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	<title>African Paper &#187; Widow&#8217;s Weeds</title>
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		<title>GREY MALKIN: Haunted Lives (A Retrospective)</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 05:07:02 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/hauntinglives.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-49323" title="hauntinglives" src="https://africanpaper.com/wp-content/uploads/2025/12/hauntinglives-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Bedenkt man, wie vielfälltig und umfangreich das Werk des schottischen Musikers, Klangkünstlers, Folkforschers und Geistersuchers Grey Malkin &#8211; zunächst mit dem frühen Projekt The Hare &amp; The Moon, dann mit verschiedenen Bands, Kollaborationen und gelegentlich auch solo &#8211; ist, dann muss einem die vorliegende Retrospektive als lange überfällig erscheinen. &#8220;Haunted Lives&#8221;, dessen Titel die Inhalte seiner Arbeiten wunderbar zusammenfasst, versammelt als <span id="more-49322"></span>komprimierter Überblick Malkins Arbeiten aus unterschiedlichen Zeiten und Projekten und demonstriert einmal mehr eine Praxis, die Überliefertes, sei es musikalischer oder erzählerischer Natur, nicht konserviert, sondern durch unerwartete Setzungen neu belebt. Selbstredend passt er damit nur schwerlich in die gängigen Prokrustesbetten der Genrekonventionen, ganz gleich ob es sich dabei nun um folkige oder experimentelle Kategorien handelt.</p>
<p>Der Einstieg mit The Hare &amp; The Moon und dem Stück &#8220;The Midnight Folk&#8221; vom Album &#8220;Wood Witch&#8221; setzt auf hörspielartige Codes. Zwitschernde Vögel, die erdende Klarinette von Gastmsiker Spugweed, Áine O’Dwyers Harfe und Thomas Roberts’ Violine strukturieren zusammen mit Malkins Arrangements ein Szenario zwischen Idyll und Anspannung. Die schnelle Rezitation eines Textes von John Masefield ergänzt diese Spannung ohne Pathos. Das anschließende <a title="GREY MALKIN / KITCHEN CYNICS: We Are All Ghosts" href="https://africanpaper.com/2024/02/24/grey-malkin-kitchen-cynics-we-are-all-ghosts/">&#8220;We Are All Ghosts&#8221; zusammen mit Alan Davidson alias Kitchen Cynics</a> -  vor einigen Jahren der Titelsong einer Sammlung an Singles der beiden &#8211; greift die Idee des Spukhaften anders auf: Wolfsjaulen und sirenenartige Elemente öffnen den Raum für Streicher und einen klagenden Gesang mit nüchternen Gedanken über die Unausweichlichkeit des Todes, zu dem fatalistische Detonationen Akzente setzen.</p>
<p>Mit &#8220;Rossignol&#8221; aus dem Projekt mit Futur Passe folgt ein mittelalterlich angehauchter, zunehmend unruhiger Track mit chorischem französischen Gesang über einem Soundfundament voll monumentaler Wucht. <a title="WIDOW’S WEEDS: The Corn Queen" href="https://africanpaper.com/2023/06/10/widows-weeds-the-corn-queen/">&#8220;The Corn Queen&#8221; von Widow’s Weeds</a>, dem Duo mit Daughters of Grief, verschiebt den Fokus in Richtung rituellen Ambientfolks. Glitzernde Strömungen, eine schwebende Stimme und die dezente Perkussion von Michael Warren erzeugen ein rituelles Setting, das sich nur kurz öffnet, bevor es wieder in die Ausgangsspannung zurückkehrt. Das Textbild weitet sich am Ende ins Existenzielle.</p>
<p>&#8220;Cold Blows The Wind&#8221; von <a title="ÚATH: s/t" href="https://africanpaper.com/2023/04/22/uath-st/">Úath – dem Projekt mit dem irischen Künstler Ruairi O’Baoighill </a>– ist mit schleppenden Takten, knarrenden Bassklängen und der Stimme von Maud The Moth eine spannugnsgeladene Umsetzung einer Ballade, die auch unter dem Titel &#8220;The Unquiet Grave&#8221; bekannt ist, bekannte Versionen stammen u.a. von Joanna Newsome und Faith and the Muse. &#8220;Morgiana&#8221;, erneut von The Hare &amp; The Moons hier einzig vertretenem Album &#8220;Wood Witch&#8221;, lässt mit Glockenspiel, desolaten Streichern, Downtempotakten und einer verwehten Frauenstimme eine entrückte, subtile Umheimlichkeit aufkommen.</p>
<p>In <a title="ASHTORETH / GREY MALKIN: Heretic" href="https://africanpaper.com/2021/04/24/ashtoreth-grey-malkin-heretic/">&#8220;A Cavalcade Of Ravens&#8221;, einer Zusammenarbeit mit dem Belgier Ashtoreth </a>und einer Reihe an Gästen, zu denen neben Sängerin Menaleah nd anderen auch die gesampleten Raben im Titel gehören, offenbart eine reizvoll ambivalente Atmosphäre zwischen wattigem Trost und spanungsvollen Brüchen. Darauf folgt &#8220;The Old Gods Sleep Beneath The Fields&#8221; von <a title="THE BLACK SWAN TRIAD: Metamorphosis" href="https://africanpaper.com/2023/12/23/the-black-swan-triad-metamorphosis/">The Black Swan Triad, deren Kern Ashtoreth, Malkin, Menalaeh, Steve Hermit, Stratosphere und Vinlandsraud bildeten</a>. Nach der anfänglichen Dröhnung, durchzogen von subtilen Kratzgeräuschen, verschieben zerfranste Gitarren den Song für kurze Momente in ein flamencoartiges Setting, bevor wieder geisterhaft schwebende Details übernehmen.</p>
<p>&#8220;Man Of Double Deed&#8221; von Widow’s Weeds beginnt mit sirrenden Streicherflächen und einer schwebenden Sopranstimme, bevor peitschende Percussion und gehetzte Elemente den im Titel angedeuteten zwiespältigen Charakter spiegeln. Mit dem Herausschälen eines klaren Gesangs scheint sich derKreis zu schließen. Von <a title="SEDNA CHRONICLES: Sedna Chronicles" href="https://africanpaper.com/2022/06/18/sedna-chronicles-sedna-chronicles/">Sedna Chronicles – ein gemeinsames Projekt mit Andy Sharp</a> – liegt mit &#8220;Friends Of The Emerald Sun&#8221; eine verspielte, zugleich spannungsvoll-düstere Elektronik vor, die, wie es schon in unserer Besprechung hieß, an spätere Arbeiten einer bekannten britischen Experimentalband erinnert.</p>
<p>&#8220;The Bard Of Eve&#8221; von The Hare &amp; The Moon ist eine ekstatisch-folkige Nocturne, die cinematische Assoziationen aufblitzen lässt, bevor &#8220;Under The Rose&#8221; von Widow’s Weeds (vom Album &#8220;Revenant&#8221;) auf melancholische Streicher, Bassflöte, epische Breite und einen hellen, elegisch anmutenden Sopran kurz vor dem Ende setzt. <a title="TRAPPIST AFTERLAND / GREY MALKIN: The Trappist and the Hare" href="https://africanpaper.com/2020/05/02/trappist-afterland-grey-malkin-the-trappist-and-the-hare/">&#8220;Full Snow Moon&#8221; vom ersten gemeinsamen Longplayer mit Adam Geoffrey Cole</a> alias Trappist Afterland ist das gitarrigste Stück des Albums und entspricht auch am ehesten den gängigen Vorstellungen über Folk, aber es ist auch ein grandioser Song mit fein gesetztem Fingerpicking und Coles fragil gesungenen und gleichsam markanten Strophen über die verschiedenen Vollmonde &#8211; Malkins Spuren finden sich in der dezenten elektronsichen Untermalung und vielleicht auch in der paganen Einfärbung des Songs.</p>
<p>&#8220;Between Trees &amp; Starlike&#8221; des Trios <a title="EMBERTIDES: 7″" href="https://africanpaper.com/2022/01/15/embertides-7/">Embertides</a> – Daughters of Grief, David Colohan und Malkin – setzt dann wieder weitaus stärker auf Elektronik. Der klagende Gesang und die immer dichter werdende Szenerie erzeugen eine unheimliche Steigerung. <a title="MEADOWSILVER: II" href="https://africanpaper.com/2022/05/14/meadowsilver-ii/">Meadowsilver,</a> bestehend aus Gayle Brogan, Malkin und Stephen Stannard, verbinden in &#8220;The Coronation Of The Herring Queen&#8221; folkige Flöten mit einem elektrifizierten Grundgerüst und sanftem Gesang. &#8220;The Wife Of Usher’s Well&#8221; von The Hare &amp; The Moon mit Vocals von God’s Little Eskimo präsentiert sich als über weite Strecken pianobasierte Umsetzung der traditionellen Ballade über die drei toten Söhne, die auch als &#8220;The Unquiet Grave&#8221; bekannt ist, einige Leser kennen vielleicht die Versionen von Joanna Newsome und Faith And The Muse.</p>
<p>Das <a title="GREY MALKIN / FOGROOM: Shoreline Ritual" href="https://africanpaper.com/2024/06/22/grey-malkin-fogroom-shoreline-ritual/">zusammen mit den deutschen Producer Fogroom eingespielte &#8220;A Certain Sense&#8221; </a>entpuppt sich als tremolierende Klanglandschaft, gehalten von einem dezenten Takt. Eine melodiöse Spur – unklar, ob Stimme oder Gitarre – wirkt als ruhender Pol, bevor eine knarrende Rezitation einsetzt. &#8220;C’est A Ville&#8221;, erneut von der Kollaboration mit Futur Passe wirkt wieder mittelalterlich grundiert mit seinen Arrangements für Drehleier, Trommeln und verschiedenen Saiteninstrumenten.</p>
<p>&#8220;When The Moon Is Arisen&#8221;, das Malkin zusammen mit Amanda Votta (Deep Fade, The Spectral Light u.a.) aufgenommen hatte, ist das einzige semi-exklusive Stück der Sammlung und war nur zeitweise auf Soundcloud zu hören gewesen &#8211; über einem Teppich aus dunkler, ambienter Dröhnung bauen knarrende Sounds und ein mysteriöses Flüctern, das in einen Monolog übergeht, nach und nach einen Song auf, der in einer furiosen wilden Jagd kulminiert. Anschließend nutzen Sedna Chronicles in &#8220;The Last Drop&#8221; erneut flüsternde Worte und Synthiedrones, um ein anderesweltliches Setting zu markieren. &#8220;The Singing&#8221; von einem der Alben mit Kitchen Cynics setzt Drönungen, eine entrückte Flöte, Alan Davidsons spröder Rezitation und später liturgisch anmutende Momente ein. Einsame Paukenschläge und eine Frauenstimme führen schließlich zu einem kurzen, hellen Klangmoment.</p>
<p>Den Abschluss bildet Malkins Solostück &#8220;Duddo Five Stones&#8221;, mit Vocals von David Colohan und Woodwind von Alan Davidson. Der großartige, rund fünfzehnminütige Track nutzt melancholische Ambientflächen, Flöten, Streicher und ein wiederkehrendes, leicht vibrierendes Geräusch. Eine Rezitation über die aus der schottischen Folklore bekannten singenden Steine, führt in einen dichten Mittelteil, bevor ein klavierdominierter Schluss folgt, der kurz von knarrenden Elementen durchzogen wird. Der Track wirkt wie ein konzentrierter Blick auf einen Ort, der fast wie ein symbolisches Zentrum von Malkins Werk erscheint.</p>
<p>Die Zusammenstellung zeigt Malkin als jemanden, der die Forderung, Tradition bewusst zu verfremden, verinnerlicht hat und auf seine nur schwer kategorisierbare Weise vieles vorweggenommen hat, was in der Zwischenzeit mit Begriffen wie Folk Horror (oder etwas breiter gefasst: Hauntology) bezeichnet wurde. Die ausgewählten Stücke belegen den Umfang seiner Aktivitäten und die Bandbreite seiner Kollaborationen &#8211; und wer durch diese Compilation erstmals angefixt ist, sollte gerne den zahlreichen Links im Text zu seinem bisherigen Werk folgen, denn die hier versammelten Stücke sind nur eine kleine, gleichwohl beeindruckende und repräsentative Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: Cruel Nature Records</strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3484307083/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>DEEP FADE: Further</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Oct 2024 05:43:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Irgendwie konnte man im Nachgang ihres Debüts &#8220;Line of Flight&#8221; bereits spüren, das das von Nordamerika und Schottland aus operierende Trio Deep Fade sein Pulver längst nicht verschossen hat und noch mehr von sich hören lassen wird – und das &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/10/05/deep-fade-further/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/further.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-42875" title="further" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/10/further-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Irgendwie konnte man im Nachgang <a title="DEEP FADE: Line of Flight" href="http://africanpaper.com/2024/04/06/deep-fade-line-of-flight/">ihres Debüts &#8220;Line of Flight&#8221; </a>bereits spüren, das das von Nordamerika und Schottland aus operierende Trio Deep Fade sein Pulver längst nicht verschossen hat und noch mehr von sich hören lassen wird – und das nicht nur, wenn man aus ihren bisherigen Karrieren weiß, dass Amanda Votta, Neddal Ayad und Grey Malkin alles andere als Eintagsfliegen sind. Gerade mal ein gutes halbes Jahr nach dem Erstling liegt nun <span id="more-42873"></span>der Nachfolger &#8220;Further&#8221; als Tape und digitales Release vor, und es steht in Sachen Derbheit dem Vorgänger in nichts nach. Es gibt aber auch, recht passend zum Titel, merkliche Unterschiede. Deep Fade treten also keineswegs auf der Stelle.</p>
<p>War &#8220;Line of Flight&#8221; einem deutlich kommunizierten Konzept um den Niedergang von Orten am Beispiel von Vottas Heimatstadt Detroit und das Phänomen der Paramnesie, einer Veränderung des Ortsgefühls verpflichtet, so scheint &#8220;Further&#8221; in der Hinsicht offener gestaltet, gleichwohl Stürme und der Witterung besonders ausgesetzte Orte wie Leuchttürme in verschiedener Hinsicht einen feinen roten Faden bilden, u.a. als Aufnahmeorte an beiden Seiten des nördlichen Atlantik. Stürme tosen auch immer wieder durch verschiedene Songs des Albums.</p>
