Mirra: Neuer Longplayer von Benedicte Maurseth

Mit dem Album “Mirra”, das am 22. August in verschiedenen Formaten bei Hubro erscheint, setzt Benedicte Maurseth ihre intensive Auseinandersetzung mit der Natur und den Klängen des Hardangervidda-Gebirges fort. Nach dem gefeierten Vorgänger “Hárr” (Hubro 2022) rückt sie diesmal das Wildrentier ins Zentrum eines fein gearbeiteten akustischen Geflechtes. Das Tier fungiert hier als klangliches wie auch als symbolisches Motiv für Bewegung, Überleben und Anpassung im Rhythmus der Jahreszeiten.

“Sommarbeite”, bereits seit dem 20. Juni als Download erhältlich, gibt einen ersten Eindruck dieser Arbeit. Das Stück verbindet den charakteristischen Klang der Hardangerfiedel mit Naturaufnahmen und schichtenhaft aufgebauten Arrangements, bei der sich traditionelle Musik der Region, Minimalismus und freie Improvisation überlappen. Hubro bezeichnen dies zugleich als Momentaufnahme und Metapher: Die Tiere, die nach monatelangem Schneescharren das erste zarte Grün entdecken, markieren einen Wendepunkt, klanglich übersetzt in aufblühende Linien, Zwischentöne und nuancierte Texturen.

“Mirra” – benannt nach einem alten Begriff aus dem Dialekt von Hardanger für das dichte, kreisförmige Laufen einer Rentierherde – durchmisst ein Jahr im Leben der Tiere, vom Aufstehen des neugeborenen Kalbs bis zum Jägermarsch. Dabei bringt Maurseth neben ihrer eigenen Fiedel auch die Stimmen bedrohter Tierarten wie Schnee-Eule oder Polarfuchs ein und arbeitet mit erfahrenen Musikerkollegen wie Morten Qvenild (Keyboard, Elektronik), Mats Eilertsen (Kontrabass, E-Bass, Elektronik) und Håkon Stene (Gitarre, Percussion) zusammen.

Foto: Agnete Brun

@ FFM