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	<title>African Paper &#187; Tony Wakeford</title>
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		<title>INANIS YOAKE: How Things Seem</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2023 06:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Genau genommen ist Inanis Yoake ein Duo und besteht aus den beiden Gründern Simone Skeleton und Risa Hara. Die beiden gründeten die Band vor zwei Jahren in London und brachten kurze Zeit später ein Debüt heraus, auf dessen Sound irgendwo &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2023/02/18/inanis-yoake-how-things-seem/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/howthingsseem.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-32979" title="howthingsseem" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/12/howthingsseem-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Genau genommen ist Inanis Yoake ein Duo und besteht aus den beiden Gründern Simone Skeleton und Risa Hara. Die beiden gründeten die Band vor zwei Jahren in London und brachten kurze Zeit später <a title="Inanis Yoake debütieren auf SPQR" href="http://africanpaper.com/2020/12/05/inanis-yoake-debutieren-auf-spqr/">ein Debüt</a> heraus, auf dessen Sound irgendwo zwischen Post Punk-Nostalgie und der Feierlichkeit eines szenetauglichen Dark Folk nicht komplett, aber zum Teil auf die Mitwirkung renommierter Gäste wie <span id="more-32978"></span>Lloyd James und Tony Wakeford zurückging.</p>
<p>Gut zwei Jahre später steht nun der Nachfolger in den Regalen, und dieser ist insgesamt noch kollaborativer ausgefallen. Und da die diesmal mitwirkenden Künstler aus allen möglichen Ecken alternativer Undergroundmusik kommen, ist &#8211; trotz des erneut postpunkigen Schwerpunktes &#8211; eine gewisse Heterogenität Programm.</p>
<p>Das Album startet gleich mit einem Song, der so ein bisschen dass Inanis Yoake-Minimum zusammenfasst. Was mit einem Ambientdrone und einem leicht verfremdeten Piano startet, steigert sich immer mehr in einen 80slastige Wavesong mit der entsprechend pulsierenden Monotonie zu Kopfhänger-Pathos &#8211; eine Szenerie, in die sich noch eine Akustikgitarre als Neofolk-Referenz mischt. Bei &#8220;Nowhere&#8221;, das noch opulentere Keyboard-Passagen aufweist, steigert sich die Goth-angehauchte Stimmung zu einem Ohrwurm, bei dem am meisten der ernste Gesang Roberto Confortis im Gedächtnis hängen bleibt. Es gibt im Verlauf des Albums einige potenzielle Clubhits dieser Art, zum Teil (&#8220;Niente Resta&#8221; und &#8220;Miraggio&#8221;, bei dem Risas entrücktes Piano wie so oft den roten Faden bildet) in spanisch gesungen, was Assoziationen zu dem kraftvollen Elektropop von Comando Suzie erlaubt. Nach einem Auftakt aus melodischen Gitarren und erwartungsvollem Beckenrauschen erscheint &#8220;The Edge of Your Street&#8221; der dezent in den Hintergrund gemischte Gesang Tony Wakefords auf dem Plan, der hier auch den Bass beisteuert.</p>
<p>Sollte ich besondere Wegmarken benennen, dann wären es die Songs mit weiblichen Guestvocals. Neben &#8220;Abandoned&#8221;, das mit dem Gesang von Vivienne Cure fast etwas an eine tiefere Version von Eyeless in Gaza erinnert, sind das vor allem &#8220;The Abyss in You&#8221; und &#8220;In the Heart of Nothing&#8221;: hier übernimmt die Schlagzeugerin und Theaterfrau Emiko Ota neben einer verspielten Perkussion, die gelegentlich in entfesseltes Freakout mündet, auch den feierlich entrückten Gesang, der v.a. im Zusammenspiel mit der Violine von Matt Howden zu den Höhepunkten des Albums zählt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Dark Vinyl</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4113402486/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>NAEVUS: Time Again</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2021 06:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lloyd James war in der jüngsten Zeit derart aktiv mit anderen Bands wie Crisis, Lark Blames und der von wenigen noch erwarteten Veröffentlichung des Man Eat Man Eat Man-Debüts, dass man kaum mit einem neuen Lebenszeichen seines Stammprojektes Naevus gerechnet &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/02/06/naevus-time-again/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/naevustimeagain.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-23603" title="naevustimeagain" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/naevustimeagain-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Lloyd James war in der jüngsten Zeit derart aktiv mit anderen Bands wie Crisis, Lark Blames und der von wenigen noch erwarteten Veröffentlichung des Man Eat Man Eat Man-Debüts, dass man kaum mit einem neuen Lebenszeichen seines Stammprojektes Naevus gerechnet hätte. Anscheinend hat er und sein solides Aufgebot an Musikern die unberechenbare Situation im vorigen Jahr bestens genutzt, denn seit einiger Zeit geistert &#8220;Time Again&#8221; durch die gestreamte Welt und ist nun auch als CD erhältlich.<span id="more-23602"></span></p>
<p>Es ist nicht nur James&#8217; charakteristische Stimme, die einem gleich in den ersten Minuten ein vertrautes Naevus-Gefühl vermittelt, sondern auch die Mischung aus drängenden, punkigen Drums und geschrammelten Akustikgittaren, die dem umgekünstelten Ohrwurm &#8220;Ode to Rind&#8221;, einer obskuren Botschaft aus dem Sarg, ein stabiles Fundament geben. Nachdem der Opener (und im Laufe des Albums einige weitere Songs wie &#8220;Do it Twice&#8221;, &#8220;Shoe me Boat&#8221; und das schwermütige &#8220;The Endless Winter&#8221; mit seiner resignativen Klage über die mühsame Suche nach dem Licht am Ende des Tunnels) auf die vertraute Art daherkommen, die Rezensenten immer wieder zu Vergleichen mit so unterschiedlichen Kollegen wie Echo and the Bunnymen, Death in June oder New Model Army verführten, so stechen einige Tracks mit einem leichten Touch von Americana heraus. So der rockige Titeltrack und besonders &#8220;Not a Word&#8221;, dessen pappschachtelige Drums zunächst einfach wirken, dessen Dialog elektrischer und akustischer Gitarren aber ein feinsinniges Gewebe entstehen lässt, das mehr sagt als die Worte, deren Fehlen im Text so eindrücklich beklagt wird. Worte kommen (nicht nur) hier u.a. als hintergründiger Gesang von Aurora Lee, die zusammen mit James einen weiteren Zopf flechten. Wer sich entsprechend auskennt, kann zudem die Beiträge von Tony Wakeford, David E. Williams und Andrew Trail heraushören.</p>
