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	<title>African Paper &#187; Threshold House</title>
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		<title>The Threshold HouseBoys Choir: Wiederveröffentlichung des Debüts von Peter Christophersons Soloprojekt</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2022 06:39:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das schweizerische Label Musique Pour La Danse bringt am 18. Februar eine neu gemasterte Version von &#8220;Forms Grow Rampant&#8221; heraus, dem einzigen Album von Peter Sleazy Christophersons von Thailand aus betriebenem Soloprojekt The Threshold HouseBoys Choir. Christopherson veröffentlichte das Album &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/01/28/the-threshold-houseboys-choir-wiederveroffentlichung-des-debuts-von-peter-christophersons-soloprojekt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das schweizerische Label Musique Pour La Danse bringt am 18. Februar eine neu gemasterte Version von &#8220;Forms Grow Rampant&#8221; heraus, dem einzigen Album von Peter Sleazy Christophersons von Thailand aus betriebenem Soloprojekt The Threshold HouseBoys Choir. Christopherson veröffentlichte das Album im Anschluss an zwei Beiträge auf Compilations 2007 beim eigenen Label Threshold House, ebenfalls enthalten war eine DVD mit Filmaufnahmen, die er 2003 beim lokalen Gin Jae-Festival gemacht hatte &#8211; einem vegetarischen Event, bei dem auch ritualistische Performances stattfinden. Entrückte, melodische Elektronik und stark verfremdete Vocals aus Mitschnitten des Festivals, die ursprünglich rein digital erzeugt werden sollten, prägen den Sound des Albums, der, wie es <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/formgrowsrampant.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-28483" title="formgrowsrampant" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/01/formgrowsrampant.jpg" alt="" width="1200" height="1200" /></a><span id="more-28482"></span></p>
<p>in unserer zunächst im Black erschienenen <a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/the-threshold-houseboys-choir-forms-grow-rampant/">Besprechung</a> heißt, &#8220;in keinster Weise wie Coil ohne Jhonn Balance&#8221; klang, trotz einiger gemeinsamer Details. Ferner heißt es dort: &#8220;Die melodiöse Elektronik und die bearbeiteten Vocals gehen eine atmosphärische Synthese ein, teilweise scheinen die Vocals mit der Musik zu verschmelzen – was vielleicht auch die Absicht war. Es wird eine Melancholie erzeugt und gleichzeitig fühlt sich der Hörende geborgen – da gibt es zumindest assoziative Verbindungen zu der musikalisch ganz anderen Herangehensweise von jemandem wie William Basinski&#8221;. Das Album erscheint als LP, CD und Download inklusive Liner Notes von Christopherson und Szenenfotos aus <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CZis2mdfc5c&amp;feature=youtu.be">dem Film</a>, auf denen &#8211; das sollte man dazusagen &#8211; z.T. verstörende Aufnahmen von rituellen Selbstverletzungen zu sehen sind.</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4177750584/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>COIL: Musick To Play In The Dark</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2020 07:31:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man stelle sich eine Philip K. Dicksche Alternativrealität vor, in der es kein Internet gibt. Der Einfachheit halber ignorieren wir alle anderen gesellschaftlichen Konsequenzen und konzentrieren uns auf einen Aspekt: Die Rezeption von Musik findet noch weiterhin so (analog) statt &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/11/28/coil-musick-to-play-in-the-dark/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/a2599225838_164.