<p>Doch der Reihe nach: Der Opener &#8220;Tidal&#8221; beginnt ohne Umschweife mit einer rauen, grobkörnigen E-Gitarre und lässt auf kratzig-verrauschte Lofi-Art eine bodenständige Melodie entstehen, die aufgrund verschiedener Brüche skizzenhaft wirkt. Der Sound scheint direkt aus einer stürmischen Umgebung zu kommen, und tatsächlich wurde die Gitarre von Ayad während eines heftigen Nordoststurms an der amerikanischen Atlantikküste aufgenommen, und dieser Eindruck von verwehter Naturgewalt zieht sich durch das gesamte Stück. Amandas Stimme, fast gehaucht und leicht heiser, kämpft nach einer kurzen, etwas zurückgenommeneren Phase gegen die zermürbenden Klangmassen an, die sie beinahe zu begraben drohen, behauptet sich jedoch am Ende auf eindrucksvolle Weise. Das Titelstück beginnt mit einer Slide-Gitarre (oder zumindest mit etwas so ähnlich klingendem) und erinnert dadurch an verschwommene, bluesig eingefärbte Americana. Doch bald übernehmen stürmische Field Recordings das Klangbild, während die Gitarren und Amandas sanfte Vocals langsam wieder den vorderen Bühnenrand einnehmen. Es entsteht eine spannende Auseinandersetzung zwischen der vulnerablen Stimme mit einer ganzen Witterung an Rauheit, mit der sie sich mit der Zeit aber zu verbünden versteht.</p>
<p>Schon nach diesen ersten beiden Stücken fallen einige wesentliche Unterschiede zum Vorgänger-Album auf. &#8220;Further&#8221; kommt in seinem authentischen Sound derber, uriger, bodenständiger daher und wirkt auf seine wie auch immer zerfledderte Weise songorientierter als die abstrakteren Stücke auf &#8220;Line of Flight&#8221;, deren Lärm weniger Reminiszenzen an Momente von Rock und Folk zugelassen haben. Dass die Einstürzende Neubauten auf dem neuen Album ebenso inspirierend waren wie Neil Young ergibt durchaus Sinn, gleichwohl die Nennung der beiden Acts in einem Satz auf den ersten Eindruck willkürlich und absurd anmuten mag.</p>
<p>&#8220;Surge&#8221; startet etwas verhaltener, schüchterner, und erinnert an ein Hörspiel, dessen Stimmung von geflüsterten Wortfetzen und undefinierbarem Dröhnen bestimmt wird. Klappernde Geräusche, ein öfters auf diesem Album einsetzendes schwindeliges Tremolieren und wieder einmal das Rauschen des Windes lassen auch hier kein wirkliches Idyll entstehen, etwas Unheilvolles scheint unter der Oberfläche zu lauern. &#8220;Little Bird&#8221;, das mit seinem verhallten akustischen Strumming und dem summenden Gesang am zugänglichsten erscheint, ist eine kurze Atempause nach Antifolkmanier – zumindest auf den oberflächlichen Eindruck, doch auch hier bricht das Schöne immer wieder auf, bis das ganze Szenario sich gegen Ende fast schon überraschend in einer beinahe himmlischen Entrücktheit auflöst. &#8220;Wake Me&#8221; kommt mit seinen disparaten Elementen und Richtungswechseln wie ein Album en miniature daher, kontrastiert unterschwelliges Kratzen, Fragmente eines folkigen Gesangs und in gewissen Intervallen auftauchende orchestral-elektronische Hochtöner, die deutlich die Signatur Malkins tragen, und lassen doch so etwas wie eine wundersame Kohärenz entstehen, bis griffig raue Loops elektrifizierter Saiten in eine komplett andere Richtung überleiten, in der der Track einen Nachleben als minimales &#8220;Folk&#8221;-Stück mit einer stetig wiederholten Tonfolge feiert. Nach dem langen, abstrahierten &#8220;Heartword&#8221;, in dem sich ein schöner Song mit einfach gestrickten Gitarrensoli versteckt, schließt das kernig schöne &#8220;Fixed and Faded&#8221; das Album in luftig vorauschter Klanggestalt ab, durch die sich, wie um zu zeigen, dass alles seine Kehrseite(n) hat, ein geheimnisvolles Bimmeln zieht.</p>
<p>Der Bonustrack &#8220;Hawk&#8221;, der nur digital verfügbar ist, beschließt das Album mit einer melancholischen, aber pathosfreien Geste. Amandas Stimme summt über dem trockenen Gitarrenpicking, bis das Stück in der zweiten Hälfte noch einmal zu einem doomigen Noiserock-Kraftakt anwächst, wie er nur unter dem Einfluss eines windgepeitschten Ozeans entstehen kann. Fernab jeder Genre Zugehörigkeit haben die Pfade hier also eine Feier der Wucht der Naturgewalten geschaffen, die immer wieder auch Raum für feinsinniges, vulnerables lässt. Man darf freudig gespannt sein was für Ideen die drei als nächstes aushecken werden dass sie neben ihren zahlreichen anderen Projekten wieder Zeit für deep fade finden werden ist sehr wahrscheinlich. (U.S.)</p>
<p>Label: Cruel Nature Records<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_241001_193354_442.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1757206443/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>GREY MALKIN / FOGROOM: Shoreline Ritual</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Jun 2024 04:39:40 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wäre &#8220;Shoreline Ritual&#8221;, das erste gemeinsam aufgenommene Album das Schotten Grey Malkin und des Deutschen Fogroom, ein Film, so wäre es wahrscheinlich einer dieser Streifen, die einen mit ihren geheimnisvollen atmosphärischen Bildwelten ungemein in den Bann zu ziehen vermögen, auch &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2024/06/22/grey-malkin-fogroom-shoreline-ritual/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/06/shorelineritual.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-41421" title="shorelineritual" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2024/06/shorelineritual-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wäre &#8220;Shoreline Ritual&#8221;, das erste gemeinsam aufgenommene Album das Schotten Grey Malkin und des Deutschen Fogroom, ein Film, so wäre es wahrscheinlich einer dieser Streifen, die einen mit ihren geheimnisvollen atmosphärischen Bildwelten ungemein in den Bann zu ziehen vermögen, auch wenn man wahrscheinlich nur sehr bedingt sagen könnte, was sich in dem Film und seinen von diffusen Andeutungen lebenden Szenenfolgen eigentlich ereignet.<span id="more-41416"></span></p>
<p>Die beiden Musiker – man mag sie Komponisten, Klangkünstler oder in einem Fall auch Multiinstrumentalisten nennen – bewunderten schon länger das Werk des jeweils anderen, vielleicht weil das Hauntologische, das Aufspüren verhuschter Geister in den Nischen musikalischer Settings und anderer nicht immer imaginärer Orte, ein gemeinsames Element im Werk der beiden ist, das gleichzeitig auch genügend Unterschiede aufweist, wenn man die folkige Seite Malkins mit den Wurzeln Fogrooms in der elektronischen Musik vergleicht.</p>
<p>Nach <a title="FOGROOM: The Browning Vortex" href="http://africanpaper.com/2023/09/23/fogroom-the-browning-vortex/">Fogrooms Tape &#8220;The Browning Vortex&#8221;</a>, das wir als spannende Geisterarbeit in einer merkwürdigen Heterotopie beschrieben, kam es zu einer persönlichen Korrespondenz, und schon bald stand die Idee zu einer gemeinsamen Arbeit. Bedenkt man die Vorliebe der beiden für alles verhuscht-gespenstische, dann wundert es nicht, dass sie recht vage Ideen zum Ausgangspunkt nahmen, statt sich ein elaboriertes Konzept an den Haaren herbeizuziehen. Beide teilen eine gewisse Liebe für das Wasser, für das Meer und seine Küsten, die sie folglich als groben Schauplatz für ihre noch im Entstehen begriffene Geschichte auswählten, und wie von selbst passierte es, dass dieser Schauplatz, der in den Vorstellungen der beiden eigentlich eher etwas Heilsames hatte, zum Ort seltsamer, dunkel melancholischer, vielleicht sogar unheilsamer Vorkommnisse und Herausforderungen wurde. Geschichten von Verlust und halb vergessenen Träumen, von Begegnungen im Nebel der Dämmerung an irgendeiner verlassenen Küste tauchen auf und verschwinden wieder vor dem Auge des Betrachters, sobald dieser nach ihnen zu greifen versucht.</p>
<p>Vielleicht ist es die verfremdete und wahrscheinlich gesamplete männliche Stimme im einstimmenden Auftakt &#8220;As it Began&#8221;, die mich auf den Filmvergleich brachte &#8211; in den ersten Minuten des Albums jedenfalls ereignet sich einiges: ein subtiles Rauschen, das sich bald als Brandung entpuppt, eine Melodie auf einem einsamen Piano, Glöckchen und allerhand klingelndes dazu, dass eventuell von einen Saiteninstrument stammt, eine eher raue Keyboardfläche und die Ansage, dass irgendwo an einer Küstenlinie jemand vermisst wird. Wie viel kann man daraus ziehen?</p>
<p>Auch in den folgenden Stücken wird stets eine intensive Spannung gewahrt, die nicht nur, aber durchaus auch durch ein stets variiertes Klangmaterial gewinnt – ein Aspekt der umso mehr beeindruckt, da auf diesem Album wohl keine akustischen Instrumente verwendet wurden, bzw nur in gesampleter Form zu hören sind. &#8220;The Coast&#8221; lässt scheinbar akustisches und Vintage-Synthes, die Erinnerungen an späte Coil aufkommen, helle Klänge und sehnsuchtsvoll melancholische Melodien entstehen, bei denen einem bewusst wird, das auf der anderen Seite des Meeres wieder eine andere ferne Küste liegt, die ein Sehnsuchtsort sein kann. &#8220;Ghosts in our transmissions, a distress signal &#8221; heißt es in den Liner Notes, und natürlich muss man in der von allerhand Störgeräuschen begleiteten Radioübertragung daran denken. &#8220;A Certain Sense&#8221; lässt sein geheimnisvolles Soundmaterial tremolieren und zittern, doch dann bringt ein dezenter Takt Bewegung in die eher sanfte Szenerie, und eine angenehme Melodie (eine Stimme? Eine Gitarre?) setzt dem Ganzen die Krone auf. Vor diesem Hintergrund erscheint die wiedereinsetzende knarrige Rezitation wie von einer geisterhaften Aufnahme zu stammen, die jemand irgendwo an einem verlassenen Künstenstreifen gefunden hat.</p>
<p>Metallophonische Soundtupfer, vibrierende Synthies, wellenförmig wiederkehrende Avantgardetitate aus besseren Zeiten, später so etwas wie die ausladend gestrichenen Saiten eines Cellos oder Kontrabasses – all dies macht aus &#8220;The Old Dream&#8221; einen verträumten Tanz in Zeitlupe. Das Stück wirkt wie ein retardierendes Moment in einer klassischen Tragödie, bevor sich all die aufgeladene Spannung im Titeltrack zuspitzt und entlädt: Aggressiver grollt hier die Brandung, stürmisch erscheinen die durchaus gefühlvollen Streichersounds, die bedrohlich näher kommen, während es aus allen Richtungen zittert und flirrt. Dass Aufruhr im Anmarsch ist, merkt man immer mehr, es paukt lauter, bis das Stück in etwas beinahe Monumentales kulminiert. Allerlei Stimmen, zum Teil im Chor, meint man zu halluzinieren, doch dann geht alles ganz schnell, die Fata Morgana löst sich auf und nur die Violine und die Brandung bleiben.</p>
<p>Wenn sich im abschließenden kurzen &#8220;The Change&#8221; noch einmal alle Elemente kurz aufzubäumen scheinen, wird klar, dass die Situation nun eine veränderte ist und vor einem anderen Hintergrund stattfindet: Die Schwelle des Shoreline-Ritual ist überschritten und eine neue Zeit beginnt. P.S.: Das Album ist bisher digital erhältlich, gut informierten Quellen zufolge ist aber die Idee eines physischen Tonträgers noch nicht vom Tisch. (U.S.)<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_240610_161554_084.sdocx--></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3444373699/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>WIDOW&#8217;S WEEDS: The Corn Queen</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jun 2023 06:32:25 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/widowsweedsfennycompton.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-35955" title="widowsweedsfennycompton" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/05/widowsweedsfennycompton-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit ihrer &#8220;music from beyond the grave&#8221; die vielleicht nicht beim ersten Hören sofort an Zombies erinnert, sind die aus Grey Malkin und den Daughters of Grief bestehenden Experimentalfolker Widow&#8217;s Weeds ein gutes Beispiel für das, was Alan Trench einmal &#8220;To fuck up tradition&#8221; genannt hat – eine durchaus positiv gemeinte Formulierung für Ansätze, musikalische Traditionen eben nicht museal zu verstehen, sondern ihnen durch unerhörte und unerwartete Interpretationen eine neue <span id="more-35953"></span>Vitalität jenseits eines nur noch nostalgischen Grabes zu geben.</p>
<p>Widow&#8217;s Weeds, die immer offen für Gastbeiträge sind und zuletzt noch Hidden Velvet als weiteres Mitglied anführten, verknüpfen traditionell überliefertes wie auch daran angelehntes eigenes Songmaterial mit einer Elektronik, die durchaus &#8220;groovig&#8221; trippelnde Züge annehmen kann und in ihren abstrahierteren Momenten das Songformat immer wieder sprengen. Ein interessantes Merkmal dabei ist, dass all dies nie auf Kosten einer durchaus lieblichen Sanftheit geht.</p>