<p>Viele der Songs überraschen durch halbversteckte kleine Ideen, die unerwartete Farben ins Bild bringen und so auch die belohnen, denen der Reiz der bei Naevus wichtigen Monotonie unzugänglich bleibt, und die auch die Tatsache, das sich die Songs fast immer im Verlauf wandeln, nicht entschädigt. &#8220;Fearing&#8221;, das eine alles verschlingende Angst mit Orgel, Gitarre und stoischem Gesang in ein poetisches Bild packt, wäre nicht jedem gelungen. &#8220;120 Days of Sediment&#8221;, dessen Dark Folk sich mit der Zeit immer mehr als nowaviges Monster entpuppt, projiziert nicht nur den vermeintlich göttlichen Marquis und Pasolini an eine nassgraue Betonwand, sondern entrückt die ganze Szene in die vielleicht trügerische Welt einer wunderschönen Klaviermelodie. Das schnöde Hier und Jetzt verlangt freilich seine älteren Rechte gleich in &#8220;Shame&#8221;.</p>
<p>Schön, dass Naevus zurück sind, und &#8220;Time Again&#8221; mit dem Artwork von Daniele Santagiuliana ist ein mehr als gelungenes Lebenszeichen. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Hau Ruck!</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=958994634/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>SOL INVICTUS: In A Garden Green</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2021 03:36:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fans von Sol Invictus bezeichnen entweder alle Alben, die die Band in den ersten zwanzig Jahren ihrer Laufbahn herausgebracht hat, als Klassiker, oder aber sie beschränken sich auf die ersten drei Longplayer. Meines Erachtens verdient auch &#8220;In A Garden Green&#8221; &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/01/23/sol-invictus-in-a-garden-green/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/solinvictusinagardengreenlprerelease.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-21865" title="solinvictusinagardengreenlprerelease" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/07/solinvictusinagardengreenlprerelease-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Fans von Sol Invictus bezeichnen entweder alle Alben, die die Band in den ersten zwanzig Jahren ihrer Laufbahn herausgebracht hat, als Klassiker, oder aber sie beschränken sich auf die ersten drei Longplayer. Meines Erachtens verdient auch &#8220;In A Garden Green&#8221; den Status einer besonderen Wegmarke, da es einige der Besonderheiten der Schaffensphase im Werk der Band auf charakteristische Art bündelt. <span id="more-21864"></span></p>
<p>Das Album erschien 1999 auf der Höhe einer Zeit, als Tony Wakeford und seine Band ihren klassischen Folk Noir-Stil um einige Elemente &#8211; Musik aus Renaissance und Barock, Sakrales, leichte Prog-Anleihen, später sollten Einflüsse des Jazz und Soundtrackelemente hinzukommen &#8211; bereicherten. Auf der Basis von Gitarren, Bass und mehrstimmigem Gesang wurden Instrumente wie Querflöte, Streicher, Piano und Cembalo integriert, womit das Album einen etwas ruhigeren, filigraneren Gegenpart zu den vorausgegangenen (&#8220;The Blade&#8221;) und nachfolgenden (&#8220;Hill of Crosses&#8221;) Werken bilden sollte, die insgesamt herber und aggressiver ausgefallen sind. Gemeinsam mit allen Alben dieser Ära ist der latent konzeptuelle Charakter, der sich in Sound, Lyrics und der nur angedeutet zyklischen Anordnung der Songs findet und der gut zu Wakefords Aussage, er möge prinzipiell keine Konzeptalben, v.a. die anderer Leute (Interview in Equinoxe 1999), passt. Prophecy haben das Album jüngst als LP neu herausgebracht.</p>
<p>Spuren der bodenständigen Derbheit, die in Form fetzigen Geschrammels, parataktischer Texte und des heiseren Gesangs eines Altpunks ein Markenzeichen der Band waren und auch später wieder sein sollten, finden sich auf &#8220;In A Garden Green&#8221; nur minimal. Songs wie &#8220;Come the Morning&#8221;, der Titeltrack oder &#8220;No One&#8221; interpretieren den typischen Folksound der Band auf fragile, durchaus anheimelde Art, doch die Texte lassen keinen Zweifel daran, dass es sich bei dem grünen Garten, den Tor Lundvall so schön im abendlichen Dämmerlicht illustriert hatte, um einen zwiespältigen Ort handelt, um ein von Menschen geschaffenes Biotop und eine dadurch symbolisierte Zivilisation, in der hinter jeder schönen Pflanze, jedem freundlichen Wort unberechenbare Gefahren lauern.</p>
<p>Und überhaupt, auch musikalisch dringt etwas Dunkles, Unerklärliches durch alle Ritzen des beschaulichen Szenarios, und einmal mehr findet man sich im Englischen Garten aus &#8220;In the Rain&#8221; wieder, in dem notdürftig verscharrte Leichen im Keller das Idyll trüben. Sol Invictus sind seit jeher Meister des verunklärten Idylls, dessen zerrissene Schönheit weder geleugnet, noch einseitig glorifiziert wird. &#8220;No One&#8221;, vielleicht der Dark Folk-Hit des Albums, entlarvt die Vision eines pastoralen Liebesidylls und lässt doch offen, ob es sich bei dessen Negation vielleicht um eine ebenso starke, negative Projektion handelt &#8211; das betörende Zusammenspiel von männlichem und weiblichem Gesang, der das ganze Album durchzieht, verführt dazu, dem Song alles zu glauben. Ein Novum damals und beinahe ein Alleinstellungsmerkmal bei Sol Invictus sind sakral anmutende Stücke wie &#8220;O Rubor Sanguinis&#8221; und &#8220;Ave Maria&#8221;, die in etwas modifizierter Form auch auf ein Orchestra Noir-Album gepasst hätten, einen besonderen Moment hält das cinematisch mit verwunschenen Violinparts umgesetzte irische Traditional &#8220;The Praities Song&#8221; bereit. Das romantisch verklärte Szenario transportiert die sehnsuchtsvolle Klage der Bauern während der Kartoffelpest im 19. Jahrhundert.</p>
<p>Die neue Doppel-LP basiert hinsichtlich Sound und Tracklisting auf der vor neun Jahren erschienenen 2CD-Version, die neben dem Album noch das zur gleichen Zeit aufgenommene Bootleg &#8220;Live in Villeurbanne 1999&#8243;. Dieses enthält vierzehn Tracks aus unterschiedlichen Phasen, aber im damals aktuellen Sound der Band. Angefangen vom orgellastig-feierlichen &#8220;O Rubor Sanguinis&#8221; wird wie bei den üblichen Sol Invictus-Konzerten ein sechzehn Songs umfassender Querschnitt durch das bisherige Werk inklusive &#8220;Media&#8221;, The Fool&#8221; und einige ganz frühe Songs geboten. Die eher mittelmäßige Aufnahme, bei der nerviges Publikumsgebrüll hin und wieder die Intros übertönt, ist bei einem Bootleg zu verschmerzen.</p>