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-23245" title="a2599225838_16" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/11/a2599225838_164-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Man stelle sich eine Philip K. Dicksche Alternativrealität vor, in der es kein Internet gibt. Der Einfachheit halber ignorieren wir alle anderen gesellschaftlichen Konsequenzen und konzentrieren uns auf einen Aspekt: Die Rezeption von Musik findet noch weiterhin so (analog) statt wie vor einigen Jahrzehnten. In dieser Welt gibt es jemanden, der schon mehrfach über diese enigmatische Band namens <a href="http://africanpaper.com/tag/coil/">Coil</a> gelesen hat, in deren Gründungsmanifest es hieß:<span id="more-23236"></span> „The price of existence is eternal warfare.“ Peter „Sleazy“ Christpherson und John Balance sind inzwischen tot, die Musik kennt unser Protagonist noch nicht, er hat bisher nur so faszinierende Titel gelesen wie „How To Destroy Angels“, „Horse Rotorvator“ oder „Astral Disaster“. Auf der letzten Plattenbörse hatte zwar ein Händler ein paar Tonträger der Band, doch diese waren so überteuert, dass er passen musste. Nun geht er eines Tages durch die Regale des Kölner Saturns und stellt fest, dass es inzwischen dort ein Fach für Coil gibt, in dem sich sogar einige Tonträger finden lassen, die zwar nicht billig, aber auch nicht so exorbitant teuer sind wie die letzten, die er gesehen hat. Er greift also zu und kauft sich auf einen Schlag das Doppelalbum „Sarah Dale&#8217;s Sensual Massage“, „The Gay Man&#8217;s Guide To Safer Sex“ und eine 12“ namens „A Prison Of Measured Time“. Zuhause angekommen zieht er den ersten Tonträger aus der Hülle, legt ihn auf den Plattenspieler und ist irritiert und enttäuscht, denn das, was er da hört, hat wenig mit dem zu tun, was er sich in seinem Kopf vorgestellt hat. Er kann auch nach dem Hören aller drei Veröffentlichungen nicht nachvollziehen, warum es sich bei Coil um solch eine Kultband handelt, denn die Musik gibt das nicht her.</p>
<p>Schwenk in unsere Realität: Tatsächlich hat man seit einigen Jahren den Eindruck, dass das Vermächtnis von Coil durch unautorisierte und nachbearbeitete Tonträger beschädigt ist. Verfügbar waren plötzlich mediokre und sekundäre und Aufnahmen, während die zentralen Alben nicht erhältlich waren. Das amerikanische Label Dais macht nun endlich ein Album aus Coils Spätphase wieder verfügbar, das sicher zu den zentralen Werken (nicht nur dieser Periode) gehört.</p>
<p>Nach dem 1991 erschienenen „Love&#8217;s Secret Domain“ arbeiteten Coil über die Jahre hinweg immer mal wieder an einem Album für Trent Reznors Label Nothing. Wie so oft bei Coil gab es eine Reihe von (Arbeits-)Titlen: u.a.<a href="http://brainwashed.com/coil/music_unr.php"> „God, Please Fuck My Mind For Good“, „International Dark Skies“ und „Backwards“</a>. Ganz glücklich waren Balance und Christopherson mit dem Material nicht und auch wenn Danny Hyde immer wieder behauptet hat, der Hauptgrund, warum das Material damals nicht veröffentlicht worden sei, sei Ärger mit und über „grey men“ der Plattenindustrie gewesen, so ist das doch eine Verdrehung der Tatsachen, denn tatsächlich wiesen Balance und Sleazy in Interviews darauf hin, dass ihnen das Material letztlich zu konventionell erschien. In den 90ern war dann auch die Zeit der Abzweigungen, der Nebenprojekte: Da war ElpH mit der „100% recycled music“, die langen Drones auf <a href="http://africanpaper.com/2017/09/16/time-machines-time-machines/">Time Machines</a>  und das atmosphärische Black Light District. Nach diesen weitgehend instrumentalen Veröffentlichungen gab es einen erneuten Fokus auf Balances Stimme und ein (natürlich auch immer wieder aufgebrochenes) Songformat mit  der im Frühjahr 1998 begonnenen Reihe der vier EPs, die anlässlich der Sonnenwenden und Tag- und Nachtgleichen veröffentlicht wurden (später als Doppel-CD als „Moon&#8217;s Milk In Four Phases“ mit Stapleton-Artwork zusammengefasst). Es folgte „Astral Disaster“, ursprünglich in einer Auflage von nur 99 Exemplaren auf Prescription veröffentlicht und ein Jahr später in erweiterter und überarbeiteter Form erneut herausgebracht.</p>