<p>Eigens geschriebene Songs und <a title="WIDOW’S WEEDS: Long Lankin" href="http://africanpaper.com/2021/08/20/widows-weeds-long-lankin/">Traditionals wie &#8220;Long Lankin&#8221; oder &#8220;Barbara Allen&#8221; </a>scheinen bei Widow&#8217;s Weeds einen ähnlichen Stellenwert zu haben, und so ist auf ihrer neuen Single (deren limitierte Hardcover-Edition natürlich längst restlos ausverkauft ist) beides zu finden. &#8220;The Corn Queen&#8221;, dessen Titel schon auf den Kontext eines kalendarischen Zyklus, an dessen Endpunkt die Ernte steht, anzuspielen scheint, ist ein ritueller Ambientfolksong von hauchfeiner Schöngeistigkeit: Feierliches Pulsieren bringt strömemde, glitzernde Ambientwelten in Bewegung, eine sanfte weibliche Stimme schwebt trunken im Raum und ist keineswegs verlegen um die passende Melodramatik. Ratternde Perkussion (laut der Credits von Michael Warren) mischt die von entrücktem Bimmeln erfüllte Szenerie für kurze Momente auf, doch am Lauf der Dinge ändert sie nichts, die Besonderheiten des Stücks bewegen sich innerhalb eins paganen Weltverständnisses. Ganz zum Schluss weitet sich die an ein Jugendstilgemälde erinnernde Momentaufnahme des Textes ins Existenzielle und lässt die Bildwelt von Korn und Ernte für wenige Sekunden wie eine Allegorie auf den Weg allen Fleisches erscheinen.</p>
<p>Mit &#8220;Lyke Wake Dirge&#8221; ist auf der zweiten Seite ein sehr alter Folksong vertreten, der in der Vergangenheit immer wieder Musiker inspirierte: Pentangle, Steeleye Span, Alasdair Roberts und viele andere interpretierten ihn bereits und das italienische <a href="http://africanpaper.com/tag/lyke-wake/">New Wave-Projekt Lyke Wake</a> verdankt ihm seinen Namen. Sein Titel bedeutet Totenwache, und inhaltlich geht es &#8211; in einer Weise, die überraschend an das tibetische Bardo Tödrol erinnert &#8211; um den Weg, den ein Verstorbener auf dem Weg zum Purgatorium zurücklegt. Widow&#8217;s Weeds&#8217; Version sprudelt geradezu über an Details: Verrauschtes Glissando bahnt den Weg für surrende Saiten, schrille Hochtöner und dunkles Rumoren, Streicher schwingen sich empor, und hoch oben im Wind schwebt auch wieder die Stimme. Es ist ihre berührende und gleichzeitig hypnotisierende Gesangsmelodie, die im Zentrum steht, wenn nach etwa einer Minute der &#8220;eigentliche&#8221; Song beginnt, der wie ein fantastischer Wiedergänger seiner selbst scheint.</p>
<p>Die Musik von Widow&#8217;s Weeds ist selbst so ein fantastischer Wiedergänger einer Tradition, die dabei ist, sich immer wieder zu transformieren, und hier tut sie es in einer sehr vitalen Art. Welche Entwicklungen daraus noch entstehen können, mag in den Sternen stehen, aber es bleibt zu hoffen, dass die Band babei noch lange ein Wort mitzureden hat. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="Fenny Compton">Fenny Compton</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2212881775/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>THE BLACK SWAN TRIAD: Maelstrom</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jun 2023 03:44:14 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/maelstrom.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-35979" title="maelstrom" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2023/06/maelstrom-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>The Black Swan Triad, die gemeinsame Band von Grey Malkin, Peter Verwimp und mittlerweile fast einer Handvoll weiterer Musiker, ist wahrscheinlich eine der vielgestaltigsten und reichhaltigsten Gruppen, die den derzeitige Folk- und Ritualkosmos beschallen und schon daher in ihrem Wesen nur bedingt zu begreifen. Ganz allgemein könnte man sagen, dass die Band, <a title="THE BLACK SWAN TRIAD: Symbiosis" href="http://africanpaper.com/2021/10/02/the-black-swan-triad-symbiosis/">deren Debüt ich als &#8220;eine furiose Feier der Elemente und der Sinnlichkeit&#8221; bezeichnet habe</a> und <span id="more-35977"></span>deren Musik zwischen dunkler, leicht abstrahierter Folksmusik, neoklassisch angehauchten Ambientklängen und tribaler Ekstatik changiert, immer an Formen der Veränderung und Transformation, am Verknüfen von unterschiedlichen Dingen und am Aufbrechen des vermeintlich Homogenen interessiert ist.</p>
<p>Ihr erstes Album trug den Titel &#8220;Symbiosis&#8221;, für dieses Jahr sind zwei neue namens &#8220;Maelstrom&#8221; und &#8220;Metamorphosis&#8221; geplant, ihre Titel verweisen darauf, das nichts bleibt, wie es ist, was man durchaus auch in der Musik der Gruppe wiederfinden kann, denn ihre Formen sind &#8211; trotz einer deutlichen Ästhetik des Schönen, die sich u.a. in den Gesangspassagen Menaleahs zeigt &#8211; so veränderlich wie Landschaften aus Treibsand. &#8220;Maelstrom&#8221; ist gerade erschienen, das Album wurde vor einigen Monaten bereits <a title="THE BLACK SWAN TRIAD: Sunrise / Enchantment 7″" href="http://africanpaper.com/2022/10/29/the-black-swan-triad-sunrise-enchantment-7/">durch eine Single</a> angekündigt, der darauf enthaltene Track &#8220;Sunrise&#8221; eröffnet in einer anderen Version auch hier den schwindelerregenden Reigen &#8211; eine Version, deren sanfter Folksopran und deren glitzernde Schwebekosmik einen aber ebensosehr auf einem fliegenden Teppich durch den Raum tragen.</p>
<p>Das darauf folgende &#8220;Eiris&#8221; bricht krachend los, transportiert den Wohlklang des Openers aber konstant weiter &#8211; allerdings um ihn in einen Strudel aus intensiven Emotionen und Motiven zu schmeißen: Vom Wind verwehter Gesang dessen folkige Ausrichtung (zumindest mich) immer ein wenig an Strawberry Switchblade erinnert, dringt aus verschiedenen Richtungen ins Zentrum des Geschehens, es klingelt und rauscht und alles scheint wie aus einer anderen Dimension zu uns zu dringen, eine röhrende Gitarre kündigt schon etwas an, das über den sanften Wohlklang hinausgeht, leicht krachendes Klirren pflichtet dem bei, doch zunächst bleibt alles – die Vocals, das mediterran anmutende Gitarrenpicking– im sanften Schwebezustand. Dann wird man durch perkussives Pochen aufgeschreckt, doch schon bald wird dies durch Stimmsamples, die seltsames Lachen enthalten, abgelöst, später erschallt Regen und ein bellender Hund feixt um die Ecke. Wo ist man hier, und wo geht die Reise hin? Kommt man aus diesem bisweilen an elektronische Avantgarde und Popol Vuh erinnernden Labyrinth je heraus? Man bleibt da lange im Ungewissen, doch eines ist sicher, nämlich dass man hier an diesem unbestimmten Ort intensive Erfahrungen macht. Das folgende &#8220;Gaia&#8221; ist ähnlich gestrickt, aber offenbart ein krasseres, furchteinflößenderes Setting und Szenario. Animalisches Geträller, prasselnder Regen, Rumpeln und Zisseln überall und eine ethnolastige Atmosphäre, deren Rauschen und Rasseln und Growlen und an indigene Tänze erinnernde Arrangements auch auf ein Album von <a title="LILI REFRAIN: Mana" href="http://africanpaper.com/2022/08/20/lili-refrain-mana/">Lili Refrain</a> gepasst hätte (vielleicht wäre eine Kollaboration tatsächlich eine interessante Idee?). Sunset beendet das Album mit mehrstimmigem Gesang, der eine tröstende Feierlichkeit offenbart, und die Zyklik von Sonnenaufgang und -untergang passt ganz gut zur Vielfalt des Albums, denn dieses ist tatsächlich so ereignisreich wie ein ganzer Tag.</p>
<p>Viele Projekte mit Grey Malkin haben einen vorchristlich-paganen Grundtenor, der sich &#8211; soviel nebenbei &#8211; erfreulich von der biederbräßigen Betulichkeit so mancher Neofolker abhebt. Das kann dann aber immer noch vieles bedeuten. Bei Widow&#8217;s Weeds steht m. E. der Zyklus der Natur im Zentrum, der hier lediglich den Rahmen bildet, in welchem die Entgrenzung stattfindet, wie sie in der griechischen Tragödie angestrebt wurde (und die hatte, wie es ein walrossbärtiger Pastorensohn lehrte, ja auch ihre Geburt im Geiste der Musik). Vielleicht sind es ja tatsächlich Dionysos und Apoll, die sich hier zusammen in den Maelstrom stürzen und dort ihren immerwährenden Kampf ausfechten. (U.S.)<!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_230602_145621_413.sdocx--></p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.reverbworship.com/">Reverb Worship</a></strong></p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=110024304/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>THE BLACK SWAN TRIAD: Sunrise / Enchantment 7&#8243;</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2022 03:32:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vor etwas über einem Jahr erschien die damals als Quartett auftretende Band The Black Swan Triad auf der Bildfläche folkiger Rituslmusik und überraschte mit einer opulenten Feier der Elemente, die den Albumtitel &#8220;Symbiosis&#8221; trug und von der es hier hieß &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/10/29/the-black-swan-triad-sunrise-enchantment-7/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/fotor_1666859716741.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-31953" title="fotor_1666859716741" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/10/fotor_1666859716741-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Vor etwas über einem Jahr erschien die damals als Quartett auftretende Band The Black Swan Triad auf der Bildfläche folkiger Rituslmusik und überraschte mit einer opulenten Feier der Elemente, die den Albumtitel &#8220;Symbiosis&#8221; trug und von der es hier hieß &#8220;Wer ein Faible für Naturgewalten hat und Platten von Dead Can Dance, Hybryds und Mother Destruction zugleich im Regal stehen hat, sollte sich diese Kollaboration nicht entgehen lassen&#8221;.<span id="more-31951"></span></p>
<p>Zuverlässigen Informationen zufolge hat die aus Grey Malkin, Peter “Ashtoreth” Verwimp und den Norwegern Menalaeh und Vinlandsraud bestehende Combo, zu der mittlerweile noch der Perkussionist Steve Hermit und Stratosphere zählen, bereits einen Nachfolger eingespielt, der lediglich auf seinen Feinschliff wartet. Einen ersten Eindruck von dem, was in der Triade derzeit passiert, kann man sich auf der neuen Single, die bald als LC-7&#8243; und digital erscheinen wird, verschaffen, denn die enthält zwei Stücke aus den neuen Sessions.</p>
<p>Eine gewisse Veränderung ist schon im ersten Track &#8220;Sunrise&#8221; zu spüren, denn der weltmusikalisch unterfütterten Tribalismus des Debüts wirkt hier eher im Hintergrund eines märchenhaften Wohlklangs, der nicht wenig an die ambienteren Momente in Malkins anderer Band Meadowsilver erinnert. Die sanft säuselnde Stimme einer Sängerin lässt sich zunächst gehaucht, schon bald sirenenhaft, von leichten Handdrums und ambienter Glitzerelektronik wie auf einem fliegenden Teppich durch den Raum tragen.</p>
<p>Was ihr anmutiger Folksopran offenbart, bringt die zwiespältige, wehmütig eingefärbte Freude jeder ehrlichen Hoffnung auf den Punkt: Ein neuer Sonnenaufgang kündet sich an, während vergnügte Vögel singen. Doch all dies, der neue Tag, der Aufbruch ins neue Leben, liegt noch hinter dem Horizont und in weiter Ferne, ist noch unsichtbar für das der gegenwärtigen Realität verpflichtete Auge. Es geht um das Licht am Ende des Tunnels und im Zentrum des Plattencovers. Irgendwann tauchen männliche Stimmen aus den Ambientwellen empor und pflichten der Sängerin bei. Wie jede ferne Heterotopie ähnelt auch diese beinahe einer Utopie, aber letztlich gibt die Mollastigkeit der kraftvollen Klanglandschaft nur die Ernsthaftigkeit, die ihr gebührt.</p>
<p>Um einiges obskurer, enigmatischer und den dunkleren Seiten des Okkulten verpflichtet erweist sich der zweite Track &#8220;Enchantment&#8221;. Weniger schöngeistig vielleicht, aber umso beschwörender wirkt hier die vor rituellem Bimmeln und Rasseln vollzogene Magie des Zusammenspiels weiblicher und männlicher Stimmbeiträge, die um Begriffe wie &#8220;no escape&#8221; kreisen, die immer wieder bewusst ins Stocken geraten und eine immense Spannung entstehen lassen.</p>
<p>Am Ende der zeremoniellen Erfahrung bleibt mehr als nur die Vorfreude auf ein kommendes Album, das, wenn es nur annähernd in Richtung der beiden Songs geht, einiges verheißt. (U.S.)</p>
<p><strong>Label: <a href="https://www.reverbworship.com/">Reverb Worship</a></strong><!--/data/user/0/com.samsung.android.app.notes/files/clipdata/clipdata_bodytext_221027_103034_551.sdocx--></p>