<p><strong>Label: Prophecy</strong></p>
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		<title>Inanis Yoake debütieren auf SPQR</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Dec 2020 05:23:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hinter dem Bandnamen Inanis Yoake verbergen sich das in London ausäsige Duo Simone Skeleton und Risa Hara, deren Namen zum Teil bereits im Umfelnd von Naevus und des Wooden Lung-Labels aufgetaucht sind. Auf ihrem Debütalbum &#8220;In A Summer&#8217;s Silence&#8221; präsentieren &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2020/12/05/inanis-yoake-debutieren-auf-spqr/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hinter dem Bandnamen Inanis Yoake verbergen sich das in London ausäsige Duo Simone Skeleton und Risa Hara, deren Namen zum Teil bereits im Umfelnd von Naevus und des Wooden Lung-Labels aufgetaucht sind. Auf ihrem Debütalbum &#8220;In A Summer&#8217;s Silence&#8221; präsentieren die beiden eine interessante Mixtur aus retrolastigem Punk&#8217;n'Wave und neofolkig eingefärbtem Gitarrenpop. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/inasummerssilence.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-23331" title="inasummerssilence" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2020/12/inasummerssilence.jpg" alt="" width="1657" height="1502" /></a><span id="more-23328"></span><br />
Befreundete Musiker wie Lloyd James und Tony Wakeford, der sogar als Sänger einen Auftritt hat, runden das Album stilistisch ab und machen es auf eine gewisse Weise zur Schwester-Platte der aktuellen Naevus-CD. &#8220;In A Summer&#8217;s Silence&#8221; erscheint als CD bei SPQR.</p>
<p><a href="http://spqrlabel.com/inanis-yoakel-in-a-summers-silence-cd-digipack-spqr-lviii/"><strong>@ SPQR</strong></a></p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/MX7rPQj9XsY" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
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		<title>SOL INVICTUS: Necropolis</title>
		<link>https://africanpaper.com/2018/03/17/sol-invictus-necropolis/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Mar 2018 07:58:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich passt die Platte gar nicht recht in die Jahreszeit: Raue, dröhnende Sounds bilden das Fundament für einen trauernden Chorgesang, der in den ersten Minuten von „Necropolis“ ein molllastiges Mantra anstimmt, das an ein Requiem erinnert. Gut kann man sich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2018/03/17/sol-invictus-necropolis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/03/Necropolis.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-15166" title="Necropolis" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2018/03/Necropolis-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eigentlich passt die Platte gar nicht recht in die Jahreszeit: Raue, dröhnende Sounds bilden das Fundament für einen trauernden Chorgesang, der in den ersten Minuten von „Necropolis“ ein molllastiges Mantra anstimmt, das an ein Requiem erinnert. Gut kann man sich den Eingang zur besungenen Totenstadt wie das Tor der viktorianischen Waterloo Station im Herzen Londons vorstellen, die in Dunkel getaucht das Cover des neuen Albums ziert und dabei so bedrohlich wie ein Geisterhaus auf den Betrachter herabblickt. Diese<span id="more-15165"></span> durchaus schöne, aber auch in herbstliche Farben des Niedergangs getauchte Stimmung passt jedoch gut zu einer Platte, die Tony Wakeford als Abgesang und Totenklage für London konzipiert hat, den Ort seiner Geburt, an dem er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte.</p>
<p>In meiner <a href="http://africanpaper.com/2017/06/03/the-hare-and-the-moon-wood-witch/">Besprechung eines Albums von The Hare and the Moon</a> schrieb ich vor einiger Zeit, dass nur wenige der bekannten englischen Darkfolk-Bands einen stärkeren Fokus auf die Gespenster des eigenen Landes haben. Ich bezog mich dabei eher auf die spukhaften Folkballaden, die es in Großbritannien zuhauf gibt &#8211; versteht man die Geister weniger im übernatürlichen Sinne, sondern als Last einer unaufgearbeiteten Vergangenheit mit all ihren Leichen im Keller, als Alpdruck einer unauflösbaren Hassliebe für den Ort der Herkunft, muss einem sofort Tony Wakeford einfallen, in dessen Werk &#8211; und somit auch bei seiner Hauptband Sol Invictus &#8211; immer wieder das Hadern mit England und London zur Sprache kommt.</p>
<p>Am deutlichsten geschah dies bisher in dem Song „Old London Weeps“ vom „The Devil&#8217;s Steed“-Album, in dem die Stadt an der Themse als Ort von Intrigen, Crime und Punishment, aber auch als Heimat zauberhafter wie derber Geschichten in gebrochener Wehmut besungen wird. All dies wirkt wie ein lange verblichener Mythos in einer Zeit, in der einen die Manager der City of London niederstarren, und bezeichnenderweise erschien der Song auch auf einem Sampler namens „A Mythological Prospect Of The Citie Of Londinium“, wo es in einem weiteren Sol-Stück heißt „England is funny, but sometimes she scares me“. Man kann Tony Wakefords gespaltenes Verhältnis zu seiner Stadt nicht ohne seine ambivalente Haltung zur eigenen Englishness sehen, und ein zwiespältiges England kommt oft zur Sprache: als dubioses Geheimnis, das in „An English Garden“ einen verwunschenen, aber um Normalität bemühten Ort heimsucht. Als bornierter Egoismus in „Mr. Cruel“. Als Konsumantreiber in „Toys“. Als doppelbödiges edwardianisches Erbe in <a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/orchestra-noir-what-if%e2%80%a6/">„What if&#8230;“ von Tonys anderer Band Orchestra Noir</a>. Als dadaistischer Spaß in The Wardrobe, seiner Kollaboration mit Andrew Liles.</p>