<p>In dieser extrem produktiven Zeit erschien 1999 ebenfalls „Musick To Play In The Dark“, ein Album, das genau 60 Minuten lang all diejenigen, die glauben, dass die wichtigsten Alben einer Band am Anfang ihrer Karriere entstehen, Lügen straft. In dem von bedrohlichen Synthtönen eingeleiteten „Are You Shivering“, „an old title finally realised“, wie es damals in den online nachgereichten Linernotes hieß, findet sich der programmatische Satz: „This is moon musick“. Coil wiesen in Interviews darauf hin, dass sie nun lunare Musik spielten, so sagte etwa Balance<a href="(https://reader.exacteditions.com/issues/35084/page/29"> im Gespräch in The Wire</a> damals: „[W]e&#8217;ve deliberately decided to go from solar to lunar aspect. We just decided to become completely open to whatever happens: make more reflective music.“ War „How To Destroy Angels“, die Debüt-EP von 1984, <a href="https://img.discogs.com/zf0SisT6sImrFD6G8iMDbN2n0NE=/fit-in/600x592/filters:strip_icc():format(jpeg):mode_rgb():quality(90)/discogs-images/R-97399-1491878385-8530.jpeg.jpg">„ritual music for the accumulation of male sexual energy“</a> und stand im Zeichen von Mars (der Legende nach wurde Coil damals Misogynie vorgeworfen -  etwas, das man eher heutzutage von einigen jedweden Kontext bewusst ignorierenden Vertretern der Generation Woke erwarten würde), lag der Fokus nun auf dem Lunaren, Weiblichen, Wechselhaften (der Mond ist „inconstant“, wie es einem der berühmtesten Dramen Shakespeares heißt).</p>
<p>Dem Titel enstsprechend durchzieht das Album, das in der Besetzung, Balance, Sleazy, Thighpaulsandra (ohne den sich Coil wohl nie als Liveband entdeckt hätten) und Drew McDowall aufgenommen wurde, elektronisches Kinistern, das das Geräusch eines Lagerfeuers illustrieren soll. Die im oben zitierten Interview angesprochene Offenheit charakterisiert auch dieses Album, denn die Stücke unterscheiden sich von der Herangehensweise: Das ausufernde, apokalyptisch betitelte „Red Birds Will Fly Out In The East And Destroy Paris In A Night“, musikalisch “90 % Thighpaulsandra&#8217;s”, nähert sich, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jd6XL_IOS3I">“Rubycon”</a>  zitierend, Tangerine Dream. Auf dem leicht jazzigen, von schleppenden Piano durchzogenen „Red Queen“ intoniert Balance: „And the people who perceive it/Repeat it, distort it, improve it, update it/Slightly change it/And these people believe it/And write it all up for you/And is it more real? “ Ein Text, über den Balance sagte: “This is about the phenomena that I see in media-based people that if you say something three times then, like the Red Queen in Lewis Carroll’s books, it becomes true (or perceived as true).” Noch immer also Musik zur Zeit. “Broccoli”, mit einem der seltenen Vocalauftritte Sleazys, handelt von „greens and ancestor worship“. Beim <a href="https://www.youtube.com/watch?v=rFluRPM-Je8">vorletzten Auftritt Coils im Londoner Oceanclub</a> thematisierte Balance damals den endlosen Kreislauf der Gewalt, der in Familien perpetuiert wird (und der sich pointiert im sprichwörtlich gewordenen Larkin’schen „They fuck you up, your mum and dad“ zusammenfassen lässt). Auf dem weitgehend instrumentalen „Strange Birds“ flüstert Balance inmitten des digitalem Knisterns, seltsamen Geräuschen und Vogelzwitschern,: „One day your eggs are