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		<title>Meadowsilver: Neue Singles und Album</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Mar 2022 06:48:33 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die schottischen Psychfolker Meadowsilver bringen in einigen Wochen ihr zweites Album, schlicht betitelt &#8220;II&#8221;, heraus. Voran gehen dem 9 Songs enthaltenden Werk zwei digitale One Track-Singles, deren erste &#8220;Beneath the Hunter&#8217;s Moon&#8221; schon in den nächsten Tagen über Bandcamp erhältlich &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2022/03/03/meadowsilver-neue-singles-und-album/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die schottischen Psychfolker Meadowsilver bringen in einigen Wochen ihr zweites Album, schlicht betitelt &#8220;II&#8221;, heraus. Voran gehen dem 9 Songs enthaltenden Werk zwei digitale One Track-Singles, deren erste &#8220;Beneath the Hunter&#8217;s Moon&#8221; schon in den nächsten Tagen über Bandcamp erhältlich sein wird. <a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/03/beneathahuntersmoon.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-28865" title="beneathahuntersmoon" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2022/03/beneathahuntersmoon.jpg" alt="" width="1400" height="1400" /></a><span id="more-28864"></span></p>
<p>Der Song aus der Feder von Gayle Brogan führt den ebenso romantisch wie psychedelisch anmutenden Folkrock des Trios weiter und überzeugt mit geisterhaft-entrücken Gesangspassagen, getragenen Drumparts und melodischen E-Gitarren. Meadowsilver ist eine Art Supergroup und besteht neben Gayle Brogan (Pefkin, Burd Ellen) aus Grey Malkin (The Hare and the Moon, Widow&#8217;s Weeds, Embertides) und Stephen Stannard (The Rowan Amber Mill, Rowan:Morrison). Ihr <a href="http://africanpaper.com/2020/10/12/meadowsilver-mit-expanded-edition-ihres-debuts/">gleichnamiges Debüt </a>erschien 2019. Das Album und die Vorab-Singles werden über Malkins Bandcamp-Seite erhältlich sein.</p>
<p><a href="https://thehareandthemoon.bandcamp.com/"><strong>@ Bandcamp</strong></a></p>
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		<title>WIDOW&#8217;S WEEDS: Long Lankin</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2021 05:39:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das aus den Daughters of Grieve, Grey Malkin und Hidden Velvet bestehende Kollektiv Widow&#8217;s Weeds macht eine seinerzeit bei Future Grave und Reverb Worship erschienene Single inklusive Bonusmaterial online zugänglich. Die ursprüngliche Lathe Cut-7&#8243; enthielt Interpretationen zu den beiden Balladen &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/08/20/widows-weeds-long-lankin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/08/ww.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-26438" title="ww" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/08/ww-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Das aus den Daughters of Grieve, Grey Malkin und Hidden Velvet bestehende Kollektiv Widow&#8217;s Weeds macht eine seinerzeit bei Future Grave und Reverb Worship erschienene Single inklusive Bonusmaterial online zugänglich. Die ursprüngliche Lathe Cut-7&#8243; enthielt Interpretationen zu den beiden Balladen &#8220;Long Lankin&#8221; und &#8220;Barbara Allen&#8221; &#8211; zweier düsterer Songs, deren Entstehungsgeschichte mindestens ins 17. Jahrhundert zurückreicht und v.a. in Schottland und dem Norden Englands populär waren. <span id="more-26437"></span></p>
<p>&#8220;Long Lankin&#8221;, in einer der zahlreichen Versionen auch als &#8220;Cruel Lincoln&#8221; bekannt, ist eine typische Murder Ballad und erzählt die Geschichte eines gespenstischen Unholdes, der vermutlich aus Rachegründen Frau und Kind eines Widersachers tötet, umgesetzt wurde es im 20. Jahrhundert u.a. von Steeleye Span, Fire+Ice, Martyn Bates und nicht zuletzt von Shirley Collins auf &#8220;Lodestar&#8221;. &#8220;Barbara Allen&#8221;, ein nicht weniger bekanntes Stück, erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die die Liebe eines Sterbenden zurückwies und wenig später von Reue geplagt ebenfalls das Zeitliche segnete. Die Widow&#8217;s Weeds-Interpretationen verknüpfen gekonnt folkige und moderne Elemente, in &#8220;Long Lankin&#8221; bildet sanfter Gesang in bester britischer Tradition mit einem hypnotischen, keinesfalls spannungsfreien elektronischen Rhythmus, den Neofolker wohl mit Triphop assoziieren würden, ein surreales Tableau. &#8220;Barbara Allen&#8221;, das Flötenklänge von Küchenzyniker Alan Davidson enthält, folgt einem eher cinematischen Weg und trägt gerade in seinen wuchtigeren Passagen die deutliche Signatur Malkins.</p>
<p>Neben diesen Tracks der ursprünglichen Single enthält die Wiederveröffentlichung zwei weitere Songs, die bislang auf CDr-Compilations des A Year in the Country-Labels enthalten waren und diesmal aus eigener Feder stammen. &#8220;Gilmerton Cove&#8221; erschien im vorigen Jahr auf dem Sampler &#8220;The Layering (Dawn Light Edition)&#8221;. Verträumte und zugleich eine subtile Spannung transportierende Celloparts von Caedmons Ken Patterson rollen einen sanften Teppich aus, in dem sich irgendwann fast unbemerkt der smoothe Folksopran mischt und zusammen mit wehmütigen Geigen schöne Ormanente webt. Verschiedene kleine Sounddetails sorgen mit dafür, dass das Strück weit entfernt von jeder Gefälligkeit sein mysteriöses Dasein fristet.</p>
<p>&#8220;Celluloid Ghosts&#8221;, ebenfalls 2020 erschienen auf der CDr &#8220;The Quietened Dream Palace (Dawn Light Edition)&#8221; repräsentiert wieder die mypnotische Seite der Band und verknüpft kühle Takte mit einer entrückter Ambient-Melange aus orchestralen Synthies und dem somnambulen Gesang von Anouk de Groot &#8211; das hätte in einen aus der Totale gefilmten Roadmovie ebenso gepasst wie in das Set eines düsteren Tanzabends vor fünfundzwanzig Jahren. Das ist zumindest insofern ein gutes Stichwort, dass Widow&#8217;s Weeds wie alle Unterfangen Malkins im experimentellen Folk unserer Tage eine Sonderstellung einnehmen. Absolut empfehlenswert! (U.S.)</p>
<p><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4136259343/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" width="320" height="240"></iframe></p>
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		<title>A Sense Of Unease Or Of Something Haunted. Ein Interview mit Grey Malkin</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2021 05:25:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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		<category><![CDATA[The Black Swan Triad]]></category>
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		<category><![CDATA[Widow's Weeds]]></category>

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		<description><![CDATA[Etwas mehr als vier Jahre ist es nun her, dass die schottischen The Hare And The Moon das Ende ihrer Aktivitäten bekanntgaben. Wäre es danach wirklich still geblieben um deren Gründer Grey Malkin, würde man sich heute wahrscheinlich an sie &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/05/08/a-sense-of-unease-or-of-something-haunted-ein-interview-mit-grey-malkin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20190317_090809_1831.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-25322" title="IMG_20190317_090809_183" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20190317_090809_1831-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Etwas mehr als vier Jahre ist es nun her, dass die schottischen The Hare And The Moon das Ende ihrer Aktivitäten bekanntgaben. Wäre es danach wirklich still geblieben um deren Gründer Grey Malkin, würde man sich heute wahrscheinlich an sie erinnern wie an einen langsam verblassenden surrealen Traum und sich fragen, ob es sie je wirklich gab. Die Obskurität der Mitglieder, die niemals ihre Namen und Gesichter preisgaben, vor allem aber die ebenso<span id="more-25295"></span> ungreifbare Musik, deren Mixtur als Filmscores, dunklem Ritualismus und den unheimlichen Seiten britischer Folk-Traditionen, trugen ihren Teil zu dem geheimnisvollen Image der Gruppe bei, die bei all dem nie prätentiös auftrat. Dass Grey Malkin, der nach der alten Bezeichnung für eine Katze zunächst ein Album und irgendwann auch sich selbst benannte, immer noch einiges mitzuteilen hatte, erkannten auch seine Freunde, und so kam auch auf Drängen anderer sein eigenes Projekt ins Rollen, das v.a. durch Kollaborationen (mit Trappist Afterland, Astoreth und Kitchen Cynics) und als Teil neuer Bands (Embertides, Meadowsilver, Widow&#8217;s Weeds, The Black Swan Triad) von sich reden machte. Malkins hat in seiner Musik stets die einmal von Alan Trench geäußerte Forderung &#8220;to fuck up tradition&#8221; ganz selbstverständlich beherzigt und dabei vieles vorweggenommen, was andere später als Folk Horror oder Hautology propagieren sollten. Dass seine eigenen Interessen weit über all dies hinausgehen, zeigt u.a. <a href="http://active-listener.blogspot.com/2012/04/desert-island-discs-selected-by-hare.html">diese Musikauswahl</a>, seine zahlreichen Referenzen wären Stoff für ein ganzes Buch. Über all dies und mehr sprachen wir in unserem neuen Interview.</strong></p>
<p><a title="A Sense Of Unease Or Of Something Haunted. An Interview with Grey Malkin" href="http://africanpaper.com/2021/05/08/a-sense-of-unease-or-of-something-haunted-an-interview-with-grey-malkin/"><strong>English Version</strong></a></p>
<p><em><strong>Als du vor über zehn Jahren deine Band The Hare And The Moon gegründet hattest, warst du schon schon lange Musik-Enthusiast, und soweit wir wissen, umfasste dein Geschmack Metal, elektronische Musik, Folk und wahrscheinlich noch viel mehr. Welche Impulse brachten dich dazu, die cinematischen Folk-Soundscapes aufzunehmen, für die du bekannt bist?</strong></em></p>
<p>Ich denke, es war eine Mischung aus persönlichen Vorlieben und der völligen Unfähigkeit, eines meiner Instrumente richtig zu spielen. Was Ersteres betrifft, so denke ich, dass die Jahre, in denen ich Künstler wie Swans, Coil und Popol Vuh gehört habe, mich sicherlich in Richtung einer eher cineastischen oder filmischen Ausrichtung gelenkt haben, oder mir eine Tendenz eingeflößt haben, das zu bevorzugen, was man als Stimmungsstücke beschreiben könnte. Ich bevorzuge die Atmosphäre oder das Erzeugen eines akustischen Sinns oder Gefühls, statt irgendwelcher Vorstellungen von Virtuosität oder einem schnörkeligen, aufwändigen Spiel. Das ist für mich unendlich viel interessanter. Die Tatsache, dass ich auch nach all den Jahren nicht richtig Gitarre, Mandoline oder Keyboard spielen kann, hat dazu geführt, dass ich mir genau überlegen muss, wie ich einen Track aufbaue und schichte, anstatt direkt musikalisch zu sein. Ansonsten, und das ist nichts unbedingt Schlechtes, würde sich wahrscheinlich alles nach Judas Priest anhören.</p>
<p><em><strong>Würdest du sagen, dass es damals eine gewisse (stilistische oder atmosphärische) Lücke zu füllen gab?</strong></em></p>
<p>Es ging mir nicht wirklich darum, irgendeinen Raum oder eine Lücke zu füllen, ich wollte einfach meine Einflüsse zusammenbringen, sei es Film, Musik oder Literatur; auch hier war ich aufgrund meiner sehr begrenzten Fähigkeiten in meinen Klangmöglichkeiten eingeschränkt. Das allererste The Hare &amp; The Moon-Album ist fast trocken und in einem Kanal direkt auf Band aufgenommen worden, ich hatte keine Ahnung von Effekten oder richtigem Abmischen, geschweige denn von Mastering oder irgendetwas von dieser &#8216;professionellen&#8217; Herangehensweise! Deshalb ist es seltsam und (ich hoffe, liebenswert) schräg, und die meisten Songs enden, wenn meine Arme zu wund sind, um weiterzuspielen. Es gab kein Streben danach, &#8220;Folk-Horror&#8221; zu sein, ein Begriff, der damals noch nicht so weit verbreitet war wie heute, obwohl ich stark von Dingen wie The Wicker Man, Acid-Folk aus den 1960er und 70er Jahren und Folklore beeinflusst war; das sind die Elemente, die einen starken Einfluss darauf hatten, wie die Musik zusammenkam und klang.</p>
<p><em><strong>Schottland war in den letzten Jahrzehnten ein echtes Zentrum für innovative Folkmusik, und obwohl es schon immer internationale Verbindungen gab, sind die schottischen Musiktraditionen in unseren Breiten gar nicht so bekannt. Inwieweit haben die lokalen Musiktraditionen deine eigenen Interessen geprägt?</strong></em></p>
<p>Es tut mir weh, das zu sagen, aber es ist fast etwas, wogegen man rebellieren oder vorgehen sollte. Schottischer Folk (ohne gälische Lieder oder Psalmen) kann schrecklich überzuckert und kurzlebig sein und innerhalb bestimmter, sehr zahmer Konventionen entstehen &#8211; also oft sehr konservative Kost. Was ein Wunder ist, wenn man bedenkt, wie viele traditionelle schottische Balladen sich mit Themen wie dem Übernatürlichen, Mord und jenseitigen Angelegenheiten befassen. Es hat auch etwas von einer Musiktradition, virtuos oder technisch versiert auf seinem Instrument zu sein, was mich überhaupt nicht interessiert. Es gibt Ausnahmen, wie Alasdair Roberts oder Burd Ellen, und natürlich The Incredible String Band, aber meistens ist es sehr mittelmäßig. Ein schottischer Musiker, der mich viel mehr beeinflusst hat, ist Michael Begg von Human Greed/Fovea Hex, dessen Soundscapes, experimentelle elektronische Stücke und Kammermusik für mich viel mehr von der schottischen Landschaft erzählen als viele heutige Folkbands.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20190406_155957_1771.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25324" title="IMG_20190406_155957_177" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20190406_155957_1771.jpg" alt="" width="1080" height="965" /></a></p>