<p>Muss man in dem Zusammenhang auch über Wakefords frühe Irrungen und Wirrungen im Hinblick auf den englischen Nationalismus und den einen oder anderen ideologischen Fehlgriff sprechen, die ihm einige, trotz seiner klaren Positionen zum Brexit und zur Rechten allgemein, trotz Wiederbelebung seiner linken Punkband Crisis, noch heute vorwerfen, wie jüngst recht unrühmlich im Wire? Mann kann, aber damit würde man nur einen Diskurs befeuern, bei dem aus unterschiedlichen Ecken viel Halbwissen nachgeplappert wird, v.a. von denen, die seit zwanzig Jahren kein Sol Invictus mehr gehört haben. Wakefors Musik, seine Texte, seine aktuellen Kollaborationen und die Objekte seines Spotts sprechen für sich, und all dies ist jedem zugänglich, der sich informieren will.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/NC1ua1YYSkw" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Auf „Necropolis“ erscheint London, wie Wakeford selbst sagt, als „eine Stadt, die von den Gepflogenheiten und Verbrechen der Toten und der Lebenden wie von Gespenstern heimgesucht wird“, zudem als eine im Verfall befindliche Stadt der Mausoleen. Ganz passend also, das Album nach der viktorianischen London Necropolis Railway zu benennen, die die Stadt mit dem im Südwesten gelegenen (und recht schönen) <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Brookwood_Cemetery">Brookwood-Friedhof</a> verbindet. Lässt man die Musik und die Texte auf sich wirken, hat man kaum den Eindruck, einer Klage über den Wandel der Dinge beizuwohnen (denn dafür erscheint Old London als viel zu gebrochener Schauplatz), sondern einem morbide eingefärbten, und dennoch abgeklärten Stimmungsbild.</p>
<p>Musikalisch hat „Necropolis“ in der Hinsicht einiges zu bieten und vereint einige Charakteristika früherer Werke. Die instrumentelle Vielseitigkeit, ein gewisser Hang zum Klassischen und der Einsatz weiblicher Stimmen schlägt im vielleicht eingängigsten Song „See Them“ und an einigen weiteren Stellen die Brücke zu den Alben von „In A Garden Green“ bis „Thrones“ &#8211; ein besonderer Bonus ist diesmal die Mitwirkung des Green Army Choir, eines gemischten Londoner Kammerchores aus dem Umfeld von <a href="http://africanpaper.com/2016/05/07/jo-quail-five-incantations/">Cellistin Jo Quail</a>. Aber auch das leicht jazzige Drumming z.B. in der Abendmahlsparodie „Set The Table“ deutet in diese Richtung, ebenso das immer wieder anklingende feierlich monotone Finger picking, das an barocke Tänze erinnert und seit „Sawney Beane“ zu Wakefords Markenzeichen gehört. Auch an die letzten Alben, an das trotz guter Produktion rumpelige <a href="http://africanpaper.com/2011/09/01/sol-invictus-the-cruellest-month/">„The Cruellest Month“</a> und das stark von Don Andersons Gitarrenspiel geprägte <a href="http://africanpaper.com/2014/10/25/sol-invictus-once-upon-a-time/">„Once Upon A Time“</a> wird man erinnert &#8211; so etwa bei den Pauken und Flöten von „Shoreditch“ oder bei „Old Father Thames“, dessen stockender Takt die wechselhaften Bewegungen des Flusslaufs nachzuahmen scheint. Im Zentrum des Stückes steht ein Doku-Sample, das den Fluss als „Serpent in the bosom of London“ beschreibt und den mystischen Charakter der Stadt in Erinnerung ruft. Wakefords wie immer etwas eigenwilliger Gesang versteckt sich dahinter und ist stellenweise kaum zu verstehen.</p>
<p>In den Texten zeichnet sich ein derbes, morbides und gleichsam zauberhaftes Bild der Stadt ab. London erscheint als ein Ort steten Kommens und Gehens, in der sich die Kirchenglocken die Geschichte von Schuldnern zuläuten, mit denen &#8211; „chop, chop“ &#8211; kurzen Prozess gemacht wird, als Ort grausiger Menschenopfer, wo Landstreicher von den abergläubischen Anwohnern in den Fluss geworfen werden, bis die London Bridge über den Gebeinen einstürzt, als Ort der großen Pest und des großen Feuers, und es entbehrt nicht eines gewissen Sarkasmus, wenn es dabei „There isn&#8217;t any dance“ heißt, und Wakefords Gitarre wie eine Mischung aus Saltarello und Totentanz klingt. Das gleiche London erscheint aber auch als verlorener Liebesgarten, der sich &#8211; unter Rückgriff auf <a href="https://www.poetryfoundation.org/poems/45950/the-garden-of-love">ein bekanntes William Blake-Gedicht</a> &#8211; als die titelgebende Totenstadt entpuppt.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/pakjOJShngM" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Inmitten ihrer Totenstadt stimmen Sol Invictus ihren großartigen Abgesang an, der das verbleichende London weder verflucht, noch sentimental verklärt &#8211; eine ernsthafte, von schwarzem Humor und einer Menge experimentierfreudiger Ideen durchdrungene Musik irgendwo zwischen Prog und (diesmal irgendwie buchstäblich) Apocalyptic Folk, die man im Soundtrack hören sollte, falls Peter Ackroyds <em>London: The Biography</em> jemals verfilmt werden sollte. Gerüchten zufolge soll „Necropolis“ auch den zumindest vorläufigen Endpunkt der Bandgeschichte markieren. Schade wäre das allemal, denn Wakefords wechselhafte Combo zählt zu den raren Beispielen unter den Darkfolkern der ersten Generation, die primär durch solide Musik und weniger durch das Beanspruchen von Extrawürsten in Erscheinung getreten sind. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://de.prophecy.de/startseite/">Auerbach / Prophecy</a></strong></p>
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		<title>THE HARE AND THE MOON: Wood Witch</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jun 2017 05:04:09 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/05/thehareandthemoonwoodwitch.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13831" title="thehareandthemoonwoodwitch" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2017/05/thehareandthemoonwoodwitch-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>„To fuck up tradition“ &#8211; mit diesem Schlagwort hat Alan Trench wiederholt die Notwendigkeit bezeichnet, traditionelle Stoffe, Motive und Spielweisen im Folk eben nicht nur wiederzukäuen oder platt in Rock- und Popstrukturen zu übersetzen, sondern ihnen durch kreatives Gegen den Strich-Bürsten eine neue Vitalität einzuhauchen. In unserem von einigen Jahren geführten Interview nannte er in dem Zusammenhang auch das englische Duo The Hare And The Moon als gelungenes Beispiel. Diese Band verfolgt seit<span id="more-13830"></span> Jahren ihre ganz eigene Vision und Version der englischen Balladenkunst mit ihren dunklen, oft brutalen und gespenstischen Geschichten.</p>
<p>The Hare and the Moon sind in vielerlei Hinsicht eine eigenwillige und mysteriöse Formation. Beide, der Multiinstrumentalist und die Sängerin, bleiben konsequent anonym, geben keine Konzerte und veröffentlichen keine Bilder von sich im unmaskierten Zustand. Dass über die Identität dieser Residents des Dark Folk schnell Spekulationen die Runde machten, versteht sich von selbst.</p>
