Metamorphoses: Neue Zusammenarbeit von OdNu und Ümlaut

Rund zweieinhalb Jahre nach ihrem gemeinsamen Album “Abandoned Spaces” setzen OdNu und Ümlaut ihre Zusammenarbeit fort: Am morgigen 6. Juni erscheint mit “Metamorphoses” eine neue digitale Veröffentlichung auf Audiobulb. Während die früheren Arbeiten des Duos noch aus einzelnen Stücken bestanden, entfaltet sich Metamorphoses als durchgehende, einstündige Komposition. Ausgangspunkt waren von Jeff Düngfelder gestaltete Soundscapes aus Tape-Loops und Elektronik, die Michel Mazza mit E-Gitarre, Klarinette und zusätzlichen elektronischen Bearbeitungen weiterentwickelte. 

Das Ergebnis ist, wie es sinngemäß im Begleittext heißt, ein fließender, organisch wirkender Strom aus Ambient, Drone und elektroakustischen Texturen, in dem sich die Beiträge beider Musiker kaum noch voneinander trennen lassen. Im Wortlaut heißt es zu den Hintergründen des Albums: “Die Entstehung des Werks spiegelt dessen Wesen wider. Jeff Düngfelder begann damit, eine fundamentale Umgebung zu formen: eine weitläufige Klanglandschaft aus Bandschleifen, Elektronik und sich wandelnden Schichten bearbeiteter Klänge. Dieser anfängliche Gestus war weniger eine Komposition als vielmehr ein Terrain – eine Atmosphäre, die in Bewegung verharrte, reich an Raum und Möglichkeiten. In dieses lebendige Feld trat Michel Mazza ein und reagierte intuitiv – mit E-Gitarre, Elektronik und einem tief verfeinerten Formgefühl. Seine Improvisationen lagern sich nicht bloß auf dem Fundament ab, sondern durchdringen es – indem sie dessen Konturen biegen, brechen und neu gestalten –, bis die Unterscheidung zwischen Ursprung und Reaktion gänzlich verschwindet. Was dabei entsteht, ist eine wahre Synthese: kein Dialog, sondern eine Transformation. Die Identitäten beider Künstler lösen sich in einem gemeinsamen Strom auf, in dem der Klang fortwährend neu geformt, wieder aufgenommen und neu geboren wird. Klangtexturen blühen auf und verebben wie ein Atemzug; Töne flackern am Rande der Wahrnehmung; melodische Fragmente tauchen kurz auf, nur um sogleich wieder unter die Oberfläche zu gleiten. Der Musik wohnt eine stille, beinahe schwerkraftartige Anziehungskraft inne – sie zieht den Hörer nach innen und fördert einen Zustand der Aufmerksamkeit, der zugleich meditativ und fließend ist. Ähnlich wie das Artwork des Albums – auf dem sich transluzente Formen überlappen, verschmelzen und in sanften Abstufungen von Licht und Schatten weiterentwickeln – existiert *Metamorphoses* in einem Zustand des ständigen Wandels. Nichts ist fixiert. Grenzen verschwimmen. Formen werden zu Gesten; Gesten werden zu Raum. Wärme und Dichte weichen der Luftigkeit und dem Schwebezustand, nur um sich daraufhin erneut in neuen, unerwarteten Konfigurationen zusammenzufinden. Die Musik bewegt sich, wie Wasser sich bewegt – wie der Wind die Oberfläche einer Landschaft neu formt: subtil, beharrlich, ohne Eile, und doch niemals stillstehend. In diesem Sinne ist *Metamorphoses* nicht bloß eine Komposition, sondern ein Prozess, der sich in Echtzeit entfaltet. Sie lädt den Hörer nicht dazu ein, ihr bloß zu folgen, sondern sie zu bewohnen – in ihren Strömen zu treiben, die Orientierungspunkte von Anfang und Ende hinter sich zu lassen und den Klang als eine lebendige, sich wandelnde Präsenz zu erfahren. Es ist der Klang der Transformation selbst: allmählich, unvermeidlich und von stiller Tiefe.” (Audiobulb). Das Album erscheint digital mit Artwork von Jeff Düngfelder.

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