going to hatch and some very strange birds are going to emerge“, und das klingt fast wie eine Drohung. Abgeschlossen wird das Album von einem der schönsten Stücke Coils, dem melodischen „The Dreamer Is Still Asleep“ mit der für Coil so typischen Ablehnung des Rationalen mit dem (William Blake zitierenden) Aufruf „May the goddess keep us from single vision/And Newton&#8217;s sleep“. Eine erweiterte Version spielten Coil mit dem Untertitel <a href="https://www.youtube.com/watch?v=BkpUzDXKf5s">„The Somnambulist In An Ambulance“</a> während ihres ATP-Auftritts (dokumentiert auf der CD „And The Ambulance Died In His Arms“). Im Jahr 2000 veröffentlichten Coil einen zweiten Teil, auf dem Ideen des Vorgängers wieder aufgegriffen wurden ohne auch nur einen Moment abgegriffen zu klingen (es heißt, dass im nächsten Jahr Dais auch dieses Album neu veröffentlichen werden).</p>
<p>Dieses Album führt einem auf jeder dieser 60 Minuten noch einmal vor Augen und Ohren, wie sehr Coil fehlen, denn um den titelgebenden Träumer des letzten Stücks zu paraphrasieren: Coil were inventing landscapes. (MG)</p>
<p>Label: <a href="https://www.daisrecords.com">Dais Records</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>PETER CHRISTOPHERSON: Time Machines II</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jun 2014 05:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/06/Peter-ChristiophersonR-5574558-1398029957-61721.jpeg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9050" title="Peter ChristiophersonR-5574558-1398029957-6172" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/06/Peter-ChristiophersonR-5574558-1398029957-61721-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wenn es profan sein mag, aber vor der Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Werk ein paar Worte über die Art und Weise, wie mit dem Nachlass von Coil umgegangen wird: Dass man sich (noch immer) nicht auf einen Modus zur Wiederveröffentlichung der regulären Alben hat einigen können, ist mehr als bedauerlich und nutzt letztlich auch nur einer Partei: nämlich den Bootleggern. Wer in den letzten Monaten Plattenläden in London durchstöberte (oder aber schlicht das Internet bemühte), der fand eine Reihe sich den Nimbus des Offiziellen gebenden Veröffentlichungen.<span id="more-9048"></span> Dies verdeutlicht, dass ein Bedarf nach der Verfügbarkeit des Materials abseits von wav-files, Mp3s etc. besteht. Dass unter dem Namen „Recoiled“ in allerlei Formaten nur bedingt essentielle Remixe von NIN-Stücken auf den Markt geworfen wurden, ist ebenfalls nur bedingt erfreulich, aber immerhin war Danny Hyde so ehrlich zu sagen, dass er das Geld einfach gebraucht habe.</p>
<p>„Time Machines 2“ wird auf einem eigens dafür hergestellten USB-Stick angeboten. Sleazy hat zwar in den vergangenen Jahren in Interviews öfter von einem anderen Datenträgerformat als der CD gesprochen, dabei ging es aber darum, das umfangreiche Gesamtwerk Coils auf einen Träger zu bannen; ob es unbedingt notwendig gewesen wäre, die etwa 80 Minuten Musik von „Time Machines 2“ auf einem limitierten und (natürlich) nicht gerade billigen USB-Stick zu veröffentlichen, ist eine andere Frage. Die Begründung, dadurch könnten andere Frequenzen als auf CD wiedergegeben werden, kann man schwerlich nachprüfen. Aber natürlich, wenn man dieses schön designte Artefakt sein eigen nennen darf, fällt es schon leicht, all diese Bedenken beiseite zu schieben. Dass aber wie üblich die logische Konsequenz aus der Limitierung ist, dass der Tonträger schon jetzt nicht mehr verfügbar ist bzw. auf discogs für <a href="http://www.discogs.com/marketplace?release_id=5574558&amp;ev=rb">horrende Summen</a> angeboten wird, ist einfach nur ärgerlich, denn diese Musik sollte von mehr als nur 777 Personen gehört werden.</p>