<p>Musikalisch sind sie ein interessantes hybrides Gewächs. Im Unterschied zu unzähligen Klampfbarden bauen sie ihre Traditionals meist auf Piano, auf vielschichtige halborganische Drones, ab und an auch auf raue E-Gitarren und nicht zuletzt auf einen etherischen Gesang ohne glatte Manierismen, der ganz in der Tradition des Sängerinnen des englischen Folkrevivals steht. In den 90ern hätte ihnen mit der Mixtur ein ganz eigenes Feld irgendwo zwischen Orchis, Sol Invictus und Andrew King zugestanden, und mit ihren perkussiveren Stücken, deren Pauken und Rasseln immer einen starken Ritualtouch haben, hätten sie sicher auch die Tänzer in den Goth Clubs auf ihrer Seite. „Wood Witch“, ihr zweiter Longplayer und mit seinen knapp 80 Minuten Spieldauer eigentlich ein Doppelalbum, ist das Werk, um The Hare and the Moon kennen zu lernen, denn mehr noch als das Debüt demonstriert es die große Bandbreite an Ideen, mit denen sie alten Traditionals und vertonten Gedichten, deren Inhalte um verwunschene Orte, dämonische Liebhaber, Magie und Gewalt kreisen, neues Leben einhauchen.</p>
<p>Ein nächtliches Vogelkonzert eröffnet das auf einem John Masefield-Gedicht basierende „Midnight Folk“, die schwungvoll angeschlagene Harfe verbreitet eine Aufbruchstimmung, die auch im Text besungen wird: Um Mitternacht werden die Pferde gesattelt, doch sind es geisterhafte Rappen ohne Fleich und Blut, und das dunkle Klagen einer Klarinette lässt einen gespenstischen Schauplatz lebendig werden. Das Mitternachtsvolk, die quirligen, verhuschten und keinesfalls immer harmlosen Elfen und ihre Sippschaft begegnen einem noch mehrmals auf „Wood Witch“, in den Irrlichtern, die in „The Bard of Eve“ zu rituellem Tamtam und filmreifem Chorgesang tanzen, in der kindlichen Beschwörungsformel in „Come Unto the Corn“ und natürlich in der hastigen Erzählung vom „Erl-King“.</p>
<p>Im weiteren Verlauf des Albums tauchen aber auch vermehrt menschliche Charaktere auf, deren allzumenschliches Verhalten um einiges tragischer, aber auch schwächlicher erscheint als das frivole Treiben der Geistert: Obsessive Begierde, ein Ringen um Macht, Besitz und Vergeltung treiben sie an, Kummer, Lebensüberdruss und andere Anhaftungen geben „Cruel Henry“, „The Wife of Usher&#8217;s Well“, The Cruel Mother“ und „The Willow Tree“ (mit großartig abgeklärten Gastvocals von Tony Wakeford) ihre Stoffe, aus denen man in besseren Zeiten großartige Filme hätte machen können.</p>
<p>Ohne ihren Fokus auf dunklen, entrückten Ambientfolk aus den Augen zu verlieren, entfalten The Hare and the Moon im Laufe des Albums eine beachtliche Bandbreite an Stilelementen: entrückter, hallunterlegter A Capella-Gesang mit betörenden Melodien, schwere Orgelparts, melodramatische Streicher, Rasseln und Tamburin, ein leichter Hauch von Dream Pop in der William Blake-Vertonung „The Dream“, dunkle, zwiespältige Schlaflieder, reißerische Pauken und Filmsamples, vermutlich aus der Hammer-Ära. Nicht zuletzt der etwas an Jay Munly erinnernde Gesang eines gewissen God&#8217;s Little Eskimo, hinter dem sich laut Gerüchten die männliche Hälfte des Duos verstecken soll.</p>
<p>Die englische Folktradition ist voll an tragischen und spukhaften Geschichten und immer direkt oder indirekt an die alte, heidnische Mythenwelt gekoppelt – fast ist es etwas verwunderlich, dass all dies, also eine speziell englische Färbung dieser Überlieferungen, nicht viel breiter in der Dark Folk-Tradition der letzten Dekaden aufgegriffen wurde. Klar finden sich Spuren davon in Current 93s „Thunder Perfekt Mind“ oder bei Sol Invictus, auch bei Fire and Ice, die aber viel allgemeiner „nordisch“ orientiert sind, mehr noch in den Arbeiten von Sharron Kraus, die all dem aber mit einem gewissen Forscherinteresse nachgeht. Abgesehen von Orchis sind es v.a. The Hare and the Moon, die sich diesen genuin britischen Themenkreisen intensiver widmen. Dies und die überzeugende Qualität von Platten wie „Wood Witch“ macht sie zu würdigen Nachkommen von Shirley Collins. Jüngst erschien das Werk noch einmal auf 77 Tapes bei Brave Mysteries. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Brave Mysteries</strong></p>
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		<title>V.A.: Where Words Fail, Music Speaks. For Ania</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2016 08:56:39 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/wherewordsfail.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13058" title="wherewordsfail" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2016/12/wherewordsfail-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Viele von uns älteren Semestern blicken bisweilen nostalgisch auf die Zeit zurück, als viele Spielarten dunkler Musik noch eine gut vor der Öffentlichkeit gehütete Einheit bildeten. Dunkle, industrielle Lärmorgien, ambient dröhnende Soundscapes, Rituelles und mystische Folksongs – es gab eine Zeit, in der das alles irgendwie zusammengehörte, eine eingeschworene Gemeinschaft mit all ihren Vor- und Nachteilen bildete und von der Außenwelt doch meistens ignoriert wurde. Mittlerweile hat beinahe alles seine eigene Subkultur, zugleich herrscht ein unübersehbares Angebot an oft nur noch<span id="more-13057"></span> vermeintlicher Undergroundmusik, deren Stilgrenzen immer mehr verschwimmen. Viele der alten Protagonisten sind längst zu neuen Ufern aufgebrochen. Ich gebe zu, dass ich die letzten beiden Punkte meist begrüße, und dennoch ist es eine Freude, so viele überwiegend kreative Vertreter aus der ganze Spannweite solcher Musik auf einer Compilation versammelt zu sehen.</p>
<p>Ich beginne ganz bewusst mit der Musik, um neben denen, die ohnehin am guten Zweck dieser Veröffentlichung – Ania Mehring, die Frau des Zoharum-Chefs und eine enge Freundin der Kuratoren und vieler der vertretenen Musiker, in der Behandlung ihrer Krebserkrankung finanziell zu unterstützen – interessiert sind, auch die anzusprechen, die auf der Suche nach guter postindustrieller Musik sind. Die vom polnischen Santa Sangre-Magazin zusammengestellte Anthologie „When Words Fail, Music Speaks“ enthält knapp sieben Stunden davon, und ich bekenne gleich, das keiner von uns sie bisher komplett hören konnte. Insofern soll die Compilation hier auch mehr vorgestellt als bewertet werden.</p>