<p><em><strong>Inwieweit hat der Name, unter dem du spielst, etwas mit “The Scottish Play“ zu tun?</strong></em></p>
<p>Eigentlich nicht sehr viel, obwohl es ein schönes Stück ist! Ich brauchte einen Namen, als ich mich vor vielen Jahren in die sozialen Medien wagte, also nahm ich den Titel des zweiten Albums von The Hare &amp; The Moon, ohne wirklich zu denken, dass ich ihn einmal als Pseudonym verwenden würde. Heute versuche ich, soziale Medien nach Möglichkeit zu vermeiden, aber viele Leute nennen mich jetzt Grey und kennen mich so, also ist es geblieben. Hexerei ist auch ein Interesse von mir, also passt es dazu. Vor einiger Zeit gab es eine Verwechslung und jemand dachte, ich hieße eigentlich Graham Malkin, was für einigen Spaß sorgte. Ich antworte generell auf die meisten Dinge.</p>
<p><em><strong>Bis heute hat deine Musik einen gewissen Collagen-Aspekt, der sehr zu deiner Herangehensweise als Studiomusiker statt als Live-Act passt. Beides ist nichts, was die meisten Leute mit folkig inspirierter Musik in Verbindung bringen würden. Gab es Musiker, die dich zu dieser Art zu arbeiten inspiriert haben?</strong></em></p>
<p>Ich denke, Collage ist ein wirklich guter Begriff, er beschreibt gut, wie ich Stücke im Studio zusammensetze und versuche, die beste Passform und Kombination zu finden, um eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen oder aufrechtzuerhalten. Ich denke, ich habe mich wahrscheinlich stark von Nurse With Wound inspirieren lassen (obwohl meine Musik nicht wirklich ähnlich klingt, außer vielleicht einige meiner Arbeiten mit So There oder Michael Warren) und seinem dadaistischen Ansatz, Klangelemente zu konstruieren und zu mischen, um eine Art unheimliche Stimmung zu erzeugen. Die Arbeit von Coil, sowie die Soundtrack-Arbeit von Luboš Fišer (der die Titelmusik zu &#8216;Valerie And Her Week of Wonders&#8217; aufgenommen hat), The BBC Radiophonic Workshop, The Art Bears, Tangerine Dream, Syd Barrett, Kate Bush, Einstürzende Neubauten &#8211; ich bin mir sicher, dass sie alle ihren Weg hierher gefunden haben, im Sinne von Stücken, die keine konventionellen Wege gehen müssen und in denen disparate Elemente und Genres nebeneinander stehen. Unterschiedliche Klänge oder Aspekte, die nicht unbedingt zusammenpassen sollten, können ein angenehmes Unbehagen erzeugen. Mehr im Studio zu arbeiten und einige oder alle Instrumente auf einigen Aufnahmen zu spielen und dann zu mischen und zu produzieren, ist etwas, das ich bei anderen Künstlern wie Foetus oder Steven Stapleton beobachtet und bewundert habe. Es kann meinen inneren Kontrollfreak ansprechen, mich einfach auf mich selbst zu verlassen und zu versuchen, den Sound in meinem Kopf so nah wie möglich an den Sound auf dem Band zu bekommen. Obwohl mich das oft halb verrückt macht.</p>
<p><em><strong>Du hast fast zehn Jahre lang mit The Hare And The Moon gespielt, bis du dieses Kapitel vor ein paar Jahren beendet hattest. Gab es einen musikalischen oder persönlichen Wendepunkt, der dich dazu brachte, dich auf dein Soloprojekt und andere Kollaborationen zu konzentrieren?</strong></em></p>
<p>Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Nase voll und war an einem sehr dunklen Ort mit mir selbst, aus dem ich beinahe nicht herausgekommen wäre oder den ich nicht überlebt hätte. Dinge mussten weggefegt werden, sowohl um überhaupt in Erwägung zu ziehen, mit der Musik weiterzumachen (was ich nicht mehr vorhatte), als auch um zu leben oder als Mensch zu funktionieren. Das klingt sehr melodramatisch, aber es ist wahr. Außerdem wurde die Idee, noch mehr von The Wicker Man inspirierte Folkmusik aufzunehmen, aufgesetzt und vorhersehbar, weshalb ich die Chance ergriff, das letzte The Hare &amp; The Moon-Album mit Sourdeline aufzunehmen, einer französischen Acid-Folk-Band, die in den 1970er Jahren begann und deren Alben ich liebe. Unsere gemeinsame Veröffentlichung war komplett auf Französisch gesungen und es ist zweifellos eines meiner eigenen Lieblingsalben. Danach hatte ich, wie schon erwähnt, keinen Enthusiasmus und keine Pläne, jemals wieder etwas aufzunehmen, aber eine Einladung von Peter von Ashtoreth führte dazu, dass ich mit ihm das &#8220;Pilgrim&#8221;-Album aufnahm, was eine große Freude war, und auch der Beginn einer geschätzten Freundschaft. Andere neue Projekte folgten, mit anderen Freunden, wie Kitchen Cynics und Trappist Afterland. Jedes fühlt sich spürbar anders an und ermöglicht einzigartige Arbeits- und Kreativitätsweisen, sei es mehr songorientiert mit Alan (Kitchen Cynics), Adam (Trappist Afterland) oder Daughters of Grief (Widow&#8217;s Weeds) oder mehr ambient oder experimentell mit Peter (Ashtoreth) und David Colohan (Embertides).<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20210213_123115_4581.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25325" title="IMG_20210213_123115_458" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20210213_123115_4581.jpg" alt="" width="1980" height="1980" /></a></p>
<p><em><strong>Mittlerweile hast du eine komplette Albumtrilogie plus ein Remix-Album zusammen mit dem belgischen Drone-Musiker Ashroteth aufgenommen, die sich thematisch den (meist religiösen) Typen des Pilgers, des Einsiedlers und des Ketzers widmet. Wie kam euer Interesse an diesen Themen zustande?</strong></em></p>
<p>Das sind drei der Alben, an denen ich am liebsten gearbeitet habe (es gibt zwei Remix-Alben, jeweils eines für &#8216;Pilgrim&#8217; und &#8216;Hermit&#8217;, letzteres ist auf Bandcamp, wobei alle Erlöse an SARI, Stand Up To Racism And Inequality, gehen). Meiner Meinung nach (und Peter wird seine eigenen Assoziationen haben) beschreiben diese drei Archetypen unterschiedliche Geisteszustände: Einsamkeit oder das Alleinsein in der Natur; Introvertiertheit und Störung von Stimmung und Geist; und schließlich das Externe und Kollektive, eine Verbindung mit dem Universum und dem Leben selbst.</p>
<p><strong><em>War die Reihe von Anfang an als Trilogie geplant?</em></strong></p>
<p>Ich glaube, die Idee zur Trilogie entstand während der Aufnahmen zum zweiten Album. Wir hatten eine Arbeitsweise gefunden, die sich erweitern und in ein Projekt dieser Länge und Dauer kanalisieren ließ. Wir arbeiten unglaublich gut zusammen, fast intuitiv, und die Stücke können schnell zustandekommen oder mit der gleichen Begeisterung über die Zeit wachsen. Dass wir mit der Idee angefangen haben, einen Song zusammen zu machen, und dass daraus ein so umfangreiches und ausgedehntes Projekt geworden ist, ist ein Beweis dafür, was für ein kreativer und aufgeschlossener Mensch Peter ist, ich liebe alles, was er veröffentlicht und sich ausdenkt. Wir sind musikalisch auf der gleichen Wellenlänge und müssen uns oft nicht gegenseitig erklären oder beschreiben, was wir mit einem Song erreichen wollen; wir kommen ohne Worte an den gleichen Ort.</p>
<p><em><strong>Würden Sie sagen, dass ein Musiker oder jede Art von kreativer Person in gewisser Weise ein Pilger, ein Einsiedler und ein Häretiker sein muss, um etwas Einzigartiges zu schaffen? Wenn ja, welches der drei Modelle, denkst du, passt am besten zu dir?</strong></em></p>
<p>Ich würde nicht für andere sprechen wollen, aber ich tendiere definitiv zum Einsiedler. Ich bin oft am glücklichsten in meiner eigenen Gesellschaft, oder wenn ich alleine im Wald oder an der Küste spazieren gehe. Ich finde das Zusammensein mit Menschen sowohl anstrengend als auch auslaugend, obwohl es auch inspirierend und energetisierend sein kann, wenn ich eine gleichgesinnte Seele finde. In der Edwardianischen Zeit war es in Mode, einen Einsiedler zu engagieren, der auf dem Gelände deines Herrenhauses saß und mit dem du dich über Probleme unterhalten konntest, die dich beschäftigten. Wenn jemand eine gemütliche Höhle oder Grotte hat und einen schmuddeligen Einsiedler sucht, der zu ihm passt, kann er sich gerne melden. Ich nehme die Bezahlung in Rotwein und Chips an.</p>
<p><em><strong>Wenn &#8220;Pilgrim&#8221;, &#8220;Eremit&#8221; und &#8220;Heretic&#8221; Filme wären, wer könnte deiner Meinung nach Regie führen?</strong></em></p>
<p>Das ist eine wirklich interessante Frage. Ich würde auf jeden Fall Werner Herzog nominieren, für seine nüchterne und doch wertschätzende Darstellung der menschlichen Absurditäten und für seinen Respekt vor der Natur als unnachgiebige, unwandelbare Kraft. Ich kann mir keine seiner Arbeiten nennen, die ich nicht bewundere, egal ob es sich um seine Dokumentar- oder Spielfilme handelt; &#8220;Aguirre&#8221;, &#8220;Nosferatu&#8221;, &#8220;Das Rätsel des Kasper Hauser&#8221; (im Original <em>Jeder für sich und Gott gegen Alle</em>) und &#8220;Herz aus Glas&#8221; zählen zu meinen absoluten Favoriten. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich bei einem der drei Filme David Lynch als Regisseur engagieren, Herzog aber als Sprecher behalten. Können Sie sich das vorstellen? Wer noch? Tarkowski, obwohl die Filme sicher ewig daurn würden.</p>
<p><em><strong>Kannst du dich mit Algernon Blackwoods Aussage über die Risiken der Imagination identifizieren, die einen an schreckliche Orte führen kann und eine &#8220;vernünftige Herrschaft&#8221; erfordert? Ist dir das Gefühl, zu tief in die Phantasie einzutauchen, vertraut?</strong></em></p>
<p>Das Gefühl, zu tief einzutauchen (oder zu versinken), ist nur allzu vertraut. Es stimmt schon: The Mind Is a Terrible Thing to Taste.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20181029_162717_4721.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25326" title="IMG_20181029_162717_472" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20181029_162717_4721.jpg" alt="" width="1536" height="1920" /></a></p>
<p><em><strong>Auf &#8220;Heretic&#8221; finden sich Zitate von Blackwood und LeFanu, auf &#8220;Revenant&#8221; von Hodgson und Machen, auf &#8220;Hermit&#8221; von Robert Aickman. Du hast bereits über deine Liebe zur Weird Fiction geschrieben. Was kann diese Art von Literatur ausdrücken? Was sind deine Lieblingsautoren?</strong></em></p>
<p>Für mich selbst können Autoren wie Aickman und Machen eine Seite der Existenz und des Lebens darstellen, die etwas bietet, das sich vom Alltag und von der  Norm untescheidet, eine Seite, von der ich stark spüre, dass sie da ist und real ist. Diese andere Welt ist vielleicht nur außerhalb unseres Blickfeldes, aber sie sitzt neben unserer irdischen Existenz, beobachtet uns und wartet. Diese Autoren bieten die Möglichkeit, in diese andere Welt einzutreten, die Vorstellungskraft zu erweitern und zu glauben und zu wissen, dass solche Dinge existieren, wenn wir sie sehen wollen. Neben den erwähnten Autoren mag ich auch die Werke von M.R. James und H.R. Wakefield, sowie zeitgenössische Autoren wie Alan Garner, aber ich fühle mich besonders zu edwardianischen und viktorianischen Geistergeschichten hingezogen.</p>
<p><em><strong>Gibt es eine von Aickmans “Strange Stories“ die du grne vertonen würdest?</strong></em></p>
<p>Es gibt eine Reihe seiner Geschichten, die ich gerne vertonen würde, aber vor allem &#8220;Ringing The Changes&#8221; aus &#8220;Dark Entries&#8221;; die Geschichte ist zutiefst verstörend und beunruhigend in einer Weise, die noch lange nach der Lektüre anhält, und sie hat auch einige offensichtliche Elemente, die sich für eine musikalische Begleitung eignen würden. Auf die gleiche Weise würde ich gerne eine Art Hintergrundstück oder stimmungsvolle Musik aufnehmen, die die Lesung von Schriften von Machen oder Blackwood begleiten könnte; jede dieser klassischen und zeitlosen Wyrd- oder Spukgeschichten. Es ist etwas, an dem ich zu arbeiten begonnen habe und zu dem ich immer wieder zurückkehre, bis es schließlich das Licht des Tages (oder des Mondes in der Nacht) erblicken wird.</p>
<p><em><strong>Inwieweit ist die neu gegründete Gruppe The Black Swan Triad eine Fortsetzung der Trilogie? Neben Verwimp gibt es auch Beiträge von Menalaeh und Vindlandsraud, zwei relativ obskuren Musikern, die mit dir auf &#8220;Heretic&#8221; gearbeitet haben&#8230;</strong></em></p>
