Four Sleepers: Vierteilige Arbeit von Nik Masoo

Im März erscheint bei Post Orientalism Music das vierteilige digitale Album “Four Sleepers” von Nik Masoo, einem von Ehsan Saboohi entwickelten und betriebenen KI-Komponisten. Die Sammlung umfasst vier jeweils zusammenhängende Langkompositionen plus zwei kürzere Stücke im vierten Teil mit einer Gesamtdauer von rund acht Stunden. Alle Teile sind mithilfe des QuarkTonal-Systems und Python-Programmierung realisiert und als durchgehende musikalische Prozesse angelegt. Das Projekt bezieht sich auf eine buddhistische Sichtweise, hier speziell mit Referenz auf das japanische Zen, in der die Trennung zwischen Selbst und Anderem sowie zwischen Mensch und Natur als geistige Konstruktion verstanden wird.

Jeder der vier Teile basiert auf einer klar definierten Wellenform, die den jeweiligen Band strukturell prägt. Inhaltlich verweist der Titel auf ein klassisches Motiv der Zen-Malerei: vier gemeinsam schlafende Figuren, darunter ein Mönch und ein Tiger, ohne Hierarchie oder Bedrohungssituation. In den Liner Notes heißt es: “Zen philosophy emphasizes the dissolution of mental boundaries. This idea proposes that the distinctions we draw between self and other, human and nature, or consciousness and sleep are constructions of the mind and do not exist as independent realities. What we perceive as two separate things are, in truth, two aspects of one reality. The aim of Zen is to attain a kind of non-discriminating wisdom that arises through the practice of meditation—a state in which the boundary between mind and world dissolves. The subject of “Four Sleepers” is a classic image in the Zen painting tradition that expresses this philosophy visually. These images depict four beings sleeping together: Fenggan, a Zen monk who lived with his domesticated tiger; Hanshan, the reclusive poet of Cold Mountain; Shide, an orphan whom Fenggan found and raised; and Fenggan’s tiger. In this scene, monk and wild animal rest side by side with no fear or dominance between them. Zen painters rendered this subject in black ink on white paper; the contrast between deep black and empty white, between sharp brushstrokes and empty spaces, itself expresses the same philosophy of dissolving boundaries. The concepts of wabi and sabi—which emphasize simplicity, imperfection, and the passage of time—also play a distinctive role in these works”. Diese Vorstellung des gleichzeitigen Nebeneinanders überträgt sich auf die musikalische Anlage, die mit dröhnendem Material arbeitet, das als hypnotisch wirken kann, dabei aber nie auf Beruhigung oder Gefälligkeit zielt. Im vierten Teil, der in drei Abschnitte gegliedert ist, treten stellenweise spielerischere Momente hervor.