<p>Hier also ein kurzer Abriss unserer Favoriten, angefangen bei den eher ambienten Beiträgen: Troum, die selten so entrückt klangen wie hier; Tor Lundvall mit einem exklusiven Track, entschleunigt, kristallin und wie so oft eine perfekte musikalische Entsprechung seiner beeindruckenden Bilder; Celer, der gleich ein ganzes One Track-Album beisteuert; etwas derangierter S.E.T.I. mit mysteriösem Glockenspiel. Den Ritualbereich decken in erster Linie Phurpa ab mit einem urig klingenden Ritual der alttibetischen Bön-Religion; ebenfalls auf diesen Kulturkreis referiert die deutsche Ritual-Ambient-Band Nam-khar; weniger Rituelles aus dieser Region steuert Rapoon in Form eines Raga bei. Rauer und atonaler gibt sich diesmal Niedowierzanie, ferner der vertrackte rhythmische Vortex von Micromelancolié, die bedrohliche Samplekollage von Monopium und die kalten Soundwellen von Cindytalk. Völlig im Industrial verortet das düster grollende Stück von Nordvargr und der Horror Rhythm Noise von Darkrad. 7JK alias Matt Howden und Maciek Frett leiten über in den songorientierten Teil mit einer zerfledderteren Version ihres „Starseed“, ein interessanter Folk/Industrial-Mix kommt von der Kollaboration zwischen Deutsch Nepal und Varunna. While Angels Watch, Mars, Albireon, Andrew King mit einem urigen Live-Mitschnitt, Naevus mit einem akustischen Joy Division-Cover, Urgeistein Tony Wakeford mit einem anrührenden Duett &#8211; sie alles haben einen unterschiedlichen Dark Folk-Einschlag und zeigen, wie vielschichtig dieses vermeintliche Genre doch ist. Zwei besondere Perlen stammen von Sieben und Ô Paradis: Howden hat mit seinem Hauptprojekt vor einiger Zeit das rockige Geigen und Loop-Stück „Hillfort Mindset“ aufgenommen, das hier in leichter Modifikation als „Brexit Requiem“ erscheint, und in der Tat hatte der Text über einen zwiespältige Verrammelungfanatismus (Thomas Bernhard) etwas prophetisches. Der Katalane Demian Recio klingt mit „La Belleza Esclava“ um einiges sperriger und elektronischer als man es nach dem letzten Album erwartet hätte.</p>
<p>Allein diese kleine Auswahl bezeugt die musikalische Bandbreite der <a href="https://wherewordsfail.bandcamp.com/album/where-words-fail-music-speaks-a-compilation-for-ania-mehring"><span style="text-decoration: underline;">Compilation, die man hier erwerben kann</span></a>, die genannten Namen sprechen für einen Qualitätsanspruch über dem gängingen Standard. Eine weitere Möglichkeit, Ania Mehrings Behandlung zu unterstützen, findet sich auf dieser <a href="https://www.facebook.com/events/1740948189513336/"><span style="text-decoration: underline;">Facebook-Seite</span></a>. (J.G./U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://santasangremagazine.wordpress.com/">Santa Sangre</a></strong></p>
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		<title>SOL INVICTUS: Once Upon A Time</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2014 05:41:29 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/SolInvictusOnceUponATime.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9432" title="SolInvictusOnceUponATime" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2014/10/SolInvictusOnceUponATime-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Über Tony Wakeford und Sol Invictus ist viel geschrieben worden, über manches so viel, dass es einem schon zu den Ohren herauskam. Eine Sache, die nur gelegentlich zur Sprache kommt, ist die einzige Konstante, die es über die Jahre gegeben hat, und die alle thematischen, ideologischen und musikalischen Wandlungen standfest überdauert hat – gemeint ist Tonys rein musikalischer Beitrag, primär sein Gitarrenspiel, das sich seit Jahrzehnten über eine handvoll Motive spannt, die zwar merklich einfach sind, aber dennoch in puncto Tempo, Akkorde und Klangfarben so einzigartig, dass man Sol Invictus oft schon nach Sekunden aus einer Menge anderer Dark Folk-Bands heraushören kann. Auch sein Gesang hat sich<span id="more-9431"></span> über die Dekaden kaum verändert, allenfalls ist seine Stimme etwas tiefer geworden. Da die Band sich vom Line-up her und inhaltlich immer mal wieder neu erfindet, hat ein derartiges Leitmotiv durchaus seinen Reiz.</p>
<p>Während die inhaltlichen Wandlungen schon eine gewisse Linearität aufweisen (vereinfacht gesprochen von einem heidnisch-antimodernen zu einem existentialistisch-liberalen Sarkasmus), kommen die Veränderungen in Lineup und Instrumentierung oft überraschend, denn zwischen dem mal folkigen, mal punkigen, mal lärmigen Frühwerk, dem virtuosen Bandsound mit Howden, Doherty und andern in den 90ern, der rauen „Devil&#8217;s Steed“ und der opulenten „Cruellest Month“ besteht keine logische Kontinuität, vielmehr bestimmen die jeweiligen Mitglieder die musikalische Gewandung. Zu denen zählen auf dem aktuellen „Once Upon a Time“ auch zwei amerikanische Metaller, und so ist diesmal etwas dazugekommen, das man bei Sol Invictus bisher nicht finden konnte – Rock weit jenseits von lärmigem Bassgeknarre.</p>
<p>Positiv zu bewerten ist daran, dass die Beiträge, bei denen vor allem Agalloch-Gitarrist Don Anderson in Vordergrund steht, sich konstant mit dem folkigen Rest verknüpfen und keinen Fremdkörper darstellen. Dem Intro mit dem typischen Tony-Geschrammel verleiht das eine gewisse Schwere, beim ersten Highlight „The Devil On Tuesday “ verschmilzen die elektrifizierten Saiten mit rumpeligen Drums zu einer Progrock-Einheit und bilden einen Kontrast zu Tonys Picking, wie man ihn seit „Thrones“ nicht mehr zu hören bekam, wobei das kniedelige Gitarrensolo auch etwas anstrengend wirkt. Von den Instrumentalstücken überzeugt v.a. „13 Mercies “, das mit seinen Twangs und seinem fast groovigen Bass wie für einen nächtlichen Roadmovie gemacht scheint, und kein kontrastreicheres Setting zur diesigen Dämmerwelt des Vorgängeralbums darstellen könnte. Als Kulisse für Tonys ironischem Pessimismus – was wäre Sol Invictus ohne die obligatorische Allegorie auf das Bösartige, auf religiöse Heuchelei und bornierte Englishness („Mr. Cruel“) und seine parataktischen Gegenüberstellungen von Schönem und Ungenießbarem („The Path Less Travelled “) &#8211; eignet sich dieser Schauplatz aber ebenso gut.</p>
<p>Es gibt Stellen, an denen die Rockelemente im Hintergrund blieben, ohne vollends zu verschwinden, in „The Devil&#8217;s Year“ gehört die Bühne v.a. der berührenden Violine Renées, in „Our Father“ steht alles im Zeichen eines schmissigen Allegro – der Alte Ritter-Sound dieser Familientragödie en miniature zählt übrigens zu den größten Momenten. Bedauerlich ist auf der anderen Seite, dass das Luftige und Folkige macher Stücke unter der Schwere der Gitarrenparts oftmals erstickt wird, und man am Ende doch nicht vollends überzeugt ist, dass Altes und Neues wirklich harmoniert.</p>
<p>Zweifellos wird „Once Upon a Time“ polarisieren, einige der Fair Isle Jumpers unter den Fans wird es vergraulen, aber vielleicht erschließt die Zusammenarbeit mit Agalloch und Prophecy der Band ja auch ein paar neue Horizonte. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="http://de.prophecy.de/startseite/">Prophecy</a></strong></p>