<p>Menalaeh und Vindlandsraud betreiben die exzellente Band Tiloh, und ich lernte sie über Peter während der Aufnahmen zu &#8220;Heretic&#8221; kennen, für die Menalaeh einige wunderschöne Vocals beisteuerte. Wir verstanden uns sehr gut und begannen The Black Swan Triad fast als ein Experiment zur eigenen Unterhaltung, das zu meiner Freude und Überraschung schnell zu einem fertigen Album wurde. Ich würde sagen, dass die Arbeit von Black Swan Triad sich von der Trilogie mit Ashtoreth unterscheidet und ein völlig neues Projekt ist, obwohl es Motive und Stimmungen gibt, die definitiv ähnlich sind. Ich denke, dass diejenigen, die &#8220;Hermit&#8221; etc. genossen haben, hier sicherlich etwas finden werden, das ihnen gefällt.</p>
<p><em><strong>Meinem ersten Eindruck nach ist &#8220;The Black Swan Triad&#8221; eines deiner bisher ekstatischsten rituellen Projekte. Wie würdest du die emotionale Seite des kommenden Albums beschreiben?</strong></em></p>
<p>Es gibt da eine echte Bandbreite; wir haben uns darauf konzentriert, die Elemente der Natur darzustellen, also Feuer, Wasser, Luft, Erde sowie einige andere, eher schattenhafte Aspekte der Existenz. Die Musik soll diese Elemente beschreiben, so ist Wasser zum Beispiel abwechselnd ruhig, dann schnell und drängend, Feuer wütet und Erde hat eine gewisse Kraft und Ausgeglichenheit, ist aber auch, nun ja, erdig! Ich bin wirklich gespannt darauf, dass die Leute hören, was wir geschaffen haben, es fühlt sich wie etwas ganz Besonderes an.</p>
<p><em><strong>Auf der Bandcamp-Seite von The Floating World heißt es: &#8220;2014 beschlossen Neddal Ayad (Gitarren), Grey Malkin (Noise, Drones) und Amanda Votta (Vox, Bari-Gitarre) mit Amanda Votta &amp; The Spectral Light gemeinsam dunklere, lärmigere Songs zu machen als die von The Floating World. Dieser manchmal ruhige, manchmal wütende Tsunami ist das Resultat.&#8221; Gab es einen bestimmten Vorfall, der euch zu dieser lärmigen Musik inspirierte?</strong></em></p>
<p>Ah, das solltet ihr am besten Amanda und Neddal fragen! Die Richtung bestand schon, als ich anfing, meine Parts hinzuzufügen. &#8220;Secrets to the Sea&#8221; ist ein tolles Album, und ich bin sehr stolz darauf, daran beteiligt gewesen zu sein. Es unterscheidet sich sehr von The Floating World, Amandas Projekt, das eine ruhigere und schönere, geheimnisvolle Melancholie hat. Obwohl ich sagen muss, dass ein neues The Floating World-Album auf dem Weg ist, an dem ich zu meiner Freude auch wieder beteiligt bin, und das ein wahres Monster ist. Einige Parts sind purer, brutaler und zugleich schöner Lärm!<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20200910_200955_3211.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25327" title="IMG_20200910_200955_321" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20200910_200955_3211.jpg" alt="" width="1932" height="1932" /></a></p>
<p><em><strong>&#8220;Secrets To The Sea&#8221; wurde gerade digital veröffentlicht. Gibt es Pläne für eine physische Veröffentlichung? Alle Erlöse aus dieser Veröffentlichung werden an die Organisation Butterfly gespendet (die asiatischen und migrantischen Sexarbeiterinnen hilft). Ihr erwähnt ausdrücklich die schrecklichen Anschläge in Georgia. Ich habe ein paar Jahre in Atlanta gelebt und bin oft an einem der Salons vorbeigekommen. Hast du das Gefühl, dass das, was dort passiert ist, eine Kombination aus furchtbarem Rassismus und einer extrem ungesunden Einstellung zur Sexualität ist (nur wenige schienen darüber gesprochen zu haben, als der Hintergrund des Schützen unter die Lupe genommen wurde)?</strong></em></p>
<p>Auch hier wäre jede Veröffentlichung Amandas Entscheidung, obwohl wir darüber gesprochen haben, und physische Editionen sind immer schön. Ich weiß, dass Amanda sehr daran interessiert war, das Album wieder verfügbar zu haben, daher erschien es auf Bandcamp zugunsten von Butterfly. Ich sehe ebenfalls, dass eine fürchterliche Kombination aus Frauenfeindlichkeit und Rassismus an den Angriffen in Georgia zusammenkam, was leider kein Einzelfall in der heutigen Welt ist. Es gibt eine Fülle idiotischer rechter, rassistischer, niederträchtiger Einstellungen und Verhaltensweisen, die von bestimmten Regierungschefs in den USA und Europa/Großbritannien gefördert wurden, die ich absolut verabscheue. Es ist eine widerliche Denkweise, die ich nicht verstehe und auch nicht verstehen möchte.</p>
<p><em><strong>Du bist auch Teil von Meadowsilver, bei denen eine eher ätherische, mittelalterliche Atmosphäre spürbar ist. Was kannst du uns über dieses Projekt erzählen?</strong></em></p>
<p>Ich liebe es, mit Gayle und Stephen in Meadowsilver zu spielen, sie sind beide gute Freunde von mir. Unsere gemeinsame Vorliebe für Psychedelia und Psych-Folk kommt der Musik, die wir machen, sehr zugute. Außerdem gab mir das die perfekte Gelegenheit, die Gitarre wieder einzustöpseln und ein bisschen Krach zu machen, nachdem ich mich eine Zeit lang mehr auf das Keyboard konzentriert hatte. Wir hoffen, einen Nachfolger aufzunehmen, sobald wir dazu in der Lage sind, denn ich glaube, dass etwas Besonderes passiert, wenn wir zusammen aufnehmen. Einige der Traditionen, für die ich mich sehr interessiere, im Rahmen eines schrägen und zugleich traumhaften Folkrock zu dokumentieren, ist schon eine sehr schöne Mischung.</p>
<p><em><strong>Wie wichtig sind Kollaborationen generell für dich?</strong></em></p>
<p>Sehr wichtig, obwohl ich dazu neige, meine Parts isoliert und alleine aufzunehmen, gibt es ein echtes Gefühl der Teamarbeit und des Austauschs von Ideen auf eine Art und Weise, die etwas mehr als die Summe seiner Teile schafft. Im Moment arbeite ich mit Andy Sharp von English Heretic an einer EP, was ein wirklich interessanter Prozess ist. Die Songs basieren auf seltsamen und ungewöhnlichen Orten, die Andy und ich besucht haben, während er in Schottland war. Es ist eine sehr kreative und herausfordernde Art zu arbeiten, die Arbeit mit anderen treibt mich dazu an, in jedem Fall mein Bestes zu geben, auf eine Art und Weise, die ich alleine nicht hätte. Faulenzen ist nicht erlaubt.</p>
<p><em><strong>Wie kam es zu den beiden Kollaborationen mit Adam Cole/Trappist Afterland? Da ihr beide sehr starke eigene Visionen habt &#8211; habt ihr eine Art Rahmen festgelegt, bevor ihr mit dem Schreiben und Aufnehmen der Songs begonnen habt?</strong></em></p>
<p>Eigentlich nicht, wir sind einfach reingesprungen! Einige der Songs hatten ein Skelett, das von Adam zur Verfügung gestellt wurde, andere von mir, und wir fügten jeweils unsere Parts entsprechend hinzu. Es war nahtlos und geradlinig, ich denke, weil wir gute Freunde sind und beide eine sehr ähnliche Vorliebe für den Folk der 60er/70er Jahre haben, also kommen wir von den gleichen Referenzpunkten. Ich denke, unsere beiden Stile ergänzen sich sehr gut, oder zumindest kann ich alle seine Parts mit Mellotron unterlegen, und ich bewundere Adams Stimme. Hoffentlich werden wir auch in Zukunft mehr zusammen machen. Besonders &#8220;The Trappist &amp; The Hare&#8221; schien bei den Leuten Anklang zu finden, und es war schön, David Colohan, Michael Warren, Gayle Brogan und Alan (Kitchen) Cynic zu den Aufnahmen hinzuzuholen. Es fühlt sich an wie eine Art Familie.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20210313_095455_4541.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25328" title="IMG_20210313_095455_454" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20210313_095455_4541.jpg" alt="" width="3024" height="3780" /></a></p>
<p><em><strong>Ohne deine Arbeit(en) (zu) stark vereinfachen zu wollen, würdest du sagen, dass es ein Element gibt, das alle verschiedenen Projekte, an denen du bislang beteiligt warst, miteinander verbindet?</strong></em></p>
<p>Ich denke, es gibt fast immer so ein Gefühl von Unbehagen oder von etwas Gespenstischem in meiner Musik, das von meinen Einflüssen, wie den bereits erwähnten Geistergeschichten, dem tschechischen New-Wave-Kino, dem Surrealismus, der Hexerei und den dunkleren der traditionellen Balladen, ausgeht. Und bis zu einem gewissen Grad wahrscheinlich auch von meiner mentalen Verfassung. All das durchdringt die Dinge, ich hoffe auf eine ungekünstelte Art und Weise. Ich versuche nicht, &#8216;unheimliche&#8217; Musik zu konstruieren, ich hoffe, dass sie einfach organisch zu dieser Stimmung führt. Ich bin sehr misstrauisch gegenüber übermäßig oder absichtlich konstruierter Kunst, die ein bestimmtes Genre oder &#8220;Etikett&#8221; hat, das sie anstrebt. Es kann dann tatsächlich eine Übung zum Abhaken sein und sich folglich unaufrichtig anfühlen. Obwohl der Heavy Metal eine Ausnahme sein könnte, wenn überhaupt, kann er sogar von diesem Ansatz profitieren (wieder Judas Priest!). Ich denke, das aktuelle Widow&#8217;s Weeds-Album &#8216;Revenant&#8217;, das ich mit Daughters of Grief aufgenommen habe und das ein wundervolles Artwork von Hidden Velvet hat, veranschaulicht dieses eine Element am besten und festigt es. Es ist ein Werk, auf das ich sehr stolz bin und vielleicht dasjenige, das ich als repräsentativ für meine Arbeit ansehen würde.</p>
<p><em><strong>Ich erinnere mich noch lebhaft an das allererste Mal, als ich vor vielen Jahren in der Wohnung eines Freundes in London &#8220;The Wicker Man&#8221; auf einem alten VHS-Tape sah. In den letzten Jahren wurde der Begriff &#8220;Folk-Horror&#8221;, den du eben auch genannt hast, häufig und manchmal &#8211; wie ich finde &#8211; wahllos verwendet. Die Frage ist eine doppelte: Wie würdest du selbst ihn definieren und hast du das Gefühl, dass einige deiner Arbeiten in gewisser Weise Elemente davon enthalten könnten?</strong></em></p>
<p>Ich stehe dem Begriff &#8220;Folk-Horror&#8221; etwas zwiespältig gegenüber, obwohl ich in diesem Bereich schon einiges geschrieben habe. Ich denke, er ist wahrscheinlich kein nützlicher Indikator mehr für bestimmte Merkmale in der Kultur, sei es Film, Literatur oder Musik &#8211; etwas, das das Gefühl beschreibt, dass etwas nicht stimmt, etwas nicht richtig ist &#8211; mit der dazugehörigen Landschaft oder dem Ort, der entweder zu diesem Unbehagen beiträgt oder ein Teil davon ist. Jetzt fühlt es sich an wie ein riesiges, kaum zusammenhängendes Sammelsurium von Dingen, die nie als Folk-Horror oder gar Horror gedacht waren, alle unter dem gleichen Oberbegriff etikettiert, aber das ist nur meine Miesepetrigkeit. Wenn es den Leuten hilft, nach ähnlichen Filmen oder Serien oder was auch immer zu suchen, dann ist das alles gut. Ich bin nicht scharf auf &#8216;Genres&#8217; oder Etiketten generell, schließlich fängt alles an, einer Vorstellung davon zu folgen, wie etwas &#8216;Folk-Horror&#8217; oder &#8216;Hauntological&#8217; sein sollte, und man endet bei &#8216;Midsomer&#8217;, das ich einfach schrecklich fand. Ich denke, es gibt einige ähnliche Einflüsse in meiner Arbeit, aber ich habe nie versucht, &#8220;Folk-Horror&#8221;-Musik zu machen. Ich sitze nicht mit einer Ziegenmaske und einem Umhang da und nehme auf. Jedenfalls nicht die ganze Zeit.</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p><strong><a href="https://thehareandthemoon.bandcamp.com">Bandcamp</a> | <a href="https://soundcloud.com/thehareandthemoon">Soundcloud</a> | <a href="https://www.discogs.com/de/artist/5855611-Grey-Malkin">Discogs</a> | <a href="https://www.instagram.com/sirmalkin/">Instagram </a></strong></p>
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		<title>A Sense Of Unease Or Of Something Haunted. An Interview with Grey Malkin</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2021 05:23:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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		<description><![CDATA[It&#8217;s been a bit over four years now since Scotland&#8217;s The Hare And The Moon announced the end of their activities. If it had remained really quiet afterwards about their founder Gray Malkin, one would probably remember them today like &#8230; <a href="https://africanpaper.com/2021/05/08/a-sense-of-unease-or-of-something-haunted-an-interview-with-grey-malkin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20190317_090809_183.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-25315" title="IMG_20190317_090809_183" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20190317_090809_183-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>It&#8217;s been a bit over four years now since Scotland&#8217;s The Hare And The Moon announced the end of their activities. If it had remained really quiet afterwards about their founder Gray Malkin, one would probably remember them today like a slowly fading surreal dream and wonder if they ever really existed. The obscurity of the members, who never revealed their names and faces, but above all the equally intangible<span id="more-25293"></span> music, its mixture of film scores, dark ritualism and the eerie aspects of British folk traditions, all contributed to the mysterious aura of the group, which never appeared pretentious in all this. Also his friends recognized that Gray Malkin, who initially named an album and at some point also himself after this old term for a cat, still had a lot to say, and so, at the urging of others, his own project got rolling, which made a name for itself through collaborations (as with Trappist Afterland, Astoreth, Kitchen Cynics or just recenty Andy Sharp) and as part of new bands (Embertides, Meadowsilver, Widow&#8217;s Weeds, The Black Swan Triad). In his music, Malkins has always taken to heart Alan Trench&#8217;s once stated demand &#8220;to fuck up tradition&#8221; as a matter of course, anticipating much of what others would later propagate as Folk Horror or Hautology. That his own interests go far beyond all this is shown, among other things, by <a href="http://active-listener.blogspot.com/2012/04/desert-island-discs-selected-by-hare.html">this selection of music</a>; his numerous references would be material for an entire book. We talked about all of this and more in our new interview.</strong></p>
