück ist eine Kakophonie, die fast gänzlich ohne verständliche Worte auskommt. Auf „The Seer Returns“ (mit Backing Vocals von Jarboe) vernimmt man ebenfalls Ekstase und Entgrenzung und den ruhigen, fast dämonischen Sprechgesang: „All the people are fucking: they&#8217;re just a pile of writhing, selfish bliss“. Man könnte fast glauben, der oftmals Cowboyhut tragende Gira habe „love“ und „hate“ auf die Knöchel seiner Hände tätowiert. Etwas ruhiger, aber nicht weniger verstörend, fällt die Wüstenharmonianummer „93 Ave. B Blues“ aus, die in einem Crescendo aus Schlagzeug und Gitarre untergeht, bevor die erste CD mit der reduzierten Akustiknummer „The Daughter Brings The Water“ ausklingt. Das von der Yeah Yeah Yeahs-Sängerin Karen O vorgetragene folkige „Song For a Warrior“, das das zweite Album eröffnet, wirkt – wie schon an <a href="http://www.brainwashed.com/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=9373:swans-qthe-seerq&amp;catid=13:albums-and-singles&amp;Itemid=133">anderer Stelle </a>bemerkt wurde, trotz des brachialen Textes („use your sword, use your voice and destroy, and destroy, then begin again“) etwas deplatziert, was vielleicht (auch) daran liegen mag, dass die Swans in ihrer jetzigen Inkarnation eine extremst maskuline Band, die kein bisschen das ist, was von manchen Personen mit dem äußerst unschönen Wort &#8220;durchgegendert&#8221; bezeichnet wird. „Avatar“ dagegen ist ein weiterer von Phil Puleos und Thor Harris&#8217; Perkussion geprägtes Stück; die beiden erzeugen eine wahre Klangmauer, in die Giras vergleichsweise milder Gesang einbricht. „A Piece Of The Sky“ beginnt mit unidentifizierbaren knisternden Klängen, bevor Jarboes Vokalfragmente und dann dichte Streicherdrones einsetzen. Nach etwa zehn Minuten Experiment beginnt dann ein Song, den man fast auf einem der Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre verröffentlichten Alben verorten könnte, die die melodischste Phase der Bandgeschichte dokumentieren. Aber auch hier ist der Text weit von Entspannung entfernt: „in the blood of the swans as the sun fucks the dawn“. Abgeschlossen wird das Album von &#8220;The Apostate“, das nach einem mehrminütigen Vorspiel zu einer aus Perkussion und Gitarren bestehenden Klangwand wird und an dessen Ende Gira singt, stammelt und in Zungen spricht: „We&#8217;re on a ladder to god / we are blessed! We are blessed! Fuck! Bliss! Fuck! Bliss!“</p>
<p><a href="http://networkawesome.com/mag/article/the-road-gang-an-interview-with-michael-gira-of-the-swans">Kürzlich </a>meinte Gira: „the actual, human-generated sounds are what interest me. I don’t really like music that isn’t made physically by a human being. I like some electronic music, but I really like performers that, kind of&#8230; have to struggle. It’s like working on the road gang, or something.“  In diesem Zitat steckt vieles drin, was die Swans ausmacht(e): Die Betonung des „Ringens“ und das (sowohl für die Musiker als auch für die Zuschauer und Zuhörer) extrem Physische der Musik. Man könnte jetzt ein Riesenfass aufmachen und das Dionysische der Musik betonen, Georges Bataille aus dem Hut zaubern und das Erreichen von Ekstase und Transzendenz durch Entgrenzung und Überschreitung thematisieren, aber vielleicht führt das alles zu weit und es reicht zu sagen, dass „The Seer“ ein Album ist, das das besitzt, was gute Musik ausmachen sollte: Es ist aufregend! Und obwohl die Texte des Albums von einer Lichtmetaphorik durchzogen sind, sollte man bedenken, dass auf dem Cover von Coils &#8220;Love&#8217;s Secret Domain&#8221; zu lesen war:„out of light cometh darkness“. Nach dem Hören von „The Seer“ kann man das glauben. Falls Gira dann der &#8220;Seher&#8221; des Titels ist, ist er ein Haruspex.</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://younggodrecords.com/">Young God Records </a></p>
<p>Band: <a href="http://www.facebook.com/pages/Swans/13879391977">Facebook</a></p>
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