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		<title>TOR LUNDVALL: Structures and Solitude</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Oct 2013 06:14:39 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/Tordisc_box_set_2.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7728" title="Tordisc_box_set_2" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/10/Tordisc_box_set_2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wie wenige andere Künstler verfolgt der in Neuengland ansässige Lundvall seine Vision(en) auf eine Weise, die mit konsequent nur unzureichend beschrieben ist, denn sowohl visuell als auch musikalisch ist seine Handschrift sofort zu erkennen, erschafft er Bilder und Alben, denen in ihren somnambulen Charakter immer eine gewisse Ambivalenz innewohnt, sind sie doch numinos, scheinen sie dem Hörer bzw. Betrachter oftmals gleichzeitig sowohl ein Gefühl der Geborgenheit als auch des Unheimlichen zu vermitteln. Wenn man soweit geht zu sagen, dass seine bevorzugte Jahreszeit der (ewige) Herbst ist, so könnte man vielleicht von dem Zwielicht als von seiner bevorzugten Tageszeit sprechen, ein Zwielicht, in dem (manchmal) Figuren (ver)einsam(t) in der Landschaft stehen, treten sie in Gruppen auf, tragen sie meistens Masken, sind zwielichtige Geschöpfe.<span id="more-7726"></span></p>
<p>War vor einigen Jahren auf der neuen Heimat Dais Records ein Boxset namens „The Seasons Unfold“ erschienen, das drei von Lundvalls an den vier Jahreszeiten orientierten Alben plus eine CD mit Tracks, die die Grundlage für das Album „Autum Calls“ waren, zusammenfasste, folgt mit insgesamt 5 CDs nun ein noch umfangreicheres Set. „Structures and Solitude“ enthält die zwei über das frühere und inzwischen nicht mehr aktive Label Strange Fortune veröffentlichten Alben „Last Light“ und Empty City“ sowie die zwei bislang nur auf Vinyl erhältlichen Alben „Sleeping and Hiding“ und „The Shipyard“. Auf dem fünften Album findet sich unter dem Titel „Night Studies“ komplett neues Material.</p>
<p>Sieht man von ein paar von einem verhallten Klavier getragenen Instrumentalstücken („Rust“, „Lost at Sea“) einmal ab, liegt der Schwerpunkt des Albums „Last Light“ klar auf den (manchmal leicht rhythmischen) Stücken mit Gesang: Auf „Storm“, passiert das lyrische Ich leere Bürgersteige und graue Gebäude, auf „Cold“ wird eine Winternacht beschworen, „Blue Room“ thematisiert die dunklen Wolken, die auf der Seele liegen. Trotz der teilweise kargen Instrumentierung klingt entfernt Lundvalls Interesse am Elektropop der 80er an.</p>
<p>„Empty City“ ist dagegen ein instrumentales Album, das von der Stimmung bedrückender als der Vorgänger ist und die fehlenden Vocals vielleicht die leere Stadt illustrieren, eine Stadt mit „Scrap Yard“, in der man glaubt in der Ferne Flüstern/Atmen zu hören („Platform #3“), die „Night Work“ so klingt, als baue jemand in einem alten Stollen Mineralien ab, das Wasser grau ist und die Elektrik summt („Wires“).</p>
<p>Den Arbeiten Lundvalls wohnte in ihrer Traumlogik auch immer ein Moment des Eskapistischen inne und das Album „Sleeping and Hiding“ &#8211; das von allen Werken mit seinem dezenten Ambientpop vielleicht das songorientierteste Album ist &#8211; illustriert das besonders, ist Introspektion, Rückkehr ins Innere, Emmigration aus einer als feindlich gesehenen Welt („As I rise to face the day, I only wish to hide away“ heißt es auf „Hiding“). Die letzten Zeilen aus „Spring Song“ könnte man auch als Fazit unter das gesamte Werk Lundvalls setzen: „Things aren&#8217;t always what they seem/When you&#8217;re living in a dream“.</p>
<p>„The Shipyard“ dagegen ist wieder ein instrumentales Album, auf dem eine triste Atmosphäre vorherrscht und letztlich geht es bei Lundvall immer um Atmosphäre, Titel wie „Morning Smoke“, „Under Snow Conditions“,„Tugboarts in Fog“ oder „Grey Rain Ships“ wecken vor dem Auge des Betrachters natürlich eine trübe, getrübte und diesige Welt.</p>
<p>Wer die Alben alle schon besitzt, der wird vielleicht von den Bonustracks gelockt: Es gibt Alternativversionen, Outtakes, ursprünglich für Singles vorgesehene Tracks und eine frühe Demoversion. War Lundvall zwar musikalisch durch seine Zusammenarbeit mit Tony Wakeford auf „Autumn Calls“ einem breiteren Publikum bekannt geworden, auf dem seine Ambientminuaturen durch akustische Instrumente ergänzt wurden, so hatte er, der durchaus <a href="http://steponnopets.wordpress.com/2011/05/16/tor-lundvall-beauty-is-everything-in-a-hostile-world-like-this/">zugibt</a> ungern mit anderen zusammenzuarbeiten, danach auf Kollaborationen verzichtet. Auf „Empty City“ gibt es als Bonus eine Version von „Scrap Yard“, auf der Matt Howden – der auch schon auf „Autumn Calls“ dabei war &#8211; Streicher beisteuert und eine Version des ursprünglich rein instrumentalen „Early Hours“, auf der Howden den Text fast flüsternd singt. Howdens Beiträge sind eine passende Ergänzung, ändern auch nichts an der Grundstimmung und sind ein gutes  Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit.</p>
<p>Unter dem Titel „Night Studies“ findet sich eine fünfte CD mit insgesamt 18 von Lundvall als „Vignetten“ bezeichneten Stücken, wodurch der Moment des schnellen Komponierens, des Spontanen betont wird &#8211; aber gerade diese 18 Tracks sind in ihrem verauschten und verhallten Ambient aus Pianotupfern und wattig-verrauschten Klangflächen fast perfekte traumgleiche Kompositionen. In der Tat ein Soundtrack für einen „Blurred Dream“.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label: <a href="http://www.daisrecords.com/site/">Dais Records</a></p>
<p><a href="http://www.torlundvall.com/">Tor Lundvall</a></p>