<p><a title="A Sense Of Unease Or Of Something Haunted. Ein Interview mit Grey Malkin" href="http://africanpaper.com/2021/05/08/a-sense-of-unease-or-of-something-haunted-ein-interview-mit-grey-malkin/"><strong>German Version</strong></a></p>
<p><em><strong>As you started your band The Hare And The Moon a bit more than a decade ago, you&#8217;ve been a passionate listener of music for quite some time, and as far as we know, your taste included metal, electronic music, folk and probably a lot more. Which impulses brought you to create the cinematic folk soundscapes you&#8217;re known for?</strong></em></p>
<p>I think a mixture of personal musical preferences and a complete inability to properly play any of my instruments. Regarding the former, I think my years listening to artists such as Swans, Coil and Popol Vuh certainly directed me towards a more cinematic or filmic bent, or instilled a tendency to favour what might be described as mood pieces. I really prefer atmosphere, or to create an aural sense or feeling, rather than any notions of virtuosity or frilly, elaborate playing. It’s infinitely more interesting to me. The fact I can’t play guitar, mandolin, or keyboards properly, even after all these years, has meant that I have to think carefully about building and layering a track rather than being directly musical. Otherwise, and this not necessarily a bad thing, everything would probably sound like Judas Priest.</p>
<p><em><strong>Would you say that at that time there was a certain (stylistic or atmospheric) gap to fill?</strong></em></p>
<p>I wasn’t really concerned or influenced by filling any space or gap, more I just wanted to bring my influences together, whether it be film, music or literature; again I was also limited in what sounds I could make due to my very basic skills. The very first The Hare &amp; The Moon album is almost recorded dry and in one channel straight to tape, I had no concept of effects or proper mixing, let alone mastering or any of that ‘professional’ type of business! That’s why it is curiously (I hope endearingly) wonky and most songs usually come to an end when my arms got too sore to carry on playing. There was no pursuit of being ‘folk horror’, a term which was not in the wide usage that it is today, although I was heavily influenced by things like The Wicker Man, 1960’s and 70’s acid folk and folklore; those are the elements that strongly directed and dictated how the music came together and sounded.</p>
<p><em><strong>Scotland has been a real hotspot for innovative folk music during the past decades, and although there&#8217;ve always been international connections, the Scottish music traditions are quite under the radar here in continental Europe. To what extend did your local music traditions shape your own interests?</strong></em></p>
<p>This pains me to say, but almost in something to rebel or act against. Scottish folk (not including Gaelic song or psalms) can be horribly twee and shortbread tin, and made within certain very tame conventions, so it can often be very conservative fare. Which is a wonder, given how many Scottish traditional ballads are about such subjects as the supernatural, murder and otherworldly affairs. It has also something of a muso tradition, of being virtuoso or technically adept at your instrument, which doesn’t interest me at all. There are exceptions, such as Alasdair Roberts or Burd Ellen, and of course The Incredible String Band, but it is mostly very middle of the road. A Scottish musician that influenced me much more is Michael Begg of Human Greed/Fovea Hex, whose soundscapes, experimental electronic pieces and chamber music speaks much more to me of the Scottish landscape than many contemporary folk bands.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20190406_155957_177.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25316" title="IMG_20190406_155957_177" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20190406_155957_177.jpg" alt="" width="1080" height="965" /></a></p>
<p><em><strong>Could you say to what extent the name under which you record owes something to “The Scottish Play“?</strong></em></p>
<p>Not a great deal actually, although it is a fine play! I needed a name when venturing onto social media many years ago, so took my mantle from the title of  The Hare &amp; The Moon’s second album, not really thinking that I would come to use it as a nom de plume. I now try to avoid social media if at all possible, but many people now call me Grey and know me this way, so it has stuck. Witchcraft is also an interest of mine, so it befits this. A while back there was some confusion and someone thought I was actually called Graham Malkin, which caused some hilarity. I’ll generally answer to most things.</p>
<p><em><strong>Until this day, your music has a certain collage aspect, which fits a lot to your approach as a studio musician instead of a live act. Both is nothing that most people might associate with folk inspired music. Were there musicians who inspired you to work in this way?</strong></em></p>
<p>I think collage is a really good term, it describes well how I assemble pieces in the studio, trying to find the best fit and combination to work up or sustain a certain atmosphere. I think I probably drew a lot of inspiration from Nurse With Wound (despite my music not really sounding similar, except perhaps some of my work with So There or Michael Warren) and his Dadaist approach of constructing and mixing elements of sound to create a sort of sinister whimsy. Coil’s work, as well as the soundtrack work of Luboš Fišer (who recorded the theme music to ‘Valerie And Her Week of Wonders’), The BBC Radiophonic Workshop, The Art Bears, Tangerine Dream, Syd Barrett, Kate Bush, Einsturzende Neubauten &#8211; I’m sure they have all found their way in there, in the sense of pieces not needing to follow conventional routes and of having disparate elements and genres sitting side by side. Having different sounds or aspects that shouldn’t necessarily sit comfortably can give a pleasing unease or sense of discomfort. Being more studio based and playing a number or all of the instruments on some recordings, and then mixing and producing has been something that I have watched and admired in other artists like Foetus or Steven Stapleton. It can appeal to my inner control freak, just relying on myself and trying to get the sound in my head as near as possible to the sound on the tape. Although it often drives me half mad in the process.</p>
<p><em><strong>You played with The Hare And The Moon for almost ten years until you finished this chapter a couple of years ago. Was there a musical or personal turning point that lead you to concentrate on your solo and other collaborations?</strong></em></p>
<p>I was sick and tired of things by then, and in a very dark place with myself, which I very nearly did not come out of, or survive. Things needed swept away, both to even consider continuing in music (which I had no plans to do any more of) as well as to live or function as a person. That sounds very melodramatic, but it was true. Also, the idea of recording more ‘Wicker Man’ inspired folk music was becoming contrived and predictable, which was why I jumped at the chance to record the final The Hare &amp; The Moon album with Sourdeline, a French acid folk who started out in the 1970s and whose albums I love. Our release together was entirely sung in French and it is undoubtedly one of my favourite albums that I have been involved in. Following this, as I mentioned, I had no enthusiasm or plans to ever record again, but an invitation by Peter from Ashtoreth led to recording the ‘Pilgrim’ album with him, which was a joy, as well the start of a valued friendship. Other new projects followed, with other friends, such as Kitchen Cynics and Trappist Afterland. Each feels tangibly different, and allows for unique ways of working and being creative, whether it’s more song based with Alan (Kitchen Cynics), Adam (Trappist Afterland), or Daughters of Grief (Widow’s Weeds) or more ambient or experimental with Peter (Ashtoreth), and David Colohan (Embertides).<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20210213_123115_458.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25317" title="IMG_20210213_123115_458" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20210213_123115_458.jpg" alt="" width="1980" height="1980" /></a></p>
<p><em><strong>You recorded an album trilogy plus one remix album together with Belgian drone musician Ashroteth, and its subject matter is dedicated to the (mostly religious) types of the pilgrim, the hermit and the heretic. How did your interest in these topics come up?</strong></em></p>
<p>Those are three of the albums I most enjoyed working on (there are two remix albums, one each for ‘Pilgrim’ and ‘Hermit’, the latter is on Bandcamp with all proceeds going to SARI, Stand Up To Racism And Inequality). To my mind (and Peter will have his own personal associations) these three archetypes describe distinct states of mind; solitude, or being alone within nature; introversion, and disturbance of mood and mind; and finally the external and collective, a connection with the universe and life itself.</p>
<p><em><strong>Did you plan to let it become a trilogy from the beginning?</strong></em></p>
<p>I think the trilogy idea came about during the recording of the second album; we had found a way of working that could be expanded and channelled into a project of this length and duration. We work incredibly well together, almost intuitively, and the pieces can come together quickly, or grow over time with the same enthusiasm. That we started with the idea of doing one song together, and that this grew into such an immersive and extended project is testament to what a creative and open minded person Peter is, I love everything that he releases and comes up with. We are on the same wavelength musically, and often do not need to explain or describe to each other what we are trying to do with a song; we reach the same place without words.</p>
<p><em><strong>Would you say, that a musician or any type of creative person must be some kind of a pilgrim, a hermit and a heretic in some way to create something unique? If yes, which of the three models would you say is closest to you?</strong></em></p>
<p>I wouldn’t want to speak for others, but I definitely veer towards the hermit. I am often happiest in my own company, or away walking alone in the woods or by the coastline. I find being around people both exhausting and draining, though it can also be inspirational and energising if I find a like-minded soul. In Edwardian times it was fashionable to employ a hermit to sit in the grounds of your stately home and you could confer with him on issues that were troubling you. If anyone has a comfortable cave or grotto and is looking for a scruffy recluse to fit the bill, do get in touch. I’ll take payment in red wine and crisps.</p>
<p><em><strong>If &#8220;Pilgrim&#8221;, &#8220;Hermit&#8221; and &#8220;Heretic&#8221; were films, which directors (classical or contemporary) could you imagine to create it?</strong></em></p>
<p>That’s a really interesting question. I would certainly nominate Werner Herzog, for his stark yet accepting depictions of the absurdities of humanity, and his respect for nature as an impassive, immutable force. I can’t think of any of his work that I don’t admire, whether it is his documentaries or his feature films; ‘Aguirre’, ‘Nosferatu’, The Enigma of Kasper Hauser’ and ‘Heart of Glass’ count amongst my all-time favourites. If I had the choice, I might get David Lynch to direct one of the three but keep Werner on to provide a voiceover. Can you imagine? Who else? Tarkovsky, although the films would undoubtedly go on for ever and ever.</p>
