Am 4. September erscheint bei Unsounds Records “Murdúchann (Siren Sea Songs)” von Barbara Ellison. Im Zentrum der Arbeit steht die menschliche Stimme – allerdings nicht als Trägerin einer konventionellen Gesangslinie, sondern als Ausgangsmaterial für ein vielgestaltiges akustisches Eigenleben. Murdúchann bezeichnet, wie man im Begleittext erfährt, im Mittelirischen ein sirenenartiges Wesen, eine Meeressängerin oder Meerjungfrau. 
Ellison greift diese Vorstellung als Ausgangspunkt für eine Klangwelt auf, in der bearbeitete weibliche Stimmen zu etwas zugleich Vertrautem und Unheimlichem werden. Über einen Zeitraum von fast zehn Jahren hat sie, wie man ferner erfährt, aus einem umfangreichen Archiv von Gesangsaufnahmen neue, kaum vorhersehbare Klangformen entwickelt. Sie beschreibt diese selbst als sonic phantoms, als akustische Phantome, die sich im Studio entfalten und dabei eine gewisse Eigenständigkeit entwickeln. Dabei geht es weniger um erkennbare Stimmen als um deren Verwandlung: Schichtungen, Verfremdungen und Transformationen lassen aus Gesang schwebende, geisterhafte und mitunter geradezu körperlose Klanggebilde entstehen. Als Ausgangsmaterial dienten unter anderem Aufnahmen des irischen Vokalensembles Landless, dessen unbegleitete traditionelle Gesänge in den Entstehungsprozess einflossen. Das Album erscheint als CD und zum Download.