Am 24. Oktober erscheint bei Drag City “Traveling Light” von Rafael Toral. Der portugiesische Musiker, der in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zwischen Gitarre, selbstgebauter Elektronik und freien Improvisationsformen wechselte, widmet sich hier erstmals einem Set von Jazzstandards. Wie es im Begleittext heißt, nähert sich Toral Jazz-Klassikern wie “Easy Living” oder “Body and Soul” auf seine eigene Weise, verschiebt Harmonien, dehnt Töne aus und setzt seine Geräte so ein, dass die Akkorde nicht als bloße Durchgangsstationen erscheinen, sondern als eigenständige Ereignisse. 
Er selbst sagt dazu: “Die Akkorde werden zu Ereignissen an sich”. Neben Gitarre, Sinuswellen, Feedback und Bass, die von Toral selbst beigesteuert werden und zusammen wie ein kleines Orchester wirken, treten auf einzelnen Stücken auch Gäste hinzu: José Bruno Parrinha (Klarinette), Rodrigo Amado (Tenorsaxofon), Yaw Tembe (Flügelhorn) und Clara Saleiro (Flöte). Zusammen entsteht ein Raum, in dem Tradition und Experiment gleichermaßen präsent sind – vertraut und zugleich radikal neu gedacht. “Traveling Light” zeigt Toral als Komponisten und Improvisationsmusiker, der das Alte nicht rekonstruiert, sondern es in eine andere Zeitlichkeit überführt mit einer Intensität, die sowohl an sakrale Musik erinnert als auch an die fragile Spannung von Jazzimprovisationen. Das Album erscheint als Doppel-LP, CD und zum Download.