<p><em><strong>Can you identify with Algernon Blackwood&#8217;s statement about the risks of the imagination, which can lead you to appalling places and requires a &#8220;judicious reign&#8221;? Is the feeling of diving too deep into imagination familiar to you?</strong></em></p>
<p>The feeling of diving (or sinking) too deep is all too familiar. The mind is indeed a terrible thing to taste.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20181029_162717_472.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25318" title="IMG_20181029_162717_472" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20181029_162717_472.jpg" alt="" width="1536" height="1920" /></a></p>
<p><em><strong>On “Heretic“ there are quotes by Blackwood and LeFanu, on “Revenant“ by Hodgson and Machen, on “Hermit“ by Robert Aickman. You&#8217;ve talked about your love of  weird fiction. What can this kind of literature express? What are your favourite authors?</strong></em></p>
<p>For myself, authors such as Aickman and Machen can represent a side of existence and life which offer something different to the everyday, the norm, which I strongly sense is there and is real. This other world is perhaps just out of our view, but sits alongside our earthly existence, watching us and waiting. These authors provide an opportunity to step into this other world, to stretch imagination and to believe and know that such things exist, should we wish to see them. As well as those mentioned I also enjoy the work of M.R James and H.R Wakefield, as well as more contemporary authors such as Alan Garner, but I am particularly drawn to Edwardian and Victorian ghost stories.</p>
<p><em><strong>Is there one of Aickman&#8217;s “strange stories“ that you would like to set to (your) music?</strong></em></p>
<p>There are a number of his tales that I would love to soundtrack, but especially ‘Ringing The Changes’ from ‘Dark Entries’; it is both deeply disturbing and unsettling in a manner that lasts long after the book is closed, as well as having some obvious elements that would lend themselves to a musical accompaniment. In the same vein, I would like to record some kind of background piece or mood setting music that could accompany the reading of writings by the likes of Machen or Blackwood; any of these classic and timeless wyrd or haunted stories. It’s something that I have begun working on and which I keep returning to, which will eventually see the light of day (or moon at night).</p>
<p><em><strong>To what extent is the newly formed group The Black Swan Triad a continuation of the trilogy? Besides Verwimp, it also has contributions by Menalaeh and Vindlandsraud, two relatively obscure musicians, who worked with you on &#8220;Heretic&#8221;&#8230;</strong></em></p>
<p>Both Menalaeh and Vindlandsraud work as the excellent Tiloh, and I met them via Peter whilst recording ‘Heretic’, for which Menalaeh provided some beautiful vocals. We got on very well and began The Black Swan Triad almost as an enjoyable experiment, which to both my pleasure, delight and surprise has quickly become a completed album. I would say that Black Swan Triad’s work is separate and different from the trilogy with Ashtoreth, and is a new project entirely, though there are motifs and moods that are definitely similar. I think for those that enjoyed ‘Hermit’ etc, they will certainly find something here that will appeal.</p>
<p><em><strong>To my first impression, The Black Swan Triad is one of your most ecstatic ritualistic project so far. How would you describe the main feelings that are contained in the pieces of the forthcoming album?</strong></em></p>
<p>There is a real range; we focused on representing the elements of nature, so fire, water, air, earth as well as some other more shadowy aspects of existence. The music was intended to describe those elements so, water for example is by turns tranquil then rapid and urgent, fire rages and earth has a certain power and balance, as well as being, well, earthy! I’m truly excited for people to hear what we’ve created, it feels like something very special.</p>
<p><em><strong>On the The Floating World bandcamp site it says that “In 2014 Neddal Ayad (guitars), Grey Malkin (noise, drones), and Amanda Votta (vox, bari guitar) decided, with Amanda Votta &amp; The Spectral Light, to make darker, noisier songs together than we had in The Floating World. This sometimes quiet, sometimes raging tsunami is the result.“ Was there a specific incident that made you focus on noisier music?</strong></em></p>
<p>Ah, you would need at ask Amanda and Neddal this! They had gone in this direction when I began adding my parts. &#8216;Secrets to the Sea&#8217; is a fine album, and one which I am very proud to have been part of. It is very different from The Floating World, Amanda’s project, which has a more serene and beautiful, mysterious melancholy to it. Although saying that, there is a new The Floating World album on the way, that I’ve been delighted to play on, and which is a veritable monster, some parts are pure, brutal and pleasing noise!<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20200910_200955_321.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25319" title="IMG_20200910_200955_321" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20200910_200955_321.jpg" alt="" width="1932" height="1932" /></a></p>
<p><em><strong>“Secrets To The Sea“  has just been released digitally. Are there any plans for a physical release? All proceeds from this release will be donated to the organization Butterfly (which helps Asian and migrant sex workers). You explicitly mention the horrific attacks in Georgia. I lived in Atlanta fo a couple of years and I passed one the parlours quite frequently. Do you feel that what happened there is an combination of appalling racism and an extremely unhealthy attitude towards sexuality (few seemed to have talked about that when the background of the shooter was scrutinized)?</strong></em></p>
<p>Again, any release would be Amanda’s decision and choice, though we did discuss it, and physical editions are always nice. I know that Amanda was keen to have the album available again, hence it appearing on Bandcamp in aid of Butterfly. I do agree that a horrible combination of misogyny and racism were involved in the awful attacks in Georgia, which is sadly not an isolated occurrence in the world today. There has been a plethora of idiotic right wing, racist lowlife attitudes and behaviour that have been encouraged by certain leaders in the States and Europe/the UK, which I absolutely abhor. It’s a disgusting mindset which I do not understand, nor do I wish to.</p>
<p><em><strong>You are also part of Meadowsilver, which has a more ethereal, medieval atmosphere. What can you tell us about that project?</strong></em></p>
<p>I love being in Meadowsilver with Gayle and Stephen, both of whom I count as good friends. Our shared love of psychedelia and psych folk really lends itself to the music we make, and it also gave me a perfect opportunity to plug the guitar back in again and make some noise, having been a bit more keyboard focused for a while. We hope to record a follow up as soon as we are able too, I think something special happens when we record together. It’s a really enjoyable mixture of being able to document some of the folklore and traditions that I am hugely interested in, within a framework of off-kilter and dreamlike folk rock.</p>
<p><em><strong>How important are collaborations for you in general?</strong></em></p>
<p>Very, though I tend to record my parts in isolation and on my own, there is a genuine sense of teamwork and sharing of ideas in a way that creates something more than the sum of its parts. I am currently working with Andy Sharp from English Heretic on an EP, which has been a really interesting process, we are basing the songs on odd and unusual sites that Andy and I visited whilst he was up in Scotland. It’s a very creative and challenging way to work, working with others pushes me to do my best work in each case, in a way that working on my own wouldn’t offer. No slacking allowed.</p>
<p><em><strong>How did the two collaborations with Adam Cole/Trappist Afterland came up? As you have both very strong individual visions, did you set up some sort of frame, before you started writing and recording the songs?</strong></em></p>
<p>Actually no, we just jumped in! Some of the songs had a skeleton as provided by Adam, others by myself and we each added our parts accordingly. It was seamless and straight forward, I think because we are good friends and both have a very similar love of 60s/70s folk, so we are coming from the same reference points. I think our two styles compliment each other quite well, or at least I get to smother all his parts in mellotron, and I adore Adam’s voice. Hopefully, we will do more together in the future too. ‘The Trappist &amp; The Hare’, in particular, seemed to resonant with people and it was nice bringing in David Colohan, Michael Warren, Gayle Brogan and Alan (Kitchen) Cynic to join us on the recordings. It feels like a family of sorts.<a href="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20210313_095455_454.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-25320" title="IMG_20210313_095455_454" src="http://africanpaper.com/wp-content/uploads/2021/05/IMG_20210313_095455_454.jpg" alt="" width="3024" height="3780" /></a></p>
<p><em><strong>Without forcing you to (over)simplify your work(s), would you say that there is one element that connects all of the various projects you&#8217;ve been involved in?</strong></em></p>
<p>I think there is a possibly a sense of unease or of something haunted in my music which filters in from my influences, such as the afore mentioned ghost stories, Czech New Wave cinema, surrealism, witchcraft and the darker of the traditional ballads. And to some extent, probably from how I am mentally too. All of this does permeate things, I hope in a non-contrived way. I’m not trying to construct ‘eerie’ music, I hope that it just results in this mood organically. I’m very wary of overly or deliberately contrived art which has a chosen genre or ‘label’ that it is aiming to be. It can then effectively be a tick box exercise, and consequently can feel disingenuous. Although, heavy metal might be the exception to this, if anything it can even benefit from this approach (Judas Priest again!). I think the recent Widow’s Weeds album ‘Revenant’, which I recorded with Daughters of Grief and which has wonderful artwork by Hidden Velvet, best exemplifies this one element and consolidates it. It’s a work that I’m extremely proud of and perhaps the one I would hold up as being representative of what I do.</p>
<p><em><strong>I still vividly remember the very first time I watched “The Wicker Man“ on an old VHS tape at a friend&#8217;s flat in London many years ago. In the last couple of years the term “folk horror“ has been used frequently and sometimes – I feel – indiscriminately. The question is twofold: How would you yourself define it and do you feel that in a way some of your work may contain elements of it?</strong></em></p>
<p>I’m a bit ambivalent about the term ‘folk horror’ although I’ve done a fair bit of writing in that area. I think it was originally a useful indicator of certain characteristics, be it in film, literature or music &#8211; something that describes a sense of something being slightly off, slightly not quite right – with the accompanying landscape or location either adding to or being a part of this disquiet. It now feels like a vast, thinly related &#8216;catch all&#8217; of things that were never intended as folk horror, or even horror, all labelled under the same umbrella term, but that’s just me being grumpy. If it helps people seek out similar films or shows or whatever then it’s all good. I’m not keen on ‘genres’ or labels as a whole, eventually everything starts to follow a notion of how something ‘folk horror’ or ‘hauntological’ should be, and you end up with ‘Midsomer’ which I thought was just dreadful. I think there are some similar influences at play in my work, but I’ve never tried to make ‘folk horror’ music. I don’t sit and record wearing a goat mask and a cloak. Not all the time anyway.</p>
<p>(M.G. &amp; U.S.)</p>
<p><strong><a href="https://thehareandthemoon.bandcamp.com">Bandcamp</a> | <a href="https://soundcloud.com/thehareandthemoon">Soundcloud</a> | <a href="https://www.discogs.com/de/artist/5855611-Grey-Malkin">Discogs</a> | <a href="https://www.instagram.com/sirmalkin/">Instagram </a></strong></p>
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