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		<title>V.A.: Hail Be You Sovereigns, Lief And Dear: Dark Britannica III</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Mar 2013 00:42:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/Hail-be.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6312" title="Hail be" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2013/03/Hail-be-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Je nach Zählung (<a href="http://africanpaper.com/2012/01/14/v-a-john-barleycorn-reborn-rebirth/">„John Barleycorn: Rebirth“ </a>war ursprünglich lediglich als Downloadergänzung zur ersten Veröffentlichung „<a href="http://africanpaper.com/2011/08/31/v-a-john-barleycorn-reborn-dark-britannica/">John Barleycorn: Reborn</a>“ gedacht und wurde erst einige Jahre später eigenständig auf CD veröffentlicht) ist das der dritte respektive vierte Teil der umfangreichen Folkanthologie, die unter dem Banner des Zyklischen, des Säens und Erntens, des Werdens und Vergehens, das sich im Traditional „John Barleycorn“ widerspiegelt, von Cold Spring veröffentlicht wird. <span id="more-6309"></span>Auch wenn die auf den bisherigen Zusammenstellungen vertretenen Künstler aus teilweise sehr unterschiedlichen (musikalischen) (Sub-)Kulturen stammten und die Beiträge dadurch bedingt durchaus heterogen waren, so war fast allen beteiligten Künstlern gemein, dass sie sich an einer tendenziell traditionellen Umsetzung von Folk versuchten, dass man sich trotz aller gewisser Brüche in einem Rahmen bewegte, dem das Atonale und Schräge, ganz zu schweigen das Ironische, das den Output vieler Weird/Freek etc. Folk-Künstler prägt, (weitgehend) abging. Dieser Ansatz wird auf „Hail Be You Sovereigns, Lief and Dear“ mit Einschränkungen fortgesetzt.</p>
<p>The Hare And The Moon starten die Compilation mit einem weitgehend instrumentalen Beitrag und mit einem Filmsample, in dem ein Mädchen ein Lied summt, dessen Melodie Current 93 auf „Soft Black Stars“ adaptierten. Das ist insofern erwähnenswert, als einige der hier vertretenen Künstler von fiktionalen Werken beeinflusst worden zu sein scheinen – die Kinderserie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Children_of_the_Stones"><em>Children</em> <em>of</em> <em>the</em> <em>Stones</em> </a>wird genannt –, was nicht weiter verwundert, konnte man doch auch die Rolle, die <em>The</em> <em>Wicker</em> <em>Man</em> bei der (musikalisch-gedanklichen) Sozialisation einer ganzen Reihe der auf den Vorgängern zu findenden Künstlern zukam, kaum unterschätzen. Das heißt natürlich auch, dass man mit Begriffen wie Authentizität vorsichtig umgehen sollte.</p>
<p>Heed The Thunder tragen das von Dave Goulder geschriebene „Easter Tree“ vor und die Rolle, die der Galgenbaum in zahlreichen über die Jahrhunderte entstandenen Folkstücken gespielt hat, verdeutlicht vielleicht wie kein anderer Topos, wie sehr Folk auch immer wieder soziale und politische Defizite thematisierte. Vor diesem Hintergrund klingen SixPenny Wayke etwas zu betulich, denn „Under England&#8217;s Sky“ darf es ruhig etwas stürmischer zugehen. Auch der von Mary Jane gespielte Folkrock funktioniert wahrscheinlich in einem Livekontext nach zwei, drei Pints, ist (mir) aber hier etwas zu bieder und brav, besser gelingt solche Art Musik den sich (auch optisch) stark am Folkrock der 60er orientierenden Galley Beggar mit ihrer Evokation eines „Sun God“. Wie auch schon auf den Vorgängern gibt es Bands, die man sich problemlos auf Mittelaltermärkten vorstellen kann (Woodwose). The Transmutations, die sich auf ihrer Facebookseite als „Supernatural English Electroacoustic Folk Disaster“ bezeichnen, stimmen einen aus spärlicher Perkussion und Cello gespeisten Klagegesang an. Dass als Einflüsse der eine oder andere Neofolkact genannt wird, überrascht nicht. Einen stärker an traditionellem Folk ausgerichteten Ansatz verfolgen dagegen Tim Graham oder David Kidman, der auf seinen zwei Beiträgen völlig auf jedwede instrumentale Unterstützung verzichtet und seine Hommage an den „Green Man“ und die Sonne a capella vorträgt. Ganz anders Nathaniel Robin Mann, der auf „Moonshiners“ seinen Gesang mit einem Holzscheit und einem Fleischerbeil perkussiv untermalt. Dagegen ist Sol-De-Muertes Beitrag fast schon opulent instrumentiert: So wird neben Akkordeon und Cello auch Elektronik eingesetzt und „Sentinel“dürfte sicher denen gefallen, die Pathos auch jenseits von Dead Can Dance ertragen (können).</p>
<p>Insgesamt fällt aber auf, dass die stärkeren Beiträge von Künstlern stammen, die den „eternal drone“ in irgendeiner Form in ihre Musik integrieren: Venereum Arvun setzten auf melodische Drones, die den recht traditionellen zweistimmigen Gesang untermalen. Xenis Emputae Travelling Band kombinieren Feldaufnahmen mit Harmonium, Cello und entrücktem Gesang, durch die ihr Beitrag einen gewissen Soundtrackcharakter bekommt und entfernt an die Arbeiten HÖHs erinnert. Hier wird eine Welt beschworen, in der jeder Zeit „little people“ hinter einem Baum hervortreten können, um Richard Skelton beim Musizieren zu unterstützen. Mit der stärkste Track stammt von Andrew King, der einen Auszug des im 17. Jahrhundert entstandenen Traktats des<em> </em>Schotten Robert Kirk namens <em>The Secret Commonwealth </em>vorträgt, in dem es um Elfen und allerlei andere „subterranean inhabitants“ geht. Von Harmoniumdrones untermalt, rezitiert King den Text todernst. Das klingt nicht unähnlich einiger Stücke, die auf dem mit Tony Wakeford eingespielten und als M.R. James-Hommage konzipierten Triple Tree-Album „Ghosts“ zu hören waren. Dabei steht King die Rolle des exzentrischen Briten sicher besser als die des den zweiten Verfassungszusatz im Namen führenden und geschmacklich fragwürdige Rollenprosa vortragenden Psychopathen. Das von mantraartigem Gesang durchzogene „Drugged Shepherd“ von den ironisch (?) betitelten Hills Have Riffs erinnert etwas an einige von Timothy Renners experimentelleren Arbeiten, Finglebone spielen einen von Vogelgezwitscher durchzogenen verrauschten instrumentalen Folk (sollte man das als Folkgaze bezeichnen?), Colossloth schließlich lösen mit ihrem fragmentarischen Beitrag jedwede Songstrukturen auf.</p>
<p>Abgeschlossen wird das Album von dem Duo Lost Harbours, das auf seinem über zehnminütigen Beitrag „Hymns &amp; Ghosts Pt 2“ von Bobbie Watson (Comus) unterstützt wird. Das Stück changiert zwischen der Evokation einer Idylle und der Beschwörung eines nichtgreifbaren unheimlichen Ortes – hier wird tatsächlich auf gelungene Weise „The English Ghost“ (Peter Ackroyd) beschworen. Dieses Treffen der Generationen im letzten Stück ist ein schöner Abschluss, unterstreicht vielleicht auch das Zyklische, wenngleich kaum eine Band – insgesamt sind es 27 – die virile und verstörende Intensität von Comus erreicht – was allerdings auch kaum möglich ist und insofern keine Kritik an einer trotz vereinzelter Schwächen hervorragenden Zusammenstellung ist.</p>
<p>M.G.</p>
<p>Label: <a href="http://coldspring.co.uk/">Cold Spring </a></p>
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