<p>Das erste Time Machines-Album erschien Ende der 90er, also zu einer Zeit, als Coil mit verschiedensten Projekt(nam)en experimentierten: Von Black Light District, ELpH, The Eskaton und eben Time Machines wurde Material veröffentlicht, andere durch den Äther geisternde Namen wie Trial by Music, Wormsine, Lifestyle, 2012 oder Drum Machines brachten es nie zu Aufnahmen. Die nach vier psychotropen Substanzen benannten Drones des Time Machines-Albums, von denen selbst die für ihren „[ir?]responsible abuse of pleasure“ berüchtigten Coil nicht alle ausprobiert hatten, sollten unter dem Motto „Persistence is all“ wie Zeitmaschinen funktionieren (später hieß es dann auf einem T-Shirt und einer Uhr: „Musick cures you of time“). Das damalige Coil Mitglied Drew McDowall veröffentlichte jüngst mit seinem Projekt Compound Eye ein<a href="http://africanpaper.com/2013/12/21/compound-eye-journey-from-anywhere/"> großartiges Album</a>, das musikalisch daran zumindest teilweise anknüpfte. Coils geplantes <a href="http://www.brainwashed.com/coil/news2000.php">5-CD Set </a>von Time Machines  ging wie so<a href="http://brainwashed.com/coil/music_unr.php"> vieles</a> nicht über das Planungsstadium hinaus. An „Time Machines II“ arbeitete Sleazy vor seinem Tod und bastelte eigens dafür<a href="https://www.flickr.com/photos/pacmasaurus/sets/72157633829209052/with/8900248542/"> seltsame Klangerzeuger,</a> die sich vielleicht gar nicht so schlecht als Steampunkaccesoires machen würden.</p>
<p>Waren Sleazys nach dem Ende von Coil begonnenen Projekte Threshold HouseBoys Choir und Soisong insgesamt wesentlich optimistischer, vielleicht sogar „happy“ -der düsterste Track Sleazys aus den letzten Jahren war sein Solobeitrag für Throbbing Gristles „The Endless Knot“, das mehr als doppeldeutig betitelte „After the Fall“ &#8211; , ist „Time Machines II“ hingegen ein irritierenderes Werk, das sich vom Vorgänger (zumindest partiell) unterscheidet. „1“ besteht aus verhallenden kristallinen Klängen, die eher in einer Eiskathedrale aufgenommen worden zu sein scheinen und nicht etwa in der Hitze von Sleazys Wahlheimat Thailand. „2“ klingt dagegen wesentlich hektischer, da(s) sind Töne, die sich fast überschlagen, während es im Hintergrund dröhnt: Hier wird die Zeit nicht ent-, sondern beschleunigt. „3“erinnert vielleicht am ehesten an das Vorgängeralbum: dunkle, pulsierende Drones, leicht unruhig, die einen für zehn Minuten von der Tyrannei der Zeit befreien (sollen). „4“ lässt entfernt an das zweite Stück denken: So in etwa hätte ein nicht funktionierender Rechner in einem Science Fiction-Film aus den 50ern klingen können. Kollaps der Technik. „5“ ist ein rhythmisch düsterer Track, der fast tanzbar zu nennen ist, nach einigen Minuten lichtet sich die Stimmung und es setzt eine Melodie ein, die vielleicht entfernt an das Land denken lässt, in dem diese Aufnahmen entstanden sind. „6“ enthält Rhythmus, Pochen, dann ambiente Finsternis. „7“ schließlich ist ein sich langsam entwickelndes dröhnendes Monster.</p>
<p>Die Homogenität des Vorgängeralbums besitzt diese Veröffentlichung also nicht, aber auch dieses Album könnte den Hinweis enthalten: &#8220;Artifacts generated by your listening environment are an intrinsic part of the experience.&#8221; Oder man denkt an Sleazys 2010 geäußerten Satz: &#8220;The last few years have seen me becoming more interested in changing state (legally obviously) not as a route to intoxication, leading to loss of Awareness of the Present Moment, but as a way of opening doors to new visions, capabilities and knowledge.&#8221;</p>
<p>(M.G.)</p>
<p>Label: <a href="http://threshold.greedbag.com/">Threshold House</a></p>
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